#141

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.09.2009 18:38
von Zermatt | 5.293 Beiträge

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zuletzt bearbeitet 25.09.2009 18:38 | nach oben springen

#142

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.09.2009 18:44
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Jörg,mein Freund, das ganze heutige System steht auf tönernen Füßen, das stand es damals schon, als du die Kurve gekriegt hast ( entschuldige den krassen Ausdruck).
Aller 7 Jahre neu die selbe Krise, aller 7 Jahre neu der selbe Dreck so wie damals in der alten DDR die 5 Jahrespläne, die diesen Staat aber wenigstens eine Weile vorwärtsbrachten, wärend der andere Staat auf der Stelle herumtrampelte wie ein Elefant
Das " Neue Deutschland" liegt dir irgendwie schwer im Magen, komisch, ich lese alles das darin, heute, was in " Die Welt" oder FAZ ua. nicht darinsteht.
Du hast die Schaffenszeit in der DDR nicht erlebt, weil deine Schaffenszeit im anderen Teil Deutschlands begann, das ist vollkommen in Ordnung und ich kann es gut nachvollziehen, das ist jetzt ehrlich gemeint, nicht ironisch, du weißt, ich liebe die Ironie.
Aber bitte, bitte gestehe dem, der in diesem Staat der Arbeiter, Bauern und Intelligenz ein sinnerfülltes Leben geführt hat, dasselbe wie dir zu, diese Entwicklungsphasen, kurz sein Leben so wie deines.
Bin ich jetzt vom Thema abgewichen, keine Ahnung.

Gruß Rainer- Maria



"während der andere Staat auf der Stelle herumtrampelte wie ein Elefant"- kann ich jetzt
gar nicht nachvollziehen Rainer,wie meinst du das ?



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#143

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.09.2009 20:28
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Zermatt, jetzt muss ich doch noch einmal den Ritter bemühen,diese Geschichte, der gegen den Drachen diesen aussichtslosen Kampf kämpft, verdammt, wir haben so viele Texte und mir geht langsam die Übersicht verloren.
Ich hatte es einmal über die Drogenproblematik eingestellt. also der kämpft und kämpft und ständig wachsen dem Drachen neue Köpfe nach und wenn er nicht gestorben wäre, der Ritter, dann...
Sprich, solange wie die Mohnfelder blühen trampelt der Elefant auf der selben Stelle sprich es ist ein Endlosproblem aller Jahre neu.
Erst wenn der Drachentöter kommt, er schiebt den erschöpften Ritter beiseite und meint: " Lass mich mal ran, also Bogen gespannt, Pfeil aufgelegt, angezündet und ab geht er...dem Drachen mitten ins Herz, in das Mohnfeld in einem Feuerball...
Konnte ich dir mit dieser kleinen Geschichte helfen, Zermatt?
Bekämpfe das Übel( Arbeitslosigkeit, Armut,Ausbeutung des Menschen durch den Menschen, und, und, und...) an der Wurzel und kratze nicht nur an der Oberfläche herum sprich trample nicht wie ein Elefant ständig auf der Stelle herum!

Gruß Rainer- Maria


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#144

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 25.09.2009 20:44
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Zermatt
"während der andere Staat auf der Stelle herumtrampelte wie ein Elefant"- kann ich jetzt
gar nicht nachvollziehen Rainer,wie meinst du das ?


Wenn das 'Eigene Modell' stagniert, rueckwaerts laeuft und schlussendlich katastrophal versagt, dann muss man zwangslaufig zur eigenen Rechtfertigung das 'Gegenmodell' als stagnant bezeichnen, sonst gaebe es ja keinen Fortschritt, und somit keine "gesellschaftlich fortschrittlichen Kraefte".
Dialektik, mein Lieber, Dialektik
-Th


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#145

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 16:51
von Mongibella (gelöscht)
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Okee...mal wieder weiter im Text....

....erstmal zu den Zweiflern unter uns einige Fakten, die ich so aus meiner Stasiakte genommen habe:

Ich war damals NVA-Soldat bei den LSK-LV/3.LVD/43.FRBR/FuTA-4301 auf der St68U...der Eingeweihte kann dieses Kürzel entziffern...am 24/08/1989 wurde ich durch die Trapo gestellt, vom 18.-22. September '89 sass ich im Arrest in der Arrestanstalt der Stadtkommandantur in Rostock ein.

Hat jemand zufällig einmal das Wort KK-Material *Krypton* gehört....???? Ich sollte als IM-S eine Quelle werden, um die Bearbeitung dessen möglich zu machen....ich habe aber keine Ahnung was damit gemeint ist....des weiteren ist direkt ein anderer IM in meiner Truppe auf mich angesetzt worden um zu prüfen inwieweit ich geeignet bin als IM und ob ich der Stasi bei den ersten beiden Gesprächen was vorgemacht habe....

Nun gut....ich war nun im Westen, alleine in einer Kantine der Bereitschaftspolizei in Lüchow, ass was, kaufte mir ne Flasche Bier und ging zurück zu meinem angewiesenen Zimmer....die Kaserne war wie ausgestorben, nur hi und da sah man mal jemand....alles war so anders, etwas lockerer und ich war beeindrukt von all den Gebäuden niedersächsisch einheitlich aus roten Backsteinen....machte alles einen friedlichen Eindruck....kuckt sie euch mal an an der B248 am Ortsausgang von Lüchow....von da aus konnte man auch die Lichterkette der Grenze sehen weit in der Ferne....aber irgendwie fühlte ich mich sicher und geborgen in dem Moment....

....nachdem ich meine Mutter angerufen hatte, machte es mir gemütlich in meinem Zimmer als irgendwann die Tür aufging und ne gute Bekannte vor mir stand, die Schwester von na Ex von mir aus Mellin...man hatte sie wohl wegen unserer beider ähnlich schwarzen Outfits zu mir geschickt....naja, wir sassen noch ne Weile zusammen und erzählten uns so, was jede so getrieben hat im letzten halben Jahr...wir hatten uns die Zeit ja nich mehr gesehen....ihr ging es wohl ähnlich als schwarzes Schaf in der Familie und sie wollte nur so weit weg wie möglich....wir machten aus, das wir irgendwie probieren die erste Zeit beieinander zu bleiben, damit nich jede allein da steht....

....am näxten Morgen dann sollten wir mit noch einzelnen mit nem Kleinbus nach Lüneburg gefahren werden zur Kaserne der nördlichen Abteilung des BGS, meine Bekannte durfte aber nicht mit....es stellte sich heraus, das sie gerade noch keine 18 war und somit wieder zurück musste in die DDR....Tränen flossen, sie bereute es sich jemals dem BGS gestellt zu haben, ich wünschte ihr viel Glück und das schon nichts passieren werde und ja nu eh alles anders kommt und so...nun gut, der Bus fuhr los...mir vielen die guten Strassen direkt auf und das alles so einen friedlichen Eindruck machte, wenn der Bus durch eine Ortschaft kam...

...angekommen in Lüneburg wurde uns dann mitgeteilt, das wir einige Stationen durchlaufen mussten zur Aufnahme in die Bundesrepublik...alle möglichen Fragen wurden gestellt und an der letzten Station halt wo wir hinwollen, ich bekam ein Ticket nach Lüdenscheid zu meiner Tante...bei irgendeiner Station wurde mir mit geteilt, das ich vorher aber noch einmal zum Kommandanten kommen sollte weil ich als Fahnenflüchtling mich gemeldet habe....ein Soldat brachte mich dorthin....ein netter Herr in Uniform stellte sich vor als Kommandeur der nördlichen Hälfte des BGS und liess Kaffee und Kuchen bringen, das erledigte der Soldat, der mich zu ihm gebracht hat...und das auch alles schön militärisch in etwa wie ich es seit nem halben Jahr gewöhnt war....irgendwie fühlte ich mich auf einmal sehr wohl in meinen Zivilklamotten und dachte nur so bei mir, ha..se nehmen sich nichts, hier wie drüben...alles schön preussisch...

...der Kaffee und Kuchen wurde in einem weiterem Zimmer serviert, der vollhing mit Wimpeln, Fahnen und anderer Militaria aus der DDR...der Kommandant sagte stolz.....alles Beutestücke und zwinkerte mit dem Auge, ich musste lachen und wir setzten uns und ich begann ihm zu erzählen wo ich herkam und was ich gemacht haben in den NVA, auch meine Geschichte mit der Stasibegegnung und so weiter....ab und an hatte er Fragen, die ich ihm bereitwillig beantwortet habe, ich machte sogar Skizzen von der technischen Zone in Rövershagen und versuchte mich an technische Daten zu den einzelnen Stationen da zu erinnern....

....als der Kommandant dann zufrieden schien, hat er sich bedankt und gefragt, ob ich noch Fragen hatte....ja die hatte ich....und zwar ob ich jemals noch einmal Soldat sein müsste...er meinte, nee, du hast 6 Monate im Ausland gedient, 3 Monate würden schon reichen in einer fremden Armee um nicht mehr als Bundeswehrsoldat gezogen zu werden...vielleicht als Reservist, aber da wäre die Wahrscheinlichkeit doch sehr gering, da ich halt bei der Gegenseite war...und ich so keine Erfahrungen habe in der Bundeswehr....

....zweite Frage war, ob sich nun Leute vom Verfassungsschutz oder so noch bei mir melden würden...er könne es nich auschliessen aber so geheim war meine Arbeit wohl nich, so das ich da wohl auch kaum was zu befürchten hätte.....und ja, bis heute hat sich niemand mehr bei mir gemeldet....der kalte Krieg war für mich also damit zu Ende.....

...ein Bus brachte mich zum Hauptbahnhof von Lüneburg, dann gings mit der Bahn über Hannover, Bielefeld, Dortmund, Hagen nach Lüdenscheid....ich bekam meine ersten flüchtigen Eindrücke von wild lebenden Bundesbürgern aller Couleur....

....hahahaha, aufm Bahnhof von Lüdenscheid/Brügge angekommen wusste ich erst nich wo ich hinmusste...ich hab halt jemand gefragt, der an der Ecke stand und fleissig Bier am trinken war....war wohl der diensthabende Penner dacht ich so, der kennt sich hier bestimmt aus....hallo sie, wissen sie zufällig wo hier die Parkstrasse is....er so....sach ma, wir sind hier nich in Düsseldorf he, dat is Brügge....ich so...aber hier muss es so'ne Strasse geben....irgendwann traf ich aber jemand anderes, der et dann doch wusste....nun dat richtige Haus suchen.....und ich fand es...mit schlotternden Knien lief ich zur Tür und klingelte...es dauerte eine Weile und meine Tante öffnete....was machst du denn hier, du bist doch bei der Armee...ich so, naja, jetz nich mehr, jetz werd ich wohl gesucht und muss halt hier im Westen bleiben....nagut komm erstmal rein...es gab was zu essen und ich musste alles erzählen....mein Onkel knallte ab und an solche Phrasen dazwischen von 45 würdeste dafür erschossen worden sein und so....aber naja, et war ja nun nich mehr 45 sagte ich dadrauf....ich konnte immer gut kontern auf sowas....

....ich zog in das Dachfirstzimmer ein, ein schmales Gästezimmer ganz oben...Pläne wurden geschmiedet für meine Eingliederung, Arbeit, Anmeldung, Konto eröffnen usw...meine Tante und mein Onkel kann ich dafür echt dankbar sein....keine 14 Tage später war ich voll intergriert, hatte gutbezahlte Arbeit als Maschineneinrichter in einer Spritzgussfirma, half meine Tante und Onkel wo ich konnte, arbeitete schonmal schwarz bei Familien von meinen türkischen Arbeitkollegen, die wegen mir keinen teuren Elektriker holen mussten und so...nach ner Weile kristallisierte sich heraus, das der Chef der Firma mit mir und meinem Wissen in Steuerungs und Regeltechnik super zufrieden war, er somit auch nie wieder einen Service rufen musste wenn mal was nich richtig funktionierte und schickte mich auf ne Schulung des Spritzgeräteherstellers nach Radevormwald....später offenbarte er mir, das der Meister in der Firma ja nun schon ziemlich alt ist und in Zukunft ein neuer her musste und das er mich wohl, wenn ich mich weiter so gut beweise, in zwei Jahren zur Meisterschule anmelden will.....meine Karriere stand vor der Tür.....kuhl dachte ich....ein super Start....mein Onkel und meine Tante waren sehr stolz auf mich, mein Vater auch, der das dann später auch bei einer Betriebsführung durch mein Chef erfahren hat....

....es kam dann aber etwas anders....aber dazu im näxten Teil....nur vorweg schonmal....ich bereue nichts und ich hatte ne wilde, erlebnisreiche, stürmische und exessieve und vor allem schöne Zeit gehabt und bin ein wenig stolz darauf diese 1000 verschiedenen Erfahrungen gesammelt zu haben....aussergewöhnliche allemal....

bis denn

Mara


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#146

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 18:59
von rhoenadler (gelöscht)
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@mongibella, saßen wir in derselben zelle schon ???
- ich allerdings ein paar jahre früher


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#147

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 19:38
von Mongibella (gelöscht)
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Ja vielleicht Rhoenadler....welche meinst du, die in Salzwedel oder die in Rostock....???

Wenns Rostock war, welche Seitenstrasse war es nochmal, es war nich weit vom Bahnhof weg.....ich will da nochmal hin um zu kucken ob ich was wieder erkenne, darum....

Gruss

Mara


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#148

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 20:24
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von Mongibella
Ja vielleicht Rhoenadler....welche meinst du, die in Salzwedel oder die in Rostock....???

Wenns Rostock war, welche Seitenstrasse war es nochmal, es war nich weit vom Bahnhof weg.....ich will da nochmal hin um zu kucken ob ich was wieder erkenne, darum....

Gruss

Mara



@ Mara, hast sie wohl alle durch rostock meinte...,
aber so genau auch net mehr erinnere war ja 75 schon und ich war voll wie ein eimer, kann mich nur noch an die verfolgungsjagd auf der Lange Straße erinnern und die knebelkette am handgelenk...


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#149

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 21:22
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von rhoenadler
@ Mara, hast sie wohl alle durch rostock meinte...,
aber so genau auch net mehr erinnere war ja 75 schon und ich war voll wie ein eimer, kann mich nur noch an die verfolgungsjagd auf der Lange Straße erinnern und die knebelkette am handgelenk...



Naja Rhoenadler, sass halt nur jeweils kurz in beiden....hat aber auch gereicht....ich hab heute mal wieder meine Stasiakte durchgelesen und es ist schon lustig wie beflissen da mit einem umgegangen wurde, nur weil man mal was falsches gesagt hatte und was dat fürn Rattenschwanz nach sich zog....ja lustig heute, damals alles andere als das und ich bin somit echt am Abgrund lang geschlittert und kann nur froh sein, das das Grenztor zum richtigen Moment geöffnet wurde....

....spannend wah....??? Aber es war so....wenns nich passiert wäre mit dem Mauerfall, dann wär ich wohl fertig gemacht worden, ich stand echt in der Zwickmühle....und bin zum Glück völlig unbeschadet da durch gekommen....und ja wie beschrieben, der Arrest stellte eh nich viel vor....

....übrigens kann ich mich auch noch wage an die Handschellen erinnern und das die verdammt wehtaten....aber das lag daran, das ich mich heftigst gewehrt hatte und die sich immer mehr zuzogen....achja und überhaupt, bin ja eh selber Schuld an der ganzen Situation gewesen und ohne Alk wäret wohl nie dazu gekommen.....aber dann hätt ich nachher an der Umkleide am Himmelstor wohl nichts zu erzählen...hahahaha....

Aber wenn ich bei dir Verfolgungsjagt usw lese, dann hört sich das aber auch richtig spannend an....was hast du denn angestellt da im Suff.....???

Ich hab übrigens noch in meiner Akte irgendeinen handschriftlichen Zusatz gefunden, das die Stasi beim eventuellen nicht in Griff kriegens meines damaligen Aklkoholproblem, die Werbung als IM nach den näxten Gesprächen wohl wieder eingestellt hätte....irgendjemand der mehr zu sagen hatte schrieb das dazu zu einer Einschätzung.....ich hatte denen ja geschildert, das ich nich mit Alk umgehen könne und ein BV(besonderes Vorkommnis) bei einen Ausgang gabs schon, ich kam mal ohne meine Uniform betrunken in Zivil in die Kaserne zurück und ich musste dann am folgenden Morgen mit unserem Fähnrich in Graal Müritz danach suchen und wir fanden die auch, hatte die Tasche in der Kneipe in der wir versumpft waren stehen gelassen....da gabs damals nur nen Tadel für....naja, die Stasi glaubte an ein massives Alkoholproblem und das hilf mir dann wohl auch um meine DDR-feindlichen Äusserungen zu rechtfertigen und mich womöglich später noch wieder zu entlassen als IM....aber das ist Spekulation....vielleicht hätten se mich in dem Fall dann doch noch nach schwedt geschickt....die Flucht war das beste was ich tun konnte....zu dem Zeitpunkt halt....ich war nich sehr ans Elternhaus gebunden und somit auch nich an so an die Gegend um Salzwedel....ich hab auch schnell im Westen mein Weg gefunden....einen aussergewöhnlichen....aber naja....

Mara


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#150

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 21:40
von rhoenadler (gelöscht)
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Zitat von Mongibella

Zitat von rhoenadler
@ Mara, hast sie wohl alle durch rostock meinte...,
aber so genau auch net mehr erinnere war ja 75 schon und ich war voll wie ein eimer, kann mich nur noch an die verfolgungsjagd auf der Lange Straße erinnern und die knebelkette am handgelenk...



Naja Rhoenadler, sass halt nur jeweils kurz in beiden....hat aber auch gereicht....ich hab heute mal wieder meine Stasiakte durchgelesen und es ist schon lustig wie beflissen da mit einem umgegangen wurde, nur weil man mal was falsches gesagt hatte und was dat fürn Rattenschwanz nach sich zog....ja lustig heute, damals alles andere als das und ich bin somit echt am Abgrund lang geschlittert und kann nur froh sein, das das Grenztor zum richtigen Moment geöffnet wurde....

....spannend wah....??? Aber es war so....wenns nich passiert wäre mit dem Mauerfall, dann wär ich wohl fertig gemacht worden, ich stand echt in der Zwickmühle....und bin zum Glück völlig unbeschadet da durch gekommen....und ja wie beschrieben, der Arrest stellte eh nich viel vor....

....übrigens kann ich mich auch noch wage an die Handschellen erinnern und das die verdammt wehtaten....aber das lag daran, das ich mich heftigst gewehrt hatte und die sich immer mehr zuzogen....achja und überhaupt, bin ja eh selber Schuld an der ganzen Situation gewesen und ohne Alk wäret wohl nie dazu gekommen.....aber dann hätt ich nachher an der Umkleide am Himmelstor wohl nichts zu erzählen...hahahaha....

Aber wenn ich bei dir Verfolgungsjagt usw lese, dann hört sich das aber auch richtig spannend an....was hast du denn angestellt da im Suff.....???

Ich hab übrigens noch in meiner Akte irgendeinen handschriftlichen Zusatz gefunden, das die Stasi beim eventuellen nicht in Griff kriegens meines damaligen Aklkoholproblem, die Werbung als IM nach den näxten Gesprächen wohl wieder eingestellt hätte....irgendjemand der mehr zu sagen hatte schrieb das dazu zu einer Einschätzung.....ich hatte denen ja geschildert, das ich nich mit Alk umgehen könne und ein BV(besonderes Vorkommnis) bei einen Ausgang gabs schon, ich kam mal ohne meine Uniform betrunken in Zivil in die Kaserne zurück und ich musste dann am folgenden Morgen mit unserem Fähnrich in Graal Müritz danach suchen und wir fanden die auch, hatte die Tasche in der Kneipe in der wir versumpft waren stehen gelassen....da gabs damals nur nen Tadel für....naja, die Stasi glaubte an ein massives Alkoholproblem und das hilf mir dann wohl auch um meine DDR-feindlichen Äusserungen zu rechtfertigen und mich womöglich später noch wieder zu entlassen als IM....aber das ist Spekulation....vielleicht hätten se mich in dem Fall dann doch noch nach schwedt geschickt....die Flucht war das beste was ich tun konnte....zu dem Zeitpunkt halt....ich war nich sehr ans Elternhaus gebunden und somit auch nich an so an die Gegend um Salzwedel....ich hab auch schnell im Westen mein Weg gefunden....einen aussergewöhnlichen....aber naja....

Mara




meine akte gegen deine woll nur nen kurzkrimi darstellt, Mara

-...na uns war der sprit in der kaserne (kopernikusstraße) ausgegangen.
binsch halt mit meinem kumpel ue übern bretterzaun, da schon abgestürzt,
dann moped star geklaut und auf spritsuche...
in der Lange Straße (ja eine der hauptstrassen rostocks) uns die vp
stoppen wollte und wir ham den vopo fast umgenietet,daher die flucht,
die aber in einer sackgasse mit besagter knebelkette endete.
daher dann in knast bis nächsten früh...
war ein fall auch viertel vor schwedt... und das kurz vor der entlassung 76, sorry net 75 war..


-lg bernd


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#151

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 22:18
von Mongibella (gelöscht)
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Rhoenadler, ich hab zwei Mal in mein Leben mit nem Moped besoffen beinahe einen Polizisten umgefahren....einmal in Salzwedel nachdem ich ordendlich gebechert hatte im Internat und dann Bock auf ne Stadtrunde hatte und mit dem Mopped durche Strassen bretterte......war halt nur ne Fussstreife mit ner roten Leuchte aber die stellten sich mitten auf die Strasse, ich kam aber mit Vollgas an und bremste nich, das rote Licht bekam ich vor den Bauch, da hatte ich aber nen Nierengurt an und tat mir nich weh und nie ist das rausgekommen, ich bin ganz schnell ins Internat zurück und hab mir ein Alibi besorgt, was ich noch nich mal brauchte....

....zweites Mal, war mit der Ex aus Mellin....wir waren zur Disco in Ahlum und naja, ich war wohl mit dem Mopped da aber trank dann doch mit, ich kannte ja alle Schleichwege....ja aber das das der ABV auch wusste....er krichte mich aber nur am Arm zu packen und ich konnte mich noch losreissen und gab Gas....er war auch nur zu Fuss da und wir zu zweit auf dem Mopped und hatten schon Fahrt gemacht....zum Glück....auch das ist nie rausgekommen....ein drittes Mal dann hatten se nur mein Mopped bekommen, das war schon da wo ich in der Sonnenstrasse in Salzwedel gewohnt habe, von weiten sah mich eine Streifenwagen wie ich kommend von der lokalen Disco mit nem Kunpel hinten drauf in den Schleichweg abbog und se nahmen Verfolgung auf, ich den näxten Feldweg rein und blieb aber im Modder stecken und rannte weg, übern Zaun, durch ne Gartenkollonie ab zu nem andern Block als in dem ich gewohnt hab und hab mich die ganze Nacht im Treppenhaus versteckt....den Kumpel der hinten drauf war krichten se, der war nich so schnell wie ich, der sagte mir am folgenden Morgen, wo ich dann vorsichtig mal nach Hause gegangen bin, das se wissen wer ich bin und das ich mein Moppet abholen kommen kann, er wartete schon vor meiner Tür....natürlich tat ich das nüchtern ohne weiteren Folgen. Aber se sagten mir, dat se mich aufm Kieker haben....danach kam auch nichts mehr....danach war ich artig im Strassenverkehr...

Echt, ich hab mein ganzes Leben immer irgendeinen Blödsinn gemacht und habe immer verdammtes Glück gehabt um aus jeder Situation wieder rauszukommen.....aufm Dorf und in der Kleinstadt war sowas möglich, heute wohl nich mehr auszudenken....da wird dann blitzschnell Verstärkung gerufen und schon kommen se von allen Seiten....so wohl auch in den Grossstädten wie Rostock zB.....aber im Kreis Salzwedel war in der Hinsicht die Welt noch in Ordnung, hahahahaha......da krichten se dich nie wenn du Gas gegeben hast....

....jaja, der wilde Osten....ach es war ne schöne Zeit irgendwie....


zuletzt bearbeitet 26.09.2009 22:20 | nach oben springen

#152

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 22:28
von rhoenadler (gelöscht)
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-ooh ooh Mara...
war ich ja nen waisenkind gegen dich...
klar auf dem dorf kriegen sie dich net, kenn das ja auch, komm ja vom dorf,öfters gesündigt
dacht ja des wär in rostock auch so, aber da ginge die trillerpfeife in allen ecken los, no change... den vopo hatte auch nur ein sprung gerettet


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#153

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 26.09.2009 22:43
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von rhoenadler
-ooh ooh Mara...
war ich ja nen waisenkind gegen dich...
klar auf dem dorf kriegen sie dich net, kenn das ja auch, komm ja vom dorf,öfters gesündigt
dacht ja des wär in rostock auch so, aber da ginge die trillerpfeife in allen ecken los, no change... den vopo hatte auch nur ein sprung gerettet



Ja, ich war schon sehr abenteuerlustig, ein Psychologe sagte einmal zu mir, das ich das wohl brauche, so'n bischen wegen dem Kick....nee joh, ich hab ja nie etwas express getan.....das hat sich immer nur irgendwie ergeben...meistens halt unüberlegt wenn man was getrunken hat und leichtsinnig wurde....ohne Alkohol war ich artig....ehrlich.....und nein so oft hab ich ja auch nich getrunken.....nich auszudenken, in welchen Scheiss ich dann sonst noch so geschlittert wäre....irgendwie wollte ich mich wahrscheinlich immer beweisen als richtiger Kerl...eigendlich war ich es garnich, aber darum wohl tat ich so'n Blödsinn dann wohl auch verstärkt....um dem zu entsprechen, was mein Körper vorgab.....dat sachte der selbe Psychologe dann noch auch irgendwann....

....heute bin ich wohl eher zufrieden mit mir und superartig geworden, ziemlich ruhig sogar....ich muss mir nicht mehr vormachen....damals war ess aber so....achja....ach und überhaupt, wer hat denn damals nich solche Dinge erlebt....bei uns aufm Dorf und in der kleinstadt sind damals andern noch ganz andere Dinge passiert....da bin ich dann wieder harmlos gegen....


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#154

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.01.2010 18:31
von Eierfeile (gelöscht)
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Hallo Mara,

schon mal drüber nachgedacht deine gesammelten Werke als Drehbuch an Sergio Leone zu schicken? Der würde damit Kinosäle füllen!


nee ehrlich, du hast ja den Grizzly ganz schön am Bart gezupft! Ja die Ostzone war schon ziemlich eng, sowohl territorial als auch von den Entfaltungsmöglichkeiten. Wer da ein bischen links oder rechts vom Idealbild der "sozialistischen Persönlichkeit" abwich, ist da schnell an die Grenzen gestoßen und hatte die Machtinstrumente des Staates zu spüren bekommen. Für Individualisten wie dich war da wenig Platz. Damit solltestt du ja jetzt deutlich weniger Probleme haben.
Wenn ich deine Storry so analysiere fällt mir auf, dass deine "Ausrutscher" immer im Zusammenhang mit Alkohol passieren. Ich will hier weder klugscheißen noch anmaßend erscheinen aber hast du es schon mal "ohne" probiert? Ich weiß, das Zeug schmeckt verdammt lecker und geht runter wie Öl aber wenn du selbst schon zu der Erkenntnis kommst, immer nur unter Alkoholeinfluss "Mist" zu bauen, dann wäre es doch nur folgerichtig, sich etwas weniger davon in den Kopf zu gießen?

übrigens, mit deinem Statement:

Zitat von Mongibella
...und wofür überhaupt ein Antrag....ich muss doch nichts beantragen, meinen Aufenthaltsort sollte ich doch frei wählen können, die Welt ist doch eh rund....weglaufen kann ich eh nich....


hast du den Nagel voll auf den Kopf getroffen. Du hast hier in einem Satz die Schizophrenie dieses (Grenz)Systhems entlarvt. Diesen Spruch muss ich mir merken.



Gruß
Eierfeile


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#155

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.01.2010 22:50
von Mongibella (gelöscht)
avatar

Eierfeile, diese Geschichte reicht noch nich mal für ein Taschenbuch und was danach kam, das kommt sicher auf den Index....wegen nicht jugendfrei und überhaupt nich nachahmungswert....klar hab ich bis jetz für viele ein aussergewöhnliches Leben geführt und ich bereuhe nichts....allerdings werde ich wohl mal nen Buch schreiben, allerdings dann über die Zeit nach der DDR....

....und keine Angst, Alkohol hat da dann kaum noch ne Rolle gespielt, das war halt in der DDR ein Thema, das wohl keinem hier unbekannt sein wird...ich mein in ganz Deutschland ist es die Volksdroge Nr 1 aber in der DDR wie wir wissen war der Konsum von eben dieser benebelnden Verbindung einen Tacken höher....seit ich im Westen bin ist mein eigener Konsum drastisch gesunken und beschränkt sich auf ab und an mal am Wochenende auf wenige Altbiere oder eben auf das obligatorische Glas Rotwein beim Essen in Italien....

....ich kenn die Gefahren von Alkohol, ich hab da Erfahrungen mit jemand gemacht der mir mal sehr nahe gestanden ist, dessen Leber machte Probleme wo er so alt war wie ich jetzt, ich allerdings bin in der Hinsicht doch schon eher kerngesund....

....und ja, für Alternativlinge war es in der DDR eher ungemütlich, das sah das System nich gerne, dafür war es nicht gemacht, bzw das war nicht vorgesehen....schon in der Schule bekam ich Zeugniseinschätzungen so in etwa von *er kann sich nur schlecht in ein Kollektiv einordnen* und Ähnliches....meine Leistungen allerdings waren immer supergut und das hat mein Betragen wohl immer wettgemacht, ich hab nen guten Beruf gelernt und ich bin nie zu faul gewesen die Hände aus den Taschen zu nehmen, ne Arbeitsallergie hab ich deutlich nich....meine Chefs waren immer zufrieden mit mir und mein heutiger ist es auch....

Abschliessend will ich sagen, das ne demokratische Diktatur nicht funktioniert, früher oder später hat jemand was anzumerken und mit der Zeit wird auch dem letzten klar, was verkehrt läuft....die Kritiker so derart drastisch zu bestrafen wie es in der DDR stattfand hat auf einer Seite das System schon früh entlarvt....für nen Fluchtversuch nen halbes Jahr in Iso-U-Haft zu kommen...hmmm, da muss man im heutigen schon Bomben schmeissen oder Arbeitgeberpräsidenten umbringen oder so....

Naja, zum Glück ist der Feldversuch angeblicher Sozialismus gescheitert....ganz weglegen sollte man die Idee aber trotzdem nicht....nur so, wie es mal war, sollte es nie wieder werden.....

Schönet Wochenende

Mara


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#156

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.01.2010 23:40
von Bergmensch (gelöscht)
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Mara bist du etwa immer noch auf der Flucht


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#157

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 22.01.2010 23:58
von Mongibella (gelöscht)
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Zitat von Bergmensch
Mara bist du etwa immer noch auf der Flucht



An der Anzahl der Kilometer die ich mache, könnte man das von da oben so sehen Bergmensch.....

....aber mal seriös....ja irgendwie schon....vor der Familie, aus der ich stamme ja....aber ansonsten eher nich, ich habe sonst meinen Platz in der Gemeinschaft gefunden.....

groetjes vanuit Wijchen

Mara


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#158

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 23.01.2010 12:34
von Eierfeile (gelöscht)
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also Mara, du schwarz, ich blau


Zitat von Mongibella
Eierfeile, diese Geschichte reicht noch nich mal für ein Taschenbuch und was danach kam, das kommt sicher auf den Index....wegen nicht jugendfrei und überhaupt nich nachahmungswert....klar hab ich bis jetz für viele ein aussergewöhnliches Leben geführt und ich bereuhe nichts....allerdings werde ich wohl mal nen Buch schreiben, allerdings dann über die Zeit nach der DDR....
... mach das, ich kann dich da nur ermutigen. Das wäre doch eine echte persönliche Herausvorderung, wer kann schon von sich behaupten ein Buch im Leben geschrieben zu haben? Außerdem ist es Seelenbalsam, mal das Innerste rauszulassen.
Wenn das Buch dann mal erscheinen sollte, vergiss bitte nicht der alten Eierfeile die BSN mitzuteilen!


....und keine Angst, Alkohol hat da dann kaum noch ne Rolle gespielt, das war halt in der DDR ein Thema, das wohl keinem hier unbekannt sein wird...ich mein in ganz Deutschland ist es die Volksdroge Nr 1 aber in der DDR wie wir wissen war der Konsum von eben dieser benebelnden Verbindung einen Tacken höher....seit ich im Westen bin ist mein eigener Konsum drastisch gesunken und beschränkt sich auf ab und an mal am Wochenende auf wenige Altbiere oder eben auf das obligatorische Glas Rotwein beim Essen in Italien....

....ich kenn die Gefahren von Alkohol, ich hab da Erfahrungen mit jemand gemacht der mir mal sehr nahe gestanden ist, dessen Leber machte Probleme wo er so alt war wie ich jetzt, ich allerdings bin in der Hinsicht doch schon eher kerngesund....
... habe ich mir schon fast gedacht, dass du mittlerweile mit dem Alkohol im Reinen bist. Du solltest ja mittlerweile doppelt so alt sein wie zu den geschilderten Zeiten und das Alter macht ja angeblich weise.
Außerdem passen Truckfahren und Alk irgenwie nicht zusammen.
Mit der Volksdroge 1 hast du natürlich recht. Wenn es in der Zone auch keine Bananen oder Büchsenheringe gab, die Konsumregale waren immer reichlich mit Granaten aufmunitioniert. Die Obrigkeit hatte schon richtig erkannt, wer diesen "Staat" nicht schön findet, soll ihn sich wenigstens Schönsaufen.


....und ja, für Alternativlinge war es in der DDR eher ungemütlich, das sah das System nich gerne, dafür war es nicht gemacht, bzw das war nicht vorgesehen....schon in der Schule bekam ich Zeugniseinschätzungen so in etwa von *er kann sich nur schlecht in ein Kollektiv einordnen* und Ähnliches....meine Leistungen allerdings waren immer supergut und das hat mein Betragen wohl immer wettgemacht, ich hab nen guten Beruf gelernt und ich bin nie zu faul gewesen die Hände aus den Taschen zu nehmen, ne Arbeitsallergie hab ich deutlich nich....meine Chefs waren immer zufrieden mit mir und mein heutiger ist es auch....
...dieser vermeintliche Widerspruch zwischen Leistungsfähigkeit und -bereitschaft sowie die Nichtbereitschaft sich etablierten Zwängen zu unterwerfen, weist schon auf eine außergewöhnliche Persönlichkeit hin. Ich kann mir vorstellen, dass du auch in einer pluralistischen Gesellschaft damit öfter mal aneckst. Da ist das aber kein Problem weil du genug Freiraum hast. In einer Diktatur muss das hingegen die Hölle sein. Dort wird halt nach der albekannten Grenzermethode verfahren "wer zuckt der bohnert". Davon hast du ja auszugsweise in diesem Forum ein Liedchen gesungen.




Abschliessend will ich sagen, das ne demokratische Diktatur nicht funktioniert, früher oder später hat jemand was anzumerken und mit der Zeit wird auch dem letzten klar, was verkehrt läuft....die Kritiker so derart drastisch zu bestrafen wie es in der DDR stattfand hat auf einer Seite das System schon früh entlarvt....für nen Fluchtversuch nen halbes Jahr in Iso-U-Haft zu kommen...hmmm, da muss man im heutigen schon Bomben schmeissen oder Arbeitgeberpräsidenten umbringen oder so....

Naja, zum Glück ist der Feldversuch angeblicher Sozialismus gescheitert....ganz weglegen sollte man die Idee aber trotzdem nicht....nur so, wie es mal war, sollte es nie wieder werden.....


Der Begriff "demokratische Diktatur" ist in sich schon widersprüchlich und kommt einem Gordischen Knoten gleich. Voksherrschaft und Diktatur, die ja immer die Herrschaft Einzelner oder Weniger sind, schließen sich immer aus. Die Kommunisten haben ja mit dem Kunstwort "Diktatur des Proletariats" versucht genau das auf den Kopf zu stellen, um damit ihre nichtlegitimierte Herrschaft zu rechtfertigen. Das sollte ja angeblich eine Diktatur der Mehrheit über die Minderheit sein. Wie das ausgesehen hat und was daraus geworden ist, brauch ich an dieser Stelle nicht noch ausformulieren.
Was den Feldversuch "Sozialismus" anbelangt, so frage ich was hatte das in der DDR oder im Ostblock denn mit Sozialismus zu tun? Dieser war doch nur ein ideologisches Aushängeschild um eine Diktatur zu verschleiern. Da sind wir wieder mal an der Stelle angelangt, wo wir nach dem "wahre Sozialismus" fragen müssen. Ist das in China vielleicht Sozialismus? Dort regiert doch der Manchester-Kapitalismus in Reinstkultur. Aber wir können auch bei uns im Lande bleiben. Dort gibt es auch eine Sozialdemokratische Partei. Der möchte ich keineswegs diktatorische Ambitionen unterstellen. Die hatte sich ja zu ihrer Gründungszeit vor über 100 Jahren auch sozialistische Ziele auf die rote Fahne geschrieben und diese durchaus auch ehrlich verfochten. Schau dir mal diesen Haufen heute an, was von diesen Zielen übriggeblieben ist. Der alte Bebel würde sich im Grabe umdrehen. Nun ja, diese Partei hat ja für ihre besonderen "sozialen" Aktivitäten in den letzten Jahren ihre Quittung bekommen.
Ich bin sozialen Inhalten durchaus aufgeschlossen und sehe mich politisch auch eher links. Ich bin aber der Überzeugung, dass diese Ziele nur in einer pluralistischen Gesellschaft verwirklicht werden können, deren Grundlage das Privateigentum an Produktionsmitteln ist. Einfach deshalb, weil sie dem menschlichen Naturell am ehesten entspricht. Ansonsten sehe ich in dem Begriff Sozialismus oder dessen Blüteform Kommunismus nur ein ideologisches Geschenkpapier, das schön bunt glänzt und mit einer goldener Schleife eine Gewaltherrschaft verpackt. Als Gesellschaftsordnung wird es wohl immer nur eine "Idee" bleiben. Ich habe diesen Feldversuch 30 Jahre mitgemacht und ich habe 0 Bock auf einen Weiteren. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Ein kluger Philosoph (kann sogar einer der Kommunismus-Erfinder gewesen sein) hat mal gesagt "die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit". Schau dir an wie sich der Sozialismus als Gesellschaftsform in der Praxis geschlagen hat.
Aber wie gesagt, das war ja nur besagte Mogelpackung...



Schönet Wochenende

Mara



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#159

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 07.05.2010 20:52
von SkinnyTrucky | 1.260 Beiträge

Zitat von Eierfeile

Der Begriff "demokratische Diktatur" ist in sich schon widersprüchlich und kommt einem Gordischen Knoten gleich. Voksherrschaft und Diktatur, die ja immer die Herrschaft Einzelner oder Weniger sind, schließen sich immer aus. Die Kommunisten haben ja mit dem Kunstwort "Diktatur des Proletariats" versucht genau das auf den Kopf zu stellen, um damit ihre nichtlegitimierte Herrschaft zu rechtfertigen. Das sollte ja angeblich eine Diktatur der Mehrheit über die Minderheit sein. Wie das ausgesehen hat und was daraus geworden ist, brauch ich an dieser Stelle nicht noch ausformulieren.
Was den Feldversuch "Sozialismus" anbelangt, so frage ich was hatte das in der DDR oder im Ostblock denn mit Sozialismus zu tun? Dieser war doch nur ein ideologisches Aushängeschild um eine Diktatur zu verschleiern. Da sind wir wieder mal an der Stelle angelangt, wo wir nach dem "wahre Sozialismus" fragen müssen. Ist das in China vielleicht Sozialismus? Dort regiert doch der Manchester-Kapitalismus in Reinstkultur. Aber wir können auch bei uns im Lande bleiben. Dort gibt es auch eine Sozialdemokratische Partei. Der möchte ich keineswegs diktatorische Ambitionen unterstellen. Die hatte sich ja zu ihrer Gründungszeit vor über 100 Jahren auch sozialistische Ziele auf die rote Fahne geschrieben und diese durchaus auch ehrlich verfochten. Schau dir mal diesen Haufen heute an, was von diesen Zielen übriggeblieben ist. Der alte Bebel würde sich im Grabe umdrehen. Nun ja, diese Partei hat ja für ihre besonderen "sozialen" Aktivitäten in den letzten Jahren ihre Quittung bekommen.
Ich bin sozialen Inhalten durchaus aufgeschlossen und sehe mich politisch auch eher links. Ich bin aber der Überzeugung, dass diese Ziele nur in einer pluralistischen Gesellschaft verwirklicht werden können, deren Grundlage das Privateigentum an Produktionsmitteln ist. Einfach deshalb, weil sie dem menschlichen Naturell am ehesten entspricht. Ansonsten sehe ich in dem Begriff Sozialismus oder dessen Blüteform Kommunismus nur ein ideologisches Geschenkpapier, das schön bunt glänzt und mit einer goldener Schleife eine Gewaltherrschaft verpackt. Als Gesellschaftsordnung wird es wohl immer nur eine "Idee" bleiben. Ich habe diesen Feldversuch 30 Jahre mitgemacht und ich habe 0 Bock auf einen Weiteren. Dafür ist das Leben einfach zu kurz. Ein kluger Philosoph (kann sogar einer der Kommunismus-Erfinder gewesen sein) hat mal gesagt "die Praxis ist das Kriterium der Wahrheit". Schau dir an wie sich der Sozialismus als Gesellschaftsform in der Praxis geschlagen hat.
Aber wie gesagt, das war ja nur besagte Mogelpackung...




Hey Eierfeile.....sorry für die späte Antwort.....aber mit diesem Text hast du ein richtig gutes Statement abgeliefert.....das sollte unbedingt erwähnt werden und das tu ich hiermit....genauso denk ich auch....

groetjes uit Arezzo

Mara


Kein Sex mit Nazis...!!!
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#160

RE: Meine (Fahnen)Flucht

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 07.05.2010 21:27
von Gelöschtes Mitglied
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Hallo Eierfeile,

kann mich wie Mara deinem Beitrag gößtenteils anschließen.
Nur das ich mich eher in der "Mitte" bewege.
Hast prima ausgedrückt,was viele sicherlich auch so sehen.

Gruß ek40


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