#1

Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:15
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
wie wurden denn in der DDR Beamtenpensionen behandelt. Es gab ja auch 1945 zu Kriegsende oder 1949 zur DDR-Gründung politisch unbelastete Pensionäre. Egal ob von Wasserwirtschaftsämtern, Reichsbahnern, Postbeamte i. R, Lehrer, Vertinäre, Amtsärzte usw.
ebenso Berufssoldaten als Invaliden oder auch mir bekanntes Einzelbeispiel ist Paulus.

Und mancher 1939 pensionierter und nicht wegen Invalidität reaktivierter wird auch 90 Jahre oder 95 Jahre alt geworden sein.



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#2

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:24
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Hat sich die DDR als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches gefühlt? Wenn ja, hätte sie diese bedienen müssen, hat sie aber ich nach meiner Erinnerung nicht gemacht. Die Rechtsnachfolge hat wohl die BRD übernommen.


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#3

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:34
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #2
Hat sich die DDR als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches gefühlt? Wenn ja, hätte sie diese bedienen müssen, hat sie aber ich nach meiner Erinnerung nicht gemacht. Die Rechtsnachfolge hat wohl die BRD übernommen.


Hallo,
verhungerten die Pensionäre oder wurde für die eine Rentenregelung aus der DDR-Sozialversicherung gefunden? Oder hoffte man daß alle alten Pensionäre die DDR verliessen?

Wovon lebte Generalfeldmarschall Paulus in Dresden?

Und Rechtnsnachfolge, genau deshalb hies ja die Bahn bis 1992 Reichsbahn.......



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#4

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:46
von Mike59 | 7.965 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #3
Zitat von Mike59 im Beitrag #2
Hat sich die DDR als Rechtsnachfolger des Deutschen Reiches gefühlt? Wenn ja, hätte sie diese bedienen müssen, hat sie aber ich nach meiner Erinnerung nicht gemacht. Die Rechtsnachfolge hat wohl die BRD übernommen.


Hallo,
verhungerten die Pensionäre oder wurde für die eine Rentenregelung aus der DDR-Sozialversicherung gefunden? Oder hoffte man daß alle alten Pensionäre die DDR verliessen?

Wovon lebte Generalfeldmarschall Paulus in Dresden?

Und Rechtnsnachfolge, genau deshalb hies ja die Bahn bis 1992 Reichsbahn.......


Ich habe einfach mal spontan meine Gedanken dazu geäußert.

Da es eine Reichsbahn in der DDR gab, wird die wohl auch die für Ihre Ex Mitarbeiter gesorgt haben, Hauptsache keine NS Vergangenheit die sich negativ auswirkte. Z.B. nicht als Lokführer nach Treblinka eingesetzt usw.
Vielleicht konnte der Herr Generalfeldmarschall mit einer "fetten" AntiFa Rente die Villa bei/in Dresden unterhalten. Er war ja im BDO und NFD *gr* Außerdem hat er er ja in der MAK DD auch Vorlesungen gehalten. Ist aber eine reine Spekulation von mir,


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#5

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 21:54
von mibau83 | 822 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #3

Wovon lebte Generalfeldmarschall Paulus in Dresden?



kost und logie wurden von der kvp bezahlt.


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#6

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 23:12
von Gert | 12.354 Beiträge

die DDR hat keine Pensionen gezahlt. Sie führte nach dem Krieg ein statisches Rentensystem ein, dass eine Minimalversorgung vorsah 170 - 210 Mark plus Aufschläge, die höchste Rente betrug so etwa 500 Mark. Statisch heisst, ohne jährliche Anpassung wie es seit 1958 in der Bundesrepublik gültig war. Man muss dem die subventionierten Preise hinzurechnen, wie hier so oft angeführt wurde. Das betraf aber auch nur die Grundversorgung, sodass es insgesamt ein tristes, ärmliches Rentesystem war. ( Habe es bei meinen Eltern gesehen, die nach der Wende eine deutliche Rentenerhöhung erfuhren, was zu einer sprunghaften Erhöhung der Einkommenssituation führte.


P.S ich hörte das "staatstragende Leute" sich bei den Renten einen ordentlichen zusätzlichen Schluck aus der Pulle gönnten, vor allem "Sicherheitsexperten" der DDR. Vielleicht können diese mal etwas genaueres dazu schreiben.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
zuletzt bearbeitet 13.07.2016 23:15 | nach oben springen

#7

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 13.07.2016 23:17
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #5
Zitat von SET800 im Beitrag #3

Wovon lebte Generalfeldmarschall Paulus in Dresden?



kost und logie wurden von der kvp bezahlt.



haben die auch den "Opel Kapitän", den er fuhr, bezahlt ? Ein Auto das Ende de r50er Jahre ein absoluter Luxus in der DDR war, in der Bundesrepublik ebenso weit über dem Durchschnitt lag.


.
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#8

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 00:32
von StabsfeldKoenig | 2.644 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #6
die DDR hat keine Pensionen gezahlt. Sie führte nach dem Krieg ein statisches Rentensystem ein, dass eine Minimalversorgung vorsah 170 - 210 Mark plus Aufschläge, die höchste Rente betrug so etwa 500 Mark. Statisch heisst, ohne jährliche Anpassung wie es seit 1958 in der Bundesrepublik gültig war. Man muss dem die subventionierten Preise hinzurechnen, wie hier so oft angeführt wurde. Das betraf aber auch nur die Grundversorgung, sodass es insgesamt ein tristes, ärmliches Rentesystem war. ( Habe es bei meinen Eltern gesehen, die nach der Wende eine deutliche Rentenerhöhung erfuhren, was zu einer sprunghaften Erhöhung der Einkommenssituation führte.


P.S ich hörte das "staatstragende Leute" sich bei den Renten einen ordentlichen zusätzlichen Schluck aus der Pulle gönnten, vor allem "Sicherheitsexperten" der DDR. Vielleicht können diese mal etwas genaueres dazu schreiben.




Die Renten wurden in der DDR durchaus erhöht, aber nicht nach einer automatischen Formel, sondern nach politischen Entscheidungen. In den 80er Jahren betrug die Mindestrente (auch Witwenrente für Hausfrauen ohne eigenen Rentenanspruch) 300,- M, während ein "Neurentner" mit FZR oder berufsspezifischer Rente (Bergbau, Seefahrt, DR, Intelegenzrente (Lehrer, Ärzte, Ingenieure)) deutlich über 500,- M kommen konnten.



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#9

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 18:10
von 635 | 6 Beiträge

Dieser Beitrag des MDR kann etwas Licht ins Dunkle bringen( Paulus ).

http://www.mdr.de/zeitreise/ddr/paulus-und-die-ddr102.html


zuletzt bearbeitet 14.07.2016 18:11 | nach oben springen

#10

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 18:25
von westsachse | 464 Beiträge

Hallo liebe Leute,

wimre gab es den Status "Beamter" in der DDR nicht. Besonders gestellte Leute bekamen keinen normalen Arbeitsvertrag sondern einen Einzelvertrag ( http://www.freiepresse.de/RATGEBER/ONKEL...ikel8946962.php ), in dem auch die Altersvorsorge geregelt war. Getragen hat das Ganze dann mit Sicherheit die RV der DDR.

https://de.wikipedia.org/wiki/Beamtentum

Gruß

wesa


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#11

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 18:42
von eisenringtheo | 9.172 Beiträge

Hier ist was zum Lesen
Die Rentenversorgung der Arbeiter und Angestellten in der DDR
Püschel/Hoppe Berlin(DDR) 1984
https://archive.org/details/RentenversorgungDDR1984

Seite13 : Verdienste aus der Zeit von vor 1946 bleiben bei der Rentenberechnung
unberücksichtigt


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.07.2016 18:47 | nach oben springen

#12

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 20:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #11
Hier ist was zum Lesen
Die Rentenversorgung der Arbeiter und Angestellten in der DDR
Püschel/Hoppe Berlin(DDR) 1984
https://archive.org/details/RentenversorgungDDR1984

Seite13 : Verdienste aus der Zeit von vor 1946 bleiben bei der Rentenberechnung
unberücksichtigt




damit auch alle Pensionsansprüche aus der Weimarer Republik und dem 3.Reich


.
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#13

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 20:05
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #8
Zitat von Gert im Beitrag #6
die DDR hat keine Pensionen gezahlt. Sie führte nach dem Krieg ein statisches Rentensystem ein, dass eine Minimalversorgung vorsah 170 - 210 Mark plus Aufschläge, die höchste Rente betrug so etwa 500 Mark. Statisch heisst, ohne jährliche Anpassung wie es seit 1958 in der Bundesrepublik gültig war. Man muss dem die subventionierten Preise hinzurechnen, wie hier so oft angeführt wurde. Das betraf aber auch nur die Grundversorgung, sodass es insgesamt ein tristes, ärmliches Rentesystem war. ( Habe es bei meinen Eltern gesehen, die nach der Wende eine deutliche Rentenerhöhung erfuhren, was zu einer sprunghaften Erhöhung der Einkommenssituation führte.


P.S ich hörte das "staatstragende Leute" sich bei den Renten einen ordentlichen zusätzlichen Schluck aus der Pulle gönnten, vor allem "Sicherheitsexperten" der DDR. Vielleicht können diese mal etwas genaueres dazu schreiben.




Die Renten wurden in der DDR durchaus erhöht, aber nicht nach einer automatischen Formel, sondern nach politischen Entscheidungen. In den 80er Jahren betrug die Mindestrente (auch Witwenrente für Hausfrauen ohne eigenen Rentenanspruch) 300,- M, während ein "Neurentner" mit FZR oder berufsspezifischer Rente (Bergbau, Seefahrt, DR, Intelegenzrente (Lehrer, Ärzte, Ingenieure)) deutlich über 500,- M kommen konnten.


und wie waren die Renten für Militär, MfS, Polizei, SED Funktionäre zu errechnen ?


.
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#14

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 20:40
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #4
Vielleicht konnte der Herr Generalfeldmarschall mit einer "fetten" AntiFa Rente die Villa bei/in Dresden unterhalten.


Interessantestes Gebäude ist das Haus Preußstraße10, welches 1910-12 für die Familie Martin errichtet wurde. Ab 1913 befand sich hier das Sanatorium von Dr. Friedrich Kraeger. 1934 erfolgte durch den neuen Besitzer Kurt Kirchbach, Inhaber der Firma Cosid-Kautasit, die großzügige Neugestaltung des parkähnlichen Gartens, welcher zu den schönsten Anlagen auf dem Weißen Hirsch gehörte. 1946 wurde das Haus beschlagnahmt und war bis 1947 Unterkunft für hohe sowjetische Offiziere.
Ab 1948 diente die Villa als Gästehaus der Landesregierung. Hier wohnten zeitweise der sächsische Ministerpräsident Max Seydewitz (später Leiter der Staatlichen Kunstsammlungen) und der Schriftsteller Martin Andersen-Nexö. 1953 bis 1957 lebte Generalfeldmarschall a. D. Friedrich Paulus im Haus, der als Verlierer der Schlacht von Stalingrad in sowjetische Gefangenschaft geraten war. Nach dessen Tod wurde die Villa Gästehaus der DDR-Regierung und der NVA. Im Mai 1968 bereiteten hier Walter Ulbricht und die Staatschefs der befreundeten Staaten in geheimen Gesprächen den Einmarsch in die CSSR zur Niederschlagung des “Prager Frühlings” vor. Die nach 1990 leerstehende Villa wurde 1998 an einen privaten Investor verkauft und dient heute Wohnzwecken.
http://images.google.de/imgres?imgurl=ht...ih=620&biw=1186


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 14.07.2016 20:46 | nach oben springen

#15

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 21:05
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
danke für die vielen Antworten, wer weiss aber etwas über als Bürger-Einwohner übernommende Beamte, besonders die die schon zum Zeitpunkt 8.5.1945 pensioniert waren und auch politisch unbelastet. z.B. 70-jährige Briefträger, Reichsbahner, Bauverwaltung, Eichämter, Reichspost-Fernmeldetechnik usw. usw.

Wurden die Altpensionen in eine Rente der Sozialversicherung umgewandelt? Wie zur Währungsreform umgestellt?



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#16

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 22:08
von mibau83 | 822 Beiträge

Zitat von 635 im Beitrag #9
Dieser Beitrag des MDR kann etwas Licht ins Dunkle bringen( Paulus ).

http://www.mdr.de/zeitreise/ddr/paulus-und-die-ddr102.html





bzw. dieser film des leider vor 3 jahren tödlich verunglückten forenmitglieds @Köpenick


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#17

RE: Beamtenpensionen in der DDR

in DDR Zeiten 14.07.2016 22:10
von eisenringtheo | 9.172 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #15
Hallo,
danke für die vielen Antworten, wer weiss aber etwas über als Bürger-Einwohner übernommende Beamte, besonders die die schon zum Zeitpunkt 8.5.1945 pensioniert waren und auch politisch unbelastet. z.B. 70-jährige Briefträger, Reichsbahner, Bauverwaltung, Eichämter, Reichspost-Fernmeldetechnik usw. usw.

Wurden die Altpensionen in eine Rente der Sozialversicherung umgewandelt? Wie zur Währungsreform umgestellt?

Das oben zitierte Buch ist "politisch eingefärbt. Nach dem erwähnten Grundsatz, dass Einkommen bis 1946 nicht berücksichtigt werden und dem Lob auf den Sozialismus wird weiter unten erklärt. dass die früheren Beitragszeiten und das frühere Recht für die Rentenberechnung "natürlich" berücksichtigt werden...
Theo


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