#1

Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.07.2016 19:31
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Moin moin,

beim Treffen "wir haben es getan" kam mir so in den Sinn, die Frage zu stellen ob es Konsequenzen für den Kraftfahrer hatte wenn er statt der üblichen 4 oder 6 Std deutlich mehr Zeit gebraucht hat, z.B. 12 oder 18 Std.

Beispiel: Der LKW Fahrer reist um 19 Uhr ein, Abfertigung dauert 1 h, um 20 Uhr fährt er von der Güst in Richtung Berlin los. Um 22 Uhr hält er auf einer Rastanlage, geht essen und schüttet sich anschließend zu, Sprit war ja billig.

Haut sich dann in die Koje und schläft seinen Rausch aus, pennt als bis morgens um 8 Uhr, fährt dann erst weiter.

Oder die Raststättenmaus steigt ein....gibt ja viele Möglichkeiten das man schlafen will oder muß, oder Glätte oder oder oder....

Hatte das Konsequenzen bei der Ausreise? Gab es Ärger? Gab es da Vorschriften in der Dienstanweisung? Denn Datum und Uhrzeit der Einreise waren ja auf durch den Stempel dokumentiert.

Danke für eure antworten.

MfG Berlin


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#2

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.07.2016 21:43
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #1

Oder die Raststättenmaus steigt ein..



@berlin3321

Erzähl bitte mal näheres über diese Mäuse. War das nicht verboten?


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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#3

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.07.2016 22:30
von icke46 | 2.593 Beiträge

Das würde mich auch mal interessieren, was es für eine Toleranzschwelle für den Transit gab.

Zum Beispiel bei mir: Transit von Marienborn bis Drewitz - und umgekehrt - im Normalfall 2 Stunden inklusive Intershop. Einmal hab ich dann mal Mittagessen in Michendorf getestet, da dauerte es naturgemäß länger, schätze mal zwischen 30 Minuten und einer Stunde.

Vielleicht können ja die Spezialisten @passport und @KARNAK was zu dieser Toleranzschwelle sagen?

Gruss

icke



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#4

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 01:33
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

Ich tippe mal, es kommt auf die Gründe an.
- Verkehrsgefährdende Unwetterlagen:
Hier dürfte der gesunde Menschenverstand sowohl längere Parkzeiten, als auch reduzierte Fahrgeschwindigkeiten berücksichtigt haben
- Parkzeiten auf Raststätten
Da gab es sicher Mitarbeiter des MfS, die beobachteten, wer ausgiebig tafelte, sich einen hinter die Binde goß und dann im geparkten Fahrzeug schlief. Warscheinlich war die Meldung schon vor dem Fahrzeug in der GÜST: Rast Michendorf 20.00-08.00 Uhr.
- Liebsbeziehung oder Prostitution
Könnte mit Ärger verbunden gewesen sein, es sei denn IM zur Abschöpfung eines Kraftfahres im Fahrzeug.



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#5

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 06:56
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
gab es denn an den Raststätten auch Trapo/VP die erkennbar Ansprechpartner für die Tranistnutzer waren. Auch ohne Alkohol z.B.: "ich habe Magenprobleme, müsste 6h Schlafen, erst dann weiterfahren"!

2. Ob und wie durfte der Transit abgebrochen werden, z.B. Westberlinern denen einfällt wichtiges Werkezug, Unterlagen usw. vergessen zu haben, also an einer Autobahnabfahrt umkehren?



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#6

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 07:01
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Ich kenne keine Anlaufstelle an den Raststätten, allerdings war ich selten vor der Wende im Transit unterwegs.

Nach dem 1.1.90 war das häufiger aber da hat es kaum jemanden interessiert was Du gemacht hast. Auch die Geschwindigkeitskontrollen ließen stark nach, gingen gegen 0.

MfG Berlin

Edit: Über die Mäuse die einstiegen? So direkt weiß ich da auch nichts.

Es gab in HH eine Spedition die regelmäßig Berlin und DDR/ VR Polen fuhr. Da es die noch gibt nenne ich mal keinen Namen.

Man traf sich damals (um ´86) nach Feierabend, gegen 17, 18 Uhr in einem Imbiss auf 1-6 Flaschen Bier. Da wurde viel erzählt, u.a. das die Büromäuse für ein Pfund Kaffee die ganze Nacht blieben.

Ich kann mich aber nicht mehr erinnern ob das nur für die VR Polen galt, da war es in jedem Fall mal Thema. Ich weiß auch nicht ob das Fernfahrerlatein war.

Genauso wenig das Thema an der Güst Staaken, muss vor 86 gewesen sein. Da wurde erzählt das die GSSD Planen zerschossen hatte, der Transit ging damals über die B5/ F5 durch Nauen nach Staaken. An der B5/ F5 gab es eine große GSSD Garnison, die kenne ich auch noch persönlich, bin da vorbei gefahren.

In Richtung Berlin waren wimre links die Kasernen und ggü. rechts das Übungsgelände. Wimre mit Schießturm. Panzerspuren gingen quer über die Straße, sehe ich noch wie gestern vor mir.

Es gab dann auch noch die Geschichte, Fernfahrer völlig blau von der Güst in Richtung Berlin gefahren und im Vollrausch gegen die Mauer gedonnert. Den hat man dann (angeblich) ausnüchtern lassen und erst am nächsten Morgen weiteres veranlasst.

Fernfahrerlatein? Keine Ahnung...


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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 08:10 | nach oben springen

#7

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 09:49
von Lutze | 8.039 Beiträge

Strassenstrich auf DDR-Transitgebiet?
kann ich mir nicht vorstellen,eher das die LKW-Fahrer zum Beispiel
zur Süderstrasse in Hamburg fuhren
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#8

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 11:15
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Vom Prinzip waren Zeitüberschreitungen kein Problem,sie wurden auch nicht geahndet.Ich wüsste im Augenblick noch nicht mal ob es überhaupt eine festgelegte Zeitvorgabe für das Befahren der Transitstrecke gab,ich glaube eher nicht.Entscheidend war nur die Auflage die Transitstrecke nicht zu verlassen,keine Gegenstände zu übernehmen und ähnliches.Kam man also ungewöhnlich spät an der Gegenseite an konnte es schon passieren,dass man die Frage beantworten musste wo man so lange war und man eine Verdachtskontrolle verpasst bekam.Konnte man bei dieser keine Verdachtsmomente finden die auf einen Verstoß gegen das Transitabkommen hinwiesen musste man die Person ziehen lassen,eine reine und ungewöhnlich lange Fahrzeit bot keine Möglichkeit für Sanktionen und reichte dafür auch nicht aus.
Solche Überschreitungen waren für uns auch nicht unbedingt ein schwerwiegendes Kriterium für einen Missbrauch,man ging einfach davon,wer"Dreck an Stecken hat"wird sehr wahrscheinlich nicht mit einer überzogenen Fahrzeit auffallen, was ja auch so falsch nicht ist.
Übrigens, rein praxisnah betrachtet,im täglichen Abfertigungsprozess hatte der Reisende gute Chancen,dass eine Überschreitung bei Ausreise gar nicht auffiel.Man kontrollierte die Gesichter und die Übereinstimmung der Personenzahl im Fahrzeug mit den Angaben auf dem Visum , überprüfte ob es sich um ein"RaketenFahrzeug"handelte, die Einreisezeit aber eher nicht und zwingend,wäre im Dauerzustand einfach zu nervend gewesen.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 11:19 | nach oben springen

#9

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 13:01
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #8
Vom Prinzip waren Zeitüberschreitungen kein Problem,sie wurden auch nicht geahndet.(...).

Wirklich? An anderer Stelle wurde hier schon beschrieben, dass Transitvisapapiere im Strassenverkehr bei der Einreise ausgegeben und bei der Ausreise aus der DDR wieder eingezogen wurden. Zeitüberschreitungen wurden sicher auch kontrolliert, nicht durch den Passkontrolleur an der Güst, sondern in irgendeinem Büro. Wenn ein Dokument fehlte, wurden sicher Massnahmen ergriffen.


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#10

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 13:25
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Lutze, wer hat von Straßenstrich gesprochen oder geschrieben? Verstehend lesen....

Und nur mal zur Kenntnisnahme: Der Kutscher kommt alle 1 1/ 2 Tage vorbei. Isst immer an der gleichen Raststätte weil Essen extrem günstig war. Meinst Du nicht das man irgendwann jedes Gesicht in der Raststätte kennt? Meinst du nicht das da z.B. in der Nachtschicht mal ein privates Wort fällt?

Und warum sollte z.B. die süße Maus nicht nach der Spätschicht einsteigen statt nach Hause fahren? Für ´n Pfund Kaffee, Nylons oder Westmark?

Im Westen waren derartige Besuche der Raststättenmäuse schon mal möglich, habe ich selbst gesehen. Allerdings sind die Mädels wohl nicht für´n Pfund Kaffee eingestiegen, ob gegen Geld oder nur so weil Notstand, keine Ahnung. Hat mich auch nicht interessiert..... Aber glaubst Du die ostdeutsche Raststättenmaus war so viel anders? Warum sollte es dort nicht auch mal zu solchen "Besuchen" gekommen sein?

MfG Berlin


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#11

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 13:42
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Diese Transitraststätten waren doch rund um die Uhr polizeilich überwacht. Weil BRD Bürger dort waren und weil die Konsumation in Devisen bezahlt werden konnten. Dort irgendetwas (nach DDR StGB) Kriminelles zu treiben, war sehr riskant.
§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. Wer zu Organisationen, Einrichtungen, Gruppen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.
§ 249. Gefährdung der öffentlichen Ordnung durch asoziales Verhalten. (1) Wer das gesellschaftliche Zusammenleben der Bürger oder die öffentliche Ordnung dadurch gefährdet, daß er sich aus Arbeitsscheu einer geregelten Arbeit hartnäckig entzieht, obwohl er arbeitsfähig ist, oder wer der Prostitution nachgeht oder wer sich auf ändere unlautere Weise Mittel zum Unterhalt verschafft, wird mit Verurteilung auf Bewährung oder mit Haftstrafe, Arbeitserziehung oder mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren bestraft. Zusätzlich kann auf Aufenthaltsbeschränkung und auf staatliche Kontroll- und Erziehungsaufsicht erkannt werden


Ob es dort "extrem günstig" war, kann ich nicht beurteilen, denke aber diese Gaststätten waren Preisstufe "S"


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#12

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 14:05
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Die Transitstrecken, sowie die dort befindlichen Park- und Rastanlagen waren empfindliche Schwachstellen im Transitverkehr
der DDR. Deshalb war man bemüht eine umfassende Kontrolle der Nutzer dieser Wege und Einrichtungen sicherzustellen.
Umfangreiche stationäre und mobile Kräfte wurden eingesetzt, um Kontaktaufnahmen zur DDR-Bevölkerung, unkontrollierte
Abgabe- oder Aufnahme von Waren, Druckererzeugnissen u.a. Dinge, sowie eventuelle Fluchthilfen zu unterbinden.

So gab es z.B. getrennte Parkplätze für Transitreisende und DDR-Reisende. Die mit der "Sicherung der Transitwege"
betrauten Stasi-Mitarbeiter nutzten sogar PKWs aus westlicher Produktion mit westlichen Kfz-Kennzeichen, um bei
ihren Kontrollfahrten nicht aufzufallen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#13

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 15:00
von grenzergold | 187 Beiträge

Habe mich öfters mit Freunden und Bekannte die ausgereist sind, Transit auf der Autobahn in den Raststätten Ziesar und Michendorf getroffen, da sie keine Einreisen zu Besuchszwecken bekamen. Auswirkungen hatten diese Treffen nicht. Die Rechnung von der Raststätte hatte ich immer übernommen, ohne Probleme. Da meine Freunde in W.- Berlin wohnten ist es manchmal vorgekommen, daß sie bis Helmstedt gefahren sind hinter der Grenze gewendet haben und gleich zurück nach W.- Berlin.
Hier noch ein Bericht aus meinen Akten, unbeobachtet war man nicht immer.
Ein Blatt ist ein abgefangenes Telegramm.

gg


sentry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#14

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 15:13
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #11


Ob es dort "extrem günstig" war, kann ich nicht beurteilen, denke aber diese Gaststätten waren Preisstufe "S"


Ob es nun günstig war, kann ich auch nicht sagen, ich weiss nur noch heute, dass ich seinerzeit in Michendorf für einen Riesenteller Rinderbraten mit Rotkohl und Salzkartoffeln 2,75 DM bezahlt habe - das hat sich im Gedächtnis eingebrannt, vor allem, weil es derartig lecker war, dass ich überlegte, ob ich noch eine Portion bestelle - 2,75 DM oder 5,50 DM, hätte einen nicht arm gemacht.

Allerdings hatte ich mir das dann doch verkniffen, ich wollte nicht als Gourmand erscheinen.

Gruss

icke



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#15

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 15:17
von KARNAK | 1.694 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #9
Wirklich? An anderer Stelle wurde hier schon beschrieben, dass Transitvisapapiere im Strassenverkehr bei der Einreise ausgegeben und bei der Ausreise aus der DDR wieder eingezogen wurden. Zeitüberschreitungen wurden sicher auch kontrolliert, nicht durch den Passkontrolleur an der Güst, sondern in irgendeinem Büro. Wenn ein Dokument fehlte, wurden sicher Massnahmen ergriffen.

Das Transitvisum war eine Anlage,gefertigt faktisch aus sowas wie Wertpapier.Wurde bei Einreise ausgestellt,in das Reisedokument eingelegt und bei Ausreise wieder eingezogen.Gestempelt wurde es bei Einreise und NUR bei Einreise mit einem PKS.Auf dem war Datum und Stunde des Einreisezeitpunktes zu erkennen.Eine Fahrtzeitüberschreitung war also nur zum konkreten Zeitpunkt der Ausreise erkennbar,was hättest Du also im Nachinein in dieser Hinsicht kontrollieren wollen,hattest normalerweise noch nicht mal einen Namen,nur Pass oder Ausweisnummer und KFZ-Kennzeichen?Und wie gesagt,Fahrzeitüberschreitungen waren auch vordergründig nicht so wichtig,daraus lies sich kaum entnehmen,dass man auf der Strecke Ungesetzliches getan hatte.Wenn einer gesagt hat er war müde ,wollte für ein paar Minuten die Augen zu machen und ist dann für 3 Stunden eingeschlafen,was wolltest Du gegen den ernsthaft unternehmen?
Und was heißt, wenn ein Dokument fehlte, es fehlte kein Dokument irgendwo,wie denn auch? Entscheidend war,erschien jemand zur Ausreise musste er entsprechende Dokumente vorweisen Blieb jemand theoretisch einfach auf DDR Gebiet und viel dort nicht weiter auf merkte das vom Prinzip kein Mensch.Ansonsten,in die DDR zu flüchten oder dort unbedingt hin zu wollen,dass war nicht SO verbreitet,dass wusste sogar das MfS.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 16:32 | nach oben springen

#16

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 15:38
von sentry | 1.103 Beiträge

Zitat von grenzergold im Beitrag #13

Hier noch ein Bericht aus meinen Akten, unbeobachtet war man nicht immer.


Super zeitgeschichtliches Dokument. Leider kann man nicht alles so gut lesen und alle 3 Bilder scheinen das gleiche Dokument zu zeigen.
Aber wie auch immer: besten Dank für's zeigen!

Kannst Du mal schreiben, was in das Feld 5 (Methode) eingetragen wurde? Da kann ich nicht alles erkennen.


zuletzt bearbeitet 12.07.2016 15:42 | nach oben springen

#17

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 16:24
von grenzergold | 187 Beiträge

Ja, kann man schlecht lesen was in Feld 5 steht. Irgendwie , offene Zusammenkunft und Gesprächsführ. in Gaststättenräumen.
Und nochmal der fehlende Teil


sentry hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 17:49
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #15
(...)Passkontrolleur an der Güst, sondern in irgendeinem Büro. Wenn ein Dokument fehlte, wurden sicher Massnahmen ergriffen.

Das Transitvisum war eine Anlage,gefertigt faktisch aus sowas wie Wertpapier.Wurde bei Einreise ausgestellt,in das Reisedokument eingelegt und bei Ausreise wieder eingezogen.Gestempelt wurde es bei Einreise und NUR bei Einreise mit einem PKS.Auf dem war Datum und Stunde des Einreisezeitpunktes zu erkennen.Eine Fahrtzeitüberschreitung war also nur zum konkreten Zeitpunkt der Ausreise erkennbar,was hättest Du also im Nachinein in dieser Hinsicht kontrollieren wollen,hattest normalerweise noch nicht mal einen Namen,nur Pass oder Ausweisnummer und KFZ-Kennzeichen?(....)
Und was heißt, wenn ein Dokument fehlte, es fehlte kein Dokument irgendwo,wie denn auch? Entscheidend war,erschien jemand zur Ausreise musste er entsprechende Dokumente vorweisen Blieb jemand theoretisch einfach auf DDR Gebiet und viel dort nicht weiter auf merkte das vom Prinzip kein Mensch.Ansonsten,in die DDR zu flüchten oder dort unbedingt hin zu wollen,dass war nicht SO verbreitet,dass wusste sogar das MfS. [/quote]
Na dann... Ich bin der Meinung dass immer Kopien (Durchschläge) erstellen werden müssen, aus denen man eine Liste erstellt und diese dann an das Ausreisegrenzamt übermittelt, welches die Einreisen mit den Ausreisen abgleicht. Ohne solche Massnahmen macht die Grenzkontrolle keinen Sinn, gerade im Transit soll sichergestellt werden, dass alle Einreisenden raschmöglichst wieder ausreisen. Und was tut man, wenn der Reisende seine Papiere verliert oder als gestohlen meldet? Man muss auch dann feststellen können, wo und wann er eingereist ist.


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#19

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 18:12
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #14
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #11


Ob es dort "extrem günstig" war, kann ich nicht beurteilen, denke aber diese Gaststätten waren Preisstufe "S"


Ob es nun günstig war, kann ich auch nicht sagen, ich weiss nur noch heute, dass ich seinerzeit in Michendorf für einen Riesenteller Rinderbraten mit Rotkohl und Salzkartoffeln 2,75 DM bezahlt habe - das hat sich im Gedächtnis eingebrannt, vor allem, weil es derartig lecker war, dass ich überlegte, ob ich noch eine Portion bestelle - 2,75 DM oder 5,50 DM, hätte einen nicht arm gemacht.

Allerdings hatte ich mir das dann doch verkniffen, ich wollte nicht als Gourmand erscheinen.

Gruss

icke



Das entspricht Preisstufe 2. Mitropa.


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#20

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 18:14
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18

Na dann... Ich bin der Meinung dass immer Kopien (Durchschläge) erstellen werden müssen, aus denen man eine Liste erstellt und diese dann an das Ausreisegrenzamt übermittelt, welches die Einreisen mit den Ausreisen abgleicht. Ohne solche Massnahmen macht die Grenzkontrolle keinen Sinn, gerade im Transit soll sichergestellt werden, dass alle Einreisenden raschmöglichst wieder ausreisen. Und was tut man, wenn der Reisende seine Papiere verliert oder als gestohlen meldet? Man muss auch dann feststellen können, wo und wann er eingereist ist.


Vermutlich muss man hier differenzieren zwischen dem Transitverkehr Bundesrepublik-West-Berlin und der direkten Einreise in die DDR. Bei letzterem war das Verfahren sicher gründlicher. Dieses Prozedere mit den Listen, wie von Dir beschrieben, kann ich mir alleine schon wegen der schieren Zahl der täglichen Transitreisenden nicht vorstellen. Immerhin war damals die EDV erst marginal bis gar nicht vorhanden, man hätte gewissermassen an jeder GÜST ein paar Hundertschaften nur zum Listenwälzen einsetzen müssen.

Übrigens mit dem Zeitstempel: Der brachte ja auch einen gewissen Spielraum in die Transitzeit, da ja nur die Stunde gestempelt wurde - also, wenn ich um 13 Uhr einreiste, wurde ebenso die 13 gestempelt wie in dem Fall, dass ich um 13.59 eingereist bin.

Gruss

icke



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