#101

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 21:52
von passport | 2.626 Beiträge

Aus dem Buch "Guten Tag, Passkontrolle der DDR" unseres Users @PKE :

Auf den ca. 220 Km Autobahn des Bezirkes Potsdam gab es

1980 5004 Verstöße,
1981 4121 Verstöße,
1982 5040 Verstöße gegen das Transitabkommen.

davon Kontaktaufnahmen

1980 in 1340 Fällen,
1881 in 1213 Fällen,
1982 in 1692 Fällen.

Verlassen der Transitstrecke

1980 1347 Fällen,
1987 3217 Fällen

Festgestellte Mitnahme von Personen in Transit-PKW

1980 in 211 Fällen,
1981 in 243 Fällen,
1982 in 262 Fällen.


Ausserdem sind das nur Zahlen des Bezirkes Potsdam. Die Verstöße auf den gesamten Transitstrecken dürfte wesentlich höher gewesen sein.


passport


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#102

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 22:29
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Nimmste jetzt noch die Stasi in Schutz?


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#103

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 23:24
von passport | 2.626 Beiträge

Für mich immer noch die offizielle Bezeichnung als Ministerium für Staatssicherheit, Mitglied im Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik.


Die festgestellten Delikte stellten einen Verstoß gegen den Artikel 16 des Transitabkommens dar. Es war ein völkerrechtlich gültiger Vertrag zwischen der DDR und der BRD. Daran hatten sich ALLE Reisende die die Transitwege der DDR benutzten zu halten. Daher war die Kontrolle und Überwachung des Transitabkommens durch die entsprechenden Kräfte nicht nur rechtens sondern auch nötig wie die im o.g. Buch genannten Zahlen der Verstöße zu ersehen sind. Diese Maßnahmen richteten sich NUR gegen Personen die gegen das Transitabkommen verstießen. Wer sich als Reisender an die Gesetzlichkeiten der DDR bekam auch keine Probleme. Die stetige Zunahme des Reiseaufkommens in Millionengröße seit Inkrafttreten des Transitabkommens bis zu Ende bewies das die übergroße Mehrzahl der Reisenden diese Art des Reisens gerne in Anspruch nahmen.

Nur mal zur Erinnerung !!!


Artikel 16

1. Ein Mißbrauch im Sinne dieses Abkommens liegt vor, wenn ein Transitreisender nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Transitwege rechtswidrig und schuldhaft gegen die allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung verstößt, indem er
a) Materialien verbreitet oder aufnimmt;
b) Personen aufnimmt;
c) die vorgesehenen Transitwege verläßt, ohne durch besondere Umstände, wie Unfall oder Krankheit, oder durch Erlaubnis der zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik dazu veranlaßt zu sein;
d) andere Straftaten begeht oder
e) durch Verletzung von Straßenverkehrsvorschriften Ordnungswidrigkeiten begeht.

Ein Mißbrauch liegt auch dann vor, wenn eine Person an der Mißbrauchshandlung eines Transitreisenden, die dieser nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Trasitwege rechtswidrig und schuldhaft begeht oder begangen hat, als Mittäter, Anstifter oder Gehilfe teilnimmt.

2. Hinreichende Verdachtsgründe im Sinne diesees Abkommens liegen vor, wenn im gegebenen Falle auf Grund bestimmter Tatsachen oder konkreter Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, daß ein Mißbrauch der Transitwege für die obengenannten Zwecke beabsichtigt ist, begangen wird oder begangen worden ist.

Im Falle hinreichenden Verdachts eines Mißbrauchs werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratische Republik die Durchsuchung von Reisenden, der von ihnen benutzten Transportmittel sowie ihres persönlichen Gepäcks nach den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung durchführen oder die Reisenden zurückweisen.

3. Bestätigt sich der Verdacht, so werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik im angemessenen Verhältnis zur Schwere der Mißbrauchshandlung entsprechend den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentliche Ordnung
a) einen Verweis oder eine Ordnungsstrafe oder eine Verwarnung mit Ordnungsgeld aussprechen oder Gegenstände einziehen;
b) Gegenstände sicherstellen oder beschlagnahmen;
c) Personen zurückweisen oder zeitweilig von der Benutzung der Transitwege ausschließen oder
d) Personen festnehmen.

4. Bei Straftaten können die in Ziffer 3 genannten Maßnahmen auch dann getroffen werden, wenn die Straftaten bei einer früheren Benutzung der Transitwege begangen wurden.

5. Über Maßnahmen im Sinne der Ziffer 3 werden dem Betroffenen die nach den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung vorgesehenen Dokumente ausgehändigt. Sind Gegenstände beschlagnahmt, sichergestellt oder eingezogen worden, so ist dem Betroffenen ein Verzeichnis der Gegenstände zu übergeben.

Über Festnahmen, den Ausschluß von Personen von der Benutzung der Transitwege und Zurückweisungen sowie über die dafür maßgebenden Gründe werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik alsbald die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland unterrichten.

6. Wenn eine Mißbrauchshandlung entdeckt worden ist, nachdem der dafür verantwortliche Reisende die Transitstrecken der Deutschen Demokratischen Republik verlassen hat, so können die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland über die Mißbrauchshandlung, die Beweismittel und die Person des Beschuldigten unterrichten. Die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland werden die den allgemein üblichen Vorschriften der Bundesrepublik Deutschland bezüglich der öffentlichen Ordnung entsprechenden Maßnahmen treffen und können die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik darüber unterrichten.





passport


zuletzt bearbeitet 11.09.2016 08:47 | nach oben springen

#104

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 10.09.2016 23:25
von Ebro | 560 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #103
Für mich immer noch die offizielle Bezeichnung als Ministerium für Staatssicherheit, Mitglied im Ministerrat der Deutschen Demokratischen Republik.


Die festgestellten Delikte stellten einen Verstoß gegen den Artikel gegen den Artikel 16 des Transitabkommens dar. Es war ein völkerrechtlich gültiger Vertrag zwischen der DDR und der BRD. Daran hatten sich ALLE Reisende die die Transitwege der DDR benutzten zu halten. Daher war die Kontrolle und Überwachung des Transitabkommens durch die entsprechenden Kräfte nicht nur rechtens sondern auch nötig wie die im o.g. Buch genannten Zahlen der Verstöße zu ersehen sind. Diese Maßnahmen richteten sich NUR gegen Personen die gegen das Transitabkommen verstießen. Wer sich als Reisender an die Gesetzlichkeiten der DDR bekam auch keine Probleme. Die stetige Zunahme des Reiseaufkommens in Millionengröße seit Inkrafttreten des Transitabkommens bis zu Ende bewies das die übergroße Mehrzahl der Reisenden diese Art des Reisens gerne in Anspruch nahmen.


Artikel 16

1. Ein Mißbrauch im Sinne dieses Abkommens liegt vor, wenn ein Transitreisender nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Transitwege rechtswidrig und schuldhaft gegen die allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung verstößt, indem er
a) Materialien verbreitet oder aufnimmt;
b) Personen aufnimmt;
c) die vorgesehenen Transitwege verläßt, ohne durch besondere Umstände, wie Unfall oder Krankheit, oder durch Erlaubnis der zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik dazu veranlaßt zu sein;
d) andere Straftaten begeht oder
e) durch Verletzung von Straßenverkehrsvorschriften Ordnungswidrigkeiten begeht.

Ein Mißbrauch liegt auch dann vor, wenn eine Person an der Mißbrauchshandlung eines Transitreisenden, die dieser nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Trasitwege rechtswidrig und schuldhaft begeht oder begangen hat, als Mittäter, Anstifter oder Gehilfe teilnimmt.

2. Hinreichende Verdachtsgründe im Sinne diesees Abkommens liegen vor, wenn im gegebenen Falle auf Grund bestimmter Tatsachen oder konkreter Anhaltspunkte eine gewisse Wahrscheinlichkeit besteht, daß ein Mißbrauch der Transitwege für die obengenannten Zwecke beabsichtigt ist, begangen wird oder begangen worden ist.

Im Falle hinreichenden Verdachts eines Mißbrauchs werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratische Republik die Durchsuchung von Reisenden, der von ihnen benutzten Transportmittel sowie ihres persönlichen Gepäcks nach den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung durchführen oder die Reisenden zurückweisen.

3. Bestätigt sich der Verdacht, so werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik im angemessenen Verhältnis zur Schwere der Mißbrauchshandlung entsprechend den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentliche Ordnung
a) einen Verweis oder eine Ordnungsstrafe oder eine Verwarnung mit Ordnungsgeld aussprechen oder Gegenstände einziehen;
b) Gegenstände sicherstellen oder beschlagnahmen;
c) Personen zurückweisen oder zeitweilig von der Benutzung der Transitwege ausschließen oder
d) Personen festnehmen.

4. Bei Straftaten können die in Ziffer 3 genannten Maßnahmen auch dann getroffen werden, wenn die Straftaten bei einer früheren Benutzung der Transitwege begangen wurden.

5. Über Maßnahmen im Sinne der Ziffer 3 werden dem Betroffenen die nach den allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung vorgesehenen Dokumente ausgehändigt. Sind Gegenstände beschlagnahmt, sichergestellt oder eingezogen worden, so ist dem Betroffenen ein Verzeichnis der Gegenstände zu übergeben.

Über Festnahmen, den Ausschluß von Personen von der Benutzung der Transitwege und Zurückweisungen sowie über die dafür maßgebenden Gründe werden die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik alsbald die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland unterrichten.

6. Wenn eine Mißbrauchshandlung entdeckt worden ist, nachdem der dafür verantwortliche Reisende die Transitstrecken der Deutschen Demokratischen Republik verlassen hat, so können die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland über die Mißbrauchshandlung, die Beweismittel und die Person des Beschuldigten unterrichten. Die zuständigen Behörden der Bundesrepublik Deutschland werden die den allgemein üblichen Vorschriften der Bundesrepublik Deutschland bezüglich der öffentlichen Ordnung entsprechenden Maßnahmen treffen und können die zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik darüber unterrichten.





passport


Lass es doch, er wird es nicht verstehen. (wollen oder können???)



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#105

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 00:06
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Verstehe Euch sehr gut. Zu gut. Mein Beileid für diese (wenigstens aufdringlich zur Schau gestellte) Unbelehrbarkeit. Ich hoffe, eigentlich denkt Ihr anders und denkt nur, Ihr seid es Eurem Leben oder Eurer einstigen, verfehlten MfS-Karriere noch heute schuldig, immer noch so zu reden. Wen soll das beeindrucken?

Vom MfS beobachtet wurden ja auch reine Ost-West-Familientreffen, die kein Verstoss gegen irgendwas waren.


zuletzt bearbeitet 11.09.2016 00:09 | nach oben springen

#106

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 00:23
von icke46 | 2.593 Beiträge

Naja, ich versuche es einfach mal zu erklären - weil ich einfach nicht verstehe, warum man immer bei der Diskussion in dieselbe Mühle gerät.

Fakt ist doch:

Die Diskussion in diesem Thread dreht sich um den Transit zwischen der Bundesrepublik und West-Berlin.

Fakt ist weiter:

Es gab damals zwei deutsche Staaten, von denen jeder den jeweils andren gerne verschwunden gesehen hätte. Da das aber kurzfristig nicht machbar war, man aber dennoch miteinander auskommen musste (in diesem Falle eben wegen des Transits nach Berlin) hat man einen Vertrag geschlossen. In diesem Vertrag wurde festgelegt, was man während des Transits machen darf, und was man eben nicht machen darf.

Ergo:

Wenn hier @passport aus dem Buch von pke zitiert, wieviele Verstösse es gegen dieses Abkommen gegeben hat, ist das doch vollkommen korrekt. Man sollte schon immer die Zeitschiene beachten.

Ob man das, was in diesem Vertrag definiert ist, nun heute gut findet, ist wieder eine andere Sache. Nur galt halt damals auch schon der alte römische Satz "Pacta sunt servanda" Verträge müssen eingehalten werden.

Und als letztes: Nein, ich war weder beim MfS noch bei der PKE, sondern einfacher Transitreisender.

Gruss

icke



passport, Ebro und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2016 01:09 | nach oben springen

#107

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 00:32
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Die Überwachung ging eben weit darüber hinaus, nur die Einhaltung des Vertrages zu prüfen. Immer die gleiche Propaganda unserer Alt-Stalinisten hier im Forum. Ich war auch Transitreisender. Viele Male.So wurdest Du nirgendwo sonst überwacht.


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#108

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 04:21
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #102
Nimmste jetzt noch die Stasi in Schutz?

Jetzt aber mal ganz langsam mit dem Sprichwort "Es findet sich immer ein Kamel, welches das ganz frische Gras wegfrisst".

Du hast gerade versucht mit nur einem Satz so richtig was zu zertreten: Da diskutieren PKE-Offiziere, GT-Gediente, zeitgeschichtlich Interessierte, sicher zudem Leute, die etwas dokumentieren wollen - völlig sachlich. Sie erzählen ihre damaligen Beobachtungen und versuchen, diese durch Dokumente zu belegen.

Dann kommst Du (mit Verlaub) Trampel und pöbelst Leute an. Das geht nicht, das geht wirklich nicht.

Du hast (obwohl ich andere Beiträge von Dir schätze) nicht ansatzweise verstanden, dass damalige Insider erstmals öffentlich das Procedere der (DDR-)Grenzabfertigung der Alliierten genau erklärten - im Grunde eine Sternstunde für dieses Forum: Ich wüsste nicht, wo das schon öffentlich wurde.

Und nachmals Dein Satz "Nimmste jetzt noch die Stasi in Schutz?
Wenn jemand als Zeitzeuge erklärt wie das damals war, wird er nicht in Mithaftung genommen. Unter keinen Umständen.


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2016 04:22 | nach oben springen

#109

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 04:32
von Mart | 734 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #105
Verstehe Euch sehr gut. Zu gut. Mein Beileid für diese (wenigstens aufdringlich zur Schau gestellte) Unbelehrbarkeit.

Wie schon oben erwähnt: Dir mangelt es an Stil. Und Dir mangelt es an Respekt.

Ein Phänomen, welches im Internet derzeit häufiger wird: So einige rotzen ihre aktuellen Befindlichkeiten raus. Sagt Dir Immanuel Kant etwas? Der kategorische Imperativ? Falls nicht - da mal nachlesen.

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #105
Ich hoffe, eigentlich denkt Ihr anders und denkt nur, Ihr seid es Eurem Leben oder Eurer einstigen, verfehlten MfS-Karriere noch heute schuldig, immer noch so zu reden. Wen soll das beeindrucken?

In diesem Thread geht es nicht darum, was wir (bist Du wirklich so kleingeistig, dass Du alle unter "wir" subsumierst?) denken. Sondern es geht darum, was damals die realen Abläufe waren.

Wenn Du Dir auch nur die geringste Mühe gegeben hättest, wäre Dir sofort aufgefallen, dass in diesem Thread zwei Themen parallel laufen: Einerseits die Frage nach Zeiterfassung für Transit, andererseits das konkrete Procedere für die Alliierten.

Deutlich genervte, gleichwohl freundliche Grüße.


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#110

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 07:29
von Major Tom | 846 Beiträge

Schade eigentlich, dieser Thread fing an richtig interessant zu werden...


Man sollte den Kopf nicht hängen lassen wenn einem das Wasser bis zum Hals steht.
http://www.costarica-forum.net
http://directorios-costarica.com
http://www.link-team.net
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#111

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 07:31
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Wenn hier die übliche Verharmlosung läuft, die Stasi-Arbeit als "Delikte" überwachen schön gelogen wird, darf man durchaus rückfragen, wie er das meint. Die Stasi hat nicht die Deutungshoheit über ihre eigene Geschichte. Das ist hier auch nicht das Stasi Forum, wo die unangefochten ihre Version verbreiten dürfen, sondern ein Diskussionsforum. Und diese Grenze hat man von unterschiedlichen Seiten kennen gelernt.

In der Quelle oben kann man sehen, dass es eben nicht um eine "normale" Kontrolle des Transitabkommens ging, sondern um komplette Überwachung. Mit Kamera im Kilometerschild und so weiter.

Zitat
Und Dir mangelt es an Respekt.



Insbesondere wenn Leute in eigener Sache Propaganda machen und hier gezielt die Unwahrheit verbreiten.


zuletzt bearbeitet 11.09.2016 07:39 | nach oben springen

#112

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 08:30
von Ebro | 560 Beiträge

Und Du weißt natürlich genau was die Wahrheit ist, hast in -zig verschiedenen Diensteinheiten gedient, kennst alle Abläufe und kannst sogar Aussagen über "misslungene" Karrieren treffen.



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#113

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 08:58
von berlin3321 | 2.512 Beiträge

Morjen...

Also wenn ich den Artikel 16 Transitabkommen richtig verstanden habe war dort nichts mit Verbindungsaufnahme zu DDR Bürgern fest geschrieben? Oder habe ich was überlesen?

Das Artikel 16 Transitabkommen Kontrollen erforderten war und ist, glaube ich, jedem klar. Das das MfS "über´s Ziel hinausgeschossen ist" dürfte auch jedem klar sein der zum ersten die Berichte liest und den Aufwand der Kontrolle (oder Überwachung?) des Verkehrs zu Grunde legt.

Sperrbrecher, mit "getrennten Parkplätzen" für DDR- und BRD Bürger liegste falsch....da muss ich Passport recht geben. Man parkte schön gemeinsam, BRD Audi neben Trabant oder Wartburg.

Ausnahme waren nur die Reisebusse. Die durften nur auf bestimmten Parkplätzen halten.

Ich glaube, ich habe schon mal einen Fall den ich erlebt habe, irgendwo hier geschildert.

Auf einer Rastanlage Berlin- HH machten wir Pause, waren mit dem Wohnmobil unterwegs, Frau, Kind, eine normale Familie halt. Mit Verwandtschaft in der DDR, die wir aber normal über den kleinen Grenzverkehr sehen und besuchen konnten, von der Seite her war ein Treff auf der Transitstrecke nicht nötig.

Doch zurück zum Rastplatz, dort war ein ziviler Geländewagen anscheinend liegen geblieben, ein Gaz 69 ? Wie auch immer, auf dem Weg zum Intershop blieb ich stehen um dem Gespräch zu lauschen (jaja, der Wessi in Stasi Manier unterwegs ), die Zylinderkopfdichtung war wohl kaputt, der Fahrer oder einer der Insassen muss dringend nach HH zum Flughafen (ich wurde dabei direkt angesehen) und im weiteren Wortwechsel der DDR Bürger sagte dann einer: Frag´ihn doch (ob er Dich mit nimmt oder ob Du mit fahren kannst) und wieder wurde ich direkt angesehen. Er fährt doch nach Hamburg oder direkt dran vorbei (den genauen Wortlaut weiß ich nach 30 Jahren nicht mehr). Und ich kümmere mich um Dein Auto, sagte "der Andere". Wimre war da auch von "ob ich ihn abschleppen könne" die Rede, genau weiß ich das nicht mehr.

Wir sahen uns in die Augen, ich verneinte, sagte, das ich niemanden mitnehme. Dann entfernte ich mich.

Mitgenommen hätte ich einen BRD Bürger oder einen Westberliner wenn der z.B. als Tramper unterwegs gewesen wäre bzw. sein Auto kaputt gewesen wäre.

Klar war mir immer das man unter Kontrolle war wenn man Transit fuhr. Nur über den Umfang der Kontrollen war man sich nicht klar. Wir haben damals auch gern auf diesen kleinen Parkplätzen ohne Rastanlage oder Tankstelle gehalten. Unsere Tochter konnte da ungestört toben, auf irgendwelche IM oder was auch immer haben wir nie geachtet. Uns mit den DDR Bürgern unterhalten, klar. M.E. nach ungezwungen über Kinder und Auto´s ausgetauscht....den einen oder anderen ins Womo schauen lassen, war damals ein ausgebauter VW LT.

MfG Berlin

Edit: Den § in Artikel geändert


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
zuletzt bearbeitet 11.09.2016 11:49 | nach oben springen

#114

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 10:22
von eisenringtheo | 9.155 Beiträge

Art. 16 des Transitabkommens lautete
1. Ein Mißbrauch im Sinne dieses Abkommens liegt vor, wenn ein Transitreisender nach Inkrafttreten dieses Abkommens während der jeweiligen Benutzung der Transitwege rechtswidrig und schuldhaft gegen die allgemein üblichen Vorschriften der Deutschen Demokratischen Republik bezüglich der öffentlichen Ordnung verstößt, indem er
a) Materialien verbreitet oder aufnimmt;
b) Personen aufnimmt;
c) die vorgesehenen Transitwege verläßt, ohne durch besondere Umstände, wie Unfall oder Krankheit, oder durch Erlaubnis der zuständigen Organe der Deutschen Demokratischen Republik dazu veranlaßt zu sein;
d) andere Straftaten begeht oder
e) durch Verletzung von Straßenverkehrsvorschriften Ordnungswidrigkeiten begeht.


Die von mir fettgemachte Passage ist ein Verweis auf das Strafrecht der DDR und nach diesem kann eine Verbindungsaufnahme strafbar sein
§ 219. Ungesetzliche Verbindungsaufnahme. Wer zu Organisationen, Einrichtungen, Gruppen oder Personen, die sich eine gegen die staatliche Ordnung der Deutschen Demokratischen Republik gerichtete Tätigkeit zum Ziele setzen, in Kenntnis dieser Ziele oder Tätigkeit in Verbindung tritt, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Verurteilung auf Bewährung bestraft.
Wenn DDR Bürger mit Reisenden im Transitverkehr sprachen, konnte das aufgrund dieser Gesetzeslage ein Fall für die Polizei und das MfS werden.
Theo


furry hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2016 10:23 | nach oben springen

#115

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 10:39
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #113
Morjen...

Also wenn ich den § 16 Transitabkommen richtig verstanden habe war dort nichts mit Verbindungsaufnahme zu DDR Bürgern fest geschrieben? Oder habe ich was überlesen?

Ein Gespräch unter Reisenden war natürlich NICHT strafrechtlich relevant. Für die ausgebildeten und geschulten MA der Transitüberwachung konnte es aber ein Ersthinweis auf Gesetzesverletzungen / Ordnungswidrigkeiten sein.


Sh. Bild Qelle BStU



a) Materialien verbreitet oder aufnimmt;
b) Personen aufnimmt;



Das § 16 Transitabkommen Kontrollen erforderten war und ist, glaube ich, jedem klar. Das das MfS "über´s Ziel hinausgeschossen ist" dürfte auch jedem klar sein der zum ersten die Berichte liest und den Aufwand der Kontrolle (oder Überwachung?) des Verkehrs zu Grunde legt.

Sperrbrecher, mit "getrennten Parkplätzen" für DDR- und BRD Bürger liegste falsch....da muss ich Passport recht geben. Man parkte schön gemeinsam, BRD Audi neben Trabant oder Wartburg.

Ausnahme waren nur die Reisebusse. Die durften nur auf bestimmten Parkplätzen halten.

Ich glaube, ich habe schon mal einen Fall den ich erlebt habe, irgendwo hier geschildert.

Auf einer Rastanlage Berlin- HH machten wir Pause, waren mit dem Wohnmobil unterwegs, Frau, Kind, eine normale Familie halt. Mit Verwandtschaft in der DDR, die wir aber normal über den kleinen Grenzverkehr sehen und besuchen konnten, von der Seite her war ein Treff auf der Transitstrecke nicht nötig.

Doch zurück zum Rastplatz, dort war ein ziviler Geländewagen anscheinend liegen geblieben, ein Gaz 69 ? Wie auch immer, auf dem Weg zum Intershop blieb ich stehen um dem Gespräch zu lauschen (jaja, der Wessi in Stasi Manier unterwegs ), die Zylinderkopfdichtung war wohl kaputt, der Fahrer oder einer der Insassen muss dringend nach HH zum Flughafen (ich wurde dabei direkt angesehen) und im weiteren Wortwechsel der DDR Bürger sagte dann einer: Frag´ihn doch (ob er Dich mit nimmt oder ob Du mit fahren kannst) und wieder wurde ich direkt angesehen. Er fährt doch nach Hamburg oder direkt dran vorbei (den genauen Wortlaut weiß ich nach 30 Jahren nicht mehr). Und ich kümmere mich um Dein Auto, sagte "der Andere". Wimre war da auch von "ob ich ihn abschleppen könne" die Rede, genau weiß ich das nicht mehr.

Wir sahen uns in die Augen, ich verneinte, sagte, das ich niemanden mitnehme. Dann entfernte ich mich.

Mitgenommen hätte ich einen BRD Bürger oder einen Westberliner wenn der z.B. als Tramper unterwegs gewesen wäre bzw. sein Auto kaputt gewesen wäre.

Klar war mir immer das man unter Kontrolle war wenn man Transit fuhr. Nur über den Umfang der Kontrollen war man sich nicht klar. Wir haben damals auch gern auf diesen kleinen Parkplätzen ohne Rastanlage oder Tankstelle gehalten. Unsere Tochter konnte da ungestört toben, auf irgendwelche IM oder was auch immer haben wir nie geachtet. Uns mit den DDR Bürgern unterhalten, klar. M.E. nach ungezwungen über Kinder und Auto´s ausgetauscht....den einen oder anderen ins Womo schauen lassen, war damals ein ausgebauter VW LT.

MfG Berlin





passport


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#116

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 10:40
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Die damalige Rechtsauffassung ist bekannt. Es gab Gummiparagrafen für alles. Typisch Diktatur. Heiligt der Zweck die Mittel? Wohl kaum.


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#117

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 10:52
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Auf einer nächtlichen Transitfahrt von West-Berlin nach der Bundesrepublik, sprang auf der Autobahn plötzlich
ein sowjetischer Soldat vor meinen PKW und zwang mich zum Anhalten. Er fuchtelte mit seiner MP vor mir rum
und bedeutete mir, das er mitfahren wollte. Was sollte ich tun ?

Nach einigen Kilometern überholte ich eine Fahrzeugkolonne der Sowjet-Armee. Daraufhin veranlasste er mich
zum Anhalten. Anscheinend hatte er bei einer Pinkelpause sein Fahrzeug verpasst und die waren ohne ihn weitergefahren.
Nun hatte er seine Truppe wieder erreicht und alles war in Ordnung.

Anscheinend war ihm überhaupt nicht klargeworden, dass er mit einem bösen Klassenfeind im Auto gesessen hatte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Niederlausitzer und Zange haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.09.2016 10:53 | nach oben springen

#118

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 10:59
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #116
Die damalige Rechtsauffassung ist bekannt. Es gab Gummiparagrafen für alles. Typisch Diktatur. Heiligt der Zweck die Mittel? Wohl kaum.


Du hast keine Ahnung und kein Wissen über diese Dinge !

Die § waren genau definiert. Die objektive Seite zeigte den Straftatsbestand und die subjektive Seite die zu erwartende Strafe an.
Ausserdem hatte das Transitabkommen keine § sondern festgelegte Artikel !


passport


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#119

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 11:40
von Harzwanderer | 2.921 Beiträge

Das Problem ist jegliches Fehlen von Selbstkritik oder alleine kritischer Distanz zur eigenen Vergangenheit. Dieses Forum wollen einige als Podium für ihre Ost-Propaganda missbrauchen. "Zufällig" machen das besonders oft die Leute, die in eigener Sache ihre damalige Verantwortung kleinreden wollen.

Hier sieht man Beispiele, was es damals so an Gummiparagrafen gab und wie überwacht wurde.

http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Themen...itabkommen.html

http://www.kas.de/wf/de/71.6615/

http://www.runde-ecke-leipzig.de/sammlun...tz.php?w=w00076

http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/BS...7b-2b0319ed2668


zuletzt bearbeitet 11.09.2016 11:45 | nach oben springen

#120

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 11.09.2016 13:16
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #119
Das Problem ist jegliches Fehlen von Selbstkritik oder alleine kritischer Distanz zur eigenen Vergangenheit. Dieses Forum wollen einige als Podium für ihre Ost-Propaganda missbrauchen. "Zufällig" machen das besonders oft die Leute, die in eigener Sache ihre damalige Verantwortung kleinreden wollen.

Hier sieht man Beispiele, was es damals so an Gummiparagrafen gab und wie überwacht wurde.

http://www.bstu.bund.de/DE/Presse/Themen...itabkommen.html

http://www.kas.de/wf/de/71.6615/

http://www.runde-ecke-leipzig.de/sammlun...tz.php?w=w00076

http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/BS...7b-2b0319ed2668


Für das wiederholte Gezielte "Zerschießen" eines Threads bekommst du dann mal 14 Tage Urlaub!


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