#21

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 18:41
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #20
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18

Na dann... Ich bin der Meinung dass immer Kopien (Durchschläge) erstellen werden müssen, aus denen man eine Liste erstellt und diese dann an das Ausreisegrenzamt übermittelt, welches die Einreisen mit den Ausreisen abgleicht. Ohne solche Massnahmen macht die Grenzkontrolle keinen Sinn, gerade im Transit soll sichergestellt werden, dass alle Einreisenden raschmöglichst wieder ausreisen. Und was tut man, wenn der Reisende seine Papiere verliert oder als gestohlen meldet? Man muss auch dann feststellen können, wo und wann er eingereist ist.





Es gab einen Durchschlag,natürlich,der wurde nach Stunden und Tagen abgelegt und gelagert.was das Erstellen von Listen und übermittlung an die Ausreisegüst angeht, da täuschst Du Dich.Du hast wahrscheinlich keine Vorstellung wie viele solche Visa täglich ausgefertigt wurden.Um diese Listen zu erstellen und zu versenden hätte es eine eigene Abteilung bedurft.
Die Duplikate hatten nur den Zweck in besonderen Fällen zu überprüfen ob dieses oder jenes Fahrzeug oder Passnummer abgefertigt wurde.Wenn jemand zur Ausreise erschien und angab er hat sein Visum verloren z.b.Dann setzte sich ein Rudel Passkontrolleure an der Gegenseite vor einen Riesenberg Duplikate und suchte per Hand nach dem Passenden,war das Vorhanden wurde der Ausreise stattgegeben. Ich hoffe man kann nachvollziehen,dass ein flächendeckendes Überprüfen schlichtweg unmöglich war und letztlich beim Vorhandensein eines entsprechenden Visums auch völlig sinnlos war.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 18:59 | nach oben springen

#22

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 18:54
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #21
Zitat von icke46 im Beitrag #20
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #18

Na dann... Ich bin der Meinung dass immer Kopien (Durchschläge) erstellen werden müssen, aus denen man eine Liste erstellt und diese dann an das Ausreisegrenzamt übermittelt, welches die Einreisen mit den Ausreisen abgleicht. Ohne solche Massnahmen macht die Grenzkontrolle keinen Sinn, gerade im Transit soll sichergestellt werden, dass alle Einreisenden raschmöglichst wieder ausreisen. Und was tut man, wenn der Reisende seine Papiere verliert oder als gestohlen meldet? Man muss auch dann feststellen können, wo und wann er eingereist ist.





Es gab einen Durschlag,natürlich,der wurde nach Stunden und Tagen abgelegt und gelagert.was das Erstellen von Listen und übermittlung an die Ausreisegüst angeht, da täuschst Du Dich.Du hast wahrscheinlich keine Vorstellung wie viele solche Visa täglich ausgefertigt wurden.Um diese Listen zu erstellen und zu versenden hätte es eine eigene Abteilung bedurft.
Die Duplikate hatten nur den Zweck in besonderen Fällen zu überprüfen ob dieses oder jenes Fahrzeug oder Passnummer abgefertigt wurde.Wenn jemand zur Ausreise erschien und angab er hat sein Visum verloren z.b.Dann setzte sich ein Rudel Passkontrolleure an der Gegenseite vor einen Riesenberg Duplikate und suchte per Hand nach dem Passenden,war das Vorhanden wurde der Ausreise stattgegeben. Ich hoffe man kann nachvollziehen,dass ein flächendeckendes Überprüfen schlichtweg unmöglich war und letztlich beim Vorhandensein eines entsprechenden Visums auch völlig sinnlos war.


sind die Transitvisa auch gefälscht worden, mit Erfolg = Ausreise, ohne Erfolg = Festnahme ?


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#23

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 18:57
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Nicht das ich wüsste,dürfte vom Papier her nicht ganz einfach gewesen sein,dann war noch der zweifarbige Stempel,die Farbe war chemisch gesichert, ebenso die Kugelschreiberfarbe,dass alles hätte man nicht gewusst,schwierig denke ich mal.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 19:00 | nach oben springen

#24

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 19:25
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
ich fasse es mal in Kurzform zusammen, GÜST, PKE, Ein- und Ausreise neben Transit waren sehr gut organisiert, ich denke so gut daß Organisationsfehler, Korruption und private Fälschungen null Erfolg hatten betreff unerwünschter Ausreise.

Und die Alliierten dürften ihre eigenen Möglichkeiten gehabt haben, die aber nicht für Prvatgeschichten zur Verfügung gestellt haben.

Kontrollierten denn z.B. Sovietmilitärpolizei den Militärmissionsverkehr von Potsdam nach Berlin-West?



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#25

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 19:51
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Zu den Raststätten/ Essenspreisen:

Ich habe da auch gegessen, nicht nur einmal. War Abends, gegen 20 Uhr, ich war mit einem Freund unterwegs. Gegessen haben wir Rouladen, dazu Cola. Den Preis habe ich noch vor mir, 3,14 M. Pro Nase, 3,14 M. Die 8 Pfennig Pfand für die Flasche Cola haben wir nicht zurück haben wollen.

Die 0, 86 M haben wir als Trinkgeld gegeben, bezahlt in M der DDR, ich hatte mir Geld von der Staatsbank geholt, dass stammte vom nicht verbrauchten Zwangsumtausch des kleinen Grenzverkehrs.

Wer jetzt meint das der Kutscher lieber für 2,50 oder 3 DM eine Wurst an der Imbissbude futtert statt eine richtige Mahlzeit für knappe 3 DM im Osten zu verzehren, der setzt sich wohl den Hut mit ´m Hammer auf.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#26

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 23:25
von Lutze | 8.029 Beiträge

Flaschenpfand in der DDR 8 Pfennig?
solche krummen Zahlen kannte ich nicht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#27

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 12.07.2016 23:58
von Ährenkranz | 839 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #26
Flaschenpfand in der DDR 8 Pfennig?
solche krummen Zahlen kannte ich nicht
Lutze


Ich habe jetzt auch überlegt, 8 Pfennige ist mir auch unbekannt.

Bei Milchflaschen waren 20 Pfennige und bei Bierflaschen und Mineralwasser 30 Pfennige.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.07.2016 00:00 | nach oben springen

#28

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 06:00
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Ok, will ich mich nicht drauf festlegen. In jedem Fall haben wir auf die Auszahlung verzichtet.

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#29

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 09:03
von SET800 | 3.094 Beiträge

Hallo,
praktische Frage, ein BRD-Bürger mit Einreiseerlaubniss nach Potsdam, wenn der sich am Autobahnende verfuhr und bei Berlin an der GÜST-Vorkontrolle erschien, konnte der und wenn wie umgeleitet werden oder mußte der dann nach Berlin-West ausreisen?



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#30

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 09:04
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von grenzergold im Beitrag #17
Ja, kann man schlecht lesen was in Feld 5 steht. Irgendwie , offene Zusammenkunft und Gesprächsführ. in Gaststättenräumen.


Nochmals vielen Dank dafür. Ich habe schon sehr viel über die Überwachung an Transitstrecken gelesen und dass insbesondere auch Fluchtversuche im Bereich der Transitstrecken zum überwiegenden Teil bereits hier scheiterten.
Aus eigenem Erleben als Marienborner Grenzer kann ich bestätigen, dass dem so war. Wir wurden regelmäßig brühwarm über Fluchtversuche und deren (Miss-)Erfolge informiert und gefühlt 80% dieser Vorkommnisse endeten am Rasthof Börde an der A2 oder auch auf dem Bahnhof Magdeburg.
Umso schöner finde ich es, dass man Jahrzehnte später in diesem Forum mal einen greifbaren Beweis für die Tätigkeiten "des Organs" auf den Raststätten sieht.


grenzergold hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 09:09
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #29
Hallo,
praktische Frage, ein BRD-Bürger mit Einreiseerlaubniss nach Potsdam...


Wenn man bei der Frage mal "BRD-Bürger mit Einreiseerlaubnis" durch "DDR-Bürger" ersetzt, erscheint es logisch, dass es so eine Wendemöglichkeit gegeben haben muss

Aber eine gute Antwort müssen doch eher die Spezis mit Ortskenntnis geben.


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#32

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 10:57
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Konnte er,es gab an dieser Stelle eine Wendemöglichkeit über den Mittelstreifen. Über den wurden auch die DDR-Bürger zurückgeschickt die sich bis zur Güst Verfahren hatten.Und die Passkontrolleure fuhren mit ihren Privat PKW über diese Wendemöglichkeit in den Feierabend.


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#33

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 11:05
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #30
Zitat von grenzergold im Beitrag #17
Ja, kann man schlecht lesen was in Feld 5 steht. Irgendwie , offene Zusammenkunft und Gesprächsführ. in Gaststättenräumen.


Nochmals vielen Dank dafür. Ich habe schon sehr viel über die Überwachung an Transitstrecken gelesen und dass insbesondere auch Fluchtversuche im Bereich der Transitstrecken zum überwiegenden Teil bereits hier scheiterten.
Aus eigenem Erleben als Marienborner Grenzer kann ich bestätigen, dass dem so war. Wir wurden regelmäßig brühwarm über Fluchtversuche und deren (Miss-)Erfolge informiert und gefühlt 80% dieser Vorkommnisse endeten am Rasthof Börde an der A2 oder auch auf dem Bahnhof Magdeburg.
Umso schöner finde ich es, dass man Jahrzehnte später in diesem Forum mal einen greifbaren Beweis für die Tätigkeiten "des Organs" auf den Raststätten sieht.


Du meinst die Fluchtversuche wurden auf der Transitstrecke oder den Rastätten vereitelt?Vergiss es, die beobachtende VIII/4 hat sich dort nie dekonspiriert.Die Festnahmen wurden immer erst an der Güst realisiert.Das hatte übrigens auch rechtliche Gründe,die Personenschleusung musste zweifelsfrei feststehen,theoretisch hätte ja jemand der auf DDR-Gebiet in einen Kofferraum gekrochen ist behaupten er will dort nur was suchen.Das Besteigen eines Kofferraums auf der Transitstrecke war nämlich erstmal nicht verboten.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 13.07.2016 11:06 | nach oben springen

#34

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 11:11
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #24


Kontrollierten denn z.B. Sovietmilitärpolizei den Militärmissionsverkehr von Potsdam nach Berlin-West?

Ja,es gab einen extra Bereich für das Militär, von uns getrennt durch einen Zaun.Der Bereich war für uns tabu und die Angehörigen des westlichen Missionen,die übrigens auch Uniform trugen aber mit Sicherheit nur wenig mit Militär zu tun hatten, haben uns schlichtweg ignoriert,wir waren Luft für sie.


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#35

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 12:35
von Hanum83 | 4.672 Beiträge

Zitat von grenzergold im Beitrag #17
Ja, kann man schlecht lesen was in Feld 5 steht. Irgendwie , offene Zusammenkunft und Gesprächsführ. in Gaststättenräumen.
Und nochmal der fehlende Teil


Mit welcher Akribie sich doch um jeden uninteressanten Schei... gekümmert wurde.
Kein Wunder das die Betreuungsdichte so exorbitant hoch war.
Dieser Kindergarten war auch ein ganz kräftiger Sargnagel für die DDR, die vollkommene Umkehrung von Absicht und Ergebnis, Gott sei Dank historisch eingestampft die Truppenteile.
Ich weiß Alfred, es wurden auch paar Morde aufgeklärt


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
(Zusatz-Info auf Wunsch eines einzelnen Users: War dabei auch Postenführer.)
zuletzt bearbeitet 13.07.2016 12:47 | nach oben springen

#36

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 13:05
von Ebro | 561 Beiträge

[
Ich weiß Alfred, es wurden auch paar Morde aufgeklärt [/quote]

Nicht nur ein paar Morde, noch so Einiges mehr....!



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#37

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 14:17
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #33
Du meinst die Fluchtversuche wurden auf der Transitstrecke oder den Rastätten vereitelt?Vergiss es, die beobachtende VIII/4 hat sich dort nie dekonspiriert. Die Festnahmen wurden immer erst an der Güst realisiert...


Ich kann darauf nichts Substanzielles erwidern und auch keine Details sagen, weil ich keine kenne. Ich denke aber, es ging nicht um Schleusungen sondern eher um potenzielle Grenzverletzer, die die Transitstrecken als Annäherungsweg nutzten. Wie diese GV's aufgeklärt wurden und mit welcher Begründung sie verhaftet wurden, weiß ich auch nicht.
Ich kann nur berichten, was ich in diverser, allgemein gut recherchierter Literatur gelesen habe und dass sich für mich die Glaubwürdigkeit des Gelesenen daraus ergibt, dass es mit meinem selbst Erlebten übereinstimmt.
Mir fällt auch kein Grund ein, warum man die Grenzkompanien diesbezüglich falsch informiert haben sollte. Die Schilderungen über Vorfälle an der Grenze nahmen in der Regel kein Blatt vor den Mund. Selbst betroffene oder gar im Grenzdienst getötete Grenzer, die überall als Helden verehrt wurden, kamen in solchen Schilderungen oft schlecht weg, wenn sie sich im Grenzdienst nicht korrekt verhalten hatten.
Warum also sollte man uns erzählen, man habe potenzielle Grenzverletzer am Rasthof Börde festgenommen, wenn dies nicht wahr gewesen wäre?


zuletzt bearbeitet 13.07.2016 15:20 | nach oben springen

#38

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 15:35
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #37
Wie diese GV's aufgeklärt wurden und mit welcher Begründung sie verhaftet wurden, weiß ich auch nicht.



Das ist der Punkt,wie will man einen"eventuellen Grenzverletzer"der sich auf einer Transitstrecke,die nebenher noch eine ganz normale Straße für DDR-Bürger ist,die sich dort zu Tausenden aufhalten, eigentlich ausmachen und nachweisen, dass er einer ist?


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#39

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 16:15
von sentry | 1.077 Beiträge

In einer offensichtlich auf höchster DDR-Ebene (Krenz, Keßler, Mielke, Dickel...) beachteten Auswertung zu Fahnenfluchten bei den Grenztruppen aus dem Jahr 1987 kann man sehr umfangreiche Statistiken über Grenzverletzerbewegungen lesen. Unter anderem findet man dort, dass in 1986/87 (der Zeitraum, wo ich auch an der Grenze war) an den Westgrenzen von allen Festnahmen lediglich 27% durch die Grenztruppen erfolgten. Das passt in etwa mit der ebenfalls dort zu lesenden Statistik zusammen, dass überhaupt nur 42% der Grenzverletzer bis ins Grenzgebiet gelangten.
Insgesamt wurden 95 % aller GV's festgenommen, dem Rest ist der Durchbruch gelungen. Wir sprechen hier von 1.033 Personen=100 % vom 01.12.1986 bis 31.08.1987.

Das bedeutet also, dass ca. 60% aller Festnahmen außerhalb des Grenzgebiets und 70% von anderen Organen als den GT erfolgten, wo man sich ja im Zusammenhang mit unserer kleinen Diskussion fragen muss, wie das erfolgen konnte, wenn die Grenze noch gar nicht in Sicht war.
Wie gesagt, eine Antwort habe ich nicht, aber es scheint passiert zu sein und lässt damit auch die Berichte über Festnahmen an Autobahnraststätten durchaus realistisch erscheinen.


zuletzt bearbeitet 13.07.2016 16:18 | nach oben springen

#40

RE: Transit Westdeutschland/ Berlin, Berlin/ Westdeutschland, "Zeitüberschreitungen" ein Problem?

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 13.07.2016 16:20
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #39


Das bedeutet also, dass ca. 60% aller Festnahmen außerhalb des Grenzgebiets und 70% von anderen Organen als den GT erfolgten, wo man sich ja im Zusammenhang mit unserer kleinen Diskussion fragen muss, wie das erfolgen konnte, wenn die Grenze noch gar nicht in Sicht war.
Wie gesagt, eine Antwort habe ich nicht, aber es scheint passiert zu sein und lässt damit auch die Berichte über Festnahmen an Autobahnraststätten durchaus realistisch erscheinen.

Sicher,dass kann schon sein,aber weil man sich bei der Vorbereitung blöde angestellt,sich verplappert hat,von IM "enttarnt"wurde und von zu Hause zur"Klärung eines Sachverhaltes"abgeholt wurde.


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