#181

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 11:43
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #177

du musst nicht immer die Zahl in den Vordergrund stellen. Die Gegenleistung dafür waren sehr viele Bruchbuden, in denen in Westdeutschland nicht mal ein Hund gewohnt hätte. Die Neubauten ( Plattenbauten ) waren auf billigsten Niveau/Qualität zusammengeschusterte Bauten. Für so was hätte ich in WD keinen Pfennig ausgegeben. Quelle meines Wissen, viele Besuchsreisen, also Augenzeuge, in Thüringen von 1972 - 1989.
Also kurz und gut, dieser Vergleich hinkt ja in einem Ausmaß, dass man nicht mehr von Vergleich reden kann.


Ich gehe von meinem Dorf aus und schreibe oft das, was ich selbst erlebt habe.

Bei uns waren das keine Bruchbuden, es gab viele Genossenschaftswohnungen, die wurden in Schuß gehalten und die Miete lag so um die 15 - 25 Mark im Monat für eine z.B.vierköpfige Familie mit 5 Zimmern.

Nur war das zu wenig, um auf Dauer diese Wohnhäuser wohnbar zu halten und nach der Wende kamen dann die Ruinen.

Schule,Kindergarten und Gemeindehaus wurden z.B. von unserem Betrieb saniert, der alle Kosten getragen hat, die Handwerker wurden auch dazu freigestellt.

Also, Ruinen und Verfall von Häusern gab es aber trotzdem bis zur Wende überhaupt nicht.

Und es wäre durchaus ein Mieter in der Lage gewesen, da mal im Monat 50 - 100 Mark zu zahlen, aber es war eben zu sozial...., und da wollte ich drauf hinaus.
Das sollte kein Vergleich sein.

Das nur mal dazu.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 11:55 | nach oben springen

#182

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 12:29
von Hanum83 | 4.776 Beiträge

Bei allem Geschimpfe auf H4, in Spanien z.B. gibt es so was gar nicht, wenn du da kein Geld verdienst, Pech gehabt, da kümmert sich gar niemand um gebeutelte.
Wir klagen schon immer gerne auf recht hohem Niveau, in vielen Ecken der Welt, auch in Europa, träumt man von unseren sozialen Standards.
Das man für nichts machen am besten 1500 Euro rüberreicht ist wohl ein frommer Wunsch.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 12.07.2016 12:34 | nach oben springen

#183

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 12:30
von Klauspeter | 987 Beiträge

Hier wurde mehrfach auf die Nichtwähler hingewiesen, dass sie nicht wählen gehen, aber dann meckern.

Interessant ist doch die Frage, warum inzwischen so viele nicht mehr wählen gehen?
Während und nach der Wende hatten wir Wahlbeteiligungen fast wie zu DDR-Zeiten. Dann gingen immer weniger zur Wahl.

Ich sehe folgende Ursachen:
Enttäuschung darüber, dass sich nach nach den Wahlen trotz vieler Versprechungen nichts änderte.
Egal, welche Partei gewählt wurde, es tauchten am Politikerhimmel fast immer wieder die gleichen Gesichter auf und immer wieder mit den gleichen Phrasen und Versprechungen.
Hinzu kommt, dass sich die Parteien immer weniger voneinander unterscheiden. Ich meine jetzt nicht im Parteiprogramm, sondern in ihrer praktischen Politik. CDU und SPD in der Großen Koalition - wer findet da noch Unterschiede zwischen SPD und CDU? Na gut, so ein Jahr vor neuen Wahlen gebärden sich SPD-Spitzenpolitiker mal wieder "revolutionär" und schimpfen gewaltig auf Dinge, die sie selbst vorher beschlossen oder mit beschlossen haben.
Hat das "Wahlvolk" sie erst einmal gewählt, dann kommt das "Wahlvolk" nicht mehr gegen sie an. Sie haben ausgesorgt bis zur nächsten Wahl.
Eine Ursache für die nachlassende Wahlbeteiligung sehe ich auch darin, dass manche Menschen sich nicht mehr wohlfühlen, weil Dinge beschlossen werden, bei denen viele ein ungutes Gefühl haben: Beispielsweise deutsche Soldaten nahe der russischen Grenze; eine Flüchtlingspolitik, zu der das Volk nicht gefragt wurde, die uns aber teuer zu stehen kommt; bis zu den Auslandseinsätzen der Bundeswehr oder unseren steigenden Waffenverkäufen in alle Welt.

Wie sagen die Politiker oft - wir sind doch vom Volk gewählt; was wir machen, machen wir in eurem Auftrag. Mancher möchte da dann doch nicht mit hineingezogen werden und wird Nichtwähler.
Klaus


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#184

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 12:53
von TOMMI | 1.988 Beiträge

Hier sind einige Beispiele angesprochen worden über die, ich nenne es mal Tyrannei in den Betrieben.
Wenn man wie ich in einem Betrieb arbeitet, der einen selbstbewussten Betriebsrat hat, der diese Bezeichnung auch verdient und zu drei Vierteln
gewerkschaftlich organisiert ist und somit einen Tarifvertrag hat, dann verliert man oft den Blick für die Zustände in leider noch der Mehrheit der Betriebe. Da sind so Sachen wie Urlaubsverzicht und Überstunden nur einige Beispiele. Dazu kommen Hungerlöhne (seit dem Mindestlohn nicht mehr so einfach, aber wir erinnern uns an das Wutgeheul der Lobbyverbände), Schikane bei Krankheit und eklatante Verstöße gegen das Arbeitszeitgesetz (12h-Schichten, etc.). Ist die Lage des Betriebes wirtschaftlich gut, halten sich die Probleme in Grenzen, aber wehe, es geht mal schlechter, dann kann der Buckel der Arbeitnehmer nicht breit genug sein, um die Probleme darauf abzuwälzen. Besonders schlimm ist es, wenn die Vorgesetzten fachliche Nieten sind. Übrigens: Nicht selten sind derartige Tyrannen ehemalige Funktionäre und "staatliche Leiter", die früher die Heilslehre des Sozialismus predigten. Heute sind sie fiesere Kapitalisten, als die etablierten. Woher ich das weiß? In meinem früheren Berufsleben war ich Leiharbeiter und lernte in 10,5 Jahren 36 Firmen von innen kennen.
Um wieder den Bogen zur Wahl zu bekommen: Um in der Wirtschaft einiges vom Kopf auf die Füße zu stellen, müssen endlich Recht und Gesetz konsequent durchgesetzt werden.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#185

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 14:57
von StabsfeldKoenig | 2.648 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #132
ich erwarte mir eine stabile Regierung, die zukunftsgerichtet plant und entspr. Gesetze verabschiedet. Ich möchte keine Wischi Waschi Koalition, wo man sich gegenseitig blockiert und ans Bei pink.... ode rWahlkampf macht. Ich erwarte vor allem einen guten Finanzminister, der die guten Steuerprognosen endlich in den Schuldenabbau investiert, ich erwarte einen guten Innenminister, der ein Einwanderungsgesetz konzipiert, das den Namen verdient. Wenn dann noch Zeit ist, sollte eine Verfassung ausgearbeitet werden, die das Grundgesetz ablöst. Beschlussweg diesmal über eine Volksabstimmung.



Dann müßtest du die Linke wählen, da die (ggf. in Koalition mit den Grünen) genau das löst. Und beim Einwanderungsgestz kommt es darauf an, ob man moralische oder profitable Ziele möchte. Ein Verfassungsentwurf (den man noch etwas aktualisieren könnte) liegt bereits in der Schublade, denn der runde Tisch hatte 1990 eine neue DDR-Verfassung ausgearbeitet.



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#186

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 15:37
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #182
Bei allem Geschimpfe auf H4, in Spanien z.B. gibt es so was gar nicht, wenn du da kein Geld verdienst, Pech gehabt, da kümmert sich gar niemand um gebeutelte.
Wir klagen schon immer gerne auf recht hohem Niveau, in vielen Ecken der Welt, auch in Europa, träumt man von unseren sozialen Standards.
Das man für nichts machen am besten 1500 Euro rüberreicht ist wohl ein frommer Wunsch.


so ist es. In den USA gibts ein halbes Jahr ALU dann ist Schluß. guckst du hier :
Arbeitslosenunterstützung
Wer ohne eigenes Verschulden die Arbeit verloren hat, kann Arbeitslosenunterstützung (unemployment benefits) in Anspruch nehmen. Dieses Arbeitslosengeld wird nicht automatisch gezahlt, sondern muss beim zuständigen state unemployment office beantragt werden. Die Voraussetzungen für die Inanspruchnahme, wie z. B. Höhe des Einkommens und/oder Länge der Beschäftigung vor dem Verlust des Arbeitsplatzes, sowie die Dauer und die Höhe der Arbeitslosenunterstützung richten sich nach den Bestimmungen des jeweiligen Bundesstaates. In den meisten Staaten wird bis zu einer bestimmten Obergrenze, die von Staat zu Staat sehr stark variieren kann, die Hälfte des letzten Gehalts für maximal 26 Wochen bezahlt.

Sozialhilfe
In den USA wird davon ausgegangen, dass eine gesunde Person eine Arbeit finden sollte, egal ob sie ihrer beruflichen Qualifikation entspricht oder nicht. Die Zahlung von Sozialhilfe (welfare) an arbeitsfähige Personen ist auf fünf Jahre im Leben beschränkt, wobei man in der Regel nicht mehr als zwei Jahre hintereinander arbeitslos sein kann. Sozialhilfe wird nur an jene gezahlt, deren Einkommen unterhalb der Armutsgrenze liegt und die nicht genug Geld für Essen, Kleidung und Unterkunft haben.


Quelle :http://www.auswandern.us/sozialeabsicherung.html

jetzt weiss man warum so viele nach D auswandern und nicht in die USA, weil hier das Schlaraffenland ist , für Schlaraffen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#187

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 16:43
von der alte Grenzgänger | 1.002 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #181
...
Ich gehe von meinem Dorf aus ...

Bei uns waren das keine Bruchbuden, ......und nach der Wende kamen dann die Ruinen.
...
Also, Ruinen und Verfall von Häusern gab es aber trotzdem bis zur Wende überhaupt nicht.

....


OT- aber wichtig ..
Würdest Du den Namen Deines Heimatdorfes mal bitte kundtun ?
Trinwillershagen?

Siggi
(der irgendwie andere Bilder im Kopf hat..)
gerade nochmal nachgesehen- Trin liegt natürlich nicht im Erzgebirgskreis... aber ich bin ja auch nicht in der Lausitz aufgewachsen ...


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 16:45 | nach oben springen

#188

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 16:56
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #187

OT- aber wichtig ..
Würdest Du den Namen Deines Heimatdorfes mal bitte kundtun ?
Trinwillershagen?
Siggi
(der irgendwie andere Bilder im Kopf hat..)
gerade nochmal nachgesehen- Trin liegt natürlich nicht im Erzgebirgskreis... aber ich bin ja auch nicht in der Lausitz aufgewachsen ...


Das habe ich doch schon längst, weil ich gemerkt habe, dass hier viele Zweifel hatten an der einen oder anderen Aussage / Meinung.
Und Heckenhaus hat vieles bestätigt, weil er hier diese Gegend sehr gut kennt und auch jetzt noch wohl Kontakte hat.

Siehe #99 / #104/ #105 / #112


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 17:04 | nach oben springen

#189

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 17:16
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #187
Zitat von Ährenkranz im Beitrag #181
...
Ich gehe von meinem Dorf aus ...

Bei uns waren das keine Bruchbuden, ......und nach der Wende kamen dann die Ruinen.
...
Also, Ruinen und Verfall von Häusern gab es aber trotzdem bis zur Wende überhaupt nicht.

....


OT- aber wichtig ..
Würdest Du den Namen Deines Heimatdorfes mal bitte kundtun ?
Trinwillershagen?

Siggi
(der irgendwie andere Bilder im Kopf hat..)
gerade nochmal nachgesehen- Trin liegt natürlich nicht im Erzgebirgskreis... aber ich bin ja auch nicht in der Lausitz aufgewachsen ...



Tja, das wäre gerade anders herum als im Normalfall.

1989 gab es einen Film "Ist Leipzig noch zu retten"....und so habe ich es erlebt: Abgesperrte Fußwege allenthalben, weil die Dachziegel reihenweise runterfielen...ganze Stadtviertel mit ruinösen, fast leergewohnten Häusern, dessen letzte Bewohner sicherheitshalber Schilder anbrachten "dieses Haus ist noch bewohnt" usw.
Heutzutage ist Leipzig wieder eine attraktive Stadt (was uns weltweit bescheinigt wird)..............Völkerschlachtdenkmal und Hauptbahnhof waren in der DDR häßlich schwarz. Daß das eine Dreckschicht war und die Mauersteine ganz anders aussehen, das wissen wir inzwischen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 17:19 | nach oben springen

#190

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 17:29
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #189


Tja, das wäre gerade anders herum als im Normalfall.

1989 gab es einen Film "Ist Leipzig noch zu retten"....und so habe ich es erlebt: Abgesperrte Fußwege allenthalben, weil die Dachziegel reihenweise runterfielen...ganze Stadtviertel mit ruinösen, fast leergewohnten Häusern, dessen letzte Bewohner sicherheitshalber Schilder anbrachten "dieses Haus ist noch bewohnt" usw.
Heutzutage ist Leipzig wieder eine attraktive Stadt (was uns weltweit bescheinigt wird)..............Völkerschlachtdenkmal und Hauptbahnhof waren in der DDR häßlich schwarz. Daß das eine Dreckschicht war und die Mauersteine ganz anders aussehen, das wissen wir inzwischen.


Es gab halt auch in diesem Bereich einen Unterschied zwischen Stadt und Land.

Und gerade bei uns im Dorf - da hat jeder jeden geholfen, da gab es keinen Neid unter den Nachbarn.

Die kleinen Einfamilienhäuser wurden mit allen möglichen Mitteln gehegt und gepflegt, da wurde getauscht nach dem Motto: "Gibst du mir, so geb ich dir".
Der eine oder andere hatte Beziehungen, auch mal an paar Säcke Zement zu kommen.
Und was wurde nicht alles selbst gebaut und ausgetüftelt, im Betrieb konnte man sich auch mal das eine oder andere selbst herstellen.

Wie ich schon geschrieben hatte, die 2 Betriebe im Ort haben "staatliche " Einrichtungen in Schuß gehalten und es wurden sogar Handwerker dafür freigestellt.

Der Zerfall von zB. Genossenschaftswohnungen begann erst nach der Wende, weil viele einfach hier weggezogen sind, hauptsächlich wegen Arbeit.
Und es kamen auch keine "Zuzügler", so daß viele Wohnungen leer standen und eben auch nicht mehr unterhalten wurden.

Der Großteil besaß ein kleines Haus, welches immer wieder von einer Generation zur anderen "vererbt" wurde, aber so langsam funktioniert das auch nicht mehr, weil Kinder und Enkel hier auch fortziehen, weil sie keine Perspektive hier mehr haben.

Entschuldigung, weil ich auch vom eigentlichen Thema abgewichen bin - also dann bitte weiter zum Thread - Thema!


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
Ostalgiker, bürger der ddr und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 17:32 | nach oben springen

#191

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 17:34
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Zitat von Ährenkranz im Beitrag #190


Die kleinen Einfamilienhäuser wurden mit allen möglichen Mitteln gehegt und gepflewgt, da wurde getauscht nach dem Motto: "Gibst du mir, so geb ich dir".
Der eine oder andere hatte Beziehungen, auch mal an paar Säcke Zement zu kommen.




Die gegenseitige Nachbarschaftshilfe gab es auch im Westen, sie ist irgendwann verschütt gegangen. Das liegt in meinen Augen an den Menschen, die der Werbung ausgesetzt sind. "Geiz ist geil" usw. "Was bin ich, was kann ich noch werden?" ...Höher, schneller, weiter. Maß und Ziel verloren. Kaufen, verbrauchen, wegschmeißen. Früher wurde viel mehr repariert.



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#192

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 17:41
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #191
Zitat von Ährenkranz im Beitrag #190


Die kleinen Einfamilienhäuser wurden mit allen möglichen Mitteln gehegt und gepflewgt, da wurde getauscht nach dem Motto: "Gibst du mir, so geb ich dir".
Der eine oder andere hatte Beziehungen, auch mal an paar Säcke Zement zu kommen.




Die gegenseitige Nachbarschaftshilfe gab es auch im Westen, sie ist irgendwann verschütt gegangen. Das liegt in meinen Augen an den Menschen, die der Werbung ausgesetzt sind. "Geiz ist geil" usw. "Was bin ich, was kann ich noch werden?" ...Höher, schneller, weiter. Maß und Ziel verloren. Kaufen, verbrauchen, wegschmeißen. Früher wurde viel mehr repariert.


Das "Wegschmeißen" nervt mich noch immer, wir versuchen jetzt noch, vieles selbst zu reparieren, aber gerade bei elektrischen Geräten ist das so gut wie gar nicht mehr möglich, da bekommt man ja oft noch mehr graue Haare, um da mal was "aufzuschrauben"...
Mein Mann hat erst vor kurzem unseren Küchentisch von 1979 wieder angerichtet, denn der ist nun doch mal zusammengebrochen - aber der überlebt uns jetzt ganz sicher.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 12.07.2016 17:41 | nach oben springen

#193

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 12.07.2016 20:10
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #189


Tja, das wäre gerade anders herum als im Normalfall.

1989 gab es einen Film "Ist Leipzig noch zu retten"....und so habe ich es erlebt: Abgesperrte Fußwege allenthalben, weil die Dachziegel reihenweise runterfielen...ganze Stadtviertel mit ruinösen, fast leergewohnten Häusern, dessen letzte Bewohner sicherheitshalber Schilder anbrachten "dieses Haus ist noch bewohnt" usw.
Heutzutage ist Leipzig wieder eine attraktive Stadt (was uns weltweit bescheinigt wird)..............Völkerschlachtdenkmal und Hauptbahnhof waren in der DDR häßlich schwarz. Daß das eine Dreckschicht war und die Mauersteine ganz anders aussehen, das wissen wir inzwischen.


Stimmt, was du schreibst.
Ich bin gern mal in Leipzig und freue mich darüber, was aus Leipzig geworden ist.

Es gibt aber auch andere Dinge, die heute zu Leipzig gehören und eigentlich gar nicht zu den sauberen Fassaden passen. Beispielsweise, dass man in der Innenstadt häufig angebettelt wird ( "Haste mal einen Euro?" ). Dazu gehört der kaum noch zu übersehende Drogenhandel, eine erschreckend hohe Kriminalität (ich lese die "Leipziger Volkszeitung"), linke und rechte Krawalle; schnell steigende Mieten Kinderarmut und obdachlose Kinder.

Ich will mit meiner Ergänzung nicht das schlecht reden, was du geschrieben hats. Es gehört aber auch zu Leipzig von heute.

Klaus


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#194

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 10:50
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Ganz Deiner Meinung. Aber ich antwortete zum Thema verfallene Häuser.

Und da haben sich auch die Dörfer verbessert.

Dörfer, die schlechter aussehen als vor 1990, sind sicherlich die Ausnahme.
Eher war das doch so, daß die Gemeinen in den Straßenbau usw. investierten und die Privatleute ihre Häuser auf Vordermann brachten.


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zuletzt bearbeitet 13.07.2016 10:54 | nach oben springen

#195

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:05
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #194
Ganz Deiner Meinung. Aber ich antwortete zum Thema verfallene Häuser.

Und da haben sich auch die Dörfer verbessert.

Dörfer, die schlechter aussehen als vor 1990, sind sicherlich die Ausnahme.
Eher war das doch so, daß die Gemeinen in den Straßenbau usw. investierten und die Privatleute ihre Häuser auf Vordermann brachten.


Ja, war bei uns schon auch so - nach der Wende haben viele ihre Häuser noch verschönert, ob außen und / oder innen.
Es gab ja dann alles im Baumarkt und man konnte sich das innerhalb kurzer Zeit kaufen.

Kurz, es gab zu DDR - Zeiten keine verfallenen Häuser, nach der Wende wurden 2 - 3 Häuser total abgerissen, die unbewohnt blieben und alles andere wurde auch weiter in Ordnung gehalten und noch verbessert, z.B.Einbau von Heizungsanlagen.
Da hatte / hat ein Dorf schon eine gute Grundlage, dass das Ortsbild sauber war / ist, eben durch die vielen privaten Einfamilienhäuser - vermietete Wohnungen gibt es auch jetzt nur noch vereinzelt, und das sind die Genossenschaftswohnungen aus DDR - Zeiten.

Hauptsächliche Ruinen waren nach der Wende die Betriebe, später noch die Schule und das Gemeindeamt und das NVA - Erholungsheim, letzteres steht aber immer noch und soll demnächst abgerissen werden.
Vielleicht ist auch einer hier im Forum, der in diesem Heim mal Urlaub gemacht hat, war aber eben nur für "höhere Dienstgrade".


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zuletzt bearbeitet 13.07.2016 13:13 | nach oben springen

#196

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:14
von bürger der ddr | 3.626 Beiträge

Auch wenn das Thema jetzt durch mich noch weiter in OT geht....

Ich habe in den Dörfern eines festgestellt, nach dem Umtausch in DM war noch Geld da. Der DDR Bürger hatte für den PKW, die Farbglotze und und gespart und auf dem Dorf gab es noch das "Mehrgenerationenhaus", das hieß Oma und Opa mußten für alle so viel wie möglich umtauschen.

Nun traditionell wurde erst einmal in das Haus gesteckt....
- neue Fassade
- Dach neu
- Heizung neu
und, und. Die Handwerksbetriebe schossen aus dem Boden wie Pilze nach einem Herbstregen. Doch bald war das Geld ausgegeben, die Ernüchterung kam, Arbeitslosigkeit und das "Mehrgenerationenhaus" war Vergangenheit, die Jugend ging in den "Westen".....

Das führte zu einem überdurchschnittlichen Sterben der Handwerksbetriebe in der Foge. Was heute noch im Vergleich zu DDR Zeiten die Masse macht, das sind die Produkte diese "Boomphase".
Heute sehen unsere Dörfer (hier in Thüringen) wieder zwiespältig aus, auf der einen Seite topp sanierte Gebäude der "Gutverdiener" und daneben der einsetzende schleichende Verfall....



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#197

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:19
von bürger der ddr | 3.626 Beiträge

Das muß einfach auch einmal gesagt werden!

Nach den vielen "Tiraden" in den anderen Themen, ein Danke das hier so sauber und verbal korrekt diskutiert wird!



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#198

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:23
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Wie es bei uns mal im Dorf weitergeht, da macht sich schon jeder auch seine Gedanken, noch ist es unsere Generation, die es schafft, Häuser in Ordnung zu halten, auch mit einer kleineren Rente.
Kinder, Enkel sind so gut wie keine mehr hier und haben auch oft kein Interesse mehr, hierher zu ziehen.
Also, unsere Häuser werden dann schon irgendwann mal "verfallen"..., reindenken darf man sich da nicht.

Da es arbeitsmäßig immer schlechter wird, gibt es für die nachfolgenden Generation absolut nichts mehr, sich hier niederzulassen und das Haus weiter zu übernehmen.
Irgendwie ist das schon traurig.


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#199

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:35
von Lutze | 8.039 Beiträge

Vielleicht ziehen wieder Erzgebirgler zurück in ihre Heimat,
zum Beispiel wenn die Rente naht,für mich ein sehr schönes
Fleckchen auf dieser Erde
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#200

RE: Was erwarten wir von den Wahlen 2017

in Themen vom Tage 13.07.2016 13:46
von Ährenkranz | 845 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #199
Vielleicht ziehen wieder Erzgebirgler zurück in ihre Heimat,
zum Beispiel wenn die Rente naht,für mich ein sehr schönes
Fleckchen auf dieser Erde
Lutze


Wäre schon möglich - nur, bekommen unsere Kinder und Enkel noch eine Rente, wovon man wenigstens noch leben kann, geschweige denn, noch was in Schuß halten zu können wohnungsmäßig?

Die Rente ist nämlich nicht mehr "sischer" ....., und gesundheitlich muß man auch noch lange auf dem Damm sein, wenn man nur alles mit dem PKW erledigen muß, um Lebensmittel zu bekommen.
Und im Garten, wächst ja bei uns außer Unkraut auch nichts, früher hatten wir wenigstens noch paar Erdbeeren, Radieschen, Rettich und Salat im Garten aber damit ist seit den letzten 15 Jahren auch nichts mehr zu machen.

Um mal wieder was zum Thema beizutragen - merkt ihr schon den Beginn des Wahlkampfes für die Bundestagswahl in euren Wohnorten?

So langsam müßte man doch in den Startlöchern stehen.


"Die Dummheit von Regierungen sollte niemals unterschätzt werden" - Helmut Schmidt
zuletzt bearbeitet 13.07.2016 13:53 | nach oben springen


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