#61

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 16:06
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Also ich finde es nicht gut das über Kid hergezogen wird.

Zum einen deshalb nicht, weil seine "Taten" seit mehr als 30 Jahre her sind. Zum anderen auch nicht, dass über sein Buch und jetzt über den Film hergezogen wird, Kritik geäußert wird.

Ich meine auch das Larissa das nicht zusteht sich entsprechend zu äußern. Denn auch sie ist an die Öffentlichkeit gegangen, hat ein Buch geschrieben.

Die Äußerung von Alfred, Kid hätte Fehler gemacht, mag stimmen. Aber welcher Mensch macht keine? Ich mache mit diesem Statement vermutlich auch einen Fehler....

Leute, lasst es gut sein.

MfG Berlin

Edit: Rechtschreibung


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.07.2016 16:06 | nach oben springen

#62

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 16:50
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #61
Also ich finde es nicht gut das über Kid hergezogen wird.

Zum einen deshalb nicht, weil seine "Taten" seit mehr als 30 Jahre her sind. Zum anderen auch nicht, dass über sein Buch und jetzt über den Film hergezogen wird, Kritik geäußert wird.

Ich meine auch das Larissa das nicht zusteht sich entsprechend zu äußern. Denn auch sie ist an die Öffentlichkeit gegangen, hat ein Buch geschrieben.

Die Äußerung von Alfred, Kid hätte Fehler gemacht, mag stimmen. Aber welcher Mensch macht keine? Ich mache mit diesem Statement vermutlich auch einen Fehler....

Leute, lasst es gut sein.

MfG Berlin

Edit: Rechtschreibung


Ja, machst Du einen Fehler. Ich habe ueber das Leben von Jens @berlin3321 falls Du lesen kannst und gleichzeitig verstehen, mich positiv geaeussert, aber nicht ohne Bedenken um diesen Film. Und das steht mir wie jedem andere zu. Mein Buch habe ich geschrieben unter Pseudonym. Dabei habe ich es belassen. Also chill out und lass mich persoenlich in Ruhe, eine Sache, um die ich Dich schon einige Male gebeten habe.
Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
zuletzt bearbeitet 06.07.2016 16:55 | nach oben springen

#63

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 17:30
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Die positiven Äußerungen habe ich nicht vergessen. Aber bewußt nicht erwähnt.

Um es mal auf den Punkt zu bringen: Es war damals die Entscheidung von Kid. Wie heute die zum Film. Oder die zum Buch. Diese zu kritisieren steht uns nicht zu. Wir kennen die Beweggründe nicht. Sie sind auch nicht wichtig, es ist ganz allein die Entscheidung von Kid.

Ebenso wenig Deine Beweggründe zum Buch, zum Presserummel in Bröthen, die dann im Sande verliefen (wie man ja hier nachlesen kann). Genauso wie es Deine Entscheidung war. Kritik steht niemandem zu.

Was man kann, ist, seine persönliche Meinung äußern und zwar in der Form: Ich hätte nicht so gehandelt. Grund oder nicht Grund, egal. Aber hier wird unterschwellig Kid erneut verurteilt und das steht uns nicht zu. Punkt. Fertig.

Und was den anderen Wunsch angeht, klopf doch bei Cheffe an, vielleicht "entsorgt" er mich? Ohne provozieren zu wollen, las ich nicht schon einige Male "Ich gehe"?

Wobei mir das letztendlich ziemlich Rille ist. Ich denke mir meinen Teil, denn Gedanken sind (glücklicherweise) frei.

Berlin


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#64

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 18:01
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von berlin3321 im Beitrag #63
Die positiven Äußerungen habe ich nicht vergessen. Aber bewußt nicht erwähnt.

Wobei mir das letztendlich ziemlich Rille ist. Ich denke mir meinen Teil, denn Gedanken sind (glücklicherweise) frei.

Berlin






Wenn Dir das alle Rille ist, dann hoer doch auf mit diesen Sticheleien und dem alten Crap, was soll das? Warum schreibst Du denn das alles?

Zu diesem Thema mit KID. Berlin3321. Sobald ein Mensch geht an die Oeffentlichkeit, muss er damit rechnen Kritik zu bekommen. Davon habe ich auch genug einstecken muessen.
Das ist aber in diesem Forum nur ganz vereinzelt geschehen in diesem Thread. Deine Aufregung in Ehren, sie ist unnoetig.

Der Presserummel -wie Du den nennst, den gab es nicht. Es waren 2013 zwei Journalisten anwesend, exDieter1945, Peter und ich. Auf mein Geheiss, wegen Peter, habe ich die Berichte nicht veroeffentlichen lassen. Der Tag laesst Dich nicht los und wir beide wissen warum.

Warum solltest Du entsorgt werden? Und im uebrigen. Ich bin seit dem 1.1.15 nach laengerer Abwesenheit wieder hier und seit dieser Zeit habe ich noch nie gesagt ich gehe. Also, was sollen diese Zeilen.
Ich bin demnaechst in Schwanheide. Vielleicht koennten wir das nachholen, was wir damals versaeumten, ein kleines klaerendes Gespraech.
Ich wuerde mich freuen, Gruesse, Larissa

,,,,,,,,,,,,


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#65

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 18:14
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Du musst mich für ziemlich blöd halten.

Ich bin zwar blond aber (noch) nicht völlig bekloppt.

Viel Spaß in Schwanheide und Zweedorf, vielleicht triffst du Scheese ja.


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#66

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 18:56
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Ich finde hier manche Hinweise etwas verharmlosend. Der Mann wußte vielleicht nicht immer, was er tat, aber er hat es getan. Er ist bestimmt nicht nur das arme Opfer, das in psychisch labilem Zustand als Amerikaner die Grenze überschritt, wo er dann von der Stasi gedreht wurde. Da war vorher schon was verdreht. Der Mann sucht Aufmerksamkeit. Daß er nach der Wende verhaftet wurde, damit mußte er rechnen.



andyman und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#67

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 21:18
von Uleu | 528 Beiträge

Der Film war interessant, wirft aber auch Fragen auf. Vor allem, warum hat er ihn jetzt gemacht ? Ich war erst davon ausgegangen, dass es ein Film über Jens wird, ein Film mit Jens hat mich überrascht.

Das er mit seiner Verhaftung rechnen musste ist einleuchtend. M.W. wurde er auf dem Alexanderplatz von einer Zivilbeschäftigten der US Army aus Marienfelde enttarnt, erst da wurden die geschlossenen Akten wieder aufgemacht, bis dahin galt er als tot.
Die Bedeutung von Carnopy Wing ist unumstritten, aber viel interessanter wären seine Ergebnisse im Objekt Humboldt - Ausspähung der US Botschaft - gewesen, leider verliert er dazu kein Wort. Ich tippe auf den Deal mit den US Behörden.

Er ist verraten worden, er ist ein Opfer. Aber nicht nur. Warum er vehement auf die HA III einprügelt, verstehe ich nicht, die haben viel für ihn getan, seine Legende war perfekt. Und auch dass der Verrat von dort gekommen sein soll, wird inzwischen angezweifelt.

Wie gesagt, warum der Film jetzt gemacht wurde, ist schwierig zu verstehen, wenn dann hätte ich mir ihn aber ohne diese vielen Nebelkerzen gewünscht. Jens weiss es eigentlich besser.
Beeindruckt war ich von dem ehrenvollen Verweis auf Köpenick.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#68

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 22:17
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #67
[...]Wie gesagt, warum der Film jetzt gemacht wurde, ist schwierig zu verstehen, wenn dann hätte ich mir ihn aber ohne diese vielen Nebelkerzen gewünscht. Jens weiss es eigentlich besser.
Beeindruckt war ich von dem ehrenvollen Verweis auf Köpenick.

Die Idee zum "Film" stammt offenbar von Henry. Er hätte sich sicherlich
sehr, sehr tief in die Materie eingearbeitet, so daß kaum noch Fragen
offen geblieben wären.

Insgesamt kamen noch einige Details zur Sprache, welche mir bisher
unbekannt waren. Einige Aussagen von T. McBroom sind für mich
nicht ganz nachvollziehbar, aber das ist wohl den Beziehungen der
BRD zu den USA bzw. den damit verbundenen Rahmenbedingungen
geschuldet.

Ich finde es prima, daß Kid sich entschlossen hat bei der Arbeit mitzuwirken.
Höchst erstaunlich und bewundernswert ist für mich immer noch, wie ein
erwachsener Mensch eine Fremdsprache so perfekt und fast akzentfrei
erlernen und sprechen kann.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
Ebro, damals wars und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#69

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 23:26
von Kalubke | 2.296 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #67


.... aber viel interessanter wären seine Ergebnisse im Objekt Humboldt - Ausspähung der US Botschaft - gewesen, leider verliert er dazu kein Wort.
[...]
Warum er vehement auf die HA III einprügelt, verstehe ich nicht, die haben viel für ihn getan, seine Legende war perfekt. Und auch dass der Verrat von dort gekommen sein soll, wird inzwischen angezweifelt.
[...]



In seinem Buch ist einiges darüber zu lesen. Die krasseste Geschichte ist die von einem Oberst/Osl der BdVP Leipzig, der als deutschstämmiger Amerikaner und Angehöriger der US-Armee nach dem WK II in die Ostzone überwechselte und dort im Polizeiapparat Karriere machte. Kurz vor der Wende wollte er wieder zurück Hause und suchte deshalb die US-Botschaft in Ostberlin auf. Wir haben hier im Forum im Tread von @ABV (Wachkommando Missionsschutz) gemeinsam mit Jens drüber sinniert, wer das genau gewesen sein sein könnte, leider ohne Erfolg (siehe hier).

Es gab bei der HA III einen Christian B., der war der Betreuer von Jens. Er soll es gewesen sein, der dem OSI den entscheidenden Tip gab, so jedenfalls gibt es Jens in seinem Buch wieder. Sind die Zweifel an dieser Version ernst zu nehmen?

Gruß Kalubke



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.07.2016 23:43 | nach oben springen

#70

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 04:36
von KID | 234 Beiträge

Hello Everybody,

Wie ich sehe, findet wieder ein interessantes Gespraech statt. Da ich dazu direkt oder indirekt aufgefordert wurde, moechte ich (wenn's mir klappt!) einiges klaeren.

1990 wurden alle MA des MfS von der Schweigepflicht entbunden. Ich wurde im Dezember, 1989, entlassen. Ende 1991 gab es weder MfS noch DDR mehr. Als ich nach meiner Verhaftung mit den verschiedenen Agencies der USA kooperierte, gab es niemanden mehr, dem ich gegenueber loyal sein sollte. Und wer ueber Loyalitaet spricht, soll damit sehr vorsichtig umgehen. Loyalitaet war im Osten genauso kaeuflich wir im Westen, wie es sich 1989 sehr schnell herausstellte. Der Hohn ist natuerlich, dass solche Schergen wie Hans-Joachim Lehmann von der Fuehrung noch im Herbst 1989 mit Orden und Auszeichnungen beschert waren.

Zurueck zum Thema.

Zuerst moechte ich Folgendes sagen: Egal wie man zu mir oder zu meiner Geschichte steht, bitte ich die hier 'Anwesenden' respektvoll miteinander umzugehen. Wenn ich mit meinen damaligen Kontrahenten in dieser Sache sachlich und hoeflich umgehen kann, koennt Ihr das auch hier im Forum. Wollte nur mal darum bitten...

Dieser Film war eine Konzeption von Henry Koehler, und dieser Film wurde ihm auch gewidmet. Die Idee stammt also nicht von mir. ARTE, so wie ich es verstanden habe, hat nach der Snowden-Affaere ein frisches Interesse fuer dieses Thema aufgespuert. Warum erst jetzt? Man muss deutlich sagen, dass nicht Interesse, sondern Finanzierung sehr oft eins der Haupthindernisse ist, wenn es um solche Filmthemen geht. Und wenn ich der Hauptprotagonist in dieser Dokumentation bin, ging und geht es um viel mehr.

Nochmal: Warum hat es so lange gedauert? Weil viele der damals Beteiligten ueber dieses Thema nicht sprechen wollten oder durften. Von den vielen OSI-Leuten, die damals dabei waren, zeigten sich lediglich zwei bereit vor der Kamera auszusagen. Am Ende war es nur der SA (Special Agent) McBroom. der andere, mit dem ich noch im persoenlichen Kontakt bin, hat kalte Fuesse bekommen. Es hat sich in den Kriesen der OSI-Veteranen schon herumgesprochen, 'man' wuensche sich, dass keiner den Mund aufmacht. Auch der CIA-Mitarbeiter - kein kleiner Fisch! - wollte vor der Kamera sprechen. Manche hatten nach so vielen Jahren eben vor Repressalien keine Angst mehr, und andere sind schon laengst in der Rente. Doch solche Menschen ausfindig zu machen ist leichter gesagt als getan. Und wer glaubt, man keine eine solche Doku von ca. 50-minutiger Laenge in wenigen wochen oder drehen kann, irrt sich gewaltig. Jahre waren es, und nicht Monate.

Nun zum Inhalt ein Paar Worte. Ich weiss, dass es von mir allein mehr als 27+ Stunden Filmmaterial im Archiv gibt. Wir waren in den verschiedensten Themen ins Detail eingegangen. Und wenn ich 'kein Wort dazu verliere...' liegt das am Schnitt. Ich wuenschte mir auch, dass wir alles ausfuehrlich darlegen konnten. Im Film kamen viele Experten und beteiligte Personen vor. Dazu kommen zahlreiche Personen, die oft Stundenlang ausgesagt haben, ohne dass eine Sekunde von ihren Interviews zu sehen war. Die Frage blieb immer: Wie packen wir Hunderte Stunden Filmmaterial in einer 52-Minutigen Verkapselung? Man kann es nicht. Man tut aber sein Bestes. Und nicht jeder war mit jeder Entscheidung zufrieden (ich wollte unbedingt, dass die eingeladenen ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiter im Film zu Wort kamen.) Dass Fragen aufkommen, kann bei solchen technischen Grenzen nicht vermieden werden. Versucht Ihr, in einer solchen Formattierung ihr eigenes Leben darzustellen. Manches muss halt unberuehrt bleiben, auch wenn es anderen unverstaendlich vorkommt. Wir haben z.B stundenlang in Eiskeller(Schleusungsort) gedreht. Von den strapazioesen Stunden ist im Film nichts zu sehen! Vielleicht der Stoff eines anderen Films, vielleicht nicht. Beim Schnitt geht immer was verloren. Leider.

So.... und dass ueber mich 'hergezogen' wird, stoert mich ueberhaupt nicht. @Larissa hat es auf den Punkt gebracht. Und wenn auch wir beide z.B. nicht immer unsere Meinung teilen, hat das einen einfachen Grund: wir haben beide andere Erlebnisse hinter uns. Be- und Verurteilung kann man nicht aus dem Weg gehen. Man bekommt durch diese dreckige aber fuer jedes Land notwendige Arbeit eine sehr dicke Haut. Hier in den Staaten habe ich wegen meines Auftreten in der Presse oder in einem Film nichts mehr zu verlieren. Ja, die 'Entdeckung' meiner Vergangenheit fuehrte schon mal dazu gefuehrt, dass ich meine Kuendigung einreichen musste. In den letzten 15 jahren habe ich mich aus der Not in einem bescheidenen Masse selbststaendig gemacht, Besitze ein Paar Haeuser, die ich praktisch umsonst von der Stadtverwaltung erhalten habe. Diese maroden Haeuser (Zwei- und Einfamilienhaeuser) mache ich wieder mit viel schweiss, "Elan und Begeisterung" (wie es damals in meiner Akte stand...) und meinem wenig Geld wieder ganz. In duerren Zeiten halten sie mich ueber Wasser. Meine Mieter wissen, wer ich bin, was ich damals tat. Sie haben damit kein Problem. Ich habe nichts mehr zu verbergen. Ja, Gras ist drueber gewachsen, aber vergessen wird (leider) nichts. Und das hat auch Folgen. Rieche ich z.B. bleihaltiges Benzin oder Schwefel (Braunkohle), kommt mir automatisch das Schwitzen. Manchmal reagiern die Arm- oder Beinmuskeln spastisch. Ich traeume sehr oft vom Knast. Manchmal ist es Leavenworth, oefter aber ein vom Primitivhirn erfundener Ort, wo ich nie rauskomme. Also goennt mir, das ich MEINE Geschichte endlich mal erzaehlen darf. Letztendlich haben seit 1991 andere ihre eigene (oft selbstdienende oder sogar absichtlich falsche) Darstellung dem Publikum angeboten. Leider ist es so, dass der Erste, der spricht, das 'Anrecht' auf das Praedikat 'Wahrheit' bekommt. Ist es kein Wunder, dass nach 30 Jahren so viele Fragen unbeantwortet bleiben?

Ich habe vieles Ueberwunden indem ich anderen vergeben habe, wie auch ich von eineigen (aber laengst nicht allen) vergeben wurde. Ich habe auch die Beitraege gelesen: "Wer mit dem Feuer spielt..." oder "Man muss damit rechnen..." Das stimmt alles. Es gibt ein spanisches Sprichwort, was ich hier nur schwer uebersetzen kann: "Wir hassen diejenigen am meisten, die wir wehgetan haben." So ungefaehr.

Ich finde eine reges Gespraech gesund, und hoffe, dass es in diesem Sinne so weitergefuehrt wird.


Jens


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#71

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 06:26
von damals wars | 12.149 Beiträge

Mir tut der würdelose Umgang mit Dir leid.
Ich hätte mir gewünscht, das diejenigen, die Dich "geführt" haben, ein bisschen mehr menschliche Würde gezeigt hätten.
Sicher geht es denen so, wie Du schreibst: "Wir hassen diejenigen am meisten, die wir wehgetan haben"
Beste Grüße, vielen Dank
und alles Gute!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Kalubke, IM Kressin und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 07:10
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Guten Morgen,

danke Kid für Dein Post.

Ich respektiere Deine "Arbeit" damals und Dein Tun heute. Dich zu verurteilen steht mir jedoch nicht zu.

MfG Berlin


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zuletzt bearbeitet 07.07.2016 12:13 | nach oben springen

#73

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 10:41
von Uleu | 528 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #69
[quote=Uleu|p553213]


Es gab bei der HA III einen Christian B., der war der Betreuer von Jens. Er soll es gewesen sein, der dem OSI den entscheidenden Tip gab, so jedenfalls gibt es Jens in seinem Buch wieder. Sind die Zweifel an dieser Version ernst zu nehmen?





Habe gehört dass Jens seine kompletten Akten von der HA III übergeben bekommen und persönlich verbrannt hat. Und seine Legendierung von dort war offensichtlich gut. Wenn es also um gefundene Akten geht, könnten die doch nur aus der HVA sein ?
Die Zweifler an der Version gehen von einem Verrat aus der HVA aus.

Schön Dich wieder zu lesen, Jens


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#74

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 10:45
von Alfred | 6.841 Beiträge

An der Aussage, dass einen IM / HIM oder was auch immer seine Akten ausgehändigt wurden , hege ich aber sehr starke Zweifel.


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#75

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 11:04
von SCORN | 1.456 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #73

Die Zweifler an der Version gehen von einem Verrat aus der HVA aus.

Schön Dich wieder zu lesen, Jens



daran habe ich Zweifel! Alles deutet doch auf Hans-Joachim Lehmann hin, aber nicht dem ehemaligen Führungsoffiszier sondern den aus HA III!


zuletzt bearbeitet 07.07.2016 11:05 | nach oben springen

#76

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 13:59
von Ostalgiker | 175 Beiträge

Die Frage, warum man zum Seitenwechsler wird, ist in meinen Augen nach wie vor ungeklärt.



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#77

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 15:23
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von KID im Beitrag #70
Hello Everybody
So.... und dass ueber mich 'hergezogen' wird, stoert mich ueberhaupt nicht. @Larissa hat es auf den Punkt gebracht. Und wenn auch wir beide z.B. nicht immer unsere Meinung teilen, hat das einen einfachen Grund: wir haben beide andere Erlebnisse hinter uns.....
Jens


Can't get the hugs going .so

Big hug umarme Dich,
Later, Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
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#78

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 15:26
von Larissa | 834 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #76
Die Frage, warum man zum Seitenwechsler wird, ist in meinen Augen nach wie vor ungeklärt.


Dazu wurde ich etwas sagen. Bin nur unterwegs mit cellphone zur Zeit.
Gruesse, Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
zuletzt bearbeitet 07.07.2016 15:28 | nach oben springen

#79

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 17:02
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von KID im Beitrag #70
Hello Everybody,



1990 wurden alle MA des MfS von der Schweigepflicht entbunden. Ich wurde im Dezember, 1989, entlassen. Ende 1991 gab es weder MfS noch DDR mehr. Als ich nach meiner Verhaftung mit den verschiedenen Agencies der USA kooperierte, gab es niemanden mehr, dem ich gegenueber loyal sein sollte. Und wer ueber Loyalitaet spricht, soll damit sehr vorsichtig umgehen. Loyalitaet war im Osten genauso kaeuflich wir im Westen, wie es sich 1989 sehr schnell herausstellte. Der Hohn ist natuerlich, dass solche Schergen wie Hans-Joachim Lehmann von der Fuehrung noch im Herbst 1989 mit Orden und Auszeichnungen beschert waren.





Jens,

1990 wurden die MA des MfS von der Schweigeverpflichtung entbunden . Mir ist jetzt nicht mehr in Erinnerung, ob dies noch unter der Regierung Modrow oder der letzten Regierung war ? Kannst Du da helfen ?

Auch wenn es so war, hat der größte Teil der MA des MfS sich nicht zum Verrat entschieden, dies soll auch mal betont werden. Was aber richtig ist, dass die wenigen Verräter einen großen Schaden angerichtet haben.

Und wenn Lehmann im Herbst 1989 noch eine Auszeichnung erhalten hat, dann war dies so, aber zu dem Zeitpunkt gehörte er wohl noch nicht zu den Verrätern.


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#80

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 07.07.2016 17:45
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #79
Zitat von KID im Beitrag #70
Hello Everybody,



1990 wurden alle MA des MfS von der Schweigepflicht entbunden. Ich wurde im Dezember, 1989, entlassen. Ende 1991 gab es weder MfS noch DDR mehr. Als ich nach meiner Verhaftung mit den verschiedenen Agencies der USA kooperierte, gab es niemanden mehr, dem ich gegenueber loyal sein sollte. Und wer ueber Loyalitaet spricht, soll damit sehr vorsichtig umgehen. Loyalitaet war im Osten genauso kaeuflich wir im Westen, wie es sich 1989 sehr schnell herausstellte. Der Hohn ist natuerlich, dass solche Schergen wie Hans-Joachim Lehmann von der Fuehrung noch im Herbst 1989 mit Orden und Auszeichnungen beschert waren.





Jens,

1990 wurden die MA des MfS von der Schweigeverpflichtung entbunden . Mir ist jetzt nicht mehr in Erinnerung, ob dies noch unter der Regierung Modrow oder der letzten Regierung war ? Kannst Du da helfen ?

Auch wenn es so war, hat der größte Teil der MA des MfS sich nicht zum Verrat entschieden, dies soll auch mal betont werden. Was aber richtig ist, dass die wenigen Verräter einen großen Schaden angerichtet haben.

Und wenn Lehmann im Herbst 1989 noch eine Auszeichnung erhalten hat, dann war dies so, aber zu dem Zeitpunkt gehörte er wohl noch nicht zu den Verrätern.


@Alfred,welchen Käse willst du denn heute noch verraten? Außerhalb unseres Forums interessiert sich doch kein Mensch mehr für das MfS und seine " Geheimnisse "


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All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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zuletzt bearbeitet 07.07.2016 17:45 | nach oben springen



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