#41

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:17
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Kalubke im Beitrag #29


Tja, so einfach kann man sich als Strippenzieher selbst aus der Schusslinie bringen. Wolf soll ja mal intern gesagt haben, dass "Kid" sein billigster Top-Spion war. Bei Tiedge und Kuron z.B. mussten ganz andere Beträge locker gemacht werden.

Gruß Kalubke


Was hat man denn bei Tiedge locker gemacht?

seaman



Tiedge residierte z.B. ein Jahr lang in einem konspiratven HV A-Objekt nördlich von Berlin und wurde intensiven Befragungen unterzogen. Danach wohnte er m. E. als Hemut Fischer in einem Haus des VEM in Schmöckwitz (wahrsch. Striesower Weg 7-9) bis er sich in die SU absetzte. Da wird er sicher nichts selber bezahlt haben.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 06.07.2016 13:12 | nach oben springen

#42

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:19
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Er hat dem MfS wohl nicht viel Geld gekostet. Seine persönlichen Umstände erlaubten es nicht, gelgierig zu werden.
Nach den Aussagen der Männer habe er ihr in einem Streit mit dem Nudelsieb auf den Kopf geschlagen und Ute Tiedge sei die Treppe hinunter gestürzt - der Putzunfall sei also eine Lüge. Nachbarn bestätigten, dass Ute Tiedge tatsächlich öfter von ihrem Mann geschlagen worden war und weinend bei ihnen Schutz gesucht hatte.
http://www.spiegel.de/einestages/hansjoa...-a-1048436.html
Theo


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#43

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:21
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #30
Zitat von Kalubke im Beitrag #21


Wiedermal ein typisches Beispiel: Alle haben Karriere gemacht, außer die Hauptperson selbst, die bekam letztendlich 20 Jahre Knast.

Gruß Kalubke



Die Hauptperson wurde zu 38 Jahren Haft verurteilt.

seaman



... hat er aber nicht alle abgesessen.

Gruß Kalubke



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#44

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:27
von Kalubke | 2.306 Beiträge

In diesem Zusammenhang auch interessant, obwohl Jens von 1987 - 1989 in der Zentralen Auswertung des Bereiches Operativ der Hauptabteilung III (Funkabwehr/Funkaufklärung) des MfS für ein Gehalt von ca. 1.500 MDN gearbeitet hat, besaß er beim MfS offensichtlich nie den offiziellen Status eines hauptamtlichen Mitarbeiters.

Gruß Kalubke



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#45

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:32
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #44
In diesem Zusammenhang auch interessant, obwohl Jens von 1987 - 1989 in der Zentralen Auswertung des Bereiches Operativ der Hauptabteilung III (Funkabwehr/Funkaufklärung) des MfS für ein Gehalt von ca. 1.500 MDN gearbeitet hat, besaß er beim MfS offensichtlich nie den offiziellen Status eines hauptamtlichen Mitarbeiters.

Gruß Kalubke


Was ist daran so ungewöhnlich ?
Auch HIM bezogen Gehalt vom MfS.

seaman


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#46

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:35
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #41
Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Kalubke im Beitrag #29


Tja, so einfach kann man sich als Strippenzieher selbst aus der Schusslinie bringen. Wolf soll ja mal intern gesagt haben, dass "Kid" sein billigster Top-Spion war. Bei Tiedge und Kuron z.B. mussten ganz andere Beträge locker gemacht werden.

Gruß Kalubke


Was hat man denn bei Tiedge locker gemacht?

seaman



Tiedge residierte z.B. ein Jahr lang in einem konspiratven HV A-Objekt nördlich von Berlin und wurde intensiven Befragungen unterzogen. Danach wohnte er m. E. als Hemut Fischer in einem Haus des VEM in Schmöckwitz Weiselpfad 22 bis er sich in die SU absetzte. Da wird er sicher nichts selber bezahlt haben.

Gruß Kalubke


Sehe das eher als Betreuungsgelder zur Eingliederung.
Waren doch keine Zahlungen für zu liefernde Spionageergebnisse.
seaman


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#47

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:37
von Kalubke | 2.306 Beiträge

War Jens denn in der Zeit tatsächlich HIM? Angeblich sollen die zusammen mit den Hauptamtlichen in der Datei ma_stasi.zip stehen, die im Internet kursiert. Da drin ist er aber nicht zu finden.

Gruß Kalubke



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#48

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:40
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #47
War er denn in der Zeit tatsächlich HIM? Angeblich sollen die zusammen mit den Hauptamtlichen in der Datei ma_stasi.zip stehen, die im Internet kursiert. Da drin ist er aber nicht zu finden.

Gruß Kalubke


Die Hauptamtlichen IM der HVA in dieser Datei?

seaman


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#49

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:48
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Keine Ahnung ob die da ausgeklammert waren. Ob eine Umregistrierung vom IM zum HIM erfolgte ist auch unklar, denn in den F16/F22 Karteien der HV A, die als "Rosenholtz"-Mikrofilme (Stand ca. 1988) überdauert haben, taucht er nur als (AB) »Kid« (XV 2047/84) auf.

Gruß Kalubke



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#50

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 12:54
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #49
Keine Ahnung ob die da ausgeklammert waren. Ob eine Umregistrierung vom IM zum IM erfolgte ist auch unklar, denn in den F16/F22 Karteien der HV A, die als "Rosenholtz"-Mikrofilme (Stand ca. 1988) überdauert haben, taucht er nur als (AB) »Kid« (XV 2047/84) auf.

Gruß Kalubke


Kenne Etliche (HVA) die dort nicht erscheinen.
Im Prinzip ist das auch eher unwichtig ob er HIM war oder nicht . Fakt ist das er beim MfS in dieser Zeit auf der Gehaltsliste stand, ob nun zur Wahrung der Konspiration das Geld von irgendeinem Sonderkonto kam oder von einer Fachabt. ist dabei unerheblich. Er stand jedenfalls nicht im Regen in dieser Zeit.

seaman


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#51

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 13:32
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #41
Zitat von seaman im Beitrag #34
Zitat von Kalubke im Beitrag #29


Tja, so einfach kann man sich als Strippenzieher selbst aus der Schusslinie bringen. Wolf soll ja mal intern gesagt haben, dass "Kid" sein billigster Top-Spion war. Bei Tiedge und Kuron z.B. mussten ganz andere Beträge locker gemacht werden.

Gruß Kalubke


Was hat man denn bei Tiedge locker gemacht?

seaman



Tiedge residierte z.B. ein Jahr lang in einem konspiratven HV A-Objekt nördlich von Berlin und wurde intensiven Befragungen unterzogen. Danach wohnte er m. E. als Hemut Fischer in einem Haus des VEM in Schmöckwitz (wahrsch. Striesower Weg 7-9) bis er sich in die SU absetzte. Da wird er sicher nichts selber bezahlt haben.

Gruß Kalubke



Warum sollte er das Haus bezahlen, wenn er dort zur Miete wohnte ? Du hast noch vergessen zu erwähnen, dass er einen kleinen Golf fuhr . Was denkst Du was Dienste West den Chef der Spionageabwehr der DDR geboten hätten, wenn man einen Oberst der NVA schon als Antrittsgeld 1 Million DM bot.


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#52

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 13:34
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #44
In diesem Zusammenhang auch interessant, obwohl Jens von 1987 - 1989 in der Zentralen Auswertung des Bereiches Operativ der Hauptabteilung III (Funkabwehr/Funkaufklärung) des MfS für ein Gehalt von ca. 1.500 MDN gearbeitet hat, besaß er beim MfS offensichtlich nie den offiziellen Status eines hauptamtlichen Mitarbeiters.

Gruß Kalubke



Jens hat aber keine offiziellen Dienstobjekte des MfS betreten. Ich klammere da jetzt mal konspirative Objekte u.ä.aus.


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#53

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 13:40
von Larissa | 834 Beiträge

Die Undankbarkeit ist des Welten Lohn? Man moege mich bitte verbessern in dem Zitat, die Aussage wird wohl verstanden.

Hier was ablaeuft, ganz normal, ist genau das, was Jeff nicht hilft, im Gegenteil. Das meinte ich mit ‚der Film wird kein Vorteil ergeben dadurch fuer ihn.‘ Alle wissen besser um ihn, als er um sich selbst.

Die Aussage von @seaman hier, dass Details fehlen im Film ist richtig. Und gilt fuer die zu seinen Gunsten, und fuer die zu seinem Nachteil.

Jeffrey hat ausgesagt, sich richtig ausgekotzt, als er in US Gewahrsam wurde genommen. Ich weiss von ihm, wie das ist abgelaufen. Offenbarung, das nie und nimmer verzeiht wird in oestlichen NR-Diensten. Details preiszugeben, um sich zu verteidigen am Ende, ein no go.
Die Russen wollten ihn nicht. Der brutalste Geheimdienst der Welt hat auch seine Prinzipien, seine Informationen werden sie erhalten haben.

Das MfS hingegen hat ihn rigoros genommen mit allen seinen Problemen, und ein riesiges Geschenk damit bekommen. Ein solcher Fall, das normalerweis in monatelanger Arbeit ab und zu von Erfolg gekront war, wurde ihnen gelegt in die Haende. Ein neunzehnjahriger, alkoholisierter, zudem homosexueller und bis ueber die Eyeballs frustrierter Mensch, der auch noch den Traum der DDR fuer sich ausgesucht hatte, um dem Lebben, was er hatte gefuehrt bisher, ganz zu verlassen. Ganz abgesehen von seiner brisanten Stellung.

Bevor ich will eingehen auf das fallenlassen im Nachhinein. Jeff war in D mit seinem Sohn vor wenigen Jahren, lebte und arbeitete ueber ein Jahr in Berlin. Wurde teilweise unterstuetzt und sicher teilweise auch fallengelassen von gewissen Freunden, die ihn ausgenuetzt haben. Die ehem. MfS Leute waren seinetwegen tief gespalten. Es stimmt, dass man ihm einen BRD Passport nicht geben wollte. Das ist kein Geheimnis, wird das in den Foren des ehemaligen MfS und NVA offen diskutiert. Jeff zog es vor, wieder in die USA zu gehen. Leicht hatte er es weder im neuen vereinten Deutschland, noch in den USA gehabt.

Zur Versorgung im Nachhinein: Die DDR mitsamt MfS gab es nicht mehr nach seiner 12jaehrigen Haftzeit. Auch ehem. MfS Beamte bekamen kein Bein auf die Erde und haben sich geweigert, ihr eigenes neues Leben zu blockieren, hatten Familien zu versorgen, und haben ihn abblitzen lassen. Das ist eine noch nie dagewesene Lage fuer Agenten.

Geheimdienste kuemmern sich sehr wohl um ihre Agenten – so oder so. Jedoch, Unverzeihlichkeit gehoert dazu, man bekommt in dem Fall im weiteren Leben entweder kein Bein auf die Erde mehr oder wird mit Samthandschuhen angefasst und versorgt lebenslang. Im Normalfall. Nochmal, weder die DDR noch die MfS existierte mehr.

Last but not least – lieber @Gert (#25) Ich habe generell Geheimdienste angesprochen, habe auf der Brutalitaet nicht nur in psychischer Hinsicht hingewiesen. Zum MfS fuer Dich ist das Problem vorhanden, so weiss ich, dass fuer Dich das MfS insgesamt, hier die HV –A, nicht in diese gemeinsame weltliche Geheimdienst Kategorie gehoert. Verstandnis fuer Dich habe ich, das hatte ich auch fuer Turtle Peter. Keiner kann ueberspringen seinen Schatten, es bleibt nach einem solchen Leben vieles haengen, egal ob Opfer oder Taeter. Ich hoffe Jeff wird es eines Tages schaffen nach vorne zu sehen, und nicht mehr ein Gefangener dieses Lebensabschnittes sein. Ganz frei allerdings davon wird auch er niemals sein.
Ja @Kalubke, eine Nummer taucht nur noch auf und - sogar ein ganzer Buchstabe fehlt in gewissen Akten.

Gruesse, Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
seaman, IM Kressin, der Anderdenkende, eisenringtheo, Kalubke, Gert und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.07.2016 13:49 | nach oben springen

#54

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 14:35
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #52
Zitat von Kalubke im Beitrag #44
In diesem Zusammenhang auch interessant, obwohl Jens von 1987 - 1989 in der Zentralen Auswertung des Bereiches Operativ der Hauptabteilung III (Funkabwehr/Funkaufklärung) des MfS für ein Gehalt von ca. 1.500 MDN gearbeitet hat, besaß er beim MfS offensichtlich nie den offiziellen Status eines hauptamtlichen Mitarbeiters.

Gruß Kalubke



Jens hat aber keine offiziellen Dienstobjekte des MfS betreten. Ich klammere da jetzt mal konspirative Objekte u.ä.aus.

Auch gab es1987 keine MDN mehr.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#55

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 14:42
von Alfred | 6.861 Beiträge

Zitat von Larissa im Beitrag #53
Die Undankbarkeit ist des Welten Lohn? Man moege mich bitte verbessern in dem Zitat, die Aussage wird wohl verstanden.

Hier was ablaeuft, ganz normal, ist genau das, was Jeff nicht hilft, im Gegenteil. Das meinte ich mit ‚der Film wird kein Vorteil ergeben dadurch fuer ihn.‘ Alle wissen besser um ihn, als er um sich selbst.

Die Aussage von @seaman hier, dass Details fehlen im Film ist richtig. Und gilt fuer die zu seinen Gunsten, und fuer die zu seinem Nachteil.

Jeffrey hat ausgesagt, sich richtig ausgekotzt, als er in US Gewahrsam wurde genommen. Ich weiss von ihm, wie das ist abgelaufen. Offenbarung, das nie und nimmer verzeiht wird in oestlichen NR-Diensten. Details preiszugeben, um sich zu verteidigen am Ende, ein no go.
Die Russen wollten ihn nicht. Der brutalste Geheimdienst der Welt hat auch seine Prinzipien, seine Informationen werden sie erhalten haben.

Das MfS hingegen hat ihn rigoros genommen mit allen seinen Problemen, und ein riesiges Geschenk damit bekommen. Ein solcher Fall, das normalerweis in monatelanger Arbeit ab und zu von Erfolg gekront war, wurde ihnen gelegt in die Haende. Ein neunzehnjahriger, alkoholisierter, zudem homosexueller und bis ueber die Eyeballs frustrierter Mensch, der auch noch den Traum der DDR fuer sich ausgesucht hatte, um dem Lebben, was er hatte gefuehrt bisher, ganz zu verlassen. Ganz abgesehen von seiner brisanten Stellung.

Bevor ich will eingehen auf das fallenlassen im Nachhinein. Jeff war in D mit seinem Sohn vor wenigen Jahren, lebte und arbeitete ueber ein Jahr in Berlin. Wurde teilweise unterstuetzt und sicher teilweise auch fallengelassen von gewissen Freunden, die ihn ausgenuetzt haben. Die ehem. MfS Leute waren seinetwegen tief gespalten. Es stimmt, dass man ihm einen BRD Passport nicht geben wollte. Das ist kein Geheimnis, wird das in den Foren des ehemaligen MfS und NVA offen diskutiert. Jeff zog es vor, wieder in die USA zu gehen. Leicht hatte er es weder im neuen vereinten Deutschland, noch in den USA gehabt.

Zur Versorgung im Nachhinein: Die DDR mitsamt MfS gab es nicht mehr nach seiner 12jaehrigen Haftzeit. Auch ehem. MfS Beamte bekamen kein Bein auf die Erde und haben sich geweigert, ihr eigenes neues Leben zu blockieren, hatten Familien zu versorgen, und haben ihn abblitzen lassen. Das ist eine noch nie dagewesene Lage fuer Agenten.

Geheimdienste kuemmern sich sehr wohl um ihre Agenten – so oder so. Jedoch, Unverzeihlichkeit gehoert dazu, man bekommt in dem Fall im weiteren Leben entweder kein Bein auf die Erde mehr oder wird mit Samthandschuhen angefasst und versorgt lebenslang. Im Normalfall. Nochmal, weder die DDR noch die MfS existierte mehr.

Last but not least – lieber @Gert (#25) Ich habe generell Geheimdienste angesprochen, habe auf der Brutalitaet nicht nur in psychischer Hinsicht hingewiesen. Zum MfS fuer Dich ist das Problem vorhanden, so weiss ich, dass fuer Dich das MfS insgesamt, hier die HV –A, nicht in diese gemeinsame weltliche Geheimdienst Kategorie gehoert. Verstandnis fuer Dich habe ich, das hatte ich auch fuer Turtle Peter. Keiner kann ueberspringen seinen Schatten, es bleibt nach einem solchen Leben vieles haengen, egal ob Opfer oder Taeter. Ich hoffe Jeff wird es eines Tages schaffen nach vorne zu sehen, und nicht mehr ein Gefangener dieses Lebensabschnittes sein. Ganz frei allerdings davon wird auch er niemals sein.
Ja @Kalubke, eine Nummer taucht nur noch auf und - sogar ein ganzer Buchstabe fehlt in gewissen Akten.

Gruesse, Larissa





Larissa,

nicht immer auf die MA des MfS eindreschen. Vielleicht hat Jens auch mal einen Fehler gemacht .


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#56

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 15:06
von LO-Wahnsinn | 3.496 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #17
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #15
Zitat von Kalubke im Beitrag #4
Die Details auf TVINFO stimmen z.T. nicht.

Verhaftet wurde er nicht von der NSA sondern von der AFOSI, dem Abwehrdienst der US-Air Force..

Gruß Kalubke


Und noch einiges aus dem Vorschautext ist wohl eher Ansichtssache, der Verrat z.B.
In der Sache war es Verrat, betrachtet man aber worum es dabei ging und was die Beweggründe waren, ich weiss nicht ob das in der Doku behandelt wird, dann kann man zu dem Schluss kommen, dass dieser Verrat keine niederen Beweggründe hatte, im Gegensatz zu den Beweggründen des Verräters dem er dann zum Opfer fiel.

Naja, irgendwer muss ja gucken, da muss man die eigentlich eher unspektakuläre Agentengeschichte etwas aufbauschen damit eine 007 Geschichte daraus wird.



du hast wohl den Film nicht gesehen. Er fühlte sich in seiner Arbeit bei der USAF nicht anerkannt, unterfordert usw. Dann wollte er für immer in den Osten übersiedeln. Da hatte die Stasi was dagegen, als sie hörte wo sein Arbeitsplatz ist. Das haben sie gnadenlos ausgebeutet, gegen diese ausgebufften Typen hatte er keine Chance, wie er selbst einräumte

P.S dein letzter Satz mit 007 und so ist völlig neben der Spur. Davon ist in dem Film überhaupt nicht die Rede.


Ich habe den Film nicht gesehen, da fehlt mir unterwegs die Möglichkeit, ich schrieb auch "ich weiss nicht ob das in der Doku behandelt wird...".
Sein Buch habe ich auch nicht gelesen, Geschichte ist zwar interessant, aber Bücher sind nicht so meins.
Daher habe ich nur den Vergleich von dem was ich hier im Forum gelesen habe und den Vorschautext vom Film.
Das er private Probleme hatte habe ich hier gelesen, auch das er wohl unter Alkohol stand.
Das seine Übersiedlung sein primäres Ziel war, dass war mir nicht bekannt, ich sah es eher als sekundäres Ziel, was wohl falsch war.
Das Verrat solcher bleibt, schrieb ich, "In der Sache war es Verrat....", damit wollte ich auch die Diskussion darum nicht neu entfachen, Verrat bleibt Verrat. Die moralischen Aspekte, besonders wenn es um grösseres geht, wie die Bedrohung der Zivilgesellschaft, können jedoch positiv sein wenn mit diesem Verrat Leid verhindert wird.
Ich las hier im Forum, dass es mit diesen Frequenzen auch möglich war Zivilflugzeuge zum Absturz zu bringen und das unabsichtlich, als die gewissen 3% Verlust, wie man so sagt und sein Ziel war dieses zu verhindern, vielleicht habe ich mich ja auch verlesen.

Und zu dem 007 Satz, der bezieht sich auf den Vorschautext der Webseite, womit man Menschen zum Tv schauen animieren möchte, der bezog sich nicht auf KID seine Tätigkeit als solches.

Wie auch immer, mir ist das dann doch ein wenig egal, jeder muss selber wissen was er tut und auch für die Folgen aufkommen, dass gilt auch für Agenten, man hätte auch Bäcker werden können.
Das Geheimdienste und andere Dienste Situationen schamlos ausnutzen, nun, dass ist ihr Geschäft, weltweit.
Nur ist es eben auch so, der Umgang mit ihm durch Deutschland, nach seiner Haft, war nicht minder schäbig, dass man bei seiner Verschleppung aus Deutschland still hielt, ebenfalls.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#57

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 15:06
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #55



Larissa,

nicht immer auf die MA des MfS eindreschen. Vielleicht hat Jens auch mal einen Fehler gemacht .


Was konnte Jens denn nach 1989 noch für Fehler machen, als er zwischen allen Stühlen saß? Kurz davor hat er ja versucht nach Südafrika zu gehen und genau das zu machen, was ihm die HV A anfangs vorgeschlagen hatte (Warum sollte sich Jens in seinem Buch ausgerechnet dazu was ausgedacht haben?).

Mit dem Ergebnis, dass Großmann höchstpersönlich bei ihm in seiner Friedrichshainer Wohnung auftauchte und ihn zusammenfaltete.

Auch waren die Beurteilungen der HA III in seiner Vorgangsakte nicht unbedingt die allerbesten:

"...werde bei Amnestie für Deserteure sofort eine NSW-Botschaft anlaufen...... um Übersiedlung bitten."

"...kein Motiv für Bindung an die DDR, außer Angst vor gerichtlicher Bestrafung ... oder vor Lynchmord durch seine ehemaligen Vorgesetzen".

"....der Umgangskreis der Quelle schwer überschaubar.....nicht unter Kontrolle gehalten werden kann..."

Getraut wurde ihm anscheinend deshalb nie so richtig:

"Die Sicherheits- und Kontrollmaßnahmen (A, M, PZF, VI) sind möglichst umfassend, jedoch unbemerkt für Kid zu organisieren."


Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 06.07.2016 15:13 | nach oben springen

#58

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 15:14
von vs1400 | 2.397 Beiträge

@LO-Wahnsinn,
schau einfach mal dort rein arte - mediathek.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#59

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 15:14
von Larissa | 834 Beiträge

[/quote]

Larissa,

nicht immer auf die MA des MfS eindreschen. Vielleicht hat Jens auch mal einen Fehler gemacht .[/quote]
´

@Alfred - wo um Himmels Wille dresche ich ein auf das MfS? Vielleicht hast Du falsch verstanden?

Wenn Du meinst diesen Abschnitt:
Das MfS hingegen hat ihn rigoros genommen mit allen seinen Problemen, und ein riesiges Geschenk damit bekommen.-------- usw. brisanten Stellung.

Da steht nur das was ist passiert. Und, dass weisst Du auch - kein Geheimdienst der Welt haette diese Gelegenheit ausgelassen in diesem Moment. Wie Dir bekannt, ich habe meine Einstellung zum Leben seither beibehalten und ich versuche weiter zwischen Himmel und der guten Erde, damit fertig zu werden. Auch in Anbetracht, dass ich werde wie hier wieder von Gert oder anderen belehrt. Heute kann ich allerdings doch besser verstehen.

Jens nach so vielen Jahren Fehler, die er hat begangen als junger Mensch oder ueberhaupt im spaeteren Leben ihm vorzuwerfen, liegt mir wirklich fern. Ich sitze selbst im Glashaus und wuerde das nie tun. Das Jens ist sehr impulsiv, habe ich selbst erlebt. Und genau das ist es was meine Befuerchtungen angeht. Mutig von ihm? wieder einmal an die Oeffentlichkeit zu gehen? Ich sage nein. Schon zu lesen auch hier, dass es wieder an das Eingemachte gehen.

Gruesse, Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
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zuletzt bearbeitet 06.07.2016 15:39 | nach oben springen

#60

RE: Ein Stasi - Maulwurf bei der NSA

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 06.07.2016 15:54
von schulzi | 1.765 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #54
Zitat von Alfred im Beitrag #52
Zitat von Kalubke im Beitrag #44
In diesem Zusammenhang auch interessant, obwohl Jens von 1987 - 1989 in der Zentralen Auswertung des Bereiches Operativ der Hauptabteilung III (Funkabwehr/Funkaufklärung) des MfS für ein Gehalt von ca. 1.500 MDN gearbeitet hat, besaß er beim MfS offensichtlich nie den offiziellen Status eines hauptamtlichen Mitarbeiters.

Gruß Kalubke



Jens hat aber keine offiziellen Dienstobjekte des MfS betreten. Ich klammere da jetzt mal konspirative Objekte u.ä.aus.

Auch gab es1987 keine MDN mehr.

Hubert klaube nicht den Kümmel aus dem Käse ,jeder weiss das die Mark der Staatsbank der DDR gemeint war


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