#1

Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 16:13
von werner | 1.591 Beiträge

In den Berichten der Bezirke an den NVR zum Stand der Vorbereitung auf den Verteidigungsfall fand ich zum Themenkomplex Sicherheit an der Grenze und Grenzverletzungen unterschiedliche Wortwahl.

Während auf der 75. Sitzung des NVR (1988) Gerhard Müller (Bezirk Erfurt) in seinem Bericht von Angriffen auf die Staatsgrenze sprach, nannte Albrecht (Bezirk Suhl) die Vorfälle „Vorkommnisse an der Staatsgrenze“ und die Täter „Grenzverletzer“.

Die Wortwahl "Angriff" ist militärisch klar definiert.

Welche Erinnerung habt Ihr:
Wie wurden in den Einheiten der GT die Vorkommnisse genannt?
Wie wurden Grenzverletzungen seitens der Kommandeure benannt?
Spielten solche „Feinheiten“ eine Rolle?
Gab es eine Entwicklung/Änderung in der Wortwahl?
Haben verschiedene Vorgesetzte unterschiedlich gesprochen?



Quelle: http://www.argus.bstu.bundesarchiv.de/DV...VW%201/39536#20


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#2

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 17:36
von 80er | 572 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #1
[...]
Die Wortwahl "Angriff" ist militärisch klar definiert.
[...]

Richtig, dennoch wurde die Wortwahl auf "Täter" angewendet, die einen uGÜ durchführten, ohne Waffengewalt, ohne Beschädigung von Volkseigentum, ja die nichteinmal - wie in meinem Fall - eine Grenzsäule angepinkelt hatten:





Quelle: eigene Unterlagen der BStU

uGü - unerlaubter Grenzübertritt


zuletzt bearbeitet 24.05.2016 17:37 | nach oben springen

#3

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 18:21
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Das Wort "Grenzverletzer" wurde doch bewußt gewählt. Flüchtling klingt nach Opfer. Aber es sollten ja Kriminelle sein.

Dabei war es bekanntlich umgekehrt: Der Flüchtling wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Grenze verletzt, durch Stacheldraht, Minen oder Schüsse.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 24.05.2016 18:23 | nach oben springen

#4

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 18:39
von Alfred | 6.853 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #3
Das Wort "Grenzverletzer" wurde doch bewußt gewählt. Flüchtling klingt nach Opfer. Aber es sollten ja Kriminelle sein.

Dabei war es bekanntlich umgekehrt: Der Flüchtling wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Grenze verletzt, durch Stacheldraht, Minen oder Schüsse.


Die wenigsten Grenzverletzer wurden an der Staatsgrenze verletzt.
Der Einsatz der Schusswaffe bildet die Ausnahme. Zahlen wurden ja schon mehrfach aufgeführt.


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#5

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 18:53
von Freienhagener | 3.877 Beiträge

Ein Stacheldrahtkratzer ist auch eine Verletzung.

Die Grenzanlagen zu "verletzen" war dagegen gar nicht die Absicht. Die wollten einfach nur weg.
Einer, der drübergestiegen ist, ohne was kaputt zu machen, galt aber auch als "Grenzverletzer".

(hoffentlich kommt jetzt nicht von Irgendeinem wieder der sinnige Verweis auf die Grenzübergänge)

Anders gesagt: Eine Grenze kann man nicht "verletzen" aber die DDR-Grenze konnte das sehr wohl. Es war also nicht wie das Wort "Grenzverletzer" suggeriert, sondern umgekehrt.

Warum?
Die Grenze sollte das Gute darstellen und der Flüchtling das Böse. Das diente der Erziehung der Soldaten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 24.05.2016 19:00 | nach oben springen

#6

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:05
von freddchen | 58 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #5
Ein Stacheldrahtkratzer ist auch eine Verletzung.
Die Grenzanlagen zu "verletzen" war dagegen gar nicht die Absicht. Die wollten einfach nur weg.
Einer, der drübergestiegen ist, ohne was kaputt zu machen, galt aber auch als "Grenzverletzer".
(hoffentlich kommt jetzt nicht von Irgendeinem wieder der sinnige Verweis auf die Grenzübergänge)
Anders gesagt: Eine Grenze kann man nicht "verletzen" aber die DDR-Grenze konnte das sehr wohl. Es war also nicht wie das Wort "Grenzverletzer" suggeriert, sondern umgekehrt.
Warum?
Die Grenze sollte das Gute darstellen und der Flüchtling das Böse. Das diente der Erziehung der Soldaten.
Persönliche Wortspiele und gefühlige Nachbetrachtungen sind nicht relevant. Die DDR hatte ein "Gesetz über die Staatsgrenze der Deutschen Demokratischen Republik". Unter "II. Abschnitt Überschreiten der Staatsgrenze " kann und konnte man die Voraussetzungen für das Passieren der Staatsgrenze nachvollziehen. In "§ 17. Grenzverletzungen" sind Grenzverletzungen u.a. definiert: http://www.verfassungen.de/de/ddr/staatsgrenze82.htm

Dass eine Grenze auch bewacht wird (können sich Viele heute nicht mehr vorstellen), war ein üblicher Vorgang zu Zeiten des Kalten Krieges. Aber bewachte Grenzen soll es ja heute noch geben.

Dass ein Verstoß gegen geltendes Recht auch in der DDR Konsequenzen hatte, wußte jedes Kind. Egal wie man es dreht, wer zuwider handelte, handelte gegen das Gesetz. (Übrigens wie jeder Flüchtige heute aus fernen Ländern, der ohne entspr. Papiere in D einreist.)

Wer sich damals selbst (und evtl. sogar seine Kinder) in diese Position brachte, wußte was er tat. Noch heute als 'Betroffener' zu jammern oder das vielleicht als eine Heldentat darzustellen (oder merkwürdigerweise beides), läßt auch tief blicken.

Dass Bewaffung der Grenzverletzer selbst konsequent totgeschwiegen wird, darf auch mal wieder erwähnt werden. Die hatten nicht immer nur die Zahnbürste dabei...


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#7

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:14
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von freddchen im Beitrag #6

Dass ein Verstoß gegen geltendes Recht auch in der DDR Konsequenzen hatte, wußte jedes Kind. Egal wie man es dreht, wer zuwider handelte, handelte gegen das Gesetz. (Übrigens wie jeder Flüchtige heute aus fernen Ländern, der ohne entspr. Papiere in D einreist.)

Wer sich damals selbst (und evtl. sogar seine Kinder) in diese Position brachte, wußte was er tat. Noch heute als 'Betroffener' zu jammern oder das vielleicht als eine Heldentat darzustellen (oder merkwürdigerweise beides), läßt auch tief blicken.

Dass Bewaffung der Grenzverletzer selbst konsequent totgeschwiegen wird, darf auch mal wieder erwähnt werden. Die hatten nicht immer nur die Zahnbürste dabei...


na ja die friedliche Alternative dazu wäre ja Z.B. in meinem Falle gewesen, in meiner Heimatstadt Erfurt in den Zug Richtung Frankfurt a.M zu steigen und loszufahren. In Gerstungen wäre von den Grenzorganen mein PA oder Reisepass kontrolliert worden und gut wär's
So wäre das in einem normalen Land abgelaufen. Aber diese Alternative oder besser gesagt Normalität gab es ja nicht in der DDR.So wurde man durch die SED in die Illegalität gezwungen, wenn man das Land verlassen wollte. Es entstand ein übergesetzlicher Notstand und der rechtfertigte den kriminalisierten Grenzübertritt außerhalb der GüSt. Ist doch ganz einfach.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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zuletzt bearbeitet 24.05.2016 20:15 | nach oben springen

#8

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:17
von beobachter | 92 Beiträge

Zu lange in der Sonne gewesen oder was ? Mache hier nicht die Opfer zu Tätern!😕 die lila Hexe quasselte aus Chile auch so ein Dünnschiss!


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#9

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:20
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #4
Zitat von Freienhagener im Beitrag #3
Das Wort "Grenzverletzer" wurde doch bewußt gewählt. Flüchtling klingt nach Opfer. Aber es sollten ja Kriminelle sein.

Dabei war es bekanntlich umgekehrt: Der Flüchtling wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Grenze verletzt, durch Stacheldraht, Minen oder Schüsse.


Die wenigsten Grenzverletzer wurden an der Staatsgrenze verletzt
.
Der Einsatz der Schusswaffe bildet die Ausnahme. Zahlen wurden ja schon mehrfach aufgeführt.

@Alfred
Hier muss ich dir ausnahmsweise mal recht geben. Physisch verletzt wurden nur wenige sowohl von denen die durchkamen als auch denen die festgenommen wurde. Für Verletzungen der Festgenommenen sorgte dann im Nachhinein der Staatssicherheitsdienst. Diese Verletzungen waren aber psychischer Art und die konnten lebenslang anhalten, waren jedenfalls nachhaltiger als eine Fleischwunde.


.
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#10

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:24
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Freienhagener, es ging ja nicht um die Verletzung des Bauwerkes, sondern um die Verletzung einer Linie, oder anders, eine Übertretung eines Verbots.
Es gibt im Leben viele Dinge die eine Grenze haben, sehr viele sogar.
Überschreitet man diese "Rote Linie", verletzt man eine Grenze, man ist Grenzverletzer.
Ob man Flüchtling war oder nicht, oder wie auch immer man diese Menschen betrachten möchte, es bleiben Grenzverletzer.
Ich sehe an dem Begriff erstmal nichts nachaltig negatives, er beschreibt eine Situation, einen Zustand.

Um zum Thema zu kommen, ich glaube hier handelt es sich um reine persönliche Formulierungssache.
Ich nehme mal unsere Politoffiziere zur Hand, man kann ebenso Chefs von Kreisleitungen nehmen etc.pp.
Der eine Polit war ein Scharfmacher und benutze entsprechende Formulierungen, der andere Polit erklärte die Welt sanfter, doch er erklärte sie auch.
Ich denke nicht das es zu den Formulierungen spezielle Befehle gab welche Worte exakt zu benutzen sind, einen groben Rahmen gab es sicherlich, eine Art Knigge wie man Berichte erstellt und liefert, das gibts ja auch noch heute.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Fritze, werner und KAMÜ haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:32
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #3
Das Wort "Grenzverletzer" wurde doch bewußt gewählt. Flüchtling klingt nach Opfer. Aber es sollten ja Kriminelle sein.

Dabei war es bekanntlich umgekehrt: Der Flüchtling wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit an der Grenze verletzt, durch Stacheldraht, Minen oder
Schüsse.


DAS und alles weitere war nicht ansatzweise eine Antwort auf eine der Fragen im Eingangsbeitrag.

Persönliche Befindlichkeiten oder die Haltung zu einem Staat spielen völkerrechtlich keine Rolle.
Sobald Du eine Grenze eine Staates rechtswidrig übertrittst, bist Du ein Grenzverletzer. Ob da DDR dran steht oder nicht.
Das war aber auch gar nicht die Frage.

Welche Erinnerung habt Ihr:
Wie wurden in den Einheiten der GT die Vorkommnisse genannt?
Wie wurden Grenzverletzungen seitens der Kommandeure benannt?
Spielten solche „Feinheiten“ eine Rolle?
Gab es eine Entwicklung/Änderung in der Wortwahl?
Haben verschiedene Vorgesetzte unterschiedlich gesprochen?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#12

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:37
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #10
. . .
Um zum Thema zu kommen, ich glaube hier handelt es sich um reine persönliche Formulierungssache.
. . .



Wie haben das Deine Vorgesetzten gehandhabt? Wurde da von Grenzverletzern gesprochen oder von Angriff auf die Grenze oder beides?
Kannst Du das erinnern?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#13

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 20:40
von Alfred | 6.853 Beiträge

Beide Autoren, Albrecht und Müller waren Zivilisten.

Ich vermute, dass es beide bei der Formulierung nicht so genau genommen haben.


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#14

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 21:28
von lhsecurity | 161 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #7
Zitat von freddchen im Beitrag #6

Dass ein Verstoß gegen geltendes Recht auch in der DDR Konsequenzen hatte, wußte jedes Kind. Egal wie man es dreht, wer zuwider handelte, handelte gegen das Gesetz. (Übrigens wie jeder Flüchtige heute aus fernen Ländern, der ohne entspr. Papiere in D einreist.)

Wer sich damals selbst (und evtl. sogar seine Kinder) in diese Position brachte, wußte was er tat. Noch heute als 'Betroffener' zu jammern oder das vielleicht als eine Heldentat darzustellen (oder merkwürdigerweise beides), läßt auch tief blicken.

Dass Bewaffung der Grenzverletzer selbst konsequent totgeschwiegen wird, darf auch mal wieder erwähnt werden. Die hatten nicht immer nur die Zahnbürste dabei...


na ja die friedliche Alternative dazu wäre ja Z.B. in meinem Falle gewesen, in meiner Heimatstadt Erfurt in den Zug Richtung Frankfurt a.M zu steigen und loszufahren. In Gerstungen wäre von den Grenzorganen mein PA oder Reisepass kontrolliert worden und gut wär's
So wäre das in einem normalen Land abgelaufen. Aber diese Alternative oder besser gesagt Normalität gab es ja nicht in der DDR.So wurde man durch die SED in die Illegalität gezwungen, wenn man das Land verlassen wollte. Es entstand ein übergesetzlicher Notstand und der rechtfertigte den kriminalisierten Grenzübertritt außerhalb der GüSt. Ist doch ganz einfach.

@gert
Wie warst denn Du bewaffnet bei Deinem Verbrechen? Hast Du auch etwa vorgehabt dich freizuschiessen und dabei den Tod eines Grenzsoldaten in Kauf zu nehmen?


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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#15

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 22:06
von Hanum83 | 4.785 Beiträge

so weit ich mich erinnere war der grenzverletzer/die grenzverletzung das detail und der angriff auf die staatsgrenze das große und ganze, sprachlich.
in der vergatterung hieß es z.b. "grenzverletzungen sind nicht zuzulassen"


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
werner und KAMÜ haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.05.2016 22:09 | nach oben springen

#16

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 22:39
von Hapedi | 1.884 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #15
so weit ich mich erinnere war der grenzverletzer/die grenzverletzung das detail und der angriff auf die staatsgrenze das große und ganze, sprachlich.
in der vergatterung hieß es z.b. "grenzverletzungen sind nicht zuzulassen"



bei uns hieß es immer " Grenzverletzer sind festzunehmen bzw . zu vernichten "
habe vieles schon vergessen . Aber das hat sich festgebrannt

gruß hapedi



Harra318, werner und KAMÜ haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.05.2016 22:49 | nach oben springen

#17

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 24.05.2016 22:48
von Hanum83 | 4.785 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #16
Zitat von Hanum83 im Beitrag #15
so weit ich mich erinnere war der grenzverletzer/die grenzverletzung das detail und der angriff auf die staatsgrenze das große und ganze, sprachlich.
in der vergatterung hieß es z.b. "grenzverletzungen sind nicht zuzulassen"



bei uns hieß es immer " Grenzverletzer sind festzunehmen bzw . zu vernichten "
habe vieles schon vergessen . Aber das hat sich vestgebrannt

gruß hapedi



der spruch kam dann immer danach.
aber als ich vor geraumer zeit mal wieder in haselhorst war, war alles herrlich friedlich, nix mehr zu sehen von der ollen grenze, gott sei dank


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Hapedi, der alte Grenzgänger und KAMÜ haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.05.2016 22:51 | nach oben springen

#18

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 25.05.2016 00:59
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #12
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #10
. . .
Um zum Thema zu kommen, ich glaube hier handelt es sich um reine persönliche Formulierungssache.
. . .



Wie haben das Deine Vorgesetzten gehandhabt? Wurde da von Grenzverletzern gesprochen oder von Angriff auf die Grenze oder beides?
Kannst Du das erinnern?


eine grenzverletzung wurde immer bearbeitet und beinhaltete auch konsequenzen in der betroffenen gk, werner.
angriffe wurden bzw. waren statistische meldungen, nicht selten bei der vergatterung erwähnt ... .
vorkommnisse wurden erstmal intern behandelt und es konnten welche im grenzdienst oder eben auch im grenzgebiet gewesen sein.

... zu meiner zeit.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#19

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 25.05.2016 02:07
von Cambrino | 201 Beiträge

Hallo grüßt Euch, zu meiner Zeit bis 1962 sprach man von Grenzdurchbruch oder von versuchten Grenzdurchbruch oder von unkontrollierten Grenzübertritten O/W bzw. W/O. Festgenommene Personen wurden als Grenzverletzer bezeichnet. Unter den Gr. Komp. gab es einen Wettbewerb, Anzahl der Festnahmen und Anzahl der unkontrollierten Grenzübertritte. Dieses wurde jährlich ausgewertet. Das Ergebnis der Gr. Komp. aus unserem Bat. Abschnitt wurde bekannt gegeben, gelobt oder auch nicht. Unkontrollierte Grenzübertritte pro Jahr der einzelnen Gr. Komp. war unterschiedlich von 0 bis 3 oder sogar 4. Unkontrollierte Grenzübertritte wurden die Spuren auf dem K 10 untersucht und gesichert und dem Bat. gemeldet. Bei der nächsten Kontrolle des K 10 wurden die Spuren beseitigt. Das betreffende Postenpaar bekam in der Regel 3 Tage Ar. aber manchmal bekam der Posten auch nur 1. Tag. ( Wurde vom Komp. Chef aus gesprochen. )


Gruß Cambrino


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zuletzt bearbeitet 25.05.2016 02:22 | nach oben springen

#20

RE: Angriff auf die Staatsgrenze oder Grenzverletzung?

in Grenztruppen der DDR 25.05.2016 07:38
von damals wars | 12.198 Beiträge

Mir sind beide Begriffe geläufig.
Sowohl Angriff auf die Staatsgrenze als auch Grenzverletzer.
Aber, so philosophisch haben wir das nie gesehen, damals winkte noch kein Staatsanwalt.
Wir hatten die Grenze zu sicher, und fertig.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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