#341

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:04
von Josef | 631 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #339
Mit Dreck und Abwasser hatte die DDR sich das ziemlich einfach gemacht,
rein in die Flüsse und ab damit zum Klassenfeind
Lutze


Das mit der Wasserverschmutzung war im Westen auch da. Der Rhein galt in den 80ern als völlig verdreckt, Badeverbot, Lachse damals ausgestorben.Die "alte" BRD hat offenbar Medikamente an DDR-Patienten testen lassen, wofür man in der DDR Devisen bekam, war vor etwa 2 Jahren in der Presse.


zuletzt bearbeitet 26.05.2016 15:04 | nach oben springen

#342

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:08
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #331
Da ich schon immer irgendwie energetisch angetrieben war und ein Fleissbolzen bin, ging es mir rein finanziell gesehen auch in der DDR nicht schlecht, aber Dinge wie die brutale Umweltverpestung und das mein Kind dadurch den Pseudokrup hat und ich oft Angst hatte das er mir wegerstickt, gingen mir voll auf den Kranz.
...

Nur um das Thema Pseudokrupp mal zu klären,
Pseudokrupp (Krupphusten) entwickelt sich meist als Folge einer Infektion mit Viren: Typischerweise geht dem
Pseudokrupp eine fieberhafte, virusbedingte Erkältung von mehrtägiger Dauer voraus.

http://www.onmeda.de/krankheiten/pseudok...hen-1373-3.html

Eine verschmutzte Umwelt (Luft) ist nicht förderlich, aber auch nicht die eigendliche Ursache.
.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#343

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:17
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #342
Zitat von Hanum83 im Beitrag #331
Da ich schon immer irgendwie energetisch angetrieben war und ein Fleissbolzen bin, ging es mir rein finanziell gesehen auch in der DDR nicht schlecht, aber Dinge wie die brutale Umweltverpestung und das mein Kind dadurch den Pseudokrup hat und ich oft Angst hatte das er mir wegerstickt, gingen mir voll auf den Kranz.
...

Nur um das Thema Pseudokrupp mal zu klären,
Pseudokrupp (Krupphusten) entwickelt sich meist als Folge einer Infektion mit Viren: Typischerweise geht dem
Pseudokrupp eine fieberhafte, virusbedingte Erkältung von mehrtägiger Dauer voraus.

http://www.onmeda.de/krankheiten/pseudok...hen-1373-3.html

Eine verschmutzte Umwelt (Luft) ist nicht förderlich, aber auch nicht die eigendliche Ursache.
.
.


Na gut das du da bist, wenigstens einer der noch den Durchblick hat.
Hast du auch mal nachggegoogelt wie hoch die Häufigkeit bei der Krankheit war und die Verläufe bedingt durch Umwelteinflüsse?


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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#344

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:20
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #325
Meine Erinnerung ist die eines Kindes. .


und du erklärst jetzt denen die nach Wissen dürsten wie es war ?

alles klar
weitermachen


Gruss Andreas
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#345

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:20
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Meine fünf Monate alte Tochter hatte 1985 bei einer Smogwetterlage ihren ersten Pseudokruppanfall, ohne dass sie vorher irgendwelche Anzeichen von Erkrankung hatte.

Die Odyssee, die dann begann habe ich hier im Forum schon mal beschrieben. Selbst DDR - Behörden - Vertreter (Stadtrat für Gesundheit) gaben damals einen unmittelbaren Zusammenhang zu. Nur haben sie die Ursache mit dem Smog aus dem Westen begründet.

Daher ist es für mich heute auch nachvollziehbar, dass man bis heute der Meinung ist, dass die Umweltschützer in der DDR instrumentalisiert waren. Es war und ist nicht zu leugnen, dass wir damals in Ost und West eher die gleichen Umweltprobleme hatten. Und auch das war gleich - Die einen haben sich aktiv damit auseinander gesetzt. Andere nicht.

Moskwitschka

PS Wenn wir die Systemfrage und ihre Auswirkungen mal außen vor lassen, dann haben die Menschen in Ost und West mehr gemeinsames als trennendes.


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#346

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:27
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #345
Meine fünf Monate alte Tochter hatte 1985 bei einer Smogwetterlage ihren ersten Pseudokruppanfall, ohne dass sie vorher irgendwelche Anzeichen von Erkrankung hatte.

Die Odyssee, die dann begann habe ich hier im Forum schon mal beschrieben. Selbst DDR - Behörden - Vertreter (Stadtrat für Gesundheit) gaben damals einen unmittelbaren Zusammenhang zu. Nur haben sie die Ursache mit dem Smog aus dem Westen begründet.

Daher ist es für mich heute auch nachvollziehbar, dass man bis heute der Meinung ist, dass die Umweltschützer in der DDR instrumentalisiert waren. Es war und ist nicht zu leugnen, dass wir damals in Ost und West eher die gleichen Umweltprobleme hatten. Und auch das war gleich - Die einen haben sich aktiv damit auseinander gesetzt. Andere nicht.

Moskwitschka

PS Wenn wir die Systemfrage und ihre Auswirkungen mal außen vor lassen, dann haben die Menschen in Ost und West mehr gemeinsames als trennendes.


Der allwissende Schnell-Googler sieht das aber ganz anders.


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#347

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:30
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #343


Na gut das du da bist, wenigstens einer der noch den Durchblick hat.
Hast du auch mal nachggegoogelt wie hoch die Häufigkeit bei der Krankheit war und die Verläufe bedingt durch Umwelteinflüsse?

Es geht nicht um Durchblick, sondern um Ursachen.
Daß Umwelteinflüsse die Krankheit nicht besser werden, lassen habe ich nicht bezweifelt.
Nur Schuld an der Erkrankung ist nicht die Umwelt.
Ich will das keineswegs herunterspielen, nur war nicht die DDR schuldig am Pseydokrupp.
.


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#348

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:32
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #347
Zitat von Hanum83 im Beitrag #343


Na gut das du da bist, wenigstens einer der noch den Durchblick hat.
Hast du auch mal nachggegoogelt wie hoch die Häufigkeit bei der Krankheit war und die Verläufe bedingt durch Umwelteinflüsse?

Es geht nicht um Durchblick, sondern um Ursachen.
Daß Umwelteinflüsse die Krankheit nicht besser werden, lassen habe ich nicht bezweifelt.
Nur Schuld an der Erkrankung ist nicht die Umwelt.
Ich will das keineswegs herunterspielen, nur war nicht die DDR schuldig am Pseydokrupp.
.


Wenn du auch nur ahnen könntest welche Ängste wir bei Inversionswetterlage hatten dann würdest du eventuell nicht ganz so altgescheid daherschreiben.
Zu dem verfeuerten Braunkohledreck kam auch noch der Dunst aus dem Böhmischen Becken, vom 2-Takt-Mief gar nicht zu reden.


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#349

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:42
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #348


Wenn du auch nur ahnen könntest welche Ängste wir bei Inversionswetterlage hatten dann würdest du eventuell nicht ganz so altgescheid daherschreiben.


Das glaube ich dir gerne, trotzdem brauchst du nicht ausfallend zu werden, es ging um Schuld der DDR daran.
So sachlich sollten wir bleiben.

Ich weiß sehr wohl, was solche Erkrankung bedeutet, frage dann aber, warum sie heute, in überall ach so sauberer Luft, noch immer
je nach Jahreszeit mehr oder weniger auftritt. Und nicht nur in Deutschland, sondern auch in den benachbarten Alpenländern,
den Inseln der Reinheit der Luft.
Ja, bei Inversionswetterlagen und hoher Luftverschmutzung verstärken sich die Sympthome, damals wie heute. Trotzdem
war und bleibt es eine Virusinfektion.
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#350

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:45
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Die Beschreibung einer gewissen Art von Stil ist nicht ausfallend zu werden.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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#351

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 15:59
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #350
Die Beschreibung einer gewissen Art von Stil ist nicht ausfallend zu werden.


Eine neutrale Zustands- bzw. Ursachenbeschreibung ist also eine gewisse Art von Stil, aha.
Mich "altgescheid" nennen ist ok, oder ?
Ich habe mich weder lustig gemacht zur Thematik noch sonst irgendwie herunterspielend geschrieben.
Es ist immer tragisch, wenn das eigene Kind von solchen Erkrankungen betroffen ist, nur sollte das nicht zu emotionalen
Schuldzuweisungen führen.

Ach, lassen wir das.
Ich hoffe, jetzt ist alles ok.
.


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zuletzt bearbeitet 26.05.2016 15:59 | nach oben springen

#352

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 16:02
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Alles gut.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#353

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 16:09
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #351

Es ist immer tragisch, wenn das eigene Kind von solchen Erkrankungen betroffen ist, nur sollte das nicht zu emotionalen
Schuldzuweisungen führen.

Ich hoffe, jetzt ist alles ok.



Nee isses nicht. Wer hat hier wem und wo emotional dieSchuld zugewiesen?

Ich hatte zum Glück eine tolle Kinderärztin, die damals sofort die richtige Diagnose gestellt, Kortison gespritzt und meine Tochter und unsere Familie über lange Jahre begleitet hat.

Andere hatten nicht das Glück. Selbst der Staatsratsvorsitzende nicht. Noch heute wird über den Tod seiner Enkelin spekuliert:

Ende der 80er-Jahre gab es Gerüchte vom Tod der Honecker-Enkelin. Nach einer Version sei sie im Mai 1988 im Regierungskrankenhaus nach einer Fehldiagnose und falscher Behandlung verstorben. Daraufhin sei Honeckers Leibärztin entlassen worden. Nach einer anderen Version sei das Kind im Herbst an Pseudokrupp (Schleimhautschwellung, Erstickung) gestorben. Tatsächlich war Honeckers Enkeltochter Mariana Anfang 1988 an einem Grippevirus gestorben.

http://www.mdr.de/thueringen/kultur/zeit...c-43c28d56.html

Moskwitschka


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zuletzt bearbeitet 26.05.2016 16:10 | nach oben springen

#354

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 16:14
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #326
Zitat von bürger der ddr im Beitrag #322

Ich beziehe mich auf @Gert , nicht weil ich seine Ansichten teile, wir haben uns immer früher sehr "gefetzt", nur habe ich versucht zu verstehen "warum ist er so geworden?"
Jeder von uns hat SEIN ERLEBEN und jeder von uns ist anders geprägt wurden, darum steht die Frage des Themas mehr für die "Alten BRD Bürger" und es ist doch wichtig wie empfindet Ihr den Wandel der BRD?


@bürger der ddr , Thomas ich kann diese Einteilung nicht nachvollziehen alte und neue Bundesrepublik. Natürlich ist dieses Land nicht mehr das was ich im März 65 angetroffen habe, heute sage ich glücklicherweise und es wäre auch traurig, wenn es sich nicht fort entwickelt hätte. Jedenfalls sehe ich keine Trennlinie in 89, dort hat sich nur geändert: unser Staat vergrößerte sich um den Anteil Ex-DDR. Ich sehe den Veränderungsrythmus in Dekaden, also alle 10 Jahre. Die 60 er waren anders als die 70 er, 80er und so fort Jahre.
Mein Lebensweg war in der Gänze von erfolgreichem Agieren geprägt, vielleicht hatte ich und später meine Familie immer das Glück auf unserer Seite. Aber es gibt auch von unserem großen Dichter Goethe den schönen Spruch : Das Glück hat auf die Dauer nur der Tüchtige. Ich sage das nicht um hier anzugeben, aus dem Alter bin ich raus. Ich sage es, weil es meine Erfahrung ist, will sagen, man muss dem Glück nachhelfen.
Ein Beispiel : Mitte der 90 er Jahre zerlegte sich mein langjähriger AG, ein Konzern, Grund Profitmaximierung in einer Produktrichtung, alle anderen interessierten nicht mehr. Mein Arbeitsplatz stand auch zur Disposition, Sozialplan wirkte dahingehend dass man uns zwar mit Geldbündeln totschmiss aber andererseits wir uns einen neuen AG suchen sollten. Ich knapp 50 geriet leicht in Panik. Nachdem ich mich umgeschaut hatte und Kontakte spielen ließ hätte ich bei 3 neuen AG anfangen können. Man muss aber um solche Sache sich bemühen
Also insgesamt habe ich eine positiven Lebenslauf, vermischt mit kleineren Krisen, die aber immer bewältigt werden konnten.


Ich glaube eher, daß seit jeher Zielstrebigkeit und eine strategische Disziplin über Aufstieg und Fall in beiden Systemen entschieden hat, will heißen, daß man im Arbeitsprozeß auch Kröten zu schlucken (z. B. das Kollegenschwein, die Umweltbilanz, den nervenden BPO- Sekretär u.a.) bereit sein muß wenn am Ende (der Lohntüte, Karriere, die soziale Sicherheit) alles honoriert werden soll.
Oder noch verschärfter formuliert, warum sollte ein Staatsschützer der Jung- BRD ohne NS- Biografieanteil über Adenauers Integrationsmaßnahmen von Exfaschisten nachdenken, ist doch alles vergeben und vergessen.
Warum soll man dem DKP- Mitglied das den Lehrerjob verloren hat nachtrauern, er hätte seine Mitgliedschaft doch einfach für sich behalten können, ist es das was man können/ wissen/ verdrängen muß um sich für dieses System zu begeistern ?
Ist es diese Minderheitenproblematik wert, ein System allumfassend zu verurteilen oder ist der jährliche Spanienurlaub und des schnittige Markenauto auf der anderen Seite der Wippe viel schwerer, als das sich überhaupt noch etwas an der eigenen Gedankenwelt bewegen könnte ?
Immerhin bist Du, @ Gert ja aus überwiegend politischen Gründen aus der DDR geflüchtet, bist Du denn drüben ein politischer Mensch geblieben, hast Du eine überregionale politische Tageszeitung abonniert, regelmäßig gewählt oder gar für eine Parteimitgliedschaft Beiträge bezahlt oder war mit der Grenze im Rücken alles was jegliches Engagement über das Privatleben hinaus tangierte gelaufen ?
Die Ängste um den Arbeitsplatz, die ich bis zum Mauerfall nur aus Zeitungen und schwarzen Kanälen kannte relativierten sich übrigens nach der Wende recht schnell, da meine Bahn seit dem Ausrutscher auf dem Börsenparkett nicht mehr meine war, und die schleichende innere Kündigung das Morphium war, das den endgültigen Rausschmiß 2005 erträglicher machte.
Vieles, das uns Ossis drüben garstig erschien, wie die Straßenkriminalität, die Einkommensungerechtigkeit, Existenzängste, die Berufsverbote u.v.a.m. tangierte den Alltag des gemeinen Wessis gar nicht so erheblich, das war auch meine Feststellung aus den wenigen Gesprächen, die ich mit meiner flüchtigen Westverwandschaft auch führte, diese Fragen die mir als Vierzehnjährigen (letzter Besuch, in der Vorwendezeit 1980) nicht einfielen kann ich ja heute stellen, vielleicht entsprechen die Antworten ja meinen Erwartungen, zumal der Dialog aus privaten Gründen leider inzwischen zum Erliegen gekommen ist.



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#355

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 16:33
von Hanum83 | 4.667 Beiträge

Viele hängen zu sehr am Versorgtsein, wenn man sich um alles selber kümmern muss das irgendwann mal ein Cent auf dem Konto landet und dafür sogar vorher noch eigenes Geld investieren muss, versteht man das Gebarbe um die Schlechtigkeit der Gesellschaft gar nicht mehr richtig.
Drum eventuell auch meine zugegebenermaßen große Unverständnis für manche Sichten.
Für mich ist es heute keinen Deut anders als vor 25 Jahren, die Mechanismen sind die gleichen und ich glaube drum verstehen auch viele ältere Westdeutsche unser Geweine nicht, sie waren halt immer in dem System, soziale Marktwirtschaft hin oder her, wenn man da auf der Straße lag musste man sich vor 89 auch kümmern nehm ich mal stark an sonst wäre wohl auch da der Zug abgefahren.
Josef gefällt mir irgendwie, der wünscht sich als Westgewächs von Herzen den Sozialismus, ich würde ihm ihn gönnen, nee, lieber doch nicht, der arme Josef, wenn er so richtig wüsste worauf er sich da einlässt würde er wohl schreiend weglaufen, vor ihm


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zuletzt bearbeitet 26.05.2016 16:58 | nach oben springen

#356

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 17:42
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #355
ich glaube drum verstehen auch viele ältere Westdeutsche unser Geweine nicht


"Geweint" haben auch die Westdeutschen 1978 habe ich meinen Westberliner Schwager kennen gelernt. Auf der einen Seite hat er geprotzt, mit seiner Lohnabrechnung rumgewedelt und erzählt was er sich alles leisten kann. Besonders stolz war er über das Kindergeld, dass ihm für seinen Sohn, der in Ostberlin lebte, von den Westberliner Behörden ausgezahlt wurde. Es war manchmal schon langweilig. Aber standhaft haben wir augenzwinkernd zugehört.

Kritisch wurde es, als in seinem Unternehmen, einer Druckerei, die Produktion umgestellt wurde. Zwar hatte der Offsetdruck dort schon seit einiger Zeit Einzug gehalten, aber nach der Qualität nahm die Quantität und die Vielfalt der Aufträge zu. Auf einmal war der Arbeitsweg durch die Großstadt (von Reinickendorf nach Neukölln) unzumutbar. Nicht zuletzt wegen der Überstunden, denn neue Mitarbeiter wurden nicht eingestellt. Die Produktionsabläufe wurden immer mehr optimiert, dass sogar von der Unternehmensleitung Entlassungen ins Auge gefasst wurden. Um nicht abgehängt zu werden, verzichtete er einmal auf seinen Urlaub und lies ihn monitär abgelten. Und wieder wedelte er mit seiner Lohnabrechnung und schimpfte aber über die Steuerabzüge. Irgendwann sagte er - Mit diesen Problemen müsst ihr euch nicht herumschlagen. Irgendwann war er nur noch unzufrieden und fühlte sich ungerecht behandelt. Er sah Ende der 80-er nur eine Alternative, über die ich jetzt nicht schreiben möchte. Denn die würde der Diskussion eine falsche Richtung geben.

Das ist jetzt 30 Jahre her. Aber wer seinen Verwandten gut zugehört hat, vorausgesetzt, dass sie ehrlich waren, dürften vom neuen Leben in der "neuen" Bundesrepublik nicht überrascht worden sein.

Moskwitschka


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Heinrich Heine

Lutze, damals wars und Hackel39 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.05.2016 17:49 | nach oben springen

#357

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 17:57
von Freienhagener | 3.855 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #340

Ziel war doch hauptsächlich, dem Sozialismus, oder was auch immer das war, vorzuspiegeln, Kapitalismus wäre die
weit bessere Alternative.



Bekanntlich lief das anders herum genauso - nach meinem Empfinden noch penetranter (Kindergarten, Schule, ML, Polit, Zetungsschau im Betrieb)


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#358

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 18:05
von Zange | 391 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #341
Zitat von Lutze im Beitrag #339
Mit Dreck und Abwasser hatte die DDR sich das ziemlich einfach gemacht,
rein in die Flüsse und ab damit zum Klassenfeind
Lutze


Das mit der Wasserverschmutzung war im Westen auch da. Der Rhein galt in den 80ern als völlig verdreckt, Badeverbot, Lachse damals ausgestorben.Die "alte" BRD hat offenbar Medikamente an DDR-Patienten testen lassen, wofür man in der DDR Devisen bekam, war vor etwa 2 Jahren in der Presse.

Ich war Anfang der 80er Jahre in Bonn stationiert.

Es hieß dort, wenn man einen Film entwickeln wollte, brauchte man ihn nicht beim Fotogeschäft abgeben. Man musste ihn nur in den Rhein halten.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#359

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 18:27
von damals wars | 12.113 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #339
Mit Dreck und Abwasser hatte die DDR sich das ziemlich einfach gemacht,
rein in die Flüsse und ab damit zum Klassenfeind
Lutze


Ein Blick in die Realität gefällig:
http://www.spiegel.de/wirtschaft/unterne...r-a-994483.html


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#360

RE: Die "alte Bundesrepublik Deutschland"- doch nur ein Potemkinsches Dorf ?

in Das Ende der DDR 26.05.2016 18:34
von berlin3321 | 2.514 Beiträge

Moin,

Umweltverschmutzung war auch in Westdeutschland ein Problem. Ich erinnere mich noch genau an den Böhringer Skandal in Hamburg. Dort hatte ein Werk jede Menge Dreck in die Luft gepustet.

Dazu sollte man wissen das im Abstand von bis zu 5 km Luftlinie Gemüse angebaut wurde, in den Vier- und Marschlanden, der Gemüsekiste Hamburgs.

Das Werk wurde dicht gemacht, jahrelang durfte Gemüse nicht verkauft werden. Das Gift ist in der Milch von Kühen die dort auf der Weide standen.

http://www.ndr.de/kultur/geschichte/chro...skandal128.html

MfG Berlin


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