#341

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 11:03
von andy | 1.198 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #337

Aber meine Frage dreht sich eigentlich nur darum, ob es verschiedene gängige Begriffe gab, so daß die Wahrnehmung dieser Stasi eher im Unterbewußtsein angesiedelt war, die Sache mit den Zuträgern ist ja auch hier thematisiert worden und es ist nicht mal sicher, ob man selbst nicht sogar dieser Unterabteilung angehörte, ohne es zu wissen, dazu hatte ich ja schon mal anderswo geschrieben (Wochengespräch beim Leiter).


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#342

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 11:07
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #339
Zitat von Ebro im Beitrag #336
Ja, auch Jugentourist gehörte zu meinem Klientel. Und kurze Wege waren auch mal möglich, waren aber nicht die Regel.
Ich hatte während meiner Leistungssportzeit als Jugendlicher beim TSC Berlin einen Sportkumpel, der erheblich älter war und den ich dann später als Dozent an meiner Ingenieurschule wiedertraf. Er war dort auch mein Sportlehrer.
Später dann, als HIM kam mir sein Reiseantrag unter die Finger, nach Kanada zu einem Onkel. ich sagte zu meinem Führungsoffizier dass ich den Kandidaten schon jahrelang kenne und für ihn die Hand ins Feuer lege, wir brauchen doch keine weiteren Ermittlungen machen.
Gesagt-getan, er bekam seine Dokumente und wurde bestätigt. Und kam nicht wieder!!
War natürlich für Klein-Ebro Radau im Bau.
Der Onkel hatte dort in Kanada eine große Ranch, war körperlich nicht mehr so zuwege und wollte meinem Kumpel die Ranch überschreiben, mit allem drum und dran. War natürlich sehr verlockend, logo!
Nach etwa 8 Wochen kam er reuevoll zurück, er kam dort überhaupt nicht klar. Sprache, Kenntnisse der Materie-er war ja eigentlich Sportlehrer und Dozent für technische Mechanik.
den einzigen Nachteil, den er dann hatte, er war seinen Job in der Ing.schule los.
Und Ebro hat sich die Finger verbrannt, was mir für meine spätere Tätigkeit eine große Lehre war.


Und wegen versuchter Republikflucht wurde er nicht verurteilt?
Lutze



Warum @Lutze ?

Diese Person hatte einen gültigen RP und das entsprechende Visa !

Die Person hatte nur die genehmigte Reisezeit überschritten. Übrigens gab es keinen § Republikflucht. Es gab den § 213 "Ungesetzlicher Grenzübertrit." U.a. der Passus : "...Ein- und Ausreise, Reisewege und Fristen oder den Aufenthalt nicht einhält..."
Aber es gab die Anweisung wenn die Person freiwillig in die DDR zurück kam und keine Straftaten begangen hatte es zu keiner Anklage kam. Das diese Person einer Befragung zu diesen Delikt unterzogen wurde ist ja normal.


passport


Fritze, Ebro, Hackel39 und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#343

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 11:24
von Lutze | 8.032 Beiträge

Das entsprechende Visum wird Achim Menzel von Fritzens Dampferband auch
bekommen haben,nach seinem "verlängerten Aufenthalt" wurde er zu 10 Monaten
Gefängnis verurteilt,die für 2 Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#344

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 12:44
von passport | 2.628 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #343
Das entsprechende Visum wird Achim Menzel von Fritzens Dampferband auch
bekommen haben,nach seinem "verlängerten Aufenthalt" wurde er zu 10 Monaten
Gefängnis verurteilt,die für 2 Jahre auf Bewährung ausgesetzt wurde
Lutze



Letztendlich entscheidet die Staatanwaltschaft über Anklage oder das fallen lassen dieser. Ob 1973 die entsprechen Anweisung schon in Kraft war kann ich Dir nicht sagen.


passport


zuletzt bearbeitet 16.05.2016 12:45 | nach oben springen

#345

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 13:01
von Lutze | 8.032 Beiträge

Kann mir eher vorstellen,das sich freiwillige Rückkehrer sich vorher
schlau gemacht haben was sie erwartet
Lutze


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wer nicht kämpft hat schon verloren
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#346

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 13:11
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #341


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy



Was waren das für Stadtpläne? Im Falk-Plan 39. Auflage (80er Jahre) war nichts vermerkt. Im Gegenteil, dort war der bauliche Zustand aus den 50er Jahren zu sehen. Da war noch eine Müllerstr. eingezeichnet, die später verschwand, weil sie innerhalb des Dienstkomplexes Normannen/Magdalenen/Ruschestr. lag.



Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 17.05.2016 23:53 | nach oben springen

#347

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 13:46
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #341
Zitat von Hackel39 im Beitrag #337

Aber meine Frage dreht sich eigentlich nur darum, ob es verschiedene gängige Begriffe gab, so daß die Wahrnehmung dieser Stasi eher im Unterbewußtsein angesiedelt war, die Sache mit den Zuträgern ist ja auch hier thematisiert worden und es ist nicht mal sicher, ob man selbst nicht sogar dieser Unterabteilung angehörte, ohne es zu wissen, dazu hatte ich ja schon mal anderswo geschrieben (Wochengespräch beim Leiter).


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy



Genau dorthin war er auch übergesiedelt, nach Westberlin, er warb sogar für seine neue Heimat deshalb war ich auch weniger an einem Wiedersehen interessiert.
Mit dem Postverkehr hatte ich schon ein paar Bedenken aber daß die Stasi mitgelesen hat kann ich mir nicht vorstellen, da ich ja wie beschrieben vor der Wende schon Hamburg gesehen habe, überhaupt hatte ich sowohl mit meiner Cousine Briefverkehr als auch habe ich Onkel und Tante im Namen der Familie immer mal angeschrieben und wer weiß was mir auf Grund der Westverwandschaft erspart geblieben ist, denn dem Staat war ich bis zuletzt verbunden und weiß bis heute dessen Wert zu schätzen.
Von dieser Verbundenheit habe ich auch dem Freund dieser Tage nichts verschwiegen, von der Westreise erfuhr er ebenfalls nichts wohl aber meine Verwandschaft, die ich in Hamburg auch getroffen hatte, ebenfalls ein Regelverstoß der nicht geahndet wurde, also überall waren die wohl auch nicht und wollten vielleicht manchmal gar nicht so viel wissen.
Die IM's der Reisegruppe wollten wohl auch einen streßfreien Urlaub haben.
Wie man die allerdings rekrutiert hatte und ob die auch von drüben aus agierten (es gab Jugendtreffen) vermag ich nicht zu sagen.
Ob es wohl auch IM's gab, die mitreisen durften, wenn sich eines ihrer Schäfchen auf den Weg ins NSW machte ?
Meines Wissens kannten sich einige aus der Gruppe von vorher schon, die meisten aber nicht außer man lernte sich bei den Vorab- Reisebesprechungen schon kennen.



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#348

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:01
von andy | 1.198 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #346
Zitat von andy im Beitrag #341


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy



Was waren das für Stadtpläne? Im Falk-Plan 39. Auflage (80er Jahre) war nichts vermerkt. Im Gegenteil, dort war der bauliche Zustand aus den 50er Jahren zu sehen. Da war noch eine Müllerstr. eingezeichnet, die später verschwand, weil sie innerhalb des Dienstkomplexes Normannen/Magdalenen/Ruschestr. lag.

Gruß Kalubke



Wimre haben wir immer die Stadtpläne im Ringbuchformat genutzt. Wer der Herausgeber war, weis ich heute nicht mehr. Falk hatte damals solche gefaltete Stadtpläne im Handtaschenformat. Die waren mir zu umständlich. In den Buchplänen waren die Kartenausschnitte einfach größer.


andy


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#349

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:03
von andy | 1.198 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #347
Zitat von andy im Beitrag #341
Zitat von Hackel39 im Beitrag #337

Aber meine Frage dreht sich eigentlich nur darum, ob es verschiedene gängige Begriffe gab, so daß die Wahrnehmung dieser Stasi eher im Unterbewußtsein angesiedelt war, die Sache mit den Zuträgern ist ja auch hier thematisiert worden und es ist nicht mal sicher, ob man selbst nicht sogar dieser Unterabteilung angehörte, ohne es zu wissen, dazu hatte ich ja schon mal anderswo geschrieben (Wochengespräch beim Leiter).


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy



Genau dorthin war er auch übergesiedelt, nach Westberlin, er warb sogar für seine neue Heimat deshalb war ich auch weniger an einem Wiedersehen interessiert.
Mit dem Postverkehr hatte ich schon ein paar Bedenken aber daß die Stasi mitgelesen hat kann ich mir nicht vorstellen, da ich ja wie beschrieben vor der Wende schon Hamburg gesehen habe, überhaupt hatte ich sowohl mit meiner Cousine Briefverkehr als auch habe ich Onkel und Tante im Namen der Familie immer mal angeschrieben und wer weiß was mir auf Grund der Westverwandschaft erspart geblieben ist, denn dem Staat war ich bis zuletzt verbunden und weiß bis heute dessen Wert zu schätzen.
Von dieser Verbundenheit habe ich auch dem Freund dieser Tage nichts verschwiegen, von der Westreise erfuhr er ebenfalls nichts wohl aber meine Verwandschaft, die ich in Hamburg auch getroffen hatte, ebenfalls ein Regelverstoß der nicht geahndet wurde, also überall waren die wohl auch nicht und wollten vielleicht manchmal gar nicht so viel wissen.
Die IM's der Reisegruppe wollten wohl auch einen streßfreien Urlaub haben.
Wie man die allerdings rekrutiert hatte und ob die auch von drüben aus agierten (es gab Jugendtreffen) vermag ich nicht zu sagen.
Ob es wohl auch IM's gab, die mitreisen durften, wenn sich eines ihrer Schäfchen auf den Weg ins NSW machte ?
Meines Wissens kannten sich einige aus der Gruppe von vorher schon, die meisten aber nicht außer man lernte sich bei den Vorab- Reisebesprechungen schon kennen.



Hackel, den Zusammenhang verstehe ich irgendwie nicht.


andy


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#350

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:07
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #208
Zitat von Josef im Beitrag #207
Bitte den Gen. Gigolo noch um nähere Angaben zur Remuneration : Valuta, Ordensblech oder Westurlaub ?


Hmm,
ist wohl eher so eine typische Frage aus früherer und auch heute noch westlicher Sicht, was gab es als Agentenlohn etc.
Bin der Meinung, dass stand nie im Vordergrund.

seaman



Ja aber daß es keine vollumfängliche Rückmeldung über den Vorgang gab, hätte mich runter gezogen aber das war es wohl, was einen wirklich geeigneten Mitarbeiter dieses Machtapparates auszeichnete, keine Fragen stellen- einfach nur funktionieren.
Einerseits war natürlich bedingungslose Disziplin nötig, andererseits war es für den weiteren beruflichen Aufstieg (der ja auch dem Wohle des Volkes diente) wichtig, ein Feedback über den Wert seiner Arbeit zu bekommen um für Folgeaufträge noch besser zu wissen, worauf noch zu achten wäre, wie sich alles zu einem verständlichen Vorgang gestaltet mit allen Konsequenzen für den inneren Frieden in der Republik.
Ich als treuer Genosse von damals wäre wohl auch aus diesem Grunde aussortiert worden, das ist es wohl nicht allein, was zählt und wieder einmal stellen wir fest wie viele Mißverständnisse in der DDR- Architektur verbaut worden sind.
Was ich in diesem Thread ebenfalls neu erkenne ist, daß man eben doch nicht immer ausgesucht wurde, sondern sich doch durchaus in Position laufen konnte, wobei jedoch das Umfeld (der Stallgeruch) eine große Rolle spielte.
Ich erinnere mich noch sehr gut an einen Arbeitskollegen, der seine Bereitschaft Kandidat der SED zu werden davon abhängig machte, zum Wachregiment FD zu dürfen.
Der ist am Ende nicht mal Kandidat geworden und sollte auch von mir nicht mehr gefragt werden.



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#351

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:16
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #349
Zitat von Hackel39 im Beitrag #347
Zitat von andy im Beitrag #341
Zitat von Hackel39 im Beitrag #337

Aber meine Frage dreht sich eigentlich nur darum, ob es verschiedene gängige Begriffe gab, so daß die Wahrnehmung dieser Stasi eher im Unterbewußtsein angesiedelt war, die Sache mit den Zuträgern ist ja auch hier thematisiert worden und es ist nicht mal sicher, ob man selbst nicht sogar dieser Unterabteilung angehörte, ohne es zu wissen, dazu hatte ich ja schon mal anderswo geschrieben (Wochengespräch beim Leiter).


In den Westberliner Vorwende-Stadtplänen von ganz Berlin war auch im Bereich der Magdalenen- und der Ruschestr. in Berlin-Lichtenberg der Name "Staatssicherheitsdienst" eingedruckt. Dieser Begriff wurde auch in den Printmedien genutzt und ich kann mich eigentlich gar nicht daran erinnern, dass von der anderen Seite offiziell die korrekte Bezeichnung verwendet wurde.


andy



Genau dorthin war er auch übergesiedelt, nach Westberlin, er warb sogar für seine neue Heimat deshalb war ich auch weniger an einem Wiedersehen interessiert.
Mit dem Postverkehr hatte ich schon ein paar Bedenken aber daß die Stasi mitgelesen hat kann ich mir nicht vorstellen, da ich ja wie beschrieben vor der Wende schon Hamburg gesehen habe, überhaupt hatte ich sowohl mit meiner Cousine Briefverkehr als auch habe ich Onkel und Tante im Namen der Familie immer mal angeschrieben und wer weiß was mir auf Grund der Westverwandschaft erspart geblieben ist, denn dem Staat war ich bis zuletzt verbunden und weiß bis heute dessen Wert zu schätzen.
Von dieser Verbundenheit habe ich auch dem Freund dieser Tage nichts verschwiegen, von der Westreise erfuhr er ebenfalls nichts wohl aber meine Verwandschaft, die ich in Hamburg auch getroffen hatte, ebenfalls ein Regelverstoß der nicht geahndet wurde, also überall waren die wohl auch nicht und wollten vielleicht manchmal gar nicht so viel wissen.
Die IM's der Reisegruppe wollten wohl auch einen streßfreien Urlaub haben.
Wie man die allerdings rekrutiert hatte und ob die auch von drüben aus agierten (es gab Jugendtreffen) vermag ich nicht zu sagen.
Ob es wohl auch IM's gab, die mitreisen durften, wenn sich eines ihrer Schäfchen auf den Weg ins NSW machte ?
Meines Wissens kannten sich einige aus der Gruppe von vorher schon, die meisten aber nicht außer man lernte sich bei den Vorab- Reisebesprechungen schon kennen.



Hackel, den Zusammenhang verstehe ich irgendwie nicht.


andy


Sorry Andy, ich wollte nur bestätigen, daß jener Freund tatsächlich nach WB machte und habe ohne konkreten Zusammenhang darauf weitere Fragen aufgebaut, die mit der NSW- Reise im Zusammenhang standen und wenn man schon mal kompetente Personen dazu befragen kann und es eigentlich an alle geht, die dazu gehörten ist habe ich es halt kombiniert.
Kann aber sein, daß diese verschachtelte Kommunikation verwirrend und wenig hilfreich ist, gelobe Besserung.



zuletzt bearbeitet 16.05.2016 14:44 | nach oben springen

#352

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:28
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Gängige Praxis nach einem Verbleiben in der BRD oder einem ungesetzlichem Verlassen war, daß man eine geeignete Person für eine Kontaktierung suchte um den Abgänger zu einer Rückkehr zu bewegen.
Meistens Eltern, Freunde, Arbeitskollegen usw.
Bei der Staatsanwaltschaft ist dann geklärt worden EV oder nicht.Das hat man dem Abgänger auch mitgeteilt, damit er wußte, was ihn erwartete. Das wurde dann auch eingehalten.Zu diesem Zweck hat man auch Personen reisen lassen, die im Normalfall keine Genehmigung bekommen hätten.Das hatte noch einen anderen Hintergrund,bei RF auf unbekanntem Weg, war man natürlich interessiert,wo und wie ist er rüber.
Hat sehr oft funktioniert,da viele sich den goldenen Westen etwas goldener vorgestellt hatten, ohne Aufnahmelager, Befragung durch Sichtungsstellen der GD,vielem Behördenkram.
Vor allem Jugendliche, die bisher im Hotel Mama gut versorgt waren.
Nicht alle wurden glücklich im Westen, wir hatten nach ca, 2 Jahren Ablehnung, einer Übersiedlung wegen Eheschließung zugestimmt.Uns lagen zum Ehemann, ehem. DDR Bürger,Informationen vor,die kein gutes Ende ahnen ließen.Wir haben mit den Eltern und der Frau viele Gespräche geführt,ohne Erfolg. Sie war Vollkommen verblendet.
Nach nicht mal einem Jahr,war sie allein wieder da, vollkommen enttäuscht, vom Mann und den Bedingungen.Keine entsprechende Arbeit,kein Geld um die Wohnung ordentlich einzurichten,der Mann hatte auch wenig Verständnis für ein gemütliches Heim usw.
Sie kam nicht klar.
In der DDR hatte sie ihren Freundeskreis,ihre Arbeit, die Eltern hatten ein großes Grundstück, indem sie eine eigene Wohnung hatte.
Inzwischen hat sie wieder( nach der Wende) einen Wessi geheiratet, ein Haus gebaut,die Eltern sind glücklich, haben Kind und Enkel bei sich.
Nun könnte man noch sagen, wenn sie nicht gestorben sind.....
Ich habe zu ihr und den Eltern noch einen guten Kontakt und wenn wir uns sehen, reden wir noch manchmal darüber, wißt ihr noch, wieviel abende wir diskutiert haben, nicht über zu siedeln.Ende gut alles gut.
Sicher Einzelfälle, aber das gab es auch.



Niederlausitzer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#353

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 14:36
von Hanum83 | 4.691 Beiträge

Klingt wie die abschreckenden Berichte im ND
Aber mal im Ernst, ihr habt euch einfach mit Vehemenz in ganz normale private Dinge eingemischt und wart und seid auf dem Standpunkt das ist normal.
Menschen müssen aber einfach frei bestimmt ihre Erfahrungen machen ohne den staatlichen Kümmer-Onkel der sie an die Hand nimmt.
Das ist die normalste Sache der Welt, auch wenn der damalige Mainstream im tobenden Friedenskampf ein anderer war.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Moskwitschka, Lutze und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 14:58 | nach oben springen

#354

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 15:52
von 80er | 561 Beiträge

An dieser Stelle von mir auch ein Lob für das Engagement einiger ehemaligen Mitarbeiter vom "Schutz und Schild der Partei" für ihre - für mich - ehrlichen Antworten auf Fragen zu Inhalten ihrer damaligen Arbeit und ihren Beweggründen.

Verständlich ist für mich auch, dass sich in der Bundesrepublik sozialisierte Foristen nicht vorstellen können, dass es in der Ehemaligen Menschen gegeben hat, die auch für ideelle Werte, also unentgeldlich, oder ohne sonstige Vorteile ihre "Pflicht erfüllt und übererfüllt" (wie es so schön hiess) haben.
Das passt nicht in die Vorstellungswelt einer materiell geprägten Bundesrepublik.

Aber selbst wenn es Vorteile für "vorbildliche Pflichterfüllung" gegeben hätte, welcher Art hätten die sein können, in einem Land, in dem das Geld keine Kaufkraft hatte, weil dem kaum Konsumgüter gegenüber standen?

Nehmen sich nicht schon die "Privilegien" der ehemaligen Nomenklatura als geradezu bescheiden, wenn nicht lächerlich, aus, verglichen mit westlichem Verständnis?

Was hätten es denn konkret für Vorteile für Mitarbeiter im Geheimdienst sein können?

Statt 15 nur 10 Jahre auf einen PKW zu warten?
Das garantierte Pfund Bananen im Monat?
Geldprämien? (wozu?)
Reisen in das "NSW"?
Schwippbögen und Nussknacker?
"Stern"-Radios? (wie geschehen)
bei der Wohnungsvergabe (im Plattenbau!) bevorzugt zu werden?

Wie froh wäre ein Staat heute, könnte er "verdiente" Mitarbeiter noch mit Blechorden und Urkunden aus bedrucktem Papier für ihre Loyalität belohnen?

Nein, nein, ich muss euch Ehemaligen im Nachhinein nicht eure vermeintlichen Privilegien neiden!

_________________________________________________________________________________________________________
„Ein Optimist ist ein Mensch, der die Dinge nicht so tragisch nimmt, wie sie sind" Karl Valentin


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#355

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 15:55
von Lutze | 8.032 Beiträge

Die Ausreiseanträge hätte man großzügiger genehmigen sollen,
wer weg will,bittesehr soll gehen und fertig,
der §213zener wäre kaum noch zur Anwendung gekommen und
weniger Tote an der Grenze hätte es auch gegeben
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#356

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 16:02
von Ebro | 561 Beiträge

Da hast Du nicht unrecht!



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#357

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 16:18
von Hanum83 | 4.691 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #355
Die Ausreiseanträge hätte man großzügiger genehmigen sollen,
wer weg will,bittesehr soll gehen und fertig,
der §213zener wäre kaum noch zur Anwendung gekommen und
weniger Tote an der Grenze hätte es auch gegeben
Lutze


In den desillusionierten Endachtzigern hätte dann aber Erich seinen 40sten wirklich ziemlich alleine feiern müssen
Lutze, da kann man schon nachvollziehen das dagegen die Schwerter und Schilder ausgepackt werden mussten.
Obwohl, eventuell wurde auch die Waffe verkannt, wir überschwemmen den Klassenfeind ungebremst mit assihafter (O-Ton DDR-Meinungsbildungsorgane) Humanenergie, hätte vielleicht durchaus was gebracht für die auch so schon absterbende DDR.
Aber unkonventionelle Ideen waren wohl nichts für die Opas in "Pankoff".


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 16:27 | nach oben springen

#358

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 16:21
von SET800 | 3.097 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #355
Die Ausreiseanträge hätte man großzügiger genehmigen sollen, wer weg will,bittesehr soll gehen und fertig,
der §213zener wäre kaum noch zur Anwendung gekommen und weniger Tote an der Grenze hätte es auch gegeben
Lutze


Hallo,
dreht sich die Debatte im Kreis? Was ist mit möglichen Zusammenbruch der DDR-Volkswirtschaft, Ärzte, Ingenieure und qualifizierte Facharbeiter in der BRD statt Ali aus Anatolien?



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#359

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 16:24
von TAO | 232 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #355
Die Ausreiseanträge hätte man großzügiger genehmigen sollen,
wer weg will,bittesehr soll gehen und fertig,
der §213zener wäre kaum noch zur Anwendung gekommen und
weniger Tote an der Grenze hätte es auch gegeben
Lutze

Dann hätten es aber wahrscheinlich unzählige mehr versucht. Alleine, weil es die Möglichkeit gegeben hätte. Wer etwas im Westen geworden wäre und wer hätte zurückgewollt, sei mal dahingestellt.


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#360

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 16:42
von Moskwitschka | 2.528 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #357
Zitat von Lutze im Beitrag #355
Die Ausreiseanträge hätte man großzügiger genehmigen sollen,
wer weg will,bittesehr soll gehen und fertig,
der §213zener wäre kaum noch zur Anwendung gekommen und
weniger Tote an der Grenze hätte es auch gegeben
Lutze


In den desillusionierten Endachtzigern hätte dann aber Erich seinen 40sten wirklich ziemlich alleine feiern müssen
Lutze, da kann man schon nachvollziehen das dagegen die Schwerter und Schilder ausgepackt werden mussten.
Obwohl, eventuell wurde auch die Waffe verkannt, wir überschwemmen den Klassenfeind ungebremst mit assihafter (O-Ton DDR-Meinungsbildungsorgane) Humanenergie, hätte vielleicht durchaus was gebracht für die auch so schon absterbende DDR.
Aber unkonventionelle Ideen waren wohl nichts für die Opas in "Pankoff".


Das wäre vielleicht sogar ein echtes Geschäftsmodell geworden Nehmen wir mal an, nur einmal 2 Mio DDR Bürger wären ganz entspannt ausgereist und würden regelmäßig ihre Familien in der DDR besuchen. Denn heimatverbunden sind die meisten. Nicht auszudenken wieviel Einnahmen in Valuta Mark durch den "Zwangsumtausch" in den Staatshaushalt geflossen wären. In einem der Berichte des MfS habe ich gelesen, dass 1988 in einer Juni - Woche alleine 1,38 Mio bei der Eineise in die DDR eingenommen wurden. Da wäre wahrsheinlich auch der menschenunwürdige Freikauf übrflüssig gworden. Von der finanziellen Unterstützung der Zurückgeblieben ganz abgesehen. Manche Gewerbetreibende und Handwerker wären nicht in den Schlaf gekommen

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

Lutze, Hanum83 und Niederlausitzer haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 16:43 | nach oben springen


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