#321

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 21:50
von B Man | 193 Beiträge

Ich denke was die Ex MFS Mitarbeiter hier vermitteln zu versuchen ist vergebene Liebesmüh ;)

Ich bin schon sehr positiv überrascht das man hier dazu steht das man da gearbeitet hat und dazu schreibt.

Von Leuten die mit Nachrichten Dienstlichen oder sonstigen Sicherheitsrelevanten Tätigkeiten befasst waren bin ich anderes gewohnt, egal ob sie Gefreiter oder Offizier waren und welchem Dienstherren sie dienten.


Gruss Andreas
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#322

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 22:07
von Ebro | 585 Beiträge

Genosse Ebro, ich verstehe nicht, wozu Du Dich so aufregst. Ja, es geht mir ab, zu glauben, dass jemand aus "Überzeugung, Notwendigkeit und aus einer gewissen Einstellung heraus" handelt, schon weil ich keinen blassen Schimmer habe, was Du damit eigentlich meinst. [/quote]

Du hast mich noch nicht aufgeregt erlebt, Kleiner. Da mußt Du schon mal eine Sporthalle betreten, in der Handball gespielt wird.

Den Genossen kannste auch knicken, ich habe mein Parteidokument zusammen mit den anderen Mitarbeitern der Dienststelle auf den Tisch geworfen und wir haben uns geschworen, uns nie wieder vor den Karren einer Partei spannen zu lassen. Und dabei ist es bis heute geblieben.
Ich werde mal beobachten, wie das hier so weitergeht, aber derzeit habe ich keine große Lust, mich weiter zu beteiligen und hier mein persönliches Leben auszubreiten. Es hat nämlich keinen Sinn.....!



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#323

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 22:20
von Josef | 631 Beiträge

Vielen Dank für die unaufgeregten Antworten, zB Andys Kaufhallengeschichte oder Seamans Kriegserfahrungen (die ich teilweise lesen konnte), und auch für die aufgeregteren Antworten, zB von Ebro.

Es ist viel von "Überzeugung" als der Motivation die Rede. Was war das für eine Überzeugung? Eine sozialistische? Eine patriotische? Was ist Euch von dieser Überzeugung geblieben? Bzw. wie hat sie sich im Zuge der Wende verändert?

Welche Chancen rechnet Ihr, sofern Ihr noch Sozialisten/Patrioten seid, welche Chancen rechnet Ihr einer Wiederkehr des Sozialismus aus? Wie müsste eine solche neue Gesellschaft aussehen, was vom Alten, was vom Neuen haben?


zuletzt bearbeitet 15.05.2016 22:22 | nach oben springen

#324

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:04
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #323

Es ist viel von "Überzeugung" als der Motivation die Rede. Was war das für eine Überzeugung? Eine sozialistische? Eine patriotische? Was ist Euch von dieser Überzeugung geblieben? Bzw. wie hat sie sich im Zuge der Wende verändert?




Wenn ich so halbwegs richtig rechne warst Du zur Wendezeit irgendetwas zwischen zweieinhalb und zehn Jahre alt. Zzgl. 26 Jahre Nachwendezeit bist Du heute zwischen Ende zwanzig und Mitte bis Ende der 30'er.

Hier haben ehemalige MA des MfS und auch andere (furry u.a.) ihre Meinungen geschrieben und von den Motiven für ihre Arbeit berichtet und Du stellst als (hoffentlich) gestandener Mann solche (siehe rot) Fragen?

Du sagst über Dich selbst, dass Du Dich schon lange für die DDR interessierst. Wenn das so wäre, müsstest Du schon mehr über die Befindlichkeiten der ehemaligen "Ostler" im Allgemeinen und auch im "Besonderen" (MfS, Polizei u.a.) wissen. Davon ist in Deinen Beiträgen nix zu merken.

Entweder hast Du das verstehende Lesen nicht gelernt, hast die Beiträge von uns gar nicht gelesen oder verfügst nicht über die nötige Intellegenz, sie auch begreifen zu können.

Achja, eine weitere Möglichkeit gibt es ja auch noch: vielleicht wolltest Du uns ja auch einfach nur provozieren - das hat dann abschließend wohl auch nicht funktioniert.

andy


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#325

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:08
von Josef | 631 Beiträge

Wenn Du mich für dumm hälst, bitte, das ist Deine Einschätzung.

Die Frage, was hinter der "Überzeugung" steht, ist für mich nicht ausreichend beantwortet. "Es war Kalter Krieg und ich wollte was für meine Heimat tun", finde ich persönlich als Motivation etwas dürftig. Wenn dem so war, dann war dem so, daran kann ich auch nichts ändern, sondern nehme es hin.

Mich wundert, dass der Sozialismus keine große, falls überhaupt eine Rolle spielt, es wird mehr auf das technisch-funktionelle Element, die "Notwendigkeit" (die ich als Staatsräson der DDR deute) eingegangen, die sich aus den Zeitumständen ergab. Wenn dem so war, dann war dem so. Ich mutmaße aber, dass mehr dahinterstand.

Vielleicht irre ich mich auch, Vieles ist möglich.


zuletzt bearbeitet 15.05.2016 23:15 | nach oben springen

#326

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:15
von andy | 1.199 Beiträge

Dann solltest Du es zu allererst mit LESEN und VERSTEHEN versuchen.

Versuche es einfach und wenn es Dir nicht gelingt, denke ich vielleicht noch einmal darüber nach, ob ich Dir ein weiteres mal helfe.

andy


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#327

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:18
von Josef | 631 Beiträge

Ich denke, hier liegt kein Verständnisproblem meinerseits vor und insofern verzichte ich dann auch gerne auf die angebotene "Hilfe". Schade, es hätte mehr draus werden können, es hat nicht sollen sein, auch meine Energie kennt Grenzen, gute Nacht.


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#328

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:21
von andy | 1.199 Beiträge

Ja, dann hau mal rin - ex Kollege.

andy


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#329

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:48
von Kalubke | 2.303 Beiträge

Zitat von seaman im Beitrag #311

[,,,]
In meiner aktiven Zeit gab es u.a.den NATO-Doppelbeschluss und die Situation um RYAN. Ja, auch DDR-Städte die als Atomziele vorgesehen waren...

seaman



Ich denke mal RYAN und Krjutschkow von der Auslandsspionage des KGB sind ein Kapitel für sich. Wenn "Topas" nicht gewesen wäre, dann hätte die SU wahrscheinlich wirklich gedacht, dass ABLE ARCHER 1983 der Auftakt zum Atomkrieg war. So jedenfalls hat sich HV A-Chef Grossmann in mehreren Interwiews geäußert. Er hatte große Mühe Krjutschkow davon zu überzeugen, das dass damals kein Ernst, sondern nur eine Übung war. Selbst Reagans medienwirksamer Aufenthalt in Camp David, welcher der SU zeigen sollte, dass der US-Präsident ohne dessen Weisung kein Kernwaffeneinsatz begonnen werden konnte, um zu deeskalieren, nicht an der Kommandostabsübung teilnahm, ist von den Sowjets für eine Finte gehalten worden. Oleg Gordjewski (ehem. MA der KGB-Residentur London) und Oleg Kalugin (u.a. ehem. KGB-FO der Quelle "Diomid" alias George Blake im britischen Militärnachrichtendienst MI 6) sagten übereinstimmend, dass die Neurose und Paranoia in der KGB-Führung und beim sowjetischen Militär schon so groß war, dass Lageberichte aus den KGB-Residenturen in den sowjetischen AV zurückgewiesen wurden, die aussagten, dass keine Spannungsmerkmale auszumachen waren. Die KGB-Agenten trugen zwar innerhalb des RYAN-Programms eine riesige Menge von Informationen zusammen. Schwachpunkt beim KGB waren nach Anschauung einiger Zeitgeschichtsexperten die Auswerteabteilungen, die aus dem Material nicht die richtigen Schlüsse gezogen haben.

Krjutschkow selber sagte wörtlich:

"Wissen Sie, die Antwort ist sehr einfach: Wenn der Vertreter der amerikanischen Führung sagt, dass der atomare Erstschlag nicht ausgeschlossen ist, was kann man da schon denken? Man muss davon ausgehen! In den amerikanischen Plänen war die atomare Bedrohung präsent, darunter auch der Erstschlag. Es war für uns unmöglich etwas anderes zu denken."

Anfang November 1983 (Datum weiß ich nicht mehr genau, evt. Nacht von 8. zum 9. November) gab es in der 8. MSD Schwerin Gefechtsalarm "Rot", d.h. Ernstfall. Ich habe noch heute, die entsetzten und ratlosen Gesichter der Offiziere vor Augen, weil das kein Übungsalarm war, sondern anscheinend von ganz oben aus den WP-Führungsstäben kam. Nach der Wende konnte man nachlesen, dass der gesamte Warschauer Vertrag in voller Kriegsausrüstung rausgeflogen war, u.a. stand das Jagdbombergeschwader in Eberswalde (GSSD/16. Luftarmee) mit Nuklearwaffen an Bord in Bereitschaft.

Gruß Kalubke



lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 18:21 | nach oben springen

#330

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 23:54
von Kalubke | 2.303 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #323
Vielen Dank für die unaufgeregten Antworten, zB Andys Kaufhallengeschichte oder Seamans Kriegserfahrungen (die ich teilweise lesen konnte), und auch für die aufgeregteren Antworten, zB von Ebro.

[...]




Was erwartest Du? Agententhriller à la James Bond? Du must mal @KID sein Buch "Against All Enemies" lesen. Da wird Dir sicherlich klar werden, das ND-Arbeit zu 99 % unaufregend ist.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 15.05.2016 23:57 | nach oben springen

#331

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 00:32
von LO-Wahnsinn | 3.495 Beiträge

Zitat

Die Frage, was hinter der "Überzeugung" steht, ist für mich nicht ausreichend beantwortet. "Es war Kalter Krieg und ich wollte was für meine Heimat tun", finde ich persönlich als Motivation etwas dürftig.



Schau Josef,

"Es war Kalter Krieg und ich wollte was für meine Heimat tun"

Reicht Dir das wirklich nicht als Motovation, das Land, die Heimat, damit die Familie und Freunde vor Krieg zu schützen?
Halte Dir doch mal vor Augen was der Kalte Krieg war, welche Gefahren zu der Zeit bestanden.
Natürlich hat man uns im Osten eingetrichtert, bzw. man hat es versucht, dass westlich des Grenzzauns das Böse lebt was uns an die Wäsche möchte und wenn man sich die "Friedenspolitik" der so genannten freien Welt der letzten 25 Jahre anschaut, dann waren diese Ängste nicht ganz unbegründet.
Auch musst Du bedenken, Deine Generation ist ganz anders "drauf".
Als Beispiel die Wehrpflicht nach der Wende, alle wollten lieber Zivi machen, an Dienst bei der Truppe hatten immer weniger Interesse weil das Heimatgefühl in dieser Gesellschaftsordnung täglich getilgt wurde und bis heute wird.

Ich will nun keine Wertung vornehmen welche Seite die Guten und welche Seite die Bösen waren, aber jede Seite für sich, war sicher der Ansicht die Guten zu sein, so auch der Osten Europas, also auch die DDR.
Wir wurden so erzogen und sozialisiert, Schule, Aubildung, Wehrdienst und überall natürlich Ideologie seitens des Staates.
Ist heute nicht anders wenn man genau hinschaut und war früher in Westdeutschland sicherlich auch gegeben, vielleicht nur nicht so krass wie in der DDR oder heute.
Damit hatte man dann eine innere Einstellung zum Staat, zur Gesellschaftsordnung und man hatte eine Art Bedürftnis etwas zu tun, mitzuwirken.

Es gibt jenseits der gesellschaftlichen Einstellung auch Berufe, die vorallem Berufung sind, weil sie nichts mit dem täglichen Runterasseln der Stechuhr zutun haben, daran hat sich auch bis heute nichts geändert.
Dazu gehören z.B. Polizisten, Geheimdienstler, sogar Lkw Fahrer und auch, obwohl sie besser entlohnt werden, Politiker.

Aus dieser Sozialisierung heraus, waren wir eben der Meinung die Besseren zu sein, was es zu erhalten und zu verteidigen gilt.
Für alle die, die dieser Linie folgten, war es Ehrensache dem Land zu dienen, denen ging es nicht vorangig um materielles, Belohnungen oder Auszeichnungen, natürlich nahm man das mit wenn es etwas gab und den guten Verdienst auch.

Ich denke aber hier gilt nicht nur der politisch-ideologische Aspekt, sondern auch der menschliche, man wollte sich und sein Lebensumfeld vor Schaden bewahren.
Ich kann mich noch daran erinnern, als ich die ersten Gepräche mit dem MfS Mitarbeiter führte, der mich anwarb.
Dort wurde gezielt gesagt, dass es auch um die Zukunft und die Sicherheit der Angehörigen und Freunde geht.
Das war natürlich seitens des Werbers ein minipulatives Stilmittel, falls die politische Überzeugung allein nicht reicht.
Betrachtet man das jedoch ganz nüchtern, waren Angehörige und Freunde durchaus gefährdet falls es zu einem heissen Krieg gekommen wäre, so ein Krieg hätte auch unpolitische Menschen getroffen die einfach nur Volk waren.

Vielleicht ist es für die heutige Generation schwerer solche Beweggründe nachzuvollziehn, ganz einfach weil heute andere Werte vermittelt werden.
Die Nachkriegsgeneration (in Ost und West) hatte halt ganz andere Sorgen, wir so ab 50+ sind die Kinder derer und haben mehr oder weniger noch die Werte unserer Grosseltern vermittelt bekommen, wir haben im Kindesalter unser Imunsystem eben im Schlamm gestählt und nicht mit Spritzen der Pharmaindustrie.
Daher glaube ich, dass wir damals Dinge als Pflicht gesehen haben ohne die Hand aufzuhalten, eine Pflicht die eine Ehre war, was im Westen Deutschlands damals auch nicht viel anders gewesen sein soll, zumindest erkenne ich das in Gesprächen heraus.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#332

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 08:17
von KARNAK | 1.696 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #304


Klingt für mich nachvollziehbar. Wobei ein normaler Bürger seine liebe Müh und Not gehabt haben dürfte, an Mon Cheri und Camels zu kommen, außer Westpaket.

Wenn es nun unbedingt noch mal gesagt werden soll und wenn wir weiter darauf rumreiten wollen.Was zumindest meine Mon Cheri angeht,ich habe die bekommen wie jeder andere"normale Bürger",meine Schwiegermutter hat sie von ihren Westreisen mitgebracht,dass habe ich aber geschrieben und Du müsstet es eigentlich gelesen haben.Das Du nun etwas anderes hinein interpretieren willst,eine andere Möglichkeit als Vorsatz ist da kaum möglich und die ärgerliche Erkenntnis Du willst auf Teufel komm raus etwas zur Wahrheit erheben weil Du davon überzeugt bist,dass sie es ist.Wenn Du überzeugt bist die Wahrheit zu kennen,und das will ich Dir gerne zugestehen,dann brauchst Du aber auch nicht zu fragen. Es bleibt dann nur die Möglichkeit,dass Du die Antworten eigentlich gar nicht wissen willst,Du willst sie nur haben um sich an ihnen zu reiben.Viel mehr als Provokation bleibt da natürlich nicht übrig,sei da mal ehrlich. Und als letzter Akt dieses schon so oft gespielten Spieles kommt dann meistens der verletzte und empörte Rückzug weil man von Betonköpfen und Ewiggestrigen eingekesselt ist,zumindest liefert man das als Begründung ab. Hoffe ich einfach mal,dass ist nicht Dein Plan.Du warst kein Opfer ,bist auch keins und sollst auch keins sein, NUR,Du bist auch kein Inquisitor der der Wahrheit zum Siege verhelfen soll,für ein Tribunal sind solche Foren nun mal nicht gemacht und gedacht.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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zuletzt bearbeitet 16.05.2016 10:03 | nach oben springen

#333

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 08:53
von Hanum83 | 4.803 Beiträge

Vertippt


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 08:56 | nach oben springen

#334

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 09:42
von GKUS64 | 1.613 Beiträge

Hallo @Josef,

bei deinem Einstieg dachte ich, ein interessierter junger Mann, dem man aufrichtig seine Fragen beantworten sollte.. Nun artet das ganze aber nach meiner Meinung in ein verhörartiges, provokantes einseitiges Fragespiel aus!
Warum schilderst du nicht mal die Einflüsse, die dich und deine Auffassungen geprägt haben? Welche Gedanken sind in deinem Freundes- und Familienkreis zu vergangenen bzw. aktuellen politischen Ereignissen vorhanden?
Wie überall ist es auch im Forum immer „Ein Geben und Nehmen“.
Ich bin eigentlich sehr überrascht, dass bei deinen doch teilweise provokanten Fragestellungen,
sehr offene und ehrliche Antworten gegeben wurden!
MfG

GKUS64


Fritze, thomas 48, Signalobermaat, Niederlausitzer, 02_24 und Zkom IV haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#335

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 10:13
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #31
Aber zurück zum persönlichen Erleben.
Zu meinem Aufgabengebiet gehörten damals Ermittlungen im Wohngebiet für Kandidaten der Aktion "Grün" und "Leuchtturm". Also vorgesehende Einberufungen zur Grenze und zur Marine. Des weiteren Ermittlungen über zu bestätigungspflichtige Personen, wie geplante Reisekader, spezielle Funktionäre, Bewerber als Berufsunteroffiziere, Offiziere und und und.....!


Zählen zu den bestätungspflichtigen Personen auch "Gelegenheitsreisende", die als Auszeichnung mit Jugendtourist einmalig im westlichen Ausland waren und gab es auch die Variante der kurzen Wege, will heißen, daß ein solcher Gelegenheitskader auch ohne IM- Durchsicht reisen konnte, wenn ein solcher Entscheider des MfS diesen persönlich kannte ?
Konnten die obligatorischen Bürgen dieser Reisekader z. B. aus dem Arbeitskollektiv überstimmt werden und wurde denen dann auch gesagt warum ?



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#336

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 10:35
von Ebro | 585 Beiträge

Ja, auch Jugentourist gehörte zu meinem Klientel. Und kurze Wege waren auch mal möglich, waren aber nicht die Regel.
Ich hatte während meiner Leistungssportzeit als Jugendlicher beim TSC Berlin einen Sportkumpel, der erheblich älter war und den ich dann später als Dozent an meiner Ingenieurschule wiedertraf. Er war dort auch mein Sportlehrer.
Später dann, als HIM kam mir sein Reiseantrag unter die Finger, nach Kanada zu einem Onkel. ich sagte zu meinem Führungsoffizier dass ich den Kandidaten schon jahrelang kenne und für ihn die Hand ins Feuer lege, wir brauchen doch keine weiteren Ermittlungen machen.
Gesagt-getan, er bekam seine Dokumente und wurde bestätigt. Und kam nicht wieder!!
War natürlich für Klein-Ebro Radau im Bau.
Der Onkel hatte dort in Kanada eine große Ranch, war körperlich nicht mehr so zuwege und wollte meinem Kumpel die Ranch überschreiben, mit allem drum und dran. War natürlich sehr verlockend, logo!
Nach etwa 8 Wochen kam er reuevoll zurück, er kam dort überhaupt nicht klar. Sprache, Kenntnisse der Materie-er war ja eigentlich Sportlehrer und Dozent für technische Mechanik.
den einzigen Nachteil, den er dann hatte, er war seinen Job in der Ing.schule los.
Und Ebro hat sich die Finger verbrannt, was mir für meine spätere Tätigkeit eine große Lehre war.



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#337

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 10:37
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #24
Ich glaube, Otto Normalverbraucher hatte in der DDR überhaupt keine genaue Ahnung, was das MfS so macht. Ausser die Personen, die direkt damit zu tun hatten, und die kannten nur die Vernehmer der Untersuchungsabteilung.


Möglicherweise gab es sogar verschiedene Bezeichnungen für das MfS.
Der einzige wirklich in den Westen ausgereiste, den ich persönlich kannte und und mit ihm auch später noch Briefkontakt hielt, schrieb immer von einem SSD (Staatssicherheitsdienst ?) worauf ich mir das irgendwie zusammenreimte, was man sich mit 20 so darunter vorstellte.
Er war Motocross- Fan und wollte mich immer zu einem Treffen in der CSSR überreden, es wurde nie was daraus, was einerseits mit meinem Instinkt und andererseits mit dem Desinteresse für solche Rennen zusammenhing.
Auch war recht lange Zeit Funkstille und plötzlich schrieb er wieder, "...hatte ein turbulentes Leben...viel passiert...muß aufpassen usw." und das Briefe nicht sicher waren wußte ich ja schon.
Es gab in meinem Ort hintereinander zwei Postfrauen, die wegen unterschlagener Sendungen Hopps genommen wurden, mein Vater zweifelte immer wieder an, daß die allein wegen geplünderter Pakete plötzlich weg vom Fenster waren, eine der Frauen hat aber vier Jahre gesessen und wohnt heute noch hier.
Aber meine Frage dreht sich eigentlich nur darum, ob es verschiedene gängige Begriffe gab, so daß die Wahrnehmung dieser Stasi eher im Unterbewußtsein angesiedelt war, die Sache mit den Zuträgern ist ja auch hier thematisiert worden und es ist nicht mal sicher, ob man selbst nicht sogar dieser Unterabteilung angehörte, ohne es zu wissen, dazu hatte ich ja schon mal anderswo geschrieben (Wochengespräch beim Leiter).



zuletzt bearbeitet 16.05.2016 13:48 | nach oben springen

#338

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 10:43
von Ebro | 585 Beiträge

Ja, diesen Begriff kannte ich auch. Eine bösartig gemeinte Bezeichnung für das MfS, bestehend aus dem Sicherheitsdienst SD und der SS.



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#339

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 10:44
von Lutze | 8.040 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #336
Ja, auch Jugentourist gehörte zu meinem Klientel. Und kurze Wege waren auch mal möglich, waren aber nicht die Regel.
Ich hatte während meiner Leistungssportzeit als Jugendlicher beim TSC Berlin einen Sportkumpel, der erheblich älter war und den ich dann später als Dozent an meiner Ingenieurschule wiedertraf. Er war dort auch mein Sportlehrer.
Später dann, als HIM kam mir sein Reiseantrag unter die Finger, nach Kanada zu einem Onkel. ich sagte zu meinem Führungsoffizier dass ich den Kandidaten schon jahrelang kenne und für ihn die Hand ins Feuer lege, wir brauchen doch keine weiteren Ermittlungen machen.
Gesagt-getan, er bekam seine Dokumente und wurde bestätigt. Und kam nicht wieder!!
War natürlich für Klein-Ebro Radau im Bau.
Der Onkel hatte dort in Kanada eine große Ranch, war körperlich nicht mehr so zuwege und wollte meinem Kumpel die Ranch überschreiben, mit allem drum und dran. War natürlich sehr verlockend, logo!
Nach etwa 8 Wochen kam er reuevoll zurück, er kam dort überhaupt nicht klar. Sprache, Kenntnisse der Materie-er war ja eigentlich Sportlehrer und Dozent für technische Mechanik.
den einzigen Nachteil, den er dann hatte, er war seinen Job in der Ing.schule los.
Und Ebro hat sich die Finger verbrannt, was mir für meine spätere Tätigkeit eine große Lehre war.


Und wegen versuchter Republikflucht wurde er nicht verurteilt?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#340

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 16.05.2016 11:00
von der alte Grenzgänger | 1.010 Beiträge

Ich habe jetzt mal ein bisschen in diesem Thema nachgelesen..es werden von den "EX" tatsächlich interessante Aspekte eingebracht- damit war wirklich nicht zu rechnen.
Schade, dass der Themenersteller das selbst wieder zerstört - oder eben gerade dabei ist, das zu tun..)..

Josef, Deine Art, hier zu agieren, gefällt mir nicht .. es fehlt eindeutig an Respekt und Toleranz ..

Siggi
(der Dich, Josef, angesichts des von Dir von anderen verlangten "völligen nackig machens", mal darum bittet, wenigstens Dein richtiges Geburtsdatum zu nennen.. das würde vielleicht einiges erklärbarer machen können ..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Niederlausitzer und GKUS64 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.05.2016 11:04 | nach oben springen


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