#241

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 18:54
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von lhsecurity im Beitrag #237
Zitat von KARNAK im Beitrag #236
Genau das,ich wollte nur aufzeigen,dass auch andere eine Gefahr witterten wenn ihre Bürger in"Feindesland"reisen,es ging mir um den prinzipiellen Gedankengang dazu,die im Gegensatz dazu unhaltbare Beschränkung der Reisefreiheit der DDR für ihre Bürger lasse ich dabei unbeachtet.Nicht,dass da schon wieder ein Missverständnis aufkommt.


Vielen Dank für Deine Auskunft,
aber ich bitte Dich nochmal um Antwort auf meine Frage:
Welcher Bürger erhielt denn in der DDR Reisepässe zum uneingeschränkten Reisen mit diesen grosszügigen Anlagen?
Gruß lhsecurity



Bitte nicht falsch interpretieren !

Bürger aus dem NSW erhielten keine neuen RP sondern nur eine Anlage zum eigenen Dokument. Damit wurde vermieden das ein Sichtvermerk (Visa oder PKS) im Pass angebracht wurde. Hintergrund dieser Maßnahme war die Reisetätigkeit dieser Personen zu tarnen. Grund konnte z.B. sein das der Ausgabestaat des RP ein Verbot für das Betreten der sozial. Länder unter Strafe stellte.


passport


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zuletzt bearbeitet 14.05.2016 18:56 | nach oben springen

#242

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 18:58
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Und dieser Wunsch wurde jedem erfüllt wenn er ihn nur äußerte und das ohne nachzufragen,auch einem Inhaber eines BRD-Reisepasses.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#243

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:06
von ehem. Hu | 466 Beiträge

lt. PKO (Paßkontrollordnung):

„Bürgern anderer Staaten, die an den Grenzübergangsstellen darum ersuchen, keine Sichtvermerke bzw. Visa in den Paß zu erhalten, ist das Visum auf der "Anlage zum Paß/Ausweis" zu erteilen.
Bürger, die einen solchen Wunsch äußern, sind nicht nach den Gründen ihres Anliegens zu befragen."

und

„Bei Personen, denen das Visum auf der "Anlage zum Paß/ Ausweis" erteilt wurde, sind zur Gewährleistung der Geheimhaltung ihrer Reisetätigkeit (vgl. auch III/5/17, Ziffer 1.) in keinem Falle Paßkontrollstempel im Paß anzubringen.“

gleiches galt auch bei:

-Reiseausweisen für Flüchtlinge
-Reiseausweisen für Staatenlose, ausgestellt auf der Grundlage der "Konvention bezüglich des -Status von staatenlosen Personen, New York, 28. 9. 1954"
-Reisedokumenten Israels mit der Bezeichnung "Travel Document" und "Laissez-Passer";
-Pässen Südkoreas ("Republik Korea");
-Reisedokumenten Taiwans ("Republik China");


friedliche Grüße Andreas


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zuletzt bearbeitet 14.05.2016 19:07 | nach oben springen

#244

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:07
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #242
Und dieser Wunsch wurde jedem erfüllt wenn er ihn nur äußerte und das ohne nachzufragen,auch einem Inhaber eines BRD-Reisepasses.



Es sei denn das der Reisende äusserte das die Visaseiten des RP zu schnell mit den Sichtvermerken vollgestempelt wurden. Das war kein Grund dem Reisende eine Anlage auszustellen. Wenn die Visaseiten mit Sichtvermerken gefüllt waren konnte der Reisende eine IB im Wert von 10,- DM erwerben.


passport


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#245

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:11
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #241
Hintergrund dieser Maßnahme war die Reisetätigkeit dieser Personen zu tarnen. Grund konnte z.B. sein das der Ausgabestaat des RP ein Verbot für das Betreten der sozial. Länder unter Strafe stellte.
passport


oder eben auch die Wahrung der Konspiration von Patrioten und anderer Kräfte.

friedliche Grüße Andreas


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#246

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:45
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Jetzt mal ganz blöd frag - woran habt ihr einen Patrioten oder Flüchtling erkannt?

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#247

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:51
von ehem. Hu | 466 Beiträge

oben steht:
"Bürger, die einen solchen Wunsch äußern, sind nicht nach den Gründen ihres Anliegens zu befragen."

das konnte dann schon mal so einer sein - konnte.
Und Flüchtlinge mit o. g. Dokument erkannte man eben ganau daran.

friedliche Grüße Andreas


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zuletzt bearbeitet 14.05.2016 19:52 | nach oben springen

#248

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 19:58
von Moskwitschka | 2.526 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #242
Und dieser Wunsch wurde jedem erfüllt wenn er ihn nur äußerte und das ohne nachzufragen,auch einem Inhaber eines BRD-Reisepasses.


Wie wurde denn der einreisende Bundesbürger o.a. über diese Möglichkeit informiert? Meiner besserern Hälfte wurde der Reisepass bei seinen zahlreichen Verwandtenbesuchen in der DDR ordentlich voll gestempelt. Als er dann in die USA einreisen wollte, wurde lange in seinem Reispass misstrausch geblättert und geprüft und nach den Einreisen in die DDR gefragt. So passiert 1985.

Moskwitschka


Fatal ist mir das Lumpenpack,
das, um die Herzen zu rühren,
den Patriotismus trägt zur Schau,
mit allen seinen Geschwüren.

Heinrich Heine

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#249

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 20:15
von Mike59 | 7.939 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #248
Zitat von KARNAK im Beitrag #242
Und dieser Wunsch wurde jedem erfüllt wenn er ihn nur äußerte und das ohne nachzufragen,auch einem Inhaber eines BRD-Reisepasses.


Wie wurde denn der einreisende Bundesbürger o.a. über diese Möglichkeit informiert? Meiner besserern Hälfte wurde der Reisepass bei seinen zahlreichen Verwandtenbesuchen in der DDR ordentlich voll gestempelt. Als er dann in die USA einreisen wollte, wurde lange in seinem Reispass misstrausch geblättert und geprüft und nach den Einreisen in die DDR gefragt. So passiert 1985.

Moskwitschka


Keine Ahnung wie die sich damals informiert haben und wie sie es heute machen - eine Anlage zum RP ist auch heute auf Anfrage gebührenfrei erhältlich (wird gern von US Bürgern genutzt die sehr oft nach D kommen müssen) und für einen Reisenden nach Israel ist es immer von Vorteil wenn in seinem Pass kein Stempel eines arabischen Landes zu finden ist. Für einen solchen Fall kann auch ohne weiteres ein weiteres Reisedokument beantragt werden, dies ist allerdings nicht gebührenfrei. Reisen bildet halt auch.


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#250

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 21:31
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #248


Wie wurde denn der einreisende Bundesbürger o.a. über diese Möglichkeit informiert? Meiner besserern Hälfte wurde der Reisepass bei seinen zahlreichen Verwandtenbesuchen in der DDR ordentlich voll gestempelt. Als er dann in die USA einreisen wollte, wurde lange in seinem Reispass misstrausch geblättert und geprüft und nach den Einreisen in die DDR gefragt. So passiert 1985.

Moskwitschka


Keine Ahnung,vielleicht stand es irgendwo.Auch heute steht alles irgendwo und wenn Du das nicht weißt ,Pech gehabt.Einige wussten es jedenfalls.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#251

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 21:34
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #240
Zitat von lhsecurity im Beitrag #237

aber ich bitte Dich nochmal um Antwort auf meine Frage:
Welcher Bürger erhielt denn in der DDR Reisepässe zum uneingeschränkten Reisen mit diesen grosszügigen Anlagen?
Gruß lhsecurity

Keiner,dass habe ich auch gar nicht geschrieben.Ich habe jetzt fast die Vermutung Du willst etwas was einem "Generalverdacht"entspringt von mir bestätigt wissen.Einfach noch mal in Ruhe lesen was ich dazu geschrieben habe und zwar als Beispiel zum US-Reisepass.

Es tut mir leid dass ich hier nicht immer gleich durchblicke wie es vom Verfasser gemeint ist. Ich hab es anders verstanden, deshalb habe ich nachgefragt. Ich habe es nicht vor einen Generalverdacht von Dir als Bestätigung zu erhalten. Ich möchte hier einfach sachlich was für mich Neues erfahren und dazu gehören eben auch meine Fragen - in diesem Fall eben an Dich.


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


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#252

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 22:03
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Ist ja gut,ein kleines bisschen fetzen,im Stile der alten "Klassenauseinandersetzung",dass muss schon sein,sonst macht das Ganze hier keinen wahren Spass.Nicht immer alles so bierernst nehmen, bei mir zumindest nicht.Dazu ist der Käse viel zu lange her.


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#253

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 22:07
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von ehem. Hu im Beitrag #245
Zitat von passport im Beitrag #241
Hintergrund dieser Maßnahme war die Reisetätigkeit dieser Personen zu tarnen. Grund konnte z.B. sein das der Ausgabestaat des RP ein Verbot für das Betreten der sozial. Länder unter Strafe stellte.
passport


oder eben auch die Wahrung der Konspiration von Patrioten und anderer Kräfte.

friedliche Grüße Andreas




Nach den Infos von Kuron (Video) und G.Gast (Buch) verliefen z. B. deren Grenzübertritte nicht mit Reisepassanlagen. Die Kundschafter sollten ja auch von den MA der Passkontrolle und der HA II nicht erkannt werden. Nach deren Aussagen wurden die Grenzübertritte über 3. Länder (Diplo-Pässe) oder Grenzschleusen organisiert. Eine andere Möglichkeit war die Fahrt im Transit nach WB. Die Reisenden fuhren zum Treffpunkt und trafen sich dort mit ihren FO. Damit es keine Ausreisebeanstandungen an der A-Güst gab wurden durch die HVA neue Transitvisa erstellt. Daher war ein bestimmter PKS im Dauereinsatz auf jeder Güst 24 Stunden im Einsatz.
Aber vielleicht kann uns @seaman ein paar Infos dazu schreiben !

passport


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#254

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 22:26
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #253
. Damit es keine Ausreisebeanstandungen an der A-Güst gab wurden durch die HVA neue Transitvisa erstellt. Daher war ein bestimmter PKS im Dauereinsatz auf jeder Güst 24 Stunden im Einsatz.
Aber vielleicht kann uns @seaman ein paar Infos dazu schreiben !
passport

Dazu hatte ich mal ein Beispiel gebracht, bei dem es beinahe schief ging, weil der Reisende die falsche Transitvisaanlage mitbekommen hat. Diese war noch nicht im Einsatz.

Ansonsten ist klar, dass die Variante mit den "Anlagen zum Paß" nur eine Variante war, die Konspiration zu wahren und bezog sich eher auf die Kospiration gegenüber den Behörden des Herkunftslandes.

friedliche Grüße Andreas


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#255

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 22:40
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #253
Zitat von ehem. Hu im Beitrag #245
Zitat von passport im Beitrag #241
Hintergrund dieser Maßnahme war die Reisetätigkeit dieser Personen zu tarnen. Grund konnte z.B. sein das der Ausgabestaat des RP ein Verbot für das Betreten der sozial. Länder unter Strafe stellte.
passport


oder eben auch die Wahrung der Konspiration von Patrioten und anderer Kräfte.

friedliche Grüße Andreas




Nach den Infos von Kuron (Video) und G.Gast (Buch) verliefen z. B. deren Grenzübertritte nicht mit Reisepassanlagen. Die Kundschafter sollten ja auch von den MA der Passkontrolle und der HA II nicht erkannt werden. Nach deren Aussagen wurden die Grenzübertritte über 3. Länder (Diplo-Pässe) oder Grenzschleusen organisiert. Eine andere Möglichkeit war die Fahrt im Transit nach WB. Die Reisenden fuhren zum Treffpunkt und trafen sich dort mit ihren FO. Damit es keine Ausreisebeanstandungen an der A-Güst gab wurden durch die HVA neue Transitvisa erstellt. Daher war ein bestimmter PKS im Dauereinsatz auf jeder Güst 24 Stunden im Einsatz.
Aber vielleicht kann uns @seaman ein paar Infos dazu schreiben !

passport


Soweit mir bekannt, hatte jeder Kundschafter/Spion ein individuelles Verbindungssystem zu seinem FO bzw. zur Zentrale HVA bzw. MilND NVA. Über ein Grenzübertritt mit Reisepassanlagen bei Kundschaftern ist mir nichts bekannt, eventuell bei Kurieren (West) möglich. Grenzübertritte über Drittländer mit Diplomatenpass oder anderweitig vorbereitete Dokumente wurden in der Praxis durchgeführt. So zum Bsp. über die damalige CSSR. Transit kann ich praktisch bestätigen.
Ansonsten fanden die in Intervallen und Bedarf stattfindenden Treffen mit Mitarbeitern der Zentrale mehrheitlich auf neutralem Boden statt. Schweiz, Österreich, Jugoslawien, Finnland ,Ungarn z.b. waren meine Trefforte, die man mit bundesdeutschen Pass problemlos erreichte. Das Risiko der Enttarnung sollte gering gehalten werden. Habe während meiner langjährigen Einsatzzeit, bis auf eine Ausnahme, nie DDR-Gebiet betreten. Die Ausnahme war eine Kontaktierung im Transitbereich des Flughafens Schönefeld, als ich von Westberlin kommend, nach Budapest fliegen wollte.

seaman


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#256

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 02:37
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von lhsecurity im Beitrag #237
Welcher Bürger erhielt denn in der DDR Reisepässe zum uneingeschränkten Reisen mit diesen grosszügigen Anlagen?


Der Reisepass selbst war wohl weniger ein Problem, ich habe ihn beantragt und anstandslos erhalten.
Sogar mit einem Stempel "Gültig für alle Länder". Reisen konnte ich aber damit trotzdem nicht,
weil es dazu einer Ausreiseerlaubnis aus der DDR bedurft hätte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#257

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 04:55
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #253
Daher war ein bestimmter PKS im Dauereinsatz auf jeder Güst 24 Stunden im Einsatz.


Das verstehe ich jetzt nicht,Du meinst die"Rakete"?Die HVA hat ihre Leute nicht in unsere Fahndungsmittel einpflegen lassen oder in spezielle Erkennungsmaßnahmen an einer Güst einbezogen,dass war ihnen viel zu unsicher.In ganz seltenen Fällen und wenn irgendetwas schief gelaufen ist,Gefahr in Verzug war und nichts mehr auszubügeln war hat man die Fahrzeuge und oder Personen avisiert und dann habe ich mich darum gekümmert und zwar mit hammerharten Vorgaben und der Mahnung keine Spielchen zu treiben. Die wussten nämlich aus Erfahrung,dass es bei der Abhandlung von Fahndungsmaßnahmen immer wieder"Pannen"gab in dem Sinne,dass die Abfertigung dieser ungewöhnlich lange dauerte.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
zuletzt bearbeitet 15.05.2016 05:17 | nach oben springen

#258

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 05:04
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #256



Der Reisepass selbst war wohl weniger ein Problem, ich habe ihn beantragt und anstandslos erhalten.
Sogar mit einem Stempel "Gültig für alle Länder". Reisen konnte ich aber damit trotzdem nicht,
weil es dazu einer Ausreiseerlaubnis aus der DDR bedurft hätte.
[/quote]
Auch das ist mir neu,mit welcher Begründung und zu welchen Zweck sollte man denn in der DDR einen Reisepass beantragen und bekommen können?In der DDR konnte man überhaupt keinen Reisepass beantragen,man konnte einen Antrag auf eine Reise in ein Ausreisevisapflichtiges Land stellen,bei Genehmigung bekam man dann einen Reisepass der ein Visum zur Aus-und Wiedereinreise enthielt.Jemanden einen Reisepass nur aus Jux und Dollerei auszustellen ohne entsprechenden Reisevermerk, dazu war man viel zu misstrauisch.Man hätte doch wohl die Sorge gehabt,der findige DDR Bürger produziert sich das Ausreisevisum mittels Kartoffelstempel.Außerdem wäre eine Ausstellung eines solchen völlig unnützen Dokumentes eine Ressourcenverschwendung.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
Fritze und andy haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.05.2016 05:18 | nach oben springen

#259

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 05:40
von Fritze | 3.474 Beiträge

Das habe ich 1984 auch so zu hören bekommen .Als wir unsere Reise planten .Via Ungarn , Jugoslawien ,Rumänien und Bulgarien ging es in die Moldawische SSR . Muß dazu sagen ,daß einer der Teilnehmer einen Vater im Aussenmisterum hatte ,welcher uns die Reisegenehmigungen beschaffte. Nach der Reise mussten wir auch die Pässe wieder abgeben . Heute bereue ich ,daß ich spätestens im Frühjahr 1990 nicht den Pass wieder beantragt habe .
1992 war es zu spät ,da bekam ich als erstes einen 5jährigen grünen Pass .


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#260

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.05.2016 11:41
von Sperrbrecher | 1.649 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #258
Auch das ist mir neu,mit welcher Begründung und zu welchen Zweck sollte man denn in der DDR einen Reisepass beantragen und bekommen können?.

So ich mich recht erinnere, war es das gleiche Formular, wie zur Beantragung des Personalausweises. Man musste nur
das Kreuzchen an der richtigen Stelle setzen.

Zitat
In der DDR konnte man überhaupt keinen Reisepass beantragen,...


Anscheinend doch..., bei mir hat es jedenfalls funktioniert, etwa 1966 (wenn auch nur aus Jux und Dollerei ),

Zitat
...man konnte einen Antrag auf eine Reise in ein Ausreisevisapflichtiges Land stellen,bei Genehmigung bekam man dann einen Reisepass der ein Visum zur Aus-und Wiedereinreise enthielt.Jemanden einen Reisepass nur aus Jux und Dollerei auszustellen ohne entsprechenden Reisevermerk, dazu war man viel zu misstrauisch.Man hätte doch wohl die Sorge gehabt,der findige DDR Bürger produziert sich das Ausreisevisum mittels Kartoffelstempel.Außerdem wäre eine Ausstellung eines solchen völlig unnützen Dokumentes eine Ressourcenverschwendung.


Wie schon gesagt, habe ich diesen DDR-Reisepass damals beantragt und ohne weitere Nachfragen auch erhalten.
Die Reisen in die "sozialistischen Bruderländer" erfolgten aber weiterhin mit Einlageblatt zum Personalausweis.
Dieser Pass war deshalb eigentlich völlig nutzlos.

Nur nach meiner Republikflucht über Bulgarien in die Bundesrepublik hatte ich durch diesen Pass zumindest einen ordentlichen
Identitätsnachweis gegenüber den westdeutschen Behörden, weil ja mein Personalausweis mit der Reiseanlage im bulgarischen
Hotel verblieben war.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.05.2016 12:13 | nach oben springen


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