#201

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 16:42
von damals wars | 12.130 Beiträge

Hallo Gott!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#202

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 16:49
von Merkur | 1.018 Beiträge

[quote=Pit 59|p542398]der Umfang und die Art der Hornorierung meiner Tätigkeit zeigte mir aber, dass meine Informationen wohl zielführend waren .
Na wenigstens mal einer der zugibt das es für "so was" reichlich Kohle gab.

Na vielleicht hat er aber auch nur die Verdienstmedaille der NVA in Gold erhalten...



zuletzt bearbeitet 13.05.2016 16:49 | nach oben springen

#203

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 16:51
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #195
andy,
was du damals gemacht hast, finde ich sehr schlimm

Mach was Du willst,aber wie hätte man es nun anstellen sollen die Geschichte zu unterbinden und zu beenden oder hätte man nichts unternehmen sollen wegen dem moralischen Verhalten,dass schwerer wiegt?
Eine Erläuterung Deiner kritischen Sicht der Geschichte wäre schon hilfreich.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
damals wars, vs1400 und EK87II haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#204

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 16:51
von Alfred | 6.841 Beiträge

Eine reine Geldprämie hätte wohl ausgereicht. Wenn überhaupt.

Auch die Formulierung "nur die Verdienstmedaille " hat was.


zuletzt bearbeitet 13.05.2016 16:58 | nach oben springen

#205

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 19:00
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von Merkur im Beitrag #188
Zitat von Kalubke im Beitrag #187

FO von "Alba" waren lt. einschlägiger Artikel Osl Dr. Wolfgang Stchly (Leiter HA II/5) und Osl Günter Bobzin (BV Bln/Abt. II). Kann natürlich sein dass die BV Bln/II anfangs IM-führend war und später die HA II/5/1 oder umgekehrt.
Gruß Kalubke


Du bist gut beraten, nicht allen Quark aus der Presse zu glauben und es wäre auch gut, wenn Du für Deine Schlussfolgerungen gegenrecherchierst bzw. den konkreten Zeitraum beachtest. Weder Dr. Wolfgang S. noch Günter B. waren FO von "Alba", noch ist "Alba" von der HA II/5 geführt worden. Als Dr. Wolfgang S. mit dem OV "Box" zu tun hatte, war er noch Leiter der HA II/15, was auch dem Aufgabenbereich der II/15 entspricht. Leiter der HA II/5 wurde er erst wesentlich später. FO von "Alba" war Major Dieter B. von der BV Berlin, Abt. II. "Alba" kannte B. aber auch nur unter seinem Decknamen "Mainka". OSL Günter B. nahm lediglich in seiner Vorgesetztenfunktion als Leiter Abt. II an ausgewählten Treffs mit "Alba" teil.


Danke Dir, so detailliert war das bisher noch nirgends wiedergegeben worden, selbst im Urteil vom 24. Juni 2004 (LG Berlin) nicht. Die mögliche Reduzierung des Sprengstoffs ist wie schon angedeutet, eine Vermutung von mir, weil in einem MfS-Vermerk von 4 kg TNT die Rede ist, die nach WB transportiert wurden, aber lt LG-Urteil nur 1,5 kg zum Einsatz gekommen sind.

Dank auch an alle, die zu diesem, wie ich finde äußerst informativen thread beitragen und last not least an unseren "Katalysator" @Josef. Klingt vlt.etwas euphorisch, aber ich glaube wir sind dabei, hier eine neue Qualität in diesem bisher etwas zäh und mühselig abgehandelten Themenkreis zu erreichen.

Gruß Kalubke



lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.05.2016 21:20 | nach oben springen

#206

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 19:09
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #194
Zitat von lhsecurity im Beitrag #172

Ich bitte Dich darüber was zu berichten.
Gruß lhsecurity



Okay, ich habs ja versprochen.

Während meiner HIM-Zeit Anfang der 80'er Jahre hatte ich mit 2 konkreten Fällen zu tun, bei denen es um Spionage ging.
Im ersten Fall war bekannt, dass ein Zivilist sensible Informationen aus dem Komando der GT an eine Adresse in der Bundesrepublik übermittelt, die dem BND zugerechnet wurde. Allerdings waren zunächst keinerlei Verbindungen dieser Person zu Angehörigen der GT bekannt. Diese Verbindungen zu identifizieren war meine Aufgabe. Dazu stellte ich den persönlichen Kontakt her und lernte dadurch seinen Freundes- und Bekanntenkreis kennen. Nach einiger Zeit tauchte bei einer Feier eine 17jährige auf, die sich als Tochter eines BU mit Dienstgrad Oberfähnrich aus dem KGT herausstellte. Diese wurde durch ihren Vater unwissentlich als eine Art Kurier benutzt und tauchte in unregelmäßigen Abständen immer mal wieder bei den regelmäßig stattfindenden Feten auf. Dabei tauschte sie stets irgendwelche Gegenstände wie Bücher und auch Tonbandkassetten mit meiner Zielperson aus. Was da drin oder drauf war habe ich nie erfahren, der Umfang und die Art der Hornorierung meiner Tätigkeit zeigte mir aber, dass meine Informationen wohl zielführend waren und zum Nachweis der geheimdienstlichen Tätigkeit des BU geführt haben. Eine konkrete Auswertung der Ergebnisse meines Einsatzes erfolgte offiziell aber nicht.

Im zweiten Fall ging es darum, dass die Militärabwehr im MfNV den Verdacht hatte, dass eine 25jährige Zivilbeschäftigte aus einem Bereich, den man heute als Wehrbeschaffungsamt bezeichnen würde, Informationen über Ausrüstung und Bewaffnung der NVA an einen westlichen GD übermittelt. Welcher Dienst das war war nicht bekannt oder wurde mir nicht gesagt.
Ich wurde als UaZ also in diesen Bereich versetzt, lernte das Mädel kennen und wir kamen uns - naja sagen wir mal "näher". Ich wohnte damals in Strausberg in einem Ledigenwohnheim und hatte als UaZ ziemlich viele Freiheiten, nach dem Dienst tun oder zu lassen zu können, was ich wollte. Nach drei Monaten zog ich fast mit in ihre Wohnung ein, jedenfalls übernachtete ich dort häufiger und irgendwann wurde sie unvorsichtig und ich entdeckte ihr in der Wohnung eingerichtetes Versteck. Kurz danach wurde ich vom Wehrdienst offiziell entlassen und danach war die Holde für mich nicht mehr erreichbar. Als ich Jahre später, inzwischen selbst operativer MA des MfS mal in Strausberg zu tun hatte, traf ich meinen damaligen Führungsoffizier wieder und dieser erzählte mir, dass der Vorgang damals erfolgreich abgeschlossen wurde und der Nachweis der Spionage geführt werden konnte.

Beide Fälle habe ich hier aber schon mal beschrieben.

Um vielleicht auf Josef's Fragen einzugehen möchte ich dem hinzufügen, dass ich diese Tätigkeit von damals auch aus heutiger Sicht für absolut legitim halte. Spionageabwehr ist das Grundrecht eines jeden Staates, mglw. sind die eingesetzten Mittel dabei manchmal nicht zimperlich, wenn es aber nicht anders geht, darf man eben auch mal nicht zimperlich sein. Das ist ja auch heute noch so, nur dass die eingesetzten Leute nicht mehr IM sondern V-Mann heissen.
Mich hat der letzte Einsatz, es war wirklich mein letzter Einsatz als HIM, meine damal kurz vor dem Einsatz beginnende vielversprechende Beziehung zu einem Mädel gekostet. 30 Jahre später habe ich sie noch einmal getroffen, ihr die damaligen Umstände geschildert und mich entschuldigt. Bei diesem Treffen ist uns dann beiden klar geworden, dass die Beziehung wahrscheinlich eh nicht lange gehalten hätte, wir waren halt nicht füreinander gemacht.


andy


@andy das ist völlig legitim und in Ordnung, denn du hast ja im Inland hoheitliche Aufgaben erfüllt. Hast du mal etwas davon gehört, was mit den Spionen geschah ? Welche Urteile wurden gefällt ?


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#207

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 19:34
von Josef | 631 Beiträge

Geile Geschichte, armes Mädel. Bitte den Gen. Gigolo noch um nähere Angaben zur Remuneration : Valuta, Ordensblech oder Westurlaub ?


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#208

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 19:40
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #207
Bitte den Gen. Gigolo noch um nähere Angaben zur Remuneration : Valuta, Ordensblech oder Westurlaub ?


Hmm,
ist wohl eher so eine typische Frage aus früherer und auch heute noch westlicher Sicht, was gab es als Agentenlohn etc.
Bin der Meinung, dass stand nie im Vordergrund.

seaman


Fritze, vs1400 und andy haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#209

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 19:59
von Ebro | 565 Beiträge

Freund Josef, mit dieser blöden Frage 207 machste einige Miese bei mir.....!
Nur mal so gesagt!



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#210

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 21:20
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Josef im Beitrag #207
Geile Geschichte, armes Mädel. Bitte den Gen. Gigolo noch um nähere Angaben zur Remuneration : Valuta, Ordensblech oder Westurlaub ?


Josef, seaman hat es ja schon gesagt.
Offensichtlich ist es so, dass die im Westen Deutschlands sozialisierten Mitbürger sich überhaupt nicht vorstellen können, dass wir im Osten, zumindest nehme ich das für mich in Anspruch nicht als erstes danach fragen, was bei einer zusätzliche Leistung für mich herausspringt.

Es gab keine gesonderte Belohnung für einen erfolgreichen Einsatz und zumindest ich habe das auch nicht erwartet. Das englische Wort "remuneration" für Entlohnung/Vergütung ist im Zusammenhang mit dem Erfolg der Einsätze also fehl am Platz. Praise im Sinne von Lob oder persönliche Anerkennung trifft es vielleicht eher.

In meiner Zeit als HIM wurde ich wie ein normaler UaZ der NVA oder der GT bezahlt (wimre 600 Mark). Dazu kam noch ein Zuschlag, so dass ich am Ende des Monats auf ein Entgeld von ca. 750,- Mark kam. Wenn ich nicht im Einsatz war, war ich in einem nach aussen als ein Gästehaus der Lsk/LV (Luftstreitkräfte/Luftverteidigung) deklariertem konspirativem Objekt untergebracht. Während der normale Uffz. ja kaserniert untergebracht und verpflegt wurde, durfte ich in meiner einsatzfreien Zeit für meine Verpflegung im Objekt auch noch zahlen. Es waren zwar keine horrenden Kosten, 750,- Mark waren aber Anfang der 80'er in Berlin auch nicht ein sooo üppiges Salär. Ich empfand das aber als normal.

Für meinen ersten geschilderten Einsatz gab es beim nächsten Jahrestag die Verdienstmedaille in Bronze und da hing auch ein Umschlag mit dran. Wieviel Geld da drin war, weiss ich gar nicht mehr, aber besonders viel war es nicht. Unmittelbar nach dem Einsatz gab es eine Sachprämie in Form eines Stern Rekorders, ich glaube der hat damals zwischen 700 und 800 Mark gekostet. Leider hatte ich den mir ein halbes Jahr vorher schon selber gekauft, so dass sich der Mehrwert doch in Grenzen hielt. Ich habe ihn später meinen Eltern überlassen.

Mein zweiter Einsatz endete ja mit meiner offiziellen Entlassung aus der Armee und zufällig fiel dieser Zeitpunkt auch mit dem Ende meiner HIM-Zeit zusammen. Unmittelbar nach meiner Entlassung begann meine Zeit als operativer MA des MfS und ich hatte gerade noch die Zeit, meine restlichen Klamotten aus dem Gästehaus zu holen. Im MfNV erhielt ich zum Abschied von meinen dortigen Vorgesetzten, die den tatsächlichen Hintergrund natürlich nicht kannten, das Leistungsabzeichen der NVA und wurde als Unterfeldwebel in die Reserve versetzt. Das wurde auch in meinen WDA eingetragen, der war aber extra für den Einsatz ausgestellt worden und verschwand nach dem Einsatz wahrscheinlich in meiner Akte bei der Äusseren Abwehr, die dann wohl bei der HA Kader und Schulung landete. In meinen richtigen WDA wurde weder die Beförderung noch das Leistungsabzeichen eingetragen. Eine Auswertung oder gar Belobigung für das Ergebnis meines Einsatzes erfolgten nicht, dazu war gar keine Zeit mehr. Lediglich mein Führungsoffizier in Straussberg hatte zum letzten Treff eine Flasche Sekt mitgebracht. Ich habe mich damals trotzdem nicht beschissen gefühlt, dazu war die Zeit mit der neuen Tätigkeit viel zu aufregend.

Ich hatte nicht in erster Linie materielle Interessen - ich war Überzeugungstäter.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
zuletzt bearbeitet 13.05.2016 21:23 | nach oben springen

#211

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 22:03
von Ebro | 565 Beiträge

Danke andy, so habe ich das auch gesehen und sehe es noch immer so.
Aber ob wir es schaffen, diese komische vorgefassten Meinungen der Ureinwohner der Bundesrepublik zu ändern?



seaman, LO-Wahnsinn und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#212

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 22:32
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #211
Danke andy, so habe ich das auch gesehen und sehe es noch immer so.
Aber ob wir es schaffen, diese komische vorgefassten Meinungen der Ureinwohner der Bundesrepublik zu ändern?


Naja, das ist wieder so eine Allgemeinformel: Auch bei den Ureinwohnern gibt es, wie überall, sone und solche.

Immerhin - ich finde (als "Ureinwohner") diesen Thread ungeheuer interessant und auch bisher erstaunlich sachlich. Allerdings fürchte ich irgendwo, dass der Ersteller versucht, sich seine Vorurteile bestätigen zu lassen. Aber nun gut, man muss abwarten, bisher ist es für mich einer der besten Threads zu dieser Thematik.

Gruss

icke



Fritze, vs1400 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#213

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 22:52
von Fritze | 3.474 Beiträge

Ich möchte mich bei @andy bedanken ,mit welcher Offenheit er diese Vorgänge schilderte . War sehr interessant !

Und Deine Einstellung,Hut ab ! Ich hatte es ja schon mal im Stintenburg Thread geschrieben ,daß wir als Uffze am Kanten wesentlich mehr Salär bekamen . Selbst bei der VP mit zwei Dienstgraden mehr ,danach, gab es weniger !

Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
RudiEK89 und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#214

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 23:29
von andy | 1.199 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #211

Aber ob wir es schaffen, diese komische vorgefassten Meinungen der Ureinwohner der Bundesrepublik zu ändern?



Ach Ebro, wollen wir das wirklich?

Ich habe das längst aufgegeben.

Ich schildere meine Sicht der Dinge, ob andere sich davon beeindrucken lassen ist mir (fast) egal.

Ich weiss, was ich wofür und warum getan habe und habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn ich in den Spiegel schaue wird mir nicht schlecht, trotzdem ich weiss, dass das hier viele anders sehen.

Sogar @Gert hat mir bestätigt, dass ich als HIM "hoheitliche Aufgaben" erfüllt habe, das hat meine Gesichtszüge dann doch in eine unerwartete Position gebracht. Hätte ich nicht erwartet. @Gert, dafür danke ich Dir.

Ich will niemanden bekehren, kann nur erzählen, wie ich meine DDR-Zeit in meiner Verantwortung erlebt habe. Dazu stehe ich auch 26 Jahre danach und wer Fragen hat - der soll sie stellen.


andy


Komm, wir essen Opa. Satzzeichen können Leben retten.
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#215

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 23:33
von seaman | 3.487 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #214


Ich schildere meine Sicht der Dinge, ob andere sich davon beeindrucken lassen ist mir (fast) egal.

Ich weiss, was ich wofür und warum getan habe und habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn ich in den Spiegel schaue wird mir nicht schlecht, trotzdem ich weiss, dass das hier viele anders sehen.

Ich will niemanden bekehren, kann nur erzählen, wie ich meine DDR-Zeit in meiner Verantwortung erlebt habe. Dazu stehe ich auch 26 Jahre danach und wer Fragen hat - der soll sie stellen.

andy





Genau so sehe ich das auch.
So sollte auch ein Forum funktionieren.

seaman


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#216

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 23:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #214
Zitat von Ebro im Beitrag #211

Aber ob wir es schaffen, diese komische vorgefassten Meinungen der Ureinwohner der Bundesrepublik zu ändern?



Ach Ebro, wollen wir das wirklich?

Ich habe das längst aufgegeben.

Ich schildere meine Sicht der Dinge, ob andere sich davon beeindrucken lassen ist mir (fast) egal.

Ich weiss, was ich wofür und warum getan habe und habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn ich in den Spiegel schaue wird mir nicht schlecht, trotzdem ich weiss, dass das hier viele anders sehen.

Sogar @Gert hat mir bestätigt, dass ich als HIM "hoheitliche Aufgaben" erfüllt habe, das hat meine Gesichtszüge dann doch in eine unerwartete Position gebracht. Hätte ich nicht erwartet. @Gert, dafür danke ich Dir.

Ich will niemanden bekehren, kann nur erzählen, wie ich meine DDR-Zeit in meiner Verantwortung erlebt habe. Dazu stehe ich auch 26 Jahre danach und wer Fragen hat - der soll sie stellen.


andy





hallo andy ich freue mich dass du dich gefreut hast über meine Meinung zu deiner Tätigkeit. Ich habe es aber nicht geschrieben, um mich bei dir anzubiedern, sondern weil es meine ehrliche Überzeugung ist. Ich bin eine Mensch, der alles geradeheraus sagt. Also den Diplomatenpreis werde ich nie gewinnen. Wir kennen uns persönlich und ich habe dich als einen sehr angenehmen und klugen Gesprächspartner in Erinnerung. Deine Aktion und das Posting heute im Forum bestätigt meine Meinung. Danke sehr.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Mahatma Gandhi
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#217

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 13.05.2016 23:58
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Andy,
das Frühstück in Gusow werde ich nie vergessen, als du mir meine Fragen über deine damalige und jetzige Tätigkeit beantwortet hast.
Das waren deine persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse, die man in keinem Buch nachlesen kann (ich schrieb es schon einmal).
Auch deine Ausführungen in diesem Thema sind sachlich geschrieben, so wie ich dich kennengelernt habe.
Schreib bitte weiter und lass dich nicht beirren, denn objektive Zeitzeugenberichte, gerade zu diesem Thema werden immer seltener.
Für mich persönlich ist das immer interessant, weil ich (wir) es damals einfach nicht erfuhren.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
lhsecurity, Gert, andy und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#218

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 00:10
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von andy im Beitrag #214
Zitat von Ebro im Beitrag #211

Aber ob wir es schaffen, diese komische vorgefassten Meinungen der Ureinwohner der Bundesrepublik zu ändern?



Ach Ebro, wollen wir das wirklich?

Ich habe das längst aufgegeben.

Ich schildere meine Sicht der Dinge, ob andere sich davon beeindrucken lassen ist mir (fast) egal.

Ich weiss, was ich wofür und warum getan habe und habe mir nichts vorzuwerfen. Wenn ich in den Spiegel schaue wird mir nicht schlecht, trotzdem ich weiss, dass das hier viele anders sehen.

Sogar @Gert hat mir bestätigt, dass ich als HIM "hoheitliche Aufgaben" erfüllt habe, das hat meine Gesichtszüge dann doch in eine unerwartete Position gebracht. Hätte ich nicht erwartet. @Gert, dafür danke ich Dir.

Ich will niemanden bekehren, kann nur erzählen, wie ich meine DDR-Zeit in meiner Verantwortung erlebt habe. Dazu stehe ich auch 26 Jahre danach und wer Fragen hat - der soll sie stellen.


andy




andy, ich sehe das ähnlich. Du bist wahrscheinlich einer der wenigen Geradlinigen hier.

Auch wenn ich persönlich viele Ansichten hier im Forum nicht teilen kann und manche Dinge aus einem ganz anderen Blickwinkel betrachte und beurteile. Wenn ich von Ebro als Ureinwohner mit komischer vorgefasster Meinung bezeichnet werde, so zeigt dies mir dass eben teilweise manche ihre unsachliche Meinungen wiedergeben
Einige hier schreiben ja immer wieder das gleiche: Es war einmal ...und wenn der böse Feind aus dem Westen nicht mit seinen bösen Sachen gekommen wäre, so würden wir weiter sorgenfrei im .... leben.

Danke - mach Du so weiter mit Deiner Offenheit und Sachlichkeit.

Gruß lhsecurity


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


andy und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 14.05.2016 00:19 | nach oben springen

#219

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 00:26
von Ebro | 565 Beiträge

Freund Ihsecurity, Sorry, ich habe das mit den "Ureinwohnern" nun wahrlich nicht böse gemeint. Sicher meiner immer noch vorhandenen "Berliner Schnauze" geschuldet, die ich weiterhin vor mich hertrage, obwohl schon seit 91 hier in Baden Würtemberg lebend. Und ich fürchte, das wird auch so bleiben.....!
Aber bevor ich mich entschlossen habe, mich hier im Forum anzumelden, habe ich schon längere Zeit mitgelesen und mir ein persönliches Bild einiger Mitmacher gemacht, natürlich subjektiv von mir selber gefärbt.
Also nochmal sorry, war nicht böse gemeint!



lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#220

RE: MfS Inland - Fragen zum persönlichen Erleben

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 14.05.2016 00:38
von vs1400 | 2.387 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #181
Zitat von Ebro im Beitrag #167
Ich habe dann wirklich den Kontakt zu meinem Vater abgebrochen und einige Jahre nicht mal mit ihm telefoniert. (keine Bange, seit 87 oder 88 hat sich alles wieder eingerenkt und wir haben auch heute noch ein prima Verhältnis)


Ich kannte einige die diesen Schritt getan haben, für mich wäre das nicht in Frage gekommen,wenn meine Schwiegermutter ein A... gewesen wäre und es wirkliche und einleuchtende Gründe gegeben hätte,vielleicht.In meinem Fall,ich hätte dann eher in den Sack gehauen,den Traumjob hatte ich eh nicht bei der "Firma"Und im Nachgang betrachtet,was meine beiden persönlichen Beispiele angeht,ist man hart geblieben, allen Anschein nach war die "Firma"durchaus auch kompromissbereit.


welcher wäre es denn gewesen und wie hattest du versucht ihn zu bekommen, @KARNAK?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 15.05.2016 00:48 | nach oben springen


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