#1

"Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 00:36
von 80er | 572 Beiträge

An diesem 9.Mai feiert Russland und andere Länder der ehemaligen SU die 71. Wiederkehr des Tages des Sieges
über Hitlerdeutschland.

Aber - und nun kommt das, was zum Nachdenken anregen könnte - gefeiert wird dieses Grossereignis erst seit 1965!,
1 Jahr nach dem Machtantritt von L. Breschnew.

Interessante Hintergründe u.a. dafür, was die Ursachen sein könnten, dieses, für die damalige SU so wichtige Ereignis
erst ab 20 Jahre nach dem Sieg zu begehen, liefert Viktor Suworow in seinem Buch:
Stalins Verhinderter Erstschlag, das zum Lesen und/oder Herunterladen freigegeben ist.

Suworow´s Buch kratzt inhaltlich erheblich an Teilen des vielen von uns eingetrichterten Geschichtsbildes vom ruhmreichen Sieg der
Sowjetunion über das Deutsche Reich im WKII.

Über den nicht unumstrittenen Autor Suworow (Synonym)
hier ein Beitrag bei Wikipedia.

Anmerkung: Auch die Wikipedia muss sich die Kritik gefallen lassen, gelegentlich Abhandlungen zu veröffentlichen, die
nicht immer auf dem Boden der Wahrheit gründen.


zuletzt bearbeitet 09.05.2016 00:39 | nach oben springen

#2

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 01:02
von Larissa | 834 Beiträge

Der ehemalige Verteidigungsminister Sergej Iwanow hatte Recht mit seiner Aussage:

„Der Sieg im 2. Weltkrieg gehört Russland und wird auch in Zukunft Russland gehören“. Auch der belgische Regierungschef Guy Verhofstadt hat im Vorfeld der 9. Mai – Feiern und seiner Reise nach Moskau die kriegsentscheidende Bedeutung der verlustreichen Ostfront hervorgehoben. Er sagte: «Ich bewundere die Völker der ehemaligen Sowjetunion, die im Krieg gekämpft haben. Für einige von ihnen war dieser Krieg am längsten, für die anderen am opferreichsten. Die Schmerzen, Zerstörungen und das Leid waren gewaltig. Besonders riesig waren die Opferzahlen an der Ostfront. Der Beitrag ihrer Armeen zum Sieg über Nazideutschland war entscheidend».


Natürlich trifft es die Russen hart, wenn im Ausland Zweifel an ihrer historischen Rolle aufkommen. So ist die Auseinandersetzung mit den baltischen Staaten über deren Auffassung bezüglich der Sowjetgeschichte alles andere als nur ein diplomatischer Schlagaustausch zwischen den Regierungen. Die Russen, auch den oft zitierten Mann auf der Straße, trifft es in Mark und Bein, wenn zum Beispiel in Tallinn pünktlich zum 9. Mai ein Denkmal enthüllt wurde, mit dem auch die SS-Kämpfer gegen die Sowjetunion ausdrücklich gewürdigt werden — während es gleichzeitig den Kriegsveteranen, die auf sowjetischer Seite kämpften, in Lettland offiziell verboten wurde, ihre Orden und Medaillen zu tragen. Die gleiche Reaktion erlebt man in Russland, wenn im Ausland von vielen Stalin mit Hitler auf eine Stufe gestellt wird. Dies wird von den Russen, auch von ausgewiesenen Anti-Kommunisten, als eine Verunglimpfung ihrer Geschichte und somit auch ihres Selbstwertgefühls betrachtet.

Natürlich ist es tragisch, dass gerade der 2. Weltkrieg mit seinen unzähligen Toten diese symbolhafte Bedeutung für die russische Identität erhalten hat. Und viele Menschen im westlichen Ausland haben Probleme damit, die Bedeutung des „Großen Vaterländischen Krieges“ für das heutige Russland richtig einzuschätzen. Wenn wir in Meinungsumfragen lesen, dass ein beachtlicher Teil der Russen eine positive Meinung über Stalin hat, dann reagieren viele geschockt. Der Grund für diese positive Einschätzung ist jedoch nicht politisch begründet, sondern hat in aller erster Linie mit dem großen Sieg unter der Führung von Stalin zu tun. 


Wichtig ist auch zu beachten, dass die natürlich militärisch geprägten Siegesfeiern zum 9. Mai in ihrem Kern nicht kriegsverherrlichend sind. Man feiert nicht den Krieg als solchen sondern das Ergebnis der Schlachten – die Befreiung Europas vom Joch des Nationalsozialismus. Gleichzeitig gedenkt man der Opfer und ehrt die Veteranen, und erinnert sich an die Zeit, als die Sowjetunion Historisches geleistet hat. Optisch ist der „Tag des Sieges“ daher in vieler Hinsicht ein „Sowjetunion-Revivaltag“, an dem die alten Symbole präsent sind. 


Bekanntermaßen wünschen sich die meisten Russen die Sowjetunion zurück und betrachten die Zerschlagung der UdSSR als geschichtliche Katastrophe oder Tragödie. Dies bedeutet aber nicht, dass man den Kommunismus auferstehen lassen will, sondern man sieht die Sowjetunion eine Nation, die in vielen Bereichen – und eben auch im Krieg – große Taten vollbracht hat und eine Weltmacht war. Diese Rückbesinnung, die sicherlich am „Tag des Sieges“ ihren jährlichen Höhepunkt erreicht, hat vor allem mit der schon erwähnten Identitätssuche in einer Zeit einer weit verbreiteten Orientierungslosigkeit zu tun.

Für einen Deutschen ist das Thema „2. Weltkrieg“ natürlich eine schwierige Angelegenheit. Wie alle wissen, ist auch die deutsche Seite von Tod und Elend heimgesucht worden. Die deutschen Opfer sollen keinesfalls vergessen werden. Aber es ist nicht zu bestreiten, dass der Krieg von Deutschland ausgegangen ist. Die deutsche Armee ist in alle Himmelsrichtungen vorgedrungen, angetrieben von den wahnwitzigen Plänen ihrer Führer, deren Emporkommen die Deutschen nicht rechtzeitig verhindern wollten oder konnten. 

Auffallend ist jedoch, dass die Siegesfeier in Russland nicht vom Hass gegen den ehemaligen Gegner geprägt ist. Sowohl das offizielle als auch das private Russland bezeichnet den Gegner als Nazideutschland, Hitler-Deutschland oder als Faschisten. Die Siegesfeiern markieren somit nicht den Triumph über die Deutschen als solche, sondern über eine menschenfeindliche Ideologie und ihre ausführenden Instrumente – das ist ein ganz bedeutender Unterschied.» quote Ende

Wir haben dieses Thema jedes Jahr aufgerollt. Ich fand die obigen Ausfuehrungen aber interessant, zumal geschrieben wurden von einem Deutschen.

Der 9. Mai 1945 – ein historischer Tag fuer die Welt, Geschichte mit der man in Russland lebt, wie mit dem Zaren, mit Uljanov (Lenin) Stalin und andere Groessen oder weniger Groessen der Geschichte der SU und Russlands; Geschichte, mit der man auch woanders leben sollte, anstatt diese unter allen Umstaenden zurechtzubiegen und zu verschweigen versucht.
Larissa


"Keine Jagd ist so wie die Jagd auf Menschen und die, die lange genug Menschen gejagt haben, die Spaß daran hatten, interessieren sich nie wieder für etwas anderes." — Hemingway
damals wars, 02_24, Rainer-Maria Rohloff, Mike59 und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#3

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 01:03
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #1
An diesem 9.Mai feiert Russland und andere Länder der ehemaligen SU die 71. Wiederkehr des Tages des Sieges
über Hitlerdeutschland.

Aber - und nun kommt das, was zum Nachdenken anregen könnte - gefeiert wird dieses Grossereignis erst seit 1965!,
1 Jahr nach dem Machtantritt von L. Breschnew.

Interessante Hintergründe u.a. dafür, was die Ursachen sein könnten, dieses, für die damalige SU so wichtige Ereignis
erst ab 20 Jahre nach dem Sieg zu begehen, liefert Viktor Suworow in seinem Buch:
Stalins Verhinderter Erstschlag, das zum Lesen und/oder Herunterladen freigegeben ist.

Suworow´s Buch kratzt inhaltlich erheblich an Teilen des vielen von uns eingetrichterten Geschichtsbildes vom ruhmreichen Sieg der
Sowjetunion über das Deutsche Reich im WKII.

Über den nicht unumstrittenen Autor Suworow (Synonym)
hier ein Beitrag bei Wikipedia.

Anmerkung: Auch die Wikipedia muss sich die Kritik gefallen lassen, gelegentlich Abhandlungen zu veröffentlichen, die
nicht immer auf dem Boden der Wahrheit gründen.




Die Behauptung vom "Präventivkrieg" war ursprünglich Propaganda der Nazis. Aber sowas wird immer wieder aufgewärmt, wie die restliche Suppe von gestern.



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#4

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 05:21
von B208 | 1.352 Beiträge

Gibt es in diesem Forum denn überhaupt Menschen die befreit wurden ? Sind doch eher alle aus der Nachkriegsgeneration oder hat jemand die Befreiung noch miterlebt ?

B208


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#5

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 05:59
von Alfred | 6.861 Beiträge

Auf alle Fälle schaue ich mir um 09.00 Uhr die Parade an.


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#6

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 07:02
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #5
Auf alle Fälle schaue ich mir um 09.00 Uhr die Parade an.


Und, gab es denn was Neues?


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#7

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 07:19
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Und, gab es denn was Neues?

Das kann man 2 Stunden vor der Parade noch nicht wissen ?


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#8

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 07:47
von Gert | 12.362 Beiträge

hab gestern mal mdr geschaut und da brachten sie die Meldung in Erfurt ( meine alte Heimat) hat die Thr. Landesregierung am sowj. Ehrenmal für die Gefallenen Sowjetsoldaten einen Kranz niedergelegt.- Soweit so gut, Gefallene sollten geehrt werden. Aber meines Wissens haben die Russen Thüringen erts am 1.7.45 betreten, also im Ergebnis der allierten Vereinbarung über die Besatzungszonen kamen sie ganz friedlich daher. Erfurt wurde von US Truppen "befreit", wenn die Erzählungen meiner Mutter so stimmen . Ostern 1945 waren sie da. Diese Soldaten werden offenbar nicht geehrt, jedenfalls kann ich mich an kein Denkmal, nicht mal ein Schild, das an dieses Ereignis erinnert, erinnern.
Mein persönlicher Befreiungstag ist der 9.November 1989, da begann die Befreiung von der Landplage SED & Co
Eine sonnige Woche wünsche ich allen, besonders @Larissa, schön wieder mal von dir zu hören nur was du berichtest über deine Gesundheit ist leider nicht so schön. Ich wünsche dir eine gute Genesung


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Pit 59, eisenringtheo, Lutze, Freienhagener und Larissa haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.05.2016 07:48 | nach oben springen

#9

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:03
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #4
Gibt es in diesem Forum denn überhaupt Menschen die befreit wurden ? Sind doch eher alle aus der Nachkriegsgeneration oder hat jemand die Befreiung noch miterlebt ?

B208


Ich hatte schon geschrieben, das es für viele Angehörigen/Vorfahren vor allem eine Befreiung von Bombennächte war.
Die Auswirkungen dieser Nächte auf die junge Generation können wir kaum nachvollziehen.
Den Befreiern sei Dank.
Und auf vielen Friedhöfen der Sowjetarmee befinden sich auch Ehrenmale für die Gefallenen des zweiten Weltkrieges, daher ist eine Ehrung dort sehr angebracht!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#10

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:07
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von 80er im Beitrag #1
An diesem 9.Mai feiert Russland und andere Länder der ehemaligen SU die 71. Wiederkehr des Tages des Sieges
über Hitlerdeutschland.

Aber - und nun kommt das, was zum Nachdenken anregen könnte - gefeiert wird dieses Grossereignis erst seit 1965!,
1 Jahr nach dem Machtantritt von L. Breschnew.




Wann war dieser Machtantritt gleich?

Zitat von 80er im Beitrag #1

Interessante Hintergründe u.a. dafür, was die Ursachen sein könnten, dieses, für die damalige SU so wichtige Ereignis
erst ab 20 Jahre nach dem Sieg zu begehen, liefert Viktor Suworow in seinem Buch:
Stalins Verhinderter Erstschlag, das zum Lesen und/oder Herunterladen freigegeben ist.

Suworow´s Buch kratzt inhaltlich erheblich an Teilen des vielen von uns eingetrichterten Geschichtsbildes vom ruhmreichen Sieg der
Sowjetunion über das Deutsche Reich im WKII.



Bei 8.40 min gut zu sehen, wie die bis an die Zähne bewaffnete Sowjetunion das deutsche Reich überfallen wollte (Achtung, Sarkassmus!)


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
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zuletzt bearbeitet 09.05.2016 08:23 | nach oben springen

#11

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:29
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Um zur Eingangsfrage zurückzukehren: Es war eine Befreiung vom Krieg an sich und die Befreiung von einer menschenfeindlichen, völkermordenden Dikatatur. Dass zumindest in einem Teil des Landes die Dikaturen lediglich ausgetauscht wurden, steht auf einem anderen Blatt.
Die sowj. Ehrenmale, die sich zum Teil auf Friedhöfen befinden, waren, wenn ich richtig informiert bin, ein Beschluss der Potsdamer Konferenz.
Ein solches befindet sich auch auf unserem Friedhof. Ein kleiner Friedhof auf dem Friedhof, sozusagen. Auf den in Buchform gestalteten Grabsteinen sind die Namen der Opfer zu lesen. Seit einigen Jahren informiert eine Tafel über die Geschichte dieser Gedenkstätte. Wer kyrillische Schrift lesen kann, erfährt, dass es sich bei den Toten um vorrangig Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter handelt, weniger um im Kampf Gefallene. Mir hat sich der Name eines 16jährigen Mädchens eingebrannt. Es waren unschuldige Opfer des Krieges, die eine Ehrung verdient haben.
@Gert , ja, Thüringen wurde von den Amerikanern befreit und erst Anfang Juni den Sowjets übergeben. Ob man der Ehrung in Erfurt eine Ehrung der Gefallenen lediglich eine Ehrung oder ein Gedenken zur Befreiung hineininterpretiert oder eine Fortsetzung der Ignoranz, wie sie weiland die SED-Führung pflegte, das muss man diejenigen schon selbst fragen. Zu Gedenkstätten für Amerikaner: Es gibt eins, im Dorf Hottelstedt am Ettersberg. Kurz vor Dorfausgang vor der Weggabelung, von der eine der Straßen in Richtung Buchenwald führt, befindet sich unmittelbar neben dem Todesmarschdenkmal ein kleines Denkmal für die Amerikaner, die am 11.April 1945 in Richtung Buchenwald vorstießen, was dann bekanntlich zu dessen Befreiung führte.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#12

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:35
von damals wars | 12.213 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #8
hab gestern mal mdr geschaut und da brachten sie die Meldung in Erfurt ( meine alte Heimat) hat die Thr. Landesregierung am sowj. Ehrenmal für die Gefallenen Sowjetsoldaten einen Kranz niedergelegt.- Soweit so gut, Gefallene sollten geehrt werden. Aber meines Wissens haben die Russen Thüringen erts am 1.7.45 betreten, also im Ergebnis der allierten Vereinbarung über die Besatzungszonen kamen sie ganz friedlich daher. Erfurt wurde von US Truppen "befreit", wenn die Erzählungen meiner Mutter so stimmen . Ostern 1945 waren sie da. Diese Soldaten werden offenbar nicht geehrt, jedenfalls kann ich mich an kein Denkmal, nicht mal ein Schild, das an dieses Ereignis erinnert, erinnern.
Mein persönlicher Befreiungstag ist der 9.November 1989, da begann die Befreiung von der Landplage SED & Co


Auf dem Weg bis nach Erfurt hatte die Sowjetarmee Millionen Gefallene Soldaten,
kann man nicht wissen, das spielte im Westen keine Rolle!
Und das man die Zeit im Westen auch als Knastzeit empfinden konnte,
wundert mich bei Dir dann schon sehr, bisher klang das immer anders.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#13

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:47
von damals wars | 12.213 Beiträge

Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Kogon, ein auch in der Bundesrepublik anerkannten Historiker, wurde das KZ Buchenwald, da sich selbst befreit hatte, an die U-S -Armee übergeben.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#14

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:50
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
vereinfacht, wie verhielt sich die Regierung der UdSSR gegenüber dem Deutschen Volk und auch gefangenden Wehrmachtssoldaten nach dem 8.5.1945. Die deutsche Wehrmachts- und Zivilverwaltung gegenüber Menschen aus der UdSSR, Ukraine, Weissrussland, Baby-Jar, Mauthausen-Aktion Kugel usw.

Überlebensquote gefangeder Rotarmisten, Kommisarbefehl?

Überlebensquote von Wehrmachtsoldaten in der UdSSR-Gefangenschaft?

Also eindeutig Befreiung von einer mörderischen Diktatur, in einem Land mit massivsten Kriegszerstörungen, weit höher als was die RAF im Reichsgebiet antellte.



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#15

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 08:55
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #12
Zitat von Gert im Beitrag #8
hab gestern mal mdr geschaut und da brachten sie die Meldung in Erfurt ( meine alte Heimat) hat die Thr. Landesregierung am sowj. Ehrenmal für die Gefallenen Sowjetsoldaten einen Kranz niedergelegt.- Soweit so gut, Gefallene sollten geehrt werden. Aber meines Wissens haben die Russen Thüringen erts am 1.7.45 betreten, also im Ergebnis der allierten Vereinbarung über die Besatzungszonen kamen sie ganz friedlich daher. Erfurt wurde von US Truppen "befreit", wenn die Erzählungen meiner Mutter so stimmen . Ostern 1945 waren sie da. Diese Soldaten werden offenbar nicht geehrt, jedenfalls kann ich mich an kein Denkmal, nicht mal ein Schild, das an dieses Ereignis erinnert, erinnern.
Mein persönlicher Befreiungstag ist der 9.November 1989, da begann die Befreiung von der Landplage SED & Co


Auf dem Weg bis nach Erfurt hatte die Sowjetarmee Millionen Gefallene Soldaten,
kann man nicht wissen, das spielte im Westen keine Rolle!
Und das man die Zeit im Westen auch als Knastzeit empfinden konnte,
wundert mich bei Dir dann schon sehr, bisher klang das immer anders.


stimmt nur bedingt, Hubert, , mein persönlicher Befreiungstag ist der 31.März 1965 und der 9.November 1989.Der letztere ist mein Lebensziel gewesen, wobei ich zwischendurch sehr zweifelte ob ich es noch erlebe. Umso überraschter war ich, wie easy es war diese Clique zu beseitigen


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#16

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 09:00
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #13
Laut https://de.wikipedia.org/wiki/Eugen_Kogon, ein auch in der Bundesrepublik anerkannten Historiker, wurde das KZ Buchenwald, da sich selbst befreit hatte, an die U-S -Armee übergeben.


Ich möchte den Mythos der " Selbstbefreiung" nicht schmälern, Hubert. Aber glaubst du wirklich, das nur ein Häftling Widerstand gegen die SS gemacht hätte, wenn die US Truppen nicht schon in Nohra und am Fusse des Ettersberges gestanden hätten ? Die Häftlinge wussten aus illegal abgehörten Nachrichten des Londoner Rundfunkes , wo die Allierten standen. Obendrein hatte die SS schon die Flucht ergriffen, bevor die US Truppen eintrafen.


.
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der alte Grenzgänger, Zange und Pit 59 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 09:05
von Gert | 12.362 Beiträge

Zitat von TOMMI im Beitrag #11
Um zur Eingangsfrage zurückzukehren: Es war eine Befreiung vom Krieg an sich und die Befreiung von einer menschenfeindlichen, völkermordenden Dikatatur. Dass zumindest in einem Teil des Landes die Dikaturen lediglich ausgetauscht wurden, steht auf einem anderen Blatt.
Die sowj. Ehrenmale, die sich zum Teil auf Friedhöfen befinden, waren, wenn ich richtig informiert bin, ein Beschluss der Potsdamer Konferenz.
Ein solches befindet sich auch auf unserem Friedhof. Ein kleiner Friedhof auf dem Friedhof, sozusagen. Auf den in Buchform gestalteten Grabsteinen sind die Namen der Opfer zu lesen. Seit einigen Jahren informiert eine Tafel über die Geschichte dieser Gedenkstätte. Wer kyrillische Schrift lesen kann, erfährt, dass es sich bei den Toten um vorrangig Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter handelt, weniger um im Kampf Gefallene. Mir hat sich der Name eines 16jährigen Mädchens eingebrannt. Es waren unschuldige Opfer des Krieges, die eine Ehrung verdient haben.
@Gert , ja, Thüringen wurde von den Amerikanern befreit und erst Anfang Juni den Sowjets übergeben. Ob man der Ehrung in Erfurt eine Ehrung der Gefallenen lediglich eine Ehrung oder ein Gedenken zur Befreiung hineininterpretiert oder eine Fortsetzung der Ignoranz, wie sie weiland die SED-Führung pflegte, das muss man diejenigen schon selbst fragen. Zu Gedenkstätten für Amerikaner: Es gibt eins, im Dorf Hottelstedt am Ettersberg. Kurz vor Dorfausgang vor der Weggabelung, von der eine der Straßen in Richtung Buchenwald führt, befindet sich unmittelbar neben dem Todesmarschdenkmal ein kleines Denkmal für die Amerikaner, die am 11.April 1945 in Richtung Buchenwald vorstießen, was dann bekanntlich zu dessen Befreiung führte.


danke Tommi, für den Hinweis. Wenn ich das nächste Mal in Thr. bin, werde ich mal einen Trip dorthin machen. Ich habe zu der Zeit als ich in Erfurt wohnte keinen Hinweis auf die Leistung und Opfer der Amerikaner gesehen. Als ich als Schüler, genervt von der ständigen Lobhudelei der Russen, mal ganz zaghaft davon etwas sagte, dass ja amerikanische Truppen Thüringen besetzt hatten, na da ging aber die Post ab


.
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Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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#18

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 09:35
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Manche waren sicher schon als Säuglinge kleine Helden


damals wars und 02_24 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 09:37
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Aber zurück zu Siegesparade


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#20

RE: "Tag der Befreiung" - oder etwa nicht?

in Themen vom Tage 09.05.2016 09:41
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #15
Zitat von damals wars im Beitrag #12
Zitat von Gert im Beitrag #8
hab gestern mal mdr geschaut und da brachten sie die Meldung in Erfurt ( meine alte Heimat) hat die Thr. Landesregierung am sowj. Ehrenmal für die Gefallenen Sowjetsoldaten einen Kranz niedergelegt.- Soweit so gut, Gefallene sollten geehrt werden. Aber meines Wissens haben die Russen Thüringen erts am 1.7.45 betreten, also im Ergebnis der allierten Vereinbarung über die Besatzungszonen kamen sie ganz friedlich daher. Erfurt wurde von US Truppen "befreit", wenn die Erzählungen meiner Mutter so stimmen . Ostern 1945 waren sie da. Diese Soldaten werden offenbar nicht geehrt, jedenfalls kann ich mich an kein Denkmal, nicht mal ein Schild, das an dieses Ereignis erinnert, erinnern.
Mein persönlicher Befreiungstag ist der 9.November 1989, da begann die Befreiung von der Landplage SED & Co


Auf dem Weg bis nach Erfurt hatte die Sowjetarmee Millionen Gefallene Soldaten,
kann man nicht wissen, das spielte im Westen keine Rolle!
Und das man die Zeit im Westen auch als Knastzeit empfinden konnte,
wundert mich bei Dir dann schon sehr, bisher klang das immer anders.


stimmt nur bedingt, Hubert, , mein persönlicher Befreiungstag ist der 31.März 1965 und der 9.November 1989.Der letztere ist mein Lebensziel gewesen, wobei ich zwischendurch sehr zweifelte ob ich es noch erlebe. Umso überraschter war ich, wie easy es war diese Clique zu beseitigen


Da warste aber 24 Jahre nicht mehr anwesend anwesend


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