#21

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 12:10
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #19
Sicher war das Popmusik. Popmusik ist überhaupt keine Stilrichtung, sondern steht für Populäre-Musik. Und das kann alles sein.



Na dann erzähl mal Bob Dylan oder Joni Mitchell oder Neil Young das sie Pop-Musik machen, um nur ganz Wenige zu benennen .......

Wenn schon eine allgemeine "Einteilung", dann sollten wir uns an den großen Unterschied halten, den zwischen U- und E-Musik ....


Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#22

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 13:42
von Commander | 1.056 Beiträge

Hallo,
ich hab noch was zu "Silly".Wußte bis vor kurzem nicht,das die auch "Gecovert" haben.Und ich finde,nicht mal schlecht.
https://www.youtube.com/watch?v=SWpYo2rwygA

Schönes WE,Gruß C.



Josef und Rainman2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 13:53
von Zange | 395 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #21
Zitat von EMW-Mitarbeiter im Beitrag #19
Sicher war das Popmusik. Popmusik ist überhaupt keine Stilrichtung, sondern steht für Populäre-Musik. Und das kann alles sein.



Na dann erzähl mal Bob Dylan oder Joni Mitchell oder Neil Young das sie Pop-Musik machen, um nur ganz Wenige zu benennen .......

Wenn schon eine allgemeine "Einteilung", dann sollten wir uns an den großen Unterschied halten, den zwischen U- und E-Musik ....


Gruß
Nostalgiker


Ich habe mit der Einteilung in U und E- Musik Probleme. Ich meine, dass ist wieder mal eine typisch deutsche Erfindung.

Für mich gibt es nur Musik die ich mag oder nicht. Das kann aus allen Bereichen sein. Mir gefallen z. B. einige Sachen Beethoven sehr gut, ich höre jedoch auch immer noch Deep Purple sehr gerne.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#24

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 14:02
von Josef | 631 Beiträge

Zitat von Commander im Beitrag #22
Hallo,
ich hab noch was zu "Silly".Wußte bis vor kurzem nicht,das die auch "Gecovert" haben.Und ich finde,nicht mal schlecht.
https://www.youtube.com/watch?v=SWpYo2rwygA

Schönes WE,Gruß C.


Musik meiner Kindheit... Cool :) Die DDR-Version mit Tamara fällt gegenüber Kim Carnes etwas ab, was den Synthie angeht, aber : Beim Gesang finde ich Tamara irgendwie besser ! Glaube, deren Stimme kam in beiden Fällen vom vielen Rauchen *hust* ... ;)


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#25

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 14:28
von Commander | 1.056 Beiträge

Obwohl ich kein Ostrockfan bin,dieses Lied werde ich bis an mein Ende nicht vergessen u.immer wieder gern anhören.Obwohl es zur denkbar(für mich) ungünstigsten Zeit auf den Markt kam,genau während meines GWD`s.Wurde damals rauf u. runter gespielt.
https://www.youtube.com/watch?v=se-8CsPBDF8

Gruß C.



Fritze und Josef haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 06.05.2016 14:28 | nach oben springen

#26

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 14:42
von Hanum83 | 4.744 Beiträge

Als Anhänger einer bestimmten Musikrichtung komm ich einfach nicht an ihm vorbei https://www.youtube.com/watch?v=yRJLhHeBkUA
Bombastische DDR-Pop/Rock-Musik ala Karat und der andere durchkommerzialisierte und als gesellschaftskonform eingestufte "Hafer" war das gewiss nicht, war ein Blueser der mir damals gefallen hat und heute auch noch.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#27

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 14:44
von Rainman2 | 5.762 Beiträge

Zitat von Commander im Beitrag #22
Hallo,
ich hab noch was zu "Silly".Wußte bis vor kurzem nicht,das die auch "Gecovert" haben.Und ich finde,nicht mal schlecht.
https://www.youtube.com/watch?v=SWpYo2rwygA

Schönes WE,Gruß C.

Ah, ein Schnipselchen aus der legendären "Burgparty" ... Ja, das war noch die alte Besetzung der "Familie Silly", in die Tamara als junge Sängerin hineingekommen war. Das war durchaus auch noch viel Klamauk. Aus dieser Zeit stammte übrigens auch der Song "Ich bin der letzte Kunde", gesungen vom Schlagzeuger Mike Schafmeier, der heute noch mit Tommi Schmidt bei "MTS" spielt und dort seine heitere Ader ausleben kann. Tamara hat allerdings bis zuletzt noch Coversongs auf die Bühne gebracht, zumindest einen. Tamara sagte ihn mal so an: "Und nun einen Song, den wir solange spielen werden, bis wir der Meinung sind, wir hätten etwas besseres geschrieben". Und dann schmetterte sie Ruby Tuesday über Rampe. Das war Gänsehaut pur. Es war nicht die Melanie-Version, sie dröhnte mit ihrer Röhre voll die Stones-Version.

Zu "Bette Davis Eyes" - Das erste Mal kam diese Coverversion ins Fernsehen in "Helga's Top(p)-Musike" mit Helga Hahnemann. Die Jungs der Band waren als Schuljungs verkleidet und Mike Schafmeier ging zu Helga Hahnemann: "Tante Helga, haste ma 'ne Mark?" Helga: "Was wollt ihr denn damit?" Mike: "Wir woll'n uns Bette-Davis-Eis kaufen!" Und mit Worten erschien Tamara als Eisverkäuferin, mit einem kleinen Eiswagen und verteilte Eiskugeln zu diesem Titel. Tja, damals ging das noch mit ihr ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 06.05.2016 14:45 | nach oben springen

#28

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 14:51
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von Commander im Beitrag #25
Obwohl ich kein Ostrockfan bin,dieses Lied werde ich bis an mein Ende nicht vergessen u.immer wieder gern anhören.Obwohl es zur denkbar(für mich) ungünstigsten Zeit auf den Markt kam,genau während meines GWD`s.Wurde damals rauf u. runter gespielt.
https://www.youtube.com/watch?v=se-8CsPBDF8

Gruß C.


Das ist meiner Meinung nach ein Stück ,das alles überlebt ! Gönn ich mir zum Ausspannen . Füsse hoch ,die Longversion auf die Orgel und entspannen (fast davon fliegen) ! Musik ist eine schöne Droge !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#29

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 15:46
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Zange, diese Einteilung in U und E Musik scheint tatsächlich eine deutsche Erfindung zu sein ist aber wohl mehr eine des Erfindung selbsternannten Bildungsbürgertums oder was sich dafür hält dieser Welt ......
Für dieses Bildungsbürgertum zählte fast nur klassische Musik als "wertvolle" Musik und diese hört in der Regel mit Beginn des 20.Jahrhunderts auf ....

Im Sozialismus, und damit schlagen wir eine Brücke zum 'sozialistischen Liedgut, kam als entscheidendes Kriterium neben dem persönlichen Geschmack der führenden Funktionäre die 'Parteilichkeit' und die lebensbejahende Funktion der Musik hinzu.
E. H. Musikgeschmack blieb wahrscheinlich beim Jugend- und Kampflied der dreißiger Jahre stehen .....
Stalin verdammte alles was 12 Ton-Musik in der E-Musik betraf und Schostakowitsch entkam 1936 nur Dank seiner internationalen Berühmtheit der Erschießung nachdem Stalin 1936 sich die Oper "Lady Macbeth von Mzensk" ansah.
Die im Auftrag von Schdanow initiierte dogmatische Kulturpoltik, welche sich in einer Formalismusdiskussion und der Propagierung des 'sozialistischen Realismus' erging hatte seine Nachwehen in unterschiedlichster Ausprägung auch bis zum Ende der DDR.

Während der Stand des sozialistischen Liedgutes, überhaupt aller Kunst von der Prämisse abgeleitet wurde, das wollen unsere Werktätigen nicht; sprich es entsprach nicht dem kleinbürgerlichen-parteilichen Kunstgeschmack der Funktionäre mit Entscheidungsbefugnis, wird in der "Freiheit" die "Freiheit der Kunst" in aller Regel über das Monetäre gesteuert. Was sich nicht verkauft ist keine Kunst. Punkt!

Im Gegensatz zu Ungarn wußten die Funktionäre in der DDR schon ganz gut wie sie die Musiker aus dem Rock- und Pop Bereich an der sehr kurzen Leine halten konnten.
Während ungarische Gruppen (Omega, Lokomotiv GT) durchaus Weltweit bekannt waren und auch regelmäßig in den für den Musikmarkt wichtigen Ländern Westeuropas und Nordamerika auftraten, fristeten die DDR Gruppen ihr musikalisches Leben im eigenen Lande und genossen wenn überhaupt in der BRD einen Exotenstatus und durften mal auf DKP nahen Veranstaltungen auftreten oder in irgendeinem Landjugendheim ....

Was die DDR betrifft am Beispiel von Stern Combo Meissen.
Von selbiger Band wurde bereits 1976 ein Konzert mitgeschnitten welches allerdings nur auf eine Doppel-LP gepasst hätte.
Das geht nicht, entschieden die Funktionäre und die Combo mußte ein ganzes Jahr warten bis 1977 wieder mal ein Konzert mitgeschnitten wurde und Auszüge davon auf der ersten LP der Gruppe erschienen.
Damit, so sind sich ernst zunehmende Rockkritiker einig, weil es zu spät erschien war eine internationale Karriere von Stern Meissen beendet bevor sie überhaupt begann.
Sie hätte, was ihr damaliges musikalisches Potenzial betrifft, locker mit solchen Superstars von EL&P oder Yes mithalten können.
Erstaunlich ist in der Gegenwart das die ersten Platten von Stern Meissen inzwischen aufwendig digital remastert und aufpoliert in 24Bit Technologie in Japan auf CD in Vinyl Replicas erschienen sind. Limitierte Auflage .....

Apropos EL&P, in der CSSR existierte bzw. existiert immer noch die Gruppe 'Collegium Musicum', ebenfalls in der Besetzung Tasteninstrumente, Bass, Schlagzeug. Ab und an noch Gitarre und dann der Beste den die CSSR zu bieten hat.
1973 brachte diese Gruppe ein Live-Album heraus, sinnigerweise mit einer Dampfwalze auf dem Frontcover. Die Musik walzte allerdings auch alles platt was sich ihr international in den Weg stellte. Marian Varga hatte es nicht nötig seine Hammond Orgel wie Keith Emerson zu malträtieren und diverse Showmätzchen zu machen, es reichte das er das Instrument spielte .....
Auch hier internationale Kritikereinigkeit; eines der besten Live Alben einer ProgRog Band .....

Polen ist auch ein spannendes Land was Rock/Pop Musik betrifft.
Auch hier wurden die Musiker gegängelt, allerdings war die Leine länger an der sie gehalten wurden.
Ihr "Handycap" war allerdings das sie vorzugsweise in ihrer Landessprache singen mußten um überhaupt Musik zu machen.
So blieb auch ihnen in der Regel eine internationale Karriere verwehrt.
Auch bedienten sie nicht unbedingt den Massenmusikgeschmack.
Ein absolutes Idol in Polen ist der Musiker/Sänger Czeslaw Niemen und bei ihm zanken sich immer noch die Rockkritiker ob er oder King Crimson 1969 das allererste ProgRog Album der Welt veröffentlichten ......
Eine kurzzeitige Begleitband dieses Ausnahmekünstlers brachte es selber zu einigem Ruhm und mußte ihren Namen; inhaltlich; von Schlesische Blues Band in Suchen, Brechen Bauen (SBB) ändern ....
In der DDR ab 1981 verpönt weil sie es bei einem Konzert im PdR wagten am Merchandising-Stand Solidarnosc Sticker anzubieten ....
Bluesseitig war Breakout mit Tadeusz Nalepa an der Gitarre der Held, jedenfalls in den 60ger/70ger Jahren, danach löste ihn Dzem und Krzak ab ....
Krzak waren ungefähr das was Monokel für die DDR war, nur das Monokol das Monster im Schilkin-See besang wärend es Krzak mit Solidarnosz hatte ....
Anawa mit Marek Grechuta war ein ganz spezieller Sonderfall in Polen und 99% der DDR Singegruppen hätten dafür gemordet wenn sie auch nur ein Quäntchen dieser musikalischen/textlichen Qualität hätten erhaschen können ....

Alle von mir genannten Gruppen durften wegen des in der DDR zwischen 1966 und 1970/71 faktischen Verbotes von Beatmusik ab 1970 musikalische Entwicklungshilfe leisten und nahmen vorzugsweise im Rundfunk ihre Titel nochmals in Deutsch auf. Nachdichtung ihrer damals aktuellen Titel.
Damit der "Hunger" der DDR Jugend nach "jugendgemäßer" Beat/Rockmusik gestillt werden konnte.
Einzig Niemen aus Polen weigerte sich seine Titel in Deutsch zu singen.

In Bulgarien und Rumänien gab es keine Beatmusik und deshalb sind uns deutsch gesungene Titel aus diesen Ländern erspart geblieben.
Sowjetunion, ja die gab es auch .......

Lang aber hoffentlich nicht langweilig.

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

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aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Josef, Zange, furry, Fritze, Freienhagener und der alte Grenzgänger haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#30

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 19:04
von Freienhagener | 3.861 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #29

Eine kurzzeitige Begleitband dieses Ausnahmekünstlers brachte es selber zu einigem Ruhm und mußte ihren Namen; inhaltlich; von Schlesische Blues



Die erste SBB-Platte gab es damals im "Polnischen Informationszentrum". Deren Musik ging schon über den Rock hinaus.
Ich stellte schon damals Ähnlichkeiten zu John McLaughlins Mahavishnu Orchestra fest.
Erst kürzlich habe ich erfahren, daß SBB 1972 anläßlich der Olymischen Spiele aufgetreten ist, wie das Mahavishnu Orchestra (bei dem war mir das bereits bekannt).
D.h. sie waren im Westen und konnten internationale Trends unmittelbar aufnehmen. Die Polen waren damals relativ weltgewandt.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#31

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 19:50
von der alte Grenzgänger | 1.001 Beiträge

Nosti, Du hast mich inspiriert.. zu einem kurzen Gang zum "Plattenschrank" .. (alles nicht DDR, aber Klassiker ...







Siggi
(der weiss, dass er v.a. bei NIEMEN noch nachfassen muss ... "mindestens" die Rätselhaften Impressionen fehlen ja noch ..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#32

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 20:23
von Hanum83 | 4.744 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #29
@Zange, diese Einteilung in U und E Musik scheint tatsächlich eine deutsche Erfindung zu sein ist aber wohl mehr eine des Erfindung selbsternannten Bildungsbürgertums oder was sich dafür hält dieser Welt ......
Für dieses Bildungsbürgertum zählte fast nur klassische Musik als "wertvolle" Musik und diese hört in der Regel mit Beginn des 20.Jahrhunderts auf ....

Im Sozialismus, und damit schlagen wir eine Brücke zum 'sozialistischen Liedgut, kam als entscheidendes Kriterium neben dem persönlichen Geschmack der führenden Funktionäre die 'Parteilichkeit' und die lebensbejahende Funktion der Musik hinzu.
E. H. Musikgeschmack blieb wahrscheinlich beim Jugend- und Kampflied der dreißiger Jahre stehen .....
Stalin verdammte alles was 12 Ton-Musik in der E-Musik betraf und Schostakowitsch entkam 1936 nur Dank seiner internationalen Berühmtheit der Erschießung nachdem Stalin 1936 sich die Oper "Lady Macbeth von Mzensk" ansah.
Die im Auftrag von Schdanow initiierte dogmatische Kulturpoltik, welche sich in einer Formalismusdiskussion und der Propagierung des 'sozialistischen Realismus' erging hatte seine Nachwehen in unterschiedlichster Ausprägung auch bis zum Ende der DDR.

Während der Stand des sozialistischen Liedgutes, überhaupt aller Kunst von der Prämisse abgeleitet wurde, das wollen unsere Werktätigen nicht; sprich es entsprach nicht dem kleinbürgerlichen-parteilichen Kunstgeschmack der Funktionäre mit Entscheidungsbefugnis, wird in der "Freiheit" die "Freiheit der Kunst" in aller Regel über das Monetäre gesteuert. Was sich nicht verkauft ist keine Kunst. Punkt!

Im Gegensatz zu Ungarn wußten die Funktionäre in der DDR schon ganz gut wie sie die Musiker aus dem Rock- und Pop Bereich an der sehr kurzen Leine halten konnten.
Während ungarische Gruppen (Omega, Lokomotiv GT) durchaus Weltweit bekannt waren und auch regelmäßig in den für den Musikmarkt wichtigen Ländern Westeuropas und Nordamerika auftraten, fristeten die DDR Gruppen ihr musikalisches Leben im eigenen Lande und genossen wenn überhaupt in der BRD einen Exotenstatus und durften mal auf DKP nahen Veranstaltungen auftreten oder in irgendeinem Landjugendheim ....

Was die DDR betrifft am Beispiel von Stern Combo Meissen.
Von selbiger Band wurde bereits 1976 ein Konzert mitgeschnitten welches allerdings nur auf eine Doppel-LP gepasst hätte.
Das geht nicht, entschieden die Funktionäre und die Combo mußte ein ganzes Jahr warten bis 1977 wieder mal ein Konzert mitgeschnitten wurde und Auszüge davon auf der ersten LP der Gruppe erschienen.
Damit, so sind sich ernst zunehmende Rockkritiker einig, weil es zu spät erschien war eine internationale Karriere von Stern Meissen beendet bevor sie überhaupt begann.
Sie hätte, was ihr damaliges musikalisches Potenzial betrifft, locker mit solchen Superstars von EL&P oder Yes mithalten können.
Erstaunlich ist in der Gegenwart das die ersten Platten von Stern Meissen inzwischen aufwendig digital remastert und aufpoliert in 24Bit Technologie in Japan auf CD in Vinyl Replicas erschienen sind. Limitierte Auflage .....

Apropos EL&P, in der CSSR existierte bzw. existiert immer noch die Gruppe 'Collegium Musicum', ebenfalls in der Besetzung Tasteninstrumente, Bass, Schlagzeug. Ab und an noch Gitarre und dann der Beste den die CSSR zu bieten hat.
1973 brachte diese Gruppe ein Live-Album heraus, sinnigerweise mit einer Dampfwalze auf dem Frontcover. Die Musik walzte allerdings auch alles platt was sich ihr international in den Weg stellte. Marian Varga hatte es nicht nötig seine Hammond Orgel wie Keith Emerson zu malträtieren und diverse Showmätzchen zu machen, es reichte das er das Instrument spielte .....
Auch hier internationale Kritikereinigkeit; eines der besten Live Alben einer ProgRog Band .....

Polen ist auch ein spannendes Land was Rock/Pop Musik betrifft.
Auch hier wurden die Musiker gegängelt, allerdings war die Leine länger an der sie gehalten wurden.
Ihr "Handycap" war allerdings das sie vorzugsweise in ihrer Landessprache singen mußten um überhaupt Musik zu machen.
So blieb auch ihnen in der Regel eine internationale Karriere verwehrt.
Auch bedienten sie nicht unbedingt den Massenmusikgeschmack.
Ein absolutes Idol in Polen ist der Musiker/Sänger Czeslaw Niemen und bei ihm zanken sich immer noch die Rockkritiker ob er oder King Crimson 1969 das allererste ProgRog Album der Welt veröffentlichten ......
Eine kurzzeitige Begleitband dieses Ausnahmekünstlers brachte es selber zu einigem Ruhm und mußte ihren Namen; inhaltlich; von Schlesische Blues Band in Suchen, Brechen Bauen (SBB) ändern ....
In der DDR ab 1981 verpönt weil sie es bei einem Konzert im PdR wagten am Merchandising-Stand Solidarnosc Sticker anzubieten ....
Bluesseitig war Breakout mit Tadeusz Nalepa an der Gitarre der Held, jedenfalls in den 60ger/70ger Jahren, danach löste ihn Dzem und Krzak ab ....
Krzak waren ungefähr das was Monokel für die DDR war, nur das Monokol das Monster im Schilkin-See besang wärend es Krzak mit Solidarnosz hatte ....
Anawa mit Marek Grechuta war ein ganz spezieller Sonderfall in Polen und 99% der DDR Singegruppen hätten dafür gemordet wenn sie auch nur ein Quäntchen dieser musikalischen/textlichen Qualität hätten erhaschen können ....

Alle von mir genannten Gruppen durften wegen des in der DDR zwischen 1966 und 1970/71 faktischen Verbotes von Beatmusik ab 1970 musikalische Entwicklungshilfe leisten und nahmen vorzugsweise im Rundfunk ihre Titel nochmals in Deutsch auf. Nachdichtung ihrer damals aktuellen Titel.
Damit der "Hunger" der DDR Jugend nach "jugendgemäßer" Beat/Rockmusik gestillt werden konnte.
Einzig Niemen aus Polen weigerte sich seine Titel in Deutsch zu singen.

In Bulgarien und Rumänien gab es keine Beatmusik und deshalb sind uns deutsch gesungene Titel aus diesen Ländern erspart geblieben.
Sowjetunion, ja die gab es auch .......

Lang aber hoffentlich nicht langweilig.

Gruß
Nostalgiker



Karat und die Phudys waren aber NSW-Kader.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#33

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 21:11
von damals wars | 12.158 Beiträge

Nicht DDR, aber auch immer wieder bei DT 64 gespielt


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Josef hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 21:17
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

@Freienhager, ich will nicht besserwisserisch erscheinen aber 1972 spielte SBB noch als Begleitband von Niemen und nicht als eigenständige Combo.
In der Zeit ihrer Zusammenarbeit, 1971 bis 1974, nahmen sie insgesamt vier Studioalben auf, zwei in Polen und zwei für den internationalen Markt bei CBS auf denen bereits bekannte Titel von Niemen neu arrangiert in Englisch eingespielt wurden .....

Im 1974 veröffentlicht aber bereits 1972 gedrehten DEFA Film "Die Schlüssel" ist eine längere Sequenz enthalten welche einen Konzertausschnitt mit Niemen in einem Klub in Krakau zeigt. Der Regisseur E. Günther verwendete im Film ausschließlich Musik von Niemen.

@der alte Grenzgänger, schau bitte auf die Titelliste des Niemen Albums, drittes Bild oberste Reihe links. Auf diesem Album findest du den von Dir gesuchten Titel "Enigmatyczne impresje" (rätselhafte Impresionen)

@Hanum83 , wenn schon muß es richtig 'NSW-Reisekader' heißen, nur was hat eine verbrämte SchlagerCombo und eine 2 Akkord Schrammelgruppe mit DDR Rockmusik zu tun?

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 21:52
von Ebro | 565 Beiträge

Nu übertreibe mal nicht-Schlagercombo und Schrammelgruppe. Als Fan der Puhdys seit 73 muss ich ja wohl widersprechen. Und die leben 2016 immer noch, und mit großem Erfolg! Also was haben sie falsch gemacht, wenn man nach 47 Jahren in Ost-und West noch die Konzerthallen füllt??
Gestern in Stuttgart, mit City und Karat zusammen-geil ohne Ende.....!



damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 21:56
von Hanum83 | 4.744 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #35
Nu übertreibe mal nicht-Schlagercombo und Schrammelgruppe. Als Fan der Puhdys seit 73 muss ich ja wohl widersprechen. Und die leben 2016 immer noch, und mit großem Erfolg! Also was haben sie falsch gemacht, wenn man nach 47 Jahren in Ost-und West noch die Konzerthallen füllt??
Gestern in Stuttgart, mit City und Karat zusammen-geil ohne Ende.....!


Wie waren denn die Zuschauerzahlen?
Kann mir gar nicht vorstellen das diese Bands immer noch auch im tiefsten Westen punkten, oder doch?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 06.05.2016 21:57 | nach oben springen

#37

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 21:59
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #36
Zitat von Ebro im Beitrag #35
Nu übertreibe mal nicht-Schlagercombo und Schrammelgruppe. Als Fan der Puhdys seit 73 muss ich ja wohl widersprechen. Und die leben 2016 immer noch, und mit großem Erfolg! Also was haben sie falsch gemacht, wenn man nach 47 Jahren in Ost-und West noch die Konzerthallen füllt??
Gestern in Stuttgart, mit City und Karat zusammen-geil ohne Ende.....!


Wie waren denn die Zuschauerzahlen?
Kann mir gar nicht vorstellen das diese Bands immer noch auch im tiefsten Westen punkten, oder doch?




Wieso nicht Hanum ? Wohnen doch reichlich Importierte ,wie Gert es sagen würde , im Westen !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

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#38

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 22:01
von Ebro | 565 Beiträge

Immer ausverkauft. Die Tour mit Karat und City heißt "Rocklegenden"- schwer an Karten zu kommen. Und die beiden Abschiedssolokonzis der Puhdys in Berlin Anfang Januar-mußt mal gurgeln...!



Hanum83 und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 22:05
von Hanum83 | 4.744 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #37
Zitat von Hanum83 im Beitrag #36
Zitat von Ebro im Beitrag #35
Nu übertreibe mal nicht-Schlagercombo und Schrammelgruppe. Als Fan der Puhdys seit 73 muss ich ja wohl widersprechen. Und die leben 2016 immer noch, und mit großem Erfolg! Also was haben sie falsch gemacht, wenn man nach 47 Jahren in Ost-und West noch die Konzerthallen füllt??
Gestern in Stuttgart, mit City und Karat zusammen-geil ohne Ende.....!


Wie waren denn die Zuschauerzahlen?
Kann mir gar nicht vorstellen das diese Bands immer noch auch im tiefsten Westen punkten, oder doch?




Wieso nicht Hanum ? Wohnen doch reichlich Importierte ,wie Gert es sagen würde , im Westen !




Stimmt auch wieder, ich bin ja so ein alter "Immerossi"


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#40

RE: DDR Popklassiker

in Leben in der DDR 06.05.2016 22:10
von Ebro | 565 Beiträge

Betrifft aber auch Ur-Wessis. War öfter mit meinen Kumpels aus Ba-Wü zwecks Kulturbereicherung bei Konzis der Puhdys, wenn sie mal in der Nähe waren. Immer positiv aufgenommen worden, CD-s gekauft, Fanshirt und so. Also alles gut, oder?



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