#1

Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 15:37
von Georg | 1.012 Beiträge

Vorwärts nach Osten ! Bundeswehr und NATO von Finnland bis an das Schwarze Meer. Geschichte vergessen ?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#2

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 15:40
von Zange | 395 Beiträge

Und was war 1968? Da mussten die Russen verhindern, dass Ulbrichts Truppen nach Prag marschieren. Die hatten wohl etwas mehr Taktgefühl und kannten die Geschichte besser.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#3

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 16:08
von Georg | 1.012 Beiträge

Wär ein neues Thema ! Ändert jedoch am neuen Ostdrang nichts.Taktgefühl - was ist denn das?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 16:09 | nach oben springen

#4

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 16:42
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #2
Und was war 1968? Da mussten die Russen verhindern, dass Ulbrichts Truppen nach Prag marschieren. Die hatten wohl etwas mehr Taktgefühl und kannten die Geschichte besser.


Hallo Zange,
wo hast Du denn das her?
Der 39.


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#5

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 16:57
von Zange | 395 Beiträge

Ich habe das aus mehreren Quellen. Soweit mir bekannt, hat die NVA an der Grenze zur damaligen CSSR während des Prager Frühlings in den Wäldern in Bereitschaft gelegen. Der Marschbefehl, so meine Kenntnis,ist dann aus Moskau annulliert worden sein.

Ich kann mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, dass dies komplett erfunden wurde, lerne aber gerne dazu.


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Gert hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 16:57 | nach oben springen

#6

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 17:07
von Alfred | 6.841 Beiträge

Aus einer Gesprächsnotiz mit einen Zeitzeugen.

Hallo,

hiermit ein kleiner Beitrag zum Prager Frühling.

Bekanntlich gab es 1968 in der Tschechoslowakei eine politische Entwicklung die für Moskau und die anderen Warschauer Vertragsstaaten besorgniserregend war. Man sprach von einer vom Westen gesteuerten „Konterrevolution“.

Es wurde befürchtet, dass die Tschechoslowakei aus dem Warschauer Vertrag ausscheren könnte, was erhebliche negative militär – strategische Auswirkungen mit sich bringen würde. Dieser Entscheidung musste Einhalt geboten werden. Ausgehend davon wurden die erforderlichen politischen und militärischen Maßnahmen eingeleitet.

1. Vom 19. bis 30.Juni fand die gemeinsame Kommandostabsübung „Sumava“ (Böhmerwald) unter Leitung des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Marschall der Sowjetunion, Jakubowski, statt.

Teilnehmer an dieser Übung waren Stäbe und Truppen

- der Sowjet – Armee
- der Tschechoslowakischen Armee
- der NVA der DDR
- der Polnischen Armee und
- der Ungarischen Armee.

Der Leitungsstab mit Marschall Jakubowski und rund 100 Generalen und Offizieren der Bruderarmeen befand sich in Milowice in der Nähe von Prag.

Stellvertreter des Leitenden für die NVA der DDR war General Streletz, der sich mit 15 Generalen und Offizieren bei Marschall Jakubowski befand. ( die über 100 Generale und Offiziere hatten die Möglichkeit sich im Verlaufe von 3 Wochen auf dem Territorium der CSSR mit „Land und Leuten“ vertraut zu machen)
General Streletz und seine Operative Gruppe verließen am 7. Juni wieder die Tschechoslowakei.

2. Am 25. Juli 1968 erfolgte in Legnica ( Polen) wo sich die Führungsstelle des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages befand, eine Einweisung durch Marschall Jakubowski.

Er schätzte die Lage in der Tschechoslowakei als „äußerst bedenklich“ ein und unterstrich, dass auch bestimmte militärische Maßnahmen eingeleitet werden müssen.
2 Divisionen der NVA sollten in diese vorgesehenen militärischen Maßnahmen einbezogen werden.

Die 7. Panzer – Division Standort Dresden und die 11. mot. Schützen – Division, Standort Halle. Beide Divisionen haben in den befohlenen Konzentrationsräumen bis zum 29.Juli 1968 die Gefechtsbereitschaft herzustellen.

3. Auf der Grundlage dieser Aufgabenstellung haben auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Hoffmann die festgelegten Divisionen die Konzentrationsräume bezogen:

Die 7. Panzer – Division den Raum :
Hoyerswerda – Muskau – Niesky
ca. 70 bis 80 km von der Grenze zur CSSR entfernt.

Die 11. mot. Schützen – Division den Raum
Gera –Jena – Zeulenroda
ca. 60 bis 70 km von der Grenze zur CSSR entfernt, 50 bis 60 km von der Grenze zur BRD entfernt.

Beide Divisionen wurden im Verlauf des Monats August
- politisch – ideologisch
- Militär – fachlich und
- Materiell – technisch

auf die bevorstehenden möglichen Aufgaben auf dem Territorium der Tschechoslowakei vorbereitet. Zur besseren und einheitlichen Kennzeichnung der für den Einsatz vorgesehenen Truppen wurde die Kampftechnik und die Fahrzeuge mit einem senkrecht verlaufenden weißen Farbbalken markiert.

4. In den späten Abendstunden des 20.August überschritten die ersten Einheiten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland die Staatsgrenze zur CSSR.
Gemeinsam mit ihnen handelten die Truppen der polnischen Armee, der Ungarischen Armee und der Bulgarischen Armee.

Am 21. August 1968, ab 1.30 Uhr wurden alle Grenzübergangsstellen zwischen der DDR und der CSSR für den zivilen Verkehr geschlossen.

Um 1.30 Uhr wurde durch den Minister für Nationale Verteidigung die „Erhöhte Gefechtsbereitschaft“ für die NVA und die Grenztruppen, auf der Grundlage der Weisung von Marschall Jakubowski, ausgelöst.

Ein Marschbefehl für die 7. Panzer – Division und die 11. mot. Schützen- Division wurde jedoch nicht gegeben. Beide Verbände verblieben in ihren Konzentrierungsräumen auf dem Territorium der DDR.

In der Nacht vom 20. zum 21. August 1968 und in den nachfolgenden Augusttagen hat

- kein Panzer
- kein Schützenpanzerwagen
- kein Kraftfahrzeug und
- kein Soldat der NVA der DDR

die Staatsgrenze der DDR zur CSSR überschritten.

Alle anderen Meldungen entsprechen nicht der Tatsache

Was die annährend 20 Nachrichten – Spezialisten in Milowice (bei Prag) betrifft, sollte nach meiner Kenntnis folgendes berücksichtigt werden.
Diese Kräfte verlegten nach mit dem Führungsstab von Legnica (Polen) in den neuen Führungsstab nach Milowice. Sie hatten mit den beiden Divisionen nichts zu tun.
Ihre Aufgabe bestand darin die Funk- und Richtfunkverbindung mit dem Stab in Milowice und dem Verteidigungsministerium in Strausberg sicherzustellen.

Bis Mitte Oktober verblieben beide NVA – Divisionen in den Konzentrationsräumen auf dem Territorium der DDR. Bis 18.Oktober 1968 erfolgte die Rückverlegung der Einheiten und Truppenteile in ihre Stammobjekte.

5. Schlußfolgernd kann festgestellt werden

1. Beide Divisionen der NVA waren allseitig auf einen Einsatz in der Tschechoslowakei vorbereitet. Hätte es dazu einen Befehl des OK der VSK des WV, Marschall Jakubowski, gegeben, dann hätten sicherlich beide Verbände die ihnen übertragenen Aufgaben vorbildlich erfüllt.

2. Die Entscheidung darüber, dass die NVA der DDR nicht eingesetzt wurde, erfolgte nach meinen Informationen in Moskau.
Eine Konsultation darüber, hat es nach meiner Einschätzung mit der Führung der DDR nicht gegeben.

3. Die Behauptung, die NVA sei 1968 in die Tschechoslowakei einmarschiert könnte aus meiner Sicht 2 Ursachen haben.

Erstens war die Berichterstattung in den Massenmedien der DDR nach dem 21.August 1968 so abgefasst, als wenn die NVA der DDR gemeinsam mit den anderen Armeen in die Tschechoslowakei einmarschiert wäre.
Nach meiner Einschätzung wollte die Partei- und Staatsführung dem entgegenwirken, dass die DDR mit Rumänien gleichgesetzt wird, zum anderen wollte man in der Öffentlichkeit nicht zu geben, Moskau war gegen den Einmarsch der NVA in die CSSR.

Zweitens trug die „Entschuldigung“ der letzten Volkskammer der DDR über den Einsatz der NVA im August 1968 in der CSSR gegenüber der Regierung der CSSR dazu bei, von einem Einmarsch der NVA auszugehen.

Leider haben der damalige Ministerpräsident der DDR Modrow und der Verteidigungsminister Admiral Hoffmann, ohne tiefere Sach – und Fachkenntnis einer solchen „Entschuldigung“ ihre Zustimmung gegeben.


Zange, LO-Wahnsinn, Wahlhausener, Klauspeter und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 30.04.2016 17:08 | nach oben springen

#7

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 23:24
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Mein Schwager (Gott sei seiner Seele gnädig) behauptete bis zum Schluss, daß er in der CSSR war und er und seine Kameraden hätten dort von Einheimischen die Hucke voll gekriegt und daher rührte seine Verletzung. Meine Frau glaubt natürlich ihm, egal was selbst seriöse westliche Historiker dazu sagen. Wenn es stimmt, dann könnte er zu einem kleinen Aufklärungstrupp gehört haben oder abner es war ein eigenmächtger Abenteuer-Akt. Er war, wimre, damals bei einer Nachrichteneinheit. Muß meine Frau noch mal fragen, bei welcher Einheit er diente und als was. Von Einheimischen die Hucke vollkriegen ? Und das, obwohl bewaffnet ? Etwas seltsam, finde ich.



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#8

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 23:39
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Es waren in der Zeit DDR - Bürger nicht in Uniform in der CSSR unterwegs. Und trotzdem "bewaffnet". Der Energieverbund als effektive Form der Integration im RGW spielte damals eine nicht unwesentliche Rolle.

Schade das @Vierkrug nicht mehr dabei ist.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#9

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 30.04.2016 23:54
von Rainer-Maria Rohloff | 1.364 Beiträge

Der Rainer muss dem Georg im Anfangsbeitrag Recht geben siehe...was machen wir da eigentlich, vor Russlands Toren? Sind wir verrückt, oder was, oder gar so mächtig Amihörig, verfallen so in alte Kalte Kriegszeiten oder was sollte das Ganze sein? Statt mit dem Russen sich mal vernünftig zu unterhalten lecken wir Obama Amifreund am Arsch(entschuldigt der Ausdrücke) und fahren seine Panzeraufmarschschiene voll mit?

Rainer-Maria also Gott ne gib deutschen Politnik Hirn das der/die mal selber denken, und zwar zum Wohle des unseren Landes.



Wahlhausener, Fritze, bürger der ddr, zweedi04 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 11:49
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #6

Aus einer Gesprächsnotiz mit einen Zeitzeugen.

Hallo,

hiermit ein kleiner Beitrag zum Prager Frühling.

Bekanntlich gab es 1968 in der Tschechoslowakei eine politische Entwicklung die für Moskau und die anderen Warschauer Vertragsstaaten besorgniserregend war. Man sprach von einer vom Westen gesteuerten „Konterrevolution“.

Es wurde befürchtet, dass die Tschechoslowakei aus dem Warschauer Vertrag ausscheren könnte, was erhebliche negative militär – strategische Auswirkungen mit sich bringen würde. Dieser Entscheidung musste Einhalt geboten werden. Ausgehend davon wurden die erforderlichen politischen und militärischen Maßnahmen eingeleitet.

1. Vom 19. bis 30.Juni fand die gemeinsame Kommandostabsübung „Sumava“ (Böhmerwald) unter Leitung des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages, Marschall der Sowjetunion, Jakubowski, statt.

Teilnehmer an dieser Übung waren Stäbe und Truppen

- der Sowjet – Armee
- der Tschechoslowakischen Armee
- der NVA der DDR
- der Polnischen Armee und
- der Ungarischen Armee.

Der Leitungsstab mit Marschall Jakubowski und rund 100 Generalen und Offizieren der Bruderarmeen befand sich in Milowice in der Nähe von Prag.

Stellvertreter des Leitenden für die NVA der DDR war General Streletz, der sich mit 15 Generalen und Offizieren bei Marschall Jakubowski befand. ( die über 100 Generale und Offiziere hatten die Möglichkeit sich im Verlaufe von 3 Wochen auf dem Territorium der CSSR mit „Land und Leuten“ vertraut zu machen)
General Streletz und seine Operative Gruppe verließen am 7. Juni wieder die Tschechoslowakei.

2. Am 25. Juli 1968 erfolgte in Legnica ( Polen) wo sich die Führungsstelle des Oberkommandierenden der Vereinten Streitkräfte des Warschauer Vertrages befand, eine Einweisung durch Marschall Jakubowski.

Er schätzte die Lage in der Tschechoslowakei als „äußerst bedenklich“ ein und unterstrich, dass auch bestimmte militärische Maßnahmen eingeleitet werden müssen.
2 Divisionen der NVA sollten in diese vorgesehenen militärischen Maßnahmen einbezogen werden.

Die 7. Panzer – Division Standort Dresden und die 11. mot. Schützen – Division, Standort Halle. Beide Divisionen haben in den befohlenen Konzentrationsräumen bis zum 29.Juli 1968 die Gefechtsbereitschaft herzustellen.

3. Auf der Grundlage dieser Aufgabenstellung haben auf Befehl des Ministers für Nationale Verteidigung, Armeegeneral Hoffmann die festgelegten Divisionen die Konzentrationsräume bezogen:

Die 7. Panzer – Division den Raum :
Hoyerswerda – Muskau – Niesky
ca. 70 bis 80 km von der Grenze zur CSSR entfernt.

Die 11. mot. Schützen – Division den Raum
Gera –Jena – Zeulenroda
ca. 60 bis 70 km von der Grenze zur CSSR entfernt, 50 bis 60 km von der Grenze zur BRD entfernt.

Beide Divisionen wurden im Verlauf des Monats August
- politisch – ideologisch
- Militär – fachlich und
- Materiell – technisch

auf die bevorstehenden möglichen Aufgaben auf dem Territorium der Tschechoslowakei vorbereitet. Zur besseren und einheitlichen Kennzeichnung der für den Einsatz vorgesehenen Truppen wurde die Kampftechnik und die Fahrzeuge mit einem senkrecht verlaufenden weißen Farbbalken markiert.

4. In den späten Abendstunden des 20.August überschritten die ersten Einheiten der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland die Staatsgrenze zur CSSR.
Gemeinsam mit ihnen handelten die Truppen der polnischen Armee, der Ungarischen Armee und der Bulgarischen Armee.

Am 21. August 1968, ab 1.30 Uhr wurden alle Grenzübergangsstellen zwischen der DDR und der CSSR für den zivilen Verkehr geschlossen.

Um 1.30 Uhr wurde durch den Minister für Nationale Verteidigung die „Erhöhte Gefechtsbereitschaft“ für die NVA und die Grenztruppen, auf der Grundlage der Weisung von Marschall Jakubowski, ausgelöst.

Ein Marschbefehl für die 7. Panzer – Division und die 11. mot. Schützen- Division wurde jedoch nicht gegeben. Beide Verbände verblieben in ihren Konzentrierungsräumen auf dem Territorium der DDR.

In der Nacht vom 20. zum 21. August 1968 und in den nachfolgenden Augusttagen hat

- kein Panzer
- kein Schützenpanzerwagen
- kein Kraftfahrzeug und
- kein Soldat der NVA der DDR

die Staatsgrenze der DDR zur CSSR überschritten.

Alle anderen Meldungen entsprechen nicht der Tatsache

Was die annährend 20 Nachrichten – Spezialisten in Milowice (bei Prag) betrifft, sollte nach meiner Kenntnis folgendes berücksichtigt werden.
Diese Kräfte verlegten nach mit dem Führungsstab von Legnica (Polen) in den neuen Führungsstab nach Milowice. Sie hatten mit den beiden Divisionen nichts zu tun.
Ihre Aufgabe bestand darin die Funk- und Richtfunkverbindung mit dem Stab in Milowice und dem Verteidigungsministerium in Strausberg sicherzustellen.

Bis Mitte Oktober verblieben beide NVA – Divisionen in den Konzentrationsräumen auf dem Territorium der DDR. Bis 18.Oktober 1968 erfolgte die Rückverlegung der Einheiten und Truppenteile in ihre Stammobjekte.

5. Schlußfolgernd kann festgestellt werden

1. Beide Divisionen der NVA waren allseitig auf einen Einsatz in der Tschechoslowakei vorbereitet. Hätte es dazu einen Befehl des OK der VSK des WV, Marschall Jakubowski, gegeben, dann hätten sicherlich beide Verbände die ihnen übertragenen Aufgaben vorbildlich erfüllt.

2. Die Entscheidung darüber, dass die NVA der DDR nicht eingesetzt wurde, erfolgte nach meinen Informationen in Moskau.
Eine Konsultation darüber, hat es nach meiner Einschätzung mit der Führung der DDR nicht gegeben.

3. Die Behauptung, die NVA sei 1968 in die Tschechoslowakei einmarschiert könnte aus meiner Sicht 2 Ursachen haben.

Erstens war die Berichterstattung in den Massenmedien der DDR nach dem 21.August 1968 so abgefasst, als wenn die NVA der DDR gemeinsam mit den anderen Armeen in die Tschechoslowakei einmarschiert wäre.
Nach meiner Einschätzung wollte die Partei- und Staatsführung dem entgegenwirken, dass die DDR mit Rumänien gleichgesetzt wird, zum anderen wollte man in der Öffentlichkeit nicht zu geben, Moskau war gegen den Einmarsch der NVA in die CSSR.

Zweitens trug die „Entschuldigung“ der letzten Volkskammer der DDR über den Einsatz der NVA im August 1968 in der CSSR gegenüber der Regierung der CSSR dazu bei, von einem Einmarsch der NVA auszugehen.

Leider haben der damalige Ministerpräsident der DDR Modrow und der Verteidigungsminister Admiral Hoffmann, ohne tiefere Sach – und Fachkenntnis einer solchen „Entschuldigung“ ihre Zustimmung gegeben.



ich denke Alfred, das ist alles richtig, wie du es beschriebst, die gleich Nachrichtenlage habe ich damals auch im Westen erfahren.
Es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Entscheidung deutsche Truppen, und die noch in der gleichen Uniform wie 1938(natürlich ausgenommen die Hoheitszeichen) nicht zu beteiligen von den Russen ausgingen. Soviel viel Feingefühl hatten sie offenbar noch.
Wäre es zum Einsatz gekommen, hätten sie wahrscheinlich den meisten Hass der Tschechen auf sich gezogen, davon gehe ich aus. Ich kenne die tschechische Einstellung in dieser Frage


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
Zange hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#11

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:06
von Ebro | 565 Beiträge

ich denke Alfred, das ist alles richtig, wie du es beschriebst, die gleich Nachrichtenlage habe ich damals auch im Westen erfahren.
Es sollte aber nicht unerwähnt bleiben, dass die Entscheidung deutsche Truppen, und die noch in der gleichen Uniform wie 1938(natürlich ausgenommen die Hoheitszeichen) nicht zu beteiligen von den Russen ausgingen. Soviel viel Feingefühl hatten sie offenbar noch.
Wäre es zum Einsatz gekommen, hätten sie wahrscheinlich den meisten Hass der Tschechen auf sich gezogen, davon gehe ich aus. Ich kenne die tschechische Einstellung in dieser Frage[/quote]

Richtig, Freund Gert-wer hätte gedacht, dass ich Dir nun schon wieder zustimmen muß. Meiner Meinung nach war Ulbricht ganz heiß darauf, mitmischen zu können.
Übrigens, der oft erwähnte Nachrichtentrupp, der sich auf dem Gebiet der CSSR befand, war aus dem NR-2 Niederlehme, Leiter ein Oltn. N.
Den habe ich später als Major und Leiter KD in diesem Regiment kennengelernt.



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#12

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:11
von der 39. | 522 Beiträge

Hallo Zange,
als ich nach 1968 an einer Reserveübung teilnehmen musste, war zum Abschluss eine Auswertung mit den teilnehmenden Offizieren. Dabei kam auch die Situation 1968 zur Sprache. Dort wurde kundgetan, dass die NVA zwar in Bereitschaft war, ein Einsatz aber wegen der besonderen deutschen Situation nur vorgesehen war, wenn von westlicher Seite eingegriffen würde. In den Kasernen waren die NVA-Truppen aber nicht alle. Ich habe selbst in Dresden mit vielen anderen Bürgern die zurückkehrenden Soldaten und Fahrzeuge an der Mensa bejubelt. Es war für alle eine Erleichterung, dass die NVA die Grenzen nicht überschritten hatte. Insoweit mein Einwurf.
Der 39.


Gert und Zange haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#13

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:27
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #5
Ich habe das aus mehreren Quellen. Soweit mir bekannt, hat die NVA an der Grenze zur damaligen CSSR während des Prager Frühlings in den Wäldern in Bereitschaft gelegen. Der Marschbefehl, so meine Kenntnis,ist dann aus Moskau annulliert worden sein.

Ich kann mir, ehrlich gesagt, nicht vorstellen, dass dies komplett erfunden wurde, lerne aber gerne dazu.



Alles richtig Zange


.
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#14

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:28
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Naja heute schaut es anders aus.


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#15

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:28
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #14
Naja heute schaut es anders aus.

Was ?


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Mahatma Gandhi
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#16

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:32
von Fritze | 3.474 Beiträge

Sollte es Dir entgangen sein ,welch Nato-Truppen im Baltikum zusammen gezogen sind ? Und das ist noch nicht Alles !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
bürger der ddr und Rostocker haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#17

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:33
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #15
Zitat von Rostocker im Beitrag #14
Naja heute schaut es anders aus.

Was ?


Sag ich Dir nicht Aber heute marschiert man wieder um die Freiheit Deutschlands zu verteidigen--wo es doch garnichts zu verteidigen gibt.


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#18

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:35
von Pit 59 | 10.142 Beiträge

Sag ich Dir nicht Aber heute marschiert man wieder um die Freiheit Deutschlands zu verteidigen--wo es doch garnichts zu verteidigen gibt...........

Deutsche Soldaten in Kriegseinsätzen stimmts Jürgen ??


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#19

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:40
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #18
Sag ich Dir nicht Aber heute marschiert man wieder um die Freiheit Deutschlands zu verteidigen--wo es doch garnichts zu verteidigen gibt...........

Deutsche Soldaten in Kriegseinsätzen stimmts Jürgen ??


Stimmt nicht ganz, im Kriegseinsatz ist man nur in einen Staat--die anderen Einsätze nennt man Auslandseinsatz.


bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#20

RE: Vorwärts noch Osten

in Themen vom Tage 03.05.2016 12:44
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #16
Sollte es Dir entgangen sein ,welch Nato-Truppen im Baltikum zusammen gezogen sind ? Und das ist noch nicht Alles !




Ja das ist die Bedrohung,die man sich selber schaffen tut.


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