#81

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 08:48
von Hanum83 | 4.759 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #79
Zitat von Hanum83 im Beitrag #76
Wir Sachsen haben ja "Ballast" zu dem Ding gesagt.
Mir war er schon egal als er noch stand und heute wo er weg ist gleich recht.



Als Berliner ist es mir auch egal, was in Sachsen abgerissen wird.


Wenn in Kroatien ein Holzschuppen zusammenfällt tangiert mich das auch nicht


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#82

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 08:56
von Georg | 1.018 Beiträge

Es war ein schöner Bau, modern und beliebt:
Vor 40 Jahren wurde der Palast
der Republik eingeweiht


Dr. Ulrich Sommerfeld

Der Palast der Republik befand sich am Berliner Marx-Engels-Platz und wäre am 23. April vierzig Jahre alt geworden. Symbol des „Unrechtsstaates DDR“, wurde er unter dem Vorwand der Asbestverseuchung zunächst geschlossen und später abgerissen. Seine Beseitigung war eine rein politische Entscheidung, die 2003 im Bundestag fiel.

Der Aufbau des Palasts begann im Oktober 1973. Die Baupläne dafür entwarf ein Kollektiv der DDR-Bauakademie unter Leitung von Heinz Graffunder. Der Palast wurde dort errichtet, wo einst das im Zweiten Weltkrieg zerstörte Berliner Stadtschloß gestanden hatte. Er sollte ein großes modernes Gebäude werden, das sich in das Ensemble der historischen Berliner Mitte einpaßte.

Das Vorhaben erwies sich als nicht einfach, weil eine Art schwimmendes Fundament im sumpfigen Boden neben der Spree gebaut werden mußte. Viele Pfähle waren in den Untergrund zu rammen.

Die BRD ließ das Haus des Volkes …( Bild )

Beim Aufbau des Palasts unterstützten Spezialkräfte der Nationalen Volksarmee die Bauarbeiter. Der Gebäudekomplex war planmäßig mit 250 Millionen DDR-Mark berechnet, kostete aber wahrscheinlich etwas mehr als das Doppelte. Im Unterschied zu heutigen Mega-Bauten der BRD, die oft die geplanten Kosten um ein Vielfaches überschreiten, wurde der Palast termingerecht eröffnet. Er hatte eine Länge von 180 und eine Breite von 86 Metern. Das Gesims war 25 und der Saalbau 32 Meter hoch. Die Foyers umfaßten mehr als 11 900 qm und dienten für Veranstaltungen. Im Großen Saal fanden bis zu 5000 Personen Platz. Im Palast konnte gegessen, getrunken, getanzt und Bowling gespielt werden. Es gab 13 gastronomische Einrichtungen, von denen das Palastrestaurant mit mehr als 300 Plätzen das größte war. Insgesamt hatte die Gastronomie des Palasts fast 1500 Plätze. Bekannt waren das Café Espresso, die Milchbar, die Bierstube, der Jugendtreff und das Spreerestaurant. Die Preise waren moderat, auch für kleine Einkommen erschwinglich. Etwa 1800 Angestellte sorgten für einen angenehmen Aufenthalt der Gäste.

Im westlichen Teil des Gebäudes befand sich die DDR-Volkskammer. Das DDR-Parlament, das auf der Grundlage einer vom Volk beschlossenen Verfassung gewählt wurde, bedurfte keiner Bannmeile.

Der Palast war ein Anziehungspunkt nicht nur für Hauptstadtbesucher, sondern auch für viele Berliner. Hier trafen sich Kinder und Familien. Entsprechend viele und sehr beliebte Veranstaltungen wurden durch die Mitarbeiter des Hauses organisiert.

Der Palast war das kulturelle Zentrum der Hauptstadt der DDR. Großer Beliebtheit erfreute sich das weithin bekannte Theater im Palast (TiP) mit seinen vielen erfolgreichen Inszenierungen, Erst- und Uraufführungen.

National und international bekannte Autoren stellten ihre Werke im Palast vor. Zu ihnen zählten Erwin Strittmatter, Christa Wolf, Heiner Müller, Günter Grass, Stanislaw Lem und Dschingis Aitmatow. Der Große Saal war immer gefüllt, gleich ob klassische oder Rockkonzerte oder Revuen auf dem Programm standen. Viele bekannte Musiker aus dem In- und Ausland traten im Palast auf, so die Puhdys, Silly, Ute Freudenberg, Harry Belafonte und James Last. Er beherbergte auch eine Reihe von Kunstwerken, die seit der „Wende“ in irgendwelchen Depots verschwunden sind. Wahrzeichen des Hauses war die Gläserne Blume von Reginald Richter und Richard Wilhelm. Im Foyer konnte man 16 Großgemälde betrachten. Zu ihren Schöpfern gehörten Willi Sitte, Werner Tübke, Walter Womacka, Bernhard Heisig, Wolfram Schubert, René Graetz und Günter Brendel. Im Palast fanden zahlreiche nationale und internationale Kongresse und Tagungen statt.

… in einen Trümmerhaufen verwandeln. ( Bild )

2006 begann der endgültige Abriß dieses herrlichen Gebäudes, nachdem der Palast bereits zuvor entkernt worden war. Das Haus des Volkes wurde in 78 000 t Schutt verwandelt. Die Abrißkosten sollen rund 120 Millionen Euro betragen haben. Der schwedische Stahl der Grundkonstruktion wurde zum Teil eingeschmolzen und an Volkswagen oder nach Dubai verscherbelt.

Sicherlich werden Hunderttausende einstige DDR-Bürger noch gute Erinnerungen an den Palast der Republik bewahren und an Kinder wie Enkel weitergeben. Er war eine bauliche und technische Meisterleistung, die einer einmaligen inhaltlichen Konzeption entsprang.

Im Areal, auf dem der Palast stand, lassen die Bundesregierung, das Land Berlin und eine ihnen dienende Stiftung jetzt die Attrappe des Stadtschlosses als ein Memorial des Preußentums aus Beton errichten. Es zeichnet sich ab, daß dieser Bau ein neues Millionengrab wird. Vorsichtshalber hat die Regierung der BRD die Kosten vorerst bei 590 Millionen Euro gedeckelt. Ein Haus des Volkes wird das umstrittene „Humboldt-Forum“ keineswegs, eher eine Inszenierung reaktionärer deutscher Selbstverklärung

Quelle: RotFuchs, April 2016

Viele junge User und Leser wissen nicht, worüber mal wieder im Forum gesenft wird.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
Fritze, bürger der ddr und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2016 08:58 | nach oben springen

#83

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:09
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Dem RBB war es gestern abend ein Filmbericht wert http://www.ardmediathek.de/tv/Abendschau...mentId=34892778

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#84

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:18
von Pit 59 | 10.146 Beiträge

Wieviele Honecker Bilder hingen überhaupt dort


nach oben springen

#85

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:19
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Ihr könnt Euch ja streiten wie ihr wollt--für mich war der Palast ansehnlicher, wie diese Reichskanzlei am Bahnhof und diese Wolfsschanze wo der Volksüberwachungsverein einzieht.


Heckenhaus, Fritze und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#86

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:19
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Diese Rotfuchs-Geschichte oben wärmt nur die üblichen Propaganda-Phrasen auf. "Palast des Volkes" und diese ganzen Sprüche. So war er eben nicht oder nicht nur. Man sieht noch die Genossen mit Bonbon vor sich, die sich einst mit "Ätsch"-Ausdruck im Gesicht an den langen Schlangen zum Restaurant vorbei direkt vorgedrängelt haben. Oder die empörten Normalo-Arbeiter, die nie in die Kegel-Bahn kamen, weil immer schon irgendwelche zentralen Betriebe aus der Hauptstadt alles geblockt hatten. Karten für West-Konzerte kriegten ja auch nur die ausgewählt Linientreuen. Stichwort Udo.

Nein, "er" war kein Palast des Volkes. Das wurde er erst mit der ersten freien Wahl am 18. März 1990.


Hanum83 und Hapedi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2016 09:22 | nach oben springen

#87

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:22
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #86
Diese Rotfuchs-Geschichte oben wärmt nur die üblichen Propaganda-Phrasen auf. "Palast des Volkes" und diese ganzen Sprüche. So war er eben nicht oder nicht nur. Man sieht noch die Genossen mit Bonbon vor sich, die sich einst mit "Ätsch"-Ausdruck im Gesicht an den langen Schlangen zum Restaurant vorbei direkt vorgedrängelt haben. Oder die empörten Normalo-Arbeiter, die nie in die Kegel-Bahn kamen, weil immer schon irgendwelche zentralen Betriebe aus der Hauptstadt alles geblockt hatten. Karten für West-Konzerte kriegten ja auch nur die ausgewählt Linientreuen.

Nein, "er" war kein Palast des Volkes.


Das soll es ja heute auch noch geben--bin selber in Halberstadt nicht auf die Kegelbahn gekommen, weil irgendwelche Firmen alles blockiert haben.


nach oben springen

#88

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:22
von Hanum83 | 4.759 Beiträge

Aber saubere Schei...häuser sind doch auch was, fürs Volk


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Pit 59 hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#89

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:30
von Pit 59 | 10.146 Beiträge

Die Sozialistischen Bauarbeiter hatten doch bestimmt täglich das Material vor Ort ? Und dann gings mit erfüllten Plänen vorwärts zum nächsten Parteitag.


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#90

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:33
von eisenringtheo | 9.172 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #84
Wieviele Honecker Bilder hingen überhaupt dort

Der hing in allen Ämtern (Dienststellen). Wer oder was wurde eigentlich in der BRD an die Wand gehängt?
Theo


nach oben springen

#91

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:36
von der alte Grenzgänger | 1.001 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #87
...bin selber in Halberstadt nicht auf die Kegelbahn gekommen, weil irgendwelche Firmen alles blockiert haben.



Leute, was soll denn hier noch alles hineininterpretiert werden ?
Es ist doch toll, wenn eine Bowlinganlage ausgelastet ist- und wenn ich zu spät komme, komme ich eben nicht rein.
Das ist heute in jeder Kneipe noch so- entweder ich reserviere rechtzeitig oder ich habe eben ggf. Pech- oder suche mir was anderes..
Wenn heute der Betreiber irgendeiner "Event- Location" auf drei Jahre ausgebucht ist, freut der sich einfach noch zwei Löcher in den Arsch..

Eine Frage noch an den Wandersmann:
Hast Du selbst mal die Ätsch- Gesichter der Bonbon- Genossen erlebt, die sich vordrängelten, während Du in der Schlange zum Restaurant standest?
Was wolltest Du eigentlich als Wessi in diesem verruchten Haus?

Siggi
(der jetzt erstmal mit seiner Gattin schön frühstücken wird- die Hunderunde ist durch- die Sonne scheint- das Leben kann so schön sein ...)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Rostocker, Heckenhaus, Theo85/2, Fritze, Wahlhausener, bürger der ddr, Jawa 350 und Damals87 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.04.2016 10:57 | nach oben springen

#92

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:43
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Was meinste warum es so viele Schilder gab "Bitte warten, sie werden platziert."

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

nach oben springen

#93

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:47
von TAO | 232 Beiträge

Schade, dass es nicht überall in der real existierenden sozialistischen DDR so war. Wenn ich mich nur noch dran erinnere , wie die Leute in Warnemünde den Intershop belagert haben und dann hinterher auf der Mole fernwehsvoll der DänemarkFähre hinterhergeschaut haben, kriege ich heute noch das Kotzen!


zuletzt bearbeitet 24.04.2016 09:47 | nach oben springen

#94

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:48
von Rostocker | 7.721 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #92
Was meinste warum es so viele Schilder gab "Bitte warten, sie werden platziert."

Moskwitschka


Solche Schilder haben mir nie gestört--bin ich halt paar Meter weiter gegangen. Gab doch in Rostock genug möglichkeiten--woanders Platz zu nehmen.


zuletzt bearbeitet 24.04.2016 09:48 | nach oben springen

#95

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 09:58
von Heckenhaus | 5.141 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #89
Die Sozialistischen Bauarbeiter hatten doch bestimmt täglich das Material vor Ort ? Und dann gings mit erfüllten Plänen vorwärts zum nächsten Parteitag.

Du mußt schon endschuldigen, aber etwas mehr Sinn in deinen Beiträgen wäre schon erfrischend.
Was haben diese deine Ergüsse mit dem PdR zu tun ?


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
Georg und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#96

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 10:01
von damals wars | 12.171 Beiträge

Wird nicht immer behauptet, das die Schweden den errichtet haben?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#97

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 10:02
von Pit 59 | 10.146 Beiträge

Lass mir mal meine Ergüsse,die gehen Dir ja auch nichts an. Hast Du in der Deutschen Demokratischen Republik mal ein Haus gebaut ? Ich ja,und ich weiss wovon ich Rede.


nach oben springen

#98

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 10:03
von damals wars | 12.171 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #90
Zitat von Pit 59 im Beitrag #84
Wieviele Honecker Bilder hingen überhaupt dort

Der hing in allen Ämtern (Dienststellen). Wer oder was wurde eigentlich in der BRD an die Wand gehängt?
Theo


Der Kaiser bzw. der Bundespräsident.😉


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
eisenringtheo hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#99

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 10:07
von Heckenhaus | 5.141 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #92
Was meinste warum es so viele Schilder gab "Bitte warten, sie werden platziert."

Moskwitschka

Ist jedenfalls angenehmer, die Gäste draußen warten zu lassen, als ihre Ellenbogen beim Essen in den Rücken zu
bekommen, auf der Suche nach einem freien Platz.
Platziert wurde übrigens republikweit, egal, ob in Berlin, Lübbenau oder anderswo.
Mit Genosse oder nicht hatte das nichts zu tun.
Gastronomieleistungen waren eben bezahlbar für alle. Warum wohl schlossen so viele (Wohngebiets-) Gaststätten in den
großen Neubausiedlungen wohl nach der Wende ?


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
nach oben springen

#100

RE: Der Palast der Republik

in Leben in der DDR 24.04.2016 10:09
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Der Fotograf Gerit Engel hat den "Abriß" begleitet http://gerritengel.com/_de/projects/palast_der_republik/

Die Galerie Sexauer liegt in Weißensee, wohin Mitte-Menschen und Touristen sich selten verirren, die Gegend ist Teil jenes stillen Ostens, in den kieztreue Steglitzer oder Zehlendorfer keinen Fuß setzen. "Die DDR hat's nie gegeben", steht auf einem der Fotos, einer winterlichen Szene, an einer Mauer. Vor knapp sieben Jahren verschwanden die Reste des Republikpalastes aus dem Stadtbild, auch das Gras, das die Fläche einige Zeit bedeckte, ist inzwischen fort. Gerrit Engel erzählt in seiner Foto-Serie keine Geschichte, die Hängung folgt nicht der Chronologie. Aber jedes Foto scheint Abschied zu nehmen, still, würdig, ohne urbane Blasiertheit, Berliner Rotzigkeit, Zorn oder Besserwissertum. Seine Bilder sagen so leise Tschüss, dass man dieses Lebewohl nicht vergisst.

Am Ende des Monats werden sie wieder abgehängt, die Eichenrahmen verpackt. Im Humboldt-Schloss soll es dereinst eine Ausstellung zur Geschichte des Ortes geben, auch will sich Berlin darin präsentieren. Ob nun an der einen oder der anderen Stelle - diese Stadtstillleben will man dort sehen, wo die Hohenzollern bauten, Ulbricht die Sprengung anordnete, Honecker den Palast emporwuchten ließ und jetzt die Berliner Republik ihre Selbstdarstellung erprobt.


http://www.sueddeutsche.de/kultur/schaup...astes-1.2547934

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 24.04.2016 10:10 | nach oben springen



Besucher
29 Mitglieder und 79 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: gerhard
Besucherzähler
Heute waren 2278 Gäste und 151 Mitglieder, gestern 3956 Gäste und 189 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14370 Themen und 558045 Beiträge.

Heute waren 151 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen