#21

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 20:29
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #17
Ich finde es allgemein traurig bis gefährlich, wenn man Menschen vorschreibt, was sie zu glauben oder zu denken haben. Da spielt es keine Rolle ob Islam, Christentum oder sonst was.
.


Den Glauben schreiben nur Muslime mit Gewalt vor.
Christliche Missionare gehen schon lange nicht mehr mit Gewalt vor. Mission gibt es praktisch keine mehr.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 19.04.2016 20:31 | nach oben springen

#22

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 20:38
von Zange | 396 Beiträge

Wahrscheinlich ist der Islam noch nicht so weit entwickelt, wie das Christentum heutzutage.

Das war auch mal anders. Wenn man an die Missionierungen in den Kolonien im 19 Jahrhundert denkt, kann man auch schon mal ins Grübeln kommen.

Und im Mittelalter hat die Katholische Kirche den Menschen sehr wohl vorgeschrieben, was sie zu glauben und zu tun haben. Wenn nicht, Fegefeuer, bei Verfehlungen gab es ja glücklicherweise die Ablasszettel, weshalb ein gewisser Martin Luther aus dem Kreuz kam.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#23

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 20:45
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #22
Wahrscheinlich ist der Islam noch nicht so weit entwickelt, wie das Christentum heutzutage.
.


Das steht fest.


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#24

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 20:48
von eisenringtheo | 9.183 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #22
Wahrscheinlich ist der Islam noch nicht so weit entwickelt, wie das Christentum heutzutage.
(...).


Es kann sicher auch wieder vermehrt Christen geben, die streng nach der Bibel leben und das auch umsetzen wollen:
Kurzen Prozess mit den Christenfeinden machen, so wie es die Bibel vorschreibt
Bibel: 5. Mose 32,
Vers 41
Wenn ich den Blitz meines Schwerts wetzen werde und meine Hand zur Strafe greifen wird, so will ich mich wieder rächen an meinen Feinden und denen, die mich hassen, vergelten.
Vers 42
Ich will meine Pfeile mit Blut trunken machen, und mein Schwert soll Fleisch fressen, mit dem Blut der Erschlagenen und Gefangenen, von dem entblößten Haupt des Feindes.

Da kommt mir jetzt spontan Anders Behring Breivik in den Sinn
Theo


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#25

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 21:00
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #24
Zitat von Zange im Beitrag #22
Wahrscheinlich ist der Islam noch nicht so weit entwickelt, wie das Christentum heutzutage.
(...).


Es kann sicher auch wieder vermehrt Christen geben, die streng nach der Bibel leben und das auch umsetzen wollen:
Kurzen Prozess mit den Christenfeinden machen, so wie es die Bibel vorschreibt



Das ist wenig wahrscheinlich.
Von Anfang an gilt zuerst das neue Testament und das alte Testament mit seinem Ursprung im israelitischen Nomadentum (in grauer Vorzeit waren solche Regeln überlebenswichtig - im urbanen Römischen Reich schon nicht mehr) wurde aus Gründen der theologischen Legitimierung übernommen, quasi als Anhang.
Statt Auge um Auge gilt im Neuen Testament "halt die andere Wange hin".
Trotz mittelalterlicher Rückfälle, hat sich das prinzipiell durchgesetzt.

Es mag wenige Ausnahmen geben. Aber die sind nichts im Vergleich zum islamischen Fundamentalismus, quantitativ und qualitativ....


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#26

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 21:47
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Ich war letztes Jahr in Istanbul und habe dort einen liberalen Islam erlebt. Er ist also, im Sinne der Fragestellung, MÖGLICH. Somit habe ich mich bemüht, die Frage zu beantworten. Man kann und muss den Islam kritisch in seinem Kampf gegen sich selbst sehen. Man kann und muss die sich radikalisierenden Strömungen dieser Religion mit Besorgnis und in Teilen sogar mit Abscheu betrachten. Man kann und muss den Missbrauch dieser Religion für politische Zwecke und für Profitinteressen missbilligen. ABER, wir betrachten eine Welt, die aus den Fugen gerät, die immer mehr im Krieg versinkt. Krieg ist Ausübung von Gewalt in konsequentester Form. Und um es mit dem römischen Dichter Lucan zu sagen: "Den einen trifft er als Schuldigen, den anderen macht er dazu". Wir betrachten das Ganze mit unseren fetten Ärschen (als Metapher zu verstehen) aus der Ruhe von 70 Friedensjahren. Wir maßen uns an, weil Teile der Gewalt nun auch uns betreffen, den Menschen, die sterben, das Dach über dem Kopf verlieren, die beraubt, geschlagen, vergewaltigt werden, die dem Tod oder der Schändung ihrer Familien zusehen mussten, denen freie Meinung und freies Leben verwehrt werden, diesen Menschen also zu sagen, was die Religion sein soll, die auch sie im Herzen tragen, die ihnen vielleicht noch die Hoffnung und die Kraft gegeben hat, gegen die Gräuel zu kämpfen oder vor ihnen zu fliehen. Dazu sehe ich für uns kein Recht. Ich lebe als Atheist in einer Kultur der christlichen Religion. Es steht mir frei, dies nach meinen Wünschen in Teilen zu leugnen oder mir in Teilen zu eigen zu machen. In den letzten Jahren haben sich mir mehr und mehr die Prinzipien der Nächstenliebe und der Barmherzigkeit erschlossen. Das war ein schwerer Weg, nachdem mein Lebensstart sehr von Ideologemen durchzogen war, die ich mir zu eigen gemacht hatte. Ich weiß nicht, wo mich dieser Weg noch hinführt, aber ich hoffe, dass er mich nicht wieder zu alten Fehlern zurückführen wird.

Ich habe lange nicht im Forum gelesen und geschrieben und ich werde sicher auch weiterhin nur noch sporadisch hier lesen und schreiben. Deshalb gestatte ich mir diesen grundsätzlichen Beitrag an dieser Stelle. Ich möchte hier niemanden beschimpfen oder herabsetzen, weil er eine Überzeugung vertritt, die nicht meine eigene ist. Aber ich muss warnen, die Fehler zu machen, die ich in ähnlicher Art einst gemacht habe. Ich warne davor, Ideologen und Ideologien zu folgen, die Menschen unabhängig ihres individuellen Schicksals bewerten, die Menschen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu Gruppen, wie auch immer man diese Gruppen gerade definiert, verurteilen und verbaler oder physischer Gewalt auszusetzen bereit sind. Ich bin bereit, auf viele Menschen zuzugehen, als seien sie meine Brüder oder Schwestern. Ja, auf viele, es klappt leider nicht bei allen, da muss ich wohl noch an mir arbeiten (aber selbst Jesus soll da Probleme gehabt haben - zum Beispiel mit Händlern und Geldwechslern im Tempel seines Vaters ...). Das ist das Grundprinzip. Differieren wir grundsätzlich in politischen oder Glaubensfragen, können wir immer noch unserer Wege gehen. Aber nichts berechtigt mich, eine andere als meine eigene Kultur oder Religion zu kritisieren. Die Diskussion über den Islam finde ich schon deshalb aberwitzig, weil hier nur Brocken vom Hören-Sagen ausgetauscht werden, aber wirkliches Wissen über diese Religion, deren Verzweigungen und dann wiederum die Verflechtung der Verzweigungen in die verschiedensten Kulturen doch eher als dünn anzusehen ist. Wenn ich so etwas an mir spüre, versuche ich nicht zuerst, meine grundsätzlichsten Haltungen zu formen, sondern versuche zunächst, auf die Menschen zuzugehen und mir von denen ein Bild zu machen. Von da aus, und immer wieder im Abgleich zum konkret Erlebten, kann ich dann zu Abstraktionen kommen. Dahinter steckt die Erfahrung, dass, wenn ich es andersherum mache, ich dem Menschen Unrecht tue, bevor ich ihn überhaupt kennengelernt habe. Das entspricht einem persönlichen Urteil, ohne eine persönliche Schuld zu kennen. Ich meine, dieser Gedanke sollte gerade hier im Forum verstanden werden.

Das soll es erst einmal gewesen sein. Ich empfehle zum Thema Islam und Verhältnis der Religionen immer wieder gern die Rede des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels 2015 - Dr. Navid Kermani. Nehmt Euch die Zeit und hört in Ruhe zu. Das Stärkste, was die menschliche Kultur hervorzubringen imstande ist, ist die Hoffnung, gleich ob sie aus Liebe, Philosophie oder Religion entspringt. Meiner Ansicht nach lebt Dr. Kermani dieses Prinzip und vertritt es leidenschaftlich in dieser Rede. Viel Vergnügen!



ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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zuletzt bearbeitet 19.04.2016 21:50 | nach oben springen

#27

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 21:53
von Hanum83 | 4.789 Beiträge

So lange ich nicht mit dem Gebetsteppich unterm Arm rumlaufen muss und neben dem Glockengebimmel auch noch der Muezzin in meiner Nachbarschaft rumbrüllt, finde ich den Islam ok, besonders wenn er sich in seiner Stamm-Region aufhält was wohl Arabien, Afrika, Asien und was weiß ich noch alles ist.
Dort kann auch mal der Scharfrichter in einem offiziellen deutschen Freundesstaat wie Saudi-Arabien sein Schwert wetzen, Freunde haben halt manchmal ihre eigenen Gepflogenheiten, mein Marktplatz soll aber bitte nicht vollgesudelt werden, da will ich gepflegt spazieren gehen und mich über die schönen Dinge des Lebens erfreuen, also bitte Kopp abmachen nur in Arabien wenn möglich.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 19.04.2016 21:59 | nach oben springen

#28

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 21:56
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #27
So lange ich nicht mit dem Gebetsteppich unterm Arm rumlaufen muss und neben dem Glockengebimmel auch noch der Muezzin in meiner Nachbarschaft rumbrüllt, finde ich den Islam ok, besonders wenn er sich in seiner Stamm-Region aufhält was wohl Arabien, Afrika, Asien und was weiß ich noch alles ist.

Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#29

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 21:58
von Hanum83 | 4.789 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
Zitat von Hanum83 im Beitrag #27
So lange ich nicht mit dem Gebetsteppich unterm Arm rumlaufen muss und neben dem Glockengebimmel auch noch der Muezzin in meiner Nachbarschaft rumbrüllt, finde ich den Islam ok, besonders wenn er sich in seiner Stamm-Region aufhält was wohl Arabien, Afrika, Asien und was weiß ich noch alles ist.

Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...


Ich bin Atheist


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#30

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 22:15
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #19
Man darf jedoch auch in dieser Diskussion nicht vergessen, dass auch im Namen des Christentums entsetzliche Kriege geführt wurden.

Man denke an die Kreuzzüge oder den 30jährigen Krieg
.


Das ist schon richtig. In einer ähnlichen Entwicklungsphase befindet sich m.E. derzeit die muslimische Welt. Nur mit dem Unterschied, daß es damals keine weltweite wesentlich entwickeltere Gesellschaft gab, an der sich heute eine Menge aufgeklärte Mulime messen und deren Vorzüge sie gern auch genießen möchten. Die Entwicklung es Christentums zu der friedlichen Religion, wie sie heute sich darstellt (von wenigen Spinnern abgesehen), hat seit ihrer nahezu weltweiten Verbreitung im Spätmittelalter rund ein halbes Jahrtausend benötigt. Es gab praktisch, außer den Osmanen, keine wirkliche Gefahr für diese Religion, denn schon damals war Europa m.E. bereits technisch und wirtschaftlich weiter als das Osmanische Reich. Heute ist die Konkurrenz für den Islam riesig. Ihre Studenten studieren in Westeuropa und Nordamerika und kommen damit automatisch mit einer für sie bisher unbekannten, aber sehr reizvollen Lebensweise in Berührung. Diese Erfahrungen nehmen sie mit nach Hause und erzählen dem ungläubig staunendem oder sich empört äußerndem Verwandten- und Bekanntenkreis, was sie gesehen und erlebt haben. Es gibt Filme und TV, das Internet ist allgegenwärtig. Ausländische Ungläubige sind geschäftlich in diesen Ländern. Das alles führt zu einem innerislamischem Kampf zwischen Erzkonservativen und Reformern und die Konservativen versuchen, die Auseinandersetzung nach Außen zu tragen, in die Länder, die sie als Quelle für Abweichungen vom "wahren Islam" ansehen. Wenn diese Quelle versiegt, haben sie Oberwasser und kein Reformer kann mittelfristig noch mit dem aufgeklärtem Lebensstil der europäischen, amerikanischen und asiatischen Industriestaaten argumentieren und überzeugen.



Heckenhaus hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 22:16
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #29
Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
Zitat von Hanum83 im Beitrag #27
So lange ich nicht mit dem Gebetsteppich unterm Arm rumlaufen muss und neben dem Glockengebimmel auch noch der Muezzin in meiner Nachbarschaft rumbrüllt, finde ich den Islam ok, besonders wenn er sich in seiner Stamm-Region aufhält was wohl Arabien, Afrika, Asien und was weiß ich noch alles ist.

Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...


Ich bin Atheist


Na ja - die Stammregion der Atheisten liegt meines Wissens im Neandertal.

Gruss

icke



Hanum83, Rainman2 und eisenringtheo haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#32

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 22:18
von Sperrbrecher | 1.661 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #26
Die Diskussion über den Islam finde ich schon deshalb aberwitzig, weil hier nur Brocken vom Hören-Sagen ausgetauscht werden, aber wirkliches Wissen über diese Religion, deren Verzweigungen und dann wiederum die Verflechtung der Verzweigungen in die verschiedensten Kulturen doch eher als dünn anzusehen ist. Wenn ich so etwas an mir spüre, versuche ich nicht zuerst, meine grundsätzlichsten Haltungen zu formen, sondern versuche zunächst, auf die Menschen zuzugehen und mir von denen ein Bild zu machen. Von da aus, und immer wieder im Abgleich zum konkret Erlebten, kann ich dann zu Abstraktionen kommen. Dahinter steckt die Erfahrung, dass, wenn ich es andersherum mache, ich dem Menschen Unrecht tue, bevor ich ihn überhaupt kennengelernt habe. Das entspricht einem persönlichen Urteil, ohne eine persönliche Schuld zu kennen. Ich meine, dieser Gedanke sollte gerade hier im Forum verstanden werden.

Ich bewerte den Islam so, wie er sich mir hier in meiner unmittelbaren Nachbarschaft und in anderen Ländern darstellt und von seinen Anhängern "praktiziert" wird.

Zitat
Ich empfehle zum Thema Islam und Verhältnis der Religionen immer wieder gern die Rede des Friedenspreisträgers des Deutschen Buchhandels 2015 - Dr. Navid Kermani. Nehmt Euch die Zeit und hört in Ruhe zu. Das Stärkste, was die menschliche Kultur hervorzubringen imstande ist, ist die Hoffnung, gleich ob sie aus Liebe, Philosophie oder Religion entspringt. Meiner Ansicht nach lebt Dr. Kermani dieses Prinzip und vertritt es leidenschaftlich in dieser Rede.


Die Sonntagsreden einiger, angepasster und integrierte Vorzeigemohammedaner, sind für mich kein Maßstab zur Beurteilung dieser Ideologie. Ich beurteile
sie eher danach wie sie und ihre Anhänger erlebe.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


Büdinger und Elch78 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.04.2016 00:30 | nach oben springen

#33

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 22:22
von Rainman2 | 5.763 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #31
Zitat von Hanum83 im Beitrag #29
Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
... Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...

Ich bin Atheist

Na ja - die Stammregion der Atheisten liegt meines Wissens im Neandertal. ...


Oha, da muss ich jetzt tapfer sein!


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#34

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 22:25
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Rainman2 im Beitrag #33
Zitat von icke46 im Beitrag #31
Zitat von Hanum83 im Beitrag #29
Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
... Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...

Ich bin Atheist

Na ja - die Stammregion der Atheisten liegt meines Wissens im Neandertal. ...


Oha, da muss ich jetzt tapfer sein!


Och nee - ich sage mal, die Neandertaler sind vermutlich miteinander viel zivilisierter umgegangen als die Anhänger irgendwelcher Religionen.

Gruss

icke



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#35

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 23:01
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #34
Zitat von Rainman2 im Beitrag #33
Zitat von icke46 im Beitrag #31
Zitat von Hanum83 im Beitrag #29
Zitat von Rainman2 im Beitrag #28
... Du musst jetzt ganz tapfer sein: Die Stammregion der Christen ist auch Vorderasien ...

Ich bin Atheist

Na ja - die Stammregion der Atheisten liegt meines Wissens im Neandertal. ...


Oha, da muss ich jetzt tapfer sein!


Och nee - ich sage mal, die Neandertaler sind vermutlich miteinander viel zivilisierter umgegangen als die Anhänger irgendwelcher Religionen.

Gruss

icke


Du gehst davon aus, dass die Neandertaler religionslos waren, keinen Glauben hatten und wenn er noch so primitiv war. Das ist ein Irrtum. Unbestritten sind Neandertaler denkende Menschen gewesen. Also taten sie, was jeder auch heute tut, sie versuchten zu verstehen und zu ergründen. Bums, und schon war sie da, die Religion.
Der 39.


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#36

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 23:07
von Hanum83 | 4.789 Beiträge

Die Steinzeitmenschen waren wohl noch viel spezieller als der heutige Homo Sapiens, da wurde alles abgemurkst was als Fremdling hinterm Busch rausguckte.
War wohl so eine Art Reviersicherung vor Konkurrenten, da sind wir heute schon mal weiter


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 19.04.2016 23:40 | nach oben springen

#37

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 19.04.2016 23:35
von Moskwitschka | 2.532 Beiträge

Lieber KaPe,

ich sag es mal mit Daja:

Er ist es! Nathan! - Gott sei ewig Dank,
Dass Ihr doch endlich einmal wiederkommt.


Quelle: Nathan der Weise von Gotthold Ephraim Lessing 1. Akt 1. Auftritt

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#38

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 20.04.2016 09:19
von der 39. | 522 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #36
Die Steinzeitmenschen waren wohl noch viel spezieller als der heutige Homo Sapiens, da wurde alles abgemurkst was als Fremdling hinterm Busch rausguckte.
War wohl so eine Art Reviersicherung vor Konkurrenten, da sind wir heute schon mal weiter


Weil wir unser Revier aufgegeben haben?
Der 39.


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#39

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 20.04.2016 09:20
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Mich beschleicht hier der Eindruck das im Islam ein monolitischer Glaubensblock gesehen wird welcher in seiner praktischen Ausübung streng rückwärts gewandt ist. Das ist er nicht, es gibt drei Hauptströmungen im Islam welche sich teilweise erbittert bekämpfen und jede davon meldet für sich den Anspruch an der einzig wahre Vertreter des Glaubens zu sein.

Schauen wir doch kurz in eine andere große Religion, das Christentum. Ein monolitischer Glaubensblock? Mitnichten.
Zwei große Hauptströmungen, evangelisch und katholisch wobei bei letzterer noch in römisch-katholisch und griechisch-orthodox unterschieden wird; russisch-orthodox gehört mit zum griechischen Zweig ......
Die Geschichte Europas der letzten tausend Jahre ist nur so voll von Glaubenskriegen in denen erbittert um die Auslegung des Wortes mittels Waffen gestritten wurde.
Die vielen kleinen, teilweise extremen Glaubens- oder Religionsgemeinschaften will ich überhaupt nicht erwähnen sondern nur darauf hinweisen das deren Anhänger zu großen Teilen außer Landes getrieben wurden und nicht nur außer Landes, sondern gleich aus Europa hinaus.
Fazit, selbst das Christentum, speziell das römisch-katholische als stärkste Glaubensmacht tut sich mehr als schwer mit einer "Liberalisierung" und das soll nun ausgerechnet der Islam vollziehen?

Mir liegt ein Buch mit gesammelten Aufsätzen, Reden und Briefen seiner Heiligkeit Mirza Masroor Ahmad, Kalifatul Massih V, Oberhaupt der Ahmadiyya Muslim Jamaat vor.
In dieser Schrift wimmelt es nur von der Betonung der Friedfertigkeit des Islams und trotzdem ist es das erklärte Ziel der AMJ das der Islam in Europa das Christentum ablöst und letztendlich als einzige, wahre Weltreligion in der nahen Zukunft existiert.
Einziger Unterschied der AMJ zum IS ist das sich erstere nicht an die Macht bomben wollen sondern auf ausgefeilte "psychologische Kriegsführung" setzen ......

Eine liberaler Islam bleibt meiner Meinung nach solange eine Wunschvorstellung und Utopie von pseudotoleranten Weltverbesserern solange die praktische Ausübung des Islam unzertrennbar mit dem tägliche Leben eines Moslems verknüpft ist und all sein tägliches Handeln und tun bestimmt.
Da eine Liberalisierung zu Fordern wäre ungefähr genauso als ob man einen ultra-orthodoxen Juden auffordern würde mal am Leben teilzuhaben und nicht sein Leben von den Auslegungen der Tora bestimmen zu lassen.

Es hat natürlich sein besonders Geschmäkle das ausgerechnet in einem Thread in dem Toleranz und Liberalismus gefordert wird ein Zitat aus einem Stück des frühbürgerlichen Aufklärers Lessing gewählt wird das von der Figur des Stückes kommt die ausgerechnet als überzeugte Christin sich letztendlich der toleranten Lehre Nathan verschließt.
Das soll jetzt aber kein Anstoß sein hier eine Seitenlange Interpretation des Stückes und der darin enthaltenen Ringparabel zu beginnen.

Eventuell könnte man es auch mit folgendem "versuchen":
"Religion als Opium des Volkes" ( Karl Marx, Kritik des Hegelschen Staatsrechtes, MEW Bd. 1, S. 203)

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

TOMMI hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Ist ein liberaler Islam möglich?

in Themen vom Tage 20.04.2016 09:44
von bürger der ddr | 3.638 Beiträge

Ich betrachte nicht den einzelnen Gläubigen, egal welcher Religion. Es gibt einen katholischen Gläubigen den ich sehr schätze, Eugen Drewermann. Das bringt mich aber nicht dazu im Katholizismus eine "anziehende" Religion zu sehen.
Die Gesamtheit macht eine Religion zu dem was sie ist. Ich denke es gibt auch einen engen Zusammenhang zwischen wissenschaftlicher und gesellschaftlicher Entwicklung. Dabei sollte man nicht die Spitzenkräfte eines Landes sehen, sondern den wissenschaftlichen Bildungsgrad der durchschnittlichen Bevölkerung.
In Europa wurde die Kirche und Religion mehr oder weniger durch die Entwicklung und dem Bildungsgrad der gesammten Bevölkerung gezwungen einzulenken und sich anzupassen. Diese Entwicklung ist in den traditionellen Ländern des Islam nicht so gelaufen.
Bildungsferne und Analphabeten, wirtschaftlich schlechte Zustände und die fest verankerten Traditionen konservieren diesen Glauben dort regelrecht. Dieser Glauben wird sich auch ändern, wenn sich in den Einzugsgebieten dieser Religion die Bedingungen ändern.

Für mich das Hauptproblem, durch die Masseneinwanderung aus diesen Ländern durch die Träger dieser Religion treffen nun zwei Kulturen und Glauben aufeinander. In unserer Welt sind wir tolerant und auch "leidensfähig", doch erst einmal treffen nun mehr oder weniger intolerante Glaubensbrüder hier ein.
Durch ihre festen Glaubensregeln fordern sie nun regelrecht ihre Welt hier zu akzeptieren und da ist für mich "Schluß mit lustig". Glauben ist hier Privatsache, was der Gläubige in seinen vier Wänden tut ist mir so etwas von Rille, wenn aber Kopftuchträgerinnen hier unterrichten wollen, dann geht das einfach zu weit. Das Kopftuch erfährt durch seine Symbolwirkung dann eine neue Wertung und das vor Jugendlichen die nicht gefestigt bzw. sehr "formbar" sind.
Auch solche Aktionen unserer Leben den Regeln der Gäste anzupassen, eine traurige Schlappe unserer Gesellschaft. Ich halte nichts von Werbung, nur wenn eine Gesllschaft per Gesetz hier eingreifen will um eine fremde Religion / Kultur zu schützen, dann gute Nacht.

Über die "demokratiefähigkeit" des Islam, diese sollen sie erst einmal in ihren Ländern beweisen!



TOMMI und LO-Fahrer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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