#21

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 17.04.2016 22:16
von Fritze | 3.474 Beiträge

Das Essen in der Kompanie war immer mehr als ausreichend und lecker !

Nicht wenige haben da den Grundstein für den Ranzen gelegt ! Da wir ja reichlich an der frischen Luft waren ,hatten wir auch immer Appetiet !

wir haben uns ein Wildschwein geschossen.

Das ging bei uns (Mite der 80er Jahre nicht ,aber so manch ein Fisch oder Pilz wurde (illegal)gebrutzelt !

Und Obst habe ich auch viel von den Bäumen genascht . Ich glaub 1988 gab es ne Kirschenschwemme ,und die ziehe ich Bananen sowieso vor !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#22

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 17.04.2016 22:49
von LO-Fahrer | 607 Beiträge

Das Essen in der GK war immer gut und reichlich. Wir hatten einen BU als Küchenchef, 2 oder 3 zivile Küchenfrauen und 2 oder 3 GWD-Küchenhelfer, die aber alle was von ihrem Job verstanden. Natürlich ließ sich mit der höheren Grundnorm und dem höheren Verpflegungssatz der GT mehr bewerkstelligen als in großen NVA-Objekten, aber fähiges Küchenpersonal (das hatten wir!) war sicher nicht von Nachteil. Die Küche war bei uns von 4.00 morgens bis 22.00 abends besetzt und in der Zeit dazwischen standen Brot und Aufschnitt im Speiseraum. Der Imex (Heißwasserbereiter) war 24 h am Tag in Betrieb und etwas Obst, selbst wenn es nur Äpfel oder Kuba-Orangen waren, war auch immer da.


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#23

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 07:08
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Bei uns, 58/60 gab es keinen Koch, hier kochten Frauen aus dem Dorf, Hausmannskost, mit den wenigen Lebensmitteln die es damals gab.
Verantwortlich für den Einkauf war der Spieß.
Essen schmeckte immer, Pausenbrote gab es nicht, wer im Dienst was essen wollte, musste sich selber was machen, ebenso Getränk für die Feldflasche. Das konnte auch mal Bier sein, war ja bei uns noch offiziell erlaubt!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#24

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 08:07
von Pit 59 | 10.164 Beiträge

Zitat von TAO im Beitrag #8
Gab`s auch ab und zu mal Bananen, damit keiner auf dumme Gedanken kommt ?


Ja,die gabs,auch war oft eine tafel Schokolade in der Postentasche,und vor allem sehr oft was zum Grillen


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#25

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 10:23
von DoreHolm | 7.710 Beiträge

Wenn wir in Streganz zum Schießen waren, erzählten us die dortigen Soldaten, daß sie im Sommer jede Menge Pilze ernteten und daraus Leckeres brieten. Einer aus unsere GK war dorthin "strafversetzt" worden, weil es herauskam, daß er sich mit einer Schwedin schrieb. Er meinte zu uns, das war für ihn wie eine indirekte Belobigung, die Versetzung zum Schießplatzpersonal.



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#26

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 10:48
von sentry | 1.108 Beiträge

Auch in meiner Erinnerung gab die Versorgung kaum Grund zur Klage. In Marienborn gab es darüber hinaus kaum Möglichkeiten, das bisschen Kohle loszuwerden, so dass diese in anständige "Nahrungsergänzung" floss. Die kleine MHO war gut ausgestattet und die Kneipe vor der Kaserne, "Blauer Affe" genannt, machte erstklassige Schnitzel, die man auch immer wieder mal "To Go" kriegen konnte.

Erwähnenswert ist auch die erstklassige Versorgung der durch Zivilisten erreichbaren Postenpunkte durch die Grenzbevölkerung. Da ließ der Bäcker regelmäßig an der Schranke ein paar Brötchen raus (der Postmann lieferte die Tageszeitung dazu) und aus den Kantinen der GÜSten, die auch Zivilisten mitnutzten, gab es sehr oft mehr, als wir essen konnten (Eis im Sommer, Entenkeulen zu Weihnachten - so was in der Art, teils so viel, dass man die Verteilung auf weitere Postenpunkte organisieren musste).

Problematisch war zeitweise die Kaffeeversorgung in der Kaserne und für den Grenzdienst. Nicht dass der Kaffee knapp wurde, nein das Problem war das kochende Wasser. Immer wieder mal wurden Tauchsieder auf den Stuben verboten. Stattdessen wurde dann der schon genannte Imex-Heißwasserbereiter aufgestellt. Das führte sofort zu kleinen Revolten, wenn unmittelbar vor der Schicht nicht genug Wasser da war bzw. noch nicht richtig warm war, so dass kein vernünftiger Kaffee zustande kam.
Also wurden die Tauchsieder dann auch immer wieder mal erlaubt.

Wir hatten zwar alle illegale Tauchsieder oder Ufos und ähnliche Konstruktionen, aber im Gewusel der Grenzdienstvorbereitung wollte man die natürlich nicht auf's Spiel setzen, nur weil die Kompanieführung nicht in der Lage war, heißes Wasser zu Verfügung zu stellen.


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#27

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 11:03
von Linna | 189 Beiträge

Der Koch an der Grenze hieß "Fourier" und bereitete mit 2 Frauen ein jederzeit schmackhaftes Essen, wobei eine der Frauen
(mit Namen Linna) das Kommando führte und auch mit ihren Jungs das Menü der Woche festlegte.
Postenbrote machte sich jeder selbst, soviel er wollte, die Auswahl an Wurstsorten war groß auch gab es immer Obst, natürlich
nicht immer Bananen.
Es gab auch Hilfsköche, die für die Nachtschicht das Frühstück zubereitete, stets mit einer Suppe und manchmal im Winter
eine Tasse Grog, die allerdings nicht zum Speiseplan gehörte.
Zugenommen habe ich an der Grenze nicht. Dafür war der Stress zu groß und man hatte sich auch bald überfressen.
Gruß-Linna



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#28

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 11:22
von TOMMI | 1.992 Beiträge

Das Essen in der GK war immer sehr gut. Mit der Ausnahme: 1x pro Monat war sogenannter Komplekte-Tag. Dann wurden Konserven alle gemacht. Gab dann so Sachen, wie tote Oma usw. Für Frühstück, Abendessen und Postenverpflegungen gab es diese kleinen Konservendöschen. Hin und wieder fütterten wir auch die Trassenhunde damit. Allerdings, Komplekte muss nicht immer schlecht gewesen sein. Was im öffentlichen mangelware war, gab es bei uns öfter: Bananen, Orangen, etc. Angestellt waren bei uns 3 zivile Köchinnen. Dazu kam ein Soldatenkoch und 1 Küchenfeldwebel.

Denk ich da an das Essen in Perleberg zurück, das war ein Unterschied wie Tag und Nacht.


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#29

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 13:17
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Hallo! Na, ein Thema für mich, da nutze ich doch mal die kurze Stippvisite ...

Angaben ab 1984 - Kompaniesicherung.
Die Struktur einer Küche:

-> Unmittelbarer Vorgesetzter: Hauptfeldwebel (i.d.R. Fähnrichdienstgrad)
-> Leiter: Küchenleiter (i.d.R. Berufsunteroffizier)
-> Stellvertreter/Koch: Zivilbeschäftigter (Berufsausbildung Koch, oder ehem. Berufsunteroffizier im Bereich RD, seltener eine Frau aus dem Ort)
-> Köchin: Zivilbeschäftigte (Berufsausbildung oder Qualifizierung Koch, i.d.R. Frauen aus dem Dorf, manchmal Frauen lange in der Kompanie dienender Berufssoldaten)
-> 1 oder 2 Beiköchinnen (Angelernt im Beruf, i.d.R. Frauen von Berufssoldaten oder Frauen aus dem Ort)
-> 1 oder 2 Küchenhilfen (Soldaten im Grundwehrdienst, i.d.R. Leute, die nicht in Grenzdienst gehen konnten, aber auf die Grenzdienststärke zählten)

Dazu kamen:
-> Die Küchenkommission: Das gehörte zu den Aufgaben des Politstellvertreters. Er hatte eine Küchenkommission aus mindestens 3 Personen zu benennen. Diese hatten die Qualität des Essens zu begutachten und in der Kommunikation zwischen Essensteilnehmern und Küche die Federführung zu übernehmen. In der Regel war der Polit auch der Leiter der Küchenkommission. Der Küchenleiter hatte (ich weiß nicht mehr genau, glaube aber wöchentlich) den Speiseplan beim Leiter der Küchenkommission vorzulegen und von diesem bestätigen zu lassen. In seltenen Fällen gab es Änderungen.
-> Die Hygienekommission: Auch dies gehörte zu den Aufgaben des Politstellvertreters. Er hatte eine Hygienekommission mit mindestens 3 Personen zu benennen. Diese durfte mit der Küchenkommission identisch sein. Einmal pro Monat hatte der Leiter der Hygienekommission eine Bestandsaufnahme mit dem Küchenleiter zu machen. Dabei ging es um die Prüfung von Verfallsdaten, die korrekte Lagerung der Lebensmittel, die korrekte Entsorgung von Essensresten, sonstigem Müll und Sekundärrohstoffen, den Bestand und die Lagerung von Komplekten, die allgemein Sauberkeit und Ordnung in Küche, der Zustand der Umkleideräume, Sanitäranlagen und Toiletten. Darüber gab es ein Protokoll, das in seinen einzelnen Punkten abzuzeichnen war.

Die Beschaffung der Masse der Lebensmittel erfolgte über den Offizier Verpflegung im Regiment, der wiederum seinen Offizier für Beschaffung an der Seite hatte. Es gab turnusmäßige Fahrten mit z.B. Kühl-LKW (2 W50 im Bestand der Stabskompanie des Regiments) für die Anlieferung. Der Küchenleiter hatte aber auch vor Ort die Möglichkeit, sich Budget geben zu lassen, z.B. für Backwaren oder bestimmte Erzeugnisse aus der naheliegenden LPG. Diese Beschaffungen waren aber mit dem Offizier Verpflegung des Regiments abgestimmt. Verantwortlich für das alles war der Hauptfeldwebel. Wenn etwas nicht funktionierte, war er voll rechenschaftspflichtig für alles, was in der Küche nicht klappte.

Die Vertretung des Küchenleiters erfolgte durch den Koch, der durch den Hauptfeldwebel in den Fragen der Kalkulation und Planung zu unterstützen war. Die Köchinnen und Beiköchinnen unterstützten sich gegenseitig entsprechend einer abgestimmten Planung. Gab es Konflikte, hatte der Kompaniechef selbst, als staatlicher Leiter vor Ort, oder in seinem Auftrag der Politstellvertreter einzugreifen.

Politische Arbeit in der Küche: Der Küchenleiter hatte an der normalen Politschulung für die Unteroffiziere teilzunehmen (was hin und wieder geschah, damit sein ständiges Fehlen nicht zu sehr auffiel - verdammt nochmal, der hatte andere Aufgaben!), die Küchensoldaten nahmen normal am Politunterricht teil (wenn es nicht dringende Aufgaben in der Küche gab - gab es fast immer), und die Zivilbeschäftigten hatten über die Gewerkschaft die "Schule der sozialistischen Arbeit". Diese hatte der Polit durchzuführen. I.d.R. (also wenn ich mal Zeit dafür fand) ging ich dann in die Küche, es gab ein Käffchen und Zigarettchen, wir schauten uns gemeinsam den Titel des Schulungsmaterials an, plauderten ein wenig, ich sammelte ein paar "offizielle Stimmen" zum Stimmungs- und Meinungsbild, dann trug ich die Schulungsmaßnahme ein und alle waren zufrieden. Alle? Ja, alle!

Die gute Qualität der Versorgung in den Küchen der Grenzkompanie entsprang zum einen dem relativ hohen Verpflegungssatz, zum anderen der unbedingten Nähe zwischen Kompanie und Küche. Die Küche lag in der Regel im Erdgeschoss oder Hochparterre und jeder musste ständig vorbei. Man konnte sich nicht aus dem Weg gehen und eine Küchenkommission brauchte es eigentlich nicht unbedingt. Wenn jemandem etwas nicht schmeckte, sagte er das und je nach Temperament trugen der Küchenleiter oder der Koch das gleich direkt mit dem kritischen Geist aus. Ein guter Küchenleiter konnte es zu hoher Beliebtheit bringen. In der Regel wurden Standardessen knallhart kalkuliert, damit Reserven für Extras blieben. Was da manchmal gezaubert wurde, war grandios. Der entscheidende Punkt war immer zuerst: Die Liebe zum Kochen. War die nicht vorhanden, lief die Küche auch nicht gut. Was waren da die "alten Küchenfrauen" immer für ein Erlebnis, die oft sehr liebevoll für "ihre Jungens" kochte, die aber genauso auch streng zu Werke gingen, wenn jemand nicht spurte ...

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#30

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 14:09
von bürger der ddr | 3.642 Beiträge

Auch wenn OT, schön mal wieder von Dir zu lesen!



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#31

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 15:35
von eisenringtheo | 9.190 Beiträge

Interessant, die Organisation der Verpflegung in der DDR mit Einbezug von Zivilisten.
Theo


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#32

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 21:11
von Schreiber | 258 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #5
Neben dem Koch waren auch Küchenfrauen aus den Dörfern in den Kompanien beschäftigt.

Stimmt,es gab nichts,aber auch gar nichts an der Versorgung zu meckern.

Wir wurden auch mit Bergmannsschnaps versorgt aber nur zu Feierlichkeiten also an der Verpflegung und Kochkünsten war nichts auszusetzen und wenn der Koch mit auf der Bude ist war din Abendessen außer der Reihe auch mal drin.

Gruß Reinhard


==================================================
Wer einen Fehler gemacht hat und ihn nicht korrigiert, begeht einen zweiten.
Konfuzius


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#33

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 18.04.2016 21:23
von der alte Grenzgänger | 1.010 Beiträge

Als Mucker kann ich da nur noch nachträglich neidisch werden- ähnlich liebevolle Umstände habe ich nur mal für ca. drei Monate im Komplexlager Torgau erlebt (Wacheinheit).
Ansonsten war der Normalfall im Muckerregiment, dass täglich je Mahlzeit so ca. 800 - 900 Mann (je nach aktueller Kasernenbelegung- irgendeine Truppe war immer irgendwo kommandiert) binnen einer guten Stunde (in 2 "Essenraten") abgefüttert worden sind..
Ich muss nochmal meinen KC dazu zitieren.
"Die Esskultur der Schweine ist größer als die Fresskultur der mot. Schützen"...

..ist aber auch nicht verwunderlich bei dem "Durchsatz"..

Siggi
(..aber dürre geworden ist keiner..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#34

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 15:24
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Bei uns in der GK. war das Essen auch im großen und ganzen in Ordnung. Wir hatten einen Koch als Soldaten und später als Gefreiten, sowie 2 oder 3 ältere Frauen aus dem Dorf. Sie waren immer nett und freundlich, und haben versucht, uns das Essen so schmackhaft wie möglich zu zubereiten.

War vielleicht auch nicht immer einfach für Sie, jeden Tag abwechslungsreich zu kochen, denn die Mittel waren doch bestimmt oft beschränkt.
Das Abendbrot war gegenüber dem Mittagessen, nicht so toll. Jeden Tag die gleiche Wurst und kaum Abwechslung. Manchmal sind wir gar nicht mehr zum Abendbrot runter gegangen.

Die Wurst war auf dem Teller immer gewölbt und gebogen. Der Rand war immer trocken. Bei uns im Sprachgebrauch sagte man immer, schon wieder diese Much und Flugwurst. Vielleicht kennt ja auch jemand diesen Ausdruck?
Der Küchenbulle hatte manchmal auch die Schnauze voll, die Scheibe der Durchreiche zu öffnen, weil er wußte, das jetzt wieder die Kommentare über die Wurst kommen würden. Er konnte ja im Prinzip nichts dafür, wenn nichts anderes da war.

Man bekam ja auch viele Fresspakete von zu Hause und konnte davon auch essen. Im Ausgang habe ich sehr gern immer, das berühmte Thüringer Rostbrätel gegessen. Auf den Komplekte Tag habe ich mich immer gefreut, weil ich die kleinen Wurstbüchsen sehr gern gegessen habe, auch heute noch.

Es gab die Sorten Jagdwurst, Rotwurst, Leberwurst, Schmalzfleisch, Sülzwurst glaube ich auch. Sie kosteten 0,65 Pfennig. Mein Spind war immer voll davon. Ich wollte bloß damit sagen, das keiner Hungern mußte und alle immer satt geworden sind.


MfG
Niederlausitzer


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
28.04.1988 - 18.01.1990 GR-15 Sonneberg II.GB/ 6. GK Neuenbau UaZ, Ufw. der Reserve

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zuletzt bearbeitet 19.04.2016 23:47 | nach oben springen

#35

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 17:19
von Arnstädter | 266 Beiträge

In Ohrsleben war das Kantinenessen Gut. Die Postenbrote wurden gemacht ,deinen Teeflasche war fertig.Es war
ein "fettes Leben".Wie schon in den Beiträgen erwähnt gab es ja kleine Wurstbüchsen in der WHO.Jeder
Grenzer hatte seinen Kocher bei .oder?Selbst heute mache ich mir diese Dosen warm.Einfach lecker.

Ich kann mich noch Erinnern wo man uns mit Navelapfelsinen beglückt hat.Habe alles nach Hause geschickt.Dafür
gabs später ein Fresspaket.(Thüringer Wurst aus Arnstadt).Diese Fleischerei gibts heute noch.

Ansonsten mussten wir nicht Hungern.

Wir hatten auch einen Küchenbullen(nicht böse gemeint) der,wenn jemand einen besonderen Anlass hatte, speziell was
gekocht hatte .Je nach Bestellung eben.
Genau solche Sachen machten Kameradschaft damals aus.

Wer von Euch kennt noch tote Oma?(gekochte Rotwurst)Hab dieses irgendwie immer gerne gegessen.


das System funktioniert weil du funktionierst
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#36

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 18:04
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Was das Mampfen angeht, so schrieb ich an anderer Stelle bereits folgendes:

Bezüglich Küche gab es zu meiner Zeit einen Fourier, einen Koch und vier Küchenfrauen, die "zufällig" Ehefrauen und Verwandte von einigen unserer Vorgesetzten waren.
In Nähe der Küchentür hätschelten sie Suppengrünbeete und taten auch sonst alles, um ein sehr gutes Essen auf den Tisch zu bringen. Selbst am Komplekte-Samstag wurde immer etwas Esskultur gezaubert.
Mann, wenn ich im Gegensatz dazu an den Fraß während der Grenzausbildung in Eisenach denke …


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#37

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 18:45
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #31
Interessant, die Organisation der Verpflegung in der DDR mit Einbezug von Zivilisten.
Theo


Meine Frage war ja nicht ganz ohne Grund.

Der Personelle Einsatz war durch die vielen Kasernen sehr hoch, wenn man nur die Summe X an Wehrpflichtigen zur Verfügung hat, ging es eigentlich gar nicht ohne Zivilpersonal.


Zitat von HG19801 im Beitrag #36
Selbst am Komplekte-Samstag wurde immer etwas Esskultur gezaubert.



Im Westen hiess das Epa https://de.wikipedia.org/wiki/Einmannpackung

Ein wenig kreativer Küchencheff der sein Budget am Anfang des Monats grosszügig verbraten hatte, schüttete das alles in einen grossen Topf und Klatsche einem das auf den Teller.
Ein Koch aus Leidenschaft hat die Bestände über den Monat verteilt dem Essen beigegeben oder etwas verfeinert und alle waren zufrieden.


Gruss Andreas
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#38

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 23:04
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von Arnstädter im Beitrag #35
In Ohrsleben war das Kantinenessen Gut. Die Postenbrote wurden gemacht ,deinen Teeflasche war fertig.Es war
ein "fettes Leben".Wie schon in den Beiträgen erwähnt gab es ja kleine Wurstbüchsen in der WHO.Jeder
Grenzer hatte seinen Kocher bei .oder?Selbst heute mache ich mir diese Dosen warm.Einfach lecker.

Ich kann mich noch Erinnern wo man uns mit Navelapfelsinen beglückt hat.Habe alles nach Hause geschickt.Dafür
gabs später ein Fresspaket.(Thüringer Wurst aus Arnstadt).Diese Fleischerei gibts heute noch.

Ansonsten mussten wir nicht Hungern.

Wir hatten auch einen Küchenbullen(nicht böse gemeint) der,wenn jemand einen besonderen Anlass hatte, speziell was
gekocht hatte .Je nach Bestellung eben.
Genau solche Sachen machten Kameradschaft damals aus.

Wer von Euch kennt noch tote Oma?(gekochte Rotwurst)Hab dieses irgendwie immer gerne gegessen.




Blutwurst muß nicht gekocht, sondern gebraten werden. Besser ist dabei aber halbe/halbe Blut- und Leberwurst mischen (die, aus denen man auch wurstsuppe machen kann) und etwas Zwiebel mit anbraten.



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#39

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 19.04.2016 23:19
von Rainman2 | 5.764 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #38
Zitat von Arnstädter im Beitrag #35
... Wer von Euch kennt noch tote Oma?(gekochte Rotwurst)Hab dieses irgendwie immer gerne gegessen.


Blutwurst muß nicht gekocht, sondern gebraten werden. Besser ist dabei aber halbe/halbe Blut- und Leberwurst mischen (die, aus denen man auch wurstsuppe machen kann) und etwas Zwiebel mit anbraten.

Genau so ist es. Statt der Leberwurst geht auch Speck, denn das wichtigste ist der Fettanteil. Die "Tote Oma" wird beim Braten zu trocken. In unserer Kompanie hat man weder mit Fett, noch mit Gewürzen gegeizt. Das machte auch aus einfacher Blutwurst fast ein Festessen. Das war auch eines der berühmten Essen, mit dem man das Budget aufbessern konnte, denn es war durchaus preiswert, ohne das man an Menge oder Qualität sparen musste.

ciao Rainman


"Ein gutes Volk, mein Volk. Nur die Leute sind schlecht bis ins Mark."
(aus: "Wer reißt denn gleich vor'm Teufel aus", DEFA 1977)


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#40

RE: Ohne Mampf kein Kampf

in Grenztruppen der DDR 20.04.2016 00:16
von Niederlausitzer | 291 Beiträge

Bei unserem Fleischer gibt es jede Woche frische tote Oma ( Grützfülling ) im Kunstdarm oder lose zu kaufen.
Sie ist immer perfekt gewürzt, so das man kaum nach würzen muß. Wichtig sind natürlich Gewürze wie Pfeffer und Majoran. Dann wird sie mit Zwiebelwürfel und ein wenig Knobloch gebraten.

Dazu essen wir immer selbst gemachten Knullenbrei und gekochtes Sauerkraut, das noch mit angeschwitzten Zwiebeln und Schinkenwürfel verfeinert wird. Ein einfaches Essen, was immer wieder schmeckt.


03.11.1987 - 21.04.1988 US VI. Perleberg Uffz. Schüler, UaZ
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