#1

Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 11:24
von B Man | 193 Beiträge

Moin

Ein weiteres Kuriosum aus dem Kalten Krieg in der BRD.

In kleinen Munitionshäusern wurden meist mitten im Wald Sprengstoff und Zünder für vorbereitete Brücken und Strassensprengungen aufbewahrt.
Diese Häuser waren nicht bewacht und mit sehr aufwendigen Türverschlüssen versehen.

Der Bevölkerung waren diese Lagerstätten nicht bekannt und ein Wanderer könnte die kleinen Unscheinbaren Häuser auch für ein Wasserhäuschen halten. Gefüllt und Gewartet wurden die Häuschen und die vorbereiteten Sperren von den Wallmeistern die meist mit zivilen Fahrzeugen unterwegs waren.
Im Verteidigungsfall hätten Pionier Soldaten die Sprengmittel dort abgeholt und zum Einsatz gebracht.













Die Türen



Dieser Deckel hat eigentlich nur ein weiteres Schloss was dahinter war verdeckt.




Bügelschloss, innen in der ersten Gittertür was mit einem Bügel das eigentliche Schloss verdeckt.


Blitzschutz




Sogenannter Käselaib ( Sprengladung ) und Sprengschachtdeckel im Grenzmuseum Point Alpha.


Sprengschacht am Westufer einer Weserfähre.
In der Gegend gab es einige vorbereitete Sperren und auch 2 Sperrmittelhäuser mitten im Reinhardswald.


Schneidladung unter einer Autobahnbrücke bei Kassel.
Im Grenznahen Bereich waren eigentlich fast alle grösseren Brücken entweder so oder mit in den Pfeilern eingebauten Sprengschächten ausgestattet.


Diese Sperren sollten den Feind nicht unbedingt aufhalten, aber zumindest den Vormarsch behindern, verlangsamen oder auch in bestimmte Richtungen lenken.


Gruss Andreas
Rainer-Maria Rohloff, Kalubke, Fritze, lhsecurity, andy und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#2

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 11:31
von B Man | 193 Beiträge

Eine weitere Art der Sperranlagen.

Das ist eine sogenannte Stecksperre wo in vorbereitete Schächte stabile 2,2o mtr lange Doppel T Träger gesteckt wurden.
Am Ende des Trägers befindet sich eine Stahlkralle die sich beim Versuch den Träger heraus zu ziehen mit dem Schacht verkeilt.

Das Lager


Die Schächte auf der Zufahrt zu einer Fulda Staustufe.


Wie man sieht sind die Schächte verfüllt. Vorher waren die mit Deckeln verschlossen.


So sahen die Träger aus. Bild ist aus dem Museum Point Alpha.


Sprengkammern an einer Eisenbahnbrücke



Nur der im Fluss stehende Pfeiler ist mit den Kammern versehen um den Schaden klein und die Sperrwirkung gross zu halten.

Typische Anordnung der Trichtersperren auf einer Strasse.



3 Stück versetzt machen bei Sprengtrichtern von 10 Meter Durchmesser die Strasse auch für Kampfpanzer zunächst unpassierbar.



Die Stellen wurden natürlich von den Wallmeistern die vorzugsweise aus der Gegend waren und sie sehr gut kannten so gewählt, dass die zerstörte Fahrbahn nicht einfach umfahren werden konnte.
Z.B dichter Wald oder Sumpfiges Terrain direkt daneben.


Gruss Andreas
Rainer-Maria Rohloff, Fritze, Gert, lhsecurity und andy haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#3

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 11:36
von B Man | 193 Beiträge

Ich war wieder auf der Jagd

Diesmal im Vogelsbergkreis.

2 Zweierkombinationen. Nur 3,5 km von der Thüringischen Grenze weg. Also eigentlich in einer Sperrzone wo keine Bundeswehrfahrzeuge mehr unterwegs sein durften



Allen Sperrmittelhäusern gemeinsam: Ein befestigter Forstweg, ganzjährig auch mit schweren Fahrzeugen befahrbar, nicht zu steil.
Auch diese Wege im Wald waren teilweise mit vorbereiteten Trichtersperren ausgestattet.



4er Kombi in Hörweite der A7



3er Kombi


Gruss Andreas
Hanum83, Rainer-Maria Rohloff, Fritze und lhsecurity haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#4

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 16:14
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Rainer-Maria Rohloff, Fritze und lhsecurity haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 16.04.2016 16:16 | nach oben springen

#5

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 16:55
von andyman | 1.875 Beiträge

Hallo @B Man Danke für das orginelle Grenzthema, für das du dir viel Mühe gemacht hast,hatten wir hier lange nicht.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
Rainer-Maria Rohloff, Fritze, bürger der ddr und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#6

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:11
von 635 | 6 Beiträge

Interessieren würde mich, ob es derartige Sprengstellen auf den Straßen der DDR gegeben hat ?
Im Bereich von Brücken kann man Sprengkammer auch in der DDR sehen.


nach oben springen

#7

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:26
von damals wars | 12.145 Beiträge

Gewiss gab es dafür Streng geheime Pläne, For Eyes Only, die von einem Mitarbeiter des MfS oder des KGB bewacht worden.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
nach oben springen

#8

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:35
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von 635 im Beitrag #6
Interessieren würde mich, ob es derartige Sprengstellen auf den Straßen der DDR gegeben hat ?
Im Bereich von Brücken kann man Sprengkammer auch in der DDR sehen.


Dazu habe ich noch nichts gefunden.

In alten Brücken wäre es möglich das die noch aus dem WK II sind.


Gruss Andreas
nach oben springen

#9

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:36
von furry | 3.574 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #7
Gewiss gab es dafür Streng geheime Pläne, For Eyes Only, die von einem Mitarbeiter des MfS oder des KGB bewacht worden.


@damals wars , wäre es Dir möglich, mit Sicht auf den Fragesteller mal eine Frage vernünftig, oder wenn Du es nicht weißt, gar nicht zu beantworten?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
lhsecurity, bürger der ddr und polsam haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#10

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:56
von Ratze | 397 Beiträge

Moin, dieArtder Bunker von Bild #1 gibt es auch im Wald von Fredeburg bei Ratzeburg. Dahastten die Waldmeister Gruppen der BWihren Sprengstoff gepanzert um den Vormarsch aus dem Osten zu behindern. Auf den Straßen waren auch die Schächte zu sehen in die Sprengstoff oder Stahlträger eingebracht werden sollten.


nach oben springen

#11

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 20:59
von Lutze | 8.034 Beiträge

Ob es solche Sprengstoffschächte auch in Tunnel existieren?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
nach oben springen

#12

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 21:22
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #12
Ob es solche Sprengstoffschächte auch in Tunnel existieren?
Lutze


Eher nicht, wenn hat man die Zufahrten unbrauchbar gemacht aber nicht den Tunnel selber zerstört.

Auf älteren Bildern sieht man noch über dem Tor vom Hamburger Elbtunnel einen langen Betonklotz.
Der sollte durch eine Sprengladung auf die Fahrbahn fallen und sich im Fahrbahnbelag verkeilen.

Der wurde vor wenigen Jahren erst entfernt.
So wie viele von den Runden Deckeln auch verschwinden wenn die Strassen neu gemacht werden.


Zitat von Ratze im Beitrag #11
Waldmeister


Wallmeister ;-)


Gruss Andreas
Lutze und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen

#13

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 21:48
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #11
Moin, die Art der Bunker von Bild #1 gibt es auch im Wald von Fredeburg bei Ratzeburg. Dahastten die Waldmeister Gruppen der BWihren Sprengstoff gepanzert um den Vormarsch aus dem Osten zu behindern. Auf den Straßen waren auch die Schächte zu sehen in die Sprengstoff oder Stahlträger eingebracht werden sollten.

Was sind Waldmeister Gruppen?


nach oben springen

#14

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 16.04.2016 22:06
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #14

Was sind Waldmeister Gruppen?


langsam frag ich mich wo ich hier gelandet bin

das war ein Schreib oder Flüchtigkeitsfehler

Wallmeister, hab ich einen Beitrag drüber berichtigt.


Gruss Andreas
nach oben springen

#15

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 17.04.2016 00:18
von diefenbaker | 584 Beiträge

Zitat von B Man im Beitrag #15

langsam frag ich mich wo ich hier gelandet bin
...



Du wirst hier immer mal wieder einigen Merkwürdigkeiten begegnen.

Gruss Wolfgang



nach oben springen

#16

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 17.04.2016 01:25
von Harzwanderer | 2.923 Beiträge

Das kann auch nur so ne blöde Autokorrektur gewesen sein. Man tippt richtig und es verschlimmbessert sich von selbst.


nach oben springen

#17

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 25.07.2016 15:49
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Mir waren solche Spreng- und Sperrvorrichtungen von Bilder aus der BRD bekannt. Mir ist aber nicht bekannt, ob solche Vorrichtungen beider
Arten in der DDR irgendwie gebaut wurden oder vorbereitet waren. Ich weiß auch nicht, wer in der DDR dafür den "Hut aufgehabt" hätte, die Pioniere der NVA? Denn die Volkspolizei auf keinen Fall und die Kampfgruppen kommen erst recht nicht in Frage.
Wer war den in der BRD für diese Einrichtungen verantwortlich. Von der Sache kommt ja nur die Bundeswehr in Frage.Ich glaube kaum, dass das
THW für die Funktion, Pflege und Instandhaltung zuständig war.

Gruß Grenzerhans


nach oben springen

#18

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 25.07.2016 16:14
von katze | 159 Beiträge

Ohn genaue Kenntnis zu haben, würde ich auf DDR Seite auf Pioniere tippen. Da waren doch Fachmänner gefragt.
Und auf Westseite, THW würde ich ausschließen wollen !! U.a. wg. Geheimhaltung etc. da waren sicher auch Truppenteile der BW gefragt, die sowas machen, darauf auch speziealiesiert waren.


nach oben springen

#19

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 25.07.2016 18:37
von lhsecurity | 159 Beiträge

Zitat von Grenzerhans im Beitrag #17
Mir waren solche Spreng- und Sperrvorrichtungen von Bilder aus der BRD bekannt. Mir ist aber nicht bekannt, ob solche Vorrichtungen beider
Arten in der DDR irgendwie gebaut wurden oder vorbereitet waren. Ich weiß auch nicht, wer in der DDR dafür den "Hut aufgehabt" hätte, die Pioniere der NVA? Denn die Volkspolizei auf keinen Fall und die Kampfgruppen kommen erst recht nicht in Frage.
Wer war den in der BRD für diese Einrichtungen verantwortlich. Von der Sache kommt ja nur die Bundeswehr in Frage.Ich glaube kaum, dass das
THW für die Funktion, Pflege und Instandhaltung zuständig war.

Gruß Grenzerhans

@Grenzerhans
Such bitte mal im Forum unter Wallmeister. Da ist schon einiges erklärt. Der Tipfehler Waldmeister war gar nicht so verkehrt, das war der Spitzname bei uns. Die Wallmeister waren oftmals ausgeschiedene Bundeswehr-Soldaten der Unteroffizierslaufbahn wie z. B. Feldwebel.
Sprengschächte sind heute noch genügend vorhanden und sind leicht erkennbar.


Thinking is the hardest work there is, which is probably the reason why so few engage in it.
Henry Ford


nach oben springen

#20

RE: Sperrmittelhäuschen und Sperren im Kalten Krieg

in Reste des Kalten Krieges in Deutschland 25.07.2016 19:58
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Zum Beitrag #19, v. Ihsecurity
ich danke Dir für den Hinweis. Ich habe keine Pionierausbildung und kenne mich nur leidlich in Sprengstoffarten und Sprengtechnik aus. Aber hatte
dieses Berufsbild, bzw. diese Spezialisierung, die ein moderner Krieg an das Gefechtsfeld stellt. Mal abgesehen- der Einsatz von Atomminen.
Aber die anderen Zerstörungen, die auch ein moderner Sprengstoff verursacht, ist doch mit den heutigen pioniertechnischen Mittel kein Hindernis
mehr bei einem Angriff oder bei aktiven Kampfhandlungen.
Wie das Ausbildungsprofil beschrieben ist, mag es für zivile Zwecke dienlich sein, aber für eine Armee?
Ist Dir etwas bekannt, in welchen Armeen, außer BW und österreichisches Bundesheer, es noch dieses militärische Berufsbild gibt, oder gab.
In den ehem. Armeen des Warschauer Vertrages gab es so was nicht.
Nochmals danke.

Gruß Grenzerhans


lhsecurity hat sich für diesen Beitrag bedankt
nach oben springen



Besucher
23 Mitglieder und 53 Gäste sind Online

Wir begrüßen unser neuestes Mitglied: Erinnerung
Besucherzähler
Heute waren 1369 Gäste und 94 Mitglieder, gestern 3611 Gäste und 206 Mitglieder online.

Forum Statistiken
Das Forum hat 14366 Themen und 557751 Beiträge.

Heute waren 94 Mitglieder Online:

Besucherrekord: 589 Benutzer (24.10.2016 20:54).

Xobor Ein eigenes Forum erstellen