#21

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 10.04.2016 23:28
von mibau83 | 831 Beiträge

ich war mal beim rudolstädter vogelschießen in grenzeruniforum pitti53, dass war im jahr 1983. ehrlich gesagt dich möchte ich da auch heute noch nicht treffen!!!
ein bier dort mit dem harsberg, dass wäre mal was!. aber das trinke ich sowieso mit ihm!


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#22

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 10.04.2016 23:29
von Theo85/2 | 1.201 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #21
ich war mal beim rudolstädter vogelschießen in grenzeruniforum pitti53, dass war im jahr 1983. ehrlich gesagt dich möchte ich da auch heute noch nicht treffen!!!
ein bier dort mit dem harsberg, dass wäre mal was!. aber das trinke ich sowieso mit ihm!

Und ich ?
Wollte nur sagen, mit euch zweien und noch ein paar mehr würde ich gerne wieder mal ein Bierchen trinken.


zuletzt bearbeitet 10.04.2016 23:35 | nach oben springen

#23

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 10.04.2016 23:37
von mibau83 | 831 Beiträge

in bälde theo, in bälde!!


Theo85/2 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#24

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 01:08
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Ein Vogel- oder Königsschießen hätte man mit allen freien Waffen (Luftgewehr, Bogen oder Armbrust) durchaus in jeder geeigneten Organisation (Betrieb, BSG, Ferienheimen, bei FDJ- und Kulturbundveranstaltungen) organisieren können.



damals wars und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#25

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 07:39
von damals wars | 12.218 Beiträge

Stimmt. Es gab damals ein Kinderspiel, bei dem man mit einer Armbrust den Vogel abschießen konnte,erst die Flügel, dann den Kopf.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#26

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 07:55
von Pit 59 | 10.165 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #25
Stimmt. Es gab damals ein Kinderspiel, bei dem man mit einer Armbrust den Vogel abschießen konnte,erst die Flügel, dann den Kopf.


Wir haben da immer Namen drann geschrieben,also an die Flügel und den Kopf.Was stand bei Dir in der Mitte Hubert ?


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#27

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 09:30
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Das Vogelschießen in Rudolstadt gibt wenig her, was die Idee eines Schützenvereins beschreibt. Oder ich habe nicht lange genug gesucht.

Dafür habe ich ein anderes Beispiel gefunden - Schützenverein Wulferstedt.

Nach längeren Diskussionen wurde der Vorschlag angenommen, dass das erste Volks- und Schützenfest im neu erbauten Rinderoffenstall der LPG "Thomas Münzer" statt finden zu lasen.

Eine weitere Schwierigkeit war das Herrichten eines Schießstandes. Um eine größtmögliche Sicherheit zu gewährleisten, wurde festgelegt, in der ehemaligen Sandkuhle, hinter Triegers Scheune an der Neuwegerslebener Chaussee, einen Schießstand zu errichten. Dieser wurde dann von vielen fleißigen Helfern erbaut und im Juni 1958 von den Sicherheitsorganen und der GST abgenommen. Er wurde bis zum Jahre 1966 genutzt.

Das erste Schützenfest nach 1945 wurde Ende Juni 1958 gefeiert. Die ersten Tage standen unter keinem guten Stern, es regnete nicht nur, es goss in Strömen. Also ging es in Gummistiefeln zum Festplatz, die Tanzschuhe im Gepäck. Aber am Sonntag zum großen Festumzug strahlte die Sonne. Die Einwohner Wulferstedts und ihre Gäste feierten trotz des Regens und der Schützenwirt Emil Köhler hatte mit seinem Personal alle Hände voll zu tun.
...
Am Donnerstag lud dann der Vorstand alle amtierenden Schützenkönige, Helfer wie z.B. Kassierer, Nachtwächter usw. und die Kapelle zum Kommers ein. Die Wurst wurde hier schon mal probiert. Anschließend wurden Ständchen ausgetragen.

Der Freitag beim Schützenfest war immer der Tag der Könige. Einer alten Tradition folgend, gab der Bestschütze/Schützenkönig für die Schützenbrüder und geladenen Gäste im folgenden Jahr ein Königsfrühstück auf seinem Hof. Für Musik sorgte die Blaskapelle, die auch den Umzug begleitete.

Gegen 10:00 Uhr war dann großes Antreten aller Schützen. Zuerst wurde der Altschützenkönig abgeholt und dann der Jungschützenkönig. Sie präsentierten sich mit Kette, Schärpe und Buchsbaumkranz. Der König begrüßte die Schützen. Dann ging der Umzug durch das Dorf und endete am Festplatz. Die Schützen begaben sich zum Schießstand und dort begann das Ausschießen des neuen Königs. Gegen 15:00 Uhr war das Schießen beendet und um 17:00 Uhr erfolgt die Proklamation der neuen Könige.

Anschließend ging es mit Musik nach Haus. Hier waren inzwischen wahre "Heinzelmännchen" (Frauen aus dem Freundeskreis) am Werk. Alles lief wie geschmiert. Manche Frau hatte jahrelange Erfahrung und wusste genau was gebraucht wurde. Konsum und HO waren auf diesen Tag gut vorbereitet und hatten die notwendigen Getränke, Wurst und Gehacktes wie bestellt auf Lager und der Bäcker hatte auch Nachmittags noch genug Brot. Gedeckte Tische warteten auf das teilweise recht zahlreiche Schützenvolk. Essen Trinken und Blasmusik beim König - manchmal bis um 20:00 Uhr wenn der Tanz im Zelt weiterging.

Am Samstag war der Tag der Kinder, an dem unsere Jüngsten ihre Meisterläuferin und den Pusterohrkönig ermittelten. Auch sie gaben im nächsten Jahr ein Königsfrühstück (07:00 Uhr) mit Blasmusik. Zum musikalischen Frühstück im Zelt, nach Abholen der Kinderkönige gegen 10:00 Uhr konnte dann die Hausschlachtewurst erworben und verzehrt werden. Nach Aussagen beteiligter Personen blieb noch nie etwas übrig.

Der Sonntag Vormittag war zum Ausruhen um beim großen Festumzug durchs Dorf wieder fit zu sein. Um 12:30 Uhr war Antreten der Festteilnehmer bei Felchers (Sängerklause). Hier erfolgte die Kontrolle der "Anzugsordnung" durch den kommandierenden Hauptmann. Straflagen gab es z.B. für offene Knöpfe, vergessene Taschentücher oder Kämme, ungeputzte Schuhe und andere ins Auge fallende Kleinigkeiten. Schließlich bestimmte die Menge an "Vergehen" die Menge Freibier die es später gab.

Nach dieser Inspektion setzte sich der Zug in Bewegung. Zuerst wurden die Könige abgeholt, dann ging es zum Festplatz. Dort angekommen gab es bei Musik das Königsfreibier und das Freibier der Straflagen. Für die Frauen und Kinder gab es Kaffee und Kuchen. Anschließend versammelte sich Jung und Alt im Festzelt zum Königstanz. Es war der Höhepunkt des Tages. Am Abend war dann noch einmal Tanz, der meist bis in die Morgenstunden ging.


http://www.schuetzenverein-wulferstedt.de/1945bisWende.html

Die Anhaltiner in der Börde

Moskwitschka

PS @eisenringtheo Irgendwie habe ich gestern Abend Deinen Beitrag überlesen


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 11.04.2016 10:02 | nach oben springen

#28

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 09:45
von damals wars | 12.218 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #26
Zitat von damals wars im Beitrag #25
Stimmt. Es gab damals ein Kinderspiel, bei dem man mit einer Armbrust den Vogel abschießen konnte,erst die Flügel, dann den Kopf.


Wir haben da immer Namen drann geschrieben,also an die Flügel und den Kopf.Was stand bei Dir in der Mitte Hubert ?


Vogeltot.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#29

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 09:46
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Warum wundert mich das nicht?

Das Deutsche Schützenmuseum auf Schloss Callenberg bei Coburg wird in seinem zweiten Bauabschnitt die Kette eines Schützenkönigs in der DDR zeigen. Der Gothaer Schützenhistoriker Hans-Joachim Beck stellt dieses seltene Exemplar der DSB-Sammlung zur Verfügung. Er selbst war 1988 letzter Schützenkönig in Gotha vor der Wende. Die Kette ist aus Kupfer und trägt die Schilder von 13 Schützenkönigen seit 1966. Das Hauptschild zeigt Schloss Friedenstein.

In der jungen DDR waren Schützenfeste als Ausdruck reaktionären Gedankenguts zunächst verboten. Jeglicher „König“ galt sowieso als Relikt und Inbegriff des längst überwundenen Feudalismus. Aber auch im Sozialismus wollte früher oder später gefeiert werden, und in den sechziger Jahren des letzten Jahrhunderts schloss auch der Arbeiter- und Bauernstaat mit einigen Abwandlungen an überkomme Festkulturen an. Hausgemeinschaftsschützenfeste, Straßen-, Betriebs- und Ortsschützenfeste sollten die Menschen an schießsportliche Betätigung heranführen.

Die erforderlichen Materialien wie Luftgewehre, Rundkugeln, Scheiben, Schießbuden und Personal, so schreibt Hans-Joachim Beck in seinem Buch über das Sportschießen in der DDR, stellte die Gesellschaft für Sport und Technik (GST). Die Volkseigenen Betriebe (VEB) hatten aus ihrer Konsumgüterproduktion kostenlos Sachpreise zur Verfügung zu stellen.

Nach und nach hielten die alten Bräuche wieder Einzug: Es gab Umzüge mit Marschmusik und Fahnen, wobei die Fahnen der DDR, der Freien Deutschen Jugend (FDJ) und der GST freilich vorangingen, Schützenbälle, Ehrenscheiben und gelegentlich sogar das Scheibennageln am Haus des Königs. Die Schützenfeste fanden an sozialistischen Feiertagen, am 1. sowie am 8. Mai, oder am Jahrestag der Staatsgründung, dem 7. Oktober, statt.


http://www.dsb.de/aktuelles/meldung/860-...chuetzenmuseum/

In Gotha soll es auch die Schützentradition weiter gelebt haben.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#30

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 09:47
von damals wars | 12.218 Beiträge

Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
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#31

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 09:58
von Harsberg | 3.250 Beiträge

Zitat
Aber da wurde mit der Armbrust auf den Vogel geschossen. Durfte aber nicht jeder machen. Sagt man. ich war nie da wenn diese Übung ablief. Aber der Rummel ringsrum war gewaltig



@Pitti53, zu DDR-Zeiten ist meines Wissens nicht auf den Vogel geschossen worden.
Das wurde erst mit der Wiedergründung des Schützenvereines am 10.02.1990 eingeführt.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2016 09:58 | nach oben springen

#32

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 11.04.2016 10:20
von Moskwitschka | 2.533 Beiträge

Auch interessant die Geschichte der Herzoglich privilegierten Altschützengesellschaft zu Gotha http://www.schuetzenverein-gotha.de/geschichte.html

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

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#33

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 12.04.2016 00:16
von StabsfeldKoenig | 2.656 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #25
Stimmt. Es gab damals ein Kinderspiel, bei dem man mit einer Armbrust den Vogel abschießen konnte,erst die Flügel, dann den Kopf.


Und eine solche Scheibe hätte man (wenn im Sportfachhandel nicht erhältlich) auch selber bauen können. An Pfeil und Bogen erinnere ich mich in größeren Sportartikel-Läden in Berlin mit Sicherheit. Luftgewehre gab es u.a. in der Nähe vom Alex in einem Jagdausstatter. Also kein Hindernis, ein Vogelschießen zu organisieren.



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#34

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 12.04.2016 00:28
von S51 | 3.733 Beiträge

Also Schützenvereine wie heutzutage kenne ich aus DDR-Zeiten tatsächlich nicht... fast nicht. Denn mir fällt da zum Beispiel der Verein der Melpitzer Schützen ein. Melpitz ist ein kleines Dorf in der Nähe von Torgau. Im Unabhängikeitskrieg gegen Frankreich führte der Melpitzer Windmüller eine Schützentruppe an, die gerne mal die Versorgungsfuhren der Franzosen marodierte - nein, ich meine natürlich befreiungskämpfte. Denn Mampf musste schon sein.
Da gab es schon zu meiner Schulzeit jedes Jahr ein Schützenfest unter reger Beteiligung von Jägern der Jagdgesellschafft und der GST sowie der Feuerwehr. Hab dort viele Fotos gemacht. Es gab (den gibt es immer noch) einen eigenen Schießstand am Dorfrand und geschossen wurde mit KK-Einzelladern, die die GST sponsorte.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Fritze, Moskwitschka und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 14.04.2016 10:59
von passport | 2.642 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #14
Zitat von Moskwitschka im Beitrag #12
Glaub ich Dir @damals wars Aber meinste nicht, dass es paar ausgebuffte gab, die die rechtlichen Möglichkeiten ausgereitzt haben und den Schützengedanken gepflegt haben?

So wie ich die DDR kenne, war nichts unmöglich



Es ging doch dabei nicht um sowas, wie Handel von Mangelware mit Beziehungen. Da war viel möglich.
Aber bei Waffen gab es eine strenge Kontrolle, ganz sicher auch des MfS. Die Gründe muß man nicht erklären. Und wenn da tatsächlich ältere Ausbilder außerhalb der Jugenderziehung rumgeballert haben, so sicherlich nicht mit dem Gedanken einer alten Tradition.

Der "Schützengedanke" konnte aber, wie bereits erwähnt, in Jagdgesellschaften gepflegt werden.




Das war die Aufgabe des MdI. Kontrolle der Sport und Jagdwaffen erfolgte im allgemeinen durch den ABV.


passport


Fritze, eisenringtheo, Freienhagener und S51 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 14.04.2016 19:33
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Danke. Aber die Waffenverantwortlichen wird das MfS sicher im Fokus gehabt haben.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#37

RE: Schützenvereine in der DDR

in Leben in der DDR 15.04.2016 11:31
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #35
...Das war die Aufgabe des MdI. Kontrolle der Sport und Jagdwaffen erfolgte im allgemeinen durch den ABV.


passport


Ja, er kam einmal im Jahr und hat den Waffenschrank kontrolliert. Außerdem wurden einmal im Jahr alle Waffen der Jagdgesellschaft durch den Schirrmeister des VPKA eingesammelt, gemeinsam mit dem Büchsenmacher des Forstwirtschaftsbetriebes technisch überprüft und konnten dann abgeholt werden. Für den Raum Leipzig/Torgau passierte das meist während der Leipziger Herbstmesse.
Das haben die Rehböcke genau gewußt...
Der ABV hatte immer eine Kartei mit allen ständigen und zeitweiligen Waffenträgern. Die hat aber nur interessiert, wenn er seine Kontrollen dort eintrug oder bekannt wurde, das es in so einer Familie gewaltsam kriselte. Dann gab er eine Info an den Funkwagen und sicher auch routinemäßig an das MfS. Das da ständig jemand hineingeguckt hätte gehört aber in das Reich der DDR-Legenden. Wenn bekannt wurde, das in einer solchen Familie der Haussegen unter Schlägen erzitterte, war es Aufgabe des ABV möglichst diplomatisch die Waffenschrankschlüssel in Verwahrung zu nehmen. Aus Gründen der Gefahrenabwehr, was aber keine rechtlichen Folgen für die Leute im Sinne eines Entzuges der Erlaubnisse bedeutete. Es gab, außer er musste es erzwingen, kein Verfahren. Das ist aber sehr theoretisch, denn praktisch hat er sich wohl kaum eingemischt. Wie hätte er das denn kontrollieren sollen.
Um zurück zur Grenze zu finden, wenn Grenzer aus der Kompanie auch Jäger waren, hatten sie ihre Jagdwaffen, meist die üblichen Doppelflinten, oft in der Waffenkammer stehen. Die wurden für den Grenzdienst jedoch nie ausgegeben. Es gab keine Waffenkarte dafür sondern ein Ausgabebuch beim Waffen-Uffz. Mit den Jagdwaffen wurde einmal jährlich auf dem Schießstand geübt. Man musste seine Norm auf den laufenden Keiler, den laufenden Hasen oder Wurftaube und den stehenden Rehbock erfüllen. Und das Schüsseltreiben danach überstehen... sonst ließ einen der Jagdleiter nicht in´s Revier. Mit den dienstlichen Waffen hat man weitaus weniger geübt. Womöglich, weil man die Jagdmunition selbst bezahlen musste...
Ist aber nun weit OT.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.04.2016 12:05 | nach oben springen


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