#41

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 01:28
von vs1400 | 2.393 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1
Hallo, heute würde ich mich gerne an ein ganz heißes Eisen wagen: Die Frage, hätte man geschossen oder nicht und wenn ja wohin? Ganz wichtig: Es geht nicht um etwaige persönliche Schuld oder so oder die Frage 'Schießbefehl als solcher'. Deshalb müsst Ihr nicht persönlich von Euch erzählen, sondern könntet meinetwegen auch anonym von Euren Kumpels berichten, man hat ja eventuell Meinungen ausgetauscht?

Die Frage:
Falls ein Flüchtling gekommen wäre, hat man sich vorher überlegt, ob und wie man geschossen hätte? Meinetwegen immer zehn Meter dahinter zielen oder so? Oder hätte man das einfach reflexartig wie gelernt und befohlen abgespult, einfach weil man keine Zeit zum Denken gehabt hätte? Wie wäre das abgelaufen? Wie ist es abgelaufen? Was waren die Meinungen damals dazu?


hm, Harzwanderer,
wie oft möchte man denn noch dieses thema erwärmen und bereits bestehende außer acht lassen ...

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#42

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 02:02
von vs1400 | 2.393 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26
Hinterher war es natürlich unmöglich, dem Grenzdienst zu entsagen. Ob Widerspruch vorher genutzt hätte, wer weiß das.

Fakt ist aber, daß man im Normalfall 3 Wochen vorher wußte, wohin die Reise geht, was die Waffengattung anbelangt.
Jedenfalls kenne ich das so aus dem Jahre 1968 in Berlin-Lichtenberg.
Lediglich der Standort war erst mit Zusendung des Einberufungsbefehls bekannt.

Spekulationen um Schützenschnurträger kann ich nicht bestätigen, ich bekam sie ca 6 Wochen vor der Entlassung.
Nur war es in unserer Kompanie nicht üblich, das Schützenschnur, Bestenabzeichen oder andere Auszeichnungen
in der Öffentlichkeit getragen wurden. Einzig das Sportabzeichen wurde getragen, wer es hatte.
Das hat auch niemand in Frage gestellt geschweige dann anders durchsetzen können, was sehr verwunderlich war.
.



wer dort nicht wirklich seien wollte, Heckenhaus,
der musste es auch nicht.


gruß vs


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#43

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 07:10
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Zum Dienst an der Grenze.
Die DDR war kein Wunschkonzert, es war besser sich an sein Umfeld anzupassen wenn man relativ ruhig durchkommen wollte und für mich hatte meine junge Familie oberste Priorität, für die hatte ich da zu sein und das ging bei mir vor humanistischem Heldenmut.
Zum Vorgang gezielter Schuss auf flüchtende Zivilisten.
Bis 100 Meter hätte man wohl bei dem Ausbaustand der Grenzanlagen Anfang der 80er immer eine Festnahme mit Verfolgung versuchen können als Alternative zum gezieltem Schuss, wenn das nicht mehr möglich war sollte man in die Beine schießen, glaub aber so einen Schuss zu setzen wäre schwierig gewesen, drum sind wohl auch viele erschossen worden wo nicht die direkte Absicht dahinterstand.
Ich habe unter den einfachen Soldaten die mit mir zusammen gedient haben nicht einen einzigen mit "Rambo-Gen" kennengelernt, bei einigen Berufssoldaten kam das schon manchmal anders rüber.
Mir tun diejenigen die einen erschießen mussten genau so leid wie diejenigen die erschossen wurden, waren tragische Umstände im Umfeld des kalten Krieges der ja nun leider damals war und wir halt voll im Zentrum mittendrin.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#44

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 10:15
von 1941ziger | 997 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #39
Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.



Es geht hier nicht um die Gerichtsurteile nach der Wende , es geht um die Situation Arnstadts , wenn der tödliche Schuß aus seiner Waffe gekommen wäre .
Und für ihn eine Notwehrsituation zu konstruieren sollte wohl schwer fallen .

B208




Warum Konstruieren, wo stand den der Mörder von R.Arnstadt und warum war er bewaffnet?
Erzählt mir bitte nichts von dem was in die Medien gebracht wurde .....ich weiß es besser.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#45

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 10:18
von Heckenhaus | 5.142 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #42
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26
Hinterher war es natürlich unmöglich, dem Grenzdienst zu entsagen. Ob Widerspruch vorher genutzt hätte, wer weiß das.
[...]


wer dort nicht wirklich seien wollte, Heckenhaus,
der musste es auch nicht.


gruß vs


Wie hier bereits erwähnt wurde, Grenze war weit besser als sich in der Provinz als einfacher Schütze Arsch im dritten Glied
im Dreck zu suhlen.
Es gab etwas mehr Geld und bessere Verpflegung. Das waren wohl die Hauptbeweggründe, das durchzuziehen.
Das relativ kleine Risiko, auf einen Grenzverletzer schießen zu müssen, blendete man da aus.
War statistisch auch sehr gering, aus heutiger Sicht.

Der Mensch denkt zuerst an sich, wer dann aus freien Stücken und mit edlen humanitären Gedanken den Grenzdienst
konsequent ablehnte : Chapeau!
Man verleihe ihm nachträglich das Bundesverdienstkreuz, denn er hat dann bereits damals im Geiste der BRD gehandelt.
Im Hinterkopf dann vielleicht sogar den Gedanken, es könnte ja mal anders kommen.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#46

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 13:13
von B208 | 1.351 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #44
Zitat von B208 im Beitrag #39
Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.



Es geht hier nicht um die Gerichtsurteile nach der Wende , es geht um die Situation Arnstadts , wenn der tödliche Schuß aus seiner Waffe gekommen wäre .
Und für ihn eine Notwehrsituation zu konstruieren sollte wohl schwer fallen .

B208




Warum Konstruieren, wo stand den der Mörder von R.Arnstadt und warum war er bewaffnet?
Erzählt mir bitte nichts von dem was in die Medien gebracht wurde .....ich weiß es besser.


@1941ziger ,
Danke für deinen Beitrag , wie ich lese warst du bei dem Zwischenfall dabei , war sicherlich nicht einfach in der Situation die Nerven zu behalten . Wie weit standst du von Arnstadt entfernt ? Was habt ihr nach dem tötlichen Schuss gemacht und warum wurden vorher die Warnschüsse von Euch abgegeben ? Spannend es mal aus der Sicht eines Beteiligten des damaligen Vorfalls zu hören ! Nur deine Frage warum ein BGSler an der Grenze bewaffnet war kann ich nicht nachvollziehen . Du warst doch sicherlich zu der Stunde auch bewaffnet .

B208


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#47

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 14:57
von sentry | 1.102 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #43

Bis 100 Meter hätte man wohl bei dem Ausbaustand der Grenzanlagen Anfang der 80er immer eine Festnahme mit Verfolgung versuchen können als Alternative zum gezieltem Schuss, wenn das nicht mehr möglich war sollte man in die Beine schießen, glaub aber so einen Schuss zu setzen wäre schwierig gewesen, drum sind wohl auch viele erschossen worden wo nicht die direkte Absicht dahinterstand.
Ich habe unter den einfachen Soldaten die mit mir zusammen gedient haben nicht einen einzigen mit "Rambo-Gen" kennengelernt, bei einigen Berufssoldaten kam das schon manchmal anders rüber.


Ich schätze die Gesamtsituation genau so ein, wie @Hanum83 in Beitrag #43. Auch einigen andere Ansichten hier bezüglich Motivation zum Grenzdienst und zum Schießen in der Ausbildung (Schützenschnur usw.) kann ich mich voll und ganz anschließen.
So habe ich das auch erlebt. Wir haben gehofft, dass keiner kommt und im Falle eines Falles darauf vertraut, dass wir oder benachbarte Posten den GV ohne Anwendung der Schusswaffe stellen können. Trotz aller sehr lockeren Dienstdurchführung hatten wir aber schon einen gewissen "Grenzerstolz". Durchlassen wollten wir natürlich auch keinen.

Einen gezielten Schuss auf Extremitäten oä (über eine Entfernung, wo sich nicht noch "Hinterherlaufen" gelohnt hätte), sehe ich als sehr problematisch an. Die AK-47 hatte nur eine verstellbare Kimme und Korn. Ich bin kein großer Trainer oder Ballistiker aber nach meiner Erinnerung haben wir die Visiereinstellung immer so gewählt, dass wir "Ziel aufsitzend" geschossen haben. Man hat z.B. bei einem Ziel in 200 m Entfernung nicht das Visier auf 200 m gestellt, sondern auf 400 m. Wenn man mit so einer Einstellung die Zielmitte anvisiert und alles perfekt läuft (Wind, eigene Haltung der Waffe usw.) trifft man das Ziel auch genau in der vertikalen Achse, allerdings nach oben versetzt, ich meine ca. 25 cm höher.
Wenn man nun also folgerichtig eine Scheibe von 50x50 cm auf dem Visier "reiten" lässt, also nicht die Mitte sondern die Unterkante anvisiert, sieht man das Ziel in seiner vollen Größe und trifft genau die Mitte.
So hat man die Schützenschnur erworben, aber in der Praxis hilft die Theorie nur bedingt. In meiner Einheit haben wir etwas professionelleren Schützen in der Regel die Visiere im Grenzdienst auf 200 m eingestellt, manche auch auf 400 m. Ein großer Rest hat sicher gar keine Ahnung davon gehabt oder war zu doof oder auch unwillig, sich mit der Materie zu beschäftigen.
Bei einem Ziel in 100 m Entfernung mit Visier 200 dürfte das Geschoss ca. 3 cm höher einschlagen als anvisiert. Die Variablen sind also je nach Bewegung des Ziels, Fähigkeiten des Schützen, Visiereinstellung, geschätzter und tatsächlicher Entfernung, Wind, Puls usw usf. enorm - meiner Einschätzung nach ist auf solche Entfernung ein Schuss in die Beine eher ein "Glückstreffer", auch wenn man hier für niemanden von Glück sprechen kann. Von solchen Sachen wie Oberschenkelarterien will ich gar nicht sprechen.
So viel mal zur Theorie des gezielten Schusses. Ich muss aber hinzufügen, dass ich seit bestimmt 20 Jahren keine scharfe Waffe mehr abgefeuert habe - also fallt nicht über mich her, wenn das nicht alles ganz so korrekt war.


Hanum83, DoreHolm und Wahlhausener haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#48

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 16:12
von 1941ziger | 997 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #46

@1941ziger ,
Danke für deinen Beitrag , wie ich lese warst du bei dem Zwischenfall dabei , war sicherlich nicht einfach in der Situation die Nerven zu behalten . Wie weit standst du von Arnstadt entfernt ? Was habt ihr nach dem tötlichen Schuss gemacht und warum wurden vorher die Warnschüsse von Euch abgegeben ? Spannend es mal aus der Sicht eines Beteiligten des damaligen Vorfalls zu hören ! Nur deine Frage warum ein BGSler an der Grenze bewaffnet war kann ich nicht nachvollziehen . Du warst doch sicherlich zu der Stunde auch bewaffnet .

B208






Ich habe keine Lust das alles wieder aufzuwärmen........nur soviel, der Plüscke war auf dem Gebiet der DDR und es war
das zweite mal das an diesem Tag die Grenze verletzt wurde.......an der gleichen Stelle.
In dem Abschnitt lag ein getarnter Beobachtungsposten, man hatte wohl das Ziel diesen aus der Deckung zu locken.
Übrigens.....ein Märchen das der Plüschke hat eine Kugel pfeifen hören, es war strickt untersagt in Richtung West zu schießen
weil die Truppenbewegungen der Amerikaner im Rückraum bekannt waren.
Arnstadt hat in etwa 45° nach oben geschossen.

Soviel dazu....und nichts weiter.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#49

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 18:09
von B208 | 1.351 Beiträge

Danke @1941ziger für deine Antwort ,
verstehe natürlich das dich das als Beteiligter noch heute aufwühlt , gerade wo du in unmittelbarer Nähe eines erschossenen Kameraden warst und alles mit ansehen musstes .

B208


Freienhagener und 1941ziger haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#50

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 18:49
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #38
Zitat von B208 im Beitrag #31
Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


Du hast viel Ahnung von nichts....In DDR Zeiten wäre er ein Held gewesen. Nach der Kehre hätten Gerichte wie entschieden?

Da er vielleicht dann nicht mehr unter den lebenden geweilt hätte wäre der Ausgang ungewiß


Nicht den inneren Zustand nach solch einem Ereignis ausblenden!
Es gab wohl Einige, die das konnten. Aber das setze ich bei Niemandem voraus, wenn er es nicht ausdrücklich von sich behauptet.

Helden waren das offiziell. Aber konnten sie den Sonderurlaub genießen?


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 11.04.2016 19:07 | nach oben springen

#51

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:08
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Ehrlich Männer, ich sah komischerweise damals nie den Sperrbrecher, den Flüchtling aus dem Hinterland, meine Denke war ....ja die ruhte immer auf dem Mann an deiner Seite.....hinter dir, dem vor dir. Und gut, wir waren Pioniere, öfters mal hinter dem Zaun I zu Dritt unterwegs. Ich beschrieb diese komische Situation früher schon mal, dieses richtig flaue Gefühl im Magen, du liefst also längs dem Zaun feindwärts und BGS/ ZGD lief mit dir, in sagen wir zehn Metern Entfernung.

Da war nix mehr dazwischen außer Gras, Strauchwerk, Büsche, vielleicht ein kleiner Wassergraben der ohne Mühe übersprungen werden konnte.

Im Hinterkopf war da immer..."Also wenn jetzt hier Einer verrückt spielt, einfach nur losläuft zu BGS/ZGD,...wie reagieren, was machen? Das war meine größte Sorge, auch Angst, und ja ich gebe es ehrlich zu, da war viel Angst.
Eben diese pure Angst über die Konsequenzen. Das Wort Schwedt genügte vollkommen..

Rainer-Maria

Und einen guten Abend allen ins Forum



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#52

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:12
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #51

Im Hinterkopf war da immer..."Also wenn jetzt hier Einer verrückt spielt............


Immer? Ich war irgendwann abgestumpft, nachdem immer nur Wetter und Wild den Grenzalarm auslösten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#53

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:26
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Freienhagen entschuldige weil, ich muss das nochmal etwas auf das Gebiet hinter dem Zaun I begrenzen. Jede Begegnung mit BGS/ZGD war irgendwie ungewohnt, ich nenne es irgendwie besser"jedesmal neu". Das stumpfte unter Garantie nicht ab, trieb eher jedes Mal den Adrinalinspiegel in die Höhe.

Und ich schrieb das auch schon mal" also ich selber nie, so mit Fluchtgedanken weil, ich war viel zu sehr in meinem ganzen....wie schreibt man das jetzt am Besten...etwa "Heimatumfeld "verhangen, ich wäre doch nie getürmt hatte was zum richtig gut zum festhalten in der DDR, in meinem Leipzig.Klingt für Manchen vielleicht blöd, für mich nicht.

Rainer-Maria



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#54

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:38
von Freienhagener | 3.865 Beiträge

Das mit Leipzig war bei mir nicht anders.

Ansonsten waren die Grenzabschnitte ja verschieden. Ich hab BGS/ZGD nur immer aus der Ferne gesehen.
Dazu war das Gebiet der Kompanie Freienhagen kahl, also fast nur Feld. Daher keine seltsamen Waldgeräusche usw.

Bald war man dran gewöhnt, daß im Grenzabschnitt außer uns selbst und Tieren Keiner war.

Aufregende Ereignisse gab es natürlich auch da, aber selten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2016 19:39 | nach oben springen

#55

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:44
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #51
Ehrlich Männer, ich sah komischerweise damals nie den Sperrbrecher, den Flüchtling aus dem Hinterland, meine Denke war ....ja die ruhte immer auf dem Mann an deiner Seite.....hinter dir, dem vor dir. Und gut, wir waren Pioniere, öfters mal hinter dem Zaun I zu Dritt unterwegs. Ich beschrieb diese komische Situation früher schon mal, dieses richtig flaue Gefühl im Magen, du liefst also längs dem Zaun feindwärts und BGS/ ZGD lief mit dir, in sagen wir zehn Metern Entfernung.

Da war nix mehr dazwischen außer Gras, Strauchwerk, Büsche, vielleicht ein kleiner Wassergraben der ohne Mühe übersprungen werden konnte.

Im Hinterkopf war da immer..."Also wenn jetzt hier Einer verrückt spielt, einfach nur losläuft zu BGS/ZGD,...wie reagieren, was machen? Das war meine größte Sorge, auch Angst, und ja ich gebe es ehrlich zu, da war viel Angst.
Eben diese pure Angst über die Konsequenzen. Das Wort Schwedt genügte vollkommen..

Rainer-Maria

Und einen guten Abend allen ins Forum


Ihr hattet doch als Pioniere sicherlich Sicherungsposten dabei, oder habt ihr selber noch die Kaschi mitgeschleppt?
Der Sicherungsposten hätt dir doch wahrscheinlich die Entscheidung abgenommen wenn einer verrückt gespielt hätte.
Hab auch manchmal feindwärts Bauarbeiten abgesichert, die Pios werkelten, wir passten auf und der BGS stand meistens auch immer mit da, war aber alles entspannt.
Waren auch immer kleine Baustellen, mal bissel Streckmetall austauschen oder ne Grenzsäule neu setzen, die 501 wurde ja freundwärts angeschraubt.


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(Anton Günther)
zuletzt bearbeitet 11.04.2016 19:52 | nach oben springen

#56

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:47
von linamax | 2.020 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #53
Freienhagen entschuldige weil, ich muss das nochmal etwas auf das Gebiet hinter dem Zaun I begrenzen. Jede Begegnung mit BGS/ZGD war irgendwie ungewohnt, ich nenne es irgendwie besser"jedesmal neu". Das stumpfte unter Garantie nicht ab, trieb eher jedes Mal den Adrinalinspiegel in die Höhe.

Und ich schrieb das auch schon mal" also ich selber nie, so mit Fluchtgedanken weil, ich war viel zu sehr in meinem ganzen....wie schreibt man das jetzt am Besten...etwa "Heimatumfeld "verhangen, ich wäre doch nie getürmt hatte was zum richtig gut zum festhalten in der DDR, in meinem Leipzig.Klingt für Manchen vielleicht blöd, für mich nicht.

Rainer-Maria

Das ist doch ok mit deinen Leipzig . Aber dann sollte man das auch akzeptieren wenn einer den Schritt nach den Westen machte .


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#57

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:50
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

sentry #47: Bei einem Ziel in 100 m Entfernung mit Visier 200 dürfte das Geschoss ca. 3 cm höher einschlagen als anvisiert.

Wimre haben wir zur Balistik der AK 47 gelernt, daß die Flugbahn des Geschosses nicht einer Parabel gleicht, sondern durch irgendwelche physikalische Gesetze auf den ersten 100 m erst mal leicht ansteigt, um danach in eine Parabelkurve überzugehen. Das heiß praktisch, daß auf kurze Entfernung der Treffer oberhalb der gedachten Lauflinie liegt. Weiß jemand Genaueres dazu oder liege ich da total falsch, auch wenn es hier fast etwas OT ist ?



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#58

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:53
von TAO | 232 Beiträge

Nach welchem Paragraphen des DDR-StGb bzw. Militärstrafgesetzbuches (?) wurde denn eigentlich jemand verurteilt, wenn er nachweislich oder auch unnachweislich daneben schoß?
Stelle mir gerade was anderes vor, da türmt irgendein Unbedeutender (der der DDR vielleicht eh nicht viel genutzt hat) und man kriegt es erst zu spät mit, um ihn mit oder ohne Waffe noch zu stoppen. Das Leben wäre dann ja wahrscheinlich für den AGT, abgesehen vom Knast, für die Zukunft in der DDR nicht mehr ganz so einfach.


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#59

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 19:53
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Soweit ich mich erinnere Hanum hatten wir selber die Kaschi dabei und Sicherheitsposten ....also ob Der jetzt mitlief, keine Ahnung mehr, ich erinnere mich eher an Uffz. oder Lolli. dann Gefreiter und Soldat(somit zu Dritt) Und Lolli immer vorneweg, da war wohl sehr viel Vertrauen in Gefreiten und Soldaten?

Könnte auch sein, das Posten immer am LKW blieb und der stand doch jedes Mal nahe an oder hinter der Gasse(freund/feindwärts) Ist jetzt fast vierzig Jahre her....leichte Erinnerungslücken lassen somit grüßen.

Rainer-Maria



Hanum83 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#60

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 11.04.2016 20:00
von Hanum83 | 4.775 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #59
Soweit ich mich erinnere Hanum hatten wir selber die Kaschi dabei und Sicherheitsposten ....also ob Der jetzt mitlief, keine Ahnung mehr, ich erinnere mich eher an Uffz. oder Lolli. dann Gefreiter und Soldat(somit zu Dritt) Und Lolli immer vorneweg, da war wohl sehr viel Vertrauen in Gefreiten und Soldaten?

Könnte auch sein, das Posten immer am LKW blieb und der stand doch jedes Mal nahe an oder hinter der Gasse(freund/feindwärts) Ist jetzt fast vierzig Jahre her....leichte Erinnerungslücken lassen somit grüßen.

Rainer-Maria


Ich kenn nur unbewaffnete Pios feindwärts, wie sollen die auch werkeln mit Kaschi und das Ding irgendwo in die Botanik stellen, naja.
Absicherung bei kleineren Arbeiten ein bis zwei Postenpaare, entweder mit Offizier aber ein Feldwebel/Fähnrich hat es auch gemacht.
Bei größeren Bau-Geschichten waren wir als Grenzkompanie eh raus, da waren extra welche da zum Absichern, vermute mal die SIK.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Rainer-Maria Rohloff hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.04.2016 20:02 | nach oben springen


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