#21

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 16:54
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

@Rostocker, Du beschreibst ganz richtig die Realität.

Nur das "Plötzlich wollte keiner zur Grenze" trifft so absolut nicht zu.

Sicherlich war für alle die Frage Grenze oder Mot.-Schützen usw. die Alternative zwischen "Regen und Traufe" und daher vielen gleich.
Mich hat vor allem die Entfernung gestört, weil ältere Freunde in der Heimatstadt stationiert waren. Die Frage des Schießens habe ich bis zur Versetzung an die Grenze verdrängt. Wie Andere auch habe ich darauf vertraut, daß Grenzdurchbrüche trotz allem selten sind - und damit zum Glück recht behalten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 10.04.2016 16:59 | nach oben springen

#22

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 16:56
von Feldwebel | 58 Beiträge

Das Thema ist auch gar nicht so einfach . Bei den Funkern (6Komp. uffz. Perleberg) stand im Vordergrund die Ausbildung zum Funker.
Wenn wir mal auf dem Stüp waren und Grenztraining angesagt war..wurde es nur angeschnitten .Wir hatten ja eine "Übungsgrenze" sogar mit vorgelagertem Hoheitsgebiet,allerdings war das Training dort eher belustigend . Wir Ausbilder waren (die meisten auf jeden Fall) waren nie an einer richtigen Grenze und konnten den Schülern so auch keine "wirklichen" Eindrücke vermitteln.
Das wir an Objekt-oder Stüp-Wache hatten ,wo die Schüler dann mit Waffe und scharfer Muni antreten durften kann man mit der Grenze , so denke ich, gar nicht vergleichen .
Und bei unseren Wachaufzügen wussten wir eigentlich immer.. wer bitteschön sollte denn in das Objekt oder auf den Stüp wollen.
Mal hier und da auf dem Stüp ..ein par betrunkene Jugendliche... aber nur Randgebiet ..sicherlich auf dem Heimweg ... ,aber eine wirkliche gefahr war das nie und wie bitteschön sollte man denn da einen Schüler auf das vorbereiten was für ihn kommen würde in diesem Zusammenhang?
Im Grunde wusste jeder Soldat der schon an der Grenze stand mehr wie ein Uffz der frisch von der Schule kam .
Ich fand es damals auch nicht gut das wir dieses Wissen nicht vermitteln konnten,aber wie uns ja immer wieder gesagt wurde ..waren wir für die Funkausbildung zuständig ..für alles andere gibt es andere Leute.
Man hat sich auch so seinegedanken gemacht als Ausbilder,was die Jungs dann erwartet ,wenn sie in ihre GK kommen und sicherlich hätte man auch mal auf Resonanz gehofft , aber bei 98% war halt..einmal weg und gut und das Leben geht weiter.
Mit deren Erfahrung hätte man aber besser auf die (neuen) Schüler einwirken können und sie besser auf das Leben "draußen" vorbereiten können.
Das sind so Dinge die mich nach wie vor beschäftigen ,denn irgendwie hat man ja bei der Formung eines Menschen mitgewirkt ..und ihn dann doch irgendwo in die Wüste (ein neues ungewisses Leben) geschickt , wo er/sie sich wieder alleine zurechtfinden musste und wieder eigene Erfahrungen machen.
Bei uns an der Schule war das Thema Schießbefehl irgendwie Nebensache ..beim Grenztraining mit angeschnitten , aber niemand wurde wirklich psyschich darauf vorbereitet.

Und wen ihr dann meine Signatur lest und euch fragt was das dann soll..... Man hat schon korrekt gehandelt und solche D>inge wie meine Signatur sind dann mit eingeflossen ,in dem Wissen das die Schüler das auch verstehen (also scherzhaft) .. sowas wurde nie bei frischen uschi`s gesagt , erst dann wenn sie geformt ,geschult und WISSEND waren. Aber wie gesagt .. Uffz-Schule und Grenze .. kein Vergleich .
Wen ich viele Sachen hier im Forum lese...... würde ich (in der heutigen Zeit mit dem Wissen ) als Ausbilder viele Dinge bei der Schulung der Uffz-Schüler anders machen.
So langsam fragt man sich ... was hat man denn getan ?? , um die Schüler auf ihr Leben in der GK vorzubereiten ?



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#23

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 17:22
von Rostocker | 7.734 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #21
@Rostocker, Du beschreibst ganz richtig die Realität.

Nur das "Plötzlich wollte keiner zur Grenze" trifft so absolut nicht zu.

Sicherlich war für alle die Frage Grenze oder Mot.-Schützen usw. die Alternative zwischen "Regen und Traufe" und daher vielen gleich.
Mich hat vor allem die Entfernung gestört, weil ältere Freunde in der Heimatstadt stationiert waren.



Mal ne andere Frage--Wurde man eigendlich bei der ersten Musterung--als Grenzer gemustert. Ich nehme mal an,so was gab es nicht. Die meisten wurden doch als Mot. Schütze gemustert. Meine Person genauso--war mir auch egal,es gab eine Wehrpflicht. Erst als ich zu Einberufungsuntersuchung musste, erfuhr ich ,wo es hingehen sollte. Und das lief ganz schnell ab, Man sagte mir,sie werden in Mai eingezogen--und ich fragte wohin denn--Antwort zu den Grenztruppen--ich fragte wo denn dort hin--können wir ihnen nicht sagen. Ich sagte dann nur noch OK und das war es dann. Für mich war es ganz gut--mit 19 hin und mit 20 war man wieder zu Haus. Auch wusste ich durch einen Kollegen der gerade von seinen GWD bei den GT zurück kam. Das es dort ruhiger abläuft,wie bei anderen Einheiten.


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#24

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 17:58
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Genauso kenne ich es.
Bei der Musterung wehrte man bestenfalls (also die Meisten) die drei Jahre ab.
Die völlig unerwartete Einberufung an die Grenze erfolgte per Post. Und da verlange jetzt im Nachhinein Keiner, man hätte im Wehrkreiskommando Widerspruch einlegen sollen.
Da wirkte das von mir oben beschriebene Prinzip "Egal. Bei mir wird schon nichts passieren".


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zuletzt bearbeitet 10.04.2016 18:04 | nach oben springen

#25

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 18:04
von Grenzerhans | 274 Beiträge

Wenn auch sich der Beitrag #22 von Feldwebel nicht direkt mit dem Schießen an der Grenze beschäftigt, so finde ich einige Passagen seines
Beitrages für interessant, zumindest wenn es um das Schießen geht, insbesondere Schießen an der Grenze (sogenannter Schießbefehl).
Wenn ich an meine Zeit an der Grenze denke und wann ich einmal geschossen habe, komme ich immer wieder darauf, dass ich einmal in die Schußwaffengebrauchsbestimmung eingewiesen wurde und dann nicht wieder.Und ich war mehrere Jahre an der Grenze eingesetzt.
Die Problematik mit den Schülern. Ich habe in meinem Berufsleben an vielen Schulungen, Lehrgängen u. Qualifizierungsmaßnah-
men teilgenommen.Wenn ich den Lehrstoff mit 100% veranschlage, waren, bzw. sind mindesten 10% Lehrstoff gewesen, den ich bis heute nicht gebraucht habe oder nicht anwenden konnte.


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#26

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 18:10
von Heckenhaus | 5.156 Beiträge

Hinterher war es natürlich unmöglich, dem Grenzdienst zu entsagen. Ob Widerspruch vorher genutzt hätte, wer weiß das.

Fakt ist aber, daß man im Normalfall 3 Wochen vorher wußte, wohin die Reise geht, was die Waffengattung anbelangt.
Jedenfalls kenne ich das so aus dem Jahre 1968 in Berlin-Lichtenberg.
Lediglich der Standort war erst mit Zusendung des Einberufungsbefehls bekannt.

Spekulationen um Schützenschnurträger kann ich nicht bestätigen, ich bekam sie ca 6 Wochen vor der Entlassung.
Nur war es in unserer Kompanie nicht üblich, das Schützenschnur, Bestenabzeichen oder andere Auszeichnungen
in der Öffentlichkeit getragen wurden. Einzig das Sportabzeichen wurde getragen, wer es hatte.
Das hat auch niemand in Frage gestellt geschweige dann anders durchsetzen können, was sehr verwunderlich war.
.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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#27

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 18:36
von LO-Wahnsinn | 3.492 Beiträge

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern wie das auf dem WKK ablief, zumal ich ja auch noch anderweitig betreut wurde und dort auch Informationen bekam, mein Informant, also mein mutmasslicher FO sich aber auch im WKK befand.
Als Mot-Schütze war auch ich gelistet, das sollte bei allen Grenzern so gewesen sein, dass hatte aber nichts damit zutun das man als solcher vorgesehen war, sondern damit, dass die Ausbildung der eines Mot-Schützen entsprach, Bewaffnung etc.

Ich wurde im WKK befragt wie ich zur Grenze stehe, was ich davon halten würde dort zu dienen.
Man machte mir die Grenze auch schmackhaft, schmackhaft im Sinne 18 Monate im Dreck rumzukrabbeln und Dauerausbildung zu haben, oder eben Grenze.
Ob ich mit meinen Aussagen dazu Einfluss hatte wohin ich komme, dass kann ich nicht beurteilen, dazu müsste ich wohl meine Stasiakte anfordern.
Wer mir aber hier die Fragen stellte, ob WKK Mitarbeiter oder mein mutmasslicher FO (um das herauszufinden müsste ich auch meine Stasiakte einsehen), daran kann ich mich heute nicht mehr erinnern.
Ich weiss aber noch, ich wusste es auch vorher, wie lange vorher allerdings nicht mehr.

Wie hier aber schon richtig gesagt wurde, man hatte -zumindest zu meiner Zeit 1984- in der Ausbildung die Gelegenheit die Waffe abzulehnen, einer aus meiner Stadt machte das der in der Nachbarkompanie zur Ausbildung war.
Er nahm weiterhin an der Ausbildung teil, nur halt bei Dingen mit Waffen nicht, der hatte dann eben bei der Schiessausbildung Feuerwache, die Truppe bot ausreichend Einsatzmöglichkeiten.

Ob ich selber geschossen hätte, dazu habe ich mich hier im Forum schonmal eingelassen.
Ein klares JA auch hier nochmal.
Schon aus reinem Egoismus (ist das denn welcher wenn man nicht weiss welchem Gegner man gegenüber steht, bewaffnet oder nicht?) hätte ich geschossen.
Ich wollte auch wieder nach Hause und mein Leben weiter leben, warum sollte ich mich durch falsche Rücksichtnahme gegenüber einem Egoisten unglücklich machen?
Ich sehe das ganz rational, wie ich alle Dinge im Leben bis heute rein rational betrachte, die politische Grundhaltung war für mich schon damals nicht die Messlatte.

Mancher mag das schlecht finden, doch die Beweggründe dessen auf den man zielt sind doch auch rein egoistisch, warum also sollte ich nicht auch so denken, im Gefecht gibts nur Er oder Ich und eine Grenzlage war definitiv eine Art Gefecht.
Ob ich dann gezielt, oder in welcher Art gezielt geschossen hätte, dass kann man im voraus ja nicht sagen, sowas ist abhängig von der Situation.
Ich glaube die wenigsten Schützen die in so eine Situation kamen, haben auf Kopf oder Herz gezielt um mit einem Schuss den Todesschuss zu setzen, auch ich hätte das nicht getan.
Da wurde draufgehalten irgendwie, und selbst wenn man in so einer Situation auf Beine gezielt hätte, ein Gefecht ist kein Schiessplatz, ein sich bewegendes Ziel kein feste Zielscheibe in einem Blechkasten.

Man hätte natürlich auch ganz gezielt vorbei schiessen können, doch ob man sich damit dann selber einen Gefallen getan hätte, z.B. im Fortbestand der Lage, um dann eventuell selber Opfer zu werden, NEIN, ein klares NEIN von mir.
Jeder der Geflüchteten hier im Forum, wäre er mir im Falle des Falles vor die Flinte gelaufen, ich hätte geschossen, natürlich als letzte Instanz, nach Abarbeitung sämtlicher Versuche den Flüchtenden zu stoppen.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#28

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 18:54
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26
....
Fakt ist aber, daß man im Normalfall 3 Wochen vorher wußte, wohin die Reise geht, was die Waffengattung anbelangt.
Jedenfalls kenne ich das so aus dem Jahre 1968 in Berlin-Lichtenberg.
Lediglich der Standort war erst mit Zusendung des Einberufungsbefehls bekannt.



Ich erinnere mich nur an Musterung und Einberufung. Wenn es 3 Wochen vorher noch eine Benachrichtigung gab, so bleibt das wohl gleich.

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26

Spekulationen um Schützenschnurträger kann ich nicht bestätigen, ..............
Nur war es in unserer Kompanie nicht üblich, das Schützenschnur, Bestenabzeichen oder andere Auszeichnungen
in der Öffentlichkeit getragen wurden. ......



Keine Spekulation ist mein Zug mit Schützenschnüren im Ausgang.

Im Dienst hat man die Auszeichnungen nicht getragen. Da bleibt ja nur die Öffentlichkeit.


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zuletzt bearbeitet 10.04.2016 18:58 | nach oben springen

#29

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 19:07
von Mike59 | 7.979 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #28
Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26
....
Fakt ist aber, daß man im Normalfall 3 Wochen vorher wußte, wohin die Reise geht, was die Waffengattung anbelangt.
Jedenfalls kenne ich das so aus dem Jahre 1968 in Berlin-Lichtenberg.
Lediglich der Standort war erst mit Zusendung des Einberufungsbefehls bekannt.



Ich erinnere mich nur an Musterung und Einberufung. Wenn es 3 Wochen vorher noch eine Benachrichtigung gab, so bleibt das wohl gleich.

Zitat von Heckenhaus im Beitrag #26

Spekulationen um Schützenschnurträger kann ich nicht bestätigen, ..............
Nur war es in unserer Kompanie nicht üblich, das Schützenschnur, Bestenabzeichen oder andere Auszeichnungen
in der Öffentlichkeit getragen wurden. ......



Keine Spekulation ist mein Zug mit Schützenschnüren im Ausgang.

Im Dienst hat man die Auszeichnungen nicht getragen. Da bleibt ja nur die Öffentlichkeit.


Alle Achtung, was hatten die für eine Matte - Schützenschnur war bei uns im Ausgang und Urlaub normal - wenn auch immer wieder anderes behauptet wird. Da ja nahezu jeder wehrfähige DDR Bürger schon mal den bunten Rock anhatte ist das mit der Bedeutung der Schützenschnur ja auch allgemein bekannt gewesen.


vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.04.2016 19:39 | nach oben springen

#30

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 19:55
von bürger der ddr | 3.642 Beiträge

Ganz ehrlich, ich war froh an die Grenze zu kommen. Ich hatte null Bock auf "Sandlatschen" und "Schlammkriechen". Die Frage nach dem gezielten Schuß, das war eine andere Geschichte, man hatte für sich immer die moralische Rechtfertigung "gezielt daneben zu schießen".

Ich hatte das Glück, dies Dilemma war für mich nicht gegeben, da PIK. Nur sollte man auch nicht die Augen verschließen, Hektik, Adrenalin und da sieht die Welt anders aus....
Die Frage kann man eigentlich nicht pauschal beantworten. Es hat auch Fälle gegeben (hier im Forum berichtet) da haben sich Sodaten im Sinn erklärt, nicht auf Flüchtende schießen zu können. Die wurden im Innendienst eingesetzt. Hat da jemand persönlich Erlebnisse?
Ich meine nicht komplett den Dienst mit der Waffe verweigern.



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#31

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 21:25
von B208 | 1.352 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


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#32

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 22:18
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #31
Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


Unsinn ! Obwohl sich die Ankläger der gesamtdeutschen Justitz alle Mühe gegeben haben, Grenzer möglichst hart zu verurteilen, deren Schuss den Tod eines GV zur Folge hatte, hat es für mehr als Verurteilung wegen Totschlag unter besonderen Bedingungen nicht gereicht. I.d.R. mit Bewährungsverurteilung. Die eigenen bundesdeutschen Gesetze zum Waffeneinsatz standen dem wohl im Wege. Die waren nämlich denen der DDR sehr ähnlich.



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zuletzt bearbeitet 10.04.2016 22:19 | nach oben springen

#33

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 22:28
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #1
Hallo, heute würde ich mich gerne an ein ganz heißes Eisen wagen: Die Frage, hätte man geschossen oder nicht und wenn ja wohin? Ganz wichtig: Es geht nicht um etwaige persönliche Schuld oder so oder die Frage 'Schießbefehl als solcher'. Deshalb müsst Ihr nicht persönlich von Euch erzählen, sondern könntet meinetwegen auch anonym von Euren Kumpels berichten, man hat ja eventuell Meinungen ausgetauscht?

Die Frage:
Falls ein Flüchtling gekommen wäre, hat man sich vorher überlegt, ob und wie man geschossen hätte? Meinetwegen immer zehn Meter dahinter zielen oder so? Oder hätte man das einfach reflexartig wie gelernt und befohlen abgespult, einfach weil man keine Zeit zum Denken gehabt hätte? Wie wäre das abgelaufen? Wie ist es abgelaufen? Was waren die Meinungen damals dazu?



Tut mir Leid, aber das ist schon mehr als zerkaut worden.
Muß die Antworten auch nicht erst lesen.
Kurtz und knapp - es wäre auf die Situation angekommen.
Du oder Ich ?
Dann ich !!!

Oss`n


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#34

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 22:31
von Oss`n | 2.779 Beiträge

kurz überflogen.
Schützenschnüre !
Man hätte sie schon getragen, wenn es nicht so viele dumme unwissende Menschen gegeben hätte und sie auch noch heute gibt.

Oss`n


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#35

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 22:51
von DoreHolm | 7.707 Beiträge

Hatte es schon mal woanders geschrieben: Wir haben uns damit selbstberuhigt, was das Gewissen betrifft, wenn es doch soweit kommen sollte, weil wir uns folgende Logik aufgebaut hatten:
Jeder weiß, daß er mit dem Leben spielt, wenn er/sie die Grenze illegal überwinden will. Also, wer so ein Risiko eingeht, hat demzufolge einen sehr triftigen Grund dazu und der konnte nur ein Verbrechen erheblichen Ausmaßes gewesen sein. Flüchtige Schwerverbrecher gab es durchaus, die in den Fahndungslisten der Grenze auftauchten und wegen so einem durch Nichtschießen belangt zu werden, das wollte keiner. Auch festgenommene GV´s gab es, die dann zugaben, einen Grenzer auch töten zu wollen, wenn sie dadurch die Flucht ermöglichen, hatten wir schon. Andere Gründe für einen Grenzübertritt wurden stillschweigend ausgeblendet. Ich glaube, solche Fälle wie der von Weinhold taten ihr Übriges für die Bereitschaft, auch auf die Person zu schießen.



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#36

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 22:55
von furry | 3.580 Beiträge

@Oss`n , das Nichttragen der Schützenschnur hat nichts mit dummen und unwissenden Menschen zu tun. Ich war kein Grenzer und in meinem Zug war jegliches Gebammel an der Uniform verpönt. Wir sahen doch so schon schick aus.


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#37

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 23:03
von Oss`n | 2.779 Beiträge

Zitat von furry im Beitrag #36
@Oss`n , das Nichttragen der Schützenschnur hat nichts mit dummen und unwissenden Menschen zu tun. Ich war kein Grenzer und in meinem Zug war jegliches Gebammel an der Uniform verpönt. Wir sahen doch so schon schick aus.



Sorry, aber mit dummen Menschen meinte ich mit Sicherheit nicht uns die Grenzer, sondern dummen Leute, die die Schützenschnur in Verbindung mit den GT ganz anders sahen.
Dumm und unwissend.
Wir legten keine Wert darauf.
So konnte man Konfrontationen aus dem Weg gehen - ganz einfach .

Oss`n

PS.: schick sahen wir auch aus, denn wir hatten ja noch unsere Ärmelbeschriftung


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#38

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 23:05
von Pitti53 | 8.791 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #31
Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


Du hast viel Ahnung von nichts....In DDR Zeiten wäre er ein Held gewesen. Nach der Kehre hätten Gerichte wie entschieden?

Da er vielleicht dann nicht mehr unter den lebenden geweilt hätte wäre der Ausgang ungewiß


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#39

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 23:36
von B208 | 1.352 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #32
Zitat von B208 im Beitrag #31
Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


Unsinn ! Obwohl sich die Ankläger der gesamtdeutschen Justitz alle Mühe gegeben haben, Grenzer möglichst hart zu verurteilen, deren Schuss den Tod eines GV zur Folge hatte, hat es für mehr als Verurteilung wegen Totschlag unter besonderen Bedingungen nicht gereicht. I.d.R. mit Bewährungsverurteilung. Die eigenen bundesdeutschen Gesetze zum Waffeneinsatz standen dem wohl im Wege. Die waren nämlich denen der DDR sehr ähnlich.



In meinen Augen kein Unsinn sondern einfach nur der Umkehrschluss der Bewertung des Vorfalles aus der Sicht der DDR Organe !
Wenn auf dem Grabstein von Arnstadt von Mord die Rede ist und in der Presse der DDR von feigem Mord geschrieben wurde , dann müsste es doch bei einem gezielten Schuß von Arnstadt auf BGS Beamte mit Todesfolge auch um Mord im Sinne der damaligen Bewertung des Vorfalls durch DDR Organe gehen .
Es geht hier nicht um die Gerichtsurteile nach der Wende , es geht um die Situation Arnstadts , wenn der tödliche Schuß aus seiner Waffe gekommen wäre .
Und für ihn eine Notwehrsituation zu konstruieren sollte wohl schwer fallen .

B208


Lutze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#40

RE: Schießen oder nicht und wohin hätte man gezielt?

in Grenztruppen der DDR 10.04.2016 23:46
von B208 | 1.352 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #38
Zitat von B208 im Beitrag #31
Zitat von 1941ziger im Beitrag #11
Es kommt immer auf die Situation an, hätte der Rudi Arnstadt statt Warnschuß einen Zielschuß abgegeben wäre er heute noch am Leben.


Dann aber als Mörder oder Totschläger .


Du hast viel Ahnung von nichts....In DDR Zeiten wäre er ein Held gewesen. Nach der Kehre hätten Gerichte wie entschieden?

Da er vielleicht dann nicht mehr unter den lebenden geweilt hätte wäre der Ausgang ungewiß



Ich weiß , du warst dabei , als Zeitzeuge , hast die Situation miterlebt und kannst als einziger Überlebender diesen Vorfall zweifelsfrei bewerten !

du bist mein Held , ich verbeuge mich vor dir . Was zig Historiker , Juristen , Kriminalisten nicht geschafft haben , mein Held hat es .

B208


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