#1

Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 19:42
von Hans55 | 762 Beiträge

Hallo,Leute!
http://www.tagesspiegel.de/berlin/haupts...n/13071086.html
Die bauen jetzt schon 10Jahre an demFlughafen!
Man könnte denken irgend jemand möchte nicht,das er fertig wird!


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#2

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 20:01
von Lutze | 8.032 Beiträge

Flughafenbaustelle Berlin,
schau mal da in Themen-Suche
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#3

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 20:03
von Zange | 391 Beiträge

Das ist wohl sinnbildlich für unser Land. Ich denke an die Elbphilharmonie in Hamburg, Stuttgard 21, Belttunnel in Fehrmarn. Es scheint so, als bekommt man kaum noch etwas "gebacken"
Es gibt hier oben im Norden auch Regionalprojekte, Weiterbau der A20, da läuft auch nichts rund.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#4

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 20:25
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Hans55 im Beitrag #1
Hallo,Leute!
http://www.tagesspiegel.de/berlin/haupts...n/13071086.html
Die bauen jetzt schon 10Jahre an demFlughafen!
Man könnte denken irgend jemand möchte nicht,das er fertig wird!


Ja mit dem Bau,hätte man die Volksrepublik China beauftragen sollen. Dann wäre das Ding schon seit Jahren im Betrieb.


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#5

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 21:25
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Oder die Türkei.
In der Zeit baut Erdogan den neuen Bosporustunnel, die neue Bosporusbrücke, noch eine weitere Tunnelröhre und einen neuen Grossflughafen.
Von den unzähligen Hochhäusern in Istanbul mal ganz abgesehn.

Und da ich gerade in Bukarest bin, mitten im Silicon Valey von Bukarest, hier sind in den letzten rund 6 Monaten wo ich nicht mehr hier war, 4 Hochhäuser in die Luft geschossen.
Also selbst die Rumänen habens besser drauf.

Die grossen Baukonzerne, so korrupt wie die manchmal waren, wurden zerschlagen und/oder ausgeplündert, Baulöwe Schneider hätte das sicher längst fertig, die Holzmann AG auch.

Das man das nicht fertig bekommt, wie viele andere Projekte auch, zeigt eins ganz genau, die Unfähigkeit und das Stümpertum sind tief in unsere Gesellschaft eingedrungen, Made in Germany ist längst Geschichte.
Vielleicht bekommt ja demnächst das deutsche Stümpertum das Gütesiegel Made in Germany.

Also selbst die DDR hätte das längst fertig, trotz der ganzen geklauten Zementsäcke und Steine.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#6

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 22:26
von Fritze | 3.474 Beiträge

Also selbst die DDR hätte das längst fertig, trotz der ganzen geklauten Zementsäcke und Steine


Mit Sicherheit !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
schulzi und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#7

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 22:39
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Wenn dieser Flughafen von rein privater Hand im Auftrag gegeben wäre,also im Privatbesitz. Dann wäre dieser auch schon fertig. Aber der wird ja aus Steuergeldern finanziert--also was solls, Kosten spielen keine Rolle. Auf jeden Fall kann man zu diesen Bauprojekt sagen--bau auf und reiße nieder,arbeit finden manche immer wieder.
Aber sollte eines Tages mal die Eröffnung stattfinden--da kann man dann erleben, wie sich manche Politiker selber loben und zwar so--das ihnen die Eier über den Ohren hängen.


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.03.2016 22:43 | nach oben springen

#8

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 09.03.2016 23:32
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #7
Wenn dieser Flughafen von rein privater Hand im Auftrag gegeben wäre,also im Privatbesitz. Dann wäre dieser auch schon fertig. . . .


Nein, wäre er vermutlich nicht. Bei einem privaten Projekt wäre mit dem Bau allerdings auch erst vor zwei Jahren begonnen worden, weil vorher eine solide Projektentwicklung und Planung stattgefunden hätte. Und dabei wären Themen wie Schallschutz, Brandschutz, Statik, Klimatisierung vorher ordentlich aufbereitet, was auf Bauzeit und Kosten erheblich Einfluss hat.
Gegen Gesetzesänderungen während der Bauzeit, die zu Umplanungen führen, ist man da allerdings auch nicht geschützt.

Ich hatte eine Zeitlang mit Projekten an Flughäfen, so auch mit BER zu tun. Das bisschen, was ich mit BER erlebt habe, wäre eine eigene Geschichte.

China, Bahrein, Malaysia, Istanbul oder Dubai sind aber ganz sicher kein Benchmark für Bautempo am Airport.
Selbst die Amerikaner mit ihrem sicher liberaleren Baurecht haben für nur ein Terminal in Atlanta 7Jahre gebraucht.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
Rostocker hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#9

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 10.03.2016 11:37
von Uleu | 528 Beiträge

Das Problem waren hunderte von Änderungswünschen nach der Planfeststellung. Immer mehr Verkaufsfläche zu Lasten der Abfertigung und der Sicherheit wurde von der Politik gewünscht. So haben die Flughafenmitarbeiter gesamt nur 2 Sicherheitsschleusen nach derzeitigem Stand, sie werden bei jedem Betreten genau wie Passagiere gefilzt, das Gedränge bei Schichtbeginn kann ich mit jetzt schon bildlich vorstellen ...

Habe mich zur Eröffnungsfeier 2029 schon eintragen lassen.


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
werner hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#10

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 10.03.2016 15:06
von Gelöschtes Mitglied
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@Uleu, behält die Anmeldung ihre Gültigkeit wenn verschoben wird?
Gerd


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#11

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 10:34
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat
...hätte man die Volksrepublik China beauftragen sollen...
...Oder die Türkei...
...Also selbst die DDR hätte das längst fertig



Aber auch nur, wenn man die Nebenwirkungen berücksichtigt. Denn was haben wohl alle diese Länder gemeinsam, dass sie Planungen und Bau viel schneller durchpeitschen könnten?

Zitat
Bei einem privaten Projekt wäre mit dem Bau allerdings auch erst vor zwei Jahren begonnen worden, weil vorher eine solide Projektentwicklung und Planung stattgefunden hätte. Und dabei wären Themen wie Schallschutz, Brandschutz, Statik, Klimatisierung vorher ordentlich aufbereitet, was auf Bauzeit und Kosten erheblich Einfluss hat.



Genau das stimmt eben nicht. Denn rechtlich ist der Flughafen eine private Baustelle (Vorhabenträger für Bau und Planung ist die Flughafengesellschaft), auf der sich der Bauherr selbst mit enorm viel Kompetenz ausgestattet sieht und viele bei öffentlichen Infrastrukturvorhaben erprobten Verfahrensweisen für Planung, Genehmigungsverfahren, Bauvorbereitung und Bau einfach ignoriert hat.
Man fühlte sich (zu Recht) nicht an solche Regularien gebunden, hat aber vor lauter Hochnäsigkeit nicht das Schlechte vom Guten trennen können.
Da hüpfen auch nicht ständig Landes- oder Bundesvertreter rum und sagen der Flughafengesellschaft, wie sie Planung und Bau zu organisieren hat. Das "kann" die FBB alles ganz alleine.


zuletzt bearbeitet 11.03.2016 10:35 | nach oben springen

#12

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 10:59
von Uleu | 528 Beiträge

Eientlich ist der BER ja schon offen. Zumindestens hat der Regierende Wowereit vor ein paar Jahren im Flieger über Berlin die Eröffnung feierlich mit Schampus begossen ....


" Die geheime Aufklärung ist ein Dienst, der nur Herren vorbehalten ist " ( Oberst Nicolai, Leiter der dt. Militäraufklärung im 1. WK )
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#13

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 13:15
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #9
Das Problem waren hunderte von Änderungswünschen nach der Planfeststellung. Immer mehr Verkaufsfläche zu Lasten der Abfertigung und der Sicherheit wurde von der Politik gewünscht. . . ..


@Uleu
Kannst Du den ersten Satz erklären? Die Planfeststellung war 2004 abgeschlossen. Welche späteren Änderungswünsche, die Einfluss auf die Planfeststellung hatten, meinst Du?

Änderungen der Flächenaufteilung in Gebäuden sind nicht Bestandteil der Planfeststellung, sondern der Baugenehmigung.

Die Flächenschrumpfung im Sicherheits-Bereich ist einfach zu erklären:
Bei einer realistischen Planung gibt es eine relative Kostensicherheit. Nur waren diese Kosten nicht genehmigungsfähig. Es musste also die Planung an einen genehmigungsfähigen Kostenrahmen angepasst werden. Nach Sperenberg wusste man, wo die Genehmigungsgrenze war. (Die Planer wussten mit Sicherheit, dass das nicht funktionieren würde, aber der Flughafen musste ja kommen.)
Wegen der (logischerweise) davonlaufenden Kosten musste man zusehen, wo Geld dauerhaft wieder reinkommt.
Einfach geht das mit Mietflächen, z.B. Verkaufsflächen.
Also wurden "kostengenerierende"-Flächen geschrumpft zugunsten von Ertragsbringern. Das hat zwar kaum sichtbare Auswirkungen auf die Gesamtsumme, erweckt aber den Anschein, alles für die Verbesserung der Wirtschaftlichkeit getan zu haben.

Die Probleme begannen aber schon sofort nach der Kehre mit der erteilten Baugenehmigung für Hornbach auf einer für den Ausbau der F96a gesperrten Flächen. Das stellte den Ausbau von Schönefeld grundsätzlich in Frage stand, eine A113 war überhaupt nicht vorgesehen. Der Grundstücksankauf für die A113 dürfte Unsummen verschlungen haben.
Weiter ging es mit der Findung des Ersatz-Standortes, die aus meiner Sicht vom Prestigedenken gesteuert war. Es wurde sogar der Bundesrechnungshof dafür eingespannt, um Sperenberg als zu teuer aus dem Rennen zu nehmen. Was heute wie ein Witz anmutet.

Die Reihe kann man weiter führen. Mittlerweile gibt es dazu sogar Literatur, in der manches nachzulesen ist.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#14

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 14:08
von sentry | 1.077 Beiträge

Zitat von werner im Beitrag #13


@Uleu
Kannst Du den ersten Satz erklären? Die Planfeststellung war 2004 abgeschlossen. Welche späteren Änderungswünsche, die Einfluss auf die Planfeststellung hatten, meinst Du?
Änderungen der Flächenaufteilung in Gebäuden sind nicht Bestandteil der Planfeststellung, sondern der Baugenehmigung.

...

Der Grundstücksankauf für die A113 dürfte Unsummen verschlungen haben.


Richtig ist, dass alles innerhalb des Flughafens nicht Bestandteil der Planfeststellung war, trotzdem hat @Uleu recht mit den Änderungswünschen.
Es gab unendlich viele davon, immer und immer wieder. Dass die alle planfeststellungsrelevant waren, hat @Uleu nicht behauptet. Aber die haben das Vorhaben natürlich mächtig verzögert und auch nicht gerade günstiger gemacht.
Die hatten nicht mal ein Betriebskonzept. Allein die Straßen- und die Bahnanbindung wurde -zigmal geändert (z.T. auch planfeststellungsrelevant), weil Aufteilungen der Flächen immer wieder geändert wurden oder die Planungen bis zur Planfeststellung schlicht falsch oder so nicht realisierbar waren. Und dass die mit ihren tausenden Schnittstellen zwischen verschiedenen Gewerken nicht klarkommen werden, war in dieser Phase auch schon abzusehen.

Planung und Bau der A 113 würde ich dem Flughafen aber nicht negativ anrechnen. Das ist ein durchaus sinnvolles Infrastrukturvorhaben des Bundes, dass dieser, wie im Fernstraßengesetz vorgesehen, auch vollständig bezahlt hat. Das ist eine von Staat's ureigensten Aufgaben. Es gibt wesentlich schlechtere Arten, Steuergelder auszugeben.


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#15

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 14:13
von werner | 1.591 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #11


Zitat
Bei einem privaten Projekt wäre mit dem Bau allerdings auch erst vor zwei Jahren begonnen worden, weil vorher eine solide Projektentwicklung und Planung stattgefunden hätte. Und dabei wären Themen wie Schallschutz, Brandschutz, Statik, Klimatisierung vorher ordentlich aufbereitet, was auf Bauzeit und Kosten erheblich Einfluss hat.


Genau das stimmt eben nicht. Denn rechtlich ist der Flughafen eine private Baustelle (Vorhabenträger für Bau und Planung ist die Flughafengesellschaft), auf der sich der Bauherr selbst mit enorm viel Kompetenz ausgestattet sieht und viele bei öffentlichen Infrastrukturvorhaben erprobten Verfahrensweisen für Planung, Genehmigungsverfahren, Bauvorbereitung und Bau einfach ignoriert hat.
Man fühlte sich (zu Recht) nicht an solche Regularien gebunden, hat aber vor lauter Hochnäsigkeit nicht das Schlechte vom Guten trennen können.
Da hüpfen auch nicht ständig Landes- oder Bundesvertreter rum und sagen der Flughafengesellschaft, wie sie Planung und Bau zu organisieren hat. Das "kann" die FBB alles ganz alleine.



Klasse! Da gründen öffentliche Träger eine GmbH als juristisches Vehikel zur Projektrealisierung und schon ist es ein privates Vorhaben. Ergänzung: Das ist nur formaljuristisch richtig, wegen der Gesellschafterstruktur aber nur reine Optik.

Hochtief ist ein privater Bauherr oder Betreiber, der mittels einer Projektgesellschaft auf eigenes Risiko gebaut und betrieben hätte.

Dein Sarkasmus ist nicht schlecht:

Zitat
bei öffentlichen Infrastrukturvorhaben erprobten Verfahrensweisen für Planung, Genehmigungsverfahren, Bauvorbereitung und Bau


Herrlich! Stuttgart 21 ist ein hervorragendes Beispiel.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 11.03.2016 14:42 | nach oben springen

#16

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 14:38
von werner | 1.591 Beiträge

Dass die A113 dem Flughafen anzurechnen ist, habe ich nicht behauptet. Mir geht es um die Feststellung, dass diese Fehlleistung der Genehmigung des Baumarktes auf gesperrter Fläche symptomatisch sind.

Jedenfalls hatte diese o.g. Fehlleistung u.a. zur Folge, dass die gesamte Anbindung zu der heute sichtbaren Krücke vollkommen neu gestaltet werden musste, bereits vorgehaltene und teuer angekaufte Flächen plötzlich vermarktet werden mussten und die Erweiterungsfähigkeit noch mehr eingeschränkt wurde.
Wurde hinsichtlich der grünstempelnden Beamten eigentlich wegen Bestechlichkeit ermittelt oder war es pure Unfähigkeit gepaart mit Arroganz?


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
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#17

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 18:02
von sentry | 1.077 Beiträge

Die FBB ist keine GmbH als juristisches Vehikel zur Projektrealisierung. Sie ist die Betreibergesellschaft der Berliner Flughäfen und plant und realisiert als solche auch den BER.
Ob ein privater Projektentwickler mit den Problemen der Anrainer (z.B. Schallschutz) professioneller umgegangen wäre ist reine Spekulation.
Auch die Gebäudeausstattung ist nicht von Staatsdienern geplant und gebaut worden, sondern von Unternehmen der freien Wirtschaft mit guten Namen und erstklassigen Referenzen. Das Ergebnis ist bekannt.
Einzige löbliche Ausnahme ist die Straßenanbindung, die schon seit Jahren fertig daliegt - termin- und budgetgerecht gebaut, nach Standards, wie Bund und Länder auch ihre Straßen bauen.

Auch Hochtief hätte übrigens den Flughafen nicht auf eigenes Risiko gebaut und betrieben. Gerade die Risiken sollten weitestgehend sozialisiert werden. Deshalb sind sie ja rausgeflogen, oder?


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#18

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 19:25
von Pitti53 | 8.786 Beiträge

Zitat von sentry im Beitrag #17
Die FBB ist keine GmbH als juristisches Vehikel zur Projektrealisierung. Sie ist die Betreibergesellschaft der Berliner Flughäfen und plant und realisiert als solche auch den BER.
Ob ein privater Projektentwickler mit den Problemen der Anrainer (z.B. Schallschutz) professioneller umgegangen wäre ist reine Spekulation.
Auch die Gebäudeausstattung ist nicht von Staatsdienern geplant und gebaut worden, sondern von Unternehmen der freien Wirtschaft mit guten Namen und erstklassigen Referenzen. Das Ergebnis ist bekannt.
Einzige löbliche Ausnahme ist die Straßenanbindung, die schon seit Jahren fertig daliegt - termin- und budgetgerecht gebaut, nach Standards, wie Bund und Länder auch ihre Straßen bauen.

Auch Hochtief hätte übrigens den Flughafen nicht auf eigenes Risiko gebaut und betrieben. Gerade die Risiken sollten weitestgehend sozialisiert werden. Deshalb sind sie ja rausgeflogen, oder?


MOMENT. Gabs da nicht einen technischen Zeichner der sich Planer für Lüftungsanlagen ausgab? Die Nicht Qualifikation wurde lange nicht bemerkt. Der Unsinn nahm seinen lauf......


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#19

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 20:05
von sentry | 1.077 Beiträge

Genau. Und kein Politiker musste eingreifen. Das hat die tolle Privatwirtschaft ganz allein geschafft.


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#20

RE: Dauerbaustelle Flughafen Berlin

in Themen vom Tage 11.03.2016 20:50
von werner | 1.591 Beiträge

Nu sei mal nicht so kleinlich: Ja, die FBB ist nicht nur zur Projektrealisierung da. Es ändert dennoch nichts an der Tatsache, dass sie auf Grund der Gesellschafterstruktur kein wirklich privates Unternehmen ist.

Habe ich irgendwo behauptet, dass ein privater Projektentwickler mit den Anrainerproblemen professioneller umgegangen wäre? Nein. Wie das bei BBI in der Realität gelaufen ist, weiß ich nicht.
Als ich noch Angestellter bei einem Projektentwickler war, haben wir jedenfalls die von Dir angesprochenen Probleme mit Anrainern vor Baubeginn gelöst. Sonst hätten wir keine Finanzierung bekommen.
Da behaupte ich mal frech, dass die Mechanismen in der Privatwirtschaft zuweilen ein wenig effektiver sind. Da sieht nämlich jeder Beteiligte zu, dass er sein Geld nicht verliert. Das beginnt mit der Planung und endet mit der Vertragsgestaltung.
Bei der öffentlichen Hand versteckt man sich gerne hinter: Das hat uns ein renommiertes Beratungsunternehmen empfohlen, wir haben die Besten der Branche eingeschaltet. Die sind schuld.

Bei Privat-Investoren passieren auch regelmäßig kostenintensive Fehler, keine Sorge.
Je komplexer das Vorhaben ist, desto größer das Risiko.
Und da kommt auf´s Neue die Planungsphase ins Spiel. Wenn ich bei einem Milliardenprojekt glaube, 1Mio Planungskosten sparen zu können, muss ich mich nicht wundern, wenn mich dieser Geiz im Bau 200 Millionen kostet und ich das nicht mehr verhindern kann.

Der Ansatz:

Zitat
Auch die Gebäudeausstattung ist nicht von Staatsdienern geplant und gebaut worden, sondern von Unternehmen der freien Wirtschaft mit guten Namen und erstklassigen Referenzen.


ist auch interessant.
Der Mensch tut, wofür er bezahlt wird.
Planungsunternehmen werden nach € - Bauvolumen bezahlt. Die planen also in jedem Fall die aufwändigste Lösung und es ist am Auftraggeber, die Kostentreiber zu finden. Noch weiter muss man das Dilemma wohl nicht aufbohren.
Die Mitarbeiter bei FBB mögen noch so engagiert arbeiten, wenn die Rahmenbedingungen nicht passen, laufen die sich kaputt.

In meinen Augen hat auch die Einzelgewerkvergabe das Projekt dorthin geführt, wo es heute steht. Und bei der sehe ich das Risiko der Korruption wesentlich höher als bei einer Generalunternehmer-Lösung.
Ich habe mir die Einzelgewerk-Vergabe bei einem blaugelben Möbelriesen angesehen. Bei denen hat das wegen der hohen Zahl an Eröffnungen bei vergleichsweise simpler Bauweise Sinn gemacht, hat aber zugleich der Korruption Tür und Tor geöffnet, was auch prompt eingetreten ist.

Bei BER sehe ich das Korruptionsrisiko noch wesentlich größer, weil für den Einzelnen die Chance, vor Ablauf der Verjährung erwischt zu werden, extrem gering ist.
Und die Hochstaplerthematik hat @Pitti53 ja schon hochgeholt. Auch das sehe ich als ein Ergebnis der Vergabepraxis.


Und irgendwo saßen die ganz anonym die leitenden Hirne, die den ganzen Betrieb koordinierten und die politischen Richtlinien festlegten, nach denen dieses Bruchstück der Vergangenheit aufbewahrt, jenes gefälscht, und ein anderes aus der Welt geschafft wurde.
George Orwell, 1984
zuletzt bearbeitet 11.03.2016 20:54 | nach oben springen



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