#181

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 11.03.2016 22:28
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von Zaunkönig im Beitrag #179
Möönsch Theo, das in der Bildmitte abgebildete Wappen ist das Stadtwappen von Erfurt. Es ist dem des Erzbistums Mainz entlehnt, dem die Stadt etwa 800 Jahre angehörte. Es ist ein auf rotem Untergrund ein silbernes sechsspeichiges Rad.
Die Quelle: das Buch Lexikon der Städte und Wappen der DDR vom Bibliographischen Institut Leipzig 1986

Ich meinte nicht das Rad...

http://www.n-tv.de/politik/Riesiges-Hake...le17203481.html
Theo


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#182

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 11.03.2016 22:47
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #180
Zitat von Lutze im Beitrag #163

Dieser Atlas war mit einer der Besten,die es in der DDR zu kaufen gab,
sagar die Westberliner Exklaven sind dort eingezeichnet
Lutze



Das sind Kartenausschnitte aus dem Ausflugsaltas, Umgebung von Berlin. Dort sind die Exklaven Laszinswiesen und Fichtewiesen/Erlengrund
dargestellt. Die Beschriftung für Wittenau in Berlin-West liegt nicht ganz richtig.



Steinstücken und die Exklave Wüste Mark sind eingezeichnet, die Lage der Beschriftung Lankwitz in Berlin-West passt nicht genau.






Oberes Bild. Diesen Abschnitt kenne ich (den mit den beiden Exklaven). links ist Exkl. Laszinswiese (gehörte aber gerade so zum Nachbarregiment Staaken), die rechte Exkl. müßte eigentlich geteilt sein, aberr das wäre zu viel an Detailtreue verlangt. Kam sowieso außer uns und dem Förster niemand hin, da schon im Grenzgebiet. Dieses begann an der dünnen blauen Linie zwischen havelkanal und grenze. Das war der Niederneuendorfer Kanal. Feindwärts direkt am Kanal verlief der äußere KS, unsere Kradstrecke. Sogar unsere Baracke der 1.GK ist eingezeichnet. Das ist das einzelne Gebäude, welches sich an dieser dünn eingezeichneten Straße etwa Mitte zwischen Laszinswiese und Erlengrund befindet. Ist schon erstaunlich. Das ist die Exkl. Erlengrund. Exkl. Fichtewiese läge etwa auf dem kleinen Stückchen zwischen dieser Exklave und der Grenze, nur etwa 50 m entfernt.



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#183

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 12.03.2016 02:05
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #181
Zitat von Zaunkönig im Beitrag #179
Möönsch Theo, das in der Bildmitte abgebildete Wappen ist das Stadtwappen von Erfurt. Es ist dem des Erzbistums Mainz entlehnt, dem die Stadt etwa 800 Jahre angehörte. Es ist ein auf rotem Untergrund ein silbernes sechsspeichiges Rad.
Die Quelle: das Buch Lexikon der Städte und Wappen der DDR vom Bibliographischen Institut Leipzig 1986

Ich meinte nicht das Rad...

http://www.n-tv.de/politik/Riesiges-Hake...le17203481.html
Theo


Das ist ja überhaupt der Witz schlechthin:

Nazis bedienen sich der jahrtausendealten buddhistischen Swastika als Symbol für ihr Wirken. Nazis und Buddhismus, dagegen ist Feuer und Wasser noch veträglich.

Gruß Kalubke



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#184

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 12.03.2016 10:58
von terraformer1 | 193 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #182
Zitat von Grenzläufer im Beitrag #180
Zitat von Lutze im Beitrag #163

Dieser Atlas war mit einer der Besten,die es in der DDR zu kaufen gab,
sagar die Westberliner Exklaven sind dort eingezeichnet
Lutze



Das sind Kartenausschnitte aus dem Ausflugsaltas, Umgebung von Berlin. Dort sind die Exklaven Laszinswiesen und Fichtewiesen/Erlengrund
dargestellt. Die Beschriftung für Wittenau in Berlin-West liegt nicht ganz richtig.



Steinstücken und die Exklave Wüste Mark sind eingezeichnet, die Lage der Beschriftung Lankwitz in Berlin-West passt nicht genau.






Oberes Bild. Diesen Abschnitt kenne ich (den mit den beiden Exklaven). links ist Exkl. Laszinswiese (gehörte aber gerade so zum Nachbarregiment Staaken), die rechte Exkl. müßte eigentlich geteilt sein, aberr das wäre zu viel an Detailtreue verlangt. Kam sowieso außer uns und dem Förster niemand hin, da schon im Grenzgebiet. Dieses begann an der dünnen blauen Linie zwischen havelkanal und grenze. Das war der Niederneuendorfer Kanal. Feindwärts direkt am Kanal verlief der äußere KS, unsere Kradstrecke. Sogar unsere Baracke der 1.GK ist eingezeichnet. Das ist das einzelne Gebäude, welches sich an dieser dünn eingezeichneten Straße etwa Mitte zwischen Laszinswiese und Erlengrund befindet. Ist schon erstaunlich. Das ist die Exkl. Erlengrund. Exkl. Fichtewiese läge etwa auf dem kleinen Stückchen zwischen dieser Exklave und der Grenze, nur etwa 50 m entfernt.


Wer mehr über die Exklaven erfahren möchte, sollte mal bei Youtube danach suchen. Ich habe die ausführlich dokumentiert.


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#185

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 14:50
von Harzwanderer | 2.922 Beiträge

Wer absichtlich lückenhafte und verfälschte DDR-Karten nicht reflexartig für "Weltspitze" hält, kann sich in diesem Nachbarforum hier interessante Daten runterladen:

http://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/geodb.html


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#186

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 15:14
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #185
Wer absichtlich lückenhafte und verfälschte DDR-Karten nicht reflexartig für "Weltspitze" hält, kann sich in diesem Nachbarforum hier interessante Daten runterladen:

http://www.geschichtsspuren.de/datenbanken/geodb.html


Interessant ist, dass der Weltatlas von 1968 (Hermann Haack Verlag) Interesse im West erregte (Beginn der plastischen Reliefdarstellung durch R Habel) und dort in Lizenz gedruckt wurde. Mir wurde gesagt, dass der Verlag im Westen lediglich die Farben lebendiger gemacht habe ...

Dies habe ich in Interviews erfahren und stelle es hier zur Diskussion.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#187

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:06
von Harzwanderer | 2.922 Beiträge

Viele östliche Verlage haben erfolgreich Geschäfte im Westen gemacht, Lizenzen verkauft etc. Außerdem hat die DDR Druckmaschinen weltweit exportiert. Auch war man preislich beim Drucken und Binden konkurrenzfähig und ist es bis heute. In Tschechien wird viel gedruckt. Ist aber ein anderes Thema als "Weltspitze" bei der Kartographie. Dass die Militärkarten gut waren ist unbestritten, aber der Rest ist bisher nur eine unbewiesene Behauptung. Wieweit hat die DDR denn z.B. schon Rechner bei der Erstellung von Karten eingesetzt?

Es geht mit nicht darum, irgendwelchen glühenden Lokalpatrioten auf den Schlips zu treten, sondern reale Beispiele zu erörtern. Ich würde behaupten, jede normale Schweizer Gebirgs-Wanderkarte stellt die ganzen DDR-Karten qualitativ komplett ins Abseits. Das fängt schon beim Papier an.


zuletzt bearbeitet 13.03.2016 17:08 | nach oben springen

#188

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:35
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #187
Viele östliche Verlage haben erfolgreich Geschäfte im Westen gemacht, Lizenzen verkauft etc. Außerdem hat die DDR Druckmaschinen weltweit exportiert. Auch war man preislich beim Drucken und Binden konkurrenzfähig und ist es bis heute. In Tschechien wird viel gedruckt. Ist aber ein anderes Thema als "Weltspitze" bei der Kartographie. Dass die Militärkarten gut waren ist unbestritten, aber der Rest ist bisher nur eine unbewiesene Behauptung. Wieweit hat die DDR denn z.B. schon Rechner bei der Erstellung von Karten eingesetzt?

Es geht mit nicht darum, irgendwelchen glühenden Lokalpatrioten auf den Schlips zu treten, sondern reale Beispiele zu erörtern. Ich würde behaupten, jede normale Schweizer Gebirgs-Wanderkarte stellt die ganzen DDR-Karten qualitativ komplett ins Abseits. Das fängt schon beim Papier an.


Vergleichst Du hier Qulitätsstandards der 80er mit denen von heute ? Du schreibst es oben selbst, daß die DDR Druckmaschinen weltweit exportierte. Mit guten Druckmaschinen können auch gute Karten hergestellt werden und was die Qualität der Darstellung betrifft, ist zwischen Wollen und können ein gewisser Unterschied. Will damit sagen, daß es sehr wohl Spitzen-Kartenmaterial gab für bestimmte Zwecke, ob das aber für den Zivilgebrauch für Jedermann so verwendet wurde, ist eine andere Sache. Ich war früher wegen des Hobbys viel unterwegs und ich muß sagen, daß ich mit den Karten sehr gut zurechtgekommnen bin und Einzelheiten/Orientierungspunkte sich auch tatsächlich dort befanden, wo sie eingezeichnet waren.



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#189

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:44
von Harzwanderer | 2.922 Beiträge

Ich vergleiche 80er Jahre mit 80er Jahren. Die DDR war bei öffentlichen Karten nicht der Rede wert. Jede blöde Shell-"Generalkarte" von der Tankstelle im Westen war dagegen eine Offenbarung. Wozu diese undifferenzierte Lobhudelei? Weil das Deinem Ego besser tut?


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#190

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:55
von der alte Grenzgänger | 997 Beiträge

Wanderer, Du nervst wieder mal..
Hast Du schon mal an Dir beobachtet, ob das zyklisch / in Schüben ist ?
Wenn ja, unbedingt abklären lassen ...
Mann, hier geht es um ein total sachliches Thema.. dass im Westen alles besser war- sogar die Dummen dümmer waren, ist eine altbekannte Weisheit..

Siggi
(der bei soviel Unsachlichkeit eben mal unsachlich werden musste..)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#191

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:57
von damals wars | 12.113 Beiträge

Jetzt weiß ich endlich, warum sich so mancher ins Grenzgebiet verirrte, ob man diese Ausrede gelten lies?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#192

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:58
von furry | 3.562 Beiträge

@Harzwanderer , hast Du Dir die eingestellten Kartenausschnitte mal genau angesehen? Was fehlt da, was auf Deiner Shell-Karte angeblich korrekter eingezeichnet ist?


"Es gibt nur zwei Männer, denen ich vertraue: Der eine bin ich - der andere nicht Sie ... !" (Cameron Poe)
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#193

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 17:58
von Harzwanderer | 2.922 Beiträge

Ich gestatte mir nur, Eurer dumpf lokalpatriotisch gefärbten Wahrnehmung zu widersprechen. Und nachdem Dore hier auch mal scharf schießt, gibts auch mal eins zurück. Die DDR war nicht immer automatisch Weltspitze, wenn ja bitte ich um Belege.

In großem Stil verfälschte und verzerrte Karten sind kein Grund, noch stolz drauf zu sein und Kritik daran unterdrücken zu wollen. Wenn Ihr es nur so klar begreift, formuliere ich es Euch gerne auch so deutlich.


zuletzt bearbeitet 13.03.2016 18:00 | nach oben springen

#194

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 18:00
von eisenringtheo | 9.160 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #187
(...)Es geht mit nicht darum, irgendwelchen glühenden Lokalpatrioten auf den Schlips zu treten, sondern reale Beispiele zu erörtern. Ich würde behaupten, jede normale Schweizer Gebirgs-Wanderkarte stellt die ganzen DDR-Karten qualitativ komplett ins Abseits. Das fängt schon beim Papier an.

Nicht jede, es gibt solche mit normalen Papier und andere, etwas teurere, die wasser- und reissfest sind. Sie kamen in den 60er Jahren unter der Bezeichnung "Syntosil" auf.
http://retro.seals.ch/cntmng?pid=arl-001:1962:35::803
Theo


Harzwanderer hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#195

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 18:44
von Stringer49 | 700 Beiträge

Guten Tag,

ich weiss nicht, ob es gut ist, ein Forum wie eine Zeitungsseite voll Polemik zu sehen. Die Vielfalt der Meinungen gibt die Vielfalt der Farben in unserer Welt. Ich teile auch nicht alle Meinungen, aber ich habe Toleranz. Ich habe die Missionare nie verstanden, welche mit Gewalt die anderen bekehren ( so sagt man wohl) wollten.

Es gab und gibt immer Publicity, wo Firmen sagen, dass sie das beste Produkt haben, bitte, Weltspitze sind. Ich kann sagen, was ich dazu denke und das ist alles.

Ich ziehe andernfalls Star Trek (2nd season) « Spectre of the Gun » denjenigen vor, welche die legendäre « The Gunfight at the O.K. Corral » wiederholen wollen

Noch eine Anmerkung: Karten von Mineralölunternehmen, welche man an Tankstellen in Deutschland kaufte, konnten in den achtziger Jahren auch einmal Lizenz-Ausgaben eines D.D.R.-Verlages sein -> #44 (mein Posting)...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#196

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 19:44
von der alte Grenzgänger | 997 Beiträge

Ich habe jetzt den Fred nochmal überflogen - es geht ja offensichtlich nicht um eine bestimmte Art / Verwendungszweck von Karten .. es wird so ziemlich alles dazu in einen Topf geworfen..
Deshalb gibt gibt es wohl auch ein paar Mißtöne...
Meine Meinung ist, dass eine grafische Darstellung in einer wie auch immer gearteten Karte natürlich niemals die "Wirklichkeit" abbilden kann.
Das geht schon wegen des Maßstabes (egal, wie groß) nicht.
Es sind also in ausnahmslos jedem Fall mindestens Vereinfachungen im Sinne der grafischen Umsetzung (und damit der Lesbarkeit / Verwendbarkeit- je nach Zweck) notwendig.
Eine Straßenkarte für den Autofahrer hat da eben andere Anforderungen als eine Wanderkarte, gar noch spezialisiert für den Wasserwanderer...

Unstrittig ist, dass bei etlichen, öffentlich zugänglichen DDR- Karten (z.B. die 200 000 er Bezirkskarten, 100 000er / 50 000er Wanderkarten) bestimmte Dinge nicht dargestellt worden sind, die durchaus (nach dem Maßstab) hätten dargestellt werden können.
An der Verwendbarkeit z.B. als Straßenkarte hat das im Wesentlichen nichts geändert- schlimmstenfalls stand man eben mal vor einer bewachten Schranke im Wald ..

Dass das reduzieren / anders darstellen der Inhalte aber nicht nur bei DDR - Karten notwendig war und praktiziert wurde / wird, mögen folgende Beispiele belegen.
Das erste ist ein Ausschnitt aus einer 200 000er ADAC- Karte von 1997 (der Verdacht von DDR- Verquickung / Seilschaften o.ä. scheidet wohl aus, oder ?)- ich habe den Ausschnitt so gewählt, dass dort meine frühere Heimat dargestellt ist (so dass mindestens Hubert auch was dazu sagen kann ...)- ich also in etwa weiss, was dort "die Wirklichkeit" ist ..



Ganz grob:
Die Darstellung des Tagebaugebietes östlich Mücheln / nördlich Braunsbedra ist ein nach Lage der Böschungen (welche Genauigkeit suggerieren) reines Fantasieprodukt- 1997 müsste das Symbol "Hammer & Schlegel" schon auf dem Kopf stehend dargestellt sein /der Tagebaubetrieb ist 1993 beendet worden).
Die Straße von Stöbnitz nach Niederwünsch ist schon seit den 70er Jahren nicht mehr befahrbar / damit keine Straße mehr.
Westlich der B 180 zwischen Steigra und Karsdorf sind drei Kurven dargestellt - es sind deutlich mehr..
Die nördlich Langeneichstädt eingetragene "Eichstädter Warte" (200 m) liegt tatsächlich viel weiter nördlich, der Weg zu ihr (einem ehem. Wachturm) fehlt ganz..

Soll reichen- wir sehen, dass es ohne Vereinfachung, schon aus grafischen Gründen nicht geht.. aber es mag noch andere Interessen für eine "angepasste" Darstellung geben.
Zur Illustration habe ich wieder eine jüngere Darstellung (von 2009) gewählt- hier eine Karte der Emschergenossenschaft, um die Errungenschaften der Abwassertechnik im Ruhrpott darzustellen.



Diese Darstellung interessiert mich gar nicht so sehr- mir fiel jedoch (entgegen der sonstigen Detaillierung) die relativ sparsame Gestaltung am unteren Rand auf (Hafenanlagen DU- Fahrn) auf...
Also eben mal auf GE nachgesehen, was denn dort wirklich ist- und siehe da, da ist schon noch etwas mehr, nämlich ein gut genutzter Erz (?)- Umschlagplatz..


Wer hat also jetzt und warum ein Interesse daran, diese Details (obwohl grafisch offensichtlich leicht machbar) nicht darzustellen ?
Die Stasi war es wohl sicher nicht.. (aber vielleicht die Sicherheitsabteilung des Betreibers ?)
Fakt ist, es ist bewusst weggelassen worden, denn sonst wären die Anlagen wie alles andere auch detailliert worden..

Völlig indiskutabel und peinlich sind natürlich Darstellungen, die vor allem im lokalen / regionalen Tourismusbereich gefertigt und vertrieben werden, die einfach nur auf mangelnde Fähigkeiten der Grafiker zurückzuführen sind- da gibt es gruselige Beispiele...
über die sollten wir nicht reden..

Siggi

(bitte bei Bedarf selbst mal auf GE im Bereich DU- Fahrn nachsehen- meine PDF funzt hier nicht- oh, sie hängt ja doch dran )


Dateianlage:
"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Stringer49 und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 13.03.2016 20:03 | nach oben springen

#197

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 21:06
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #196

[...]

Dass das reduzieren / anders darstellen der Inhalte aber nicht nur bei DDR - Karten notwendig war und praktiziert wurde / wird, mögen folgende Beispiele belegen.
Das erste ist ein Ausschnitt aus einer 200 000er ADAC- Karte von 1997 (der Verdacht von DDR- Verquickung / Seilschaften o.ä. scheidet wohl aus, oder ?)- ich habe den Ausschnitt so gewählt, dass dort meine frühere Heimat dargestellt ist (so dass mindestens Hubert auch was dazu sagen kann ...)- ich also in etwa weiss, was dort "die Wirklichkeit" ist ..





Guten Abend Sigg,

nur, damit ich nicht irre - Du vergleichst die Kartenwerke der D.D.R. (1949 - 1989) mit Karten der Zeit nach der D.D.R. ?

Gut, so sei es.

Ist es möglich, dass Ausgangsmaterial teilweise D.D.R.-Karten war ( das kostet weniger, ist einfacher ...) ? Eine Eisenbahn-Gesellschaft, welche aus Kostengründen Wasserbauingenieur für Signaltechnik beschäftigt (Railtrack Ende der 1990ies) ist gewiss kein Einzelbeispiel.

Ist es denkbar, dass Verlage approximativ Karten produzieren, weil das Ausgangsmaterial unvollständig ist ? Einzig nur, weil sie den Redaktionsschluss einhalten müssen ?

Ich stelle auch fest, dass manche Publikationen heute sehr nachlässig gemacht werden, es ist schlimm, welche Fehler gemacht werden (bestimmt nicht nur in English sondern auch in Deutsch); auch werden Sachverhalte und Daten oft fehlerhaft dargestellt. Es gibt kaum noch Experten, welche Texte lesen und korrigieren, das ist zu teuer. Es ist also gut möglich, dass es dies auch im kartographischen Sektor gibt.

Die Software scheint alles zu erleichtern, aber es ist nicht so einfach eine gute Base Oracle Spatial aufzubauen. Es ist gut möglich, dass die GIS mit ihrem Comfort dazu führen, dass der User weniger sorgfältig ist ? Die vielfältigen Möglichkeiten in ESRI oder MapInfo (jetzt ohne Support) erfordern auch gutausgebildete User.

Die heutigen geographischen Informationssysteme sind oft öffentlich zugänglich, vor allem im lokalen Bereich. Damit ergibt sich eine Kontrollmöglichkeit durch die Menschen. Ein zweiter Kontrollfaktor im kommunalen Bereich sind - in Deutschland sagt man Planfeststellungsverfahren. Es ist also schwerer geographisch zu verschleiern.



Diese Vorschriften (ich habe wahllos einen Band herausgenommen und die Titelseite mit dem Handy aufgenommen - die Qualität ist nicht besonders), besonders die Notion « Vertrauliche Dienstsache » würde heute im zivilen Sektor ein Lächeln provozieren. Doch möchte ich diese überlegung einfügen: Hatte die D.D.R. nicht vielleicht sehr gute Fachleute, welche nicht alles durften ... und heute dürfen die Leute alles sind aber ...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


der alte Grenzgänger und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#198

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 13.03.2016 21:27
von der alte Grenzgänger | 997 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #197
...

nur, damit ich nicht irre - Du vergleichst die Kartenwerke der D.D.R. (1949 - 1989) mit Karten der Zeit nach der D.D.R. ?

.. na klar, ich wollte ja zeigen, dass bestimmte Praktiken nicht "DDR- typisch" sind ..

Ist es möglich, dass Ausgangsmaterial teilweise D.D.R.-Karten war ( das kostet weniger, ist einfacher ...) ? ..

.. kann schon sein- schließlich war die Druckmatrize in der für ne Mark gekauften Konkursmasse schon mal da ..


Ist es denkbar, dass Verlage approximativ Karten produzieren, weil das Ausgangsmaterial unvollständig ist ? Einzig nur, weil sie den Redaktionsschluss einhalten müssen ?

.. eh ich Vertragsstrafe zahle, liefere ich lieber etwas ab, was nicht so ganz perfekt ist- merkt doch eh keiner..

Ich stelle auch fest, dass manche Publikationen heute sehr nachlässig gemacht werden, es ist schlimm, welche Fehler gemacht werden (bestimmt nicht nur in English sondern auch in Deutsch); auch werden Sachverhalte und Daten oft fehlerhaft dargestellt. Es gibt kaum noch Experten, welche Texte lesen und korrigieren, das ist zu teuer. Es ist also gut möglich, dass es dies auch im kartographischen Sektor gibt.

.. und das ist traurig- stimmt aber leider (wenn ich nur an sogenannte Druckfehler in der Zeitung denke- das sind keine Druckfehler !! ..

Die Software scheint alles zu erleichtern, aber es ist nicht so einfach ...erfordern auch gutausgebildete User.

Den entscheidenden Knopf drückt immer ein Mensch ..


Stringer49




Siggi
(der hier mal zitiert ohne eigenen Beitrag- sich aber trotzdem für den angenehmen Dialog bedankt)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#199

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 27.06.2016 16:48
von Mike59 | 7.942 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #94
Zitat von Kalubke im Beitrag #86

Die DDR-mil-topo Karten haben übrigens auch das BRD-Gebiet und Westberlin komplett abgedeckt.
Gruß Kalubke


Ich würdemal gene 4 Karten vergleichen, 25000-MIL-ToPo der NVA von Magdeburg-Elbefurt und Hameln-Weserffurt
und für die gleiche Ortslage Bundeswehrkarten.

Also die Frage was wusste um z.B. 1985 jeder vom anderen.....

Allgemein, wer an Flüssen Radtouren macht sieht in regelmäßigen Abständen die vorbereiteten Pioneerrampen für Fähren oder Schwimmbrücken, genannt Ersatzübergangsstellen.


Das mit dem Abdecken scheint sich im laufe der Jahre wohl geändert zu haben.

von 1958, 1:10 000, VVS - bei einer Karte von 1959 ist WD auch bunt.


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