#121

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 14:17
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #116


[..]
Hinzu gefügt: Interessant ist, dass Römhild hier verzeichnit ist, nicht aber in einem touristischen Reiseführer von 1967. Dort ist, wie schon gesagt wurde, die Legende darüber gelegt. Es gibt auch keine Erklärungen zu der Stadt.


Römhild sollte m. E. wg. seiner Grenznähe auch nicht allzusehr in den Mittelpunkt des damaligen touristischen Interesses gerückt werden. Bekannt ist Römhild wegen seiner Keramik (Töpferhof Römhild). Es wird gemunkelt, dass der Töpferhof ein konspiratives Treffobjekt war, wo sich Schalck-Golodkowski und der BKK mit Embargohändlern aus dem Westen getroffen haben sollen, die in der Nähe über die Grenze geschleust wurden. Außerdem gab es Horchposten der funkelektronischen Aufklärung auf den umliegenden Bergen, die deshalb für Wanderer auch nicht zugänglich waren.

Gruß kalubke



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#122

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 14:47
von passport | 2.626 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #121
Zitat von Stringer49 im Beitrag #116


[..]
Hinzu gefügt: Interessant ist, dass Römhild hier verzeichnit ist, nicht aber in einem touristischen Reiseführer von 1967. Dort ist, wie schon gesagt wurde, die Legende darüber gelegt. Es gibt auch keine Erklärungen zu der Stadt.


Römhild sollte m. E. wg. seiner Grenznähe auch nicht allzusehr in den Mittelpunkt des damaligen touristischen Interesses gerückt werden. Bekannt ist Römhild wegen seiner Keramik (Töpferhof Römhild). Es wird gemunkelt, dass der Töpferhof ein konspiratives Treffobjekt war, wo sich Schalck-Golodkowski und der BKK mit Embargohändlern aus dem Westen getroffen haben sollen, die in der Nähe über die Grenze geschleust wurden. Außerdem gab es Horchposten der funkelektronischen Aufklärung auf den umliegenden Bergen, die deshalb für Wanderer auch nicht zugänglich waren.

Gruß kalubke



Habe ich anders erlebt ! Das "Eisenacher Haus" war als Dienstobjekt eingezäunt. Das Gelände der auf dem "Ellenbogen" freistehenden Dome konnte man betreten. Wenn ich von Oberweid dort hingewandert bin ruhte ich mich auf den Betonfundamente immer aus. Man hat von dort bei guten Wetter einen herrlichen Blick bis rüber in die Thüringer Berge oder in Richtung Westen zur Wasserkuppe.



passport


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#123

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 19:08
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Der Ellenbogen liegt 35 km NW von Römhild entfernt und war sicher schon im Grenzgebiet.

Ich meinte den Großen und Kleinen Gleichberg östlich von Römhild. Obwohl beide Gipfel außerhalb des Grenzgebietes lagen, also für den DDR-Normalo ohne Passierschein theoretisch zugänglich waren, kam man auf den Großen Gleichberg nicht rauf, weil es dort oben eine Abzäunung als militärisches Sperrgebiet gab. Dort befand sich von der MfS HA III/F/6/AG "R" (Funkspionage BRD-interne Richtfunkverbindungen) ein Standort für mobile Funkaufklärungsbasen.

Vom Kleinen Gleichberg konnte man auch ganz gut ins Fränkische rüber sehen. Der Grenzverlauf hob sich recht deutlich durch den Wechsel der Größen der landwirtschaftlichen Felder ab.



Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 07.03.2016 19:18 | nach oben springen

#124

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 19:15
von mibau83 | 820 Beiträge

dort oben war auch der große bruder.

putin soll sogar mal oben gewesen sein.

http://www.eaglehorse.org/3_home_station.../silent_man.htm


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#125

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 19:18
von TAO | 232 Beiträge

Heute würden wohl viele lieber Richtung Osten fliehen, wenn man die aktuelle Politik so betrachtet.
Da müßten die Grenztruppen mächtig umstrukturiert werden.


Sperrbrecher hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#126

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 19:25
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #124
dort oben war auch der große bruder.

putin soll sogar mal oben gewesen sein.

http://www.eaglehorse.org/3_home_station.../silent_man.htm


Stimmt, ich erinere mich, ist damals auch gesagt worden, dass es angeblich die Sowjets sein sollen, die da oben sind. Vlt waren auch beide oben. Im Sperrgebieteatlas der BSTU ist auf dem Großen Gleichberg ein GSSD REB-Objekt eingetragen (REB = funkelektronischer Kampf). Eventuell ein Störsender oder so was ähnliches.

Putin saß doch in einer Residentur der KGB-Auslandsspionage in Dresden als Agentenwerber. Was wollte der denn auf dem Großen Gleichberg?

Gruß Kalubke

p.s. habe ich gerde bei eaglehorse gelesen, Putin war nicht dienstlich dort, sondern ist mit seinen KGB-Kumpels auf die Jagd gegangen. Jetzt wird mir klar, warum sie damals den ganzen Berg abgesperrt hatten. Obs da manchmal Ärger mit den GT gab, weil sich die Jäger bei der Pirsch nicht dran gehalten haben das Grenzgebiet nicht zu betreten? Die ganze Westflanke des Großen Gleichberges war ja schon Grenzgebiet.



zuletzt bearbeitet 07.03.2016 21:39 | nach oben springen

#127

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 19:52
von Rainer-Maria Rohloff | 1.342 Beiträge

Nochmal hin zum Anfang, im Fred hier. Ich persönlich meine, schon der Schüler der DDR wusste wenn Erdkunde nicht gerade sein verschlafenstes Unterrichtsfach war, was so neben der kleinen DDR lag. Und wo eben Grenze....war ja richtig gut im Schulatlas abgetrennt. Logisch, das DDR nun nicht 5 Kilometer Sperrzone und 500 Meter Schutzstreifen extra auf Karten ausgewiesen hatte, denn dafür war die Staatsgrenze der DDR so ne Art "Ungeschriebenes Gesetz", im Volksmund ....und keine Ahnung aber ich nehme mal an, von Mund zu Mund ging da ne ganze Menge.

Was nützte dir eigentlich ne Karte, wenn doch das Vorfeld der Grenze schon so gut der auch zivilen Überwachung oblag(hieß, ein Fremder konnte auffallen, im 5 Kilometer Bereich), weil, die DDR war nun mal so, da achtete man noch auf seinen Gegenüber, und das nicht nur, weil man Grenzhelfer war.

Wollte das nur mal loswerden. weil, mich stört etwas an dem Fred manche heutige umständliche Fragerei die man sich eigentlich ersparen könnte, rein von der Logik her.

Rainer-Maria und weiter denke ich heute, damals hatte DDR Bürger einfach viel mehr vom Westen(auch Orte sonstwo) gewusst als umgekehrt. Zu was regt man sich dann heute über Sachen auf, wo auf DDR Auto Karte eben nicht ein Westort hinter der Grenze....mensch verdammt, das hatten wir doch alles schon in der Schule, dieser damaligen 10. Klassen POS.

Und wie ich in der Nacht den Norden bestimme auch. Und wie die Himmelsrichtung am Tag ebenfalls...mit eben X Beobachtungen in der Natur.



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#128

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 20:19
von Fritze | 3.474 Beiträge

Es gibt aber auch viele bedeckte Nächte Rainer-Maria ! Tags gehts mit ner Zeigeruhr auch bei bedecktem Himmel !

Aber so schwer war auch ein Kompass aus GDR nicht . Ja und ne Banane zeigt immer Ost-West-Richtung an .

Der Volkmund hat wohl die möglichen Strafen ausführlicher beschrieben ,als die Möglichkeit ne Biege zu machen !

Fritze


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#129

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 07.03.2016 20:20
von GKUS64 | 1.606 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #127


Und wie ich in der Nacht den Norden bestimme auch. .


Ich dachte immer nachts kommt es auf die Stellung an und nicht auf die Himmelsrichtung?!


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#130

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 18:28
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

In früherer Jugendzeit habe ich wegen mir meiner Radtouren und dem Hobby (Mineralien) alles an Wenderkartenmaterial gekauft, was irgendwie für mich interessant war, praktisch alles, was es über den südl. Teil der DDR gab. Es ist ein richtig großer Karton voll. Meine Erfahrung mit der Detailvielfalt: Früher war alles besser ! Gerade die Karten von Anfang der 60er zeigten eine Menge für mich wichtige Details und auch die Orientierungspunkte, Wanderwege und Waldschneisen waren gut eingezeichnet. Stelle hier einige ausgewählte Karten mal rein. Es war damals auch ein Straßenatlas mit Westdeutschland verfügbar. Zumindest ist es im Sortimentsverzeichnis aufgeführt.
Die Straßenkarte der DDR 1 : 500.000 von 1984 zeigt jenseits der Grenze die gleichen Details wie diesseits, nichts mit nur weiß.
Die allermeisten Karten werde ich wohl nie mehr brauchen und weiß nicht recht, was ich damit machen sollte. Für´s Altpapier sind sie zu schade und ob sie ein Antiquariat für´n Appel und ´n Ei nehmen würde, ich weiß nicht. Ebay als geschlossenes Angebot ? Hat jemand eine Idee ?



Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#131

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 18:36
von Hansteiner | 1.406 Beiträge

Ich habe auch damals gesammelt, habe aber fast keine mehr. Leider.

VG H.



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#132

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 19:00
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #130


[..]
Für´s Altpapier sind sie zu schade und ob sie ein Antiquariat für´n Appel und ´n Ei nehmen würde, ich weiß nicht. Ebay als geschlossenes Angebot ? Hat jemand eine Idee ?




Frag am besten erstmal unseren Themeneröffner stringer. Könnte mit vorstellen, dass Du ihm damit eine große Freude machst.

Die alten Thüringen-Wanderkarten aus den 60'ern dürften schon eine kleine Rarität sein. Scheinen sich auch noch in gutem Zustand zu befinden.

Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 08.03.2016 19:03 | nach oben springen

#133

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 20:43
von Jawa 350 | 676 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #130
In früherer Jugendzeit habe ich wegen mir meiner Radtouren und dem Hobby (Mineralien) alles an Wenderkartenmaterial gekauft, was irgendwie für mich interessant war, praktisch alles, was es über den südl. Teil der DDR gab. Es ist ein richtig großer Karton voll. Meine Erfahrung mit der Detailvielfalt: Früher war alles besser ! Gerade die Karten von Anfang der 60er zeigten eine Menge für mich wichtige Details und auch die Orientierungspunkte, Wanderwege und Waldschneisen waren gut eingezeichnet. Stelle hier einige ausgewählte Karten mal rein. Es war damals auch ein Straßenatlas mit Westdeutschland verfügbar. Zumindest ist es im Sortimentsverzeichnis aufgeführt.
Die Straßenkarte der DDR 1 : 500.000 von 1984 zeigt jenseits der Grenze die gleichen Details wie diesseits, nichts mit nur weiß.
Die allermeisten Karten werde ich wohl nie mehr brauchen und weiß nicht recht, was ich damit machen sollte. Für´s Altpapier sind sie zu schade und ob sie ein Antiquariat für´n Appel und ´n Ei nehmen würde, ich weiß nicht. Ebay als geschlossenes Angebot ? Hat jemand eine Idee ?



Hast denn Du keine Enkel ?


MfG
Jawa350
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#134

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 20:48
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #132
Zitat von DoreHolm im Beitrag #130


[..]
Für´s Altpapier sind sie zu schade und ob sie ein Antiquariat für´n Appel und ´n Ei nehmen würde, ich weiß nicht. Ebay als geschlossenes Angebot ? Hat jemand eine Idee ?




Frag am besten erstmal unseren Themeneröffner stringer. Könnte mit vorstellen, dass Du ihm damit eine große Freude machst.

Die alten Thüringen-Wanderkarten aus den 60'ern dürften schon eine kleine Rarität sein. Scheinen sich auch noch in gutem Zustand zu befinden.

Gruß Kalubke


Guten Abend,

Der Themenöffner (heute bin ich weder Flaschen- noch Dosen-Öffner ) sagt Danke. Und das Herz blutet.

Aber ich habe sehr viel Bücher aus der D.D.R. und auch Karten gekauft. Dazu gehören die vielen Ordner mit Kopien aus Archiven. Leider aber habe ich nicht auch mehr Platz.Und ich weiss wenn ich einen von meiner Wohnsitz aufgeben werde, dann werde ich die Dinge nicht mehr bewahren können. Ich werden dann auch den Weg gehen müssen zu ebay. Leider sind wir vergänglich... und wir sollten los lassen, wenn es noch Zeit ist

Danke @Kalubke, dass Du an mich gedacht hast.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#135

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 08.03.2016 21:28
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Jawa350 in #133. Zwei Enkel habe ich. Mädchen, fast 10 und 12 Jahre alt. Es ist sehr unwahrscheinlich, daß sie sich mal für sowas interessieren. Es ist sehr selten, daß sich junge Menschen für alte Sachen interessieren. Das kommt dann i.d.R. erst mit reiferen Jahren und bis dahin sind die Karten den Weg alles Irdischen gegangen, wenn sich nicht doch jemand findet, der sie eine Generation länger bewahrt.
Der Zustand der Karten ist unterschiedlich. Die ich sehr oft benutzt habe, müßten an einigen Knickstellen mal mit Klebefolie stabilisiert werden. Zumindest fallen sie noch nicht in einzelne Faltteile auseinander.



zuletzt bearbeitet 08.03.2016 21:30 | nach oben springen

#136

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 09.03.2016 09:55
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Ist etwas OT, aber für Dore möglicherweise interessant. Die Wanderkarte vom Schwarzatal hatte ich mir 1980 gekauft, weil wir dort Gold waschen wollten. In der Bibliothek vom ZGI fand ich in einer alten geologischen Fachzeitschrift einen Artikel über die Goldgewinnung dort. Aus der Karte im Anhang habe ich alle Seifen (rot) und Goldquarzgänge (gelb) in die Wanderkarte übertragen. Mit einer Schlichpfanne aus der Abt. Geochemie bin ich dann zusammen mit einem Kumpel eine Woche lang ins Schwarzatal zum Goldwaschen gefahren. Gecampt haben wir wild auf der Halde. Aber, außer einigen Glimmerplättchen war da nichts drin in der Pfanne und wir zogen erfolglos wieder ab. Die waren doch recht gründlich damals im Mittelalter. Einige Orts- und Flurnamen erinnern noch an den Goldrausch: z.B. den Goldberg bei Reichmannsdorf oder der Ort Goldisthal oder die Standorte von alten Pochwerken, wie z.B. Blechhammer, Oberhammer, Rohrhammer.



Gruß Kalubke



Stringer49 und Theo85/2 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 09.03.2016 11:40 | nach oben springen

#137

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 09.03.2016 10:23
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #136
Ist etwas OT, aber für Dore möglicherweise interessant. Die Wanderkarte vom Schwarzatal hatte ich mir 1980 gekauft, weil wir dort Gold waschen wollten. In der Bibliothek vom ZGI fand ich in einer alten geologischen Fachzeitschrift einen Artikel über die Goldgewinnung dort. Aus der Karte im Anhang habe ich alle Seifen (rot) und Goldquarzgänge (gelb) in die Wanderlarte übertragen. Mit einer Schlichpfanne aus der Abt. Geochemie bin ich dann zusammen mit einem Kumpel eine Woche lang ins Schwarzatal zum Goldwaschen gefahren. Gecampt haben wir wild auf der Halde. Aber, außer einigen Glimmerplättchen war da nichts drin in der Pfanne und wir zogen erfolglos wieder ab. Die waren doch recht gründlich damals im Mittelalter. Einige Orts- und Flurnamene erinnern noch an den Goldrausch: z.B. den Goldberg bei Reichmannsdorf oder den Ort Goldisthal oder die tandorte von alten Pochwerken, wie z.B. Blechhammer, Oberhammer, Rohrhammer.



Gruß Kalubke



Ebenfalls OT, aber kurz was dazu. Danke für die Hinweise auf der Karte. Habe die GK 25 vom gesamten Thür. Wald und auch vom Schwarzatal. Ein Herr Hess v. Wichdorf hat darüber Abhandlungen geschrieben. Vor etlichen Jahren war ich mal im April beim Anwaschen im Grümpen-Bach dabei und fand auch einige kleine Flitterchen. Ein alter erfurter Sammler hat dort im Laufe vieler jahre einige Gramm Gold aus der Schwarza und verschiedenen Nebenbächen ausgewaschen. Daß Du nichts gefunden hast, könnte daran liegen, daß Du bereits durchgewaschenes Material durchsucht hast.
Vor einiger Zeit wurde mir berichtet, daß privates Goldwaschen in Thüringen verboten ist. Hintergrund: Eine bis in Behördenkreise einflussreiche
Anglerlobby hat das it der Begründung durchgesetzt, daß dadurch ihre Fische geschädigt würden. Nun, in unmittelbar benachbarten sächsischen goldführenden Bächen ist das gestattet und in Bayern auch. Dort meinen die Angler, daß sie gerarde dort, wo die Goldwäscher aktiv sind, die dicksten Fische fangen, weil dadurch nämlich die Würmner aus dem Schlamm kommen.



Kalubke hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#138

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 09.03.2016 10:47
von Stringer49 | 700 Beiträge

Gelöscht, das war nicht das richtige Thread


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


zuletzt bearbeitet 09.03.2016 10:48 | nach oben springen

#139

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 09.03.2016 11:53
von Kalubke | 2.293 Beiträge

Ja, jetzt wo Du's sagst, Hess v. Wichdorf, das war der Autor der Beiträge. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, aber nach 36 Jahren wollte mir der Name nicht einfallen.

hab gegurgelt und das Lit-Zitat gefunden:
Heß v. Wichdorff, H.
Die Goldvorkommen des Thüringer Waldes und des Frankenwaldes und die Geschichte des Thüringer Goldbergbaus und der Goldwäschereien.
Beitr. zur Geschichte d. Thür. Bergbaus T. 1 1914(= Archiv für Lagerstättenforschung, H. 4). Berlin.


Das hatten wir damals auch überlegt, dass in den aufgearbeiteten Seifen kaum noch was drin sein dürfte und Material direkt aus dem rezenten Flussbett durchgewaschen, leider auch ohne Erfolg. Das meiste Gold scheint sich in den höheren diluvialen Terassen zu befinden. Eigentlich auch logisch, denn während der Eiszeit gabs ja in den Tälern mit der heutigen Situation verglichen eine vielfach höhere Wasserführung. Dementsprechend höher waren sicher auch die Erosions- und Anreicherungsraten. Das mit den Anglern ist mal wieder typisch deutsch und lächerlich. So viele dürften ja nun auch wieder nicht vor Ort sein die da ab und zu mal waschen. Würde es eher als Problem ansehen, wenn da ganze Hänge abgetragen werden.

Grümpenbach, war das im Neumannsgrund südlich von Steinheid? Da gibts laut "Wichdorf-Karte" ein ziemlich massives Goldquarzvorkommen zwischen Steinheid und Neumannsgrund. Der Neumannsgrund mit dem Grümpenbach geht quer durch das Quarzitmassiv, so dass da durch natürliche fluviatile Erosion sicher einige 100.000 t Gangmasse ausgeräumt und aufgearbeitet wurden und sich einiges Gold im Bachbett angereichert haben dürfte. Kann ich mir durchaus vorstellen, dass die Talsedimente des Grümpenbaches etwas höffiger als anderswo sind.




Gruß Kalubke

p.s. Das Vorkommen liegt südlich des Rennsteiges und damit südlich der Wasserscheide Elbe/Main. Das ganze schöne Gold ist also von Mutter Natur in den Westen gewaschen worden. Schalck-Golodkowski würde sich heute noch im Grabe rumdrehen, wenn er das wüsste.



zuletzt bearbeitet 09.03.2016 18:01 | nach oben springen

#140

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 09.03.2016 18:10
von SET800 | 3.094 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #139
Ja, jetzt wo Du's sagst, Hess v. Wichdorf, das war der Autor der Beiträge. Ich hatte die ganze Zeit überlegt, aber nach 36 Jahren wollte mir der Name nicht einfallen.
hab gegurgelt und das Lit-Zitat gefunden:
Heß v. Wichdorff, H.
Die Goldvorkommen des Thüringer Waldes und des Frankenwaldes und die Geschichte des Thüringer Goldbergbaus und der Goldwäschereien.
Beitr. zur Geschichte d. Thür. Bergbaus T. 1 1914(= Archiv für Lagerstättenforschung, H. 4). Berlin.





Hallo, ein Hinweis auf Literatur über ein anderes Schwermetall:

1945 wußten die US-Truppen wohl nicht auf welchem Schatz sie westlich Schwarzenbergs und Chemnitz sassen.

Im Antiquariat der Bergakademiebuchandlung lag 2011 ein Bändchen:

"Über die Uranvorkommen im Erzgebirge" eine Doktorarbeit von 1913.....

Der UdSSR-General als Leiter der SAG Wismut kannte das wohl, der war auch Absolvent der Bergakademie.....



DoreHolm und Kalubke haben sich für diesen Beitrag bedankt
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