#41

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 11:26
von Alfred | 6.848 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.


Also haben sich die Westberliner die in die Hauptstadt gereist sind alle neue Karten gekauft ?

Und alle BRD - Bürger haben den Atlas an der GÜSt abgegeben ?

Ich habe nie erlebt, dass entsprechendes eingezogen wurde.


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#42

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 11:31
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #41
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.


Also haben sich die Westberliner die in die Hauptstadt gereist sind alle neue Karten gekauft ?

Und alle BRD - Bürger haben den Atlas an der GÜSt abgegeben ?

Ich habe nie erlebt, dass entsprechendes eingezogen wurde.



Ich habe einige sogenannte Generalkarten von einer bekannten Mineralölgesellschaft bei uns im Westen. Es gibt einen ganz kleinen Vermerk, welche sagt, dass es sich um eine Karte des Tourist-Verlag (D.D.R.) handelt ... So bestand für diese Kartographie wohl kein Grund, es zu konfiszieren.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#43

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 11:35
von eisenringtheo | 9.173 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.

Ich denke nicht. Die nötigen Daten für die Karten mussten die westlichen Verlage doch aus der DDR beziehen: Die Kartographie der DDR erfolgte ausschliesslich durch die topographischen Dienste der DDR. Ähnliches galt wohl auch bei DDR Karten, die das Ausland abbildeten
Unterschiede gab es nur bei politischen umstrittenen Bezeichnungen z.B. Ostberlin und Westberlin. "Ostberlin" gab es nur in Karten aus der BRD. "Westberlin" nur auf Karten aus der DDR. So konnte man leicht erkennen, ob eine Karte im Westen oder im Osten gedruckt wurde. Allerdings ist der Zeitpunkt der Auflage nicht immer einfach.

Theo


damals wars hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#44

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 12:08
von Stringer49 | 700 Beiträge

Hier die « Generalkarte »:


Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#45

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 12:29
von passport | 2.638 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.



Sorry, aber über soviel Unsinn kann man nur lachen !


passport


DoreHolm, Rainer-Maria Rohloff und Jawa 350 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#46

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 12:37
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #45
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.



Sorry, aber über soviel Unsinn kann man nur lachen !


passport


Der Zoll der D.D.R. verteilte wohl Informationen an Reisende, dort wurde das Thema des Verbotes von Kartographieeinfuhr explizit erwähnt. Ich von aussen und jetzt - wie sollte ich es interpretieren ? Eine leere Drohung ? In der Regel sollten wir anerkennen, dass die D.D.R. viel Wert auf die Applikation ihrer Gesetze legte. Wenn ich ich irre, dann rechne ich mit Deiner Sachkenntnis, @passport.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#47

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 12:48
von Hansteiner | 1.415 Beiträge

Die Firma Hermann Haack,Gotha war schon ein Name.
Ein Mitbegründer des Verlages ist hier in meinen Wohnort geboren, August Petermann. Sogar auf dem Mond trägt ein Krater seinen Namen.
Die ehem.DDR hatte wohl weltweit das dichteste Netz an Meßpunkten !
und ich kann mich erinnern, daß Atlanten von Haack, in den Buchhandlungen zur sogen. "Bückware" gehörten !

VG H.



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#48

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 12:51
von thomas 48 | 3.569 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #27
An der Stelle möchte ich an Alfred Hoppe erinnern, den bestimmt jeder kennt. Nicht Herrn Hoppe aber seine illustrirten Landkarten



http://www.ddr-comics.de/ak.htm

Moskwitschka

habe ich ca 25 oder mehr gehabt


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#49

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 13:00
von passport | 2.638 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #46
Zitat von passport im Beitrag #45
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.



Sorry, aber über soviel Unsinn kann man nur lachen !


passport


Der Zoll der D.D.R. verteilte wohl Informationen an Reisende, dort wurde das Thema des Verbotes von Kartographieeinfuhr explizit erwähnt. Ich von aussen und jetzt - wie sollte ich es interpretieren ? Eine leere Drohung ? In der Regel sollten wir anerkennen, dass die D.D.R. viel Wert auf die Applikation ihrer Gesetze legte. Wenn ich ich irre, dann rechne ich mit Deiner Sachkenntnis, @passport.

Stringer49



Wie sollte der Reisende sein Ziel finden ? TOMTOM u.ä. Geräte gab es ja zu diesen Zeitpunkt noch nicht. Also war der Reiseatlas das am meisten genutzte Buch für die Reiseführung. Die Atlanten verblieben natürlich beim Reisenden.


passport


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#50

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 13:07
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #49
Zitat von Stringer49 im Beitrag #46
Zitat von passport im Beitrag #45
Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.



Sorry, aber über soviel Unsinn kann man nur lachen !


passport


Der Zoll der D.D.R. verteilte wohl Informationen an Reisende, dort wurde das Thema des Verbotes von Kartographieeinfuhr explizit erwähnt. Ich von aussen und jetzt - wie sollte ich es interpretieren ? Eine leere Drohung ? In der Regel sollten wir anerkennen, dass die D.D.R. viel Wert auf die Applikation ihrer Gesetze legte. Wenn ich ich irre, dann rechne ich mit Deiner Sachkenntnis, @passport.

Stringer49



Wie sollte der Reisende sein Ziel finden ? TOMTOM u.ä. Geräte gab es ja zu diesen Zeitpunkt noch nicht. Also war der Reiseatlas das am meisten genutzte Buch für die Reiseführung. Die Atlanten verblieben natürlich beim Reisenden.


passport


Danke für die schnelle Antwort. Das Problem, welche ich sehe, besteht immer noch. Auf der einen Seit die Regelungen des Zoll der D.D.R. und auf der anderen Seite das, was Du sagst und was, so meine ich, der gesunde Menschenverstand ist. Also schrieb man das eine in die Regelungen / legislative Akte, und tat etwas anderes und über viele Jahre und bei vielen tausend Reisenden.

Vielleicht gibt es jemand von dem Zoll-Administration der D.D.R., welcher uns helfen kann. Als Pass-Kontrolleur ist die Aufgabe eine andere als für einen Zoll-Offizier (?) [Beamte darf ich ja bei der D.D.R. nicht sagen - Bedienstete ist nicht schön, Angestellte ?]

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#51

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 13:11
von passport | 2.638 Beiträge

Nur den Link hier gefunden. Eigentlich aber eine korrekte Aussage über die Ein - und Ausfuhr von Waren über die DDR-Grenze.


http://www.chronik-der-mauer.de/node/180390



passport


Zusatz: Wir waren Behördenangestellte


Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.03.2016 13:12 | nach oben springen

#52

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 16:43
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von passport im Beitrag #51
Nur den Link hier gefunden. Eigentlich aber eine korrekte Aussage über die Ein - und Ausfuhr von Waren über die DDR-Grenze.


http://www.chronik-der-mauer.de/node/180390
passport
Zusatz: Wir waren Behördenangestellte


Da kann ich beim besten Willen nichts finden, was ein Verbot von Kartenmaterial betrifft. "Was den Interessen des Staates und der Bürger widerspricht" könnte man mit sehr viel Verdreherei eventuell dazu zählen, was ich aber für sehr weit hergeholt halte. Wie schon o.gesagt, jeder Einreisende Bundesbürger hatte einen Atlas bei sich.



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#53

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 16:49
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Warum sollte man den Besuchern ihre Karten abnehmen?

Sie sollten ja schließlich auf "sicheren" Wegen wieder nach Hause finden


Jawa 350 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#54

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 16:53
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #41

Und alle BRD - Bürger haben den Atlas an der GÜSt abgegeben ?

Ich habe nie erlebt, dass entsprechendes eingezogen wurde.

Ich (als Wssi) auch nicht, aber einem Freund (DDR-Bürger), den ich bei einem Treffen in der CSSR meinen Shell-Atlas
geschenkt hatte, wurde dieser bei der Rückreise in die DDR von den Grenzkontrolleuren abgenommen.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 05.03.2016 16:54 | nach oben springen

#55

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 17:34
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #40
Ich muss mir auch immer das Lachen verkneifen ,wenn Farbenblinde über die Colorierität schreiben !

Nichts für ungut Daniel ,aber nur vom anlesen wird man Geschichte nicht verstehen !

Fritze




. Killer assumptions - man benützt sie meist, wenn die Argumente ausgehen oder ein Gespräch beendet werden soll. Gut, Du willst nicht. Ich respektiere das.

Aber ja doch : Nichts für ungut.

PS. Kennst Du den Unterschied zwischen Problemen und Fragen auf der einen Seite und einer festgefügten Meinung ? Ich schon.

Daniel, der Farbenblinde


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#56

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 19:02
von Stringer49 | 700 Beiträge

Trotz der mir von @Fritze attestierten Farbenblindheit habe ich dies gefunden:

Stiehle Joachim (Rat Doz. Dr. Sc. jur. Joachim Stiehle, Institut der Zollverwaltung der DDR « Heinrich Rau»). Niehoff, Kurt: In Sachen Zoll- und Devisenrecht. Recht in unserer Zeit, vol no. 75 : Staatsverlag der D.D.R. (Berlin-Ost) : 1987

Einfuhr :
«— Auszug - 11. Durcbführungsbestimmung zum Zollgesetz — Genelunigungsverfahren für die Aus- und Einfuhr von Gegenständen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr — Genehmigungsverfahrensordnung —vom 12. Dezember 1968 (GB1. II Nr. 132 S. 1057) » mit nachfolgenden Mondifikationen :
p. 89 « Einfuhrverbote und -beschränkungen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr …
5. Topographische Karten sowie Landkarten, die in ihren Bezeichnungen nicht der tatsächlichen staatsrechtlichen Lage in Deutschland entsprechen.»

Aus der «Bekanntmachung über im grenzüberschreitenden Geschenkpaket- und -päckchenverkehr auf dem Postwege geltende Verbote und Beschränkungen
vom 14. Juni 1973 (GB1. I Nr. 28 S. 272)», zitiert nach gleicher Publikation :
p. 108 «1. Von der Einfuhr in Geschenksendungen sind ausgenommen: […]
Landkarten, Briefmarken, Briefmarkenkataloge, …»

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 19:15
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Es hätten ja auch Karten sein können, die streng geheim waren

Auf dem Gebiet der Deutschen Demokratischen Republik gab es zahlreiche Flächen und Liegenschaften, die für Zivilisten gesperrt waren. Eine erste Kartierung militärisch genutzter Räume wurde bereits in der DDR bis 1989 vorgenommen. Die Offenlegung solcher Flächen war eine Folge der Konferenz über vertrauensbildende Maßnahmen und Abrüstung in Europa (KVAE/2. KSZE-Folgetreffen). Eine dementsprechend vorgenommene Verzeichnung der von der Nationalen Volksarmee (NVA) und den Grenztruppen der DDR (GT) genutzten Gebiete lag Mitte 1987 vor. Eine analoge Erfassung der durch die sowjetischen Streitkräfte in Anspruch genommenen Flächen begannen staatliche Stellen zum Ende der DDR hin in einer Arbeitsgruppe Sperrgebiete. Ein weiterer, wichtiger Antrieb für dieses Vorhaben war der wachsende Unmut in der Bevölkerung der DDR über unrechtmäßige Gebietsaneignungen durch die Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD) Ungeregelte Nutzung von Land, Schäden durch Manöver und Truppenbewegungen – bis hin zu verhängnisvollen Unglücken und Todesfällen – nahmen zu und ließen sich in den achtziger Jahren nicht mehr einfach ignorieren. Im Juli 1987 trat die gemeinsame Arbeitsgruppe Sperrgebiete – bestehend aus Vertretern der DDR-Ministerien für Nationale Verteidigung (MfNV), für Staatssicherheit (MfS), des Innern (MdI) sowie Abgesandten der GSSD – erstmals zusammen.

Sperrgebiete in der DDR

Ein Atlas von Standorten des Ministeriums für Staatssicherheit (MfS), des Ministeriums des Innern (MdI), des Ministeriums für Nationale
Verteidigung (MfNV) und der Gruppe der Sowjetischen Streitkräfte in Deutschland (GSSD)

Der Bundesbeauftragte für die Unterlagen des Staatssicherheitsdienstes der ehemaligenDeutschen Demokratischen Republik
Abteilung Bildung und Forschung

http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...publicationFile

Moskwitschka

EDIT Link zur Publikation http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...errgebiete.html


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

Stringer49 hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 05.03.2016 19:22 | nach oben springen

#58

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 19:26
von icke46 | 2.593 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #56

p. 89 « Einfuhrverbote und -beschränkungen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr …
5. Topographische Karten sowie Landkarten, die in ihren Bezeichnungen nicht der tatsächlichen staatsrechtlichen Lage in Deutschland entsprechen.»

Stringer49


Der Hinweis sei gestattet, dass sich dieses Einfuhrverbot vermutlich an der zweiten Hälfte des zitierten Satzes orientieren - sprich, es bezog sich auf Landkarten, wo die DDR als Ostzone, sowjetische Besatzungszone oder was auch immer bezeichnet wurde (oder auch zb. "DDR" in der allbekannten Axel-Cäsar-Springer-Schreibweise geschrieben wurde, mit Gänsefüsschen).

Gruss

icke



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#59

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 19:29
von HG19801 | 1.613 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #35
Die Karten, welche käuflich in der DDR zu erwerben waren, waren doch insbesonders was Grenzverläufe betraf, verfälscht.
Ausländisches Kartenmaterial war nicht erlaubt. Schon ein Shell-Autoatlas führte zur Beschlagnahme.
Was letzteren Satz betrifft, sollte man wohl weniger von nicht erlaubt, sondern von nicht erwünscht reden. Kein Wunder eigentlich, wenn in Westatlanten immer noch die Rede von "Ostzone", "Sowjetische Besatzungszone", "Ostpreußen" usw. war, obwohl sich die politischen Weltkarten und Ausdrucksweisen längst geändert hatten.

Was die Verfälschungen bezüglich der käuflich zu erwerbenden geografischen Druckerzeugnisse angeht, so hege ich starken Zweifel daran, dass sie hinsichtlich des Grenzverlaufs zu den Westzonen - ich meine natürlich zur Bundesrepublik Deutschland - absichtlich kreiert wurden. Da war wohl mehr der Wunsch bzw. das Unvermögen Karten zu lesen Vater des Gedankens.


"Zwei Dinge sind unendlich, das Universum und die menschliche Dummheit,
aber bei dem Universum bin ich mir noch nicht ganz sicher." – Albert Einstein


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#60

RE: DDR-Kartographie

in Leben in der DDR 05.03.2016 19:30
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von icke46 im Beitrag #58
Zitat von Stringer49 im Beitrag #56

p. 89 « Einfuhrverbote und -beschränkungen im grenzüberschreitenden Reiseverkehr …
5. Topographische Karten sowie Landkarten, die in ihren Bezeichnungen nicht der tatsächlichen staatsrechtlichen Lage in Deutschland entsprechen.»

Stringer49


Der Hinweis sei gestattet, dass sich dieses Einfuhrverbot vermutlich an der zweiten Hälfte des zitierten Satzes orientieren - sprich, es bezog sich auf Landkarten, wo die DDR als Ostzone, sowjetische Besatzungszone oder was auch immer bezeichnet wurde (oder auch zb. "DDR" in der allbekannten Axel-Cäsar-Springer-Schreibweise geschrieben wurde, mit Gänsefüsschen).

Gruss

icke



Danke für diesen Hinweis.

Da ist möglich, aber es gibt in diesem Text keinen Hinweis darauf. Die Bezeichnung « Berlin (Ost) » würde dann auch dahinein fallen. Es ist auch möglich, dass deutschen geographischen Namen für Orte in Nachbarländer zu beanstanden waren : Aussig Usti...

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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