#141

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 00:09
von Cambrino | 201 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #137
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.


Hier liegst Du m.Erfahrung nach ganz schön falsch. Ich war selbst bei den letzten beiden Wahlen vor der Wende Wahlhelfer und einmal Wahllokalleiter gewesen. Ich kann nicht sagen, wie es um 1960 rum war, aber bei uns gab es mehrere Wahlkabinen auf den Tischen, die man von Empfang der Wahlzettel bis zur Urne stehen hatte. In ihnen lag ein Kugelschreiber (an einem Strick gebunden ). Wimre haben die meisten Wähler von der Kabine gebrauch gemacht, ich auch, jedesmal. Es ist absoluter Blödsinn anzunehmen, daß diejenigen, die die Kabine benutzten, irgendwie notiert wurden. Das hat überhaupt niemanden der Wahlhelfer interessiert, im Gegenteil, es fiel eher auf, wenn jemand einfach nur gefaltet und dann den Zettel in die Urne gesteckt hat. Das war eher ungewöhnlich. Dazu bestand auch keine interne Weisung.
Was allerdings in der Firma mitunter bekannt wurde, wenn ein Kollege Wahlverweigerer war, also gar nicht zur Wahl erschienen war. Auswirkungen hatte das i.d.R. keine, maximal geringe wirtschaftliche, wenn die eigene Brigade gerade um einen Titel kämpft (z.B. Brigade der sozialistischen Arbeit"), eine Aktivistenauszeichnung dann eben verschoben wurde oder eine Aussprache, wenn es sich um einen höheren Leiter handelte. Das war, je nach liberaler oder dogmatischer Einstellung des Leiters betrieblich unterschiedlich. Bei uns gab´s keinerlei Restriktionen. Die bloße Ankündigung, nicht wählen zu gehen, hat über den Umweg der Partei(en) nicht selten ganz plötzlich und unbürokratisch ganz persönliche Probleme lösen geholfen, wegen der er sich bisher lange Zeit vergebens die Hacksen abgelaufen hat. Da wurden Behörden munter und wenn es berechtigt und lösbar war und keine Bevorzugung gegenüber anderen Bürgern darstellte, klappte das auch schon mal.


Hallo Dore Holm, wie muß man sich das vorstellen, mehrere Wahlkabinen standen auf den Tischen. Da mußte ja jeder der in die Wahlkabine wollte, erst noch auf den Tisch steigen, war das aber umständlich. Da brauchte man doch bestimmt auch noch eine kleine Trittleiter um auf den Tisch und dann in die Wahlkabine zu kommen. Du meintest wohl, auf mehreren Tischen war so ein kleiner Sichtschutz auf gebaut ? Du hast doch sicher auch schon mal gesehen, wie eine richtige Wahlkabine aussieht. Da kann man doch rein gehen und den Vorhang zu ziehen.

Gruß CAMBRINO


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 02:49 | nach oben springen

#142

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 05:29
von schulzi | 1.757 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #141
Zitat von DoreHolm im Beitrag #137
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.


Hier liegst Du m.Erfahrung nach ganz schön falsch. Ich war selbst bei den letzten beiden Wahlen vor der Wende Wahlhelfer und einmal Wahllokalleiter gewesen. Ich kann nicht sagen, wie es um 1960 rum war, aber bei uns gab es mehrere Wahlkabinen auf den Tischen, die man von Empfang der Wahlzettel bis zur Urne stehen hatte. In ihnen lag ein Kugelschreiber (an einem Strick gebunden ). Wimre haben die meisten Wähler von der Kabine gebrauch gemacht, ich auch, jedesmal. Es ist absoluter Blödsinn anzunehmen, daß diejenigen, die die Kabine benutzten, irgendwie notiert wurden. Das hat überhaupt niemanden der Wahlhelfer interessiert, im Gegenteil, es fiel eher auf, wenn jemand einfach nur gefaltet und dann den Zettel in die Urne gesteckt hat. Das war eher ungewöhnlich. Dazu bestand auch keine interne Weisung.
Was allerdings in der Firma mitunter bekannt wurde, wenn ein Kollege Wahlverweigerer war, also gar nicht zur Wahl erschienen war. Auswirkungen hatte das i.d.R. keine, maximal geringe wirtschaftliche, wenn die eigene Brigade gerade um einen Titel kämpft (z.B. Brigade der sozialistischen Arbeit"), eine Aktivistenauszeichnung dann eben verschoben wurde oder eine Aussprache, wenn es sich um einen höheren Leiter handelte. Das war, je nach liberaler oder dogmatischer Einstellung des Leiters betrieblich unterschiedlich. Bei uns gab´s keinerlei Restriktionen. Die bloße Ankündigung, nicht wählen zu gehen, hat über den Umweg der Partei(en) nicht selten ganz plötzlich und unbürokratisch ganz persönliche Probleme lösen geholfen, wegen der er sich bisher lange Zeit vergebens die Hacksen abgelaufen hat. Da wurden Behörden munter und wenn es berechtigt und lösbar war und keine Bevorzugung gegenüber anderen Bürgern darstellte, klappte das auch schon mal.


Hallo Dore Holm, wie muß man sich das vorstellen, mehrere Wahlkabinen standen auf den Tischen. Da mußte ja jeder der in die Wahlkabine wollte, erst noch auf den Tisch steigen, war das aber umständlich. Da brauchte man doch bestimmt auch noch eine kleine Trittleiter um auf den Tisch und dann in die Wahlkabine zu kommen. Du meintest wohl, auf mehreren Tischen war so ein kleiner Sichtschutz auf gebaut ? Du hast doch sicher auch schon mal gesehen, wie eine richtige Wahlkabine aussieht. Da kann man doch rein gehen und den Vorhang zu ziehen.

Gruß CAMBRINO

Mit Sichtschutz haste zwar Recht ist aber heute auch noch so aber in einer XXL Ausführung. Über die Tische brauchte dort wo ich im Wahlvorstand war keiner zusteigen waren immer gut zuerreichen so das man ihn unbequeme Streichen konnte.Dies führte natürlich bei uns zu Stress weil jeder Wahlzettel extra nachgesehen werden mußte


damals wars, der 39., IM Kressin und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#143

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 06:26
von damals wars | 12.143 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #141
Zitat von DoreHolm im Beitrag #137
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.


Hier liegst Du m.Erfahrung nach ganz schön falsch. Ich war selbst bei den letzten beiden Wahlen vor der Wende Wahlhelfer und einmal Wahllokalleiter gewesen. Ich kann nicht sagen, wie es um 1960 rum war, aber bei uns gab es mehrere Wahlkabinen auf den Tischen, die man von Empfang der Wahlzettel bis zur Urne stehen hatte. In ihnen lag ein Kugelschreiber (an einem Strick gebunden ). Wimre haben die meisten Wähler von der Kabine gebrauch gemacht, ich auch, jedesmal. Es ist absoluter Blödsinn anzunehmen, daß diejenigen, die die Kabine benutzten, irgendwie notiert wurden. Das hat überhaupt niemanden der Wahlhelfer interessiert, im Gegenteil, es fiel eher auf, wenn jemand einfach nur gefaltet und dann den Zettel in die Urne gesteckt hat. Das war eher ungewöhnlich. Dazu bestand auch keine interne Weisung.
Was allerdings in der Firma mitunter bekannt wurde, wenn ein Kollege Wahlverweigerer war, also gar nicht zur Wahl erschienen war. Auswirkungen hatte das i.d.R. keine, maximal geringe wirtschaftliche, wenn die eigene Brigade gerade um einen Titel kämpft (z.B. Brigade der sozialistischen Arbeit"), eine Aktivistenauszeichnung dann eben verschoben wurde oder eine Aussprache, wenn es sich um einen höheren Leiter handelte. Das war, je nach liberaler oder dogmatischer Einstellung des Leiters betrieblich unterschiedlich. Bei uns gab´s keinerlei Restriktionen. Die bloße Ankündigung, nicht wählen zu gehen, hat über den Umweg der Partei(en) nicht selten ganz plötzlich und unbürokratisch ganz persönliche Probleme lösen geholfen, wegen der er sich bisher lange Zeit vergebens die Hacksen abgelaufen hat. Da wurden Behörden munter und wenn es berechtigt und lösbar war und keine Bevorzugung gegenüber anderen Bürgern darstellte, klappte das auch schon mal.


Hallo Dore Holm, wie muß man sich das vorstellen, mehrere Wahlkabinen standen auf den Tischen. Da mußte ja jeder der in die Wahlkabine wollte, erst noch auf den Tisch steigen, war das aber umständlich. Da brauchte man doch bestimmt auch noch eine kleine Trittleiter um auf den Tisch und dann in die Wahlkabine zu kommen. Du meintest wohl, auf mehreren Tischen war so ein kleiner Sichtschutz auf gebaut ? Du hast doch sicher auch schon mal gesehen, wie eine richtige Wahlkabine aussieht. Da kann man doch rein gehen und den Vorhang zu ziehen.

Gruß CAMBRINO

Das war eine Holzkiste, die von 3 Seiten zu war und auf dem Tisch stand.
Vertreter der Blockparteien, erkennbar an ihren Parteiabzeichen, kontrollierten die Wahlkabinen vor Wahlbeginn.
Es gab auch Wähler, die vor unseren Augen einfach Kandidaten strichen, und nicht einer wurde Standrechtlich erschossen.
Das auszählen erfolgte öffentlich, im Beisein der selbsternannten Bürgerrechtler.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
der 39. und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#144

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 06:47
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #131
Es war m.E. eine ziemliche Minderheit, die bewust und aktiv einschneidende, grundlegende politische Veränderungen anstrebte.


Hätten es die DDR-Bürger mehrheitlich gewollt?

Ganz hart formuliert, weniger Trabis, weniger Chemie, Plaste&Elaste im Handel und mehr Steuern und dafür aber große Investionen in Luftreinhaltung und Infrastrukturreparaturen?



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#145

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 09:18
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #141
Zitat von DoreHolm im Beitrag #137
Zitat von Zange im Beitrag #104
Soweit mir bekannt, ich lass mich aber gerne eines Besseren belehren, hatte man lediglich die Möglichkeit, einzelne Kandidaten vom Wahlzettel zu streichen. Diese Option dürfte sicherlich nur theoretisch sein. Um nicht aufzufallen, wurden die Zettel ungefaltet in die Urne gesteckt., um bloß nicht aufzufallen. Ein gefalteter Zettel hätte sicherlich unangenehme Fragen nach sich gezogen, zumal man i. d. R. im Kollektiv wählen ging.

Wie gesagt, so mein Kenntnisstand.


Hier liegst Du m.Erfahrung nach ganz schön falsch. Ich war selbst bei den letzten beiden Wahlen vor der Wende Wahlhelfer und einmal Wahllokalleiter gewesen. Ich kann nicht sagen, wie es um 1960 rum war, aber bei uns gab es mehrere Wahlkabinen auf den Tischen, die man von Empfang der Wahlzettel bis zur Urne stehen hatte. In ihnen lag ein Kugelschreiber (an einem Strick gebunden ). Wimre haben die meisten Wähler von der Kabine gebrauch gemacht, ich auch, jedesmal. Es ist absoluter Blödsinn anzunehmen, daß diejenigen, die die Kabine benutzten, irgendwie notiert wurden. Das hat überhaupt niemanden der Wahlhelfer interessiert, im Gegenteil, es fiel eher auf, wenn jemand einfach nur gefaltet und dann den Zettel in die Urne gesteckt hat. Das war eher ungewöhnlich. Dazu bestand auch keine interne Weisung.
Was allerdings in der Firma mitunter bekannt wurde, wenn ein Kollege Wahlverweigerer war, also gar nicht zur Wahl erschienen war. Auswirkungen hatte das i.d.R. keine, maximal geringe wirtschaftliche, wenn die eigene Brigade gerade um einen Titel kämpft (z.B. Brigade der sozialistischen Arbeit"), eine Aktivistenauszeichnung dann eben verschoben wurde oder eine Aussprache, wenn es sich um einen höheren Leiter handelte. Das war, je nach liberaler oder dogmatischer Einstellung des Leiters betrieblich unterschiedlich. Bei uns gab´s keinerlei Restriktionen. Die bloße Ankündigung, nicht wählen zu gehen, hat über den Umweg der Partei(en) nicht selten ganz plötzlich und unbürokratisch ganz persönliche Probleme lösen geholfen, wegen der er sich bisher lange Zeit vergebens die Hacksen abgelaufen hat. Da wurden Behörden munter und wenn es berechtigt und lösbar war und keine Bevorzugung gegenüber anderen Bürgern darstellte, klappte das auch schon mal.


Hallo Dore Holm, wie muß man sich das vorstellen, mehrere Wahlkabinen standen auf den Tischen. Da mußte ja jeder der in die Wahlkabine wollte, erst noch auf den Tisch steigen, war das aber umständlich. Da brauchte man doch bestimmt auch noch eine kleine Trittleiter um auf den Tisch und dann in die Wahlkabine zu kommen. Du meintest wohl, auf mehreren Tischen war so ein kleiner Sichtschutz auf gebaut ? Du hast doch sicher auch schon mal gesehen, wie eine richtige Wahlkabine aussieht. Da kann man doch rein gehen und den Vorhang zu ziehen.

Gruß CAMBRINO


Willst du mich verarschen ? Sollen die Wahlkabinen auf dem Fußboden stehen ? Oder was stellst Du Dir unter Wahlkabine vor ? Das sind Hartfaserplatten, hoch genug, damit niemand von außen reingucken kann und zusammengehalten mit Scharnieren (zum Zusammenklappen für das nächste Mal) und die stehen auf Tischen. Darin Kugelschreiber und das wars. Was Du Dir unter Wahlkabine vorstellst, ist sicher sowas wie eine Anprobekabine im Bekleidungsladen. Sowas habe ich weder bei Wahlen in DDR-Zeiten noch nach der Wende gesehen. Sag mir mal, in welchem Wahllokalen sowas üblich ist/war. Wenn das in einigen Wahllokaken so war, dann war das deren Sache, aber es war nicht vorgeschrieben. Geh mal zu Google und gib bloß "Wahlkabine" ein. Da kommen gleich einige Bilder und da ist keine Umkleidekabine dabei.



der 39., IM Kressin und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 09:20 | nach oben springen

#146

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 09:37
von Georg | 1.008 Beiträge

Zitat von Uleu im Beitrag #134
Verstehe nicht, warum es nur um den Gegensatz von Diktatur und Demokratie geht, nicht auch um den Zusammenhang. In jeder Diktatur sind Elemente der Demokratie, und jede Demokratie trägt Stücke der Diktatur in sich. Hat schon der ollle Engels rausgefunden
Ich denke das die Grenzen fliessend sind, kommt immer auf den Betrachter an welche Seite der Medaille er mehr sieht.


Hin wie her!
Dann kann der Begriff D e m o k r a t u r verwendet werden. Der triffts in der Gegenwart ganz genau. Ein Begriff ! Man braucht nicht rumeiern.Jeder kennt ihn. Wenn noch ncht, dann hier weiterlesen:
http://demokratur.eu/


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#147

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 09:52
von der 39. | 522 Beiträge

DoreHolm hat absolut recht. Es war immer vorgegeben, welchen Anforderungen eine Wahlkabine entsprechen musste. Der Bürger muste bequem, wenn auch im Stehen unbeobachtbar seinen Wahlzettel anschauen und/oder ändern können. Vom Zentralen Wahlausschuss musste das Wahllokal abgenommen werden, sonst durfte es nicht geöffnet werden. Wenn Bürger vorab gemeldet hatten, dass sie aus gesundheitlichen Gründen gehindert sind, ds Wahllokal aufzusuchen, wurden sie von einer sog fliegenden Urne aufgesucht, d.h. Mitglieder des Wahlausschusses suchten den Bürger auf, um ihm die Teilnahme an der Wahl zu ermöglichen.
Wermutstropfen: Um für das jeweilige Wahllokal/Wahlausschuss ein möglichst hohes Ergebnis zu erzielen, wurde die fliegende Urne auch eingesetzt, um Nichtwähler zu besuchen und sie doch noch zur Abgabe ihrer Stimme zu bewegen. So schlimm fand ich das nicht.
Im übrigen. Hohes Wahlergebnis hin oder her. Fast jeder Bürger ist zur Wahl gegangen, aus welchen Motiven auch immer und auch unter der Befürchtung, eventuell Ärger zu bekommen, wenn er nicht geht. Aber das war nicht die Mehrheit, niemals. Immer waren die Bürger sich auch bewusst, dass viel für sie getan wurde, ich denke nur zB. an Gesundheitswesen, Kinder Ehekredite uvm. Nicht vergessen war bei den Älteren auch, dass nach Maßgabe der Möglichkeiten und trotz Embargo immer wieder mal große Preissenkungen stattfanden und Schritt für Schritt die Lebensmittelmarken abgeschafft wurden. Da war auch bei vielen älteren Menschen ein Gefühl der Dankbarkeit und Stolz auch auf das Errungene.
Wider die Vernunft und Wirtschaftlichkeit wurden die Güter aufgeteilt und Neubauernstellen geschaffen. Die Ströme der Ausgesiedelten aus Polen, Sowjetunion und Tschechei oder Banat kamen bei uns an und mussten leben. Und der ach so humane Westen verhängt ein Embargo. Damit hat er der DDR nicht geschadet, sondern den hunderttausenden Flüchtlingen und den DDR-Bürgern überhaupt. Natürlich weiß ich sehr genau und vom eigenen Erleben, dass so manches aus Dummheit, Unerfahrenheit aber auch Unfähigkeit falsch gelaufen ist. So wie heute, dass erst einmal an sich gedacht wird und dann eine Weile nichts und dann erst die anderen, das gab es nicht. All das hat sich auch bei den Wahlen widerspiegelt, da war die Ausstattung einer Wahlkabine das allerkleinste Problem.
Der 39.


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#148

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 09:57
von der 39. | 522 Beiträge

Demokratur !!!
Im ersten Satz der Erläuterung heißt es ...nennt man ... Hallo, aus welchem kranken Hirn stammt das ? Wer ist "man"


Moskwitschka hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#149

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 12:33
von Hanum83 | 4.730 Beiträge

Da wir ja hier schon den Verweis auf eine sozialistische Demokratie hatten, könnte das eventuell dann ja so eine Demokratur sein, die Mischung aus der Diktatur des Proletariats und so ein klein wenig auch Demokratie.
Überhaupt, die Diktatur des Proletariats, war das real nicht eher die Diktatur eines ganz kleinen Kreises des Proletariats über das Proletariat?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 12:36 | nach oben springen

#150

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 13:42
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Also wenn ich hier so mitlese, dann dämmert es bei mir, dass die DDR das ausgefeilteste, bestorganisierteste, demokratischste Wahlsystem hatte, die berühmten Wahlergebnisse nur wegen der Zufriedenheit der Wähler mit der "Gesamtsituation" zustande kamen, die älteren Menschen sich sogar mit ihrer Stimme für die Abschaffung der Lebensmittelmarken bedankten ..
Niemand hat irgendwen irgendwann argwöhnisch beäugt, nie gab es irgendwelche negativen Folgen für Nichtwählen oder Streichungen auf den Wahlzetteln- und der erste morgens hat sogar einen Blumenstrauß zur Begrüßung bekommen...
Lauter zufriedene, staatstreue Bürger .. die dann aber komischerweise irgendwann mal aus Daffke gesagt haben: "Lasst uns auf die Straße gehen und das System zum Einsturz bringen"

Bisher dachte ich, auch in der DDR gelebt zu haben- aber da trügt mich wohl die Erinnerung..

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Moskwitschka, Gert, IM Kressin, thomas 48 und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#151

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 14:01
von Hanum83 | 4.730 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #150
Also wenn ich hier so mitlese, dann dämmert es bei mir, dass die DDR das ausgefeilteste, bestorganisierteste, demokratischste Wahlsystem hatte, die berühmten Wahlergebnisse nur wegen der Zufriedenheit der Wähler mit der "Gesamtsituation" zustande kamen, die älteren Menschen sich sogar mit ihrer Stimme für die Abschaffung der Lebensmittelmarken bedankten ..
Niemand hat irgendwen irgendwann argwöhnisch beäugt, nie gab es irgendwelche negativen Folgen für Nichtwählen oder Streichungen auf den Wahlzetteln- und der erste morgens hat sogar einen Blumenstrauß zur Begrüßung bekommen...
Lauter zufriedene, staatstreue Bürger .. die dann aber komischerweise irgendwann mal aus Daffke gesagt haben: "Lasst uns auf die Straße gehen und das System zum Einsturz bringen"

Bisher dachte ich, auch in der DDR gelebt zu haben- aber da trügt mich wohl die Erinnerung..

Siggi



Wir haben aber in verschieden Themen hier herausgearbeitet das dies nur eine verschwindendende Minderheit war, die quasi mit der vom BND eingepflanzten kohlschen Banane im Kopp, der überwiegende Teil der DDR-Bevölkerung stand wohl doch fest und unverbrüchlich an der Seite unserer Partei- u. Staatsführung, wurde aber irgendwie von den Ereignissen und vor allem von den westdeutschen Wahlkämpfern bei der "Übernahme" schier überrollt.
Man kann hier überhaupt erstaunliches erfahren, z.B wie gut die Sicherheitsorgane der DDR gegenüber der Verfassungsschutz-Kaspertruppe funktionierten, gut, der Sicherheit kam letztendlich der ganze Staat abhanden, war aber wohl auch nur so eine Art kleiner Betriebsunfall.
Ich glaube wir werden im laufe der Jahre hier noch so manches erstaunliche lernen können.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
Gert, der alte Grenzgänger, IM Kressin, Klauspeter und matloh haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 14:16 | nach oben springen

#152

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 14:17
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #149
Da wir ja hier schon den Verweis auf eine sozialistische Demokratie hatten, könnte das eventuell dann ja so eine Demokratur sein, die Mischung aus der Diktatur des Proletariats und so ein klein wenig auch Demokratie.
Überhaupt, die Diktatur des Proletariats, war das real nicht eher die Diktatur eines ganz kleinen Kreises des Proletariats über das Proletariat?



In gewisser Weise schon. Viele von diesem Kreis haben aktiv gegen die Nazis und damit auch gegen ihre Sponsoren, die Großkonzerne und Landjunker, gekämpft und hatten dementsprechend andere Vorstellungen, was der gemeine Arbeiter natürlicherweise als wichtig und wertvoll ansehen mußte, schon allein aus der Tatsache, daß er eben ein Arbeiter ist. Also kein Besitzender an PM. Sie vergaßen dabei nur, daß es auch noch etwas Anderes gibt als den ständigen Gedanken an den Klassenkampf, der für diesen Kreis zu ihrer Zeit alltäglich war.
Da fällt mir etwas ein, was mein vater mal gesagt hatte, wie höhere Parteifunktionäre dachte, als es in den späten 50er oder frühen 60ern darum ging, bezüglich Gastronomie auch Bars zuzulassen, die bis uin die frühen Morgenstunden geöffnet haben. "Wozu Bars ? Der Arbeiter muss/will/sollte7möchte arbeiten und sich nicht in Bars die nacht um die Ohren schlagen".



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#153

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 15:05
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #152
[...
...Viele von diesem Kreis haben aktiv gegen die Nazis .... gekämpft

...Sie vergaßen dabei nur, daß es auch noch etwas Anderes gibt als den ständigen Gedanken an den Klassenkampf, der für diesen Kreis zu ihrer Zeit alltäglich war.

Da fällt mir etwas ein, was mein vater mal gesagt hatte, wie höhere Parteifunktionäre dachte, als es in den späten 50er oder frühen 60ern darum ging, bezüglich Gastronomie auch Bars zuzulassen, die bis uin die frühen Morgenstunden geöffnet haben. "Wozu Bars ? Der Arbeiter muss/will/sollte7möchte arbeiten und sich nicht in Bars die nacht um die Ohren schlagen".


Zu 1:
Ja, es wird etliche gegeben haben.. ob es viele waren, habe ich mittlerweile meine Zweifel (man hat uns das später suggeriert, dass "alle Arbeiter jeden Tag gegen die Nazis gekämpft haben"-- da frage ich mich, wie die Wahlergebnisse für die Braunen beim Bevölkerungsanteil der "Arbeiter" zustande gekommen sind ..)

Zu 2:
Dieser "Klassenkampf- Mist" hat sowieso nie gestimmt (siehe zu 1.)- der gemeine Arbeiter wollte / will "fressen, saufen, fi...en" (etwas vereinfacht, zugegeben)

Zu 3:
Ist doch ein schönes Beispiel für die (gesetzmäßige) Arroganz der Macht und "Volksferne"... (leider damals wie heute- ich sage, was für andere gut ist - unglaublich...)

Siggi
(der früher als Kind auch gern die Geschichten vom "Versteck im Starkasten" und so gelesen hat und den Mut der klassenkämpfenden Arbeiter bewundert hat)


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
IM Kressin, Cambrino und Grenzläufer haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#154

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 17:40
von Cambrino | 201 Beiträge

quote=DoreHolm|p525223]

Zitat von Zange im Beitrag #104

Hallo Dore Holm, wie muß man sich das vorstellen, mehrere Wahlkabinen standen auf den Tischen. Da mußte ja jeder der in die Wahlkabine wollte, erst noch auf den Tisch steigen, war das aber umständlich. Da brauchte man doch bestimmt auch noch eine kleine Trittleiter um auf den Tisch und dann in die Wahlkabine zu kommen. Du meintest wohl, auf mehreren Tischen war so ein kleiner Sichtschutz auf gebaut ? Du hast doch sicher auch schon mal gesehen, wie eine richtige Wahlkabine aussieht. Da kann man doch rein gehen und den Vorhang zu ziehen.

Gruß CAMBRINO


Willst du mich verarschen ? Sollen die Wahlkabinen auf dem Fußboden stehen ? Oder was stellst Du Dir unter Wahlkabine vor ? Das sind Hartfaserplatten, hoch genug, damit niemand von außen reingucken kann und zusammengehalten mit Scharnieren (zum Zusammenklappen für das nächste Mal) und die stehen auf Tischen. Darin Kugelschreiber und das wars. Was Du Dir unter Wahlkabine vorstellst, ist sicher sowas wie eine Anprobekabine im Bekleidungsladen. Sowas habe ich weder bei Wahlen in DDR-Zeiten noch nach der Wende gesehen. Sag mir mal, in welchem Wahllokalen sowas üblich ist/war. Wenn das in einigen Wahllokaken so war, dann war das deren Sache, aber es war nicht vorgeschrieben. Geh mal zu Google und gib bloß "Wahlkabine" ein. Da kommen gleich einige Bilder und da ist keine Umkleidekabine dabei. [/quote]

Hallo DoreHolm, entschuldige bitte, wenn ich über die Wahlkabinen auf den Tischen so ironisch geschrieben habe, ich kannte diese nur als Sichtschutz. Und deine Frage "sollen die Wahlkabinen auf dem Fußboden stehen ? " sage ich ja, das gibt es.
Ich glaube wir hatten beide in etwa Recht, ich kannte das Ding auf dem Tisch nicht als Wahlkabine und Du kennst keine Wahlkabine auf dem Fußboden. Ich habe mir mal im Internet schlau gemacht (ohne Google) andere Suchmaschine, und habe dazu folgendes bei einer Herstellerfirma, die auch Wahlkabinen herstellt gefunden. Siehe hier in einen Auszug im angefügtem Schriftstück. Es gibt also die Tisch-Wahlkabinen und es gibt auch die Stand-Wahlkabinen. In diesem Sinne glaube ich, haben wir beide etwas dazu gelernt.


Gruß CAMBRINO


DoreHolm hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 18:05 | nach oben springen

#155

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 17:51
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Da ich annehme, dass mein Standpunkt zum Thema mit meinen bisherigen Beiträgen deutlich geworden ist, möchte ich mich jetzt mit einem fast poetischen Beitrag aus dem Thema verabschieden (ist schon eine ältere Sache, soll von einem Jugoslawen stammen- ist aber auch egal):

Die Wunder des Sozialismus

Alle haben Arbeit- aber keiner arbeitet.
Keiner arbeitet- aber alle haben Geld.
Alle haben Geld- aber keiner sich was kaufen.
Keiner kann sich was kaufen- aber alle haben alles.
Alle haben alles- aber alle sind unzufrieden.
Alle sind unzufrieden- aber alle wählen einstimmig.


So- ich lese weiter gespannt mit...

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#156

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 17:54
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #155
Da ich annehme, dass mein Standpunkt zum Thema mit meinen bisherigen Beiträgen deutlich geworden ist, möchte ich mich jetzt mit einem fast poetischen Beitrag aus dem Thema verabschieden (ist schon eine ältere Sache, soll von einem Jugoslawen stammen- ist aber auch egal):

Die Wunder des Sozialismus

Alle haben Arbeit- aber keiner arbeitet.
Keiner arbeitet- aber alle haben Geld.
Alle haben Geld- aber keiner sich was kaufen.
Keiner kann sich was kaufen- aber alle haben alles.
Alle haben alles- aber alle sind unzufrieden.
Alle sind unzufrieden- aber alle wählen einstimmig.


So- ich lese weiter gespannt mit...

Siggi


Das trifft aber nicht nur auf den Sozialismus zu--ich bin mir sicher,das Wunder kannste auch auf die heutige Gesellschaft anwenden.


Heckenhaus, der 39. und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#157

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 18:44
von Klauspeter | 987 Beiträge

Der Diskussionsstrang kann noch ziemlich lang werden.
Das reale Erleben der Demokratie in der DDR und in der BRD wird sehr individuell wahrgenommen.

Ohne Zweifel gab es in der DDR Demokratie. Es war eine stark eingeschränkte Demokratie mit stark beschränkter Reisefreiheit und mit stark eingeschränkter Redefreiheit. Grundsätzliche Entscheidungen traf das SED-Politbüro.
Und dennoch: In den Betrieben gab es ein demokratisches Mitspracherecht der Arbeiter. Gute Facharbeiter oder gute Ingenieure beispielsweise wurden gebraucht und behütet. So schnell flog man nicht - und wenn, dann freuten sich andere Betriebe in der DDR.

Ohne Zweifel gibt es in der BRD Demokratie.
Man kann reisen, wohin man will (Geld dazu vorausgesetzt) und man darf beinahe alles sagen.
Ein Mitspracherecht im Betrieb? Da wird dann wohl doch mehr die Klappe gehalten. Gut bezahlte Arbeitsplätze sind knapp, besonders in den NBL. Jeder ist ersetzbar in der BRD, und wenn man das geschnallt hat, wird man ruhiger und wenn man über 50 ist, dann wird man geradezu vorsichtig und bangt um seinen Arbeitsplatz,
Das Arbeitsleben ist ein sehr wichtiger Lebensbereich, der bis zum Rentenalter anhält. Wenn also an einem Drittel des Tages etwas Demokratie fehlt, dann spürt man das m.E. schon recht deutlich.

Aber die Wahlen!
In der DDR ging man wählen, weil das erwartet wurde, moralische Pflicht sozusagen. Viele machten das in dem Bewusstsein, dass das richtig und gut ist, andere gingen hin, weil sie nicht anecken wollten und genau wussten, dass Wahlen nichts verändern.

Und in der BRD?
Gewählt wird ständig, die Wahlzettel werden immer länger - aber auch hier verändern Wahlen nichts.
Besonders in den NBL nimmt die Wahlmüdigkeit zu. Warum wohl? Und dennoch - immer wieder regieren uns dieselben; mal mit diesem Koalitions-Partner und mal mit jenem.
Lange Zeit vor den Wahlen erklären uns die Medien, wer die Guten und wer die Bösen sind - und wer das nicht glaubt, ist ein Nazi oder auf dem Weg dorthin.

Fazit: In der DDR konnte das Volk grundsätzliche Fragen nicht entscheiden.
Heute ist das nicht viel anders - in grundsätzlichen Fragen werden wir wieder nicht gefragt.
Oder?

Klaus


Lutze, Rostocker, Signalobermaat, Jawa 350, LO-Fahrer, DoreHolm und 1941ziger haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#158

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 19:23
von exgakl | 7.235 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #95
[

Du unterliegst einem grandiosen Irrtum, wie schon Dein Freund Fritze. Um es kurz zu machen: zoll ist ein Freund von mir, aber kein Kollege.
Ich schreibe nur für mich und nicht für ihn!
Unterlasse also in Zukunft diese Verdächtigungen und Unterstellungen. Die Folgen müssten Dir als ADMIN doch bekannt sein.



Na jetzt fange ich ja richtig an zu zittern @zast ... ja manchmal ertappe ich mich auch dabei, wie ich mit mir selber rede... dann lachen wir zwei immer...


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#159

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 20:44
von Fritze | 3.474 Beiträge

Etwa so ?


https://www.youtube.com/watch?v=_eO6F6RzJD0
Mensch Zast -Zoll , Ihr seid ja das jeckeste Duo vun Kölle !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
zuletzt bearbeitet 24.02.2016 22:37 | nach oben springen

#160

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 24.02.2016 22:35
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #152
Der Arbeiter muss/will/sollte7möchte arbeiten und sich nicht in Bars die nacht um die Ohren schlagen".


Hallo,
in der Sache richtig, in der Formulierung lächerlich. Ich denke es ist richtig KEINE Nachtgastronomie zu haben, Begründung:

Neben Alkoholpegel beim Thema KFZ-Nutzung kommt noch die Übermüdung als Ursache für Unfälle hinzu.

Und was spricht dagegen mit einer Tanzveranstaltung um 16:00 mit dem klassischen Tanztee zu beginnen oder Bier/Bargespräch die Zeit von 19:00 bis 23:00 zum "Abfüllen" zu nutzen?

Man möge auch an das Personal denken...., nicht an Umsatzsteigerung der Alkoholindustrie.

PS.:

Romantisch-zärtlich betrachtet, bis 21:00 Tanz und in Zweisamkeit wohin auch immer nicht total müde den Nachausweg antreten ist auch schön.



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