#81

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 20:36
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #76

Ach schau an da spuckt der ehem. Use @Zoll ja wieder große Töne... wie siehts denn aus, stehen mal wieder eine paar Mails an, mit denen man versucht User die sich treffen wollen zu verunglimpfen, so wie vor einem Jahr in Marienborn?





Entsprechendes macht doch niemand, oder ?[/quote]

doch.. leider!


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#82

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 21:32
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Zitat von 94 im Beitrag #61
Nur mal eine kleine 'Anmerkung', das W.Ulbricht zugeschriebne Zitat (... 's muß demokratsch ausehn ...) stammt von dem damaligen Titoisten Leonhard. Als 'Quelle' ist er da einmalig, zuerst erwähnte er es in einer Sonderausgabe für das Bundesministerium der gesamtdeutsche Frage seines Romans 'Die Revolution entläßt ihre Kinder'. Ansonsten habsch bei gabler.de mal 'ne schönes Mindmap zu den bisher auch in diesem Thread angeschnittenen Begrifflichkeiten gefunden, vielleicht findet der eine oder andere Diskutant noch bissel Pulver auf die Diskussionspfanne ...


wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/demokratischer-zentralismus.html#erklaerung




Dann lege ich mal was nach. Und zwar die Basis und den Überbau:



https://de.wikipedia.org/wiki/Basis_und_%C3%9Cberbau

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 22.02.2016 21:32 | nach oben springen

#83

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 21:39
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #82
...

Dann lege ich mal was nach. Und zwar die Basis und den Überbau:



https://de.wikipedia.org/wiki/Basis_und_%C3%9Cberbau

Moskwitschka


.. jetzt, wenn Du es so zeigst.. ja, mit solcher Kacke haben wir uns mal befasst .. (befassen sollen müssen...)

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#84

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 22:36
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
wie unterschiedlich wenn demokratisch erlebtet ihr denn Städte und Gemeinden wenn es um Lokalpolitik ging?

Entschied die Parteileitung allein, unanfechtbar ohne Bürgerkontakt vorher ob nun das Waldschwimmbad schon "dieses Jahr" ausgebaggert und renoviert wird oder lieber der Kulturpalst oder die Sporthalle aufgepäppelt wurde?

Oder die kleine Plattenbausiedlung "irgendwie" dichter am Bahnhof für die Arbeiterzüge besser oder näher zur Stadt und schulwegmäßig günstiger?

Wie liefen solche Entscheidungen?

Wie liefen große Kulturentscheidungen, z.B. Oberhof oder Oberwiesenthal und Kunsteisbobbahn?



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#85

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 22:46
von damals wars | 12.182 Beiträge

Die Entscheidung für Oberhof als Wintersportort fällte Walter Ulbricht allein durch seine Anwesenheit.
Und die Entscheidung pro Herbert Roth durch seinen Musikgeschmack:


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#86

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 23:03
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #85
Die Entscheidung für Oberhof als Wintersportort fällte Walter Ulbricht allein durch seine Anwesenheit.
...


Du glaubst wohl auch jeden Mist, den der MDR so absondert, oder ?
In Oberhof gab es schon "Wintersport", als Ulbricht noch in die Windeln geschi..... n hat...

Siggi

aus der WIKI- Geschichte.
"1861 kamen die ersten Feriengäste in den Ort. Mit der Fertigstellung des Brandleitetunnels der Bahnstrecke Neudietendorf–Ritschenhausen erhielt Oberhof 1884 einen Bahnanschluss, der den Ausbau des Fremdenverkehrs ermöglichte. 1901 besuchten 4.948 Gäste den Ort, 1913 waren es 12.772.[3]

Nach der Gründung des Thüringer Wintersportverbandes, auf Initiative des Oberhofer Arztes Dr. Kurt Weidhaas, im Februar 1905 in Oberhof entwickelte sich der Ort zu einem Mittelpunkt des Wintersports. Unter dem Einfluss des Herzogs Carl Eduard, der Wintersport betrieb und ein Schlosshotel (1908) sowie ein Golfhotel (1912) bauen ließ, wurde Oberhof ein mondäner Wintersportort. Im Jahr 1906 wurde die erste Bobbahn und die erste Skisprungschanze eingeweiht."


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#87

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 23:09
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #78
Wisst ihr wie ich Demokratie .....wie schreibe ich das jetzt am Besten....na sagen wir gelebt sehe. Mit persönlich geäußertem Widerspruch, auf Teufel komm raus.....sinngemäß auf Konsequenzen. Und zwar Immer, überall, in jeder Situation, egal, wer somit vor mir steht(dies im Range, der Körpergröße, der jeweiligen Bildung...dem Grad der B., dem Alter........was gäbe es gleich noch und da gibt es noch ne ganze Menge)

Somit war die DDR keine Demokratie. Denn (sinngemäßer) Widerspruch auf Teufel komm raus war nicht möglich. Beispiele? Gäbe es ne ganze Menge.

Das beste Beispiel war eigentlich die NVA. Soldat Müller konnte somit nicht zum Major Krause sagen: " Äh Genosse Krause entschuldigen Sie mal, aber ihre Ausführungen zum Thema XYZ sind ja ganz schön und umfassend nur, ich der Müller bin damit überhaupt nicht einverstanden, weil, ich finde, das ist doch der größte Käse den ich in letzter Zeit gehört habe"

Die Bundeswehr stellte ich mir deswegen immer so vor: "Soldat Müller steht im Glied zur Befehlsausgabe und Müller drückt es unheimlich im Darm....und ohne abzuwarten trabt Müller ab. Gut, vielleicht ruft Er noch.....ich muss mal und Offizier ruft "Sie bleiben hier"...sinnlos, Müller war schneller, Konsequenz dann im Nachhinein Null" Das war Demokratie, ohne Frage.

Nu stellt euch das mal in der damaligen NVA/ deren Untertruppe Grenze vor...unvorstellbar, ein Novum, ein "So etwas hätte es NIE gegeben, nicht einmal, nimmer, man kann das gar nicht weiter ausführen" eher wurde in die Hose geschissen(entschuldigt)

Sinn verstanden....mit der Widerrede? Käme also unsere Mutti Angela heute persönlich zu mir würde ich sagen....na ich würde Ihr schon paar ordentliche Sachsentakte erzählen....immer vorausgesetzt Sie kann auch zuhören so wie meine Wenigkeit(die Argumente des Gegenüber in Ruhe ......) und genau das war eben bei unserem Honi damals unter Garantie nicht möglich.

Rainer-Maria und der Knackpunkt ist die Widerrede. Ich bin in einer echten gelebten Demokratie ein freier Mensch, ich widerspreche, widerrede, immer, in jeder Situation, egal ob da der liebe Gott vor mir steht(war sinngemäß jetzt....)wenn ich meine, ich bin im Recht. Und ne, ich lasse mich natürlich auch gerne so ich im Unrecht bin belehren.





Du wirst es nicht glauben .Aber genau DAS habe ich mal selbst erlebt. Ich ließ den Soldat natürlich austreten. War das nun demokratisch oder nicht?


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#88

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 01:14
von vs1400 | 2.393 Beiträge

hallo Cambrino,
danke für deine sehr ausführliche antwort!

aus deiner vorstellung ist ein bruch erkennbar, es gab keine übernahme und du hattest, daraufhin, deine schlüsse daraus gezogen?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#89

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 01:44
von Cambrino | 201 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #70
Hallo, Cambrino.
Danke für die Schilderung.
Ich bin ja auch noch mit der Generation der "Kriegsversehrten" aufgewachsen, gerade in Buna waren sehr viele beschäftigt.
Viele hatten ein Bein verloren und fuhren mit umgebauten Fahrrädern, auch fuhr einer mit so einer Spezialanfertigung, die mit beiden Händen betrieben wurde, jeden früh zur Arbeit..

Hatte Dein Vater später noch die Möglichkeit, eine Beschäftigung aufzunehmen und weißt Du noch die Höhe der Rente?



Hallo damals wars, möchte dir nun noch auf deine Frage antworten. Mein Vater war Jahrgang 1901, als er 1949 aus der russischen Kriegsgefangenschaft zurück kam, war er 48 J. und mußte die Invaliden Rente beantragen und war dann bis zu seinem Tode Rentner. Er verstarb 1977 im Alter von 76 J. Er hatte als er aus der Gefangenschaft kam Wasser in den Beinen, die wurden immer ganz dick und man konnte Ihm auch nicht helfen, mußte jeden Morgen die Beine bis zum Knie mit Elastikbinden wickeln. Einen Nabelbruch hatte er auch noch. Er konnte sich nur noch im Haushalt und im Garten etwas beschäftigen. Die Höhe seiner Rente weiß ich nicht genau, aber ich glaube die lag in den 50ger J. so zwischen 200 und 250 Mark. Wie hoch Die kurz vor seinem Tode war, kann ich nicht sagen. Meine Mutter hat den Mauerfall noch erlebt und verstarb am 20. Dez. 1989 im Alter von 83 J. im Krankenhaus und hat wohl von all dem , was in Deutschland geschah, nichts mehr mit bekommen.
Ich glaube , daß ich deine Frage nun auch gut genug beantwortet habe.

Gruß CAMBRINO


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#90

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 01:53
von S51 | 3.733 Beiträge

Aus meiner Sicht war die DDR eine ebensolche "Demokratie" wie die Bundesrepublik. In beiden Staaten hat automatisch eine oder auch mehrere Parteien genügend Stimmen um dann zu entscheiden was für das Volk gut ist - oder eben nicht. Darauf hat der Bürger an sich keinen Einfluss mehr. Die Möglichkeit, da bei Wahlen sein Kreuzerl zu machen ist praktisch ein Placebo. Etwas für´s Gemüt aber im Endeffekt haben wir unsere Könige, Fürsten und kleinere Herren nur durch Politiker ausgetauscht. Die außer in dem kurzen Zeitraum vor einer Wahl machen können was sie wollen.
Lediglich in untergeordneten Bereichen kann der Bürger heutzutage manchmal selbst entscheiden. Per Volksentscheid aber dies ist üblicherweise auf Bereiche beschränkt, in denen es keine fiskalischen Folgen hat, politisch grundsätzlich nie etwas entscheidet.
Ganz ähnlich unseren früheren Mitgliederversammlungen, wo es durchaus nach Mehrheit ging.
Doch hat man in der Bundesrepublik mehr persönliche Rechte. Man darf (politisch folgenlos...) nach belieben meckern. Da waren die sozialistischen Fürsten empfindlicher als die parlamentarischen Fürsten heutzutage. Das bekamen "unsere" damals ebenso wenig hin wie frühere Potentaten.
Eine Demokratie zumindest in Kernbereichen gibt es in Europa doch nur in der Schweiz.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


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#91

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 09:20
von Georg | 1.027 Beiträge

Hallo !

Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und demokratischer Teilhabe ? Oder ist es Widerspruch ? Die soziale Stellung der Abgeordneten, sowohl Volkskammer und Bundestag, sind im Netz lesbar. Und da hatte die DDR eindeutig zu jeder Zeit die besseren Chancen.
Nicht nur der Wahlvorgang ist entscheidend. Mußten sich die zukünftigen Abgeordneten für die Kreistage, Bezirkstage und auch Volkskammer den Wählern stellen, Fragen beantworten und konnten sie nicht abgelehnt werden? Ist ja auch Geschehen. Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt
wurde.
Für den Bundestag z.B. werden die Abgeordneten namentlich durch Parteien benannt. Der Wähler hat die Freiheit: Wahl oder nicht. Das wars aber
auch. Als Bundestagsabgeordnete wirken ein Arbeitsloser ( ? ) und drei Hausfrauen........
Der Lobbyismus - eigentlich ein Thema für sich - ist mit über 450 Verbänden, Unternehmen und Organisationen vertreten. Darunter die Rüstungskonzerne EADS, Krauss-Maffei Wegmann, der Springerkonzern........für die Hausfrauen, für den Arbeitslosen ? Die Lobbyistenliste war
bislang geheim. Sie wurde, unter energischen Protesten von CDU/SPD, nach einem Gerichtsbeschluß veröffentlicht. Demokratie ?


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#92

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 12:34
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #91
Hallo !

[...]
Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt wurde.
[...]



Guten Tag,

Warum wurde dieses demokratische Potential nicht genützt ? Es gab doch eine sehr tiefe und Auch weitreichende politische Bildung, ausserdem habe ich in « Neues Deutschland » sehr viele Artikel betreffend die Demokratie in der D.D.R. und auch die Möglichkeiten gefunden, diese zu nützen.

Welches ist die Wahrnehmung der D.D.R.-Bürger gewesen? Sie muss eine andere gewesen sein, die Menschen hätten sonst dieses Modell der Demokratie nicht so schnell weggeworfen.

Ich weiss nicht, ob Demokratie Westen = Demokratie Osten gut ist. Wenn im Westen die Wahlen nur eine Tarnung für die Interessen der Industriellen ist, warum hat es dann Wahlsiege für die P.D.S. / Die Linke gegeben. In Gegenrichtung Wahlsiege der F.P.Ö. oder Ablehnung der Sezession von Schottland.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#93

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 12:35
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #90
Aus meiner Sicht war die DDR eine ebensolche "Demokratie" wie die Bundesrepublik. In beiden Staaten hat automatisch eine oder auch mehrere Parteien genügend Stimmen um dann zu entscheiden was für das Volk gut. (...)Eine Demokratie zumindest in Kernbereichen gibt es in Europa doch nur in der Schweiz.

Die Sitzzahl der verschiedenen Parteien in der Volkskammer war schon vor der Wahl festgelegt. Wahlen waren also bedeutungslos. In der BRD bekommen Parteien Sitze entsprechend dem Wahlresultat.
(Da es hier in der Schweiz eine Konkordanzdemokratie gibt, sind hierzulande Wahlen eigentlich auch fast ohne Bedeutung)
https://de.wikipedia.org/wiki/Konkordanzdemokratie
Theo


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#94

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 12:56
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #92
..

Welches ist die Wahrnehmung der D.D.R.-Bürger gewesen? Sie muss eine andere gewesen sein, die Menschen hätten sonst dieses Modell der Demokratie nicht so schnell weggeworfen.
..
Stringer49


Ich denke, die mehrheitliche Wahrnehmung wird (ganz kurz gefasst) "Resignation" gewesen sein.. man kann eh nichts ändern.
Das dürfte sich nicht sehr von der heutigen Situation unterscheiden (Volk ist wohl immer "irgendwie Masse" - Volksmasse eben).
Auf unteren Ebenen / Gremien wie etwa Rat der Gemeinde / Wohnbezirksausschüsse u.ä. wurde bestimmt von noch relativ vielen versucht, etwas positives für die Menschen in der Gemeinde / dem Wohnbezirk zu erwirken (auch wie heute..)
Darüber- siehe erster Satz ..

Ich stelle mir gerade vor, jemand hätte eine "Volkswirtschaftliche Masseninitiative" (den Begriff gab es ja tatsächlich, nur in anderem Zusammenhang) zur "Abschaffung der Grenzsicherungsanlagen"- weil schon rein materialtechnisch / personell volkswirtschaftlich unsinnig, gestartet...
Ist wahrscheinlich bloß keiner draufgekommen .. ja, du hast recht, es sind viele Chancen vertan worden

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#95

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 12:58
von zast (gelöscht)
avatar

Zitat von exgakl im Beitrag #74
Zitat von zast im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #16
[quote=Winch|p524577]hieß es nicht die Diktatur des Proletariats


Naja--da war man noch ehrlich--man hat ja kein Geheimnis draus gemacht, das es eine Diktatur des Proletariats war. Aber wenn ich mich heute diese Politdemokaten anschaue sind sie auch nicht viel besser. Wer ihnen nicht in den A+++kriecht wird als Mop, Pöbel, Pack und wenns hart kommt in die rechte Ecke gestellt. Ja so spingt man ebend mit anders Denkenden um.


Na dann eben in die rechte oder auch linke Ecke schieben lassen. Aber man darf sagen was man denkt. Bis 1989 war das im Osten nicht möglich, da hieß die "Ecke" dann Hohenschönhausen, Bautzen oder ein anderes Stasiloch.


Ach schau an da spuckt der ehem. Use @Zoll ja wieder große Töne... wie siehts denn aus, stehen mal wieder eine paar Mails an, mit denen man versucht User die sich treffen wollen zu verunglimpfen, so wie vor einem Jahr in Marienborn?

[/quote

Du unterliegst einem grandiosen Irrtum, wie schon Dein Freund Fritze. Um es kurz zu machen: zoll ist ein Freund von mir, aber kein Kollege.
Ich schreibe nur für mich und nicht für ihn!
Unterlasse also in Zukunft diese Verdächtigungen und Unterstellungen. Die Folgen müssten Dir als ADMIN doch bekannt sein.


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#96

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 13:19
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #94


[...]
Auf unteren Ebenen / Gremien wie etwa Rat der Gemeinde / Wohnbezirksausschüsse u.ä. wurde bestimmt von noch relativ vielen versucht, etwas positives für die Menschen in der Gemeinde / dem Wohnbezirk zu erwirken (auch wie heute..)
Darüber- siehe erster Satz ..



Gewiss gibt es eine Entfremdung der nationalen Führung, welche weniger auf lokaler Ebene existiert. Jedoch ist mir aufgefallen, dass auf lokalem Niveau Kandidaten für das Bürgermeisteramt entsprechend der politischen Erwägungen bestimmt wurden - z. B. ein Reserveoffizier wurde in eine Gemeinde gesandt. Zuerst, so sagte man, sei er zu Feiertagen in Uniform erschienen mit Ehrendegen.

Wäre es möglich gewesen, ihn nicht zu wählen und einen anderen Kandidaten zu bestätigen ? Mit einer Liste, welche mehr oder weniger offen gefaltet und dann in die Wahl-Urne gesteckt wurde ? Gewiss gab es eine Wahlkabine, aber sie lag abseits. Wenn man sie benützte, sollte das aufgefallen sein. Welches waren die Freiräume der Menschen, welche nicht wählen wollten ?

Ein anderes Problem ist mir aufgefallen. Wenn es Beobachter gab, welche auch noch die Zählung der Stimmen notierten, also eine ganz demokratische Kontrolle taten, ist das negativ aufgefallen, wenn ich es diplomatisch ausdrücke.

Zum Referendum 1968 gab es eine vertrauliche Anweisung, welche bestimmte, dass im Wahlraum ein Tisch sichtbar aufgestellt wurde. Dort sollten Kugelschreiber liegen und dort sollten die Wähler das Kreuz machen, bevor sie das Blatt in die Wahl-Urne steckten. (Wie ist deine positive Antwort ? - Ja oder ja )


Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #94

Ich stelle mir gerade vor, jemand hätte eine "Volkswirtschaftliche Masseninitiative" (den Begriff gab es ja tatsächlich, nur in anderem Zusammenhang) zur "Abschaffung der Grenzsicherungsanlagen"- weil schon rein materialtechnisch / personell volkswirtschaftlich unsinnig, gestartet...
Ist wahrscheinlich bloß keiner draufgekommen .. ja, du hast recht, es sind viele Chancen vertan worden

Siggi



Diese Idee ist sehr gut. Ich darf ein anderes Problem hinzufügen: Die Grenzsicherungsanlagen waren Volkseigentum, aber der Mit-Eigentümer durfte sie nicht in ihre Gesamtheit betrachten, das konnten nur die Nicht-Eigentümer aus dem Westen tun. Und ich denke, dass die Zoll-Organe nicht sehr amüsiert waren, wenn die Nicht-Eigentümer Bilder und schematische Pläne dieses Volks-Eigentums zu den Mit-Eigentümern bringen wollten...

Verzeih', Siggi, Du hast meine Phantasie stimuliert. Sonst : vielen Dank für die Antwort, welche zum Nachdenken Anlass gibt.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#97

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 13:35
von Gert | 12.355 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #91
Hallo !

Besteht nicht ein Zusammenhang zwischen sozialer Stellung und demokratischer Teilhabe ? Oder ist es Widerspruch ? Die soziale Stellung der Abgeordneten, sowohl Volkskammer und Bundestag, sind im Netz lesbar. Und da hatte die DDR eindeutig zu jeder Zeit die besseren Chancen.
Nicht nur der Wahlvorgang ist entscheidend. Mußten sich die zukünftigen Abgeordneten für die Kreistage, Bezirkstage und auch Volkskammer den Wählern stellen, Fragen beantworten und konnten sie nicht abgelehnt werden? Ist ja auch Geschehen. Andere Formen der Mitbestimmung in der DDR wurden schon aufgezählt. Ich finde insgesamt hatte die DDR mehr demokratisches Potential, welches oftmals durch die Bürger nicht genutzt
wurde.
Für den Bundestag z.B. werden die Abgeordneten namentlich durch Parteien benannt. Der Wähler hat die Freiheit: Wahl oder nicht. Das wars aber
auch. Als Bundestagsabgeordnete wirken ein Arbeitsloser ( ? ) und drei Hausfrauen........
Der Lobbyismus - eigentlich ein Thema für sich - ist mit über 450 Verbänden, Unternehmen und Organisationen vertreten. Darunter die Rüstungskonzerne EADS, Krauss-Maffei Wegmann, der Springerkonzern........für die Hausfrauen, für den Arbeitslosen ? Die Lobbyistenliste war
bislang geheim. Sie wurde, unter energischen Protesten von CDU/SPD, nach einem Gerichtsbeschluß veröffentlicht. Demokratie ?

willst du uns dieses Kasperltheater wirklich als Wahl präsentieren ? Ich fasse es nicht !
Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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zuletzt bearbeitet 23.02.2016 13:36 | nach oben springen

#98

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 15:09
von der alte Grenzgänger | 1.003 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #96
...
Verzeih', Siggi, Du hast meine Phantasie stimuliert. ..

Stringer49


... na, solange sich das nur auf das Thema bezieht, ist ja alles bestens ...

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#99

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 16:11
von eisenringtheo | 9.177 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #97
(..)
Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen

Peanuts kommen nicht zur Abstimmung. Nur Änderungen an der Bundesverfassung und Gesetze, bei denen das Referendum (50'000 Unterschriften in 90 Tagen) verlangt wird. Das heisst drei bis vier mal auf ein paar Zettel "Ja" oder "Nein" schreiben und das Abstimmungskuvert in den Postbriefkasten werfen (Porto ist frei-pauschalfrankiert).
Theo


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#100

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 23.02.2016 17:02
von 1941ziger | 998 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #97

Damit will ich nicht sagen, dass ich mit den Wahlen heutzutage 100 % zufrieden bin.In wichtigen Dingen würde mir ein Volksentscheid auch gefallen wie die Schweizer es machen, aber eben nicht für Peanuts wie die Schweizer es tun, sondern nur für Grundsatzfragen


Ich würde mir eine Änderung im Wahlgesetz wünschen.

Die gesamten Listenplätze abschaffen.
In den Landtag/Bundestag zieht der ein , der in seinem Wahlkreis die Wahl gewinnt
und nicht die Gilde der Berufspolitiker die nur warten um in der Liste vor zu rücken.
Dann ist er seinen Wählern direkt verantwortlich und kann zu seinen Entscheidungen befragt werden.

Solche schrägen Vögel wie z.B. die Roth oder der Beck kämen da gar nicht in den Bundestag.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
bürger der ddr, Gert, linamax, Fritze und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 23.02.2016 17:04 | nach oben springen



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