#61

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 19:26
von 94 | 10.792 Beiträge

Nur mal eine kleine 'Anmerkung', das W.Ulbricht zugeschriebne Zitat (... 's muß demokratsch ausehn ...) stammt von dem damaligen Titoisten Leonhard. Als 'Quelle' ist er da einmalig, zuerst erwähnte er es in einer Sonderausgabe für das Bundesministerium der gesamtdeutsche Frage seines Romans 'Die Revolution entläßt ihre Kinder'. Ansonsten habsch bei gabler.de mal 'ne schönes Mindmap zu den bisher auch in diesem Thread angeschnittenen Begrifflichkeiten gefunden, vielleicht findet der eine oder andere Diskutant noch bissel Pulver auf die Diskussionspfanne ...


wirtschaftslexikon.gabler.de/Definition/demokratischer-zentralismus.html#erklaerung


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#62

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 19:45
von Grenzläufer | 1.775 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #59
Zitat von Grenzläufer im Beitrag #49
...
Was fehlt und ergänzt werden sollte, ist mehr direkte Demokratie ....



... das Zitat ist etwas entstellt worden- aber mir geht es nur mal um den Begriff "Volkes Wille"..

Wenn der so einfach durchzusetzen wäre, dann hätten wir Verhältnisse wie in Rio Reisers Königreich, wenn der "König von Deutschland" wäre ..
beginnend mit "Freibier für alle"..
Was ist das Volk- und was ist dessen Wille ... ?
Bei dem Gedanken wird mir himmelangst ...

Siggi




Was fehlt und ergänzt werden sollte, ist mehr direkte Demokratie so wie bei unseren Schweizer Nachbarn.
....habe ich geschrieben.

Da muss dir nicht Angst werden, das funktioniert in der Schweiz sehr gut. Und ich denke, hätten wir dieses demokratische Element im GG,
wäre der Alleingang der deutschen Regierung in der Flüchtlingspolitik -trotz Warnungen unsere europäischen Nachbarn- nicht möglich gewesen.

Die direkte Demokratie ist in der Schweiz so ausgestaltet, dass die Stimmbürger auf allen Staatsebenen (Gemeinde, Kanton, Bundesstaat) als oberste Gewalt (Souverän)[1] in Sachfragen abschliessend entscheiden können. Für die überwiegende Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer ist die direkte Demokratie ein zentrales Element der Schweizer Staatsordnung.[2][3] In keinem anderen Staat der Welt gibt es auf nationaler Ebene auch nur annähernd so weitgehende direkte Volksrechte.[4]
https://de.wikipedia.org/wiki/Direkte_De..._in_der_Schweiz


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#63

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 19:53
von Fritze | 3.474 Beiträge

A. Merkel ist da schon weiter ! Sie hat den zentralistischen Despotismus eingeführt !

Volksabstimmungen machen doch soviel Arbeit und Probleme ,da lassen wir das !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#64

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 20:19
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Demokratie ist die Unterordnung von Minderheiten unter die Interessen der Mehrheit, so hab ich das mal auf der Kreisparteischule gelernt und das war auch der Ansatz den die DDR- Führung vermutlich umzusetzen hatte.
Wir müssen unterscheiden, ob es aus der damaligen Perspektive oder aus der heutigen zu erklären ist, darüber ist eine Einigung in der Diskussion nötig und so möchte ich mich auf die damalige beziehen.
Die Arbeiter und Bauern waren nun mal die zahlenmäßig stärkste Klasse und hatten somit auch das Sagen, wobei der Umgang mit den Minderheiten ein extrem wichtiges Bewertungskriterium ist, da eine Gesellschaft für alle da sein muß.
Ist man hier wirklich der Meinung, daß Exoten der alten Republik tatsächlich unterdrückt ( Unterordnung) wurden ?
Ich habe die vor mir, den Bausoldaten der mit dem Fahrrad direkt aus dem Harz zur Mittagschicht kam und dessen nihilistisches Lebensziel es war, wie ein Indianer zu leben, den Lebenskünstler, der nicht im Traum daran dachte, regelmäßig zur Arbeit zu kommen sondern es von seiner Tagesform abhängig machte,,ob er erschien oder nicht aber wenn er da war als Schlosser trotzdem seine Aufgaben erfüllte (er meinte immer, daß sowieso nur bis 12 richtig gearbeitet wurde und so sind auch Ausfalltage kein Problem),
Auch die fanden ihre Nische und so möchte ich die Demokratie mal mit einem Fluß vergleichen, der nur eine Richtung kennt und allen einen Lebensraum bieten muß, der nach dem Hochwasser ins Bett zurück finden muß, der aus Quellen und Bächen gespeist wird und nur deshalb mächtig und nützlich sein kann, jedoch verschiedene Regionen (Demokratiemodelle) ausweist.
Der kapitalistische Demokratiefluß ist dabei anstrengender, Lachse müssen in starker Strömung kilometerlange anstrengende Aufstiege meistern um als Art zu überleben, während es sich die Rotfeder in der Bleiregion (langsamer träger Abschnitt) gemütlich eingerichtet hat und trotzdem nach dem Hecht sehen muß oder die Forelle, die hohe Ansprüche an den Sauerstoffgehalt hat und dafür mit dem kalten Wasser vorlieb nehmen muß.
Es ist eben so, daß alles Gute nirgends beisammen ist, bzw. es für das Gute überhaupt keine Definition geben kann, da auch Ansprüche an die Gesellschaftsordnung keineswegs einheitlich sein können, das trifft nicht mal auf die Arbeitsbedingungen in einer Firma zu, in der einer das ein anderer jenes am liebsten schaffen möchte.
Worauf also kommt es an und hat die DDR den Anspruch an einen demokratischen Staat erfüllt ?
Aus meiner Sicht war das für eine sehr lange Zeit der Fall aber die Gefahr, in einem unwirtlichen verseuchten Fluß zu verenden wurde latent weil niemand von den alarmierenden Wasserproben ( z. B. Kirchenaktivitäten, Schürer Papier) und den Indikatoren einer Fehlentwicklung etwas wissen wollte und sich empfindliche Arten (Intellektuelle, kritische Eliten, Schriftsteller) distanzierten oder umkamen im Sinne der Entfaltungsmöglichkeiten.
Solchen Gefahren ist aber jede Demokratie ausgesetzt, da kann von Überlegenheit gar keine Rede sein auch wenn die angehängte Wirtschaft das sein mag, entscheidend ist, inwiefern das Konzept dem Menschen dient und ich sehe heute im reißenden Strom mehr Fischkadaver am Ufer treiben als damals in der Bleiregion.



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#65

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 21:16
von der alte Grenzgänger | 1.002 Beiträge

Zitat von Grenzläufer im Beitrag #62
...

Was fehlt und ergänzt werden sollte, ist mehr direkte Demokratie so wie bei unseren Schweizer Nachbarn.
....habe ich geschrieben.

Da muss dir nicht Angst werden, das funktioniert in der Schweiz sehr gut....



Ich hatte das mit der Schweiz ja bewusst weggelassen.. ich "brauchte nur" die direkte Demokratie...
.. mit der Schweiz ist das sicher auch ok- ich kenne das entschieden zu wenig- aber es scheint ja gut zu funktionieren..

Aber für Deutschland hätte ich schon Angst.. wenn sozusagen noch der letzte zu allem seinen Senf dazugeben soll.. das soll auch nicht irgendwie abwertend sein- ich habe nur den "Meinungskanon" schon im Ohr ..

Siggi
(der jetzt aber nicht darüber diskutieren möchte, wer denn und warum einer der letzte sein soll ... )


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#66

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 21.02.2016 21:55
von eisenringtheo | 9.175 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #65
(...)Ich hatte das mit der Schweiz ja bewusst weggelassen.. ich "brauchte nur" die direkte Demokratie...
.. mit der Schweiz ist das sicher auch ok- ich kenne das entschieden zu wenig- aber es scheint ja gut zu funktionieren..

Aber für Deutschland hätte ich schon Angst.. wenn sozusagen noch der letzte zu allem seinen Senf dazugeben soll.. das soll auch nicht irgendwie abwertend sein- ich habe nur den "Meinungskanon" schon im Ohr ..

Siggi
(der jetzt aber nicht darüber diskutieren möchte, wer denn und warum einer der letzte sein soll ... )


Man muss ja nicht, man darf! Es ist erstaunlich, wieviel Zeit manche Eidgenossen aufbringen, um überall ihre Meinung anzubringen, sei es zum Fahrplan der Bahn
http://www.fahrplanentwurf.ch/
sei es zu geplanten Gesetzen
https://www.admin.ch/gov/de/start/bundes...mlassungen.html
Diese Haltung hat mit einem Misstrauen gegenüber den Politikern zu tun, die hier verächtlich "classe politique" genannt wird. Wenn so viele mitreden, kommt oft Seltsames zustande, das durch Volksabstimmung abgesegnet wird. Nächsten Sonntag kommt folgende Initiative zur Abstimmung, wobei die Regierung (Bundesrat) und das Parlament die Ablehnung empfehlen. Dennoch ist das Resultat vollkommen offen.
https://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis433t.html
Theo


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#67

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 00:39
von vs1400 | 2.393 Beiträge

Zitat von Cambrino im Beitrag #24


Genau aus diesem Grund habe ich hier mal diese Frage gestellt. Nach außen (also fürs Ausland) hat man sich mit dem Namen "Deutsche DEMOKRATISCHE Republik" dar gestellt. Zu Hause im eigenen Land durften aber keine demokratischen Verhältnisse gelebt werden, alle Forderungen und Ansätze in dieser Richtung, wurden gleich im Keime erstickt.

CAMBRINO


hallo Cambrino,
du bist einer des jahrgangs 1937 und hast ja alles miterlebt und mitgemacht.
doch warum warst du damals bei der DGP: Gr.Komp.Caroline, Gr.Komp.Ohrsleben?
was hat dich dazu bewegt?

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 22.02.2016 00:40 | nach oben springen

#68

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 04:41
von Cambrino | 201 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #67
Zitat von Cambrino im Beitrag #24


Genau aus diesem Grund habe ich hier mal diese Frage gestellt. Nach außen (also fürs Ausland) hat man sich mit dem Namen "Deutsche DEMOKRATISCHE Republik" dar gestellt. Zu Hause im eigenen Land durften aber keine demokratischen Verhältnisse gelebt werden, alle Forderungen und Ansätze in dieser Richtung, wurden gleich im Keime erstickt.

CAMBRINO


hallo Cambrino,
du bist einer des jahrgangs 1937 und hast ja alles miterlebt und mitgemacht.
doch warum warst du damals bei der DGP: Gr.Komp.Caroline, Gr.Komp.Ohrsleben?
was hat dich dazu bewegt?

gruß vs




Ja vs1400, ich habe schon einiges mit erlebt. Mein Geburtsort liegt im ehemaligen Pommern (heute Polen) und wurde dort 1943 ein geschult. Mußte jeden Tag ca. 1,5 km zur Schule laufen und zurück. Vor Unterrichtsbeginn, wenn der Lehrer in die Klasse kam mußten Alle aufspringen und mit dem ausgestreckten rechten Arm dann " Heil Hitler" schreien. Danach wurde ein Lied gesungen, z.B. "SA marschiert, im ruhen festen Schritt .....") und so ging es jeden Tag. Im Jan. 1945 klirrende Kälte und viel Schnee ging eines Abends gegen 23 Uhr einer von Haus zu Haus, klopfte überall an die Türen oder Fenster und sagte, die Russen kommen, die sind schon kurz vor der Stadt. Wir sollten nur so viel Sachen packen, wie jeder tragen konnte, denn wir kommen ja bald zurück. Es kommen Lastwagen, die fahren uns zum Bahnhof. Mein Vater war im Krieg und meine Mutter allein mit 5 Kindern im alter von 4, 6, 8, 10 und 13 Jahren. Sachen gepackt, es mußte auch alles schnell gehen. Auf dem Bahnhof wurden wir in diese Viehwagons mit diesen großen Schiebetüren verfrachtet. Wir fuhren mit dem Zug aus der Stadt in Richtung Pasewalk und die Russen rollten mit den Panzern auf der anderen Seite in die Stadt hinein. Unterwegs wurden uns noch schwer verwundete Soldaten in die Wagons gelegt, die meißten verstarben auf der Fahrt und wurden beim nächsten Halt auf freier Strecke im Schnee verscharrt. Wegen der Fliegerangriffe hat die Lock im Waldgebiet die Wagen ab gehängt und ist weiter gefahren um uns zu schützen, kam später wieder und die Fahrt ging weiter. So sind wir dann nach einigen hin und her erst für einige Wochen bei Grimmen und später dann bei Prenzlau in der Uckermark gelandet auf einem Dorf. Der Krieg war nun vorbei. Das ehemalige Ritter Gut, später VEG (Volkseigenes Gut) wurde die erste Zeit von den Russen verwaltet und alle mußten dort arbeiten wenn man nicht verhungern wollte. Meine Mutter ist von Morgens bis Abends zur Arbeit gewesen, 8 Stundentag gab es nicht, es wurden 10, 12 und 14 Stunden gearbeitet. Abends vor dem Schlafen gehen hat meine Mutter noch das Mittagessen für den nächsten Tag gekocht, welches wir uns nach der Schule nur noch warm gemacht haben. Die Frauen bekamen im Monat einen unbezahlten freien Tag im Monat als Wäschetag. In der Zuckerrübenzeit sind die Leute Nachts mit Handwagen auf die Felder und haben Säckeweise Zuckerrüben geklaut, geputzt, gekocht, gepresst und dann Sirup gekocht für den Brotaufstrich. Das war eine sehr harte Zeit. Mein Vater kam 1949 aus russischer Kriegsgefangenschaft, krank, arbeitsunfähig und mußte Invalidenrente beantragen. In der Schule hat es dann ca. 1950 an gefangen mit den Jung Pionieren mit den blauen Halstüchern, habe ich nie getragen. Aber bei Schulbeginn auch immer "seit Bereit-immer Bereit". Ich habe nach meiner Schulzeit 1951 versucht in verschiedenen anderen Berufszweigen eine Lehrstelle zu bekommen, ohne Erfolg. Wer vom Lande kam, konnte nur eine Lehrstelle in einem landwirtschaftlichen Betrieb bekommen. So habe ich dann dort meinen Facharbeiter gemacht. Um aus der Landwirtschaft (war ja keine leichte und saubere Arbeit) heraus zu kommen in einen anderen Beruf, greift man ja nach jedem "Strohhalm" der einem geboten wird. Und nun kommt die Antwort auf deine Frage, warum ich bei der Grenzpolizei war. Im April 1956 kam ein Ltn. der Grenzpolizei in unser Dorf und hat für die Grenzpolizei geworben. Ich sprach Ihn an und lud Ihn ein zu mir nach Hause, damit meine Eltern bei dem Gespräch dabei sind, denn ich wurde ja erst im September 18 J. also noch nicht volljährig. Der Werber erzählte wie schön doch der Grenzdienst ist, immer an der frischen Luft, auf Streife an der Grenze Ausschau halten nach illegalen Grenzgängern, Schmuglern usw. und diese werden dann fest genommen. Keine schmutzige Arbeit, gutes Gehalt, Kleidung und Verpflegung frei und nach Beendigung der Dienstzeit könnte man auch in einen besser bezahlten Beruf wechseln.Die Eltern sagten ja und ich sagte ja. Sammelpunkt Rostock, Grundausbildung in Eisenach, danach zur Gr.Komp Caroline, 1958 für 6 Monate Uffz. Schule Dingelstedt und zurück zur Caroline, 1960 nach Gr. Komp. Ohrsleben versetzt und am 08.11.1962 entlassen. Alles was danach kam, brauche ich hier nicht noch einmal schreiben, wurde bereits in meiner Vorstellung geschrieben.

Gruß CAMBRINO


zuletzt bearbeitet 22.02.2016 05:17 | nach oben springen

#69

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 05:59
von schulzi | 1.761 Beiträge

@Cambrino was du geschrieben hast erinnert mich fast an meinen Vater,doch er hatte Glück und brauchte nicht in die Landwirtschaft sondern bekam eine Lehrstelle als Elektriker im Kaliwerk Merkers.Er wurde mit Oma und Schwester von Pommern nach Thüringen "umsiedelt" und grossgezogen.meine Oma starb noch in Pommern und mein Opa blieb im Krieg,da kannst du dir vorstellen das sie nicht erbaut war als mein Vater 1952 zur HVA/KVP wollte doch auch er hatte sich durchgesetzt und dann noch bis 1977 bei der Volkspolizei


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#70

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 07:00
von damals wars | 12.177 Beiträge

Hallo, Cambrino.
Danke für die Schilderung.
Ich bin ja auch noch mit der Generation der "Kriegsversehrten" aufgewachsen, gerade in Buna waren sehr viele beschäftigt.
Viele hatten ein Bein verloren und fuhren mit umgebauten Fahrrädern, auch fuhr einer mit so einer Spezialanfertigung, die mit beiden Händen betrieben wurde, jeden früh zur Arbeit..

Hatte Dein Vater später noch die Möglichkeit, eine Beschäftigung aufzunehmen und weißt Du noch die Höhe der Rente?


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
Cambrino hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#71

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 09:26
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #66
[quote=der alte Grenzgänger|p524760](...)
Man muss ja nicht, man darf! Es ist erstaunlich, wieviel Zeit manche Eidgenossen aufbringen, um überall ihre Meinung anzubringen, sei es zum Fahrplan der Bahn
http://www.fahrplanentwurf.ch/
sei es zu geplanten Gesetzen
https://www.admin.ch/gov/de/start/bundes...mlassungen.html
Diese Haltung hat mit einem Misstrauen gegenüber den Politikern zu tun, die hier verächtlich "classe politique" genannt wird. Wenn so viele mitreden, kommt oft Seltsames zustande, das durch Volksabstimmung abgesegnet wird. Nächsten Sonntag kommt folgende Initiative zur Abstimmung, wobei die Regierung (Bundesrat) und das Parlament die Ablehnung empfehlen. Dennoch ist das Resultat vollkommen offen.
https://www.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis433t.html
Theo


Demokratie ist in der Schweiz scheinbar ein Teilzeitjob.
Wenn Bürger auf eine Mitwirkung verzichten, könnten sie möglicherweise untergebuttert werden, so gesehen haben die hochfrequentierten Volksabstimmungen ja schon eine Gängelungskomponente, wenn man' s negativ angeht.
Ich habe mich bei meinen Fahrten zum Basler Rangierbahnhof Muttenz anfangs über die vielen Plakate am Straßenrand gewundert, das kannte ich für D nur im Zusammenhang mit bevorstehenden Wahlen und stellte mir vor, was es für Zeit kosten muß, so etwas mit einem qualifizierten Wählervotum zu begleiten, zumal die Stimme des instinktiven Protestwählers gleich gewichtet ist mit jener des profunden Kenners der Materie.
So gesehen ist sowohl die eine wie die andere Variante der Demokratie mit Störgrößen behaftet, vielleicht macht die direkte Demokratie eher einen Sinn wenn man es als Wettstreit qualifizierter Vertreter von Pro und Konta austragen würde, will heißen, daß ein Bevölkerungsquerschnitt jeden Lagers vor der Abstimmung seine Kompetenz über thematische Quizfragen unter Beweis stellen würde und die Abstimmung dann basierend auf dem Wissen des Wahlmanns (Stimmenwichtung gem. Quizergebnis) erfolgen würde.
Erstaunlich daß im quizinflationären Fernsehen solche Dinge noch nicht erfunden worden sind, das wäre doch schon mal nützlicher als die immer gleichen Partei- und Lobbygladiatoren mit Auftrittsabo bei Anne Will & Co.
Wäre es nicht an der Zeit, die unauffälligen Basiseliten, die in ihrem Fachbereich hochqualifiziert sind, endlich mal eine Bühne zu verschaffen und zwar in der Masse der jeweiligen Gruppen und nicht in Form von selbst ernannten Repräsentanten ?



Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#72

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 13:01
von zast (gelöscht)
avatar

Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Winch im Beitrag #14
hieß es nicht die Diktatur des Proletariats


Naja--da war man noch ehrlich--man hat ja kein Geheimnis draus gemacht, das es eine Diktatur des Proletariats war. Aber wenn ich mich heute diese Politdemokaten anschaue sind sie auch nicht viel besser. Wer ihnen nicht in den A+++kriecht wird als Mop, Pöbel, Pack und wenns hart kommt in die rechte Ecke gestellt. Ja so spingt man ebend mit anders Denkenden um.


Na dann eben in die rechte oder auch linke Ecke schieben lassen. Aber man darf sagen was man denkt. Bis 1989 war das im Osten nicht möglich, da hieß die "Ecke" dann Hohenschönhausen, Bautzen oder ein anderes Stasiloch.


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#73

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 13:20
von Udo | 1.267 Beiträge

Manchmal muss man sich auch für ehemalige Kollegen fremdschämen. Leider.
Da geht mir einer mächtig auf den Senkel.


Fritze und exgakl haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.02.2016 13:37 | nach oben springen

#74

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:15
von exgakl | 7.237 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Winch im Beitrag #14
hieß es nicht die Diktatur des Proletariats


Naja--da war man noch ehrlich--man hat ja kein Geheimnis draus gemacht, das es eine Diktatur des Proletariats war. Aber wenn ich mich heute diese Politdemokaten anschaue sind sie auch nicht viel besser. Wer ihnen nicht in den A+++kriecht wird als Mop, Pöbel, Pack und wenns hart kommt in die rechte Ecke gestellt. Ja so spingt man ebend mit anders Denkenden um.


Na dann eben in die rechte oder auch linke Ecke schieben lassen. Aber man darf sagen was man denkt. Bis 1989 war das im Osten nicht möglich, da hieß die "Ecke" dann Hohenschönhausen, Bautzen oder ein anderes Stasiloch.


Ach schau an da spuckt der ehem. Use @Zoll ja wieder große Töne... wie siehts denn aus, stehen mal wieder eine paar Mails an, mit denen man versucht User die sich treffen wollen zu verunglimpfen, so wie vor einem Jahr in Marienborn?


Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat....
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#75

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:33
von Rostocker | 7.725 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Winch im Beitrag #14
hieß es nicht die Diktatur des Proletariats


Naja--da war man noch ehrlich--man hat ja kein Geheimnis draus gemacht, das es eine Diktatur des Proletariats war. Aber wenn ich mich heute diese Politdemokaten anschaue sind sie auch nicht viel besser. Wer ihnen nicht in den A+++kriecht wird als Mop, Pöbel, Pack und wenns hart kommt in die rechte Ecke gestellt. Ja so spingt man ebend mit anders Denkenden um.


Na dann eben in die rechte oder auch linke Ecke schieben lassen. Aber man darf sagen was man denkt. Bis 1989 war das im Osten nicht möglich, da hieß die "Ecke" dann Hohenschönhausen, Bautzen oder ein anderes Stasiloch.


Also ich habe meine Kollegen,Freunde und Fam. jeden Tag wieder getroffen.


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#76

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:35
von Alfred | 6.849 Beiträge

Zitat von exgakl im Beitrag #74
Zitat von zast im Beitrag #72
Zitat von Rostocker im Beitrag #16
Zitat von Winch im Beitrag #14
hieß es nicht die Diktatur des Proletariats


Naja--da war man noch ehrlich--man hat ja kein Geheimnis draus gemacht, das es eine Diktatur des Proletariats war. Aber wenn ich mich heute diese Politdemokaten anschaue sind sie auch nicht viel besser. Wer ihnen nicht in den A+++kriecht wird als Mop, Pöbel, Pack und wenns hart kommt in die rechte Ecke gestellt. Ja so spingt man ebend mit anders Denkenden um.


Na dann eben in die rechte oder auch linke Ecke schieben lassen. Aber man darf sagen was man denkt. Bis 1989 war das im Osten nicht möglich, da hieß die "Ecke" dann Hohenschönhausen, Bautzen oder ein anderes Stasiloch.


Ach schau an da spuckt der ehem. Use @Zoll ja wieder große Töne... wie siehts denn aus, stehen mal wieder eine paar Mails an, mit denen man versucht User die sich treffen wollen zu verunglimpfen, so wie vor einem Jahr in Marienborn?





Entsprechendes macht doch niemand, oder ?


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#77

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:44
von Fritze | 3.474 Beiträge

Ach schau an da spuckt der ehem. Use @Zoll ja wieder große Töne... wie siehts denn aus, stehen mal wieder eine paar Mails an, mit denen man versucht User die sich treffen wollen zu verunglimpfen, so wie vor einem Jahr in Marienborn?

Neuerdings hat er noch versuchte Erpressung in sein Repertoire aufgenommen ! Achso das war er ja gar nicht ! Das war ja sein gespaltenes "Ego " !

Heinrich der Wagen bricht ! Ich weiß jetzt auch wo der Wagen steht !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#78

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:53
von Rainer-Maria Rohloff | 1.366 Beiträge

Wisst ihr wie ich Demokratie .....wie schreibe ich das jetzt am Besten....na sagen wir gelebt sehe. Mit persönlich geäußertem Widerspruch, auf Teufel komm raus.....sinngemäß auf Konsequenzen. Und zwar Immer, überall, in jeder Situation, egal, wer somit vor mir steht(dies im Range, der Körpergröße, der jeweiligen Bildung...dem Grad der B., dem Alter........was gäbe es gleich noch und da gibt es noch ne ganze Menge)

Somit war die DDR keine Demokratie. Denn (sinngemäßer) Widerspruch auf Teufel komm raus war nicht möglich. Beispiele? Gäbe es ne ganze Menge.

Das beste Beispiel war eigentlich die NVA. Soldat Müller konnte somit nicht zum Major Krause sagen: " Äh Genosse Krause entschuldigen Sie mal, aber ihre Ausführungen zum Thema XYZ sind ja ganz schön und umfassend nur, ich der Müller bin damit überhaupt nicht einverstanden, weil, ich finde, das ist doch der größte Käse den ich in letzter Zeit gehört habe"

Die Bundeswehr stellte ich mir deswegen immer so vor: "Soldat Müller steht im Glied zur Befehlsausgabe und Müller drückt es unheimlich im Darm....und ohne abzuwarten trabt Müller ab. Gut, vielleicht ruft Er noch.....ich muss mal und Offizier ruft "Sie bleiben hier"...sinnlos, Müller war schneller, Konsequenz dann im Nachhinein Null" Das war Demokratie, ohne Frage.

Nu stellt euch das mal in der damaligen NVA/ deren Untertruppe Grenze vor...unvorstellbar, ein Novum, ein "So etwas hätte es NIE gegeben, nicht einmal, nimmer, man kann das gar nicht weiter ausführen" eher wurde in die Hose geschissen(entschuldigt)

Sinn verstanden....mit der Widerrede? Käme also unsere Mutti Angela heute persönlich zu mir würde ich sagen....na ich würde Ihr schon paar ordentliche Sachsentakte erzählen....immer vorausgesetzt Sie kann auch zuhören so wie meine Wenigkeit(die Argumente des Gegenüber in Ruhe ......) und genau das war eben bei unserem Honi damals unter Garantie nicht möglich.

Rainer-Maria und der Knackpunkt ist die Widerrede. Ich bin in einer echten gelebten Demokratie ein freier Mensch, ich widerspreche, widerrede, immer, in jeder Situation, egal ob da der liebe Gott vor mir steht(war sinngemäß jetzt....)wenn ich meine, ich bin im Recht. Und ne, ich lasse mich natürlich auch gerne so ich im Unrecht bin belehren.



IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#79

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 19:54
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Das Experiment DDR war bestimmt vieles...........aber eine Demokratie?

Nein.



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#80

RE: War die DDR nun eine Demokratie ? Ja oder nein ?

in DDR Staat und Regime 22.02.2016 20:22
von damals wars | 12.177 Beiträge

Eine Demokratie lebt von den Mitmachern, von Leuten dle bereit sind, sich ehrenamtlch zu engagieren und Verantwortung zu übernehmen.
Und nicht von der Hoffnung, das anderes was reißen, um dann, verborgen hinter der Gardine. mal so richtig meckern zu können.
Da ist kein Unterschied zwischen sozialistischer und bürgerlicher Demokratie.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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