#141

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 15:23
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

@Freienhagener,
warum so verbissen? Ich möchte die Gespräche mit der "weinroten Fraktion", die ich während mehrerer Forumstreffen führte, nicht missen.
Die Teilnehmer hatten Antworten auf meine Fragen und ich lernte ihr Betätigungsfeld kennen.
Klar ist ein persönlicher Kontakt etwas anderes als ein anonymes Forum aber wenn man bei manchen Antworten ein Gesicht vor Augen hat,
liest man die Beiträge auch anders. Das kannst du mir glauben.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#142

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 16:28
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #139

Das war eine Reaktion darauf:
[quote=ehem. Hu|p524574] Es gibt Foren übers Wetter, Kartoffelsuppe oder erotische Angelegenheiten. Vielleicht glaubst Du dort den Leuten, die vom Fach sind.


Jetzt bitte ich Dich mal ganz konkret um eine vernünftige Antwort:

Was erwartest Du auf eine von Dir gestellte Frage? Doch wohl eine konkrete, ehrliche, wahrheitsgemäße Antwort, oder? Hast Du sie bekommen? Ja, von mehreren Leuten. Dann kommt so etwas:

Zitat von Freienhagener im Beitrag #124

Erwartest Du ernsthaft, daß ich Dir und Deinesgleichen glaube? Das wär naiv.


Und meine Reaktion darauf ist also unverständlich oder wie? Zu diesem Thema jedenfalls steht Du ziemlich mit dem Rücken an der Wand. Daher Dein obiges Zitat!

Jetzt bitte ich um Klartext. Was soll das?

friedliche Grüße Andreas


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#143

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 17:08
von P601A | 82 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #40
Zitat von P601A im Beitrag #38
Ich hätte verlängern können und zwar als Zivilkraftfahrer im Stab GR-20
wo ich auch gedient habe.
Als Köder bot man mir eine Neubauwohnung in HBS an.
3 Jahre später wäre ich arbeitslos gewesen.



Ist das jetzt eine Vermutung? Bei der Auflösung des GAR 5 (Glöwen) im Sommer 89 wurden die Zivilfahrer erst von der NVA übernommen.
Als 90 das Licht ausging, waren sie bei der BW angestellt, und hatten gut zu tun.
Gerd


ja klar ist das nur eine Vermutung, hätte natürlich auch anders laufen können wie Du schon bemerkt hast

Gruß
P601A


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#144

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 17:34
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Zitat von RudiEK89 im Beitrag #141
@Freienhagener,
warum so verbissen? Ich möchte die Gespräche mit der "weinroten Fraktion", die ich während mehrerer Forumstreffen führte, nicht missen.
Die Teilnehmer hatten Antworten auf meine Fragen und ich lernte ihr Betätigungsfeld kennen.
Klar ist ein persönlicher Kontakt etwas anderes als ein anonymes Forum aber wenn man bei manchen Antworten ein Gesicht vor Augen hat,
liest man die Beiträge auch anders. Das kannst du mir glauben.



Hallo Andreas,
wieso verbissen? Eher haben sich andere an mir festgebissen. Aber das ist nicht weiter schlimm, auch wenn ein user "anderer Fachrichtung" mir gewissermaßen zu verstehen geben wollte, ich solle mir (als Grenzer) ein anderes Forum suchen.
Klar, die "Fraktion" d.h. ehemalige Angehörige eines Geheimdienstes, redet nicht gern über gewisse Interna. Ich hätte mir die Frage danach wirklich sparen können. Daß es dort keine Privilegien gab, mag glauben wer will.

Für die, welche immer noch Klärung erwarten, nochmals in Kurzform, ohne Bewertung:
Frage: Mit welchen Vorteilen wurde der Eintritt in die Organe schmackhaft gemacht?
Antwort: Es gab keine Vorteile, u. U. sogar Verdiensteinbuße gegenüber dem Zivilleben.

Das wars.

Die Diskussion ging schon weiter, zu anderen Aspekten.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 21.02.2016 17:45 | nach oben springen

#145

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 17:51
von Alfred | 6.854 Beiträge

Freienhagener,

jetzt mal die Wahrheit zum MfS. Nicht ganz so war es bei der NVA.

Eingestellt wurde man als Soldat.

Am ersten Tag bekam der Soldat einen Laufzettel.

Hier konnte er u.a. folgendes ankreuzen:

1. Wann wollen Sie ein neues Auto geliefert bekommen, diese oder nächste Woche ?
2. Was möchten Sie fahren. Volvo, Citroen oder doch ein Ostauto.
3. Was möchten Sie im Monat ausgezahlt bekommen, 1.000 oder doch gleich 2.000,00 Mark
4. Wie viele Stunden möchten Sie in der Woche arbeiten, 10 oder 20.
5. Wie viele m² soll die neue Wohnung haben ?
6. Wann wollen sie einziehen, diese oder nächste Woche ?
7. Wenn Sie keine neue Wohnung haben wollen, wann wollen Sie ins neue Einfamilienhaus einziehen ?
8. Jeden MA des MfS steht ein Wochenendgrundstück zu, möchten Sie ein Wassergrundstück oder nicht ?

Dies einige Auszüge, ich hoffe diese passen besser in DEIN Bild.

@Beethoven kann ja vielleicht was zu den Offizieren der NVA schreiben.

Freundliche Grüße


Freienhagener und Signalobermaat haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#146

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 18:00
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Nochmals Respekt, Du hast Humor..........


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#147

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 18:05
von RudiEK89 | 1.951 Beiträge

Nimm nicht jedes geschriebene Wort auf die berühmte "Goldwaage".
Über die gewissen "Interna" des MfS konnte ich mich persönlich mit den Usern austauschen. Auch bekam ich immer eine ordentliche Antwort auf meine Frage.
Du kannst aber auch nicht in Frage stellen, was der betreffende User erlebt und welche Erfahrungen der einzelne gemacht hat.
Ich stelle mich jetzt nicht auf die Seite der Fraktion aber nimm mal die Beiträge über Für und Wieder der Einsätze der Polizei von heute.
Da sage ich nur, dabei gewesen, würde man anders schreiben als nur in der Zeitung gelesen.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
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#148

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 18:14
von Ebro | 580 Beiträge

Ein allerletztes Mal noch von mir für Dich zu dem Thema.
Ich hatte schon erwähnt, dass ich ein "Selbstbewerber" war,also womit sollte ich geködert werden?? Ich war verheiratet, hatte eine Neubauwohnung.
Wir sind so verblieben, dass ich erst mein Studium abschließe, bevor ich eingestellt werde. Das dauerte alles etwas, etwa 5 oder 6 Jahre. Inzwischen war ich Ing. für Maschinenbau, hatte ein Einfamilienhaus und war als Verpackungskonstrukteur in einem großen Betrieb am Rande von Berlin tätig.
Als dann der Kontakt von der KD aufgenommen wurde-womit hätten die mich Ködern wollen?? Lachhaft, es war einzig meine politische ideologische Entscheidung.
Ich schrieb auch, dass ich anfangs einige Zeit als HIM (hauptamtlicher inoffizieller Mitarbeiter) war, Legende Zollfahndung. Und auch mein Gehalt war weniger als das vom Ingenieur, nur mit dem Bekleidungsgeld, welches militärischen Angehörigen, die in Zivil ihren Dienst tun, gezahlt wurde, kam ich in etwa auf das Gleiche. Jahre später, dann als Offizier einer operativen Diensteinheit hat sich das dann geändert. war abhängig vom Dienstgrad, Dienststellung und Gehaltsstufe. Ich hatte vorher nicht gewußt, wie hoch das Anfangsgehalt wird, erst bei Unterschrift bei Kader u. Schulung in der BV Potsdam wurde ich informiert.
Und über Deine imaginären Privilegien haben schon andere User berichtet. Dabei will ich nicht ausschließen, dass es in Großstädten besondere Läden gab, in denen bestimmte Personengruppen aus Ministerien einkaufen konnten. Das MfS betreffend habe ich von Berlin gehört, dass es da so was gab, Eintritt aber erst ab Oberstleutnant.

Also wo waren meine Bevorzugungen, Privilegien, von denen Du immer sprichst??
Andere User haben Dir mitgeteilt, dass es Ihnen auch so ging, aber man kann mit Wahrheiten eben keine voreingenommenen Meinungen widerlegen-eigentlich schade!
Halt, ein Privileg hatte ich: Immer wenn es eine schwierige lage im Kreisgebiet gab (desertieren von sowj. Soldaten mit Waffe, Brände, Unfalle und Havarien-genannt BUS, fiel meinem Leiter mein Name ein.......)



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#149

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 18:31
von Freienhagener | 3.879 Beiträge

Eigentlich wollte ich dazu nichts mehr schreiben. Nur so viel: Du warst als Selbstbewerber ein Sonderfall (wie ein Anderer feststellte).
Ich bezweifle nicht, was Du schreibst.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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#150

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 18:31
von ehem. Hu | 466 Beiträge

Zitat von Freienhagener im Beitrag #144
Aber das ist nicht weiter schlimm, auch wenn ein user "anderer Fachrichtung" mir gewissermaßen zu verstehen geben wollte, ich solle mir (als Grenzer) ein anderes Forum suchen.



Selbst das ist Unsinn und das weißt Du genau. Du hast zum Thema nur kein Argument.

friedliche Grüße Andreas


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#151

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 21.02.2016 23:53
von Beethoven | 137 Beiträge

Ein Wort zu den "besonderen" Einkaufsgeschäften.

Es gab in der NVA (bei MfS und Polizei weiß ich das nicht) die MHO (Militärhandelsorganisation), die die Versorgung mit Dingen des täglichen Bedarfs in den Kasernen und Einrichtungen der NVA, die nicht durch den Staat gestellt wurden, sicher stellte.

Dort kauften vom Soldaten bis zum Kommandeur ein. Sonderrechte gab es da nicht. Natürlich konnte der Kommandeur schon mal anrufen und (ich spinne jetzt mal) eine Stiege Wein bestellen, die ihm dann sicherlich auch extra besorgt wurde. Das nahm aber keine Auswüchse an. Ich habe mich da selber viele Jahre lang versorgt und stand in der "Schlange" hinter dem Soldaten, Gefreiten oder Uffz an, wie sich das gehört.

Als ich meine letzte Dienststellung in der NVA antrat, also kurz vor der Wende, bekam meine Frau eine Arbeitsstelle in der Verwaltung der MHO in Strausberg. Daher weiß ich, was ich vorher wirklich nicht ahnte, dass es einen (EINEN) "Sonderladen" auf dem Gelände des ASK Strausberg, Landhausstraße, gab. Dort durfte ab Generalleutnant eingekauft werden. Was es da gab weiß ich nicht. War nie in dem Laden drin. Meine Frau erzählte jedoch, dass es eigentlich ein normales Geschäft mit erweitertem Angebot war. Man bekam Alkohol, den es ja in den Kasernen nicht gab und unter anderem Rauchglaswaren, die mich persönlich nicht interessierten. Jedenfalls gab es keine Produkte aus dem westlichen Ausland.

Da bin ich doch viel lieber in´s "Produktoi" oder ins "Magasin" der Russen gegangen und habe dort eingekauft. Dort gab es Krimsekt, Mischkakonfekt, Ölsardinen und Machorka und andere russische Spezialitäten, die russischen Kartentaschen mit Kompass, klasse Taktiklineale und all solches Zeug. Wer also eine sowjetische Garnison in der Nähe hatte, konnte dort fabelhaft einkaufen, nur haben das eben nur wenige Deutsche gemacht. Selber Schuld.

Noch ein Wort zum Gehalt von Berufssoldaten:

Besoldung NVA an Beispielen

Immer wieder lesen wir, wie viel doch der Berufssoldat in der NVA verdient hat.
Wenn ich das höre, weiß ich, dass der Schreiber keine Ahnung hat.

Er möge sich mal mit folgender Tabelle beschäftigen:

1. Vergütung für den Dienstgrad (1984)
Unteroffizier ? 275,- M
Unterfeldwebel ? 300,- M
Feldwebel ? 325,- M
Oberfeldwebel ? 375,- M
Stabsfeldwebel 400,- M
Fähnrich - 450,- M
Oberfähnrich - 500,- M
Stabsfähnrich - 550,- M
Stabsoberfähnrich - 600,- M
Unterleutnant 400,- M
Leutnant 450,- M
Oberleutnant 500,- M
Hauptmann 550,- M
Major 600,- M
Oberstleutnant 650,- M
Oberst 800,- M
Generalmajor 1.000,- M
Generalleutnant 1.200,- M
Generaloberst 1.400,- M
Armeegeneral 1.600,- M

2. Vergütung für die Dienststellung
(gilt immer auch für dieser Dienststellung Gleichgestellte, Stellvertreter und zwischengelagerte Dienststellungen hatten entsprechende "Abschläge", meist in 50,- Mark Schritten)
Unteroffiziersplanstellen 1987
Unteroffizier auf Zeit
Spezialist ? 525,- M
Führungsfunktion 575,- M
Berufsunteroffizier
Spezialist ? 750,- M
Führungsfunktion 800,- M

Für Fähnrichplanstellen ab 01.01.1974 01.07.1977 01.06.1978 01.03.1986 1.5./1.12.1986 01.07.1987
Spezialistenfunktionen - 650,- M 800,- M
Truppführer 450,- M 500,- M 550,- M 650,- M 675,- M 825,- M
Zugführer 475,- M 525,- M 600,- M 700,- M 700,- M 850,- M
herausragende Anforderungen 500,- M 550,- M 625,- M 725,- M 725,- M 875,- M

Für Offiziersplanstellen 01.03.1986
Zugführer 875,- M
Kompaniechef 1.000,- M
Bataillonskommandeur 1.150,- M
Regimentskommandeur 1.400,- M
Divisionskommandeur 1.600,- M
Chef Militärbezirk 2.000,- M
Chef einer Teilstreitkraft 2.200,- M
Stellv. des Ministers und Chef des Hauptstabes 2.400,- M
Armeegeneral 2.800,- M

Quelle: http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm

Schitt, das mit dem Kopieren von Tabellen klappt nicht so richtig.

Man muss wissen, dass sich die Besoldung aus drei Säulen zusammen setzt.

1. Dienstgrad
2. Dienststellung
3. Jahre der Zugehörigkeit

Hinzu kommen dann noch das Verpflegungsgeld (4,25 Mark der DDR pro Tag bis zu 8 Mark der DDR für fliegendes Personal) und eventuelle Sonderzulagen für bestimmte Dienste wie z.B. für Flieger, oder 30 Mark der DDR pro Monat als Fallschirmjägerzuschlag - jedoch nur dann, wenn man zur springenden Truppe gehört).

Nun kommt das Entscheidende – die tägliche Dienstzeit.

Beispiel: Leutnant in der Truppe zu meiner Zeit also 1978

Offizielle tägliche Dienstzeit 07.00 – bis 17.00 Uhr = 10 Stunden
(davon sagen wir mal 2 Stunden Pause also 8 Stunden)
Nur stimmt das so nicht. Ein Zugführer ging nicht um 17.00 Uhr nach Hause sondern eher um 19.00 Uhr und war meistens auch schon vor 07.00 Uhr im Dienst. Sagen wir mal 9 Stunden pro Tag.

Wenigstens ein 24 Stundendienst im Monat (meist mehr)

Wenigstens 2 x drei Wochen auf Übungen und Ausbildungen im Feldlager, was sehr wenig ist.

Mindestens 2 x im Monat Nachtausausbildung.

Bis kurz vor der Wende jeden Sonnabend im Dienst oder ab 88 jeden zweiten Sonnabend.

All das ist ein Minimum was ich hier aufgezählt habe.

So kommen wir auf 204 Stunden ohne Nachtausbildung und ohne Feldlager im Monat.
Bei einem Verdienst von ca. 1250 Mark der DDR im Monat (1978), macht das einen Stundenlohn von ca. 6 Mark der DDR. Das verdiente jeder Jungfacharbeiter auch. Da habe ich die Feldlager, fern von Mutter oder Frau, noch gar nicht in die Zeitberechnung aufgenommen.

Und um so höher man in der Hierarchie im Truppenteil stieg, um so mehr Arbeit hatte man und um so länger war man am Ball.
Besser wurde es erst dann, wenn man einen ruhigen Posten in irgend einem ganz hohen Stab (Teilstreitkraft oder Ministerium) inne hatte, solange dies nicht im operativen Bereich war.

Ich persönlich habe in meiner letzten Dienststellung kaum einen Tag erlebt, an dem ich um 17.00 Uhr mein Zimmer petschiert habe. Meist wurde es 19 - 20.00 Uhr. Die Überstunden die ich da gemacht habe, hätte sich kein Arbeiter, kein Ingenieur angetan. Und das alles ohne eine müde Mark dafür zu erhalten. Samstags bis 16.00 Uhr war normal, sonntags mal schnell rein und vielleicht zum Mittag wieder Daheim war die Regel. So ist oder war das. Und wer es nicht glaubt, na bitte, der sollte mal einen befragen, der ebenfalls in der Truppe war und Unterstellte hatte und nebenbei auch noch Vorgesetzte, die ebenfalls Arbeitstiere waren.

Gruß


Ebro, damals wars, Signalobermaat und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#152

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 00:11
von Gelöschtes Mitglied
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Wollen wir doch mal die MHO ausschließen, wie sah es denn im normalen Handel aus? Da stand der Regimentskommandeur Oberst K.P.
mittendrin in der Schlange vor der Kasse wie jeder andere Bürger.
Damals noch in Betrieb und fast einzige öffentliche Handelseintichtung.
Gerd

Angefügte Bilder:
Kaufhalle.jpg

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#153

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 00:18
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #151
[quote]
Er möge sich mal mit folgender Tabelle beschäftigen:

1. Vergütung für den Dienstgrad (1984)
Unteroffizier ? 275,- M
Unterfeldwebel ? 300,- M
Feldwebel ? 325,- M
Oberfeldwebel ? 375,- M
Stabsfeldwebel 400,- M
Fähnrich - 450,- M
Oberfähnrich - 500,- M
Stabsfähnrich - 550,- M
Stabsoberfähnrich - 600,- M
Unterleutnant 400,- M
Leutnant 450,- M
Oberleutnant 500,- M
Hauptmann 550,- M
Major 600,- M
Oberstleutnant 650,- M
Oberst 800,- M
Generalmajor 1.000,- M
Generalleutnant 1.200,- M
Generaloberst 1.400,- M
Armeegeneral 1.600,- M

2. Vergütung für die Dienststellung
(gilt immer auch für dieser Dienststellung Gleichgestellte, Stellvertreter und zwischengelagerte Dienststellungen hatten entsprechende "Abschläge", meist in 50,- Mark Schritten)
Unteroffiziersplanstellen 1987
Unteroffizier auf Zeit
Spezialist ? 525,- M
Führungsfunktion 575,- M
Berufsunteroffizier
Spezialist ? 750,- M
Führungsfunktion 800,- M

Für Fähnrichplanstellen ab 01.01.1974 01.07.1977 01.06.1978 01.03.1986 1.5./1.12.1986 01.07.1987
Spezialistenfunktionen - 650,- M 800,- M
Truppführer 450,- M 500,- M 550,- M 650,- M 675,- M 825,- M
Zugführer 475,- M 525,- M 600,- M 700,- M 700,- M 850,- M
herausragende Anforderungen 500,- M 550,- M 625,- M 725,- M 725,- M 875,- M

Für Offiziersplanstellen 01.03.1986
Zugführer 875,- M
Kompaniechef 1.000,- M
Bataillonskommandeur 1.150,- M
Regimentskommandeur 1.400,- M
Divisionskommandeur 1.600,- M
Chef Militärbezirk 2.000,- M
Chef einer Teilstreitkraft 2.200,- M
Stellv. des Ministers und Chef des Hauptstabes 2.400,- M
Armeegeneral 2.800,- M

Quelle: http://home.snafu.de/veith/besoldun.htm

Schitt, das mit dem Kopieren von Tabellen klappt nicht so richtig.

Man muss wissen, dass sich die Besoldung aus drei Säulen zusammen setzt.

1. Dienstgrad
2. Dienststellung
3. Jahre der Zugehörigkeit

Hinzu kommen dann noch das Verpflegungsgeld (4,25 Mark der DDR pro Tag bis zu 8 Mark der DDR für fliegendes Personal) und eventuelle Sonderzulagen für bestimmte Dienste wie z.B. für Flieger, oder 30 Mark der DDR pro Monat als Fallschirmjägerzuschlag - jedoch nur dann, wenn man zur springenden Truppe gehört).

Nun kommt das Entscheidende – die tägliche Dienstzeit.

Beispiel: Leutnant in der Truppe zu meiner Zeit also 1978

Offizielle tägliche Dienstzeit 07.00 – bis 17.00 Uhr = 10 Stunden
(davon sagen wir mal 2 Stunden Pause also 8 Stunden)
Nur stimmt das so nicht. Ein Zugführer ging nicht um 17.00 Uhr nach Hause sondern eher um 19.00 Uhr und war meistens auch schon vor 07.00 Uhr im Dienst. Sagen wir mal 9 Stunden pro Tag.

Wenigstens ein 24 Stundendienst im Monat (meist mehr)

Wenigstens 2 x drei Wochen auf Übungen und Ausbildungen im Feldlager, was sehr wenig ist.

Mindestens 2 x im Monat Nachtausausbildung.

Bis kurz vor der Wende jeden Sonnabend im Dienst oder ab 88 jeden zweiten Sonnabend.

All das ist ein Minimum was ich hier aufgezählt habe.

So kommen wir auf 204 Stunden ohne Nachtausbildung und ohne Feldlager im Monat.
Bei einem Verdienst von ca. 1250 Mark der DDR im Monat (1978), macht das einen Stundenlohn von ca. 6 Mark der DDR. Das verdiente jeder Jungfacharbeiter auch. Da habe ich die Feldlager, fern von Mutter oder Frau, noch gar nicht in die Zeitberechnung aufgenommen.

Und um so höher man in der Hierarchie im Truppenteil stieg, um so mehr Arbeit hatte man und um so länger war man am Ball.
Besser wurde es erst dann, wenn man einen ruhigen Posten in irgend einem ganz hohen Stab (Teilstreitkraft oder Ministerium) inne hatte, solange dies nicht im operativen Bereich war.

Ich persönlich habe in meiner letzten Dienststellung kaum einen Tag erlebt, an dem ich um 17.00 Uhr mein Zimmer petschiert habe. Meist wurde es 19 - 20.00 Uhr. Die Überstunden die ich da gemacht habe, hätte sich kein Arbeiter, kein Ingenieur angetan. Und das alles ohne eine müde Mark dafür zu erhalten. Samstags bis 16.00 Uhr war normal, sonntags mal schnell rein und vielleicht zum Mittag wieder Daheim war die Regel. So ist oder war das. Und wer es nicht glaubt, na bitte, der sollte mal einen befragen, der ebenfalls in der Truppe war und Unterstellte hatte und nebenbei auch noch Vorgesetzte, die ebenfalls Arbeitstiere waren.

Gruß



@Beethoven
na ja ich habe mal gerechnet, ein KC im Range eines Hauptmannes 1550, ein Major 1600 Mchen/Monat, ist das richtig so ? Normaler Arbeitsmonat in der 40 Stundenwoche (hattet ihr sie ?) hatte etwa 170 Stunden. Macht etwa 9,42 Mark je Stunde. Ich weiss nicht was euer "Hauptfeind" mit selbigem Dienstgrad und Aufgabe zu der Zeit an Einkommen hatte. Ich weiss aber was ich 1989 verdiente im Jahr und in der Stunde. Da ringt mir ein solches Einkommen, wie von dir genannt, ein müdes Lächeln ab. Allerdings hatte ich ebenfalls keine 40 Stundenwoche, sondern oft 50 oder gar 60 Stunden. Aber es lohnte sich, was die Kapitalisten mir an Einkommen zugestanden haben. Hat richtig Spass gemacht. Und für das Geld konntest du noch richtig was kaufen, ohne z.B. 10 Jahre Wartezeit für ein Auto und ähnlichem Unsinn.Habe sehr gute Autos gefahren und die bekam ich maximal 3 Monate nach der Bestellung.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#154

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 00:57
von vs1400 | 2.397 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #152
Wollen wir doch mal die MHO ausschließen, wie sah es denn im normalen Handel aus? Da stand der Regimentskommandeur Oberst K.P.
mittendrin in der Schlange vor der Kasse wie jeder andere Bürger.

Damals noch in Betrieb und fast einzige öffentliche Handelseintichtung.
Gerd


hm, G.Michael,
gab es da nicht doch gesonderte öffnungszeiten für berufskader?
wimre, gab es diese in perleberg und auch in schierke.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#155

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 01:12
von Gelöschtes Mitglied
avatar

Zitat von vs1400 im Beitrag #154
Zitat von G.Michael im Beitrag #152
Wollen wir doch mal die MHO ausschließen, wie sah es denn im normalen Handel aus? Da stand der Regimentskommandeur Oberst K.P.
mittendrin in der Schlange vor der Kasse wie jeder andere Bürger.

Damals noch in Betrieb und fast einzige öffentliche Handelseintichtung.
Gerd


hm, G.Michael,
gab es da nicht doch gesonderte öffnungszeiten für berufskader?
wimre, gab es diese in perleberg und auch in schierke.

gruß vs




Nöh, zufrieden?
Gerd


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#156

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 07:00
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #151
...
So kommen wir auf 204 Stunden ohne Nachtausbildung und ohne Feldlager im Monat.
Bei einem Verdienst von ca. 1250 Mark der DDR im Monat (1978), macht das einen Stundenlohn von ca. 6 Mark der DDR. Das verdiente jeder Jungfacharbeiter auch. Da habe ich die Feldlager, fern von Mutter oder Frau, noch gar nicht in die Zeitberechnung aufgenommen.
...


Hallo @Beethoven ,

als Berufssoldat solltest Du das Gehalt durch 24 Stunden den Tag, 7 Tage die Woche und 30 Tage den Monat teilen.
Dann kommst du auch auf einen realen Wert.

Der Berufssoldat - wie jeder Militärangehörige - hatte immer! abrufbereit zu sein und keinen! Anspruch auf eine 40-h-Woche.

Freizeitausgleich für 'Mehrarbeit' gab es nicht.

Übrigens, wenn ich das noch so richtig im Gedächtnis habe, hatten wir damals als 'normale' Regeldienst-Woche 42,50 Stunden?

LG

Ricardo


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
nach oben springen

#157

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 07:57
von damals wars | 12.204 Beiträge

Schichtarbeiter (rollende Woche) arbeiteten 40 h/Woche.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 22.02.2016 07:57 | nach oben springen

#158

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 09:45
von Beethoven | 137 Beiträge

Zitat von Büdinger im Beitrag #156
[

Hallo @Beethoven ,

als Berufssoldat solltest Du das Gehalt durch 24 Stunden den Tag, 7 Tage die Woche und 30 Tage den Monat teilen.
Dann kommst du auch auf einen realen Wert.

Der Berufssoldat - wie jeder Militärangehörige - hatte immer! abrufbereit zu sein und keinen! Anspruch auf eine 40-h-Woche.

Freizeitausgleich für 'Mehrarbeit' gab es nicht.

Übrigens, wenn ich das noch so richtig im Gedächtnis habe, hatten wir damals als 'normale' Regeldienst-Woche 42,50 Stunden?

LG

Ricardo


Na ja, das stimmt schon aber geschlafen haben wir ja seinerzeit auch hin und wieder.

Ich wollte eigentlich nur aufzeigen, dass die Mähr vom "Vielverdiener" von Leuten behauptet wird, die keine Ahnung haben oder eben bewusst die Unwahrheit sagen.

Gruß


Büdinger und Harsberg haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#159

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 10:03
von Büdinger | 1.504 Beiträge

Zitat von Beethoven im Beitrag #158
...
Na ja, das stimmt schon aber geschlafen haben wir ja seinerzeit auch hin und wieder.
...


... Grenzer haben 'nur' geruht ... :-))

LG


.

Ich finde Menschen faszinierend, die meinen mich zu kennen.
Manchmal drängt es mich sie zu fragen, ob sie mir ein bisschen was über mich erzählen können ...

Ich übernehme die Verantwortung für alles, was ich sage, aber niemals für das, was andere verstehen!

.
94 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#160

RE: nach der Entlassung

in Fragen und Antworten zur innerdeutschen Grenze 22.02.2016 12:53
von Beethoven | 137 Beiträge

Ja, das weiß ich doch.
Aber wir Träumer haben auch mal geschlafen.

Gruß


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