#121

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 02:08
von B208 | 1.339 Beiträge

@Alfred , ausgehend davon , dass du den gesamten Text am Grabe deines Ministers gehört hast , hier für die Forumsmitglieder , die die Zeit nicht hatten an der Beisetzung unseres Ministers Erich Mielke teilzuhaben , nur den letzten Teil der Trauerrede von Willi Opitz , dem Verfasser der von Alfred in #101 eingestellten Erkenntnisse .


Hochverehrter Genosse Minister Erich Mielke!

Ich versichere Dir im Namen der Deiner, der unserer Sache Treuen, dass wir Dein Leben und Deinen Kampf stets in Ehren halten.Wir geloben, unserer Überzeugung getreu unbeirrbar weiter für soziale Gerechtigkeit und für Frieden zu wirken, den Lügen die Stirn zu bieten und der Wahrheit zu dienen. Das sage ich in voller Übereinstimmung mit all jenen Menschen, die sich mit "Kopf hoch und nicht die Hände!" den Erfordernissen der Gegenwart und unverzagt einer sozialistischen und friedlichen Zukunft stellen.

Ruhe in Frieden!

Du bleibst unvergessen!


Die gesamte Trauerrede von Willi Opitz ist lesenswert , auch um seine Einstellung zur BStU besser verstehen zu können .

Alles sehr objektiv und neutral .


zuletzt bearbeitet 26.02.2016 02:09 | nach oben springen

#122

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 06:23
von B208 | 1.339 Beiträge

Ich versichere Dir im Namen der Deiner, der unserer Sache Treuen....

Die oben von Willi Opitz gemachte Aussage ist eigentlich schon Antwort genug auf die Ausgangsfrage des Themas !

Der Sache Milkes Treuen .
Da gab es mal im Forum die Anfrage nach Stasiseilschaften , wurde verneint .
Sollte man die Frage evtl. anders formulieren und nach den Treuen des Genossen Minister Mielke fragen .
Wer ist mit der oben gemachten Aussage des Opitz gemeint ?
@Alfred , fühlst du dich von Genosse Opitz angesprochen ?

B208


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#123

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 06:39
von B208 | 1.339 Beiträge

Ich bin der festen Überzeugung , dass gerade wegen solcher Schwachmaten wie Opitz , viele unbelastete MfS Mitarbeiter den Zorn und die Wut vieler DDR Bürger noch bis heute aushalten müssen .
Es ist nicht die BStU die in Frage gestellt werden muss , es sind solche Äußerungen des Opitz und Genossen .
Sie sind die Täter , wegen derer viele Tausend in einen Topf geworfen wurden und werden , die da evtl nicht hinein gehören und saubere Hände haben .

B208


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#124

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 08:50
von Georg | 1.012 Beiträge

Soweit ich gelesen habe, wird derzeit in einer Kommission über die Behörde beraten. Jahn erhält keinen neuen Vertrag und führt bis zur Entscheidung
die Behörde kommissarisch.

Nachtrag Quelle:
http://www.heute.de/was-wird-aus-roland-...e-42190108.html


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
zuletzt bearbeitet 26.02.2016 09:20 | nach oben springen

#125

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 09:31
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #120
Zitat von Signalobermaat im Beitrag #115
Was mich mal in dieser Demokratie so verwundert, mit welcher Elle da immer gemessen wird.
Einerseits gab es ein Einstellungs,bzw,Weiterverwendungsverbot für ehem. MA des MFS,im öffendlichen Dienst u.a. wichtigen Bereichen
Sie durften aus Sicherheitsgründen nicht einmal Hausmeister oder Straßenkehrer werden.
Andererseits durften sie beim Personenschutz hochrangige Persönlichkeiten beschützen un d in der BStU Akten aufarbeiten.Bei der Polizei weiter Dienst versehen. Selbst IM blieben in einigen Bereichen unangetastet.
Ich freue mich für jeden, der es geschafft hat bis zur Rente weiter zu arbeiten
Wenn das aber so praktiziert wurde ,dann ist unser Grundgesetz auch nicht das Papier wert auf dem es geschrieben wurde.
Art. 3 Alle Menschen sind vor dem Gesetz gleich. Keiner darf uswusw. Oder sollte es nur ein paar wenige in der Regierung gegeben haben, die das Grungesetz kannten und auch anwendeten?
Oder sind einige doch gleicher?
Bekommen die Weiterbeschäftigten auch ihre Rente gekürzt? Wenn nicht, warum dann die Anderen, die vielleicht nur die Fenster geputzt haben?
Was sagt denn der Rechtsstaat dazu?



Es wird bei einigen leider nur immer vergessen , bewusst oder unbewusst , lange vor der Wiedervereinigung wurden Maßnahmen zum Umgang mit den Werktätigen des MfS formuliert . zu DDR Zeiten , in der Volkskammer der DDR und in vielen Runden an selbigen Tischen .

Jetzt so zu tun , als sei es eine von der ehem.Bundesrepublik ins Leben gerufene Hetzjagd , dieser Gedanke ist schlichtweg falsch !

Es gibt eine abgebrochene Fernsehaufnahme aus der DDR Volkskammer , in der ist zu hören und zu sehen wie sich Abgeordnete der Volkskammer über den zukünftigen Umgang mit den MfS Werktätigen austauschen . Wimre , dann wurde von einigen davon abgeraten Namen zu veröffentlichen , weil diese Abgeordneten befürchteten , dass es zu einer Lynchjustiz seitens einiger DDR Bürger kommen würde !

Und immer und immer wieder so zu tun ,als wenn die Art des Umganges mit dem MfS seinen Ursprung in den alten Bundesländern hatte ist schlichtweg verlogen !

Die Forderung nach Maßnahmen und die Formulierung solcher kam aus der DDR von DDR Bürgern .

Wer die Wahrheit nicht weiß , der ist ein Dummkopf .
Aber wer sie weiß und sie eine Lüge nennt, der ist ein Verbrecher !!!
( Berthold Brecht )

B208


Das stimmt m.E. nur z.T. Ja, das MfS wurde undifferenziert von interessierten DDR-Bürgern als DER Schuldige allen Übels aufgebaut. Einmal ein Teil derer, die sich als für die Bürgerrechte eintretend gebärdeten, zum Anderen auch einige hohe Parteifunktionäre, die von ihrem eigenen Versagen ablenken wollten. Also eigentlich Gegner, aber mit gleichen Zielen. Machen wir uns nichts vor, wenn es die Situation ergeben hätte, wären bewaffnete marodierende Banden von Adresse zu Adresse gegangen und hätten Mitarbeiter des MfS massakriert und mitunter deren Familienangehörige gleich mit. Ausleben der niedrigsten Instinkte ohne Strafe zu befürchten, würde ich sagen. Das wären Leute gewesen, die mehrheitlich selbst wahrscheinlich den geringsten persönlichen Grund gehabt hätten, solche Taten zu begehen.
Die CDU-geführte Bundesregierung hat sich das sofort zu Nutze gemacht, indem sie mit allen propagandistischen Mitteln hier Öl in´s Feuer gegossen haben. Wurde doch das MfS, weil in Diensten eines dem Kapitalismus negativ eingestellten Staates stand im Gegensatz zur Gestapo (das soll jetzt kein qualitativer Vergleich sein, falls es so aufgefasst wird, sondern nur die unterschiedliche Herangehensweise verdeutlichen) als ein tatsächlicher Feind der in der BRD herrschenden Besitzverhältnisse angesehen. Die konsevativen Politiker glaubten, mit einem Einschlagen auf das MfS auf Stimmenfang bei den nächsten Wahlen in der DDR gehen zu können. Eine realistische Politik würde sie in den Augen von Bürgerrechtlern diskreditieren, denn sie hielten in Anbetracht der Massendemos vor der Wende wohl die Mehrheit der DDR-Bevölkerung für heimliche Bürgerrechtler. Inzwischen geht es weniger um Stimmenfang, sondern mehr darum, mit dem MfS-Argument sozialistische Gedanken niederzuhalten. Deutlich wurde das im Vorfeld der Landtagswahlen in Thüringen, was da alles von Gegnern einer Linksregierung so an Widrigkeiten vorausgesagt wurde.



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#126

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 09:35
von IM Kressin | 914 Beiträge

Seit 2014 prüft eine Kommission unter der Leitung von Richard Schröder (SPD) und Wolfgang Böhmer (CDU), ob ein Fortbestand der Behörde in der gegenwärtigen Form vonnöten ist bzw. ein eigenständiger Beauftragter.

Ein Ergebnis könnte in drei Monaten präsentiert werden.

Inoffiziell ist davon die Rede, das Amt still und leise aufzulösen.

Nach Übertragung der Akten an das Bundesarchiv erhalten die Forscher ausführlichen Zugriff. Es wird damit gerechnet, dass nicht mehr alle Namen geschwärzt werden müssen.

Eventuell wird das Ganze, nicht zum ersten Mal, wieder ein Politikum.

Für mich ist der Drops gelutscht! Wer Einsicht nehmen wollte, hatte in einem Zeitraum von einem Vierteljahrhundert Gelegenheit, wer die Gunst der Stunde nicht nutzte, Pech gehabt!

Ab ins Bundesarchiv damit!

Es grüßt Euch

Kressin


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#127

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 09:41
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #125
[quote]
Das stimmt m.E. nur z.T. Ja, das MfS wurde undifferenziert von interessierten DDR-Bürgern als DER Schuldige allen Übels aufgebaut. Einmal ein Teil derer, die sich als für die Bürgerrechte eintretend gebärdeten, zum Anderen auch einige hohe Parteifunktionäre, die von ihrem eigenen Versagen ablenken wollten. Also eigentlich Gegner, aber mit gleichen Zielen. Machen wir uns nichts vor, wenn es die Situation ergeben hätte, wären bewaffnete marodierende Banden von Adresse zu Adresse gegangen und hätten Mitarbeiter des MfS massakriert und mitunter deren Familienangehörige gleich mit. Ausleben der niedrigsten Instinkte ohne Strafe zu befürchten, würde ich sagen. Das wären Leute gewesen, die mehrheitlich selbst wahrscheinlich den geringsten persönlichen Grund gehabt hätten, solche Taten zu begehen.
Die CDU-geführte Bundesregierung hat sich das sofort zu Nutze gemacht, indem sie mit allen propagandistischen Mitteln hier Öl in´s Feuer gegossen haben. Wurde doch das MfS, weil in Diensten eines dem Kapitalismus negativ eingestellten Staates stand im Gegensatz zur Gestapo (das soll jetzt kein qualitativer Vergleich sein, falls es so aufgefasst wird, sondern nur die unterschiedliche Herangehensweise verdeutlichen) als ein tatsächlicher Feind der in der BRD herrschenden Besitzverhältnisse angesehen. Die konsevativen Politiker glaubten, mit einem Einschlagen auf das MfS auf Stimmenfang bei den nächsten Wahlen in der DDR gehen zu können. Eine realistische Politik würde sie in den Augen von Bürgerrechtlern diskreditieren, denn sie hielten in Anbetracht der Massendemos vor der Wende wohl die Mehrheit der DDR-Bevölkerung für heimliche Bürgerrechtler. Inzwischen geht es weniger um Stimmenfang, sondern mehr darum, mit dem MfS-Argument sozialistische Gedanken niederzuhalten. Deutlich wurde das im Vorfeld der Landtagswahlen in Thüringen, was da alles von Gegnern einer Linksregierung so an Widrigkeiten vorausgesagt wurde.



@DoreHolm, @B208 hat völlig Recht, das MfS interessiert unter den hiesigen "Eingeboren" nach wie vor keine Sau. Die kollektiven Rufe Stasi in die Produktion kamen von DDR Bürgern nicht von Westdeutschen, das ist eine erwiesene Tatsache. Da kannst du rumeiern wie du willst, die Fakten stehen unverrückbar so wie von @B208 und mir beschrieben.


.
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#128

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 09:43
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Gert, ich "eiere" nicht, ich fahre eine gerade Linie.



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#129

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 09:44
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #124
Soweit ich gelesen habe, wird derzeit in einer Kommission über die Behörde beraten. Jahn erhält keinen neuen Vertrag und führt bis zur Entscheidung
die Behörde kommissarisch.

Nachtrag Quelle:
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ich hoffe sehr, dass Jahn's Vertrag verlängert wird. Ich schätze seine Arbeit und auch seine Persönlichkeit sehr hoch ein. Das muss noch eine Weile offen gehalten werden. Gut angelegtes Steuergeld!


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#130

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 10:02
von der 39. | 522 Beiträge

Bei meiner ersten Akteneinsicht wurde mir erklärt, dass noch längst nicht alle Unterlagen erschlossen seien. Diese Auskunft habe ich in 2012 bei einer 2 Einsicht erneut erhalten. Die Schwärzer haben ohne System geschwärzt, was das Zeug hergibt, selbst Namen und Geburtsdaten meiner Kinder wurden geschwärzt.. Das ist krank.
Wenn alle Akten aufgearbeitet sind und das auch kundgetan wird und wenn dann den Bürgern eine angemessene Zeit von mehreren Jahren zur Verfügung steht zum Einsicht nehmen mit allen Wortlauten, die auch in einem späteren öffentlichen Archiv stehen werden. dann mag die Behörde aufgelöst werden, aber nicht eher.
Was ist denn mit der so hoch geschätzten Recht auf Schutz der persönlichen Daten in diesem Staat? Muss ich selbst vor meinen persönlichen Daten geschützt werden?
Der 39.


IM Kressin, Sperrbrecher, Gert und B208 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 26.02.2016 10:02 | nach oben springen

#131

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 10:05
von IM Kressin | 914 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #125


Die CDU-geführte Bundesregierung hat sich das sofort zu Nutze gemacht, indem sie mit allen propagandistischen Mitteln hier Öl in´s Feuer gegossen haben. Wurde doch das MfS, weil in Diensten eines dem Kapitalismus negativ eingestellten Staates stand im Gegensatz zur Gestapo (das soll jetzt kein qualitativer Vergleich sein, falls es so aufgefasst wird, sondern nur die unterschiedliche Herangehensweise verdeutlichen) als ein tatsächlicher Feind der in der BRD herrschenden Besitzverhältnisse angesehen. Die konsevativen Politiker glaubten, mit einem Einschlagen auf das MfS auf Stimmenfang bei den nächsten Wahlen in der DDR gehen zu können.


Diese von der CDU geführte Bundesregierung war es >>ausnahmsweise<< mal nicht!

Die Bundesregierung und die sie tragenden Parteien CDU/CSU und FDP beabsichtigten mit Bundestags-Drucksache 11/7762 vom 02.09.1990, eine Straffreiheitsbestimmung, konkret: einen Amnestiegesetzentwurf und somit einen Straferlass für sämtliche, hauptamtlichen Mitarbeiter des DDR-Auslandsnachrichtendienstes (inbegriffen: Spionagetätigkeiten westdeutscher Kundschafter gegen die (alte) Bundesrepublik) aufzunehmen.

Diesen Gesetzentwurf stigmatisierten die SPD-Opposition und der Vorsitzende der SPD-Fraktion im Deutschen Bundestag, Hans-Jochen Vogel, als „Stasi-Amnestie“ und brachten ihn zu Fall.

Quelle und Fundstelle: Gabriele Gast, Kundschafterin des Friedens,
17 Jahre Topspionin der DDR beim BND, 1. Auflage 2000, Aufbau Taschenbuchverlag GmbH, Berlin 2000, Eichhorn GmbH & Co. Verlag KG, Frankfurt am Main, März 1999.

Siehe auch

G. Gast Agentin in der BND - Zentrale (7)


Es grüßt Euch

Kressin


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#132

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 10:07
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #127
[quote=DoreHolm|p525753][quote]
Das stimmt m.E. nur z.T. Ja, das MfS wurde undifferenziert von interessierten DDR-Bürgern als DER Schuldige allen Übels aufgebaut. Einmal ein Teil derer, die sich als für die Bürgerrechte eintretend gebärdeten, zum Anderen auch einige hohe Parteifunktionäre, die von ihrem eigenen Versagen ablenken wollten. Also eigentlich Gegner, aber mit gleichen Zielen. Machen wir uns nichts vor, wenn es die Situation ergeben hätte, wären bewaffnete marodierende Banden von Adresse zu Adresse gegangen und hätten Mitarbeiter des MfS massakriert und mitunter deren Familienangehörige gleich mit. Ausleben der niedrigsten Instinkte ohne Strafe zu befürchten, würde ich sagen. Das wären Leute gewesen, die mehrheitlich selbst wahrscheinlich den geringsten persönlichen Grund gehabt hätten, solche Taten zu begehen.



Da können ja eigentlich alle Schabowski dankbar sein, dass er sich am 9.November 1989 verplappert hat. Denn da habe alle ihre alten Waffen weg geschmissen und sind rüber um sich mit Bananen und Kaffee, direkt vom LKW in de Massen geworfen, neu zu bewffnen.

@DoreHolm ich habe Dich immer als einen User geschätzt, der mt Schilderungen aus dem eigenen Erleben beüht war, Sachlichkeit in die Diskussionen zu brungen.

Zugegeben ich war jetzt auch unsachlich. Aber Dein Pauaschalurteil über die Menschen, deren Unzufriedenheit zum Teil in Zorn umschlug, kann ich einfach nicht so stehen lassen. Das der eine oder andere Angst hatte. "an der Laterne aufgeknüpft zu werden", ist das eine. Das andere sind doch Spekulationen. Oder gibt es dazu Zeitzeugenberichte?

Moskitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 26.02.2016 10:13 | nach oben springen

#133

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 10:27
von Ebro | 565 Beiträge

@Gert, man sollte nicht immer so absolut sein. von wegen das interessiert bei den Eingeborenen keine Sau.

2 Beispiele:

-Vorstellungsgespräch, ich gehe in das Zimmer, der Personaler steht auf, guckt mich einige Sekunden an und sagt:" So sieht also ein ehemaliger Offizier der Stasi aus. Wollte ich nur mal sehen-und jetzt können Sie wieder gehen!"


- Firmenchef und Personaler kommen in meinen Arbeitsbereich.
Wir haben nochmal ihre Unterlagen durchgesehen, sie haben studiert; sie waren Offizier bei der Stasi-sind also qualifiziert und können sich durchsetzen, wir bieten Ihnen den Posten als Betriebsleiter an.
(der andere Betriebsleiter wurde 3 Tage vorher entlassen)

So verschieden ist es, also nix mit "interessiert keine Sau!



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#134

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 11:13
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #122
Ich versichere Dir im Namen der Deiner, der unserer Sache Treuen....

Die oben von Willi Opitz gemachte Aussage ist eigentlich schon Antwort genug auf die Ausgangsfrage des Themas !

Der Sache Milkes Treuen .
Da gab es mal im Forum die Anfrage nach Stasiseilschaften , wurde verneint .
Sollte man die Frage evtl. anders formulieren und nach den Treuen des Genossen Minister Mielke fragen .
Wer ist mit der oben gemachten Aussage des Opitz gemeint ?
@Alfred , fühlst du dich von Genosse Opitz angesprochen ?

B208



Wer sind Milkes Treuen ? Milka kenn ich ! st mir aber zu süss !


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#135

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 11:38
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Ebro im Beitrag #133
@Gert, man sollte nicht immer so absolut sein. von wegen das interessiert bei den Eingeborenen keine Sau.

2 Beispiele:

-Vorstellungsgespräch, ich gehe in das Zimmer, der Personaler steht auf, guckt mich einige Sekunden an und sagt:" So sieht also ein ehemaliger Offizier der Stasi aus. Wollte ich nur mal sehen-und jetzt können Sie wieder gehen!"


- Firmenchef und Personaler kommen in meinen Arbeitsbereich.
Wir haben nochmal ihre Unterlagen durchgesehen, sie haben studiert; sie waren Offizier bei der Stasi-sind also qualifiziert und können sich durchsetzen, wir bieten Ihnen den Posten als Betriebsleiter an.
(der andere Betriebsleiter wurde 3 Tage vorher entlassen)

So verschieden ist es, also nix mit "interessiert keine Sau!


das mag in Firmen wo Sicherheit gefragt ist, so sein, will ich gar nicht in Abrede stellen. Aber für die Bevölkerung allgemein ist meine Aussage gültig. Das, was du berichtest, ist die berühmte Ausnahme die die Regel bestätigt. Der im ersten Beispiel genannte Personaler könnte auch ein ehemaliger DDR Bürger sein, der geflüchtet oder freigekauft wurde, die Bemerkung lässt darauf schließen, dass da einer 'ne Rechnung mit euch offen hat.


.
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zuletzt bearbeitet 26.02.2016 11:38 | nach oben springen

#136

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 12:09
von Ebro | 565 Beiträge

Nee, da liegste falsch.
Der Personaler war ein Urwessi und es handelte sich in beiden Fällen um Firmen der Stahlbranche.
Aber is ja auch völlig egal.....!
Wollte Dir ja nur ein anderes Beispiel entgegenhalten.



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#137

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 15:03
von Zange | 395 Beiträge

Um auf den Titel dieses Threads zurück zu kommen.

Ich bin wahrlich keine Fachmann für die "Gauck-Behörde", bin jedoch schon der Meinung, dass man sie nach über einem Vierteljahrhundert Deutscher Einheit schließen könnte.

Nun ist so etwas jedoch leider nicht so einfach. Die öffentliche Verwaltung ist wie ein Krebsgeschür, welches sich ständig vergrößert. Es droht die Gefahr der Verselbständigung.

Es gibt nicht wenige staatliche Stellen, die nur existieren, weil sie eben da sind.

Es gibt in der BStU sicherlich eine Menge lukrativer Arbeitsplätze, auf denen sich ohne viele Mühe das gute Geld verdienen lässt.

Ich kann mir nicht vorstellen, dass wir hier das Ende dieser Behörde noch miterleben warden.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
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#138

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 15:22
von B208 | 1.339 Beiträge

und @Alfred bleibt stumm !


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#139

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 15:36
von DoreHolm | 7.695 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #132
Zitat von Gert im Beitrag #127
[quote=DoreHolm|p525753][quote]
Das stimmt m.E. nur z.T. Ja, das MfS wurde undifferenziert von interessierten DDR-Bürgern als DER Schuldige allen Übels aufgebaut. Einmal ein Teil derer, die sich als für die Bürgerrechte eintretend gebärdeten, zum Anderen auch einige hohe Parteifunktionäre, die von ihrem eigenen Versagen ablenken wollten. Also eigentlich Gegner, aber mit gleichen Zielen. Machen wir uns nichts vor, wenn es die Situation ergeben hätte, wären bewaffnete marodierende Banden von Adresse zu Adresse gegangen und hätten Mitarbeiter des MfS massakriert und mitunter deren Familienangehörige gleich mit. Ausleben der niedrigsten Instinkte ohne Strafe zu befürchten, würde ich sagen. Das wären Leute gewesen, die mehrheitlich selbst wahrscheinlich den geringsten persönlichen Grund gehabt hätten, solche Taten zu begehen.



Da können ja eigentlich alle Schabowski dankbar sein, dass er sich am 9.November 1989 verplappert hat. Denn da habe alle ihre alten Waffen weg geschmissen und sind rüber um sich mit Bananen und Kaffee, direkt vom LKW in de Massen geworfen, neu zu bewffnen.

@DoreHolm ich habe Dich immer als einen User geschätzt, der mt Schilderungen aus dem eigenen Erleben beüht war, Sachlichkeit in die Diskussionen zu brungen.

Zugegeben ich war jetzt auch unsachlich. Aber Dein Pauaschalurteil über die Menschen, deren Unzufriedenheit zum Teil in Zorn umschlug, kann ich einfach nicht so stehen lassen. Das der eine oder andere Angst hatte. "an der Laterne aufgeknüpft zu werden", ist das eine. Das andere sind doch Spekulationen. Oder gibt es dazu Zeitzeugenberichte?

Moskitschka



Grün: Moskwitschka, das ist kein Pauschalurteil. Ich meine NIE die Gesamtheit, sondern immer einen bestimmten Anteil der Akteure. Mit den "marodierenden Banden" bleibe ich bei meiner Ansicht, daß es diese gegeben hätte, wenn sie die Gelegeheit dazu gehabt hätten. Das leite ich ab aus den Geschehnissen aller Umstürze, die sich in der jüngeren Geschichte in der Welt abgespielt haben, auch hier in Europa. Warum sollen Deutsche hier friedfertiger sein ? Auch meine eigenen Erfahrungen zur Wendezeit ließen sowas befürchten. Ich hatte es schon mal geschrieben, aber mir wurde in dieser Zeit, also noch alles drunter und drüber ging, von zwei Kollegen, die sich nicht besonderer Arbeitsleistungen
hatten rühmen können, sinngemäß gesagt "Dich kriegen wir auch noch !" Was meinst du wohl, was sie damit meinten ? Das sind gewiss keine Einzelfälle und es genügt, wenn auch nur Einer von Eintausend so handeln würde. Erfurt hat 200.000 Einwohner, also ein Mob von 200 rachsüchtigen und zu allen Gräueltaten fähiger Akteure mit einer Liste in der Hand und eine verunsicherte und daher untätige Polizei ? Wäre das wirklich so unvorstellbar ? Es gehört schon eine Portion Gutgläubigkeit dazu, um eine solche Situation als unmöglich zu sehen.

IM Kressin in #131: Ja, stimmt erst mal. Die SPD war damals der Verhinderer einer sachlichen Aufarbeitung in Anbiederung an die vermeintlich durchgängig stasiverachtende Masse der DDR-Bürger. Allerdings hat die CDU anschließend auch nichts getan, obwohl an der Regierungsmacht, hier Realpolitik in der Durchführung zu betreiben und sich recht schnell damit arangiert.



der 39., IM Kressin und Ebro haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#140

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 26.02.2016 16:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #132


Zugegeben ich war jetzt auch unsachlich. Aber Dein Pauschalurteil über die Menschen, deren Unzufriedenheit zum Teil in Zorn umschlug, kann ich einfach nicht so stehen lassen. Das der eine oder andere Angst hatte. "an der Laterne aufgeknüpft zu werden", ist das eine. Das andere sind doch Spekulationen. Oder gibt es dazu Zeitzeugenberichte?

Moskitschka



Bevor du dich hier weiter mit deinem "das hätte es bei uns nicht gegeben" solltest du dich mal mit den Exzessen des marodierenden Pöbels in Budapest während der Ereignisse im November 1956 ausführlich befassen.
Da haben genau solche Leute denen du das vehement absprichst mittels Lynchjustiz Mitarbeiter staatlicher Organe zu Tode gebracht.
Du scheinst nicht zu ahnen wozu eine entfesselte, von allen Hemmungen befreite, Menge fähig ist.

Nostalgiker

PS.: Und wenn dir das zu weit in der Vergangenheit liegt dann lies das Buch "Secondhand-Zeit" von Swetlana Alexijewitsch. Da kannst du detailliert nachlesen wie sich in den Provinzen der Nach Sowjet Zeit Ethnische Gruppen welche zuvor friedlich miteinander lebten plötzlich in Progromen gegenseitig abschlachteten .....
Wenn dir zumindest bei diesen Schilderungen nicht der Atem stockt, dann ist dir wirklich nicht mehr zu helfen.
Ich habe mich im wahrsten Sinne des Wortes durch dieses Buch gequält weil es einen nicht kalt lassen kann und eindrucksvoll schildert wozu die "Bestie" Mensch fähig sein kann.
Und sowas wie in den ehemaligen Sowjetrepubliken könnte überall auf der Welt passieren und es passiert. Nur interessiert es wie damals auch heute keinen in Europa .....


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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