#421

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 10:09
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Zitat von DoreHolm im Beitrag #420
Ich kann mich nicht erinnern, daß mein Vater oder ich deshalb jemals irgendwelche Nachteile hinnehmen mußte. Selbst Honi hat irgendwann mal sinngemäß gesagt, daß es nicht entscheidend ist, welchen Sender ein bürger hört/sieht.
Also sperrbrecher, ball flach halten. Auch andere User haben ihre Erinnerungen und allenfalls Altbundesbürger oder auch die Jugend von heute glauben und verallgemeinern das, was Du da erzählst.


Womit wir weder beim "klassischen" Problem waeren, dass es "die" DDR und "die" Massnahmen nicht gab:
Bei ueber 17 Millionen Einwohnern und 40 Jahren Geschichte hat jeder Menschen zu jeder Zeit in jeder Region und in jedem Umfeld andere Erfahrungen gemacht. Oder wie ein Nutzer immer so schoen schreibt: Es gab in der DDR nichts, was es nicht gab!

Der Eine konnte offen vor Augen der Offiziellen Dinge tun, die der Andere (an anderem Ort, zu anderer Zeit) nicht einmal denken durfte.
Luegt deswegen einer? Nein! Erfahrungen sind subjektiv, jeder Buerger hat andere Dinge erlebt.

Das faengt doch schon damit an, wenn mir Freunde oder Verwandte erzaehlen, was vor oder nach Umzuegen in andere Regionen der DDR (oder gar zur Trasse) ging oder nicht mehr ging (je nachdem).

Aber genau diese Facetten bestaetigen, wie wichtig es ist, die BStU weiter zu betreiben und weiter die Details zu klaeren - gibt ja noch genug unterlagen. Mir ist jeder Euro, der fuer die BStU ausgegeben wird, lieber als Geld, das in die Ruestung fliesst und Elend ueber Menschen bringt.

Zumal es ja auch durchaus Opfer gibt, die sich mit Tatern unterhalten haben und diese verstehen wollen, sie nicht verurteilen, sondern ihnen im Zweifel vergeben und sagen, dass das eben damals so war. Und es gibt ja auch Taeter, die damals ueberzeugt waren, das Richtige zu tun und spaeter erkannt haben, dass es eben nicht immer richtig war (Das gibt es uebrigens in fast jedem Beruf...).

Gruss vom

B. S.


DoreHolm und Sperrbrecher haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#422

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 12:01
von zast (gelöscht)
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Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!


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#423

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 12:04
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #422
Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!



Du nun wieder.

Arbeite doch mit deinen Freunden erst mal die Geschichte von BND und Co auf, da haste genug zu schaffen.
Da könnten übrigens auch die Unterlagen der BStU helfen.


Signalobermaat und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#424

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 12:15
von zast (gelöscht)
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Zitat von Alfred im Beitrag #423
Zitat von zast im Beitrag #422
Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!



Du nun wieder.

Arbeite doch mit deinen Freunden erst mal die Geschichte von BND und Co auf, da haste genug zu schaffen.
Da könnten übrigens auch die Unterlagen der BStU helfen.


Jeder, der so vehement über jeden Artikel in diesem Thema reagiert, steht psyhisch unter starkem Druck. Vergangenheitsbewältigung ist sehr schwierig. Man nennt so etwas Posttraumatische Belastungsstörung. Vielleicht solltest Du einmal einen Deiner ehemaligen Politoffiziere aufsuchen. Wie ich bei anderen Themen gelesen habe, konnten die immer helfen.


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#425

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 12:23
von passport | 2.632 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #422
Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!



Gilt der "rechtschaffende Mensch" auch für Dich @zast ? Die Zusammenarbeit vom Bundeszoll / BGS und den westlichen GD ist doch Insidern allgemein bekannt ! Darüber kannst Du gerne hier berichten. Auch wo Du deine Täterspuren hinterlassen hast
Immer erst die eigene Geschichte aufarbeiten als mit den Fingern auf andere zeigen


passport


damals wars, Signalobermaat, Fritze und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#426

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 12:23
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #420

Mir scheint, Du sprichst von den 50er Jahren.

Das war Ende der 50er Jahre.

Zitat
Selbst Honi hat irgendwann mal sinngemäß gesagt, daß es nicht entscheidend ist, welchen Sender ein bürger hört/sieht.


Der war damals noch oberster FDJ-Führer.

Zitat
Also sperrbrecher, ball flach halten. Auch andere User haben ihre Erinnerungen und allenfalls Altbundesbürger oder auch die Jugend von heute glauben und verallgemeinern das, was Du da erzählst.


Anscheinend betrachtete man es zur damaliger Zeit doch nicht als so nebensächlich, sonst hätte man es wohl kaum in der Akte festgehalten.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


zuletzt bearbeitet 15.03.2016 12:32 | nach oben springen

#427

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 13:14
von zast (gelöscht)
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Zitat von passport im Beitrag #425
Zitat von zast im Beitrag #422
Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!



Gilt der "rechtschaffende Mensch" auch für Dich @zast ? Die Zusammenarbeit vom Bundeszoll / BGS und den westlichen GD ist doch Insidern allgemein bekannt ! Darüber kannst Du gerne hier berichten. Auch wo Du deine Täterspuren hinterlassen hast
Immer erst die eigene Geschichte aufarbeiten als mit den Fingern auf andere zeigen


passport


Wenn ich mich erdreisten würde mit Fingern auf andere zu zeigen, so müßte ich mich zum Kreis derer zählen die Dreck am Stecken haben. Ich weise darauf hin, daß Taten Spuren hinterlassen haben. Und wenn hierbei die von Dir genannten Gruppen diesen oben genannten Dreck am Stecken haben, so müssen sie auch dafür gerade stehen.
Egal was ich schreibe, es melden sich immer die gleichen 3 oder 4 Nutzer dieses Forum zu Wort. Der eine tritt für den anderen ein. Es kommt mir so vor, als wären die alten Gemeinschaften immer noch aktiv.


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#428

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 13:21
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat @zast

Wenn ich mich erdreisten würde mit Fingern auf andere zu zeigen, so müßte ich mich zum Kreis derer zählen die Dreck am Stecken haben. Ich weise darauf hin, daß Taten Spuren hinterlassen haben. Und wenn hierbei die von Dir genannten Gruppen diesen oben genannten Dreck am Stecken haben, so müssen sie auch dafür gerade stehen.
Egal was ich schreibe, es melden sich immer die gleichen 3 oder 4 Nutzer dieses Forum zu Wort. Der eine tritt für den anderen ein. Es kommt mir so vor, als wären die alten Gemeinschaften immer noch aktiv.[/quote]

Ist die Kritik unberechigt? Ich glaube nein.
Gerd


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#429

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 14:54
von der 39. | 522 Beiträge

Zum Beitrag von Grenzerhans.
Habe schon an anderen Stellen hier im Forum dazu geschrieben, also nur kurz. Ich stamme aus dem Westen, wo ich auch bis 1945 gelebt habe. Mein Vater war ein hoher Offizier beim SD. Mein Stiefvater war bei Gestapo. Ich bin nicht nach Essen zurück, weil ich von dem Tun meiner Väter nichts wissen wollte. Habe mich bis zum Hptm und Batl-Kdr entwickelt und wurde dann abgeschossen. Begründung offiziell: Du verhältst Dich unmoralisch, wir können es uns nicht leisten, dass der Westen mit Fingern auf uns zeigt, weil die Söhne der Nazis höhere Offz.-Funktionen bekleiden.
Begründung lt Stasi-Akte: S. steht im Verdacht ein Agent des BND zu sein, er muss aus der Truppe entfernt werden( weiss ich erst aus meiner Akte)
Nach dem Studium positive Entwicklung im Chemieanlagenbau, beim Vorschlag meines Direktors, die Funktion des Technischen Direktors zu übernehmen, wieder ausgebremst und meine bisherige Tätigkeuit verloren und auf eine Nebenfunktion abgeschoben.. Auch hier Begründung: Vater , enge Bindung zum Westen, Verdacht... alles wie gehabt Zweimal mein Leben fast zerstört, dabei war ich ein überzeugter Kommunist und habe das letztlich nur wegstecken können durch meine tiefe Überzeugung, nie etwas Unrechtes getan zu haben Nur die vielen kleinen und großen Lügen in den Akten, es sind immerhin 3 dicke Ordner, damit bin ich heute noch nicht fertig und werde die Wut darauf wohl mit ins Grab nehmen, jedenfalls will ich mich nicht mehr dazu äussern, es geht mir einfach zu nahe.
Der 39.


Ebro, Hackel39, Büdinger, matloh, DoreHolm, vs1400, Lutze und Hanum83 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#430

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 15:26
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #424
Zitat von Alfred im Beitrag #423
Zitat von zast im Beitrag #422
Alfred kommentierte über die Tätigkeit der BStU und die Berichterstattung darüber: Aber rund 25 Jahre einseitiges Medienfeuerwerk hinterlassen nun mal Spuren.
Dazu gibt es nur eine Antwort der rechtschaffenden Menschen in diesem Land: Eure Taten haben diese Spuren hinterlassen!



Du nun wieder.

Arbeite doch mit deinen Freunden erst mal die Geschichte von BND und Co auf, da haste genug zu schaffen.
Da könnten übrigens auch die Unterlagen der BStU helfen.


Jeder, der so vehement über jeden Artikel in diesem Thema reagiert, steht psyhisch unter starkem Druck. Vergangenheitsbewältigung ist sehr schwierig. Man nennt so etwas Posttraumatische Belastungsstörung. Vielleicht solltest Du einmal einen Deiner ehemaligen Politoffiziere aufsuchen. Wie ich bei anderen Themen gelesen habe, konnten die immer helfen.



1., habe ich keine Probleme. 2. gab es im MfS keine Politoffiziere.


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#431

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 16:05
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #429
Zum Beitrag von Grenzerhans.
Habe schon an anderen Stellen hier im Forum dazu geschrieben, also nur kurz. Ich stamme aus dem Westen, wo ich auch bis 1945 gelebt habe. Mein Vater war ein hoher Offizier beim SD. Mein Stiefvater war bei Gestapo. Ich bin nicht nach Essen zurück, weil ich von dem Tun meiner Väter nichts wissen wollte. Habe mich bis zum Hptm und Batl-Kdr entwickelt und wurde dann abgeschossen. Begründung offiziell: Du verhältst Dich unmoralisch, wir können es uns nicht leisten, dass der Westen mit Fingern auf uns zeigt, weil die Söhne der Nazis höhere Offz.-Funktionen bekleiden.
Begründung lt Stasi-Akte: S. steht im Verdacht ein Agent des BND zu sein, er muss aus der Truppe entfernt werden( weiss ich erst aus meiner Akte)Nach dem Studium positive Entwicklung im Chemieanlagenbau, beim Vorschlag meines Direktors, die Funktion des Technischen Direktors zu übernehmen, wieder ausgebremst und meine bisherige Tätigkeuit verloren und auf eine Nebenfunktion abgeschoben.. Auch hier Begründung: Vater , enge Bindung zum Westen, Verdacht... alles wie gehabt
Zweimal mein Leben fast zerstört, dabei war ich ein überzeugter Kommunist und habe das letztlich nur wegstecken können durch meine tiefe Überzeugung, nie etwas Unrechtes getan zu haben Nur die vielen kleinen und großen Lügen in den Akten, es sind immerhin 3 dicke Ordner, damit bin ich heute noch nicht fertig und werde die Wut darauf wohl mit ins Grab nehmen, jedenfalls will ich mich nicht mehr dazu äussern, es geht mir einfach zu nahe.
Der 39.


Weder will ich in offenen Wunden stochern, noch Sachverhalte hinterfragen aber wenn ich es richtig verstanden habe, ist also jener IM aus der Akte unkenntlich.
Betraf das alle IM oder sind auch einige nicht geschwärzt bzw. kannst Du aus dem Zusammenhang heraus "Verdächtige" einkreisen und was heißt "aus der Truppe entfernen".. ist hier der Zusammenhang mit der Tätigkeit im Chemieanlagenbau gemeint ?
Wer hat dann die vakante Stelle bekommen und warum hat die Stimme eines Direktors bei der Protektion eines Kandidaten so wenig Gewicht ?
Wenn Du drei Ordner mit Dokumenten aus der Vergangenheit abzuarbeiten hast, ist das eine Mammutaufgabe die aber sehr aufschlußreich für die eigene Biografie sein dürfte und ich hoffe, daß Du noch genügend Kraft und Zeit für diese Aufarbeitung haben wirst, vielleicht schwindet dabei ja sogar die Wut. Die ist ein schlechter Begleiter.
Meine Wut über den Frontalangriff auf meine Arbeiterehre durch die DB vor zehn Jahren wurde innerhalb von zwei Wochen restlos in Energie für die konkurrierende neue Firma umgewandelt, vielleicht gelingt Dir so etwas ja auch.



vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#432

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 16:32
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #429
Ich stamme aus dem Westen, wo ich auch bis 1945 gelebt habe. Mein Vater war ein hoher Offizier beim SD. Mein Stiefvater war bei Gestapo. Ich bin nicht nach Essen zurück, weil ich von dem Tun meiner Väter nichts wissen wollte. Habe mich bis zum Hptm und Batl-Kdr entwickelt und wurde dann abgeschossen. Begründung offiziell: Du verhältst Dich unmoralisch, wir können es uns nicht leisten, dass der Westen mit Fingern auf uns zeigt, weil die Söhne der Nazis höhere Offz.-Funktionen bekleiden.
Begründung lt Stasi-Akte: S. steht im Verdacht ein Agent des BND zu sein, er muss aus der Truppe entfernt werden( weiss ich erst aus meiner Akte)
.


Ich trenne mal menschlich und kaderpolitisch. Menschlich kann ich Deine Enttäuschung und Deinen Ärger verstehen. Kaderpolitisch ist diese Entscheidung für mich schon aus rein präventiven Aspekten nachvollziehbar. Zu Bedenken gilt auch, dass Gehlen solche Leute wie Deinen Vater und Deinen Stiefvater gezielt in seine Reihen geholt hat, mit dem unmissverständlichen Auftrag, ihre Verbindungen in die "Soffjetzone" nachrichtendienstlich zu nutzen. Dem konnte nicht jeder Angesprochene widerstehen. Beispiele gibt es zur Genüge, mit harten Strafen für die Betroffenen. Ich weiß, dass es komisch klingt aber so konntest Du nicht in die Verlegenheit kommen.



vs1400 hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#433

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 16:54
von Moskwitschka | 2.529 Beiträge

Also jetzt @der 39. mit Kaderpolitik zu kommen und es mit dem Schutz seiner Person zu begründen liest sich für mich wie eine nachträgliche Verhöhnung eines Menschen, auf dessen persönliche Entwicklung so massiv Einfluß genommen wurde.

Ich möchte nicht wissen wieviele nach 1945 ihren Lebenslauf "geschönt" haben und damit gut durch gekommen sind und am Ende vielleicht noch als leuchtendes Beispiel für eine gelungene sozialistische Erziehung hingestellt wurden.

Moskwitschka


„Nichts ist schwieriger und nichts erfordert mehr Charakter, als sich im offenen Gegensatz zu seiner Zeit zu befinden und laut zu sagen: Nein!“

Kurt Tucholsky

zuletzt bearbeitet 15.03.2016 17:01 | nach oben springen

#434

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 17:02
von Merkur | 1.018 Beiträge

Zitat von Moskwitschka im Beitrag #433
Also jetzt @der 39. mit Kaderpolitik zu kommen und es mit dem Schutz seiner Person zu begründen liest sich für mich wie eine nachträgliche Verhöhnung eines Menschen, auf dessen persönliche Entwicklung so massiv Einfluß genomen wurde.

Ich möchte nicht wissen wieviele nach 1945 ihren Lebenslauf "geschönt" haben und damit gut durch gekommen sind und am Ende vielleicht noch als leuchtendes Beispiel für eine gelungene sozialistische Erziehung hingestellt wurden.

Moskwitschka


Es liegt mir fern, irgendjemanden zu verhöhnen. Es ging mir einzig und allein darum, auf die realen Gegebenheiten der damaligen Zeit zu verweisen. So war es damals, ob man es schön findet, ist eine andere Sache, auf das menschliche wies ich hin. Und ich bitte nicht gänzlich auszuklammern, dass an dieser menschlich unschönen Entwicklung nicht nur die DDR Anteil hatte. Eine Medaille hat bekanntlich zwei Seiten. Und umgekehrt wärst Du wohl auch bei der BW nicht Bataillonskommandeur geworden, wenn Dein Vater die Komintern-Schule in Moskau absolviert hätte und der Stiefvater im M-Apparat der KPD war. Das hätte der MAD sicher zu verhindern gewusst.
Zustimmung für den zweiten Absatz, ist aber ein anderes Thema.



Ebro, Signalobermaat, Pitti53, vs1400 und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 15.03.2016 18:28 | nach oben springen

#435

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 15.03.2016 19:24
von der 39. | 522 Beiträge

Hallo Hackel 39,
Ich habe alle IMs in meinen Akten nur mit dem IM Decknamen lesen können.. Aus der Vielzahl habe ich 7 IMs ausgewählt und den Antrag auf Bekanntgabe der Klarnamen gestellt. Von einem aus dem Chemieanlagenbau, aus meiner Abteilung, bekam ich den Klarnamen mitgeteilt, den ich eigentlich schon wusste oder ahnte. Auf die anderen warte ich seit Jahren, trotz Erinnerung bei der Stasibehörde.
Der 39.


Hackel39 und Georg haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#436

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.03.2016 10:04
von Georg | 1.010 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #435
Hallo Hackel 39,
Ich habe alle IMs in meinen Akten nur mit dem IM Decknamen lesen können.. Aus der Vielzahl habe ich 7 IMs ausgewählt und den Antrag auf Bekanntgabe der Klarnamen gestellt. Von einem aus dem Chemieanlagenbau, aus meiner Abteilung, bekam ich den Klarnamen mitgeteilt, den ich eigentlich schon wusste oder ahnte. Auf die anderen warte ich seit Jahren, trotz Erinnerung bei der Stasibehörde.
Der 39.


Hallo !
Wie Du schreibst, wartest Du seit Jahren auf die Klarnamen. Meine Frage, sicherlich etwas naiv, was ändert sich, wenn Du über die Klarnamen verfügst ? Wie geht es dann weiter ?
Selbst hab ich noch keinen Antrag auf Einsicht gestellt. Werde es auch nicht machen. Ich möchte meinen Mitmenschen frei, offen und unbefangen gegenübertreten.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#437

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.03.2016 16:13
von der 39. | 522 Beiträge

Hallo Georg,
das ist zu kurz gedacht. Gewissheit ist Befreiung, Verdacht eine ewige schwere Qual. Möglicherweise kann das nur nachemfinden, wer selbst in solcher Situation steckt und es absolut kein anderse Mittel gibt, sich von Ungewissheit zu befreien.
Der 39.


Sperrbrecher und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#438

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 17.03.2016 16:32
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von BautznerSenf im Beitrag #421
: Es gab in der DDR nichts, was es nicht gab!...

Manches aber nur für Westgeld.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#439

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.03.2016 17:39
von Ratze | 397 Beiträge

Moin
Im Bezirk Schwerin wurde 89/90 die gesamte Decknamenkartei vernichtet und wird nun langsam wiederhergestellt. Deshalb gibt es hier im Norden Probleme mit der „Enttarnung“ der IM`s. Dies erfuhr ich bei einem Besuch in der vergangenen Woche in Görslow der Außenstelle in MV.
Wenn man mal in einem dieser Außenstellen einen Archivbesuch macht, kann man, bei der einem engagierten Betreuer, viel lernen über die Arbeit im Archiv und die Außenstände, die noch nicht erschlossen sind. Für mich neu und überraschend war, dass noch immer viele Akten nicht erschlossen sind und dass es bis zu drei Jahren dauern kann, bis eine Akteneinsicht erfolgt, weil diese Akten genau kontrolliert werden müssen ob datenschutzrechtlich die Rechte Dritte ggf. verletzt werden.
Ich rege an, einmal dort einen Besuch zu machen. Ich für meinen Teil stimme für Erhalt der Behörde. Ob nun unter der Regie von Jahn, Wiederwahl wird wohl gerade vorbereitet, im Anschluss als Stiftung oder als Außenstelle des Bundesarchivs ist mit egal. Wichtig ist die Aufarbeitung und Öffnung der Quellen.
Die Außenstelle in Görslow hat am 02.04. einen großen Ausstellungstag. Vielleicht sieht man sich, Austellungsthema gibt es auf der Internetseite der Behörde.
Ratze


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#440

RE: Können wir uns nach 25 Jahren die BStU noch leisten

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 21.03.2016 18:17
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

wer soll dies denn erledigt haben ?

Das höre ich zum ersten mal. Und jetzt nach 25 Jahren fängt man damit an ? Unlogisch.

Die Kartei ist doch überhaupt nicht notwendig, da in den Akten Name und Deckname und die entsprechende Registriernummer steht.

Und auch im zentralen Speicher müsste was zu finden sein.


zuletzt bearbeitet 21.03.2016 18:18 | nach oben springen



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