#201

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:17
von Alfred | 6.841 Beiträge

Das war nicht die Frage.

Es ging darum, ob alle Druckerzeugnisse in die BRD eingeführt werden durften. Oder gab es nicht auch Artikel die "gesperrt" waren.


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#202

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:27
von Stringer49 | 700 Beiträge

Ich spreche ausschliesslich von den Jahren, als die D.D.R. existierte.

Ich kann mich nicht erinnern, dass in Dover, Newhaven oder auch in Calais oder Dieppe gefragt wurde, welche Bücher oder Periodika ich hatte. So besitze ich noch immer Werke voll mit marxistisch-leninistischer Ideologie, gekauft hier oder aus dem Ausland geschickt.

Die Zollbeamten interessierten sich für Drogen, grosse Alkoholvolumen, Zigaretten und, das ist schon länger her, Schweizer Uhren zum Beispiel. Es ging also immer um fiskalische Interessen. Das ist der Teil der Hinweisblätter der Damen und Herren von D.D.R.-Zoll, welchen ich gut verstehe: Schutz der fiskalischen Souveränität und - in einem zentralistischen geplanten Wirtschaftssystem ist das logisch ! - der Mangelgüter.

Die Angst vor anderen, nicht konformen Gedanken steht, so meine ich, in grosser Opposition zu dem stets reklamierten politischen Bildungsstand der Menschen in der D.D.R. Wenn, wie die Menschen dort lernten, die Arbeiterklasse und ihre Partei über die einzige (ein stets gefährlicher Anspruch, nicht wahr!) wissenschaftlich fundierte Erklärung der Welt verfügten, wozu dann Angst vor Kritik oder anderen Sichtweisen ?

Es ist wohl so, dass die Verbote westlicher Literatur (@Alfred hat wohl recht, wenn er sagt, dass diese Verboten in den finalen Jahren der D.D.R. erleichtert wurden) konform sind zur Zensur, eine Institution, welche offiziell nicht existierte. Ich empfehle dazu die (nicht ganz leichte) Lektüre von « Walther Joachim: Sicherungsbereich Literatur. Schriftsteller und Staatssicherheit in der Deutschen Demokratischen Republik. Verlag Ch. Links (Berlin) 1996: ISBN 3-86153-121-6. Der ehemalige D.D.R.-Schriftssteller hat eine sehr profunde Darstellung dieser Frage verfasst.

Es gibt noch ein anderes Problem. Die D.D.R. Sprache war sehr determiniert von sprachlichen Strukturen, präzisen Begriffen oder Wortgruppen. Ihr Fehlen oder Ihr Ersetzen durch andere Wörter konnte Zweifel, ja Verdacht provozieren: « Der Vorsitzende des Staatsrates der Deutschen Demokratischen Republik und Generalsekretär des Zentralkomitees der Sozialistischen Einheitspartei Deutschlands, der Genosse Erich Honecker ...» versus « Staatschef Honecker » (bitte nicht sagen, dass das Wort Chef böse sei - warum gab es dann den Chef der Deutschen Volkspolizei ??) oder so ein gefährliches Wort wie « Nonkonformismus » ...

Diese Sprachstrukturen ermüden und sie schaffen ein Ritual. Rituale können wir automatisch (unbewusst) ausführen und sie ersetzen das Nachdenken über bestimmte Dinge. Hinzu kommt die hölzerne, vorproduzierte Sprechweise (selbst hier war es zu spüren : Georges Marchais in einer Fernsehdiskussion mit den französischen Journalisten* Duhamel und Elkabach: « Elkabach, vous venez avec vos questions et je viens avec mes réponses. Elkabach, Sie kommen mit Ihren Fragen und ich komme mit meinen Antworten.»

Dinge zum Nachdenken.

Stringer49

*Im Gegensatz zu dem Schulbuch der D.D.R., « English for you » (Warum die Autoren nicht unsere Regeln folgten und hier nicht einen grosses Y » setzten Weiss ich nicht) hat die C.P.G.B nach dem Krieg keine solche Rolle gespielt wie die P.C.F. von Thorez und Marchais. Lustig übrigens auch, dassdie Zeitung « Morning Star » in diesen Schulbüchern so dargestellt wurde, als ob es eine bedeutende Zeitung sei. Aber das ist ein anderes Topic...


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Kalubke und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 10.02.2016 15:14 | nach oben springen

#203

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:28
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #201
Das war nicht die Frage.

Es ging darum, ob alle Druckerzeugnisse in die BRD eingeführt werden durften. Oder gab es nicht auch Artikel die "gesperrt" waren.

Das hat doch überhaupt niemanden interessiert und ich kann mich auch nicht daran erinnern, dass ich irgendwann einmal bei der
Wiedereinreise aus der DDR vom westdeutschen Zoll oder dem Bundesgrenzschutz kontrolliert oder auch nur angesprochen worden bin.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#204

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:29
von 94 | 10.792 Beiträge

Die Frage, oder besser gesagt die Fragen kann man in #1 lesen:

Zitat
1) Wie waren gefüllte Ausweise? Schreibmaschine oder etwas anderes?

2) wie war die Farbe von Personalausweisen mit dem Brief "C"?

3) in der letzten Seite des Ausweises gibt es einige Räume für "zuruck sind". Wissen Sie was geht hier?

4) es gibt einige Seiten mit Räumen für "den Stellungswechsel" (veranderung). Wie ist der Zweck dieser Räume? Wenn jemand von einem BV bis einen anderen BV bewegt wurde, bekam er wirklich einen anderen Ausweis, oder das wurde im "veranderung" Raum geschrieben?

5) in der Nähe von der "veranderung" Linie gibt es einen Raum für die "Unterschrift und Marke" (uterschrift, siegel). Wissen Sie wer musste diesen Raum unterzeichnen?


Doch das spielt ja für unsere weinlichroten Auskenner und voll den Durchblick-Haber nun überhaupt keine Rolle, na egal. Da das Thema ja nun irgendwie Richtung Zensur drifftet, na dann mal diesen Link dazu ... xxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxxx


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


zuletzt bearbeitet 12.02.2016 07:59 | nach oben springen

#205

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:33
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #200
Westdeutsche Druckerzeugnisse fielen damals unter den Begriff "klassenfeindliche Schmierblätter".

Dieser Begriff ist von mir kreiert worden. Die damalige einheitliche DDR-Presse erfand solche u. ä. Begriffe massenweise um den Unterschied zwischen dem sozialistischen und dem imperialistischen System zu verdeutlichen.

Bürgern der Bundesrepublik Deutschland war es nicht verwehrt Druckerzeugnisse der DDR zu lesen.


Während meinen Untersuchungen habe ich den für die D.D.R. politisch korrekten Begriff gefunden : « Schund- und Schmutzliteratur ». Es sollte auch unter diesem Titel Kontrollen der persönlichen Sachen der Schüler gegeben haben (in Deutschland hätte man gesagt: jugendgefährdende Schriften - auch ein sehr weiter Begriff :-))

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#206

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:41
von Georg | 1.008 Beiträge

Jede Rechtsnorm, jeder Paragraph ist gepresster Wille/ Interesse der herrschenden Klasse. Bei der Formulierung kommt man nicht umhin zu verallgemeinern. Es sind die entsprechenden Kommentare, die erläutern. Es kann auch mal ne Doktorarbeit sein.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#207

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:43
von Sperrbrecher | 1.654 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #200

Bürgern der Bundesrepublik Deutschland war es nicht verwehrt Druckerzeugnisse der DDR zu lesen.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass man verschiedene DDR-Presseerzeugnisse an Zeitungskiosken
(z.B. im Hauptbahnhof Frankfurt) käuflich erwerben konnte. Abonnieren konnte man sie natürlich auch.
Umgekehrt war das wohl kaum möglich, sofern man nicht zu einem ausgesuchten und handverlesenen
Personenkreis in der DDR gehörte.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#208

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:50
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

OT
Ich habe vor 1974 am Kiosk die ,,Unsere Zeit,, gekauft


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#209

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:52
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #206
Jede Rechtsnorm, jeder Paragraph ist gepresster Wille/ Interesse der herrschenden Klasse. Bei der Formulierung kommt man nicht umhin zu verallgemeinern. Es sind die entsprechenden Kommentare, die erläutern. Es kann auch mal ne Doktorarbeit sein.



Satz 1: Ja, für die D.D.R. gewiss. Es gibt dann aber das Problem der Rechtsstaatlichkeit, welche für das D.D.R. Rechtssystem post mortem reklamiert wird.

Es stellt sich dann auch die Frage der Rolle der nicht öffentlichen Rechtsanwendung / Rechtserweiterung durch die Executive.

Die juristische Literatur der D.D.R. beschäftigt sich am Ende der D.D.R. verstärkt mit dem sozialistischen Rechtsstaat. Das alles aber ist anderes Topic.
Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


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#210

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 12:57
von Signalobermaat | 357 Beiträge

Beispiele zum Zwecke der Verdeutlichung sind im allgemeinen nicht schlecht,nur wenn man an einem Beispiel dann ein ganzes System charakterisieren will sollte man überlegen, ob das Sinn macht.
Z.B. Gert,er hat seit 51 Jahren keinen Kontakt mehr zum GD gehabt,den Bürger finde ich garantiert in der DDR auch und wir waren weit weniger Menschen.
Karnak,wenn ein MA so einenUnsinn macht,muß das ja nicht charakterisierend für das ganze MfS sein.Bei so riesigen Personalbeständen von Klappfixträgern in Ost und West, bin ich ziemlich Sicher,daß es in der ganzen Breite von einzelnen Personen Versuche einer mißbräuchlichen privaten Nutzung gab.
Ob es immer zum Ziel geführt hat,der Nachteil, wenn es bekannt wurde überwog deutlich, zumindestens in der DDR.
Ein Machtanspruch, wenn ich den Begriff mal so aufgreifen darf, ergab sich immer nur aus einer dienstlichen Aufgabe und dazu war ein Klappfix da, egal ob vom Zoll, VP , oder MfS oder sonstwem, auf der ganzen Welt.



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#211

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 14:02
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von thomas 48 im Beitrag #123
Ich versteh deinen Vorwurf nicht.
Es geht um den Ausweis und nicht um Privates.
Mich interessiert nicht um, ob M. viele Freunde hat oder hatte.
Ich möchte wissen welche Macht die Besitzer des K. hatten.

Nun habe ich erstmals auf diesen Beitrag reagiert.Im Speziellen auf den letzten Satz. Man könnte nun ohne große Mühe verfolgen wie der weitere Ablauf der Diskussion war,was ich dazu gesagt habe. Ist natürlich Wahnsinn in welcher Rolle ich am Ende gelandet bin.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#212

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 14:36
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von Duck im Beitrag #141
Zitat von thomas 48 im Beitrag #123
Ich versteh deinen Vorwurf nicht.
Es geht um den Ausweis und nicht um Privates.
Mich interessiert nicht um, ob M. viele Freunde hat oder hatte.
Ich möchte wissen welche Macht die Besitzer des K. hatten.


Zu mindestens mehr Macht bzw. Befugnisse wie Du mit Deinen Personalausweis Thomas.


Nur durch den Ausweis? Gar keine. Nüchtern gesehen. Macht oder Befugnisse gaben die jeweiligen Gesetze. Deren Anwendung hatte sich nach der Strafprozeßordnung beispielsweise bei der Strafverfolgung zu richten, Der Ausweis war nur die Legitimation, das, ob und in welchem Bereich der Inhaber dieses Ausweises einem staatlichen Untersuchungsorgan, einer Behörde angehörte. Für sich allein berechtigte solch ein Ausweis zu gar nichts. Der Inhaber musste sich an die Gesetze der DDR halten, an die Verordnungen und seine Dienstvorschriften. Genaugenommen gab das Vorzeigen des Ausweises dem jeweiligen Gegenüber die Möglichkeit, sich bei Mißbrauch zu beschweren. Denn er wußte dadurch über wen und wo.
Einzige Ausnahme davon war die Berechtigung seine Dienststelle zu betreten. Denn im Ausweis stand, wo man hinein durfte und wo man andernfalls auch nur ein "Irgendwer" war.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


thomas 48, passport und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#213

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 14:47
von BautznerSenf | 57 Beiträge

Hallo!

Zitat von Alfred im Beitrag #199
Aber zu den Zigaretten. Auch hier gilt, dass dies jedes Land selbst festlegen kann. Jedes Land legt selbst fest, ob welcher Artikel und in welcher Menge eingeführt werden darf, oder sehe ich dies falsch.


Im "westlichen Ausland" (also zumindest den mir bekannten westeurop. Staaten) war es so, dass man quasi ALLES einfuehren durfte.
Die Frage war eher, unter welchen Auflagen.

Zigaretten, Tabak und Spirituosen etwa konnte man in rauhen Mengen mitbringen - jedoch war nur ein kleiner Teil steuerfrei, d. h. der Rest musste nachversteuert warden.

Aehnlich war es mit "Druckerzeugnissen" aus den Niederlanden oder Skandinavien: Sie durften importiert werden, galten aber als jugendgefaehrdent, so dass ein Nachweis zu erbringen war, an wen sie gingen. Wenn sie z. B. offiziell importiert und an einschlaegige "Fachgeschaefte fuer Erwachsenenunterhaltung" geliefert wurden, konnte es i. O. sein, der Import "privat" jedoch konnte Aerger erregen, wenn es sich um "indizierte" Titel (der Bundespruefstelle fuer Jugendgefaehrdende Schriften) handelte - den der Haendler wurde ueberwacht, dass Material nicht an Minderjaehrige abgegeben wurde, der "Private" haette es evtl. Minderjaehrigen zugaenglich gemacht.

Oder nehmt: "Mein Kampf". Immer noch haelt sich das Geruecht, der Besitz sei verboten gewesen.
Nein! Das war er eben nicht!
Was aber verboten war, war die Veroeffentlichung (UrheberrechtsG; da hatte der Freistaat Bayern den Daumen drauf) bzw. die Zugaenglichmachung fuer Jugendliche (vgl. Bundespruefstelle fuer Jugendgefaehrdende Schriften).

Der Import von politischen Titeln aus der DDR oder der SU war nicht verboten - im Gegenteil, manche Schriften konnten gar abonniert werden.

Insofern also immer alles eine Frage der Anmeldung.
Theoretisch waere auch der Import von Waffen moeglich - wenn er den kontrolliert erfolgt(e).

Gruss vom

BautznerSenf


IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#214

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 15:24
von Georg | 1.008 Beiträge

Zitat von Stringer49 im Beitrag #209
Zitat von Georg im Beitrag #206
Jede Rechtsnorm, jeder Paragraph ist gepresster Wille/ Interesse der herrschenden Klasse. Bei der Formulierung kommt man nicht umhin zu verallgemeinern. Es sind die entsprechenden Kommentare, die erläutern. Es kann auch mal ne Doktorarbeit sein.



Satz 1: Ja, für die D.D.R. gewiss. Es gibt dann aber das Problem der Rechtsstaatlichkeit, welche für das D.D.R. Rechtssystem post mortem reklamiert wird.

Es stellt sich dann auch die Frage der Rolle der nicht öffentlichen Rechtsanwendung / Rechtserweiterung durch die Executive.

Die juristische Literatur der D.D.R. beschäftigt sich am Ende der D.D.R. verstärkt mit dem sozialistischen Rechtsstaat. Das alles aber ist anderes Topic.
Stringer49


weil Topic nur kurz:

Man sagt, daß Juristen alles begründen können.
- post mortem - hier nenne ich intellektuelle Leichenfledderei ! Als solches finde ich Leichenfledderei ekelhaft. Der Tote kann sich nicht mehr wehren. Steht Leichenfledderei nicht unter Strafe ? In diesem Fall wohl nicht - politische Leichenfledderei gehört mit zur Siegerjustiz.


Einen Dummen anzuhören ist anstrengender, als einen Klugen zu widersprechen. ( W.Eckert )
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#215

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 15:41
von Stringer49 | 700 Beiträge

Zitat von Georg im Beitrag #214
... Siegerjustiz.


Die Frage bleibt aber: Möchte ich eine politische Argumentation, dann ist das Wort zweifellos angebracht, oder möchte ich im Rahmen der Aufarbeitung der Geschichte bleiben.

Siegerjustiz gab es beispielsweise auch im Rahmen der sogenannten Waldheimer Prozesse oder immer dann, wenn Urteile bereits zuvor von der Executive (!) festgelegt waren. Die Arbeiterklasse war in diesem Jahren siegreich, ist es also schlecht, auch hier von Siegerjustiz zu sprechen ? Wenn dem so ist, verliert der Begriff ein wenig von seiner Polemik.

Das ist eine Frage. Sie hat ebenfalls Konsequenzen für den (wünsche ich mir) sachlichen Umgang mit den Klappfix(en ?) und jenen Militärs, welche sie vorzeigten.

Stringer49


Wenn das Wort das Mittel gegen die Stille und das Getöse ist, so ist die Flut der Wörter im Stakkato seine dialektische Umkehrung.


Georg hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#216

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 15:54
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #212
Zitat von Duck im Beitrag #141
Zitat von thomas 48 im Beitrag #123
Ich versteh deinen Vorwurf nicht.
Es geht um den Ausweis und nicht um Privates.
Mich interessiert nicht um, ob M. viele Freunde hat oder hatte.
Ich möchte wissen welche Macht die Besitzer des K. hatten.


Zu mindestens mehr Macht bzw. Befugnisse wie Du mit Deinen Personalausweis Thomas.


Nur durch den Ausweis? Gar keine. Nüchtern gesehen. Macht oder Befugnisse gaben die jeweiligen Gesetze. Deren Anwendung hatte sich nach der Strafprozeßordnung beispielsweise bei der Strafverfolgung zu richten, Der Ausweis war nur die Legitimation, das, ob und in welchem Bereich der Inhaber dieses Ausweises einem staatlichen Untersuchungsorgan, einer Behörde angehörte. Für sich allein berechtigte solch ein Ausweis zu gar nichts. Der Inhaber musste sich an die Gesetze der DDR halten, an die Verordnungen und seine Dienstvorschriften. Genaugenommen gab das Vorzeigen des Ausweises dem jeweiligen Gegenüber die Möglichkeit, sich bei Mißbrauch zu beschweren. Denn er wußte dadurch über wen und wo.
Einzige Ausnahme davon war die Berechtigung seine Dienststelle zu betreten. Denn im Ausweis stand, wo man hinein durfte und wo man andernfalls auch nur ein "Irgendwer" war.

Davon hat wohl kaum einer Gebrauch gemacht
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#217

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 16:05
von S51 | 3.733 Beiträge

Doch, na klar.
Ich habe mir während meines Dienstes drei oder vier Beschwerden eingefangen. Meine allererste bereits bei der ersten selbständigen Schicht damals bei der Absicherung der Sprengungen an der heutigen U-Bahnlinie 5 in Berlin am Tierpark. Als jemand partout nicht den Gefahrenbereich verlassen wollte.
Hatte auch selbst kein Problem damit, mich zu beschweren, wenn jemand seine Befugnisse mir gegenüber überschritten hat.


GK Nord, GR 20, 7. GK
VPI B-Lbg. K III


Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#218

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 16:07
von KARNAK | 1.690 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #212
Genaugenommen gab das Vorzeigen des Ausweises dem jeweiligen Gegenüber die Möglichkeit, sich bei Mißbrauch zu beschweren. Denn er wußte dadurch über wen und wo.


Die Möglichkeit gab es natürlich,dass MfS hatte ja sogar hoch offiziell Sprechzeiten an seinem Eingang stehen.Nun hatte der sich Beschwerende natürlich keinen Namen,der war auf der vorgezeigten Seite des Ausweises nicht zu lesen und abgeblockt hätte man es sicher auch erst mal.NUR,wäre die Beschwerde massiv gewesen,vielleicht sogar mehr als nur von einer Einzelperson und hätte sie eine Bedeutung in Richtung Amtsanmaßung gehabt und die"Firma" wäre dahinter gekommen um welchen Mitarbeiter es sich handelt,er hätte sich einen Haufen Ärger eingehandelt,wenn man das auch sicher intern geklärt hätte.Und so wird sich solches missbräuchliches Benutzen dieses Ausweises in Grenzen gehalten haben.


"Das Unglück ist,dass jeder denkt, der Andere ist wie er,und dabei übersieht, dass es auch anständige Menschen gibt."
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#219

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 16:29
von damals wars | 12.140 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #207
Zitat von zast im Beitrag #200

Bürgern der Bundesrepublik Deutschland war es nicht verwehrt Druckerzeugnisse der DDR zu lesen.

Ich kann mich auch noch daran erinnern, dass man verschiedene DDR-Presseerzeugnisse an Zeitungskiosken
(z.B. im Hauptbahnhof Frankfurt) käuflich erwerben konnte. Abonnieren konnte man sie natürlich auch.
Umgekehrt war das wohl kaum möglich, sofern man nicht zu einem ausgesuchten und handverlesenen
Personenkreis in der DDR gehörte.



Hatten wir schon mal. Die Bücher befreundeter Verlage konnte man durchaus erwerben, auch die Zeitung der DKP.
Auch Nachdrucke waren mitunter zu haben.
Zum Beispiel Erich Kuby Der Fall STERN und die Folgen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 10.02.2016 16:31 | nach oben springen

#220

RE: MfS klappfix

in Staatssicherheit der DDR (MfS) 10.02.2016 17:13
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von KARNAK im Beitrag #218
Zitat von S51 im Beitrag #212
Genaugenommen gab das Vorzeigen des Ausweises dem jeweiligen Gegenüber die Möglichkeit, sich bei Mißbrauch zu beschweren. Denn er wußte dadurch über wen und wo.


Die Möglichkeit gab es natürlich,dass MfS hatte ja sogar hoch offiziell Sprechzeiten an seinem Eingang stehen.Nun hatte der sich Beschwerende natürlich keinen Namen,der war auf der vorgezeigten Seite des Ausweises nicht zu lesen und abgeblockt hätte man es sicher auch erst mal.NUR,wäre die Beschwerde massiv gewesen,vielleicht sogar mehr als nur von einer Einzelperson und hätte sie eine Bedeutung in Richtung Amtsanmaßung gehabt und die"Firma" wäre dahinter gekommen um welchen Mitarbeiter es sich handelt,er hätte sich einen Haufen Ärger eingehandelt,wenn man das auch sicher intern geklärt hätte.Und so wird sich solches missbräuchliches Benutzen dieses Ausweises in Grenzen gehalten haben.


Karnak,

die Bürger waren nicht dumm.

Ich kann dir garantieren, dass ab und zu - berechtigt oder nicht - Beschweren oder auch Lob für Mitarbeiter war.

Die Bürger hatten sich in diesen Fällen immer die Ausweisnummer notiert und mit dieser war der Mitarbeiter immer zu "finden ".


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