#61

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 19:47
von Klauspeter | 987 Beiträge

Ich möchte einige Gedanken dazu schreiben, wie ich eines Tages dem BbKf direkt und auf kürzeste Entfernung in die Augen sah...

Die Wende vollzog sich auch in den Kasernen der NVA rasant schnell.
Noch vor der Wende - und keiner dachte zu diesem Zeitpunkt an eine so gravierende Wende - wurden Dienstvorschriften der NVA geändert. Berufssoldaten bekamen jetzt zum Wehrdienstausweis ihren Personalausweis. Vor fast 25 Jahren hatte ich ihn abgeben müssen - jetzt hielt ich ihn wieder in der Hand. Ich erinnerte mich bei Urlaubsfahrten an freundliche Bemerkungen der Passkontrolleure der CSSR: "Na fahr`ns nur einkaufen zu uns; ist schon ein ganzes Bataillon von euch hier durch!"
Plötzlich gab es auch für NVA-Angehörige die Erlaubnis, Westfernsehen zu gucken. Vernünftige Dinge, die aber viel zu spät kamen.

Hatten wir vor Wochen noch darüber diskutiert, wie die ungarische Armee den Fehler machen kann, die Parteiorganisationen aus den Kasernen zu nehmen und in die Wohngebiete zu verlegen, so kam dieser Befehl jetzt auch bei uns an.

Eines morgens - kurz nach dem 9.November 1989, kam ich wie immer früh in die Dienststelle. Der Ex-Platz, sonst ruhig, unbetreten und frisch gekehrt, stand voll mit Wasserwerfern des BGS. Angehörige des BGS standen gelangweilt an den Fahrzeugen oder erkundeten unsere Dienststelle. Offiziere des BGS mit ellenlangen Fernschreiben frisch aus dem Nadelstrahl-Drucker eilten ins Stabsgebäude oder kamen eilig aus dem Stabgsgebäude .
Zwischendurch Angehörige der Bundeswehr, begleitet von unserem Kommandeur.

Als ich Mittags meinen Gang in die MHO machte, waren auch BGS-Soldaten dort bereits beim Einkaufen von Wurst, Getränken oder Brötchen.
Ein Bild, das ich nicht vergessen werde: Ein Angehöriger des BGS in Schwarzkombi war fertig mit seinem Einkauf. Zum Bezahlen griff er in die Hosentasche und legte den Inhalt auf den Ladentisch - Geldscheine und Münzen, das Taschentuch, dazwischen Pistolen-Patronen. Aha, dachte ich, solche gibt es bei denen also auch; könnte auch einer von uns gewesen sein - natürlich ohne die Pistolen-Munition.

Das Kommando über unsere Unterstellten hatten nach wie vor unsere Kommandeure. Technik, Waffen, V V S-Stellen blieben in unserer Hand.
Unser Kommandeur stellte uns die Angehörigen der Bundeswehr vor; Fragen konnten gestellt werden.
Sehr oft kamen Angehörige der Bundeswehr auf unsere Dienstzimmer. Bei einem Kaffee wurde diskutiert. Die wussten nicht richtig, wie es weiter geht, wir auch nicht.

In gemeinsamen Dienstberatungen merkten wir, dass sich Offiziere der BuWe öffentlich für die Belange der NVA-Angehörigen einsetzten.
In den Pausen fragten wir sie, warum sie das machen. Die Antworten liefen meist auf folgendes hinaus: " Wir sind uns nicht sicher, ob mit uns auch mal so umgegangen wird, weil wir vielleicht im Ergebnis der politischen Entwicklung nicht mehr gebraucht werden. Dann sind wir vielleicht auch auf die Solidarität anderer angewiesen."

Was dachte ich damals?

Gut, dass das alles ohne Gewalt, ohne Waffeneinsatz ausgegangen ist.

Was wird werden? Finde ich mit über 50 Jahren noch eine Arbeit? Wird man uns aus unseren Wohnungen schmeißen?

Wird es friedlich bleiben oder kommt es zu Unruhen?

Noch einen Gedanken abschließend, weil ich dazu hin und wider gefragt werde.
Ich hatte den Antrag eingereicht, am 30.9. 1990 aus der NVA entlassen zu werden. Mein Entlassungsbefehl traf Ende Dezember 1990 ein.

Klaus


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zuletzt bearbeitet 22.01.2016 19:48 | nach oben springen

#62

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 19:56
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #61


In gemeinsamen Dienstberatungen merkten wir, dass sich Offiziere der BuWe öffentlich für die Belange der NVA-Angehörigen einsetzten.
In den Pausen fragten wir sie, warum sie das machen. Die Antworten liefen meist auf folgendes hinaus: " Wir sind uns nicht sicher, ob mit uns auch mal so umgegangen wird, weil wir vielleicht im Ergebnis der politischen Entwicklung nicht mehr gebraucht werden. Dann sind wir vielleicht auch auf die Solidarität anderer angewiesen."



Ahja, die "Ende-der-Geschichte-Mentalität". Sehr populär damals.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#63

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 20:13
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #62
...
Ahja, die "Ende-der-Geschichte-Mentalität". Sehr populär damals.



Die kennst Du aber nur vom "Hörensagen", oder?..

"Ich bin eben eine Wendekind. Als die Mauer fiel, war ich gerade ein paar Jahre alt"

Ich habe mit einigen Ex- Militärs- die dann in Versicherungen / Geldanlagen und Pyramide 3000 machten .. Anfang der 90er zu tun gehabt, die haben zumindest nicht so was nettes über die neuen gesagt...
..aber können natürlich Einzelfälle gewesen sein (die, die ich meine- die, die Du meinst waren natürlich in der Mehrzahl...)

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#64

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 20:26
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von der alte Grenzgänger im Beitrag #63
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #62
...
Ahja, die "Ende-der-Geschichte-Mentalität". Sehr populär damals.



Die kennst Du aber nur vom "Hörensagen", oder?..

"Ich bin eben eine Wendekind. Als die Mauer fiel, war ich gerade ein paar Jahre alt"

Ich habe mit einigen Ex- Militärs- die dann in Versicherungen / Geldanlagen und Pyramide 3000 machten .. Anfang der 90er zu tun gehabt, die haben zumindest nicht so was nettes über die neuen gesagt...
..aber können natürlich Einzelfälle gewesen sein (die, die ich meine- die, die Du meinst waren natürlich in der Mehrzahl...)

Siggi




Vom "beruflichen Hörensagen", sozusagen... Überall las man effektiv vom "Ende der europäischen Geschichte". Jetzt ist da immer Friede oder so ähnlich. Krauss-Maffei hatte die Bundeswehr als Auftraggeber fast schon abgeschrieben, sieht man auch sehr schön in ihren Jahresberichten aus der Zeit. Das Weissbuch der Bundeswehr von damals, dessen Aussage effektiv war - "Herrgott, was machen wir mit dem ganzen Krempel, den wir abrüsten sollen?!". Leute verweigerten den Wehrdienst mit der Begründung, da komme ja eh nichts mehr (sehr amüsant die Geschichte eines Redakteurs, der deswegen den Wehrdienst verweigerte, nur um dann zehn Jahre später sich als ResOffz zu melden, weil die politische Landschaft sich so radikal verändert hatte).

Ich würde sagen, dass sich die Haltung zu den NVA-Soldaten auch einfach im Zuge der "Ostalgie" gebessert hat. Auf die Gefahr hin, übermäßig salopp zu klingen - Ost war auf einmal Mode. Nachdem die Schauergeschichten aus dem Kalten Krieg abgeklungen waren, machten viele eine totale Kehrtwende, wollten Trabi fahren, Spreegurken mit Ketwurst essen, und in einer Datscha Sommerurlaub machen. Das klingt furchtbar klischeehaft, aber es gestattete vielen - besonders denen, die bis dato mangels Erfahrung keine hatten - ihr Verhältnis zur DDR neu zu bewerten. Letzten Endes machte es die Ossiphobie deutlich weniger salonfähig, als sie Anfang der 90er noch war.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

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#65

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 20:35
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

es gab wohl 1989 / 90 und auch später solche und solche Herren der Bundeswehr.

Ich hatte da mal eine Begegnung, da wurde mehr als abfällig über die weiblichen Angehörigen der NVA gesprochen. Begriffe wie "Flintenweiber" waren noch harmlos. Auch das Auftreten gegenüber Offizieren / Generalen der NVA war sehr unterschiedlich. Es gab einige Militärs / Politiker z.B. Bahr die waren um eine gewisse Sachlichkeit bemüht. So konnte man Bahr z.B. noch weit nach 1990 bei einen General a.D. der NVA unter den Geburtstagsgästen finden.

Es gab aber auch ganz andere "Kaliber " um dies mal vorsichtig zu formulieren.


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zuletzt bearbeitet 22.01.2016 20:52 | nach oben springen

#66

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 20:48
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #65
Hallo,

es gab wohl 1989 / 90 und auch später solche und solche Herren der Bundeswehr.

Ich hatte da mal eine Begegnung, da wurde mehr als abfällig über die weiblichen Angehörigen der NVA gesprochen. Begriffe wie "Flintenweiber" waren noch harmlos. Auch das Auftreten gegenüber Offizieren / Generalen der NVA war sehr unterschiedlich. Es gab einige Militär / Politiker z.B. Bahr die waren um eine gewisse Sachlichkeit bemüht. So konnte man Bahr z.B. noch weit nach 1990 bei einen General a.D. der NVA unter den Geburtstagsgästen finden.

Es gab aber auch ganz andere "Kaliber " um dies mal vorsichtig zu formulieren.


Oh, sicher. Man muss sagen, dass auch die Haltung gegenüber Frauen in der BW allgemein ein zähes Ringen um Anerkennung war. In dem geschilderten Fall ging es sicher nicht einfach darum, dass diese Damen in der NVA gewesen waren - sondern, dass sie überhaupt Frauen in Uniform waren. Dieser Sexismus ist nur schwer totzukriegen - da war der Osten, wie man vorbehaltlos sagen muss, besser unterwegs als der Westen. Wir kämpfen heute noch damit.

Friede, Freude, Eierkuchen überall war und ist nicht, natürlich. Ewiggestrige gibt es in jeder Form und Ausprägung. Gerade bei jüngeren Generationen ist aber ein gewisser Respekt schon vorhanden - das waren sicher auch die Uniformen von einst, da die BW im Vergleich einfach nicht so gut abschneidet. Klingt vielleicht blöd, aber Kleider machen Leute. (Seien wir in diesem Sinne sehr froh, dass die NVA die Einführung dieser seltsamen neuen Uniformen nicht mehr erlebte)

Egon Bahr, in der Tat. Bemerkenswerter Mann.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
zuletzt bearbeitet 22.01.2016 20:55 | nach oben springen

#67

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 21:15
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von linamax im Beitrag #36
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #35
Zitat von Klauspeter im Beitrag #34

Ich kenne einige Beispiele aus meinem Bereich, wo Berufssoldaten es direkt darauf anlegten, durch eine provokante Bemerkung aus der NVA zu fliegen. Offiziere hatten sich für 25 Jahre verpflichtet und es gab keinen Weg, unbeschadet vorher wegzukommen.
Erwähnen muss ich aber auch, dass die Vorgesetzten verpflichtet waren, dafür zu sorgen, dass der Entlassene eine Arbeit bekommt und eine Unterkunft hat.




Erklärt Einiges. In seiner Autobiographie - Junge, hat der Mann uns westlich der Mauer verachtet! Da bekommt man schon Angst - schreibt Klaus-Dieter Baumgarten auch von einem Einheitenkommandeur, der eines Tages einfach 'rübermachte, bei einer Befragung durch West-Geheimdiensts aber schwieg und anschließend wieder in den Osten zurückkehrte. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar die psychische Belastung eines Kommandos nicht mehr aushielt und deswegen floh.
Baumgarten sieht es anscheinend so, dass der Mann aus einer Verzweiflungstat heraus handelte, sich aber den Verlockungen des Westens nicht hingab und reumütig zurückkehrte. Nach dem, was du mir da so sagst, klingt das eher, als sei die Fahnenflucht sowie die Rückkehr sauber geplant gewesen, weil er den Dienst quittieren wollte, und er habe nur deswegen bei der West-Befragung geschwiegen, dass man ihm nicht wegen Geheimnisverrates ans Zeug flicken konnte. Mehr als entlassen werden wollte er ja nicht.

So oder so - der Grenzgänger bekam dann eine Stelle in der staatlichen Lotterie (und ich war überrascht, festzustellen, das es sowas "Dekadent-Materialistisches" im Arbeiter- und Bauernstaat gab...).

Stelle dir doch mal vor ein Soldat hätte Fahnenflucht gemacht und wäre zurück gekommen . Der wäre etliche Jahre in Bautzen gelandet . Aber so ein Kommandeur da passiert nichts . Da kann man mal sehen wie die Kommunisten mit zweierlei Maß gemessen haben .


Rot: Und das weist Du so sicher ? In unserem Regiment sind während meiner Dienstzeit am Kanten (67/68) vier GWD abgehauen und noch im gleichen Zeitraum zwei wiedergekommen, weil sie nicht mehr zurechtkamen, nachdem sie mit 150,- DM in die Freiheit entlassen waren. Die gingen nicht nach Bautzen und auch nicht nach Schwedt. Wenn sie nicht gerade besondere Geheimnisse verraten oder eine andere schwere Straftat begangen hatten, wurde mit denen Politik gemacht, soll heißen, ihre Handlung wurde für die ideologische Argument verwendet und dazu wären Soldaten im Knast ungeeignet. Zumindest in unserem Regiment wurde das nach deren Rückkehr so gemacht.



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#68

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 21:31
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #65
Hallo,

es gab wohl 1989 / 90 und auch später solche und solche Herren der Bundeswehr.

Ich hatte da mal eine Begegnung, da wurde mehr als abfällig über die weiblichen Angehörigen der NVA gesprochen. Begriffe wie "Flintenweiber" waren noch harmlos. Auch das Auftreten gegenüber Offizieren / Generalen der NVA war sehr unterschiedlich. Es gab einige Militärs / Politiker z.B. Bahr die waren um eine gewisse Sachlichkeit bemüht. So konnte man Bahr z.B. noch weit nach 1990 bei einen General a.D. der NVA unter den Geburtstagsgästen finden.

Es gab aber auch ganz andere "Kaliber " um dies mal vorsichtig zu formulieren.



Im Prinzip war es das Gleiche in grün, wenn man die Situation und die Umgangsformen zwischen Westdeutschen und Ostdeutschen in den Industriebetrieben und allen anderen Einrichtungen mit Vorgesetzten und Unterstellten mit der in der neuen gemeinsamen BW vergleicht. Wobei ich vermute, daß BW-Offiziere viel eher dafür plädierten, die Offiziere der NVA gleichzubehandeln, wenn es z.B. um deren soziale Absicherung ging. Das entnahm ich den Erzählungen meines damalige Freundes, der zur Wendezeit Oberleutnant war und kurz vor der formellen Auflösung der NVA noch zum Major befördert wurde. Er hatte damals intensiven Kontakt zu einer Einheit ( eine Art Pateneinheit) in Hessen.



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#69

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 21:42
von Fritze | 3.474 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #57
Winter wurde doch befohlen, daher kein Problem.


Von wem bekommst Du "Innendienstkranker "eigentlich Deine Durchhalteparolen ?

Antworten wirst Du wohl nicht ,wa ?


"Das kann doch überhaupt nur jemand nicht wissen ,der entweder vollkommen ahnungslos ist ,oder ,oder jemand der also bösartig ist !"

"If you get up and walk away, leave the past behind, go ahead and take a ride ,no telling what you find ! "
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#70

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 21:52
von Lutze | 8.033 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #67
Zitat von linamax im Beitrag #36
Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #35
Zitat von Klauspeter im Beitrag #34

Ich kenne einige Beispiele aus meinem Bereich, wo Berufssoldaten es direkt darauf anlegten, durch eine provokante Bemerkung aus der NVA zu fliegen. Offiziere hatten sich für 25 Jahre verpflichtet und es gab keinen Weg, unbeschadet vorher wegzukommen.
Erwähnen muss ich aber auch, dass die Vorgesetzten verpflichtet waren, dafür zu sorgen, dass der Entlassene eine Arbeit bekommt und eine Unterkunft hat.




Erklärt Einiges. In seiner Autobiographie - Junge, hat der Mann uns westlich der Mauer verachtet! Da bekommt man schon Angst - schreibt Klaus-Dieter Baumgarten auch von einem Einheitenkommandeur, der eines Tages einfach 'rübermachte, bei einer Befragung durch West-Geheimdiensts aber schwieg und anschließend wieder in den Osten zurückkehrte. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar die psychische Belastung eines Kommandos nicht mehr aushielt und deswegen floh.
Baumgarten sieht es anscheinend so, dass der Mann aus einer Verzweiflungstat heraus handelte, sich aber den Verlockungen des Westens nicht hingab und reumütig zurückkehrte. Nach dem, was du mir da so sagst, klingt das eher, als sei die Fahnenflucht sowie die Rückkehr sauber geplant gewesen, weil er den Dienst quittieren wollte, und er habe nur deswegen bei der West-Befragung geschwiegen, dass man ihm nicht wegen Geheimnisverrates ans Zeug flicken konnte. Mehr als entlassen werden wollte er ja nicht.

So oder so - der Grenzgänger bekam dann eine Stelle in der staatlichen Lotterie (und ich war überrascht, festzustellen, das es sowas "Dekadent-Materialistisches" im Arbeiter- und Bauernstaat gab...).

Stelle dir doch mal vor ein Soldat hätte Fahnenflucht gemacht und wäre zurück gekommen . Der wäre etliche Jahre in Bautzen gelandet . Aber so ein Kommandeur da passiert nichts . Da kann man mal sehen wie die Kommunisten mit zweierlei Maß gemessen haben .


Rot: Und das weist Du so sicher ? In unserem Regiment sind während meiner Dienstzeit am Kanten (67/68) vier GWD abgehauen und noch im gleichen Zeitraum zwei wiedergekommen, weil sie nicht mehr zurechtkamen, nachdem sie mit 150,- DM in die Freiheit entlassen waren. Die gingen nicht nach Bautzen und auch nicht nach Schwedt. Wenn sie nicht gerade besondere Geheimnisse verraten oder eine andere schwere Straftat begangen hatten, wurde mit denen Politik gemacht, soll heißen, ihre Handlung wurde für die ideologische Argument verwendet und dazu wären Soldaten im Knast ungeeignet. Zumindest in unserem Regiment wurde das nach deren Rückkehr so gemacht.


Wurde Schwedt nicht erst 1968 als Militärgefängnis genutzt?
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#71

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 22.01.2016 22:03
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Was das Feindbild betrifft, welches uns NVA-Soldaten zu vermitteln versucht wurde, meine Erfahrungen. Es war mir völlig klar, daß die Soldaten der BW, wenn es zum E-Fall käme, auf Befehl ohne zu zögern schießen würden. Wir wir eben auch. Trotzdem habe ich sie in Friedenszeiten nicht als unmittelbare Feinde gesehen. Sie waren für mich irgendwie etwas Imaginäres, etwas irgendwie Gesichtsloses, was ich nicht als unmittelbare Bedrohung erfand, wohl wissend, daß sich das sehr schnell ändern konnte. Es waren Gestalten wie aus einem Buch, das man liest oder einer Geschichte, die man hört. Konkret und ein Gesicht bekam es für mich, als meine Schwestern heirateten und ein Neffe meines Vaters aus HH unter den Gästen war. Natürlich wurde die Unterhaltung irgendwann auch politisch. Der Neffe war mal Fallschirmjäger in der BW. Irgendjemand, ich glaube sogar, es war meine Mutter, stellte ihm diese saublöde Frage, ob er auch geschossen hätte, wenn ich ihm im Feld gegenübergestanden hätte. Ja, natürlich hätte er geschossen, meinte er. Was sollte er auch sonst antworten ? Mir war die Frage meiner Mutter eher peinlich. Einmal diesen völlig abwegigen Zufall zu bemühen und außerdem hätten wir uns, da vorher, wimre, nie gesehen, im Feld auch nicht erkannt und schon gar nicht aus hundert Meter oder mehr Entfernung.



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#72

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 24.01.2016 21:25
von Signalobermaat | 357 Beiträge

Hallo gesamtdeutscher Kamerad,
danke für die Antwort zu Hubertus Knabe.Ich kenne die Qualitätskriterien eines Historikers nicht um mir ein Urteil über seine fachliche Kompetenz zu bilden,nur eine Historiker sollte sich mit der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftigen. Das geht doch aber nur, wenn ich die Ereignisse und Handlungen in den Zusammenhang mit dem aktuellen Zeitgeschehen bringe.Du schreibst,daß er sein Handwerk versteht?
Da bin ich aber ganz anderer Meinung.Ich sag es mal so, er versteht sein Handwerk im Sinne der Politiker,und staatlicher Einrichtungen, die seit 66 Jahren den Sozialismus in der DDR diffamieren und selbst nach 25 Jahren des Unterganges der DDR damit nicht aufhören können.
Das sollte doch aber nicht, wie du selbst richtig schreibst, die Arbeit eines Historikers sein.
Um also ein Geschehen zu beurteilen,muß ich doch Ursachen und Bedingungen mit ins Kalkül bringen.
Also, wir hatten kalten Krieg,Die ganze westliche Welt , vor allem die BRD mit Unterstützung der USA haben ausgehend von ihrer Ideologie und ihrem Feindbild Sozialismus-Kommunismus, ständig versucht, sowohl wirtschaftlich, als auch politisch die DDR zu schädigen..
Bei diesen massiven Angriffen, der auf allen Ebenen, wirtschaftlich, politisch und durch Einschleusung und Anwerbung von Agenten,Saboteuren und Diversanten geführft wurde, konnte die DDR ja nicht zuschauen und Beifall klatschen.Die ök. Verhältnisse,auch in Bezug der Partnerstaaten waren mehr als Ungleich und wurden natürlich in diesen Kampf mit einbezogen.
Also viele Dienststellen,der BRD,vom Ministerium für innerdeutsche Beziehungen, über Salzgitter,alle GD der westlichen Welt,Schleuserorg, und und und, da rede ich schon gar nicht mehr von den vielen Dienststellen der 5ziger Jahre KgU, FJ, Ostbüro SPD usw.
Also um ein objektives Geschichtsbild über Ursachen und Bedingungen zu erstellen,sollte man die Handlungen der Gegenseite und dazu gehören dann natürlich auch die Akten der GD und Dienststellen, die gegen die DDR gearbeitet haben mit verarbeiten.
Aber Herr Knabe arbeitet nur sein Feindbild von der soz. DDR und dem Soz. in der Regel anhand der Handlungen des MfS ab.
Das verwerfliche ist,daß zu dieser einseitigen Geschichtsverfälschung Kolonnen von Besuchern und vor allem Schulklassen durch sein Museum geschleust werden.
Da werden Laien mit geheimdienstlichen Mitteln und Methoden konfrontiert, die in allen GD zur täglichen Arbeit gehören.Das wird aber nicht gesagt, sondern als besonders verwerflich dem MfS zugeordnet.
Man könnte noch viel sagen, aber soweit erst einmal zur fachlichen Handwerksarbeit aus meiner Sicht.
Im Mittelalter hat die kath Kirche unschuldige Kräuterfrauen auf den Scheiterhaufen gebracht.Für diese Verbrechen hätte man die ganze Kirche liqudieren müssen, da rede ich noch nicht einmal von Kreuzzügen u. a. Verbrechen, die im Namen der Kirche bis in die jüngste Zeit begangen werden.
Warum wohl nicht.
Sie ist eine tragende Säule beim Machterhalt des Kapitalismus.Sie hat natürlich auch gute Seiten. Die hatte der Soz, aber auch.
Wer anderer Meinung ist, sollte sich mit der Theorie des Soz. befassen.Die hatte nur einen Nachteil,man hatte damals nicht bedacht,daß die noch zur Zeit herrschende Übermacht des Kapt.nichts davon hielt, den Reichtum mit dem Volk zu teilen, damit es allen besser geht.Es ist doch unbestritten, wenn der erwirtschaftete Überschuß nicht dem Wohle Einzelner, sondern allen zu Verfügung steht, geht es allen besser.Man muß nur ein richtiges Leistungs -und Verteilungssystem finden.
Inzwischen gibt es ja eine Reihe von Erkenntnissen, warum es in der DDR in funktioniert hat.An der Theorie zum Soz. hat es nicht gelegen.
Meiner Meinug nach waren die Zeit und Bedingungen für eine solche Gesellschaftsordnung noch nicht gegeben.Die Voraussetzungen dafür müssen in einer großen Breite von Ländern gegeben sein, das sind sowohl die pol. als auch die ök Bedingungen, aber auch die Menschen, die es von sich aus wollen. Solange die Mehrheit nicht aus innerster Überzeugung diesen Schritt will, ist meiner Meinun nach soetwas zum Scheitern verurteilt.
Ich habe während meines rechtswissenschaftlichen Studiums,es begann ja mit den Grundlagen des Soz.Kom.Phil.Ök.wo man recht tief in die Materie eindrang meinem Dozenten gesagt, je mehr ich studiere, um so mehr merke ich, wie wir von der Linie abweichen und das müßten die Lehrer doch auch merken und die Wissenschaftlichkeit wieder herstellen.
Da habe ich zur Antwort bekommen,die Hochschule macht alle Biegungen und Umwege der Partei mit.
Aber jetzt bin ich weit vom Thema weg.
Feindbild.
Natürlich gab es in der BRD ein Feindbild und das hieß kurz und einfach Sozialismus, Kommunismus.
Darauf war die gesamte Politik der BRD ausgerichtet,und man hat wie schon angeführt Instanzen geschaffen, die dieses Feindbild immer wieder aktualisiert haben, und ich kann mir nicht vorstellen, daß es an der Bundeswehr vorbei ging. In den Systemtragenden Instanzen der BRD war es vorhanden,denn sowohl innenpolitische vor allem aber auch außenpolitischen Handlungen waren darauf ausgerichtet.
Noch ein Satz zu deiner Bemerkung,in der DDR gab es nur die Möglichkeit der Eingaben,den Staat konnte man nicht verklagen.
Die Eingaben waren eine gefürchtete Maßnahme,denn sie zwangen zum Handeln, wenn sie nicht zufriedenstellend waren, ging es in die nächste Instan z und dann mußte begründet werden,warum es nicht geklärt werden konnte. War meistens auch mit Sanktionen verbunden, wenn falsch entschieden wurde.
Natürlich brachte eine Eingabe kein Gesetz zum Einsturz.Macht eine Klage heut auch nicht.
Eine Eingabe war kostenlos, und manchmal mit großer Wirkung.
Heut kann ich klagen, eine Scheindemokratie,das erste was ich be Gericht beilegen muß ist viel Geld, was die meisten nicht haben, sonst wird die Klage gar nicht angenommen, unabhängig, wie das Verfahren ausgeht.Meinen Anwalt muß ich in den meisten Fällen auch noch selbst bezahlen,auch wenn ich recht bekomme.
Also so einfach sollte man sich den Vergleich nicht machen.
Noch ein Wort zu deinem Satz, an der falschen Stelle zur falschen Person etwas gesagt und man ist in Bautzen.
Auch in der DDR gab es ein Tatstrafrecht.Eine zum Ausdruck gebrachte persönliche Meinung gegenüber einer Person,die keine Herabwürdigung und keine öffendliche Wirksamkeit hatte,brachte auch keinen nach Bautzen.Ich kenne in meinen 25 Jahren strafrechtlicher Tätigkeit keinen einzigen solchen Fall.
Wer natürlich in der Öffendlichkeit führende Repräsentanten Verleumdete, der mußte schon mit einer Strafe rechnen.
Das ist heut kulanter geregelt.Wobei ich der Meinung bin,daß einiges nichts mehr mit Anstand und Würde zu tun hat.
Aber auch eine persönliche Beleidigung unter Zeugen kann auch jetzt mal schnell vor Gericht enden.
Schon ein Stinkefinger bringt Bußgeld.



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#73

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 25.01.2016 22:31
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Ein paar Bemerkungen hierzu:

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #72
Ich kenne die Qualitätskriterien eines Historikers nicht um mir ein Urteil über seine fachliche Kompetenz zu bilden,nur eine Historiker sollte sich mit der Erforschung und Darstellung der Geschichte beschäftigen. Das geht doch aber nur, wenn ich die Ereignisse und Handlungen in den Zusammenhang mit dem aktuellen Zeitgeschehen bringe.Du schreibst,daß er sein Handwerk versteht?
Da bin ich aber ganz anderer Meinung.Ich sag es mal so, er versteht sein Handwerk im Sinne der Politiker,und staatlicher Einrichtungen, die seit 66 Jahren den Sozialismus in der DDR diffamieren und selbst nach 25 Jahren des Unterganges der DDR damit nicht aufhören können.
Das sollte doch aber nicht, wie du selbst richtig schreibst, die Arbeit eines Historikers sein. (...) Aber Herr Knabe arbeitet nur sein Feindbild von der soz. DDR und dem Soz. in der Regel anhand der Handlungen des MfS ab.


Das war jetzt vielleicht etwas missverständlich formuliert. Ich meine, dass er gut in Quellenrecherche, Quellenanalyse, und Dokumentenverarbeitung ist. Nur seine Schlussfolgerungen sind eben durchaus schon fragwürdig bis nicht haltbar - was auch durchaus mit einer einseitigen Quellenauswahl zusammenhängt. Man merkt schon, dass er viel mehr könnte, wenn er nicht so durchideologisiert wäre.

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #72
Im Mittelalter hat die kath Kirche unschuldige Kräuterfrauen auf den Scheiterhaufen gebrach


Das ist arg einfach formuliert. Sowas setzte erst im späten 15. Jahrhundert mit der Veröffentlichung des "Hexenhammers" ein, als das Mittelalter schon fast vorbei war. Bis dahin wurden zwar - besonders seit dem 14. Jahrhundert - auch Menschen verbrannt, aber das Geschlechterverhältnis war etwa ausgeglichen, und die "Kräuterfrau" war noch kein Feindbild per se. Im 16. Jahrhundert - also in der etwas irreführend "Neuzeit" genannten Epoche - begannen die so genannten "burning ages"; da musste man sich dann besonders als Frau hüten - das war auch die Zeit, in der das Hexenbild unserer Tage erschaffen wurde. Auch protestantische Gebiete machten beim Hexenwahn mit, was das Zeug hielt.
Nebenbei gesagt verdienten gerade weltliche Autoritäten prächtig an der Hexenverfolgung mit, sodass der Kirche die Aktion völlig aus dem Ruder lief - Anfang des 17. Jahrhundert bereisten Inquisitoren die katholischen Teile Deutschlands, um Hexenverbrennungen zu verhindern.

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #72
Darauf war die gesamte Politik der BRD ausgerichtet,und man hat wie schon angeführt Instanzen geschaffen, die dieses Feindbild immer wieder aktualisiert haben, und ich kann mir nicht vorstellen, daß es an der Bundeswehr vorbei ging. In den Systemtragenden Instanzen der BRD war es vorhanden,denn sowohl innenpolitische vor allem aber auch außenpolitischen Handlungen waren darauf ausgerichtet.


Vorbei ging es an der Bundeswehr nicht; das Feindbild war zu meiner Zeit beim Bund nur einfach nicht mehr relevant. Inoffiziell ist das größte Feindbild wohl mittlerweile der Rotstift...


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
zuletzt bearbeitet 25.01.2016 22:35 | nach oben springen

#74

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 00:11
von Hanum83 | 4.730 Beiträge

Zitat von Udo im Beitrag #56
Wir hatte die auch im Schrank. Filzstiefel und Zweitstiefel im Schrank und das gängige Paar unter dem Hocker.


Am Kanten war bei uns der Hocker nur zum sitzen da, Geraudel was im Schrank nicht rein passte flog auch mal auf den Schrank, waren lustige Auftürmungen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#75

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 12:58
von zast (gelöscht)
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Zitat von G.Michael im Beitrag #2
Erstmal Tachjesacht, willkommen hier.
Vorab, ich war nie so richtig an der Linie, nur Ausbildungseinheiten. Kontakt zu einem Soldaten der Bundeswehr hatte ich, im Urlaub in Alt Schadow
(Spreewald). Ob er nun noch aktiv war, keine Ahnung. Vollkommen unkompliziert, selbe Pension daher natürlich Gespräche ganz offen.
Was den bitterbösen Klassenfeind betrifft, Es wurde in den Politschulungen ein "Feindbild" aufgebaut.
Aus heutiger Sicht sage ich mal, es wurden Augen verschmiert.
Ob Bundeswehr oder US-Army, alles Salonsoldaten, 17.00 Uhr Feierabend und gut. Am Wochenende war sowieso frei.
Außerdem waren wir moralisch überlegen.
Soll heißen, Freitagabend losmarschiert und am Sonntagabend wäre der Ostblock am Atlantik gewesen.
Nur meine Erfahrung und ich habe eine Zeit lang dran geglaubt.
Gerd


Michael, da muss ich Dir aber kräftig widersprechen. Wenn 2/3 der Kompanie um 17:00 Feierabend hatte, so war das lezte Drittel in Bereitschaft. Soll heißen, die Soldaten waren bereit, ihre zugewiesenen Posten bis a. W. einzunehmen. Das galt auch für das WE.
So weit wäre die NVA sowieso nie gekommen. Da war nämlich die Rote Armee und die sollte die ganze Arbeit übernehmen. Weil man der NVA keine unbedingte Treue zumuten wollte. (Deutscher schießt auf Deutsche).
Im Konzept des Warschauer Paktes war für die NVA auch nur eine Rolle der Sicherung des Vormarsches (wenn es denn den gegeben hätte) vorgesehen.
Ich hoffe meine Bewertung bringt Dein Weltbild nicht durcheinander.


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#76

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 13:12
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von zast im Beitrag #75
Zitat von G.Michael im Beitrag #2
Erstmal Tachjesacht, willkommen hier.
Vorab, ich war nie so richtig an der Linie, nur Ausbildungseinheiten. Kontakt zu einem Soldaten der Bundeswehr hatte ich, im Urlaub in Alt Schadow
(Spreewald). Ob er nun noch aktiv war, keine Ahnung. Vollkommen unkompliziert, selbe Pension daher natürlich Gespräche ganz offen.
Was den bitterbösen Klassenfeind betrifft, Es wurde in den Politschulungen ein "Feindbild" aufgebaut.
Aus heutiger Sicht sage ich mal, es wurden Augen verschmiert.
Ob Bundeswehr oder US-Army, alles Salonsoldaten, 17.00 Uhr Feierabend und gut. Am Wochenende war sowieso frei.
Außerdem waren wir moralisch überlegen.
Soll heißen, Freitagabend losmarschiert und am Sonntagabend wäre der Ostblock am Atlantik gewesen.
Nur meine Erfahrung und ich habe eine Zeit lang dran geglaubt.
Gerd


Michael, da muss ich Dir aber kräftig widersprechen. Wenn 2/3 der Kompanie um 17:00 Feierabend hatte, so war das lezte Drittel in Bereitschaft. Soll heißen, die Soldaten waren bereit, ihre zugewiesenen Posten bis a. W. einzunehmen. Das galt auch für das WE.
So weit wäre die NVA sowieso nie gekommen. Da war nämlich die Rote Armee und die sollte die ganze Arbeit übernehmen. Weil man der NVA keine unbedingte Treue zumuten wollte. (Deutscher schießt auf Deutsche).
Im Konzept des Warschauer Paktes war für die NVA auch nur eine Rolle der Sicherung des Vormarsches (wenn es denn den gegeben hätte) vorgesehen.
Ich hoffe meine Bewertung bringt Dein Weltbild nicht durcheinander.



Sch.... , mal wieder ein endloszitat, egal. Wieso mußt Du mir widersprechen? Ich habe wiedergegeben was man uns verklickern wollte. Erst lesen
und dann in die Tasten hauen.
Gerd


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#77

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 14:26
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #75
...
So weit wäre die NVA sowieso nie gekommen. Da war nämlich die Rote Armee und die sollte die ganze Arbeit übernehmen. Weil man der NVA keine unbedingte Treue zumuten wollte. (Deutscher schießt auf Deutsche).
Im Konzept des Warschauer Paktes war für die NVA auch nur eine Rolle der Sicherung des Vormarsches (wenn es denn den gegeben hätte) vorgesehen.
...



Schön, dass sich endlich mal jemand fundiert zu diesem seit Jahrzehneten diskutierten Thema äußert, der mit am sowjetischen Generalstabstisch gesessen hat...

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
Fritze hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#78

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 19:22
von zast (gelöscht)
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Schön, dass sich endlich mal jemand fundiert zu diesem seit Jahrzehneten diskutierten Thema äußert, der mit am sowjetischen Generalstabstisch gesessen hat... sagt Siggi.

Es sollte Dir aber geläufig sein, das es darüber Informationen gibt.


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#79

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 19:49
von der alte Grenzgänger | 1.000 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #78
...
Es sollte Dir aber geläufig sein, das es darüber Informationen gibt.


.. ist es, aber die mir zugänglichen Informationen sagen nicht aus, dass die NVA nur die Regulierer und Feldgendarmerie gestellt hätte...

...nur mal blitzschnell und ohne zu suchen aufgeschlagen:

Klaus Naumann, "NVA- Anspruch und Wirklichkeit- nach ausgewählten Dokumenten", Verlag E.S. Mittler & Sohn GmbH Hamburg, 1996, Seiten 204/ 205...
(das Buch würde ich sowieso empfehlen- steht ja auch wegen der Herausgeberschaft nicht im Verdacht, zuviel Rotlicht zu verbreiten..)
...

Deine Darstellung ist genausoviel wert, wie die Aussage, die man uns gegenüber in der Ausbildung gemacht hat:
"Eine Mot. Schützen- Gruppe hat ihre Aufgabe erfüllt, wenn ein gegnerisches sMG vernichtet worden ist"- prima was ?
Oder die Aussage, dass "die MSG im E- Fall nur 8 Minuten überleben wird"

... wie gesagt- von unseren eigenen Ausbildern- aber die hatten eben auch keine Vorstellung von dem, was mit uns geplant worden ist... ist ja auch gut so... den Wahnsinn eines Krieges kann man sich sowieso nicht vorstellen...

Siggi


"Man rühmt und man schmäht die meisten Dinge, weil es Mode ist, sie zu rühmen oder sie zu schmähen"
La Rochefoucauld (1613 - 1680)
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#80

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 26.01.2016 19:55
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von zast im Beitrag #78
Schön, dass sich endlich mal jemand fundiert zu diesem seit Jahrzehneten diskutierten Thema äußert, der mit am sowjetischen Generalstabstisch gesessen hat... sagt Siggi.

Es sollte Dir aber geläufig sein, das es darüber Informationen gibt.



1. Selbst wenn ich die beiden Akademien besucht habe, muss dies nicht bedeuten, dass ich zu allen Fragen eine Antwort habe
2. Muss nicht alles stimmen was geschrieben wird. Gerade zu Fragen der op. Planung


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