#21

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 17:44
von Alfred | 6.841 Beiträge

Sicher, dass er alle Gründe genannt hat, warum er entlassen wurde ?


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#22

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 18:08
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #21
Sicher, dass er alle Gründe genannt hat, warum er entlassen wurde ?

Da kannst du Licht in das Dunkel bringen, wenn du es möchtest?
So etwas erfährt man nur von Zeitzeugen und nicht aus der Presse oder dem Geschichtsbuch.


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
Herbst 1986 - Februar 1989 GR Heiligenstadt I. GB Klettenberg, 3. GK Silkerode
damals wars und Gesamtdeutscher Kamerad haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#23

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 18:16
von Alfred | 6.841 Beiträge

Hallo,

es war nur eine Frage.

Jeder der mal in der NVA / MfS / MdI gedient hat kann sich selbst ein Bild machen. So schnell wurde ein Oberstleutnant nicht entlassen.Es gab damals auch in den Reihen der Offiziere und Generale nicht nur EINEN der sich mit der Lage in der VR Polen kritisch beschäftigte. Die hat man auch nicht entlassen.

Ich kann mich da selbst an einen Fall erinnern, nach 1990 war er "Opfer" und schon immer gegen die DDR. Den tatsächlichen Entlassungsgrund hat er der Öffentlichkeit aber verschwiegen.


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#24

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 20:19
von thomas 48 | 3.568 Beiträge

Hier fehlt noch ein Satz


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#25

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 20:20
von mibau83 | 821 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria Rohloff im Beitrag #6
Kennt Einer den B208?



ja,mal kurz getroffen vor der altonaer fischauktionshalle.

da er schon bei mehreren treffen war, kennen ihn auch andere persönlich.


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#26

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 21:45
von Hanum83 | 4.718 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #4
oder eher "Boah, haben die Scheiss-Uniformen.

Im kalten Winter 1984/1985 sah ich im (West-)Fernsehen einen Bericht, wie die Soldaten der Bundeswehr in ihren (Winter?) Uniformen froren.
Da lobte ich mir doch meine Watte, die einen (8- stündigen) Dienst im Freien ermöglichte.
Na gut, die Filzstiefel wurden nur ausweisnahme ausgegeben, Platz für die Dinger hatten wir nicht wirklich auf der Stube.

Sicher?
Ich glaube wir hatten die Dinger im Schrank im Winter, den ganzen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#27

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 22:36
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #23

Jeder der mal in der NVA / MfS / MdI gedient hat kann sich selbst ein Bild machen. So schnell wurde ein Oberstleutnant nicht entlassen.Es gab damals auch in den Reihen der Offiziere und Generale nicht nur EINEN der sich mit der Lage in der VR Polen kritisch beschäftigte. Die hat man auch nicht entlassen.


Was die nicht unwesentliche Frage aufwirft - wie schafft man es, Dozent an der MPLH zu werden, und dann plötzlich so zu stürzen? Bei jemandem im Truppendienst, gut, da kann es passieren, dass der sich allmählich unbeliebt macht und dann final und drastisch abgesägt wird. Aber an der "Wilhelm Pieck" unterrichteten doch nur hochgradig Parteitreue, die auf Herz und Nieren geprüft waren. Und dann wumm, peng, zack, wird er from Hero to Zero gemacht, und das Ganze wird noch von einem hohen Tier und späteren Chef der PHV selber abgesegnet?


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#28

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 22:40
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #27
Zitat von Alfred im Beitrag #23

Jeder der mal in der NVA / MfS / MdI gedient hat kann sich selbst ein Bild machen. So schnell wurde ein Oberstleutnant nicht entlassen.Es gab damals auch in den Reihen der Offiziere und Generale nicht nur EINEN der sich mit der Lage in der VR Polen kritisch beschäftigte. Die hat man auch nicht entlassen.


Was die nicht unwesentliche Frage aufwirft - wie schafft man es, Dozent an der MPLH zu werden, und dann plötzlich so zu stürzen? Bei jemandem im Truppendienst, gut, da kann es passieren, dass der sich allmählich unbeliebt macht und dann final und drastisch abgesägt wird. Aber an der "Wilhelm Pieck" unterrichteten doch nur hochgradig Parteitreue, die auf Herz und Nieren geprüft waren. Und dann wumm, peng, zack, wird er from Hero to Zero gemacht, und das Ganze wird noch von einem hohen Tier und späteren Chef der PHV selber abgesegnet?



Erklär mir doch mal den Unterschied zwischen einen OSL in der Truppe , einen OSL an einer Schule und einen OSL im MfNV.


Gesamtdeutscher Kamerad hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#29

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 22:56
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #28
Erklär mir doch mal den Unterschied zwischen einen OSL in der Truppe , einen OSL an einer Schule und einen OSL im MfNV.


So wie mir das meine Bekannten geschildert haben, war es so: Wer lehrte oder im gehobenen Stabsdienst arbeitete, war grundsätzlich stärker überwacht. SED-Zugehörigkeit wurde quasi vorausgesetzt und auf Linientreue wirklich auf den Wortlaut geachtet. Wer draußen in der Truppe diente, durfte seinem Politruk auch nicht gerade ans Bein pinkeln, sein Dienst war aber technischer und fachliche Kompetenzen traten stärker hervor.

(Möglicherweise war das auch eine diskrete Art von Truppenoffizieren, über die Schreibtischsoldaten zu lästern, aber lassen wir das mal so stehen)


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#30

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 23:05
von Alfred | 6.841 Beiträge

Was Bekannte doch für einen Unfug erzählen können.


Signalobermaat hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 20.01.2016 23:15
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Alfred im Beitrag #30
Was Bekannte doch für einen Unfug erzählen können.



Bitte näher ausführen.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#32

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 11:31
von Klauspeter | 987 Beiträge

@Gesamtdeutscher Kamerad:

Ich verfolge sehr aufmerksam die Diskussion über die Bestrafung des OSL Klaus Wiegand.
Es ist m.E. so, dass man bei so einem Fall alle Unterlagen braucht, um urteilen zu können. Allein so eine Bemerkung wie die des OSL Wiegand hat nach meiner Erfahrung für eine Degradierung zum Soldaten nicht ausgereicht.

Mal weg vom konkreten Beispiel:
Meinst du nicht, dass jedes herrschende System auch darauf achtet, dass die Offiziere der herrschenden Macht auch die Auffassungen der Herrschenden zu vertreten haben?
Beispiele hinken immer: Aber die Haltung des Kdr. der 12.PD der Bundeswehr, General Gert Bastian, zum NATO - Doppelbeschluss von 1979 fand auch nicht gerade Beifallsstürme der damals in der BRD Regierenden. Bastian bat 1980 um seine Pensionierung. Ein fähiger General ging aufgrund seiner politischen Überzeugung.

Klaus


Gesamtdeutscher Kamerad, Signalobermaat und damals wars haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#33

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 12:12
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #32

Mal weg vom konkreten Beispiel:
Meinst du nicht, dass jedes herrschende System auch darauf achtet, dass die Offiziere der herrschenden Macht auch die Auffassungen der Herrschenden zu vertreten haben?
Beispiele hinken immer: Aber die Haltung des Kdr. der 12.PD der Bundeswehr, General Gert Bastian, zum NATO - Doppelbeschluss von 1979 fand auch nicht gerade Beifallsstürme der damals in der BRD Regierenden. Bastian bat 1980 um seine Pensionierung. Ein fähiger General ging aufgrund seiner politischen Überzeugung.

Klaus


Oh, sicher! Es ist, wie man sagen muss, auch nicht gleich jeder aufgrund seiner Überzeugung gegangen - manche, wie Franz Pöschl, blieben, auch wenn sie die Atompolitik weiter kritisierten. Bastian war in seiner Art auch besonders radikal... die Umstände seines Ablebens werfen natürlich auch die Frage auf, ob er vielleicht tiefer sitzende Probleme hatte.

Was sich von Staat zu Staat unterscheidet, ist die Fähigkeit des Betroffenen, gegen solche politischen Entscheidungen vorzugehen. In der DDR - das wäre strukturell mein Hauptkritikpunkt an diesem Staat gewesen - gab es nun einmal keine Verwaltungsgerichtsbarkeit; mehr als Eingaben schreiben konnte man praktisch nicht, und durch den Fahneneid galt totale Gehorsamspflicht. In der BRD konnte man sich immerhin schon mal gegen sowas wehren. Ich erinnere an den Fall der Majors Florian Pfaff, welcher Befehle, die eine Unterstützung des letzten Irakkriegs bedeutet hätten, offen verweigerte, degradiert wurde, aber erfolgreich dagegen klagte und seinen Dienstgrad wiedererhielt. (Pfaff sitzt, wie ich finde, in seinen Äußerungen auf einem moralisch furchtbar hohen Ross - im Grundsatz kann ich ihn gleichwohl gut verstehen)

Bei manchen, die gegangen wurden, ist es mir sehr recht - BrigGen Günzel rutschte nach seiner Entlassung vollends in die rechte Ecke, und eine gewisse Prädisposition hat er wohl schon im Dienst aufgewiesen.


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
zuletzt bearbeitet 21.01.2016 12:13 | nach oben springen

#34

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 12:56
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #33
Zitat von Klauspeter im Beitrag #32

Mal weg vom konkreten Beispiel:
Meinst du nicht, dass jedes herrschende System auch darauf achtet, dass die Offiziere der herrschenden Macht auch die Auffassungen der Herrschenden zu vertreten haben?
Beispiele hinken immer: Aber die Haltung des Kdr. der 12.PD der Bundeswehr, General Gert Bastian, zum NATO - Doppelbeschluss von 1979 fand auch nicht gerade Beifallsstürme der damals in der BRD Regierenden. Bastian bat 1980 um seine Pensionierung. Ein fähiger General ging aufgrund seiner politischen Überzeugung.

Klaus


Oh, sicher! Es ist, wie man sagen muss, auch nicht gleich jeder aufgrund seiner Überzeugung gegangen - manche, wie Franz Pöschl, blieben, auch wenn sie die Atompolitik weiter kritisierten. Bastian war in seiner Art auch besonders radikal... die Umstände seines Ablebens werfen natürlich auch die Frage auf, ob er vielleicht tiefer sitzende Probleme hatte.

Was sich von Staat zu Staat unterscheidet, ist die Fähigkeit des Betroffenen, gegen solche politischen Entscheidungen vorzugehen. In der DDR - das wäre strukturell mein Hauptkritikpunkt an diesem Staat gewesen - gab es nun einmal keine Verwaltungsgerichtsbarkeit; mehr als Eingaben schreiben konnte man praktisch nicht, und durch den Fahneneid galt totale Gehorsamspflicht. In der BRD konnte man sich immerhin schon mal gegen sowas wehren. Ich erinnere an den Fall der Majors Florian Pfaff, welcher Befehle, die eine Unterstützung des letzten Irakkriegs bedeutet hätten, offen verweigerte, degradiert wurde, aber erfolgreich dagegen klagte und seinen Dienstgrad wiedererhielt. (Pfaff sitzt, wie ich finde, in seinen Äußerungen auf einem moralisch furchtbar hohen Ross - im Grundsatz kann ich ihn gleichwohl gut verstehen)

Bei manchen, die gegangen wurden, ist es mir sehr recht - BrigGen Günzel rutschte nach seiner Entlassung vollends in die rechte Ecke, und eine gewisse Prädisposition hat er wohl schon im Dienst aufgewiesen.


Da stimme ich dir völlig zu.
Ich kenne einige Beispiele aus meinem Bereich, wo Berufssoldaten es direkt darauf anlegten, durch eine provokante Bemerkung aus der NVA zu fliegen. Offiziere hatten sich für 25 Jahre verpflichtet und es gab keinen Weg, unbeschadet vorher wegzukommen.
Erwähnen muss ich aber auch, dass die Vorgesetzten verpflichtet waren, dafür zu sorgen, dass der Entlassene eine Arbeit bekommt und eine Unterkunft hat.

Klaus


Gesamtdeutscher Kamerad hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#35

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 18:21
von Gesamtdeutscher Kamerad | 154 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #34

Ich kenne einige Beispiele aus meinem Bereich, wo Berufssoldaten es direkt darauf anlegten, durch eine provokante Bemerkung aus der NVA zu fliegen. Offiziere hatten sich für 25 Jahre verpflichtet und es gab keinen Weg, unbeschadet vorher wegzukommen.
Erwähnen muss ich aber auch, dass die Vorgesetzten verpflichtet waren, dafür zu sorgen, dass der Entlassene eine Arbeit bekommt und eine Unterkunft hat.




Erklärt Einiges. In seiner Autobiographie - Junge, hat der Mann uns westlich der Mauer verachtet! Da bekommt man schon Angst - schreibt Klaus-Dieter Baumgarten auch von einem Einheitenkommandeur, der eines Tages einfach 'rübermachte, bei einer Befragung durch West-Geheimdiensts aber schwieg und anschließend wieder in den Osten zurückkehrte. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar die psychische Belastung eines Kommandos nicht mehr aushielt und deswegen floh.
Baumgarten sieht es anscheinend so, dass der Mann aus einer Verzweiflungstat heraus handelte, sich aber den Verlockungen des Westens nicht hingab und reumütig zurückkehrte. Nach dem, was du mir da so sagst, klingt das eher, als sei die Fahnenflucht sowie die Rückkehr sauber geplant gewesen, weil er den Dienst quittieren wollte, und er habe nur deswegen bei der West-Befragung geschwiegen, dass man ihm nicht wegen Geheimnisverrates ans Zeug flicken konnte. Mehr als entlassen werden wollte er ja nicht.

So oder so - der Grenzgänger bekam dann eine Stelle in der staatlichen Lotterie (und ich war überrascht, festzustellen, das es sowas "Dekadent-Materialistisches" im Arbeiter- und Bauernstaat gab...).


"Wer einen kommenden Krieg für sicher hält, wirkt gerade durch diese Gewißheit mit, daß er entsteht. Wer den Frieden für sicher hält, wird unbesorgt und treibt ohne Absicht in den Krieg. Nur wer die Gefahr sieht und keinen Augenblick vergißt, kann sich vernünftig verhalten und tun, was möglich ist, um sie zu beschwören."

- Karl Jaspers
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#36

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 18:54
von linamax | 2.018 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #35
Zitat von Klauspeter im Beitrag #34

Ich kenne einige Beispiele aus meinem Bereich, wo Berufssoldaten es direkt darauf anlegten, durch eine provokante Bemerkung aus der NVA zu fliegen. Offiziere hatten sich für 25 Jahre verpflichtet und es gab keinen Weg, unbeschadet vorher wegzukommen.
Erwähnen muss ich aber auch, dass die Vorgesetzten verpflichtet waren, dafür zu sorgen, dass der Entlassene eine Arbeit bekommt und eine Unterkunft hat.




Erklärt Einiges. In seiner Autobiographie - Junge, hat der Mann uns westlich der Mauer verachtet! Da bekommt man schon Angst - schreibt Klaus-Dieter Baumgarten auch von einem Einheitenkommandeur, der eines Tages einfach 'rübermachte, bei einer Befragung durch West-Geheimdiensts aber schwieg und anschließend wieder in den Osten zurückkehrte. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar die psychische Belastung eines Kommandos nicht mehr aushielt und deswegen floh.
Baumgarten sieht es anscheinend so, dass der Mann aus einer Verzweiflungstat heraus handelte, sich aber den Verlockungen des Westens nicht hingab und reumütig zurückkehrte. Nach dem, was du mir da so sagst, klingt das eher, als sei die Fahnenflucht sowie die Rückkehr sauber geplant gewesen, weil er den Dienst quittieren wollte, und er habe nur deswegen bei der West-Befragung geschwiegen, dass man ihm nicht wegen Geheimnisverrates ans Zeug flicken konnte. Mehr als entlassen werden wollte er ja nicht.

So oder so - der Grenzgänger bekam dann eine Stelle in der staatlichen Lotterie (und ich war überrascht, festzustellen, das es sowas "Dekadent-Materialistisches" im Arbeiter- und Bauernstaat gab...).

Stelle dir doch mal vor ein Soldat hätte Fahnenflucht gemacht und wäre zurück gekommen . Der wäre etliche Jahre in Bautzen gelandet . Aber so ein Kommandeur da passiert nichts . Da kann man mal sehen wie die Kommunisten mit zweierlei Maß gemessen haben .


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#37

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 19:02
von Lutze | 8.033 Beiträge

Vor Bautzen wäre doch das Militärgefängnis Schwedt zuständig
Lutze


wer kämpft kann verlieren,
wer nicht kämpft hat schon verloren
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#38

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 19:05
von Rostocker | 7.719 Beiträge

Zitat von Lutze im Beitrag #37
Vor Bautzen wäre doch das Militärgefängnis Schwedt zuständig
Lutze


Fahnenflucht wird in jeden Land bestraft.


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#39

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 19:07
von RudiEK89 | 1.950 Beiträge

Das wäre wohl für Schwedt eine Nummer zu groß gewesen. Um diesen Soldaten hätten sich bestimmt andere "gekümmert".
Ist nur eine Meinung, keine Feststellung.

Andreas


März 1986 - Herbst 1986 Uffz. Schule Perleberg, GAR5. Glöwen
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#40

RE: Kontakt mit dem BbKf?

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 21.01.2016 19:19
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von Gesamtdeutscher Kamerad im Beitrag #35


Erklärt Einiges. In seiner Autobiographie - Junge, hat der Mann uns westlich der Mauer verachtet! Da bekommt man schon Angst - schreibt Klaus-Dieter Baumgarten auch von einem Einheitenkommandeur, der eines Tages einfach 'rübermachte, bei einer Befragung durch West-Geheimdiensts aber schwieg und anschließend wieder in den Osten zurückkehrte. Es stellte sich heraus, dass der Mann offenbar die psychische Belastung eines Kommandos nicht mehr aushielt und deswegen floh.
Baumgarten sieht es anscheinend so, dass der Mann aus einer Verzweiflungstat heraus handelte, sich aber den Verlockungen des Westens nicht hingab und reumütig zurückkehrte. Nach dem, was du mir da so sagst, klingt das eher, als sei die Fahnenflucht sowie die Rückkehr sauber geplant gewesen, weil er den Dienst quittieren wollte, und er habe nur deswegen bei der West-Befragung geschwiegen, dass man ihm nicht wegen Geheimnisverrates ans Zeug flicken konnte. Mehr als entlassen werden wollte er ja nicht.

So oder so - der Grenzgänger bekam dann eine Stelle in der staatlichen Lotterie (und ich war überrascht, festzustellen, das es sowas "Dekadent-Materialistisches" im Arbeiter- und Bauernstaat gab...).

Nun sind wir wieder an der Stelle, wo wir nicht genau wissen, was wirklich los war. Ohne alle notwendigen Unterlagen lassen sich solche Handlungen schwer erklären.

Außerdem - um ein Fahnenflüchtiger zu sein, musste man nicht in den Westen gehen und dann wieder zurückkommen. Es reichte bei einem Soldaten schon aus, über den Kasernenzaun zu klettern und dann nach der Festnahme zu sagen, "ich wollte nach dem Westen abhauen!" Nur - das war immer mit einer strengen Bestrafung verbunden.

Wer lediglich aus der Armee fliegen wollte nutzte provozierende Bemerkungen, beispielsweise über das Politbüro. Das gab es hin und wider bei jungen Offizieren, die sich ausrechneten, dass man auch in der DDR noch einmal ganz von vorn anfangen kann...
Klaus


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