#181

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 18.01.2016 23:31
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #163
...Wenn ich das richtig verstanden habe , dann war es den Bewohnern des Sperrgebietes also möglich in der Nacht/Dunkelheit mit dem Kfz auf einer öffentl.Strasse entlang des SSZ zu fahren .

Weiss jemand welche Weisungen die Komp.Hinterlandsicherung für diese Fälle hatte ?
Gab es von den im Sperrgebiet zugelassenen Kfz Listen bei den Gakl und der Kp.Hinterlandsicherung ?
Durften die Kfz in der Nacht/Dunkelheit auf offener Strecke anhalten ?

...
B208


- Ja, war rechtlich gesehen jederzeit möglich. Wo man fahren durfte war nur vom Stempel (bzw. Passierschein), seiner Art und der örtlichen Begrenzung dort abhängig. Soll heißen, im heimatlichen Grenzgebiet jederzeit. Im Schutzstreifen gab es abseits der Hauptstraßen Begrenzungen nach Sonnenuntergang bis Sonnenaufgang. Die haben aber nur Neulinge versucht durchzusetzen. Das hagelte dann "hinten herum" Beschwerden von der LPG, den Jägern und dem ABV die später die Einteilung an den jeweils unbeliebtesten Postenpunkten zur Folge hatten. Denn offiziell ging ja nichts...
- Es gab keine einheitlichen Weisungen. Kontrollen erfolgten hauptsächlich aus dem Bauchgefühl und den Ortskenntnissen heraus. Wenn man den oder die Leute kannte, ließ man sie in Frieden.
- Nein, es gab keine derartigen Listen. Das wäre auch nicht praktikabel gewesen weil es meist keinen Platz gab derartiges zu transportieren. Nach einer Weile kannte man "seine Leute" eben. Oder lernte sie kennen.
- Es gab keine Vorgaben wo zu fahren und zu halten war oder wo bzw. wann nicht. Wer sich in der oder in die Nähe des Signalzaunes begab wurde natürlich mißtrauischer beguckt und eher kontrolliert. Hat man im Grenzgebiet/in der Sperrzone nachts in der Botanik abgestellte Fahrzeuge gefunden, dann war es letztendlich nur vom eigenen Bauchgefühl abhängig ob und welche Maßnahmen man ausgelöst hat. War man sich nicht sicher, dann war ein Grenzalarm kein Problem. Das hat man sich aber gut überlegt denn Stress im Dienst schon gar für alle (die logische Folge eine Grenzalarmes) musste einfach nicht sein. Es kam jedoch öfter vor, das man solche Fahrzeuge vorfand denn anders als heutzutage oft zu lesen ist, haben sich viele Jäger ebenso wenig im Abschnitt angemeldet wie Landarbeiter. So sie ihre Stempel hatten waren sie eben da... und wurden durch unsereins dann schon mal näher "beguckt", auch kontrolliert. Das gab dann zwar auch mal Beschwerden aber zumindest die verhallten dann folgenlos im dienstlichen Nirwana (andere Beschwerden aber nicht!).


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#182

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 00:47
von B208 | 1.326 Beiträge

Und gleich noch ne Frage .

Gab es für die Anwohner mit Passierschein eine , hmm ...? wie soll ich das jetzt formulieren , eine Begrenzung in die Breite ? Also , sie konnten mit dem Passierschein in das Sperrgebiet einfahren , aber konnten sie auch innerhalb des Sperrgebietes unbegrenzt von nord nach süd fahren . Übertrieben ausgedrückt , konnte ein Passierscheininhaber im Sperrgebiet von der Ostsee bis nach Thüringen fahren ?

B208


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#183

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 00:59
von S51 | 3.733 Beiträge

Es gab, je nach Eintrag, in der Regel eine Begrenzung auf die Gemeindegrenzen. Anwohner konnten je nach Arbeitsplatz aber auch einen weiterführenden Eintrag im Stempel haben. Normal war beispielsweise, das jemand, der in Schierke wohnte eben nur einen Stempel für Schierke hatte. Elend oder Ilsenburger Sperrzone als Nachbargebiete rechts wie links waren also tabu. Kreis Wernigerode konnte aber auch sein, dann war von Abbenrode bis Sorge alles möglich. So, wenn er Verwandte dort hatte, die er ständig besuchte. Zur Arbeit etwa beim Forst oder der Wasserwirtschaft, als Taxifahrer, Busfahrer und in vielen anderen Zweigen überregional unterwegs sein musste. Passierscheine gab es für Anwohner nur, wenn sie noch weiter hinein und an die Grenze näher heran mussten als sie wohnten oder normal arbeiteten. Wer im Grenzgebiet/Sperrzone wohnte, konnte also mit Passierschein für Arbeiten auch in den Schutzstreifen. So nötig und beantragt. Mit dem Stempel in seinem Ausweis nicht, der reichte dann eben nicht.
Ansonsten gab es Passierscheine nur für Ortsfremde, Besucher, Urlauber und kurzzeitig im Abschnitt beschäftigte. Die Anwohner hatten entsprechende Stempel im Ausweis.


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#184

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 15:13
von B208 | 1.326 Beiträge

Okay , danke .
Also es gab Passierscheine für eine befristete Einfahrt und einen Eintrag/Stempel im Ausweis für Anwohner .

B208


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#185

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 18:46
von DirkUK | 298 Beiträge

Konnte ein Taxifahrer z.B. aus Magdeburg einen Fahrgast der wohnhaft im Sperrgebiet war
dorthin befördern oder war am Schlagbaum für den Taxifahrer dann Schluss?


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#186

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 18:49
von Mike59 | 7.944 Beiträge

Zitat von DirkUK im Beitrag #185
Konnte ein Taxifahrer z.B. aus Magdeburg einen Fahrgast der wohnhaft im Sperrgebiet war
dorthin befördern oder war am Schlagbaum für den Taxifahrer dann Schluss?

Wenn er keinen Passierschein für das Grenzgebiet/Schutzstreifen hatte war am Schlagbaum Schluss.


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#187

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 18:58
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von Mike59 im Beitrag #186
Zitat von DirkUK im Beitrag #185
Konnte ein Taxifahrer z.B. aus Magdeburg einen Fahrgast der wohnhaft im Sperrgebiet war
dorthin befördern oder war am Schlagbaum für den Taxifahrer dann Schluss?

Wenn er keinen Passierschein für das Grenzgebiet/Schutzstreifen hatte war am Schlagbaum Schluss.

Man musste ein Taxi nehmen, das eine Bewilligung fürs Grenzgebiet hatte. Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


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#188

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 21:49
von S51 | 3.733 Beiträge

Ja und es empfahl sich danach zu fragen. Ob er in das Grenzgebiet dürfe. Dabei habe ich nie einen Taxifahrer kontrolliert und bin in einem solchen Taxi dann am KP (Kontrollpunkt) auch nie kontrolliert sondern allenfalls kurz "beguckt" worden. Allerdings musste ich etwa beim Einstieg in Wernigerode dem Taxifahrer zumindest hin und wieder meinen WDA mit dem Dienststellenstempel zeigen.
Ich gehe davon aus, das diese Taxifahrer einen entsprechenden Stempel im Personalausweis hatten. Passierschein wäre da recht unpraktisch gewesen.
Ob es freilich weiter weg vom nächsten Fernbahnhof schon "bestätigte" Taxifahrer gab, entzieht sich meiner Kenntnis.


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#189

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 21:53
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #184
Okay , danke .
Also es gab Passierscheine für eine befristete Einfahrt und einen Eintrag/Stempel im Ausweis für Anwohner .

B208


Ja, korrekt. Stempel konnten zusätzlich auch Menschen haben, die ständig im Grenzgebiet/Sperrzone und/oder Schutzstreifen beschäftigt waren.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#190

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 19.01.2016 22:00
von Hanum83 | 4.688 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #187
Zitat von Mike59 im Beitrag #186
Zitat von DirkUK im Beitrag #185
Konnte ein Taxifahrer z.B. aus Magdeburg einen Fahrgast der wohnhaft im Sperrgebiet war
dorthin befördern oder war am Schlagbaum für den Taxifahrer dann Schluss?

Wenn er keinen Passierschein für das Grenzgebiet/Schutzstreifen hatte war am Schlagbaum Schluss.

Man musste ein Taxi nehmen, das eine Bewilligung fürs Grenzgebiet hatte. Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


Wie ging das konkret, also die Order Taxi Ost nach West?


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 19.01.2016 22:02 | nach oben springen

#191

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 00:00
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #189
Zitat von B208 im Beitrag #184
Okay , danke .
Also es gab Passierscheine für eine befristete Einfahrt und einen Eintrag/Stempel im Ausweis für Anwohner .

B208


Ja, korrekt. Stempel konnten zusätzlich auch Menschen haben, die ständig im Grenzgebiet/Sperrzone und/oder Schutzstreifen beschäftigt waren.


doch nicht ohne befristung.
selbst die passierscheine/ aufenthaltserlaubnisse der anwohner wurden nicht unbefristet ausgestellt.

gruß vs

ps.: § 9. Bürger, denen nach § 3 der Grenzverordnung die Zuzugsgenehmigung erteilt wurde; erhalten bei der polizeilichen Anmeldung in ihren Personalausweis eine Erlaubnis eingetragen, die zum Aufenthalt im Schutzstreifen bzw. in der Sperrzone berechtigt. Die Erlaubnis wird örtlich begrenzt und zeitlich befristet.


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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zuletzt bearbeitet 20.01.2016 00:26 | nach oben springen

#192

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 00:13
von andyman | 1.872 Beiträge

Zitat von eisenringtheo im Beitrag #187
Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


Diese speziellen Taxen waren nur handverlesener Kundschaft für horrende Preise vorbehalten.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#193

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 00:15
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #192
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #187
Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


Diese speziellen Taxen waren nur handverlesener Kundschaft für horrende Preise vorbehalten.
Lgandyman


Was heißt horrend? Hast Du die Tarife im Vergleich zu den normalen DDR-Taxi-Tarifen bzw. Westberliner Taxi-Tarif.



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#194

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 00:31
von andyman | 1.872 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #193
Zitat von andyman im Beitrag #192
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #187
Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


Diese speziellen Taxen waren nur handverlesener Kundschaft für horrende Preise vorbehalten.
Lgandyman


Was heißt horrend? Hast Du die Tarife im Vergleich zu den normalen DDR-Taxi-Tarifen bzw. Westberliner Taxi-Tarif.

Um deine Frage zu beantworten,nein,ich kenne weder den noch den anderen Tarif.Es gab spezielle Taxen für die Richtung Ost-West wobei Taxe eine Beschreibung für ein Fluchtfahrzeug ist.(passend zum Thema)
Das es in umgekehrter Richtung echte Taxen gegeben hat,wäre durchaus denkbar.
Lgandyman


Gruß aus Südschweden
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#195

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 01:20
von S51 | 3.733 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #191
...doch nicht ohne befristung.
selbst die passierscheine/ aufenthaltserlaubnisse der anwohner wurden nicht unbefristet ausgestellt.

gruß vs

ps.: § 9. Bürger, denen nach § 3 der Grenzverordnung die Zuzugsgenehmigung erteilt wurde; erhalten bei der polizeilichen Anmeldung in ihren Personalausweis eine Erlaubnis eingetragen, die zum Aufenthalt im Schutzstreifen bzw. in der Sperrzone berechtigt. Die Erlaubnis wird örtlich begrenzt und zeitlich befristet.




Ja freilich. Diese Stempel wurden in aller Regel jedoch immer wieder verlängert bzw. neu ausgestellt wenn die Voraussetzungen (Wohnsitz, Arbeitsort, bewirtschaftete Flächen bei LPG) gleich blieben. Da musste viel passieren, das es wirklich nicht mehr ging. Meiner Erfahrung aus Schierke nach haben auch wiederholte Verstöße gegen die Grenzordnung daran nur ausnahmsweise etwas geändert.


GK Nord, GR 20, 7. GK
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#196

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 20.01.2016 17:16
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von andyman im Beitrag #194
Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #193
Zitat von andyman im Beitrag #192
Zitat von eisenringtheo im Beitrag #187
Es gab übrigens in Ostberlin die Möglichkeit, ein Taxi zu bekommen, um nach Westberlin zu fahren.


Diese speziellen Taxen waren nur handverlesener Kundschaft für horrende Preise vorbehalten.
Lgandyman


Was heißt horrend? Hast Du die Tarife im Vergleich zu den normalen DDR-Taxi-Tarifen bzw. Westberliner Taxi-Tarif.

Um deine Frage zu beantworten,nein,ich kenne weder den noch den anderen Tarif.Es gab spezielle Taxen für die Richtung Ost-West wobei Taxe eine Beschreibung für ein Fluchtfahrzeug ist.(passend zum Thema)
Das es in umgekehrter Richtung echte Taxen gegeben hat,wäre durchaus denkbar.
Lgandyman


Und ich dachte, du meinst einfach ein mit Reisekadern besetztes Kontigent bei VEB Taxi, die vorzugsweise den Devisen-Hotels in Berlin zur Verfügung standen, um NSW-Hotelgäste z.B. zu den Westberliner Flugplätzen befördert konnten. Bei Westberliner Taxen bestand auch noch nach dem 9. November 1989 das Problem das ein Taxifahrer mit Westberliner Ausweis keine Ausländer über die Grenze fahren konnte bzw. ein Taxifahrer mit ausländischem Paß nur Ausländer, aber keine Westberliner/Westdeusche.



andyman und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#197

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.01.2016 01:23
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von S51 im Beitrag #195
Zitat von vs1400 im Beitrag #191
...doch nicht ohne befristung.
selbst die passierscheine/ aufenthaltserlaubnisse der anwohner wurden nicht unbefristet ausgestellt.

gruß vs

ps.: § 9. Bürger, denen nach § 3 der Grenzverordnung die Zuzugsgenehmigung erteilt wurde; erhalten bei der polizeilichen Anmeldung in ihren Personalausweis eine Erlaubnis eingetragen, die zum Aufenthalt im Schutzstreifen bzw. in der Sperrzone berechtigt. Die Erlaubnis wird örtlich begrenzt und zeitlich befristet.




Ja freilich. Diese Stempel wurden in aller Regel jedoch immer wieder verlängert bzw. neu ausgestellt wenn die Voraussetzungen (Wohnsitz, Arbeitsort, bewirtschaftete Flächen bei LPG) gleich blieben. Da musste viel passieren, das es wirklich nicht mehr ging. Meiner Erfahrung aus Schierke nach haben auch wiederholte Verstöße gegen die Grenzordnung daran nur ausnahmsweise etwas geändert.


was sich hinter deinem " ja freilich." verbirgt, ist vielen jedoch nicht bekannt.

zu meiner zeit gab es durchaus interne anweisungen es nicht zu förmlich zu sehen.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#198

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.01.2016 09:10
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #196
(...)

Und ich dachte, du meinst einfach ein mit Reisekadern besetztes Kontigent bei VEB Taxi, die vorzugsweise den Devisen-Hotels in Berlin zur Verfügung standen, um NSW-Hotelgäste z.B. zu den Westberliner Flugplätzen befördert konnten. Bei Westberliner Taxen bestand auch noch nach dem 9. November 1989 das Problem das ein Taxifahrer mit Westberliner Ausweis keine Ausländer über die Grenze fahren konnte bzw. ein Taxifahrer mit ausländischem Paß nur Ausländer, aber keine Westberliner/Westdeutsche.

Und wie haben die Taxunternehmen das praktisch gelöst?
Theo


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#199

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.01.2016 10:21
von andyman | 1.872 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #196


Und ich dachte, du meinst einfach ein mit Reisekadern besetztes Kontigent bei VEB Taxi, die vorzugsweise den Devisen-Hotels in Berlin zur Verfügung standen, um NSW-Hotelgäste z.B. zu den Westberliner Flugplätzen befördert konnten. Bei Westberliner Taxen bestand auch noch nach dem 9. November 1989 das Problem das ein Taxifahrer mit Westberliner Ausweis keine Ausländer über die Grenze fahren konnte bzw. ein Taxifahrer mit ausländischem Paß nur Ausländer, aber keine Westberliner/Westdeusche.


Das Gäste eines Hotels im Taxi die Güst nach WB passiert haben,kann ich mir nicht vorstellen. Eine Reihe von Problemen sind hier erkennbar,denkt man nur an den Chauffeur,seine Papiere,die mangelnde Ortskenntnis,die Transportmöglichkeit für Devisen oder andere Güter,Versicherungsfragen usw.
Ich kann es nicht belegen aber Taxi zur Güst und weiter mit Westberliner Taxe etwas anderes ist mir nicht bekannt.

Vielleicht äußert sich einer der PKE Leute mal zum Thema,wäre doch interessant für alle.


Gruß aus Südschweden
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#200

RE: Fluchtidee

in Flucht und Fluchtversuche an der innerdeutschen Grenze und Berliner Mauer 21.01.2016 20:13
von eisenringtheo | 9.162 Beiträge

WIMRE gab es DDR Taxis mit Lizenz für Westberlin (natürlich mit besonders zuverlässigen und überprüften Fahrern), bei den wichtigsten Taxihaltestellen in Ostberlin und am Flughafen Schönefeld. Ebenso gab es WB Taxis mit Lizenz für Ostberlin (und Fahrern mit den erforderlichen Papieren). Da die Taxiuhr auch läuft, wenn das Taxi (an der Grenze) stillsteht, dürfte die Nachfrage aber äusserst gering gewesen sein.
Theo


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