#21

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 21:02
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #20
Tja, das ist die andere Seite der Wurst.
Ein Austritt ist ganz einfach, aber dann ist nicht nur viel Kohle weg, auch könnte es dann Probleme geben für die Millionen Polen die im Ausland arbeiten.

Ich denke aber so einfach sollte man das nicht abtun, wir wissen doch selber das die von den Grosskapitalisten herbeigeredete angeblich notwendige Globalisierung beim einfachen Mann viel Schaden anrichtet und ich denke darum gehts vorallem, darum haben die Polen vermutlich nationalkonservativ gewählt.
Hinzu kommt, Polen ist zum Frontstaat gegen Russland "aufgestiegen", auch wenn viele Polen die Russen nicht mögen, Frontstaat möchten wohl die wenigstens sein, denn Polen liegt damit zuerst in Schutt und Asche, also gilt es der Politik von Nato und EU entgegen zu wirken, die Sanktionsgeschichte gegen Russland kommt noch hinzu, die kann Polen auch nicht recht sein.

Nehmen wir mal die Flüchtlingsgeschichte hier im Land, immer mehr Leuten schwant doch was da noch auf uns zukommt.
Wie kann man dem also entgegnen, ja durch die Wahlen erstmal.
Nur bei uns passiert nach den Wahlen jedesmal nichts, es ist egal wen man wählt, der Wähler wird betrogen.

Nun räumen dort die vom Volk Gewählten auf, sie tun es offenbar gründlich und wenig zimperlich, misten den Sumpf der letzten Jahre aus.
Das schmeckt dem Westen nicht, bzw. denen die aus Polen und anderen Ländern dicke Gewinne ziehen und in den letzten Jahren gut besumpft wurden.
Schon wird im Westen ein neuer Despot ala Orban herbei gezaubert, dabei vergessend, das Volk wählte ihn.

Ich sehe das erstmal entspannt, die Polen haben ihre Stimme wieder gefunden und wehren sich gegen die komplette Vereinnahmung.
Wir sollten also aufpassen nicht dem Mainstream zu verfallen.


würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter plötzlich von der NPD oder ähnlichem politischem Gesindel abgesetzt würden und durch willfährige Parteigenossen ersetzt werden würden ? Wir Deutsche sind da ebenfalls kein Vorbild, bei uns waren solche Richter auch durch Parteien eingesetzt worden. Beispiel gefällig : Roland Freisler durch die NSDAP, Hilde Benjamin durch die SED. Sie begingen Justizverbrechen am Fließband, waren nur an Parteibeschlüsse gebunden. Das Schicksal bewahre die Polen vor solchen Justizkriminellen. Und das nennst du auch noch aufräumen ? Uns bleiben hoffentlich solche Politiker in D erspart mit diesen Denkmustern.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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#22

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 21:21
von DoreHolm | 7.675 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #21
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #20
Tja, das ist die andere Seite der Wurst.
Ein Austritt ist ganz einfach, aber dann ist nicht nur viel Kohle weg, auch könnte es dann Probleme geben für die Millionen Polen die im Ausland arbeiten.

Ich denke aber so einfach sollte man das nicht abtun, wir wissen doch selber das die von den Grosskapitalisten herbeigeredete angeblich notwendige Globalisierung beim einfachen Mann viel Schaden anrichtet und ich denke darum gehts vorallem, darum haben die Polen vermutlich nationalkonservativ gewählt.
Hinzu kommt, Polen ist zum Frontstaat gegen Russland "aufgestiegen", auch wenn viele Polen die Russen nicht mögen, Frontstaat möchten wohl die wenigstens sein, denn Polen liegt damit zuerst in Schutt und Asche, also gilt es der Politik von Nato und EU entgegen zu wirken, die Sanktionsgeschichte gegen Russland kommt noch hinzu, die kann Polen auch nicht recht sein.

Nehmen wir mal die Flüchtlingsgeschichte hier im Land, immer mehr Leuten schwant doch was da noch auf uns zukommt.
Wie kann man dem also entgegnen, ja durch die Wahlen erstmal.
Nur bei uns passiert nach den Wahlen jedesmal nichts, es ist egal wen man wählt, der Wähler wird betrogen.

Nun räumen dort die vom Volk Gewählten auf, sie tun es offenbar gründlich und wenig zimperlich, misten den Sumpf der letzten Jahre aus.
Das schmeckt dem Westen nicht, bzw. denen die aus Polen und anderen Ländern dicke Gewinne ziehen und in den letzten Jahren gut besumpft wurden.
Schon wird im Westen ein neuer Despot ala Orban herbei gezaubert, dabei vergessend, das Volk wählte ihn.

Ich sehe das erstmal entspannt, die Polen haben ihre Stimme wieder gefunden und wehren sich gegen die komplette Vereinnahmung.
Wir sollten also aufpassen nicht dem Mainstream zu verfallen.


würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter plötzlich von der NPD oder ähnlichem politischem Gesindel abgesetzt würden und durch willfährige Parteigenossen ersetzt werden würden ? Wir Deutsche sind da ebenfalls kein Vorbild, bei uns waren solche Richter auch durch Parteien eingesetzt worden. Beispiel gefällig : Roland Freisler durch die NSDAP, Hilde Benjamin durch die SED. Sie begingen Justizverbrechen am Fließband, waren nur an Parteibeschlüsse gebunden. Das Schicksal bewahre die Polen vor solchen Justizkriminellen. Und das nennst du auch noch aufräumen ? Uns bleiben hoffentlich solche Politiker in D erspart mit diesen Denkmustern.


Rot: klingt bald so als wäre das eine Art Naturkatastrophe, die wir kaum beeinflussen können. Ist es aber nicht. Es ist stets das Resultat nicht über den Tellerrand schauen könnender "mündiger" Bürger als Wähler.



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#23

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 21:36
von Mike59 | 7.938 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #21
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #20


würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter plötzlich von der NPD oder ähnlichem politischem Gesindel abgesetzt würden und durch willfährige Parteigenossen ersetzt werden würden ? Wir Deutsche sind da ebenfalls kein Vorbild, bei uns waren solche Richter auch durch Parteien eingesetzt worden. Beispiel gefällig : Roland Freisler durch die NSDAP, Hilde Benjamin durch die SED. Sie begingen Justizverbrechen am Fließband, waren nur an Parteibeschlüsse gebunden. Das Schicksal bewahre die Polen vor solchen Justizkriminellen. Und das nennst du auch noch aufräumen ? Uns bleiben hoffentlich solche Politiker in D erspart mit diesen Denkmustern.


Ich glaube es ist nur eine Frage der Zeit bis auch bei uns in D Land rechts außen weder salonfähig wird. Unsere Politik scheint jedenfalls durch ihr derzeitiges Verhalten das Bett zu richten.
Apropos Richter - ist auch in Deutschland kein Wahlamt - ganz besonders unsere höchsten Richter sind nicht unumstritten. Da ist ganz offensichtlich Parteipolitik zu erkennen.

[quote]Wahl der Bundesrichter
das Verfahren bei der Wahl der Richter an den obersten Gerichtshöfen des Bundes wird immer wieder kritisiert. Insbesondere wird die mangelnde Transparenz des Verfahrens und die Tatsache, dass bei der Wahl neben der fachlichen Qualifikation auch die parteipolitische Ausrichtung der Kandidaten eine Rolle spielt, bemängelt. Dementsprechend forderten beispielsweise die Präsidenten der Oberlandesgerichte und des Bundesgerichtshofs auf ihrer Jahrestagung 2002 unter anderem, dass die Bundesrichter in einem transparenten Verfahren ausschließlich aufgrund ihrer persönlichen und fachlichen Eignung zu berufen seien. Der ehemalige Bundesverfassungsrichter Ernst-Wolfgang Böckenförde spricht von „Parteipatronage“ und „personeller Machtausdehnung der Parteien“. Andererseits dient die Beteiligung von gewählten Abgeordneten bei der Richterwahl der Verwirklichung des Demokratieprinzips (Art. 20 Abs. 2 Satz 1 GG), während die Kooptation, also ein System, bei dem sich die Richterschaft durch Zuwahl selbst ergänzt, verfassungsrechtlich unzulässig wäre.[8]

Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Richter_(Deutschland)


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#24

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 21:40
von 1941ziger | 983 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #21

würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter .

...lese ich frei gewählte Bundesrichter .........auch noch vom deutschen Volk oder von wem ?


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
bürger der ddr, suentaler, LO-Wahnsinn, Heckenhaus, Signalobermaat, IM Kressin und Ernst49 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 20.12.2015 21:41 | nach oben springen

#25

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 22:24
von Pitti53 | 8.783 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #22
[quote=Gert|p510996][quote=LO-Wahnsinn|p510994]Tja, das ist die andere Seite der Wurst.
Ein Austritt ist ganz einfach, aber dann ist nicht nur viel Kohle weg, auch könnte es dann Probleme geben für die Millionen Polen die im Ausland arbeiten.

Rot: klingt bald so als wäre das eine Art Naturkatastrophe, die wir kaum beeinflussen können. Ist es aber nicht. Es ist stets das Resultat nicht über den Tellerrand schauen könnender "mündiger" Bürger als Wähler.




Ich wollte es so nicht schreiben. Aber es scheint immer die Ursache zu sein! Manche wissen nicht was sie da tun. Warum auch immer...........


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#26

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 22:30
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #24
Zitat von Gert im Beitrag #21

würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter .

...lese ich frei gewählte Bundesrichter .........auch noch vom deutschen Volk oder von wem ?


Ja meinst du die werden von der Heilsarmee eingesetzt ?


.
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#27

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 22:38
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Zitat
würdest du es auch entspannt sehen, wenn z.B. frei gewählte Bundesrichter plötzlich von der NPD oder ähnlichem politischem Gesindel abgesetzt würden und durch willfährige Parteigenossen ersetzt werden würden ?



NPD oder ähnliches Gesindel ist doch eine ganz andere Kiste.
Es geht doch hier um eine konservative Partei, eine Partei die bereits schonmal den Staat lenkte.
Offenbar, das kann ich nicht einschätzen, gabs mit der alten Regierung zuviel Kungellei zu Ungunsten Polens.
Das heisst, der Staat ist nun natürlich bis in die Spitzen mit Leuten durchsetzt, die die Politik der Konservativen behindern könnten.
Möglicherweise hats von diesen Richtern auch Entscheidungen gegeben, die für Polen schädlich waren, eine Entmachtung daher unumgänglich.
Ob der Stil richtig war, darüber kann man ja diskutieren, ich würde aber als Nationalkonservativer Wahlgewinner auch keine Roten und/oder Linksliberalen im Frack sitzen lassen die meine Arbeit und meine Ziele torpedieren könnten und vermutlich auch torpedieren werden, früher oder später werden die eh neu gewählt und sind dann vermutlich weg vom Fenster.

Denken wir mal an den Absturz der Maschine in Smolensk.
Die Spatzen pfeifen doch von den Dächern, dass da etwas gelaufen sein kann.
Und wenn da etwas gelaufen sein sollte, dann ist die Richtung aus der es kam doch klar, die jetzt Abgewählten kommen aus der gleichen Richtung, nämlich Pro USA, Pro EU und Pro Nato, was die abgestürzte Mannschaft nämlich nicht war.

Wenn es Verstrickungen der alten Regierenden zu Ungunsten Polens gab, dann müssen diese schnellstmöglich getilgt werden um weiteren Schaden abzuwenden und das scheint man mit maximaler Geschwindigkeit umzusetzen.

Ob man diesen Prozess demokratisch bezeichnen kann, auch darüber kann man diskutieren.
Nicht diskutieren kann man aber über den Volkswillen und das Wohl Polens, das ist nicht verhandelbar, in keinem Land und ob demokratische Prozesse immer gut sind, vorallem dann wenn es 5 vor 12 ist, dass ist fraglich.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
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#28

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 23:09
von Gelöschtes Mitglied
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[quote=LO-Wahnsinn

Denken wir mal an den Absturz der Maschine in Smolensk.
Die Spatzen pfeifen doch von den Dächern, dass da etwas gelaufen sein kann.

@LO-Wahnsinn, sieh mal auf diesen Textausschnitt von Dir.
Ich bekomme immer Bauchweh, wenn in einem Beitrag steht, kann, könnte, eventuell, es wäre möglich; hätte, ja, aber, etc.
Oder ein Fragebogen, kreuzen Sie an. Folgefrage:
Wenn Ja, => Warum nicht?
Micha


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#29

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 20.12.2015 23:36
von LO-Wahnsinn | 3.485 Beiträge

Dann trink mal einen Kräutertee oder Schnaps.

Ich könnte natürlich auch schreiben, was mir mein Bauch sagt, jedoch kann ich das nicht beweisen, darum bediene ich mich in der Argumentation der Mutmassung und Spekulation, auch um Anschuldigungen zu vermeiden.
Wir wissen doch wieviel in der Politik getäuscht und gelogen wird, machen wir uns doch nichts vor, solange die Untersuchungen bis heute nicht abgeschlossen sind, solange bleibt auch diese These im Raum.
Nun ist ja die Partei des abgestürzten Präsidenten wieder am Ruder, ich bin gespannt ob die Ermittlungen nun endlich zum Abschluss kommen.


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#30

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 16:52
von ABV | 4.202 Beiträge

Die derzeitige politische Situation sollte man durchaus als Warnung betrachten. Zeigt sich doch deutlich, was geschehen kann wenn große Teile der Bevölkerung den Wahlen fernbleibt und der andere Teil sich, in einem Gemisch aus diffusen Ängsten und der Hoffnung auf falsche Versprechungen, Populisten " an den Hals wirft".
Dabei hätten es die Polen besser wissen müssen. Die "PIS"-Partei" regierte schließlich vor einigen Jahren schon einmal, blamierte das Land ein ums andere Mal, ehe sie fulminant scheiterte.
Um das Comeback der PIS-Partei zu verstehen, muss man die polnische Geschichte kennen. Polen war bekanntlich Ende des 18. Jahrhunderts, teilweise, zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt worden. Bis es ganz von der politischen Landkarte verschwand. Damit verschwanden jedoch nicht die Polen selbst. Sie lebten und verteidigten, quasi unter fremder Besatzung, weiter ihr Polentum. Immer wieder kam es zu Aufständen, die nicht selten blutig niedergeschlagen wurden.
Preußen spielte, besonders im späten 19. Jahrhundert, eine besonders üble Rolle bei der Unterdrückung der Polen. So wurden beispielsweise polnische Vereine verboten. Und nicht nur das: den Polen wurde sogar verboten ihre eigene Sprache zu sprechen. Vieles was bis heute unterschwellig das deutsch-polnische Verhältnis belastet, nahm nicht erst in der Hitlerzeit, sondern bereits weit zuvor ihren Anfang. Dazu gehörte auch die bornierte Überheblichkeit die viele Deutsche gegenüber den Polen an den Tag legten oder, zum Teil, noch heute legen.
Trost fanden die unterdrückten Polen unter anderem bei der katholischen Kirche. Kein Wunder also, dass die Kirche noch heute eine große Rolle in der polnischen Gesellschaft spielt. Selbst in der Zeit des " Kommunismus" blieb die Kirche, mehr als in den anderen sozialistischen Staaten, in der Öffentlichkeit präsent. Es war durchaus nicht ungewöhnlich, dass ein Mitglied der " Kommunistischen Partei" gleichzeitig ein eifriger Kirchgänger war. Ein beispielsweise in der DDR undenkbarer Vorgang!
Den Polen wird, nicht zu Unrecht, ein starke Anlehnung an die USA nachgesagt. Setzte sich doch vor allem die USA nach dem Ersten Weltkrieg für das Wiedererstehen des polnischen Staates ein. Deutschland musste dabei zum ersten Mal Gebiete an Polen abtreten. Wobei es sich überwiegend um jene Gebiete handelte, die den Polen von Preußen im Ergebnis der Teilungen weggenommen wurden. Darunter auch die Region Poznan ( Posen), die als " Wiege Polens" gilt. Gleichzeitig wurde dadurch gewissermaßen der Keim für neue Konflikte gelegt.

Die Angst und das Misstrauen gegenüber Deutschland, aber auch gegenüber Russland blieb bei den Polen weiterbestehen. Spätestens am 01. September 1939 zeigte sich, wie Recht die Polen hatten. Deutschland und Russland, bzw die Sowjetunion, überfielen das Land und teilten es erneut unter sich auf.

Sowohl Deutschland als auch die Sowjetunion verübten im besetzten Polen schwere Verbrechen. Das auf das Konto der Sowjetunion gehende " Massaker von Katyn" , bei den tausende polnische Offiziere ermordet wurden, ist nur eines von vielen. Das jedoch in der heutigen Zeit, durch den Absturz der polnischen Regierungsmaschine, im Jahre 2010, in der Nähe von Katyn, eine weitere einschneidende Bedeutung erfuhr. Und nicht zuletzt ausreichend Stoff für Verschwörungstheorien bot. Wieder einmal zeigte sich, dass die Narben der Vergangenheit noch lange nicht verheilt sind.

Polen hat während seiner Existenz eine Menge Erniedrigungen und Angriffe erleiden müssen. Im Namen Deutschlands, dass sollte niemals vergessen werden, sollten die Polen sogar versklavt und ausgerottet werden. Diese Zeit liegt erst schlappe siebzig Jahre zurück. Geschichtlich gesehen, " ein Furz".

Wie so oft im Leben verursacht Druck Gegendruck. Viele Polen reagierten mit einem gesteigerten Nationalgefühl, dass bisweilen in blanken Nationalismus umschlagen kann, auf die besagten in der Vergangenheit erlittenen Angriffe und Erniedrigungen. Angesichts der Ereignisse des 20. Jahrhunderts kann wohl jeder verstehen, dass sich viele Polen, noch immer zwischen Deutschland und Russland " eingezwängt" und von diesen latent bedroht fühlen.

Misstrauen besteht bei vielen aber auch gegenüber der " Europäischen Union". Die gewissermaßen als " trojanisches Pferd" der Deutschen, zur " schleichenden Wiederinbesitznahme nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen verlorener Gebiete" angesehen wird. Dämliche Äußerungen gewisser deutscher Funktionäre und Politiker tuen dabei ihr Übriges.

Die " Flüchtlingskrise" und die damit einhergehende, unter anderem von der katholischen Kirche geschürte Angst vor Überfremdung, stellten sozusagen den Tropfen dar, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eben der richtige Boden auf dem eine Populistenpartei wie die " PIS" gedeiht. Man nehme Ängste, Vorurteile und Klischees, mische diese mit geschickt lancierten Versprechen, schon ist man dem Wahlerfolg ein großes Stück näher gekommen. Wenn dann noch viele Menschen, vor allem jene die mit eben dieser Partei nichts am Hut haben, der Wahl selbst fernbleiben, kann nichts mehr schiefgehen.

Jedenfalls vorerst nicht. Populisten haben eines gemeinsam: Sie reden viel, versprechen viel, wissen jedoch meist nie wie diese Versprechen in die Praxis umgesetzt werden können. Stattdessen werden Unmengen " politisches Porzellan", wie gegenwärtig in Polen, zerschlagen. Solche Parteien zerlegen sich in schöner Regelmäßigkeit selbst. Spätestens wenn die ersten vollmundig angekündigten Wahlversprechen wie Seifenblasen zerplatzten, dürfte es eng werden für die jetzige polnische Regierung. Das ist ja das schöne an der Demokratie: Parteien können gewählt werden. Man kann sie aber auch wieder abwählen! Mich würde es nicht wundern, wenn die " PIS-Partei" noch vor den nächsten Wahlen wieder verschwindet.

Und noch eine Bemerkung am Rande: zu denen die sich über die aktuelle polnische Regierung freuten, gehört auch der AfD-Vorsitzende von Brandenburg, Gauland. Der selbe Gauland, der vor kurzem die Errichtung von Zäunen an der polnischen Grenze forderte!!??? Ist dem Mann denn wirklich nicht klar, wie sehr er mit seiner Partei alte Vorurteile der Polen gegenüber den Deutschen wieder aufleben ließ?
Last but not least: wer wissen möchte was nach einem Wahlsieg der AfD in Deutschland passiert, sollte einfach nach Polen blicken. Populistische Parteien verschiedener Staaten mögen sich zwar " nicht leiden können", ähneln sich in vielen Dingen aber doch wie ein Ei das andere.

Gruß an alle
Uwe


www.Oderbruchfotograf.de

http://seelow89.wordpress.com/tag/volkspolizei-seelow/


1941ziger, Hanum83, Gert, IM Kressin, kassberg, Thüringer1970 und Schuddelkind haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#31

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 17:32
von 1941ziger | 983 Beiträge

Ja, was macht aber Polen wenn eine Retourkutsche käme, in der Form etwa
.....wir Deutschen machen unsere Arbeit in Deutschland und die 12.5 Milliarden von der EU
werden gestrichen.


Ich höre sie schon schreien........


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
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#32

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 17:35
von Freienhagener | 3.851 Beiträge

Polen distanziert sich von der EU aber sicherlich nicht von den USA.
Als Frontstaat hat es sich selbst angeboten und befürwortet eine Rüstung gegen Rußland aus geschichtlicher Erfahrung heraus.
Kaczinsky ist bekanntlich militant antirussisch eingestellt. Und das bringt auf sich allein gestellt nichts.

Und gegen die EU ist Polen erst jetzt, nur wegen der Flüchtlingspolitik.
In dieser Hinsicht steht eher Deutschland allein.
Wer sich wem anpassen soll, ist keine Frage der Vernunft, sondern m. E. augenblicklich eine Frage der Unvernunft des Stärkeren.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
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zuletzt bearbeitet 21.12.2015 17:40 | nach oben springen

#33

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 19:22
von Signalobermaat | 356 Beiträge

Zu Gert
Berufsrichter sind Staatsbedienstete und werden ernannt.In der Regel sind sie auch parteipolitisch eingebunden.Sie sollten zwar nur ihrem Gewissen verpflichtet sein, wie auch Abgeordnete,aber auch hier ist fraglich. ob mache eines haben."Dessen Brot ich ess,...."
Also, so richtig bist du in der Demokratie der BRD noch nicht angelangt. Richter werden nicht vom Volke gewählt.
Beim Bund gibt es Richterwahlausschüsse, bestehen aus Ministern und Senatoren der Länder und in gleicher Anzahl Mitglieder, die vom Bundestag gewählt werden.Also schon mal alles handverlesene Leute.
Die Vorschläge für das Richteramt kommen vom zuständigen Bundesminister, oder von den Mitgliedern des Richterwahlausschusses.Der Präsidialrat des jeweiligen Gerichtes muß dazu Stellung beziehen.
Wenn das erfolgt ist,legt der Bundesminister dem Wahlausschuß die Akten vor und die prüfen,sowohl fachlich, als ich sage es mal mit meinen Worten, die Gesinnung,damit ja kein Nichtlinientreuer in so ein Amt kommt.
Wenn der Richterwahlausschuß das befürwortet,ist die Zustimmung des Bundesministers erforderlich.Der schägt dem Bundespräsidenten die Ernennung vor, der diese nach Gegenzeichnung durch Kanzler und Bundesminister vornimmt.Für das BVG gibt es noch ein gesondertes Verfahren
Soweit so gut.Also ein Wahlverfahren,wo schon gesichert ist,daß nur linientreue Kandidaten ins Amt kommen,da muß man nicht mit dem Finger aus die DDR verweisen.
Nun könnte man meinen, es ist immer noch demokratisch.
Kritik gibt es an diesem Verfahren schon seit 2002 vom ehemaligen Bundesrichter Böckenförde, er fordert schon seit langem mehr Transparenz bei der Richterwahl und spricht von Parteipatronage und personeller Machtausübung der Parteien durch bzw. im Richteramt.
Und je höher ein Richteramt um so näher die Bindung an politische Entscheidungen durch die Regierung.
Das beste Beispiel und ich muß es zum wiederholtem male aussprechen ist die Strafrentengesetzgebung.
Ich bin bei ISOR, Mitglied der ehrenamtlichen AG Rentenrecht, da werden auch immer wieder Verfahren vor Sozialgerichten bzw. auch unsere Anträge beim BVG ausgewertet.
Es gibt Sozialrichter, die sagen unseren Anwälten immer wieder, ihr habt recht, aber wenn ich mich dafür einsetze werde ich arbeitslos, weil es politisch nicht gewollt ist.
Nun haben wir ja zum Glück nicht mehr die politische Zeit der Waldheimprozesse der DDR,wo zum Teil ja noch die Besatzungsmacht das Recht vorgegeben hatte,aber politisch unabhängig sind Richter gerade was pol. Verfahren sind in der BRD auch nicht.



DoreHolm, IM Kressin, Ernst49, bürger der ddr und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#34

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 19:58
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #30
[...]
Die Angst und das Misstrauen gegenüber Deutschland, aber auch gegenüber Russland blieb bei den Polen weiterbestehen. Spätestens am 01. September 1939 zeigte sich, wie Recht die Polen hatten. Deutschland und Russland, bzw die Sowjetunion, überfielen das Land und teilten es erneut unter sich auf.
[...]


Die Sowjetunion rückte im Prinzip bis zur 1920 von den allierten Mächten
vorgeschlagenen Curzon-Linie vor (ganz grob also der Ostgrenze Polens
von 1919). Da Polen dies ablehnte fielen Gebiete östlich davon 1921 in
polnische Hand (Frieden von Riga). Die Sowjets hatten damit eher Grund
Polen gegenüber mißtrauisch zu sein als umgekehrt.

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#35

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 21.12.2015 20:11
von IM Kressin | 907 Beiträge

Zitat von ABV im Beitrag #30
Die derzeitige politische Situation sollte man durchaus als Warnung betrachten. Polen war bekanntlich Ende des 18. Jahrhunderts, teilweise, zwischen Preußen, Österreich und Russland aufgeteilt worden. Bis es ganz von der politischen Landkarte verschwand. Damit verschwanden jedoch nicht die Polen selbst. Sie lebten und verteidigten, quasi unter fremder Besatzung, weiter ihr Polentum. Immer wieder kam es zu Aufständen, die nicht selten blutig niedergeschlagen wurden.

Die Angst und das Misstrauen gegenüber Deutschland, aber auch gegenüber Russland blieb bei den Polen weiterbestehen. Spätestens am 01. September 1939 zeigte sich, wie Recht die Polen hatten. Deutschland und Russland, bzw die Sowjetunion, überfielen das Land und teilten es erneut unter sich auf.

Wieder einmal zeigte sich, dass die Narben der Vergangenheit noch lange nicht verheilt sind.

Wie so oft im Leben verursacht Druck Gegendruck. Viele Polen reagierten mit einem gesteigerten Nationalgefühl, dass bisweilen in blanken Nationalismus umschlagen kann, auf die besagten in der Vergangenheit erlittenen Angriffe und Erniedrigungen. Angesichts der Ereignisse des 20. Jahrhunderts kann wohl jeder verstehen, dass sich viele Polen, noch immer zwischen Deutschland und Russland " eingezwängt" und von diesen latent bedroht fühlen.

Misstrauen besteht bei vielen aber auch gegenüber der " Europäischen Union". Die gewissermaßen als " trojanisches Pferd" der Deutschen, zur " schleichenden Wiederinbesitznahme nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen verlorener Gebiete" angesehen wird. Dämliche Äußerungen gewisser deutscher Funktionäre und Politiker tuen dabei ihr Übriges.

Die " Flüchtlingskrise" und die damit einhergehende, unter anderem von der katholischen Kirche geschürte Angst vor Überfremdung, stellten sozusagen den Tropfen dar, der das Fass zum Überlaufen brachte. Eben der richtige Boden auf dem eine Populistenpartei wie die " PIS" gedeiht. Man nehme Ängste, Vorurteile und Klischees, mische diese mit geschickt lancierten Versprechen, schon ist man dem Wahlerfolg ein großes Stück näher gekommen. Wenn dann noch viele Menschen, vor allem jene die mit eben dieser Partei nichts am Hut haben, der Wahl selbst fernbleiben, kann nichts mehr schiefgehen.

Und noch eine Bemerkung am Rande: zu denen die sich über die aktuelle polnische Regierung freuten, gehört auch der AfD-Vorsitzende von Brandenburg, Gauland. Der selbe Gauland, der vor kurzem die Errichtung von Zäunen an der polnischen Grenze forderte!!??? Ist dem Mann denn wirklich nicht klar, wie sehr er mit seiner Partei alte Vorurteile der Polen gegenüber den Deutschen wieder aufleben ließ?
Last but not least: wer wissen möchte was nach einem Wahlsieg der AfD in Deutschland passiert, sollte einfach nach Polen blicken. Populistische Parteien verschiedener Staaten mögen sich zwar " nicht leiden können", ähneln sich in vielen Dingen aber doch wie ein Ei das andere.

Gruß an alle
Uwe




An erster Stelle ist die Bundeskanzlerin zu nennen, die dafür die Verantwortung trägt, dass alte Vorurteile der Polen gegenüber Deutschland bedient werden.

Die Kanzlerin bestimmt nicht nur wie das Vereinigte Europa auszusehen hat. Folgt ein Land nicht „aus freiem Entschluß“ dem von ihr verordneten Leitfaden , dann kündigt man eben mehr oder weniger offen den Entzug finanzieller Mittel an.

Ein Land wie Polen, dass seit 300 Jahren Spielball seiner Nachbarn war, reagiert da schon mal kribbelig.

Das vom Ehrenbürger der Stadt Lübeck, Franz Emanuel Geibel verwendete Schlagwort: „Am deutschen Wesen mag die Welt genesen“ war als Aufruf zu verstehen, die vor der Gründung des Deutschen Reiches bestehenden Einzelstaaten zu einen.

Das geeinte deutsche Staatswesen sollte eine vermittelnde Wirkung aus das Staatengefüge in Europa ausüben.

Die Auswirkung der aktuellen Politik wird nicht vermittelnd sondern autokratisch wahrgenommen.

Dank der besonderen, zartfühlenden Flüchtlingspolitik wird die EU und die von der Kanzlerin bestimmte Aussenpolitik als komprommissloses Hegemoniegebaren empfunden. Polen ist verständlicherweise nicht bereit, sich einen deutschen Stempel aufdrücken zu lassen, noch viel weniger in einer innenpolitisch verunsicherten Zeit deutsche Probleme zu importieren.

Zu einer gutgesinnten , deutschen Aussenpolitik gehört auch ein respektvoller, gewogener Umgang mit Nachbarn. Ohne diese Wertschätzung und Anerkennung des Nachbarn, seine Angelegenheiten selbst zu bestimmen, wird sich nichts zum Besseren wenden.

Die Engstirnigkeit der deutschen Innenpolitik nun als Alleinstellungsmerkmal stümperhaft in die Außenpolitik zu übertragen, hat desaströse Reaktionen der Nachbarstaaten zur Folge.

Die Bürger dieser Länder lassen sich nicht entmündigen, bevormunden und am Gängelband der Kanzlerin führen schon gar nicht.

Dank dieser Kanzlerin und ihrer Politik werden 2017 in Holland und Frankreich die Populisten große Gewinne erzielen.

Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
Mike59, exgakl, Grenzläufer, Ernst49, bürger der ddr und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#36

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 22.12.2015 10:40
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #33
Zu Gert
Berufsrichter sind Staatsbedienstete und werden ernannt.In der Regel sind sie auch parteipolitisch eingebunden.Sie sollten zwar nur ihrem Gewissen verpflichtet sein, wie auch Abgeordnete,aber auch hier ist fraglich. ob mache eines haben."Dessen Brot ich ess,...."
Also, so richtig bist du in der Demokratie der BRD noch nicht angelangt. Richter werden nicht vom Volke gewählt.
Beim Bund gibt es Richterwahlausschüsse, bestehen aus Ministern und Senatoren der Länder und in gleicher Anzahl Mitglieder, die vom Bundestag gewählt werden.Also schon mal alles handverlesene Leute.
Die Vorschläge für das Richteramt kommen vom zuständigen Bundesminister, oder von den Mitgliedern des Richterwahlausschusses.Der Präsidialrat des jeweiligen Gerichtes muß dazu Stellung beziehen.
Wenn das erfolgt ist,legt der Bundesminister dem Wahlausschuß die Akten vor und die prüfen,sowohl fachlich, als ich sage es mal mit meinen Worten, die Gesinnung,damit ja kein Nichtlinientreuer in so ein Amt kommt.
Wenn der Richterwahlausschuß das befürwortet,ist die Zustimmung des Bundesministers erforderlich.Der schägt dem Bundespräsidenten die Ernennung vor, der diese nach Gegenzeichnung durch Kanzler und Bundesminister vornimmt.Für das BVG gibt es noch ein gesondertes Verfahren
Soweit so gut.Also ein Wahlverfahren,wo schon gesichert ist,daß nur linientreue Kandidaten ins Amt kommen,da muß man nicht mit dem Finger aus die DDR verweisen.
Nun könnte man meinen, es ist immer noch demokratisch.
Kritik gibt es an diesem Verfahren schon seit 2002 vom ehemaligen Bundesrichter Böckenförde, er fordert schon seit langem mehr Transparenz bei der Richterwahl und spricht von Parteipatronage und personeller Machtausübung der Parteien durch bzw. im Richteramt.
Und je höher ein Richteramt um so näher die Bindung an politische Entscheidungen durch die Regierung.
Das beste Beispiel und ich muß es zum wiederholtem male aussprechen ist die Strafrentengesetzgebung.
Ich bin bei ISOR, Mitglied der ehrenamtlichen AG Rentenrecht, da werden auch immer wieder Verfahren vor Sozialgerichten bzw. auch unsere Anträge beim BVG ausgewertet.
Es gibt Sozialrichter, die sagen unseren Anwälten immer wieder, ihr habt recht, aber wenn ich mich dafür einsetze werde ich arbeitslos, weil es politisch nicht gewollt ist.
Nun haben wir ja zum Glück nicht mehr die politische Zeit der Waldheimprozesse der DDR,wo zum Teil ja noch die Besatzungsmacht das Recht vorgegeben hatte,aber politisch unabhängig sind Richter gerade was pol. Verfahren sind in der BRD auch nicht.


na du bist ja einer der ganz Schlauen. Aber deinen Vortrag über die Richterwahl hättest du dir sparen können, ist bekannt. Deine Interpretation derselben möchte ich nicht weiter kommentieren-stammt eben aus dem Nahen Osten
Noch ein Wort zu den "Strafrenten" . Nach meiner Definition ist sie rechtens, weil sie endlich eurem Anspruch gerecht wird. Ihr habt euch als Schwert und Schild der Arbeiterklasse und ihrer Partei SED stets ausgegeben. Die Partei hat euch nach ihrem Prinzip bezahlt, die Guten werden belohnt und die Schlechten schaffen wir nach Hohenschönhausen, etwas krass formuliert, aber um das Bild zu verdeutlichen, wenn du verstehst was ich meine.
Nun ist die Rentenversicherung hingegangen auf besonderen Wunsch der DDR Arbeiterklasse ( westd. Arbeiter hatten da kein Interesse daran)
und hat euch rententechnische in die Gruppe Arbeiterklasse eingefügt. Die besonderen Treuprämien auf eurem Gehalt zu DDR Zeiten zur SED fielen dabei selbstverständlich unter den Tisch. Damit ist die Gerechtigkeit wieder hergestellt. Denn sei mal ehrlich, wer lässt sich gern einsperren, verfolgen , verhaften aus Gesinnungsgründen und soll dann noch seine Bewacher mit für DDR Verhältnisse ( nicht im Vergleich zu uns, ich habe über eure Stasi-Gehälter nur müde gelächelt, habe sie nämlich mal gesehen ) fürstlichen Gehältern bezahlen?
Na denn, fröhliche Weihnachten und ein ertragreiches neues Jahr


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
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Mahatma Gandhi
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#37

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 22.12.2015 14:31
von DoreHolm | 7.675 Beiträge

zu #36, da ich nicht alles wiederholen will. Ich glaube nicht, Gert, daß Du weißt, um was die als sog. "Staatstragenden" betrogen wurden. Es ist kein Geheimnis, daß normale Beschäftigte bei gleicher Arbeit bzw. Verantwortungsbereich, selbst wenn sie im Westen bei einer westdeutschen Firma angestellt waren, schlechter bezahlt wurden (Ausnahmen gibt es natürlich) als gebürtige Westdeutsche. Mir ging es so. Meine Firma hat mich, wenn ich das auch auf die Rente hochrechne, um mindestens 20.000,- € betrogen und ich habe das erst mitbekommen, als es mir so nach und nach meine westdeutschen Kollegen gesteckt hatten. Fachlich habe ich etliche von ihnen in den Sack gesteckt, das kann ich ohne Übertreibung heute sagen und meine Chefin wußte das, hat aber nichts dergleichen bezüglich Anhebung getan, weil ihre Prämie wiederum auch an den Kosten ihrer Abteilung gemessen wurde. Das sind nur Beispiele aus dem normalen Beschäftigtenverhältnissen. Warum soll es da in dem Bereich, der hier gemeint wurde, anders gewesen sein ? Es wäre insofern noch etwas verständlich, wenn es mit den höheren Funktionsträgern des III. Reiches ebenso gehandhabt worden wäre. War aber nicht. Und warum nicht ? Weil es sich um Träger des gleichen Systems, nämlich des Kapitalistischen, gehandelt hatte. Jetzt hatte es die Bundesregierung aber mit tatsächlichen Gegnern ihres Gesellschaftssystems zu tun und das war der eigentliche Grund für diese finanzielle Ungleichstellung. Ein weiterer Grund war, daß man sich damit Wählerzustimmungen erhofft hat, was zwar auch anfangs geklappt hat, aber zum Glück nicht lange. Und Dein Grund ist Dein abgrundtiefer Hass auf alles, was irgendwie links und russisch ist und nicht einer realistischen Einschätzung geschuldet. Einem Sammlerfreund von mir wurde erst dann eine Nachzahlung gewährt, als das Bundesverfassungsgericht hier den Gleichheitsgrundsatz angewendet hat genauso wie es meinem Vater ging. Der Bekannte war von mir war von Jugend an Musiker beim Stabsmarineorchester und hatte dadurch in der Zeit einen höheren Dienstgrad erreicht und mein alter Herr war Chef in einem größeren mittelständischen Betrieb, also reiner Wirtschaftler. Warum wurden denn durch die durch die BW übernommene Offiziere erst mal degradiert ? Etwa weil ihr militärisches Wissen und Können nichts taugte ? Es war eine nachträgliche politisch motivierte Demütigung und eine Möglichkeit, die Kosten der Wiedervereinigung zu verringern.

Ohje, ein Blick nach oben zum Thema hat mir gesagt, das das völlig OT ist. Löschen tue ich´s aber trotzdem nicht mehr.



Signalobermaat, bürger der ddr und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.12.2015 14:34 | nach oben springen

#38

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 22.12.2015 15:28
von StabsfeldKoenig | 2.616 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #36
Zitat von Signalobermaat im Beitrag #33
Zu Gert
Berufsrichter sind Staatsbedienstete und werden ernannt.In der Regel sind sie auch parteipolitisch eingebunden.Sie sollten zwar nur ihrem Gewissen verpflichtet sein, wie auch Abgeordnete,aber auch hier ist fraglich. ob mache eines haben."Dessen Brot ich ess,...."
Also, so richtig bist du in der Demokratie der BRD noch nicht angelangt. Richter werden nicht vom Volke gewählt.
Beim Bund gibt es Richterwahlausschüsse, bestehen aus Ministern und Senatoren der Länder und in gleicher Anzahl Mitglieder, die vom Bundestag gewählt werden.Also schon mal alles handverlesene Leute.
Die Vorschläge für das Richteramt kommen vom zuständigen Bundesminister, oder von den Mitgliedern des Richterwahlausschusses.Der Präsidialrat des jeweiligen Gerichtes muß dazu Stellung beziehen.
Wenn das erfolgt ist,legt der Bundesminister dem Wahlausschuß die Akten vor und die prüfen,sowohl fachlich, als ich sage es mal mit meinen Worten, die Gesinnung,damit ja kein Nichtlinientreuer in so ein Amt kommt.
Wenn der Richterwahlausschuß das befürwortet,ist die Zustimmung des Bundesministers erforderlich.Der schägt dem Bundespräsidenten die Ernennung vor, der diese nach Gegenzeichnung durch Kanzler und Bundesminister vornimmt.Für das BVG gibt es noch ein gesondertes Verfahren
Soweit so gut.Also ein Wahlverfahren,wo schon gesichert ist,daß nur linientreue Kandidaten ins Amt kommen,da muß man nicht mit dem Finger aus die DDR verweisen.
Nun könnte man meinen, es ist immer noch demokratisch.
Kritik gibt es an diesem Verfahren schon seit 2002 vom ehemaligen Bundesrichter Böckenförde, er fordert schon seit langem mehr Transparenz bei der Richterwahl und spricht von Parteipatronage und personeller Machtausübung der Parteien durch bzw. im Richteramt.
Und je höher ein Richteramt um so näher die Bindung an politische Entscheidungen durch die Regierung.
Das beste Beispiel und ich muß es zum wiederholtem male aussprechen ist die Strafrentengesetzgebung.
Ich bin bei ISOR, Mitglied der ehrenamtlichen AG Rentenrecht, da werden auch immer wieder Verfahren vor Sozialgerichten bzw. auch unsere Anträge beim BVG ausgewertet.
Es gibt Sozialrichter, die sagen unseren Anwälten immer wieder, ihr habt recht, aber wenn ich mich dafür einsetze werde ich arbeitslos, weil es politisch nicht gewollt ist.
Nun haben wir ja zum Glück nicht mehr die politische Zeit der Waldheimprozesse der DDR,wo zum Teil ja noch die Besatzungsmacht das Recht vorgegeben hatte,aber politisch unabhängig sind Richter gerade was pol. Verfahren sind in der BRD auch nicht.


na du bist ja einer der ganz Schlauen. Aber deinen Vortrag über die Richterwahl hättest du dir sparen können, ist bekannt. Deine Interpretation derselben möchte ich nicht weiter kommentieren-stammt eben aus dem Nahen Osten
Noch ein Wort zu den "Strafrenten" . Nach meiner Definition ist sie rechtens, weil sie endlich eurem Anspruch gerecht wird. Ihr habt euch als Schwert und Schild der Arbeiterklasse und ihrer Partei SED stets ausgegeben. Die Partei hat euch nach ihrem Prinzip bezahlt, die Guten werden belohnt und die Schlechten schaffen wir nach Hohenschönhausen, etwas krass formuliert, aber um das Bild zu verdeutlichen, wenn du verstehst was ich meine.
Nun ist die Rentenversicherung hingegangen auf besonderen Wunsch der DDR Arbeiterklasse ( westd. Arbeiter hatten da kein Interesse daran)
und hat euch rententechnische in die Gruppe Arbeiterklasse eingefügt. Die besonderen Treuprämien auf eurem Gehalt zu DDR Zeiten zur SED fielen dabei selbstverständlich unter den Tisch. Damit ist die Gerechtigkeit wieder hergestellt. Denn sei mal ehrlich, wer lässt sich gern einsperren, verfolgen , verhaften aus Gesinnungsgründen und soll dann noch seine Bewacher mit für DDR Verhältnisse ( nicht im Vergleich zu uns, ich habe über eure Stasi-Gehälter nur müde gelächelt, habe sie nämlich mal gesehen ) fürstlichen Gehältern bezahlen?
Na denn, fröhliche Weihnachten und ein ertragreiches neues Jahr


Sowohl, das, was die Bundesregierung damals tat (bzw. dem "Marionettenregime des 18. März" gegenüber anordnete), als auch vorstehende Meinung zeigen, daß es falsch war, nicht gleich 1990 einen Aufstand gegen die Annektion zu organisieren.



DoreHolm, Heckenhaus und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#39

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 22.12.2015 15:44
von Heckenhaus | 5.110 Beiträge

Zitat von StabsfeldKoenig im Beitrag #38


Sowohl, das, was die Bundesregierung damals tat (bzw. dem "Marionettenregime des 18. März" gegenüber anordnete), als auch vorstehende Meinung zeigen, daß es falsch war, nicht gleich 1990 einen Aufstand gegen die Annektion zu organisieren.


Volle Zustimmung, das war keine (Wieder)-Vereinigung, sondern eine feindliche Übernahme
Auch wenn diese Äußerung mir wieder Gegenwind einbringt, es ist meine Meinung.
So wie das ablief, fügt man keine zwei Staaten zusammen, auch nicht, wenn sie die gleiche Sprache sprechen.
Eine in freier Entscheidung durch den Bürger legitimierte Verfassung hat Deutschland ebenfalls noch immer nicht.
Ist aber im GG als Artikel 146 verankert.

Respekt, wenn die Polen die Demokratie jetzt leben.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
DoreHolm, Signalobermaat, Ernst49, bürger der ddr und LO-Wahnsinn haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 22.12.2015 15:44 | nach oben springen

#40

RE: Was läuft in Polen ab?

in Themen vom Tage 22.12.2015 16:02
von damals wars | 12.113 Beiträge

Gerade die Polen müssten doch wissen, wie wichtig Hilfe für Flüchtlinge ist, waren sie doch oft genug selbst Flüchtlinge. Ob nun nach den Aufstände 1815–1864 im Europa,oder im neu erstehenden Polen nach dem ersten und nach dem zweiten Weltkrieg.
Und als " Feinbild" dient Ihnen in meiner Erinnerung mehr eine Frau Steinbach als eine Frau Merkel.
Frau Merkel hat nie die polnische Grenze in Frage gestellt!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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