#61

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 14:43
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #44
Bereits zu Kaisers Zeiten und bei den Nazis wurden in Bautzen Politische inhaftiert. Die DDR hat das nur fortgesetzt.

Gelegentlich handelte es sich sogar um die gleichen Personen, die aus politischen Gründen von den Nazis und dann später von den Kommunisten inhaftiert wurden. Im KZ Buchenwald soll das sehr häufig so der Fall gewesen sein.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#62

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 15:03
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Sperrbrecher im Beitrag #61
Zitat von turtle im Beitrag #44
Bereits zu Kaisers Zeiten und bei den Nazis wurden in Bautzen Politische inhaftiert. Die DDR hat das nur fortgesetzt.

Gelegentlich handelte es sich sogar um die gleichen Personen, die aus politischen Gründen von den Nazis und dann später von den Kommunisten inhaftiert wurden. Im KZ Buchenwald soll das sehr häufig so der Fall gewesen sein.




Im Bundesgebiet auch...............: KPD-Verbot 1956:

http://www.sopos.org/aufsaetze/41a6df71cd03f/1.phtml



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#63

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 15:54
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Ich glaube, man muß zu dem Begriff Unrechtsurteil noch einige Worte verlieren.Unrechtsurteile gibt es immer wieder und zwar in jedem Staat.
Das kann verschiedene Ursachen haben,daß zum Zeitpunkt der Verurteilung nur ungenügend entlastende Info. vorlagen, oder aber die Beweiswürdigung wurde vom Gericht falsch gesehen.Dafür gab es dann aber Rechtsmittel,bis zur höchsten Instanz.
Das Strafrecht schein auf den ersten Blick einfach, was den besonderen Teil,( die Handlung und den Straftenor) betrifft. Davorgelagert ist der sehr komplizierte Allgemeine Teil, der den gesamten Schuldvorsatz,die Begehungsweisen, Schutz und Angriffsobjekt, die der Tat zugrunde liegenden obj. und subj. Umstände u. Bedingungen und vieles mehr zu beachten und zu analysieren ist.Also für einen Nichtjuristen in der Regel nicht zu durchschauendes Gewirr.
Wenn der Verdacht einer Straftat zur Anzeige kommt,ob Antrags- oder Offizialdelikt muß eine Prüfung erfolgen und wenn sich eine strafbare Handlung bestätigt ist die Handlung zu würdigen,Anklage oder Einstellung. Und eine Handlung, die vor Gericht keine Chance der Verurteilung hat, wird nicht zur Anklage kommen,sondern wird anders sanktioniert.
Ich glaube kaum, daß er seine Behauptung,der Richter hätte auf Anweisung von SED u. MfS gehandelt, beweisen kann.
Wenn eine Anstiftung zur Rechtsbeugung publik wird, kann das internat. Konsequenzen haben,die Westpresse wäre auf die Tische vor Freude gesprungen.
Wie es ganz oben gehandhabt wurdwe weiß ich nicht, in den Kreisen hätte sich das keiner gewagt,dem Richter das Urteil vorzugeben.
Ob es nun Recht oder Unrecht ist, wird doch vom Laien anders empfunden, als vom Gesetzgeber .
Das subjektive Empfinden für Rechz und Unrecht, hängt doch auch weitesgehend von der persönlichen Überzeugung ab.
Also, wenn jemand ein Kind sexuell mißbraucht und tötet und die Eltern erschlagen ihn, würden viele sagen,richtig gerechte Strafe.
Der Gesetzgeber sagt aber Mord,verurteilen die Eltern zu Recht,weil sie Unrecht taten.So verständlich es auch erscheinen mag.
Aber mal zurück,wie jeder so sein persönliches Recht oder Unrecht sehen kann.
Ich kann mich noch an die Meinung einiger User erinnern, als es um die Strafrenten für MfS ging.Sie urteilten das ist gerecht, Gert war auch einer von ihnen.
Vom Recht her ist es Unrecht sagt Verfassungsrechtler Prof. Dr.Mertens im Band 310 Schriftednreihe Humbolt-Uni.Und er sagt weiter, es ist keine rechtliche sondern eine politische Entscheidung.
So unterschiedlich kann man ein und den selben Sachverhalt, von seiner persönlichen Einstellung her beurteilen
Es ist rein rechtlich Diebstahl,denn die Beiträge in die SV wurden vom privaten Lohnanteil bezahlt.
Also. wenn die Politiker der Bundesrepublik in das Verfassungsrecht eingreifen, ist es rechtens.Wenn DDR Politiker gleiches getan hätten ist es Unrecht.
Nach dem Prinzip, wenn zwei das Gleiche tun, oder wie.
Mit dieser Rechtssprechung wurde die Existenz deines Onkels vernichtet.Ja was glaubst du denn, wievel Existenzen von ehemaligen DDR Bürgern mit der Einheit vernichtet wurden, ohne eine Chance noch einmal auf die Beine zu kommen.Der größte Teil der Berufssoldaten, aller bewaffneten Organe , die nicht übernommen bzw. schon zu alt, aber für die Rente zu jung waren .Viele Angeh. von Zusatzversorgungsgruppen, wie Balett usw.Hunderte von Petitionen von betroffenen Gruppen wurden eingereicht.Im Juli vor der Sommerpause alle gestrichen iohne zu prüfen,
ja was haben wir denn für ein Recht, oder besser Unrecht.
Millionen Werktätiger verloren Arbeit und Zukunft und mußten sehen, wie sie zurecht kamen in dem neuen System.Sehr viele kamen nicht mehr zurecht.
Berufsverbot erhielt ich und viele andere Kollegen laut Einigungsvertrag.
Ich glaube , daß kaum einer von denen, deren Existenz so brutal vernichtet wurde, einen solchen Haß auf den Kapitalismus hat, wie du auf den Kommunismus, oder was du darunter zu vertstehen glaubst,denn das was wir in der DDR hatten bzw, anderswo gestaltet wurde ging vom Sozialismus des Marxismus meiner Meinung nach ein ganzes Stück weg.Es war so sicherlich nicht angedacht.
Das ist aber überall so, wenn Theorie und Praxis nicht mehr übereinstimmt und sich keiner mehr getraut oder aber in der Lage ist,das Schiff wieder auf Kurs zu bringen.
Es ist nicht der Sozialismus der Schuld ist, es sind Menschen,die es nicht verstanden haben, die Idee so umzusetzten.
Vielleicht kann man bestimmte Dinge auch nur zu einer bestimmten Zeit tun,nämlich, wenn die Zeit dafür reif ist.
Gert beklagt, daß seinem Onkel Unrecht geschah,obwohl ihm sicherlich zumindestens objektiv eine Rechtsverletzung nachgewiesen werden konnte, sonst hätte es kein Urteil gegeben.
Für Hunderttausende in der DDR gab es nicht einmal ein Urteil .
Sie haben nicht einmal eine Rechtsverletzung begangen und wurden mit Existenzverlußt,Rentenverlußt usw.usw. bestraft.
Kinder und Angehörige hatten darunter zu leiden und keiner entwickelt einen solchen Haß.
Ich will nichts schön reden, was schlecht war und auch nicht alles schlecht reden, was jetzt besser ist, aber wegen der von dir angeführten Dinge einen solchen Haß zu entwickeln der noch hunderte von Jahren anhalten soll ? Ich denke da hätten andere noch mehr Grund als du.
Also Gert, vielleicht überdenkst du auch mal deine Einstellung.



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#64

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 18:37
von bürger der ddr | 3.627 Beiträge

Zitat von 1941ziger im Beitrag #60
Also mir stellt sich die Frage....lohnt es sich noch heute darüber zu streiten.

Es war,es ist vorbei.
Es muss doch heute keiner versuchen die Macharten der DDR zu rechtfertigen, genau so wenig muss auch nicht
in dem Bildmüll gekramt werden und immer wieder geschrieben werden.........ihr, die Kommunisten habt das und das gemacht.




Das sehe ich unterdessen ähnlich, ein jeder Staat schaft sich "seine Handlanger" entsprechend der Ideologie. Meist geht hier die Diskussion so aus, das ein ähnliches Unrecht in der BRD gesucht wird.
Um das mal auf das Thema Geheimdienste umzumünzen, es gibt keinen "sauberen" Geheimdienst, jeder arbeite mit unsauberen und illegalen Mitteln, da zählt nur die Frage "Wem nutzt es?"
Und ähnlich setzt sich das im Ganzen fort.....



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#65

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 19:27
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #64
Zitat von 1941ziger im Beitrag #60
Also mir stellt sich die Frage....lohnt es sich noch heute darüber zu streiten.

Es war,es ist vorbei.
Es muss doch heute keiner versuchen die Macharten der DDR zu rechtfertigen, genau so wenig muss auch nicht
in dem Bildmüll gekramt werden und immer wieder geschrieben werden.........ihr, die Kommunisten habt das und das gemacht.




Das sehe ich unterdessen ähnlich, ein jeder Staat schaft sich "seine Handlanger" entsprechend der Ideologie. Meist geht hier die Diskussion so aus, das ein ähnliches Unrecht in der BRD gesucht wird.
Um das mal auf das Thema Geheimdienste umzumünzen, es gibt keinen "sauberen" Geheimdienst, jeder arbeite mit unsauberen und illegalen Mitteln, da zählt nur die Frage "Wem nutzt es?"
Und ähnlich setzt sich das im Ganzen fort.....

Ich sehe es ein wenig anders.

Wir sind hier im Forum "DDR Grenze / DDR Zeitgeschichte. Es geht also vor allem um die DDR.
Ich vergleiche, was ich in der DDR erlebt habe und was ich heute erlebe. Ich überprüfe meinen einstigen Standpunkt zu einzelnen Bereichen der DDR. Mich interessieren die Meinungen anderer User dazu.
Es gibt Dinge, wo ich mich korrigieren muss und andere, wo sich meine einstige Position festigt.
Das kann doch nicht falsch oder überflüssig sein.

Diese Beschäftigung mit der Zeitgeschichte finde ich hochinteressant und möchte sie nicht missen.
Natürlich ist das alles vorbei. Aber in unserem Denken bleiben die Fragen und Probleme.
Schön, dass hier so viele interessiert darüber diskutieren, obwohl alles vorbei ist und so auch nicht wiederkommen wird.
Vielleicht sollten wir Zeitgeschichte mit weniger Emotionen diskutieren - aber fast jeder weiß, wie schwer das ist.
Es war doch alles auch Bestandteil unseres Lebens.

Klaus


Hanum83, utkieker, Signalobermaat, vs1400, der 39., andyman und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#66

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 21:11
von Sperrbrecher | 1.657 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #62

Im Bundesgebiet auch...............: KPD-Verbot 1956:

http://www.sopos.org/aufsaetze/41a6df71cd03f/1.phtml

Da gabs aber keine KZ-Lager.


Wie war die allgemeine Stimmung in der DDR ? Sie hielt sich in Grenzen !


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#67

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 23:15
von damals wars | 12.189 Beiträge

Es gab im gesamten Deutschland KZ und tausende Nebenlager.

https://de.wikipedia.org/wiki/KZ_Fuhlsb%C3%BCttel


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
zuletzt bearbeitet 18.12.2015 23:19 | nach oben springen

#68

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 23:17
von Hanum83 | 4.784 Beiträge

Wenn wir dich nicht hätten müssten wir wirklich dumm sterben.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
damals wars, 1941ziger, Marder und Heckenhaus haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#69

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 20.12.2015 11:23
von turtle | 6.961 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #28
Zitat von G.Michael im Beitrag #27
Zitat von damals wars im Beitrag #26
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/sonderbezuege-neue-opferrente-fuer-politisch-verfolgte-in-der-ddr-a-502450.html


Ach Hubert, danke für die vielen netten Worte. Hast Du mal reingesehen? In den Link.
Es gibt da einen Unterschied zwischen Opferrente und Ansprüche auf Altersrente.
Micha


Die Opferente wurde inzwischen auf 300 Euro erhöht. Opferrente und Altersrente sind tatsächlich etwas vollkommen anderes.



In Österreich wird das mit der DDR Opferrente etwas anders gehandhabt, und habe dafür sogar Verständnis . Deutsche Gesetze und Handhabung müssen nicht in Österreich Gelten. Die Grundsicherung in Österreich beträgt 827,83 €
In Deutschland ,der Regelsatz beträgt 382,- Euro. Plus Zuschüsse für Miete und Heizung etc. Die Dame kann ja nach Deutschland zurückkehren. http://tvthek.orf.at/program/Buergeranwa...rrente/11320918


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#70

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 20.12.2015 13:17
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #55
Gert, hat er dir mal das Urteil und die Begründung gezeigt. Also für 3 Jahre muß schon ein Tatbestand vorgelegen haben.Nur auf die bloße Anweisung, die zumindestens objektiv nicht untermauert ist, wurde keiner weggesperrt.
Was ich dir abkaufe, war, das er sich vielleicht sehr unbeliebt gemacht hat und man versucht hat ihn zu disziplinieren, was nicht gelang.
Aber er hat sich sicherlich angreifbar gemacht und da sind die meisten reingefallen,wenn die Steuerfahndung kam und den Betrieb umgedreht hat.
Da konnten einie den Hals nicht voll kriegen und haben über die Steuer den Staat beschissen, ist doch eigendlich aus heutiger Sicht nicht so weltfremd, warum soll es zu DDR Zeiten anders gewesen sein.
Also eine Steuerstraftat lag zumindestens vor und wenn er sich unbeliebt gemacht hatte, wird man ihm keinen Minderschweren Fall bescheinigt haben.
Aber ich kann das nicht einschätzen.
Es gibt auch heut noch viele Sozialschmarotzer,die den Staat bescheißen und wenn man sie erwischt sind die alle unschuldig, weil die meisten Steuerstraftaten noch als Kavaliersdelikt betrachten.Sind aber egal ,in welcher Gesellschaft schwere Straftaten.
Nebenbei gesagt, ich kenne kaum jemand in der Selbständigkeit, der nicht versucht etwas an der Steuer vorbei zu bringen,damals wie heute.
Wird dich nicht befriedigen, aber meine Meinung

Ich finde dein Vokabular absolut daneben. Wie z.B. , Sozialschmarotzer, man könnte den Hals nicht vollkriegen , er sollte diszipliniert werden und Selbstständige waren sowieso Betrüger und haben den Staat beschissen.
Also das ist Nazisprache wie Untermenschen, Asoziale usw. Daran kann man dein und deinesgleichen Denken erkennen.


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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zuletzt bearbeitet 20.12.2015 13:18 | nach oben springen



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