#41

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 16.12.2015 20:36
von bürger der ddr | 3.627 Beiträge

@Gert , es sind keine "Schäden" es sind einfach andere Erfahrungen und ein anderes Leben das prägt. Du hattest wirklich Glück in Deinem Leben und es spricht Dir auch keiner den Fleiß ab. Nur hat sich nach 1991 die Situation in der BRD auch geändert, wer als "Neuling" Fuß fassen wollte sah sich einer anderen Situation gegen über.
Mit dem in der BRD das "schlechte sehen", das hängt ähnlich zusammen. Du bist aus der DDR geflohen weil Du es dort Sch.... fandest, für andere die sich dort ein Leben aufgebaut hatten brach sehr viel weg. ein solches Erleben macht auch mißtrauisch und sensibel.
Psychologen haben festgestellt, das eine längere Arbeitslosigkeit auch psych. Schäden verursachen kann, z.B. Existenz- und Verlustängste. Viele von uns waren schon Arbeitslos, ganze Industriezweige sind zusammen gebrochen. Das lag nicht an der Schuld der Betroffenen, die meisten haben sich auch mit viel Fleiß ein neues Leben aufgebaut, doch das Erlebnis Arbeitslosigkeit bleibt im Hinterkopf und macht sensibel gegenüber Mißstände.



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#42

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 00:45
von andyman | 1.880 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #36

sonst müßte ich persönlich werden und das liegt mir fern.




Diese Worte aus #35 sind schon persönlich Ansonsten haben sie dir wahrscheinlich in Oberursel nach der RF ein paar Gehirnwindungen entfernt, die realitisches und objektives denken ermöglichen. Anders kann ich mir deine Kommentare nicht erklären.
und einer konstruktiven Diskussion nicht würdig.
Die Würde des Menschen ist unantastbar.
Gruß aus Südschweden
andyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#43

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 10:14
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Hallo andyman nach Südschweden, ich wollte bei Gert nicht allzu sehr persönlich werden, ich sage mal so, es sollte eigendlich mehr zum Zwecke der Verdeutlichung gemeint sein, da einige Kommentare von Gert weder realistisch,noch objektiv ,noch zeitgemäß waren.Seine Kommentare beziehen sich überwiegend auf Medieninformationen,die dann bei ihm Haßreaktionen ausgelöst haben, denn sooo schreckliche Erfahrungen mit " Stasi,Knast,Verletzung von Menschenrechten usw., hat er ja selbst nicht erlebt. Das sein Bildungsweg blockert wurde, aus welchen Gründen auch immer, finde ich zwar nicht in Ordnung,kann am System gelegen haben,an der Kapazität von Abi Stellen, begrenze Anzahl von Studienplätzen, oder aber auch daran, das für die Anzahl von Plätzen bessere da waren.Wie auch immer, durch die Hölle ging er aber nicht.
Meine ganz persönliche Meinung zur Planbarkeit von höheren Bildungswegen in Abhängigkeit der Leistung fand ich gut.Nicht so gut dagegen die darauf aufbauende soziale Einordnung. Dadurch haben wir in der DDR viele gute Menschen,die gern in der DDR geblieben wären verloren.
Aber wie gesagt, wer gut war und wollte hatte eben noch die Chance des 2. Bildungsweges,den sehr viele genutzt haben.
Also nur alles auf den Staat zu schieben,ich war so gut und durfte nicht, wird in Einzelfällen so gewesen sein, hätte aber niemand daran hindern können, über die VHS zu gehen.Manche Betriebe wären froh gewesen gute Facharbeiter zu deligieren.



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#44

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 11:53
von turtle | 6.961 Beiträge

Einmal zum Ursprung dieses Themas von SET800 zurück.

von SET800

Wieviel "Mühe" wider besseren Wissens brauchte ein DDR-Bürger um politisch ( nach Westdefinition ) einen Aufenthalt in Bautzen oder anderswo zu "gewinnen"?

Ich frage nicht nach der Angemessenheit der Konsequenzen sondern nur ob jemand wirklich naiv und dumm sich in massive Probleme bringen konnte, "aus Versehen" sozusagen.


Allein am ersten Satz stört mich die Satzstellung! Empfinde es so als Verhöhnung der wirklichen Opfer.
Nicht verwundert bin ich davon wer es geschrieben hat. Bautzen besser gesagt geht es um die beiden Haftanstalten in Bautzen. Genannt Bautzen 1 und Bautzen 2. Bereits zu Kaisers Zeiten und bei den Nazis wurden in Bautzen Politische inhaftiert. Die DDR hat das nur fortgesetzt. Dieses dümmliche um Politische (nach Westdefination) lässt mich SET800 fragen was er überhaupt unter politischen Gefangenen versteht? Dass die Bezeichnung“ Politischer“ für politische Gefangene nicht jedem Staat behagt, ändert nichts an der Tatsache das es sie gab oder immer noch gibt.
Zu SET 800 anderem Satz verstehe ich so, so dumm und naiv kann man doch nicht gewesen sein um Bautzen zu riskieren. Also wer in Bautzen saß, war selber Schuld. Hallo SET800 was ist für Dich ein politisches Opfer nach Ostdefination? In der DDR willst Du ja nie gelebt haben, in vielen Deiner Beiträge kann man den Eindruck gewinnen, Du warst sogar ein glühender Anhänger dieses Staates. Sei froh das Du nicht mit dem Staat DDR in Konflikt geraten bist und nicht in Bautzen im Zuchthaus warst.


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zuletzt bearbeitet 17.12.2015 11:56 | nach oben springen

#45

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 13:16
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
ich unterscheide die Art der politischen und gesellschaftlichen Repression die zu unterschiedlichen Zeiten unterschiedlich immer war.

In Stalins UdSSR soll es Planzahlen für Hinrichtungen und Verhaftungen von Staatsfeiden gegeben haben, auch um Arbeitskräfte planmäßig für den Gulag zu gewinnen.

In der SBZ und frühen DDR waren die Kriegsverbrecherprozesse sehr obeflächlich, teils wurde die "Schlamperei" der Gerichte als nützlich gesehen um Arbeiter für die Wismut und ähnlichem zu gewinnen.


Also Vorgänge die teils das Leben schuldlos wie ein Blitzschlag veränderten.

In der späten DDR aber, mein Eindruck, gehörte viel Vorsatz wider besserem Wissens um nach Westdefinition zum "politischen" Gefangenden zu werden.

Das ist meine Meinung, auch dann wenn die "Opfer" es als Verhöhnung empfinden, deren Sache.


PS..

Wie klein war der Anteil der DDR-Bürger die von der Volkspolizei oder Staatsicherheit zur "Klärung eines Sachverhaltes" einbestellt wurden, und welcher noch kleinere Anteil lernte Haftanstalten über Nacht davon kennen? Ich denke das Nichtanecken war für die meisten Bürger keine schwere Übung.



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#46

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 13:24
von damals wars | 12.183 Beiträge

Nach DDR Definition hatte eine Inhaftierung gesellschaftliche Ursachen.
Also war die Dummheit und Ignoranz nicht unbedingt nur auf seiten der Inhaftierten zu finden.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#47

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 16:43
von berlin3321 | 2.519 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #43
[...] einige Kommentare von Gert weder realistisch,noch objektiv ,noch zeitgemäß waren.[...]


Das Gefühl habe ich manchmal auch.

Allerdings gebe ich zu das mir einige Kommentare vom Signalobermaat auch nicht gefallen, die Nummer mit den Gehirnwindungen ist schon ´ne Beleidigung...

MfG Berlin


Dieser Beitrag ist eine Meinungsäußerung, nicht repräsentativ, im Sinne des Art. 5 des Grundgesetzes und durch diesen gedeckt !
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#48

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 17:14
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Gibt es im Forum eigendlich jemand, der Bautzen aus eigenem Erleben kennt?
Also in Bautzen saßen neben politischen auch andere schwere Jungs.Ich habe einen Bekannten, der gehörte zu den schweren.
Schwere Diebstähle.
Wenn der Berichterstattungen über Bautzen sieht,kann er vieles davon nicht bestätigen.Er saß in Brandenburg und Bautzen insgesamt 5 Jahre.
Insbesondere gab es eine Berichterstattung, wo die Wachmannschaften zu Weihnachten Häftlinge zusammengeschlagen haben sollen, weil sie Weihnachtslieder gesungen haben.
Er sagte zu mir.Zu Weihnachten war Ruhe, weil die Wachmannschaft auch einen ruhigen Dienst wollten,die machen sich doch zu Weihnachten nicht selber Stress. Klingt eigendlich auch logisch.
Also auch hier nicht alles ist immer richtig.



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#49

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 17:26
von Klauspeter | 987 Beiträge

Signalobermaat hat sicher recht, dass nicht alles stimmt, was so über Bautzen geschrieben wird.

Mir geht es eigentlich mehr um die Art und Weise, wie die DDR mit Andersdenkenden umging. Das ist m.E. das Problem. Kleinigkeiten konnten aufgebauscht werden - und der Einzelne war dann ziemlich hilflos seinem Schicksal ausgeliefert.

Ab 1956 saßen in Bautzen II etwa 2800 Haftlinge ein; DDR-Bürger, aber auch Bürger anderer Staaten.
Erschreckend ist, wenn man von manchem Verurteilten liest, warum sie eingesperrt wurden. Nicht Mord oder Terror, sondern Delikte, die die DDR durchaus hätte verkraften können, führten zu harten Zuchthausstrafen.

Dazu kurz das Schicksal von drei bekannten Persönlichkeiten :

Wolfgang Harich war Chefredakteur des DDR-Aufbauverlages. Er gehörte zu einer kleinen Gruppe von SED-Mitgliedern, die Kritik an der Politik Walter Ulbrichts übten. Diese Gruppe wurde vor Gericht gestellt.
Harich erhielt 10 Jahre Zuchthaus und wurde 1964 freigelassen.

Rudolf Bahro veröffentlichte 1977 sein Buch „Die Alternative“ in der BRD. Er gab ein Fernseh-Interview, das ausgestrahlt wurde. Bahro wurde wegen Nachrichtenübermittlung und Geheimnisverrat zu 8 Jahren verurteilt, die er in Bautzen II absitzen sollte. 1979 wurde er amnestiert und konnte mit seiner Familie ausreisen.

Thomas Raufeisen wurde als 19-jähriger zu 3 Jahren Haft in Bautzen verurteilt. Sein Vater arbeitete beim Energieversorger "PreußenElektra" in Hannover und war für die Hauptverwaltung Aufklärung in Ost-Berlin tätig. Später siedelte die Familie nach Ost-Berlin über. Bald wollte die Familie wieder in die BRD zurück. Sie schmiedeten Fluchtpläne und wurden verhaftet. Thomas Raufeisen wurde 1984 entlassen und durfte zurück in die BRD.
3 Beispiele, die zeigen, wie unerbittlich die DDR gegen Andersdenkende vorging.
Da gibt es m.E. nichts zu verniedlichen. Denkt man dann noch an den Verkauf von DDR-Häftlingen gegen Devisen, dann ist das eine Schande für die DDR.

Ich denke, dass der User Signalobermaat zu den hier aufgeführten 3 Schicksalen keine andere Meinung hat als ich.

Klaus


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#50

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 18:46
von turtle | 6.961 Beiträge

Natürlich waren in Bautzen oder in jedem sogenannten Stasiknast nicht nur Politische Häftlinge. Mörder oder Sittenstrolche saßen da genauso.
Und bei den heutigen Rundgängen bei denen ehemalige Insassen berichten wird einiges aufgebauscht sein. Das liegt auch mit daran was im Interesse der Träger ist. Im Prinzip kann man Bautzen ,Hohenschönhausen, oder Hoheneck austauschen. Es war da nicht anders ,nicht besser und nicht schlechter. Ich war öfters auf Transport jener Zeit Mitte der 60er. Und was ich so alles gelesen habe von Wasserzellen oder Transport mit einem Barkas mit Obst und Gemüse Aufschrift kann ich nicht bestätigen. Auch fuhr niemals der sogenannte Grotewohl Express bis Hohenschönhausen. Dennoch ist es richtig so einen Waggon zu zeigen. Nur wer da einmal mit transportiert wurde kennt diese Enge im Abteil, das oftmals Stundenlange abgekoppelt sein in der Hitze oder Kälte ohne funktionierende Heizung. Ich kenne dieses Gefühl der Ohnmacht. Noch schlimmer wenn man davon überzeugt ist unschuldig zu sein. Ich sah meinen versuchten Versuch die DDR zu verlassen nie als Straftat an.

Von SET800 In der späten DDR aber, mein Eindruck, gehörte viel Vorsatz wider besserem Wissens um nach Westdefinition zum "politischen" Gefangenden zu werden.

Nie in der DDR gelebt aber Eindrücke über die DDR gewonnen. Hattest Du nur die "rote Fahne" gelesen?


Gert, vs1400 und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.12.2015 09:37 | nach oben springen

#51

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 19:26
von SET800 | 3.104 Beiträge

Hallo,
anders DENKEN führte nie zu einer Verhaftung, andere Gedanken mündlich oder schriftlich äussern u.U. schon, soweit klar und wohl Einigkeit.

Meine Frage war wie heftig, lautstark, nervend oder boshaft im SED-Sinne mußte sich jemand öffentlich und mit wieviel Vorsatz melden bis es zur Verhaftung kam?

Was gab es an Ermahnungen und Warnungen vorher bei sagen wir mal "Qerulanten" oder Unzufriedenen?



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#52

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 19:37
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #49

3 Beispiele, die zeigen, wie unerbittlich die DDR gegen Andersdenkende vorging.

Ich denke, dass der User Signalobermaat zu den hier aufgeführten 3 Schicksalen keine andere Meinung hat als ich.
Klaus



Hallo,
meine Worte Naivität und Ignoranz ergänze ich hier lesend um Vorsatz aus Überzeugung das Richtige persönlich zu tun.
Das kann rückblickend durch aus je nach Standpunkt als ehrenvoll gesehen werden, trotzdem gilt selbst für Haftgründe
vorsätzlich wider besserem Wissens gesorgt.



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#53

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 20:22
von Gert | 12.356 Beiträge

Zitat von Signalobermaat im Beitrag #43
Hallo andyman nach Südschweden, ich wollte bei Gert nicht allzu sehr persönlich werden, ich sage mal so, es sollte eigendlich mehr zum Zwecke der Verdeutlichung gemeint sein, da einige Kommentare von Gert weder realistisch,noch objektiv ,noch zeitgemäß waren.Seine Kommentare beziehen sich überwiegend auf Medieninformationen,die dann bei ihm Haßreaktionen ausgelöst haben, denn sooo schreckliche Erfahrungen mit " Stasi,Knast,Verletzung von Menschenrechten usw., hat er ja selbst nicht erlebt. Das sein Bildungsweg blockert wurde, aus welchen Gründen auch immer, finde ich zwar nicht in Ordnung,kann am System gelegen haben,an der Kapazität von Abi Stellen, begrenze Anzahl von Studienplätzen, oder aber auch daran, das für die Anzahl von Plätzen bessere da waren.Wie auch immer, durch die Hölle ging er aber nicht.
Meine ganz persönliche Meinung zur Planbarkeit von höheren Bildungswegen in Abhängigkeit der Leistung fand ich gut.Nicht so gut dagegen die darauf aufbauende soziale Einordnung. Dadurch haben wir in der DDR viele gute Menschen,die gern in der DDR geblieben wären verloren.
Aber wie gesagt, wer gut war und wollte hatte eben noch die Chance des 2. Bildungsweges,den sehr viele genutzt haben.
Also nur alles auf den Staat zu schieben,ich war so gut und durfte nicht, wird in Einzelfällen so gewesen sein, hätte aber niemand daran hindern können, über die VHS zu gehen.Manche Betriebe wären froh gewesen gute Facharbeiter zu deligieren.

@Signalobermaat
Du hast recht, dass sie mir einige Betonblöcke in den Weg geworfen haben, was meine Schul- und Berufsausbildung betrifft, war nicht so weltbewegend. Damit hatten sie mich aber schon zu ihrem Feind erzogen. Zum Glück habe sie mir auch Kenntnisse vermittelt, die mich in die Lage versetzte , dieses größten Knast Europas zu verlassen ohne irgendwie zu Schaden gekommen zu sein. Habe noch nicht mal sehr viel Angst dabei gehabt, war eben cool. Aber es ist in allen Lebenslagen so Angst, wird nur durch Unwissenheit geschürt und erzeugt. Die Bildung hat mir der Klassenfeind dann gestattet , ohne Rückerstattungsanspruch und ohne Bedingungen.
Nein, was mich sehr viel mehr schmerzte und wo ich sie, die Kommunisten zur Hölle wünschte, war eine Geschichte in den 70 er Jahren. Ein sehr naher Verwandter, den ich sehr schätzte und liebte, war selbstständig. Das war dieser SED Connection ein Dorn im Auge, sie suchten so lange, bis sie eine Banalität fanden um ihm einen Strick zu drehen, sprich eine konstruierte Anklage wegen Wirtschaftsvergehen und vor allem Steuervergehen. Es war alles an den Haaren herbeigezogen, der Richter war eine Marionette und hat seine Anweisungen bestimmt vom MfS oder der SED direkt bekommen. Ich will's kurz machen, er bekam 3 Jahre , eine hohe Geldstrafe und vor allem Berufsverbot auf Lebenszeit. Nach 1 1 /2 Jahren wurde er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und war für den Rest seines Lebens ein gebrochener Mann. Man hatte seine ganze Existenz zerstört. Das sind die Dinger, die mir im Magen liegen bei diesem Regime. Solche Unrechtsurteile gibt es zu Tausenden und ich hoffe dass man noch in Hundert Jahren davon spricht, damit niemand auf die Idee kommt den Marxismus wiederzubeleben


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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#54

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 20:31
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Set800
Die DDR hatte, wie auch die meisten anderen Staaten ein Tatstrafrecht,also strafbares Tun oder Unterlassen, soweit klar.Dann hatten wir
1. Unternehmensdelikte,
2. Begehungsdelikte
3.Erfolgsdelikte
Einige Staatsverbrechen z.B. die Spionage waren als Unternehmensdelikte ausgestaltet.Da war jede auf die Verwirklichung der Tat gerichtete Tätigkeit bereits eine Vollendete Straftat.
Aber deine Frage zielt sicherlich auf den § 106 hin Staatsfeindliche Hetze.
Da gab es weit weniger Verfahren, als angenommen, weil der Nachweis der subjektiven Seite äußerst schwierig war.
Hier mußte nämlich der konkrete Schuldvosatz herausgearbeitet werden, daß er bewußt und gewollt, um die soz. Staats- und Gesellschaftsordnung zu schädigen bzw. gegen sie aufzuwiegeln gehandelt hat, bzw um dieses Ziel zu erreichen mit Vereinigungen, die auch dieses Ziel haben zusammengearbeitet hat.Dazu muß eine objektive Schwere vorliegen, denn die Tat mußte geeignet sein, dieses Ziel zu erreichen.Wenn ich im Hinterhof,wo kaum Begängnis ist, eine Losung angebracht habe,warv damit die soz. Staatsordnung nicht gefährdet.
Er mußte sich dazu bekennen, ein Feind der DDR zu sein und aus diesem Grund seine Zielsetzung verwirklichen und eine bestimmte Öffendlichkeit erreichen.Erfolgsdelikt, es sollte ein Erfolg erreicht werden.
Ich kenne aus meiner persönlichen Praxis kein einziges Beispiel, wo das gelungen war.
Andererseits gab es eine ganze Reihe von Handlungen, die objektiv zwar geeignet waren eine solche Zielsetzung zu verwirklichen,aber die subjektive Seite auf eine ganz andere Zielsetzung ausgerichtet war, z.B. Verägerung bzw. Unzufriedenheit weil jemand bei einer Wohnung abgelehnt wurde,also aus Verärgerung gegenüber staatlichen oder betrieblichen Stellen usw.Weil er nicht ausgezeichnet wurde oder, oder
Die erfüllten den Tatbestand nicht.Hier kam dann meistens noch der § 220 Staatsverleumdung in Betracht.
Hier waren keine hohen Anforderungen an die subj. Seite gestellt. Hier ging es objektiv um verächtlich machen oder verleumden der staatlichen bzw. gesellsch. Ordnung, Einrichtungen oder Persönlichkeiten usw.
Das war aber in der Regel kein § mit dem sich die Staatssicherheit befaßt hatte, sondern die Bearbeitung übernahm die VP.
Obwohl auch hier in einigen Fällen diese Handlungen nur durch IM des MfS aufgeklärt werden konnten.Aber die strafrechtliche Beweisarbeit war Aufgabe der K.
Beim Bekanntwerden staatsfeindlicher Handlungen gab es keine Ermahnungen oder Verwarnungen. Wenn die subj. Seite gegeben war und die obj. Schwere vorlag, gabs ein Strafverfahren.
Andererseits konnte die subj. Seite eindeutig sein, aber die Handlung war objektiv gar nicht geeignet, die soz. Staats-und Gesellschaftsordnung zu schädigen,da gabs Verwarnungen,Belehrungen usw.
Also es mußte eine Zielsetzung und eine obj. Schwere da sein um verurteilt zu werden.
Das heiß wiederum nicht, das einige Personen bis zur Klärung in U-Haft saßen. Dazu gibt es die U- Haft, um die Untersuchung zu führen.
Also so einfach war das bei Staatsdelikten nicht, wie angenommen. einfach wegfangen und solange verhören, bis er umfiel.
Die Handlung mußte beweismäßig gesichert sein, denn jeder konnte zu jerderzeit widerrufen und somit war ein bloßes erpresstes Geständnis gar nichts wert.
Es gab ja auch klevere Rechtsanwälte, die solche Verfahren, die auf die bloße Einlassung von Verdächtigen gelaufen wären, einfach in der Luft zerrissen hätten.
Naja erst einmal soweit,falls es noch Fragen gibt, ich kann sie soweit beantworten, wie ich es erlebt habe.
Da werden zwar jetzt wieder welche auf Medienveröffendlichungen hinweisen, ich kann nur berichten, was ich weiß,und wie es bei uns zuging.



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#55

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 17.12.2015 20:47
von Signalobermaat | 358 Beiträge

Gert, hat er dir mal das Urteil und die Begründung gezeigt. Also für 3 Jahre muß schon ein Tatbestand vorgelegen haben.Nur auf die bloße Anweisung, die zumindestens objektiv nicht untermauert ist, wurde keiner weggesperrt.
Was ich dir abkaufe, war, das er sich vielleicht sehr unbeliebt gemacht hat und man versucht hat ihn zu disziplinieren, was nicht gelang.
Aber er hat sich sicherlich angreifbar gemacht und da sind die meisten reingefallen,wenn die Steuerfahndung kam und den Betrieb umgedreht hat.
Da konnten einie den Hals nicht voll kriegen und haben über die Steuer den Staat beschissen, ist doch eigendlich aus heutiger Sicht nicht so weltfremd, warum soll es zu DDR Zeiten anders gewesen sein.
Also eine Steuerstraftat lag zumindestens vor und wenn er sich unbeliebt gemacht hatte, wird man ihm keinen Minderschweren Fall bescheinigt haben.
Aber ich kann das nicht einschätzen.
Es gibt auch heut noch viele Sozialschmarotzer,die den Staat bescheißen und wenn man sie erwischt sind die alle unschuldig, weil die meisten Steuerstraftaten noch als Kavaliersdelikt betrachten.Sind aber egal ,in welcher Gesellschaft schwere Straftaten.
Nebenbei gesagt, ich kenne kaum jemand in der Selbständigkeit, der nicht versucht etwas an der Steuer vorbei zu bringen,damals wie heute.
Wird dich nicht befriedigen, aber meine Meinung



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#56

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 01:24
von vs1400 | 2.393 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #53

@Signalobermaat
Du hast recht, dass sie mir einige Betonblöcke in den Weg geworfen haben, was meine Schul- und Berufsausbildung betrifft, war nicht so weltbewegend. Damit hatten sie mich aber schon zu ihrem Feind erzogen. Zum Glück habe sie mir auch Kenntnisse vermittelt, die mich in die Lage versetzte , dieses größten Knast Europas zu verlassen ohne irgendwie zu Schaden gekommen zu sein. Habe noch nicht mal sehr viel Angst dabei gehabt, war eben cool. Aber es ist in allen Lebenslagen so Angst, wird nur durch Unwissenheit geschürt und erzeugt. Die Bildung hat mir der Klassenfeind dann gestattet , ohne Rückerstattungsanspruch und ohne Bedingungen.
Nein, was mich sehr viel mehr schmerzte und wo ich sie, die Kommunisten zur Hölle wünschte, war eine Geschichte in den 70 er Jahren. Ein sehr naher Verwandter, den ich sehr schätzte und liebte, war selbstständig. Das war dieser SED Connection ein Dorn im Auge, sie suchten so lange, bis sie eine Banalität fanden um ihm einen Strick zu drehen, sprich eine konstruierte Anklage wegen Wirtschaftsvergehen und vor allem Steuervergehen. Es war alles an den Haaren herbeigezogen, der Richter war eine Marionette und hat seine Anweisungen bestimmt vom MfS oder der SED direkt bekommen. Ich will's kurz machen, er bekam 3 Jahre , eine hohe Geldstrafe und vor allem Berufsverbot auf Lebenszeit. Nach 1 1 /2 Jahren wurde er vorzeitig aus dem Gefängnis entlassen und war für den Rest seines Lebens ein gebrochener Mann. Man hatte seine ganze Existenz zerstört. Das sind die Dinger, die mir im Magen liegen bei diesem Regime. Solche Unrechtsurteile gibt es zu Tausenden und ich hoffe dass man noch in Hundert Jahren davon spricht, damit niemand auf die Idee kommt den Marxismus wiederzubeleben


es gab sie, Gert,
und darüber wird wohl auch niemand mit dir streiten.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


zuletzt bearbeitet 18.12.2015 01:26 | nach oben springen

#57

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 10:11
von turtle | 6.961 Beiträge

[quote=SET800
Hallo,
meine Worte Naivität und Ignoranz ergänze ich hier lesend um Vorsatz aus Überzeugung das Richtige persönlich zu tun.
Das kann rückblickend durch aus je nach Standpunkt als ehrenvoll gesehen werden, trotzdem gilt selbst für Haftgründe
vorsätzlich wider besserem Wissens gesorgt.

[/quote]

trotzdem gilt selbst für Haftgründe
vorsätzlich wider besserem Wissens gesorgt.




Widerstandskämpfer wie die Geschwister Scholl, die Gruppe um Stauffenberg, ihrer Gedenken wir heute. Sie wussten was sie taten, und was ihnen passieren kann. Die innere Überzeugung das Richtige zu tun, lässt uns manchmal handeln, wohlwissend in welcher Gefahr wir uns aussetzten.
Ich musste es tun und versuchen die DDR zu verlassen. Natürlich vergleiche ich mich in keinster Weise mit den Widerstandskämpfern ,es ging mir nur um die Betrachtungsweise von SET 800. Es gibt immer mindestens zwei Seiten.


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#58

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 11:17
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von SET800 im Beitrag #52
Zitat von Klauspeter im Beitrag #49

3 Beispiele, die zeigen, wie unerbittlich die DDR gegen Andersdenkende vorging.

Ich denke, dass der User Signalobermaat zu den hier aufgeführten 3 Schicksalen keine andere Meinung hat als ich.
Klaus



Hallo,
meine Worte Naivität und Ignoranz ergänze ich hier lesend um Vorsatz aus Überzeugung das Richtige persönlich zu tun.
Das kann rückblickend durch aus je nach Standpunkt als ehrenvoll gesehen werden, trotzdem gilt selbst für Haftgründe
vorsätzlich wider besserem Wissens gesorgt.



Ich bleibe mal bei den 3 in #49 von mir angeführten Verurteilungen.
Bei Wolfgang Harich handelte es sich um eine kleine Gruppe von SED-Mitgliedern, die Kritik an der Politik Walter Ulbrichts übten.
Da Du sicher den Inhalt des SED-Statuts nicht kennst, will ich darauf hinweisen, dass im SED-Statut verankert war, dass jedes Parteimitglied verpflichtet ist, Kritik an Missständen zu üben und das jeder zu bestrafen ist, der Kritik unterdrückt.
Die Gruppe um Harich handelte also entsprechend dem Parteistatut. Um festzustellen, ob es sich um eine parteifeindliche Gruppierung in der SED handelt, hätte die Parteikontrollkommission untersuchen müssen.
Das wurde nicht gemacht. Stattdessen wurde die Gruppe vor Gericht gestellt und zu Zuchthaus verurteilt. Ich weiß nicht, ob das Naivität oder Ignoranz war. M.E. waren die Leute um Harich sich nicht bewusst, selbst für Haftgründe wider besseres Wissen zu sorgen. Ulbricht war in der selben Partei wie sie selbst. Im Parteistatut stand nichts davon, dass die höchsten Parteifunktionäre nicht kritisiert werden dürfen.

Bahro lies sein Buch in der BRD drucken. Daraus einen "Geheimnisverrat" zu konstruieren ist schon schizophren.

Thomas Raufeisen hat weder bewusst noch unbewusst für einen Haftgrund gesorgt; auch nicht aus Überzeugung, das richtige zu tun. Es war wohl eher eine Form der Sippenhaft.

Klaus


IM Kressin und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 18.12.2015 11:19 | nach oben springen

#59

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 13:04
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #58

Die Gruppe um Harich handelte also entsprechend dem Parteistatut. Um festzustellen, ob es sich um eine parteifeindliche Gruppierung in der SED handelt, hätte die Parteikontrollkommission untersuchen müssen.
Das wurde nicht gemacht. Stattdessen wurde die Gruppe vor Gericht gestellt und zu Zuchthaus verurteilt. ................

Klaus



Ja, das war so, leider, aber ( ob gesicherte Quelle? ) aus Wikipedia:

Harich übergab jedoch ein Exemplar dem sowjetischen Botschafter Georgi Puschkin in Berlin, von dem er sich Unterstützung gegen den „Stalinisten“ Ulbricht versprach. Puschkin informierte diesen aber.

Ulbricht warnte Harich in einem persönlichen Gespräch vor weiteren Aktivitäten, der informierte jedoch Rudolf Augstein und Mitarbeiter des Ostbüros der SPD. Westdeutschen Medien verbreiteten den Inhalt der Plattform.

Das zeigt aber auch wieder daß bei parteinterner Kritik nicht gleich der Staatsanwalt einschritt, intern war es also noch kein "Offizialedlikt"!



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#60

RE: Bautzen, wieviel Dummheit oder Ignoranz war nötig?

in Leben in der DDR 18.12.2015 14:15
von 1941ziger | 998 Beiträge

Also mir stellt sich die Frage....lohnt es sich noch heute darüber zu streiten.

Es war,es ist vorbei.
Es muss doch heute keiner versuchen die Macharten der DDR zu rechtfertigen, genau so wenig muss auch nicht
in dem Bildmüll gekramt werden und immer wieder geschrieben werden.........ihr, die Kommunisten habt das und das gemacht.


Die veröffentlichte Meinung ist nicht die Öffentliche.
IM Kressin, bürger der ddr und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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