#61

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 00:28
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #41
Zitat von linamax im Beitrag #36
Zitat von marc im Beitrag #35
War denn in der Bundeswehr oder beim BGS DDR-Rundfunk oder Fernsehen bzw. der deutschprachige Dienst von Radio Moskau in der kasernierten Unterkunft gestattet?

Was ist passiert, wenn ein Vorgesetzter dort das mehrfache Hören von "Ost-Funk" mitbekommen hat?

Das hat sich bestimmt keiner angetan .


Da tust Du aber gewaltig irren--selbst bei einer Nachtschicht erlebt--wie der ZGD-- DDR Rundfunk hörte. Die gleiche Musiksendung --die wir auf unseren Miniradios hörten.


Gab es bei der Bundeswehr ein Verbot für den "Deutschen Soldatensender 935", welcher aus der DDR bis Anfang/Mitte 70er Jahre speziell für die Bundeswehr sendete, u.a. mit Vorankündigung "überraschender" Übungen.



zuletzt bearbeitet 07.12.2015 00:31 | nach oben springen

#62

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 00:48
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von mibau83 im Beitrag #48
mal zurück zur ausgangsfrage, bei uns wurde wie schon geschrieben,diese ela-k im jahr 1984 in betrieb genommen. wenn ich mich recht entsinne konnte man die radiosender radio ddr 1,stimme der ddr, berliner rundfunk und dt 64 damit hören.
sendeteil befand sich im zimmer des stkpa, in meinem fall rainman2.
er hatte darüber auch schonmal was geschrieben.






thx mibau,
den beitrag vom rainman2 hatte ich bereits gelesen.
seine aussagen passen so ungefähr noch mit meinen zusammen.
ungefähr weil, wir hatten einen dj unter uns (uaz), mit zulassung und der durfte dann halt auch ne art wunschprogramm senden. keiner hat dabei auf die 40/ 60 geachtet und es war interessant.

dt64 war bei uns, anfangs meiner zeit, noch nicht eingestellt.
es gab jedoch genügend agt die diesen wunsch beim polit anbrachten
und er hats dann halt auch, dankbarer weiße, recht zügig umgesetzt.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#63

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 07:40
von IM Kressin | 913 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #41


Da tust Du aber gewaltig irren--selbst bei einer Nachtschicht erlebt--wie der ZGD-- DDR Rundfunk hörte. Die gleiche Musiksendung --die wir auf unseren Miniradios hörten.


Die Rundfunksender der ARD sendeten damals über die (Alt)Bundesländer hinaus ein „Einheitsnachtprogramm“.

Die Rundfunkanstalten wechselten turnusmäßig mit den gemeinsamen Nachtsendungen.

Der bayrische Rundfunk sendete nachmitternächtlich weißblaue Volksmusik, der NDR und Dr. Erwin Marcus sprachen über Wäschefetischisten oder Menschen, die im falschen Körper leben.

Bei diesen facettenreichen Programmangeboten ist man zwangsläufig auf einen DDR-Feindsender ausgewichen.

DDR-Sender waren sogar in guter Empfangsstärke zu hören, wenn die Antenne des Taschenradios abgebrochen war.

Das Radio wurde mit Schlaufe am Innenspiegel des Dkfz befestigt und Musik konnte auch während der Autofahrt gehört werden.

Die Weltempfänger wurden in den 80er griffiger und kompakt, damit erledigte sich das Problem der eingeschränkten Empfangsmöglichkeiten.

Zur Frage von marc:

Während meiner Wehrdienstzeit bei der Bundeswehr hat es niemanden interessiert, welche Sender gehört wurden.

Wir hatten auch Flimmerkisten auf den Stuben.

Kein Schwanz hat sich dafür interessiert oder nachgefragt, welche TV-Programme oder TV-Sender angesehen oder eingestellt waren.

Die Geräte sollten nur nach Gebrauch und längerer Abwesenheit der Kameraden eingeschlossen werden
(Keine Verleitung zum Kameradendiebstahl).


Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#64

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 10:44
von andyman | 1.872 Beiträge

Danke für deine konkrete Aussage,bisherige Mutmaßungen von ungedienten haben uns nicht weitergebracht.
Gruß aus Südschweden
andyman


Gruß aus Südschweden
Was nützt alles Hasten und Jagen,auch du bist nur ein Tropfen im Meer der Unendlichkeit. Confuzius
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#65

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 12:08
von Marder | 1.413 Beiträge

Hallo,
das hat keine Vorgesetzten interessiert welche Tv oder Radio Sender man eingestellt hat. Auf DDR 1 und besonders auf DDR 2 kamen ja auch Spielfilme.
MfG Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
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#66

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 12:12
von Hanum83 | 4.675 Beiträge

Für viele anders geprägte ist es halt schier unvorstellbar wie frei eine Gesellschaft sein kann.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
(Zusatz-Info auf Wunsch eines einzelnen Users: War dabei auch Postenführer.)
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#67

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 12:20
von bürger der ddr | 3.582 Beiträge

Die "Radiozensur" war einfach lächerlich. Man wußte immer abends welcher UvD bzw. OvD im Dienst war, da gab es "Durchreißer", die haben Kontrolle gemacht und es gab "Normale", die haben sich das einfach verkniffen. Ich habe selber erlebt wie sogar der Polit überraschend in die Bude kam und der HR lief. Mit einem Augenzwinkern kam nur der Kommentar gute Musik.....
ich denke das war eine Ausnahme (so ein Polit) und evtl. war der cauch psychologisch etwas "auf der Höhe", denn im leben ist alles ein "Geben und Nehmen".
Schade das man auf solche Mittel zurück gegriffen hat, ähnlich wie das Thema Ausreise. aus heutiger Sicht war das ein Eingeständnis des Versagens der Politik.
Wie ich schon so oft gesagt habe, die DDR war ein Guter Gedanke und versuch, aber die Mittel waren untauglich.
Ich möchte eigentlich keinen vergleich zu der BW in der damaligen Zeit, aber gut das es angeschnitten wurde. aus den antworten kann ich sehen, irgendwie war das Rille und man fürchtete die "ideologische Zersetzung" des DDR Rundfunk nicht.



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#68

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 12:28
von Hanum83 | 4.675 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #67
Die "Radiozensur" war einfach lächerlich. Man wußte immer abends welcher UvD bzw. OvD im Dienst war, da gab es "Durchreißer", die haben Kontrolle gemacht und es gab "Normale", die haben sich das einfach verkniffen. Ich habe selber erlebt wie sogar der Polit überraschend in die Bude kam und der HR lief. Mit einem Augenzwinkern kam nur der Kommentar gute Musik.....
ich denke das war eine Ausnahme (so ein Polit) und evtl. war der cauch psychologisch etwas "auf der Höhe", denn im leben ist alles ein "Geben und Nehmen".
Schade das man auf solche Mittel zurück gegriffen hat, ähnlich wie das Thema Ausreise. aus heutiger Sicht war das ein Eingeständnis des Versagens der Politik.
Wie ich schon so oft gesagt habe, die DDR war ein Guter Gedanke und versuch, aber die Mittel waren untauglich.
Ich möchte eigentlich keinen vergleich zu der BW in der damaligen Zeit, aber gut das es angeschnitten wurde. aus den antworten kann ich sehen, irgendwie war das Rille und man fürchtete die "ideologische Zersetzung" des DDR Rundfunk nicht.


Vor allem wie gering man wohl selbst an den Erfolg der Formung des sozialistischen Menschen von kindesbeinen an glaubte, wenn schon allein durch das Hören westlicher Sender die Gefahr bestand das du wie irre an den Zaun springst und versuchst in Panik drüberzukrabbeln.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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#69

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 13:06
von sentry | 1.077 Beiträge

Ein paar interesssante Abhandlungen zum Thema aus früheren Zeiten gibts übrigens auch hier
West-Fernsehen
und hier
Abhörmethoden in den Kompaniegebäuden


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#70

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 07.12.2015 19:29
von freddchen | 58 Beiträge

Ehrlich gesagt, kann ich mir auch nicht vorstellen, dass auf diesem Wege etwas "abgehört" wurde. Selbst bei einer der oft kleinen Grenzkompanien wäre da täglich eine Unmenge an Material entstanden, das ja auch hätte ausgewertet werden müssen.

Die Personen hätten jedenfalls mein vollstes Mitleid gehabt, denn was da am Kaffeetisch besprochen wurde, war doch in der Regel banaler Klatsch und alles andere als spannend (Vorgesetzter XY ist ein Knilch, wann nächstes Dienstfrei, wann Urlaub, mit wem gehe ich in die nächste Schicht...).

Wahrscheinlich hat man sich da lieber auf die gute alte manuelle Arbeit verlassen. Mit geschätzten ein oder zwei MA pro Bude war man sicher auch so irgendwie im Bilde. Und eher ungewöhnliches Verhalten fiel in dieser kleinen Welt einer Grenzkompanie schon auf.

Ich erinnere mich an zwei Mit-Soldaten, die aus der gleichen Stadt stammten und sich regelmäßig (allein) zum Sporttreiben auf dem Kompaniegelände verkrümelten. Das war nichts Sensationelles, aber zumindest ungewöhnlich. Denn GT-Soldaten waren eigentlich nur unter Zwang außerhalb des Dienstes zu körperlicher Betätigung fähig. Es sei denn, der oft beschwerliche Weg in eine der wenigen Kneipen mußte bewältigt werden.

Jedenfalls wurden diese beiden dann nach einiger Zeit im Innendienst ins Hinterland abbeordert, was eher selten vorkam. Von einem wurde später 'gemunkelt', der wollte seinen Mitstreiter im Grenzdienst eliminieren und seiner Wege gehen, von dem anderen hörte man, dass er als einer der Ersten 1989 (im Dienst mit GT-Barkas!) in die BRD/West ausgereist sei. Was daran wahr ist, muss offen bleiben. Aber unmöglich ist es auch nicht...


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#71

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 01:16
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #66
Für viele anders geprägte ist es halt schier unvorstellbar wie frei eine Gesellschaft sein kann.


was hat denn nun deine aussage mit dem eigentlichen thema zu tun, Hanum?

hier konntest du nachlesen, dass es technisch, so, nicht möglich war einfach mal ne unterkunft zu belauschen.

es wurde jedoch ermöglicht, dass auch externe radios zugelassen wurden,
obwohl nen toaster vorhanden war und man die sender markieren musste.

nie habe ich erlebt, dass ein agt wegen feindsender bestraft wurde,
es wurde mokiert oder auch als nicht 'bemerkt' erwähnt
und alles war gut

gruß vs ... sorry fürs ot.


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#72

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 01:47
von vs1400 | 2.376 Beiträge

Zitat von bürger der ddr im Beitrag #67
Die "Radiozensur" war einfach lächerlich. Man wußte immer abends welcher UvD bzw. OvD im Dienst war, da gab es "Durchreißer", die haben Kontrolle gemacht und es gab "Normale", die haben sich das einfach verkniffen. Ich habe selber erlebt wie sogar der Polit überraschend in die Bude kam und der HR lief. Mit einem Augenzwinkern kam nur der Kommentar gute Musik.....
ich denke das war eine Ausnahme (so ein Polit)
und evtl. war der cauch psychologisch etwas "auf der Höhe", denn im leben ist alles ein "Geben und Nehmen".
Schade das man auf solche Mittel zurück gegriffen hat
, ähnlich wie das Thema Ausreise. aus heutiger Sicht war das ein Eingeständnis des Versagens der Politik.
Wie ich schon so oft gesagt habe, die DDR war ein Guter Gedanke und versuch, aber die Mittel waren untauglich.
Ich möchte eigentlich keinen vergleich zu der BW in der damaligen Zeit, aber gut das es angeschnitten wurde. aus den antworten kann ich sehen, irgendwie war das Rille und man fürchtete die "ideologische Zersetzung" des DDR Rundfunk nicht.


ich hänge mich wohl möglich etwas zu weit raus, bürger der ddr,

doch welcher polit hätte mit derartigen vorkommnissen denn wirklich +punkte erhalten?
eher hätte er fragen beantworten müssen, von oben
und es war eben einfacher ne sendermarkierung zu erheben, diese zu kontrollieren und kleinverstöße zu bemerken
als diese auch real durchzusetzen.

mich würden daher eher, obwohl ot,
viel mehr verurteilte 'anwender' interessieren,
in einem anderen thema.

gruß vs


04.11.1986 - 21.04.1987 Uffz. Ausbildung In Perleberg
21.04.1987 - 28.08.1989 Gruppenführer der 2. Gr./ 2.Zug/ 7. GK - Schierke/ GR 20/ GKM- N


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#73

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 02:38
von damals wars | 12.113 Beiträge

Und dann "saßen" die Sender so eng beieinander. ein Müh und Du warst im Westen.


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#74

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 07:58
von Hanum83 | 4.675 Beiträge

Zitat von vs1400 im Beitrag #71
Zitat von Hanum83 im Beitrag #66
Für viele anders geprägte ist es halt schier unvorstellbar wie frei eine Gesellschaft sein kann.


was hat denn nun deine aussage mit dem eigentlichen thema zu tun, Hanum?

hier konntest du nachlesen, dass es technisch, so, nicht möglich war einfach mal ne unterkunft zu belauschen.

es wurde jedoch ermöglicht, dass auch externe radios zugelassen wurden,
obwohl nen toaster vorhanden war und man die sender markieren musste.

nie habe ich erlebt, dass ein agt wegen feindsender bestraft wurde,
es wurde mokiert oder auch als nicht 'bemerkt' erwähnt
und alles war gut

gruß vs ... sorry fürs ot.


Ein Stück vorher wurde erörtert ob auch in westlichen Militäreinrichtungen das hören von "Feindsendern" tabu gewesen wäre.
User die sich nicht in diesen Einrichtungen aufgehalten haben gingen davon aus und User die in diesen Einrichtungen waren verneinten das.
Darum diese Aussage, OT aber Antwort auf direkte Frage


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zuletzt bearbeitet 08.12.2015 07:59 | nach oben springen

#75

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 16:09
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #17
Welche Einheit hat diese Geräte eigentlich installiert und gewartet?

Wenn's nach der (Nummer der *) Dienstvorschrift ging war die Politabteilung für die Dinger zuständig.

* Nummernkreis 030: Politische Arbeit

Angefügte Bilder:
$_10.JPG

Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#76

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 17:02
von Heckenhaus | 5.112 Beiträge

Zimmertoaster gab es im "Heckenhaus Juchhöh" zumindest 1968/69 nicht, dafür ein genehmigtes
Transistorradio R 100. Selbstverständlich mit Skalenmarkierung.

Im Clubraum war die Skala des dortigen Radios selbstverständlich ebenfalls markiert, nur waren ein paar
Striche mehr vorhanden , dessen Unrechtmäßigkeit jedoch zumindest in meiner Zeit dort nicht
bemerkt wurde.


.
.
„Toleranz ist die letzte Tugend einer untergehenden Gesellschaft.”
— Aristoteles -

"Man kann alle Leute einige Zeit zum Narren halten und einige Leute allezeit; aber alle Leute allezeit zum Narren halten kann man nicht."
— Abraham Lincoln –
.
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zuletzt bearbeitet 08.12.2015 17:02 | nach oben springen

#77

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 17:11
von Hanum83 | 4.675 Beiträge

Eigentlich durfte das nie geschehen, aber die Klumpen haben mal ein stationäres Postenradio auf einem Turm hochgefädelt, scheinbar erfolgreiche Anscheiß-Arbeit eines Horch-Genossen.
Dem Polit war das eine API wert und er brüllte dabei "Da war sogar noch ein Westsender eingestellt!"
Alle schauten ihn dabei mit großen Augen an, so nach dem Motto, klar doch, was denn sonst?


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
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zuletzt bearbeitet 08.12.2015 17:13 | nach oben springen

#78

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 17:46
von DoreHolm | 7.681 Beiträge

Zitat von Rostocker im Beitrag #43
Zitat von Hanum83 im Beitrag #39
Zitat von Rostocker im Beitrag #32
Erinnere mich gerade an die Zeit, Ende der 60er Jahre. Das war eine Zeit der Kofferradios--nur kann ich mich nicht dran erinnern, wenn ich am Strand oder irgendwo an einer Ecke Westradio hörte. Das ich verfolgt wurde,das hat keinen gestört, selbst auf Arbeit lief nebenbei das Radio.


An deinem Strand kam bestimmt auch keiner vorbei und hat dir mit Filzer paar Striche auf die Heule gemacht



Auch in der GK--hatte ich keine Filzer Striche drauf--muss aber sagen, wurde den Kasten mal für 14 Tage los weil ein verkehrter Sender drin war. Es gab nur ein kleines buh buh und das war es--nach 2 Wochen runter zum KC und die Heule wieder abgeholt.[perlweiss1]


Da bist Du aber noch glimpflich dabei weggekommen. Mir hatte das Hören des Deutschlandsenders, noch dazu mit illegalem Radio, mal einigen Ärger eingebracht bis hin zum Versuch, mich zu IM-Tätigkeiten zu "überreden". Meinen Standpunkt dazu hatte ich klar ausgesprochen und ich wurde fortan in Ruhe gelassen. Hatte die ganze Story schon mal vor längerer Zeit hier geschrieben, deshalb nicht noch mal neu. Das war 1967/68, 1.GK des GR 38 Hennigsdorf. Fand dazu auch einen kurzen Vermerk in meiner Akte.
Wenn ich die Beiträge hier so lese, die wohl aus eigenem Erleben resultieren sollten, dann bestätigt sich für mich immer wieder, daß es stets auf die kleinen Fürsten in den Kreisen und Bezirken ankam, wie eng oder großzügig diese Angelegeheit behandelt wurde.
Ulbicht mit seinem "jä, jä" , das wurde auch ganz schnell relativiert, wie ich mal in historischen Abhandlungen dazu gelesen hatte. Man hatte eingesehen, daß das eine Überspitzung ist, ebenfalls Honeckers Auslassungen dazu. Das war die blanke Ohnmacht gegenüber Musik, die die Jugend möchte und die man bei der ganzen Reglementierung der Kulturschaffenden durch Hineinreden von alten Männern selbst nicht bieten konnte oder wollte. Versuche, dagegen zuhalten, waren meist Krampf (Lipsie).
Was das Westsenderhören betrifft: Erfurt liegt ja nun mal in einer Region des sehr guten Empfanges von Westsendern. Als die Ochsenkopf-Aktion gestartet wurde (wimre, war das Anfang der 60er), hat mein Vater, damals schon staatlicher Leiter und SED-Mitglied, in der Familie erklärt, daß ihm keiner auf´s Dach steigt und er entscheidet, ob und welche Sender seine Kinder sehen. Seine Worte hatten sich mir eingeprägt.
In der Lehre, Lehrlingswohnheim in Leuna, ging es abends auf Redutte, mit der Heule in der Hand, Radio Luxemburg an und MNädchen von Mädchenwohnheim aufreißen. Niemand schien´s zu stören, kein Horcher weit und breit. Das war 64/65, also immer noch tiefste DDR-Zeit. Tanzabend im Klub, "Twistabende", jeder zweite Tanz ein Twist und von wegen 40 : 60 einhalten. Kein Mensch hat sich, zumindest erkennbar, darüber aufgeregt. Andererseits in Erfurt wiederum die Engstirnigkleit von politischen Führungspersonen oder Kulturverantwortlichen erlebt. Das war auch etwa ab 66/67 (Sept 66 erste Ausstrahlung der Serie "Orion" über ARD). In Erfurt gab es eine Musikkapelle gleichen namens. Ihre Erkennungsmelodie zum Beginn jedes Tanzabends war, wie sollte es auch anders sein, die Gleiche wie bei der Orion-Serie. Das ging eine Weile so, bis sie nicht mehr diese melodie als Einleitung brachten. Hatte da mal ein Bandmitglied gefragt, warum. Sie durften nicht mehr. Nur weiß ich nicht, war es nun eine engstirnige Entscheidung von Entscheidungsträgern oder ging es um Spielrechte, die sicher was kosten und dann in DM hätten bezahlt werden müssen.



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zuletzt bearbeitet 09.12.2015 11:11 | nach oben springen

#79

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 18:23
von EK 70 | 232 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #78
Zitat von Rostocker im Beitrag #43
Zitat von Hanum83 im Beitrag #39
Zitat von Rostocker im Beitrag #32
Erinnere mich gerade an die Zeit, Ende der 60er Jahre. Das war eine Zeit der Kofferradios--nur kann ich mich nicht dran erinnern, wenn ich am Strand oder irgendwo an einer Ecke Westradio hörte. Das ich verfolgt wurde,das hat keinen gestört, selbst auf Arbeit lief nebenbei das Radio.


An deinem Strand kam bestimmt auch keiner vorbei und hat dir mit Filzer paar Striche auf die Heule gemacht



Auch in der GK--hatte ich keine Filzer Striche drauf--muss aber sagen, wurde den Kasten mal für 14 Tage los weil ein verkehrter Sender drin war. Es gab nur ein kleines buh buh und das war es--nach 2 Wochen runter zum KC und die Heule wieder abgeholt.[perlweiss1]


Da bist Du aber noch glimpflich dabei weggekommen. Mir hatte das Hören des Deutschlandsenders, noch dazu mit illegalem Radio, mal einigen Ärger eingebracht bis hin zum Versuch, mich zu IM-Tätigkeiten zu "überreden". Meinen Standpunkt dazu hatte ich klar ausgesprochen und ich wurde fortan in Ruhe gelassen. Hatte die ganze Story schon mal vor längerer Zeit hier geschrieben, deshalb nicht noch mal neu. Das war 1967/68, 1.GK des GR 38 Hennigsdorf. Fand dazu auch einen kurzen Vermerk in meiner Akte.
Wenn ich die Beiträge hier so lese, die wohl aus eigenem Erleben resultieren sollten, dann bestätigt sich für mich immer wieder, daß es stets auf die kleinen Fürsten in den Kreisen und Bezirken ankam, wie eng oder großzügig diese Angelegeheit behandelt wurde.
Ulbicht mit seinem "jä, jä" , das wurde auch ganz schnell relativiert, wie ich mal in historischen Abhandlungen dazu gelesen hatte. Man hatte eingesehen, daß das eine Überspitzung ist, ebenfalls Honeckers Auslassungen dazu. Das war die blanke Ohnmacht gegenüber Musik, die die Jugend möchte und die man bei der ganzen Reglementierung der Kulturschaffenden durch Hineinreden von alten Männern selbst nicht bieten konnte oder wollte. Versuche, dagegen zuhalten, waren meist Krampf (Lipsie).
Was das Westsenderhören betrifft: Erfurt liegt ja nun mal in einer Region des sehr guten Empfanges von Westsendern. Als die Ochsenkopf-Aktion gestartet wurde (wimre, war das Anfang der 60er), hat mein Vater, damals schon staatlicher Leiter und SED-Mitglied, in der Familie erklärt, daß ihm keiner auf´s Dach steigt und er entscheidet, ob und welche Sender seine Kinder sehen. Seine Worte hatten sich mir eingeprägt.
In der Lehre, Lehrlingswohnheim in Leuna, ging es abends auf Redutte, mit der Heule in der Hand, Radio Luxemburg an und MNädchen von Mädchenwohnheim aufreißen. Niemand schien´s zu stören, kein Horcher weit und breit. Das war 64/65, also immer noch tiefste DDR-Zeit. Tanzabend im Klub, "Twistabende", jeder zweite Tanz ein Twist und von wegen 40 : 60 einhalten. Kein Mensch hat sich, zumindest erkennbar, darüber aufgeregt. Andererseits in Erfurt wiederum die Engstirnigkleit von politischen Führungspersonen oder Kulturverantwortlichen erlebt. Das war auch etwa ab 66/67 (Sept 66 erste Ausstrahlung über ARD). In Erfurt gab es eine Musikkapelle gleichen namens. Ihre Erkennungsmelodie zum Beginn jedes Tanzabends war, wie sollte es auch anders sein, die Gleiche wie bei der Orion-Serie. Das ging eine Weile so, bis sie nicht mehr diese melodie als Einleitung brachten. Hatte da mal ein Bandmitglied gefragt, warum. Sie durften nicht mehr. Nur weiß ich nicht, war es nun eine engstirnige Entscheidung von Entscheidungsträgern oder ging es um Spielrechte, die sicher was kosten und dann in DM hätten bezahlt werden müssen.



Deutschlandsender ? eher Deutschlandfunk



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#80

RE: Zimmertoaster ...

in Grenztruppen der DDR 08.12.2015 22:06
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von EK 70 im Beitrag #79

Da bist Du aber noch glimpflich dabei weggekommen. Mir hatte das Hören des Deutschlandsenders, noch dazu mit illegalem Radio, mal einigen Ärger eingebracht bis hin zum Versuch, mich zu IM-Tätigkeiten zu "überreden". Meinen Standpunkt dazu hatte ich klar ausgesprochen und ich wurde fortan in Ruhe gelassen. Hatte die ganze Story schon mal vor längerer Zeit hier geschrieben, deshalb nicht noch mal neu. Das war 1967/68, 1.GK des GR 38 Hennigsdorf. Fand dazu auch einen kurzen Vermerk in meiner Akte.
Wenn ich die Beiträge hier so lese, die wohl aus eigenem Erleben resultieren sollten, dann bestätigt sich für mich immer wieder, daß es stets auf die kleinen Fürsten in den Kreisen und Bezirken ankam, wie eng oder großzügig diese Angelegeheit behandelt wurde.
Ulbicht mit seinem "jä, jä" , das wurde auch ganz schnell relativiert, wie ich mal in historischen Abhandlungen dazu gelesen hatte. Man hatte eingesehen, daß das eine Überspitzung ist, ebenfalls Honeckers Auslassungen dazu. Das war die blanke Ohnmacht gegenüber Musik, die die Jugend möchte und die man bei der ganzen Reglementierung der Kulturschaffenden durch Hineinreden von alten Männern selbst nicht bieten konnte oder wollte. Versuche, dagegen zuhalten, waren meist Krampf (Lipsie).
Was das Westsenderhören betrifft: Erfurt liegt ja nun mal in einer Region des sehr guten Empfanges von Westsendern. Als die Ochsenkopf-Aktion gestartet wurde (wimre, war das Anfang der 60er), hat mein Vater, damals schon staatlicher Leiter und SED-Mitglied, in der Familie erklärt, daß ihm keiner auf´s Dach steigt und er entscheidet, ob und welche Sender seine Kinder sehen. Seine Worte hatten sich mir eingeprägt.
In der Lehre, Lehrlingswohnheim in Leuna, ging es abends auf Redutte, mit der Heule in der Hand, Radio Luxemburg an und MNädchen von Mädchenwohnheim aufreißen. Niemand schien´s zu stören, kein Horcher weit und breit. Das war 64/65, also immer noch tiefste DDR-Zeit. Tanzabend im Klub, "Twistabende", jeder zweite Tanz ein Twist und von wegen 40 : 60 einhalten. Kein Mensch hat sich, zumindest erkennbar, darüber aufgeregt. Andererseits in Erfurt wiederum die Engstirnigkleit von politischen Führungspersonen oder Kulturverantwortlichen erlebt. Das war auch etwa ab 66/67 (Sept 66 erste Ausstrahlung über ARD). In Erfurt gab es eine Musikkapelle gleichen namens. Ihre Erkennungsmelodie zum Beginn jedes Tanzabends war, wie sollte es auch anders sein, die Gleiche wie bei der Orion-Serie. Das ging eine Weile so, bis sie nicht mehr diese melodie als Einleitung brachten. Hatte da mal ein Bandmitglied gefragt, warum. Sie durften nicht mehr. Nur weiß ich nicht, war es nun eine engstirnige Entscheidung von Entscheidungsträgern oder ging es um Spielrechte, die sicher was kosten und dann in DM hätten bezahlt werden müssen.



Deutschlandsender ? eher Deutschlandfunk [/quote]

das glaube ich aber auch so !


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