#281

RE: Momper wusste von den neuen Reiseregelungen...

in DDR Staat und Regime 13.03.2016 15:28
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Zitat von Fritze im Beitrag #279
Zitat von Harzwanderer im Beitrag #277
Wer mal das Stasi-Archiv in der Normannenstr. besichtigt hat: Da gibt es einen komplett mit (Import-)Kupfer ausgeschlagenen Saal für die Rechentechnik, weil man fürchtete, sich durch deren Abstrahlungen zu verraten.


Ist Blei nicht sogar besser ?
Beim Röntgen gibt es doch auch ne Bleischürze als Schutz gegen Strahlung !
Warum soll das unbedingt Import -Kupfer gewesen sein ? War das Mansfelder Kupfer nicht rein genug ?



Normale Alu-Folie, die irgendwo geerdet ist, müsste eigentlich für einen Faradayschen Käfig auch ausreichen. Die e-m-Strahlung ist ja keine harte Strahlung.

Gruß Kalubke



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#282

RE: Momper wusste von den neuen Reiseregelungen...

in DDR Staat und Regime 13.03.2016 16:04
von marc | 577 Beiträge

Zitat von Harzwanderer im Beitrag #277
Wer mal das Stasi-Archiv in der Normannenstr. besichtigt hat: Da gibt es einen komplett mit (Import-)Kupfer ausgeschlagenen Saal für die Rechentechnik, weil man fürchtete, sich durch deren Abstrahlungen zu verraten.


Nicht nur dort, sondern auch im Rechenzentrum des HdM, da es sehr nahe an der Berliner Mauer lag.



zuletzt bearbeitet 13.03.2016 16:05 | nach oben springen

#283

RE: Momper wusste von den neuen Reiseregelungen...

in DDR Staat und Regime 14.03.2016 03:18
von Mart | 735 Beiträge

Zitat von Kalubke im Beitrag #281
Normale Alu-Folie, die irgendwo geerdet ist, müsste eigentlich für einen Faradayschen Käfig auch ausreichen. Die e-m-Strahlung ist ja keine harte Strahlung.


Ich darf Dich auf Denkfehler hinweisen: Stichwort Frequenz sowie Oberwellen. Sehr vereinfacht kann man das mit dem eigenen Handy austesten: Wann klingelt es noch, in Alufolie, Mikrowelle, Kühlschrank usw.

Der von der DDR gewählte Ansatz für wichtige Rechenzentren war physikalisch völlig korrekt.


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#284

RE: Momper wusste von den neuen Reiseregelungen...

in DDR Staat und Regime 22.03.2016 22:19
von Kalubke | 2.306 Beiträge

Hier mal eine Liste für welche Rechenzentren in der DDR-Wirtschaft und -Forschung von MAH/BKK/HA III/Sondersektor E/E (Elektrotechnik/Elektronik, Siegfried Stöckert) Embargorechner beschafft wurden:

Anz. Anwender Finanzierung
System 8600
1 Kombinat VEB Carl Zeiss Jena Ministerium für Außenhandel/BKK
1 TU Dresden Ministerium für Außenhandel/BKK
System 785
1 AdW der DDR, Zentralinstitut für Molekularbiologie Staatliche Plankommission (SPK)
1 AdW der DDR, Institut für Kosmosforschung Akademie der Wissenschaften der DDR (AdW)
2 Kombinat Mikroelektronik Erfurt Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik (MEE)
System 780
1 Kombinat VEB Carl Zeiss Jena Ministerium für Außenhandel/BKK
2 AdW der DDR, Zentralinstitut für Kybernetik und Informationsprozesse Ministerium für Außenhandel/BKK
3 Kombinat Robotron Ministerium für Außenhandel/BKK
2 Kombinat »7. Oktober«, Ministerium für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinenbau (MWV)
1 Kombinat Umformtechnik Erfurt (VEK UTE) Ministerium für Werkzeug- und Verarbeitungsmaschinenbau (MWV)
1 TU Dresden Ministerium für Außenhandel/BKK
1 Kombinat Mikroelektronik Erfurt Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik (MEE)
1 Kombinat Spezialtechnik Dresden (VEK KSD) Ministerium für Allgemeinen Maschinen-, Landmaschinen- und Fahrzeugbau (MALF)
1 Kombinat Datenverarbeitung (VEK DV) Leitzentrum für Anwendungsforschung (LFA), Staatliche Zentralverwaltung für Statistik Ministerium für Elektrotechnik und Elektronik (MEE)
System 750
51 z.B. Zentrales Geologisches Institut (ZGI)

Besorgt wurden die Rechner im Westen operativ durch SBO (spezielle Beschaffungsorgane) der HV A/SWT z.B. durch die zum sog. "Ottokar Hermann-Komplex" gehörende Firma INTRAC S.A.

Da gab es bizarre personelle Verquickungen mit der BRD-Wirtschaft. 1994 konnte man in der Presse über die INTRAC S.A. folgendes lesen:

Der mittlerweile 70jährige Ottokar Hermann galt als Statthalter Schalcks in der Schweiz. Seine Firmen Intrac S.A. in Lugano und WAN Warimex in West-Berlin waren im verschachtelten KoKo-Imperium der Hauptabteilung I zugeordnet, die weitgehend unter der Anleitung der Stasi agierte.

Über die Intrac Lugano gelangten In mehreren Fällen auch Industrieanlagen in die DDR, die strengstem Embargo unterlagen. So lieferte die Intrac S.A. in den achtziger Jahren zwei komplette Leiterplattenfabriken der bundesdeutschen Hoesch-Tochter FUBA in die DDR.
Die FUBA-Geschäfte habe er mit dem damaligen Vorstandsvorsitzenden von Hoesch, Detlev Rohwedder, abgewickelt, so Hermann gestern in Bonn. Die Zusammenarbeit sei so fruchtbar gewesen, daß sich der spätere Treuhand-Chef Rohwedder kurz vor der politischen Wende in der DDR sogar darum bemüht habe, Teilhaber in der Intrac S.A. zu werden.



Gruß Kalubke



zuletzt bearbeitet 23.03.2016 20:29 | nach oben springen



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