#1

40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 18:40
von Grenzerei | 40 Beiträge

Beim lesen einer Dokumentation über die Hauptabteilung I NVA und Grenztruppen , von der Bstu Webseite, wurde meine Neugierde geweckt. Hier wird berichtet das den IM unter der Grenzern ein Komplexauftrag vorgelegt wurde, der 40 Erscheinungen aufzählt , die auf eine Fahnenflucht hindeutet. Würde mich mal interessieren was das noch für Anzeichen sein sollen, denke mal das nicht nur die IM darüber Bescheid wussten, sondern auch die Vorgesetzten in der Grenzkompanie geschult waren, solche Anzeichen festzustellen.


„Die inoffiziellen Mitarbeiter unter den Grenzern erhielten Instruktionen sowie einen Komplexauftrag zur Unterschrift vorgelegt. Detailliert werden darin 40 Erscheinungen aufgezählt, die auf eine Fahnenflucht hindeuten könnten, beginnend bei der Fälschung von Urlaubsscheinen bis zum Verschenken, Verkaufen bzw. Heimsenden von persönlichem Eigentum.“ ( S.34)

Hier der Link dazu : http://www.bstu.bund.de/DE/Wissen/Publik...ok_Downloadlink


zuletzt bearbeitet 13.11.2015 22:29 | nach oben springen

#2

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 21:03
von freddchen | 58 Beiträge

40 Erscheinungen? Fälschung von Urlaubsscheinen? Komplexauftrag zur Unterschrift vorgelegt? (Schmunzel...)


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#3

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 21:31
von Kalubke | 2.300 Beiträge

Zitat von Grenzerei im Beitrag #1


[...]
Hier wird berichtet das den IM unter der Grenzern ein Komplexauftrag vorgelegt wurde, ...

[...]



Gemeint ist bestimmt dieser hier. Den mussten eine Zeit lang (ich schätze mal bis Anfang der 80er Jahre) die HIM der HA I/AEA/Einsatzkompanie unterschreiben, wenn sie in der Truppe eingesetzt waren. Aber 40 Anzeichen für Fahnenflucht sind darin nicht aufgelistet, nur allgemeine feindlich-negative Erscheinungen in der Truppe, gegen die vorgegangen werden sollte (z.B. Alkohol, Westsender hören, Schlafen im Dienst, EK-Bewegung, Westkontakte). Und, was den Grenzern verboten war, durften die HIM: Kontaktaufnahmen an der Grenze mit der westlichen Seite. Allerdings die Handlungsanweisungen zur Verhinderung von Fahnenfluchten waren ziemlich strange.

Gruß Kalubke



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zuletzt bearbeitet 13.11.2015 21:50 | nach oben springen

#4

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 22:13
von LO-Wahnsinn | 3.489 Beiträge

Bei IM in den Grenztruppen, sollten alle die, die darüber publizieren, mal beginnen die Dinge nicht zu vermischen.
Es liest sich ja immer so, als wären die Grenztruppen voller IM gewesen.
Dabei war das nicht der Fall, zumindest nicht mit IM die einen Auftrag hatten, der sich spezifisch auf die Truppe bezog.

Ich hatte jedenfalls keinen Auftrag ausser dem Klassenauftrag den jeder Soldat mit der Vereidigung bekam, jeder Soldat war dazu angehalten auf mögliche Fahnenfluchten hinzuweisen, es war auch besser für unsere Gesundheit, ganz unabhängig davon wie man sonst zum Staat stand.
Ich habe auch nichts unterschrieben und es gab keinen Punkteplan, wird wohl all die betroffen haben, die Kalubke beschrieb, die mit einer Legende in die Kompanien versetzt wurden und das sollten nicht so viele gewesen sein, wie man annehmen könnte.

Alle anderen "gewöhnlichen" IM, ich weiss nicht ob auf meiner Bude noch einer war, waren mehr oder weniger Statisten, hatten weder eine Legende noch einen spezifischen Auftrag, es war einfach nicht ihr Revier, sie hatten ihren GWD abzuleisten.


Ein Volk, das sich einem fremden Geist fügt,
verliert schließlich alle guten Eigenschaften und damit sich selbst.
Ernst Moritz Arndt (1769 - 1860)
Kalubke, Grenzerei, Rostocker, der 39. und 94 haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#5

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 23:09
von Grenzerei | 40 Beiträge

Schon möglich dass der Autor dieser Dokumentation da was durcheinander gebracht hat.Die größte Arbeit bei der Verhinderung von Fahnenfluchten wurde durch die Abteilung 2000 geleistet, welche sich auch in der Festlegung der Blutgruppe jedes einzelnen niederschlug. In Auswertung von bereits durchgeführten Fluchten wird wohl eine Zusammenfassung von Indizien erstellt worden sein, die auf eine bevorstehende Flucht hinweisen könnten.Niemand der vorhatte abzuhauen wird das vorher angekündigt haben, so blieben nur diese Anzeichen um die es hier gehen soll.


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#6

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 13.11.2015 23:53
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von freddchen im Beitrag #2
40 Erscheinungen? Fälschung von Urlaubsscheinen? Komplexauftrag zur Unterschrift vorgelegt? (Schmunzel...)


Gefälschte Urlaubsscheine? Ich hau mich in den Schmutz.
Da wäre ich ja ca. 112,9 mal aufgeflogen sein. Spazz beiseite, der richtige Kumpel an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
Bei Bedarf selbst ausgefüllt, und die verbilligten Militärfahrkarten gekauft.
Das habe ich bis 1988 gemacht. (Entlassung war 86)
Micha


zuletzt bearbeitet 13.11.2015 23:54 | nach oben springen

#7

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 07:14
von Harsberg | 3.248 Beiträge

Zitat
Da wäre ich ja ca. 112,9 mal aufgeflogen sein. Spazz beiseite, der richtige Kumpel an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
Bei Bedarf selbst ausgefüllt, und die verbilligten Militärfahrkarten gekauft.
Das habe ich bis 1988 gemacht. (Entlassung war 86)



@G.Michael , dann bist du nie kontrolliert worden? Beim vorzeigen einer Militärfahrkarte, wurde in der Regel der WDA vom Schaffner verlangt!


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#8

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 08:32
von Hanum83 | 4.785 Beiträge

Also ich wollte auf jeden Fall das eine Jahr wo ich gezwungen war mit einem anderen jungen Mann bewaffnet allein in der Pampa zu sein gesund überstehen.
Dummerweise winkte ja gleich hinter der Pampa auch noch die Freiheit und man kam ihr im DDR-Leben in der Regel nie wieder so nahe wie dort.
Hätt ich gewusst das es tätsächlich 40 Anzeichen für eine geplante Fahnenflucht gegeben hat, also ich weiß nicht, vielleicht hätte ich da doch die paar Monate Wache im Stab vorgezogen.
Meine persönliche Checkliste von Mann zu Mann war kürzer, dummes Gequatsche nach der Art "Ob man wohl leicht über den Zaun kommt?" oder "Von mir aus kannst du auch länger schlafen, ich pass derweile auf", gehörte auf jeden Fall dazu.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#9

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 12:42
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von Harsberg im Beitrag #7

Zitat
Da wäre ich ja ca. 112,9 mal aufgeflogen sein. Spazz beiseite, der richtige Kumpel an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
Bei Bedarf selbst ausgefüllt, und die verbilligten Militärfahrkarten gekauft.
Das habe ich bis 1988 gemacht. (Entlassung war 86)


@G.Michael , dann bist du nie kontrolliert worden? Beim vorzeigen einer Militärfahrkarte, wurde in der Regel der WDA vom Schaffner verlangt!



@Harsberg, hab mich evtl. falsch ausgedrückt. Militärfahrkarte gab es ja gratis. Mit (gefaktem) Urlaubsschein gab es verbilligte Fahrkarten der DR.
So war es gemeint.
Micha


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#10

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 19:29
von freddchen | 58 Beiträge

Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #4
...
Alle anderen "gewöhnlichen" IM, ich weiss nicht ob auf meiner Bude noch einer war, waren mehr oder weniger Statisten, hatten weder eine Legende noch einen spezifischen Auftrag, es war einfach nicht ihr Revier, sie hatten ihren GWD abzuleisten.

Es gab weder gewöhnliche, noch ungewöhnliche IMs. 'Gemunkelt' wurde, dass in jedem Zug 2-3 Kollegen angesiedelt waren. Dass die nun ausgerechnet an der Grenze Statisten waren, kann man bezweifeln. Wahrscheinlich waren die Aufgaben hier aber i.d.R. eher allgemeiner Natur.

Zitat von G.Michael im Beitrag #6

an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
...
Micha
Genau, beim UvD lag da immer so ein Stapel mit "Blancourlaubsscheinen mit Stempel", die brauchte man nur greifen und ausfüllen, dann konnte man nach Belieben mal richtig Urlaub machen. (Witz komm raus.) Und der Kompaniechef hat dich dann bestimmt noch persönlich zum nächsten Bahnhof gefahren und eine Kiste Bier für die Heimfahrt gesponsert.


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#11

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 19:40
von Gelöschtes Mitglied
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Zitat von freddchen im Beitrag #10
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #4
...
Alle anderen "gewöhnlichen" IM, ich weiss nicht ob auf meiner Bude noch einer war, waren mehr oder weniger Statisten, hatten weder eine Legende noch einen spezifischen Auftrag, es war einfach nicht ihr Revier, sie hatten ihren GWD abzuleisten.

Es gab weder gewöhnliche, noch ungewöhnliche IMs. 'Gemunkelt' wurde, dass in jedem Zug 2-3 Kollegen angesiedelt waren. Dass die nun ausgerechnet an der Grenze Statisten waren, kann man bezweifeln. Wahrscheinlich waren die Aufgaben hier aber i.d.R. eher allgemeiner Natur.

Zitat von G.Michael im Beitrag #6

an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
...
Micha
Genau, beim UvD lag da immer so ein Stapel mit "Blancourlaubsscheinen mit Stempel", die brauchte man nur greifen und ausfüllen, dann konnte man nach Belieben mal richtig Urlaub machen. (Witz komm raus.) Und der Kompaniechef hat dich dann bestimmt noch persönlich zum nächsten Bahnhof gefahren und eine Kiste Bier für die Heimfahrt gesponsert.




Ach freddchen, ein guter Kumpel in der Geschäftsstelle des Regiment's, machte es möglich. Der Witz bleibt drin. Ach da war noch was, KC während
meiner GT-Zeit hatte ich nie
Kann es sein das ich beim Stab des Grenzausbildungsregiment- 5 war? Also erstma schlau machen.
Micha

Angefügte Bilder:
Siegel neu.jpg

zuletzt bearbeitet 14.11.2015 19:46 | nach oben springen

#12

RE: 40 Anzeichen für Fahnenflucht

in Grenztruppen der DDR 14.11.2015 20:24
von freddchen | 58 Beiträge

Zitat von G.Michael im Beitrag #11
Zitat von freddchen im Beitrag #10
Zitat von LO-Wahnsinn im Beitrag #4
...
Alle anderen "gewöhnlichen" IM, ich weiss nicht ob auf meiner Bude noch einer war, waren mehr oder weniger Statisten, hatten weder eine Legende noch einen spezifischen Auftrag, es war einfach nicht ihr Revier, sie hatten ihren GWD abzuleisten.

Es gab weder gewöhnliche, noch ungewöhnliche IMs. 'Gemunkelt' wurde, dass in jedem Zug 2-3 Kollegen angesiedelt waren. Dass die nun ausgerechnet an der Grenze Statisten waren, kann man bezweifeln. Wahrscheinlich waren die Aufgaben hier aber i.d.R. eher allgemeiner Natur.

Zitat von G.Michael im Beitrag #6

an der richtigen Stelle und es gab "Blankourlaubsscheine mit Stempel"
...
Micha
Genau, beim UvD lag da immer so ein Stapel mit "Blancourlaubsscheinen mit Stempel", die brauchte man nur greifen und ausfüllen, dann konnte man nach Belieben mal richtig Urlaub machen. (Witz komm raus.) Und der Kompaniechef hat dich dann bestimmt noch persönlich zum nächsten Bahnhof gefahren und eine Kiste Bier für die Heimfahrt gesponsert.
Ach freddchen, ein guter Kumpel in der Geschäftsstelle des Regiment's, machte es möglich. Der Witz bleibt drin. Ach da war noch was, KC während
meiner GT-Zeit hatte ich nie
Kann es sein das ich beim Stab des Grenzausbildungsregiment- 5 war? Also erstma schlau machen.
Micha
Ok. Dann kannst du ja wirklich nicht wissen, wie es an der Grenze als Grenzer war...


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