#121

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 12:57
von Hanum83 | 4.688 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #120
Die reine Willkür, Hauptsache, der Laden läuft. Genauso in West. Ich verstehe nicht, wie man da noch Z-Sau werden konnte..

Naja, ganz die Willkür war es gerade nicht das der Planer versucht hatte trotz Engpass den Urlaub abzusichern, konnte ja keine Leute herbeizaubern.
Richtig "Kacke" wurde es halt dann wo jemand seine fehlende Freizeit monierte und das hintenrum.
Die Offiziere in der Kompanie an der Line haben schon versucht für ihre "Schäfchen" alles irgendwie erträglich zu gestalten und die "sich um alles kümmerer" haben die sicherlich auch am liebsten von hinten gesehen.
Nicht nur bei der Armee, deine Rechte waren überschaubar, logisch in einer von Grund her diktatorischen Ordnung, aber leben und leben lassen gab es auch.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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zuletzt bearbeitet 07.08.2016 13:13 | nach oben springen

#122

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 18:53
von Klauspeter | 986 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #121

Naja, ganz die Willkür war es gerade nicht das der Planer versucht hatte trotz Engpass den Urlaub abzusichern, konnte ja keine Leute herbeizaubern.
Richtig "Kacke" wurde es halt dann wo jemand seine fehlende Freizeit monierte und das hintenrum.
Die Offiziere in der Kompanie an der Line haben schon versucht für ihre "Schäfchen" alles irgendwie erträglich zu gestalten und die "sich um alles kümmerer" haben die sicherlich auch am liebsten von hinten gesehen.
Nicht nur bei der Armee, deine Rechte waren überschaubar, logisch in einer von Grund her diktatorischen Ordnung, aber leben und leben lassen gab es auch.

Da stimme ich Dir voll und ganz zu.
Die hohen Anforderungen an die Gefechtsbereitschaft, die die Führungsorgane des Warschauer Vertrages an die Armeen stellten, gingen auf Knochen der Armeeangehörigen und schränkten auch stark die Rechte der Soldaten ein. Wenn es ein Beitrag zur Erhaltung des Friedens in dieser Zeit des Kalten Krieges war, dann haben sich diese Anstrengungen m.E. auch gelohnt.
Ich habe hier nie einen Vergleich gezogen betreffend der Rechte der NVA-Soldaten und denen der Bundeswehr. So ein Vergleich steht mir nicht zu, da kenne ich die BuWe zu wenig.
Ich habe in der NVA gedient und darüber hatte ich geschrieben.
Klaus


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zuletzt bearbeitet 07.08.2016 18:53 | nach oben springen

#123

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 19:15
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Am Kanten konnte man problemlos seine Anliegen bei den Vorgesetzten vorbringen . Aber in der Grundausbildung zb. in Glöwen hatte man ein halbes Jahr nur das " Recht " Befehle auszufüren . Bei Anliegen war der Dienstweg vorgeschrieben . das heist , Gruppenführer , Zugführer , KC . Nur bis zum Ende kam es nicht , wurde vorher abgewürgt .

gruß hapedi



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#124

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 19:24
von Pit 59 | 10.129 Beiträge

Zitat von Hapedi im Beitrag #123
Am Kanten konnte man problemlos seine Anliegen bei den Vorgesetzten vorbringen . Aber in der Grundausbildung zb. in Glöwen hatte man ein halbes Jahr nur das " Recht " Befehle auszufüren . Bei Anliegen war der Dienstweg vorgeschrieben . das heist , Gruppenführer , Zugführer , KC . Nur bis zum Ende kam es nicht , wurde vorher abgewürgt .

gruß hapedi


Das würde stimmen Peter,aber was gabs denn an der Grünen für Probleme ? Gutes Essen,viel Ruhe,viel Natur,kein Stress,kein Frühsport,gutes Westbild,viel Ausgang u.s.w. eigentlich wars Urlaub.


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#125

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 19:56
von Rainer-Maria Rohloff | 1.349 Beiträge

Siehe zu Hanum in #121. Ja Männers auf Kompanie, gab es da nicht den sozialistische Armee-Wettbewerb, so "Wer ist für den Monat, das Halbjahr die beste Grenzkompanie?" Logisch, das dann Vorgesetzter Untergebenen nicht zu sehr...weil wieder logisch, der einfache Kantenlatscher dann gemauert hätte. Oder wars nicht so....ich höre?

Rainer-Maria der sich sein Recht dann selber nahm. Weil ich einfach die Schnauze voll hatte von zuviel NVA "Kann Gesetzgebung". Und zwar ne ordentliche Urlaubsverlängerung von mindestens jeweils 24 Stunden. Und das gute drei Mal. Und das Beste, ich hatte doch immer Glück, immer Massel, wurde zwar am Ende vom Polit dafür gerügt(zum Heimgang).

Was mir aber an dem letzten Tag gelinde gesagt voll am jungen Arsch vorbei ging.

Rainer-Maria und ja, das hatte ne ganze Weile gedauert bis ich "ausgeschlafen" hatte....bei dieser Grenztruppe. Gott ne war ich sensibel...und doch ein Putscher vor dem Herrn.



der Anderdenkende und IM Kressin haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#126

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 20:34
von der Anderdenkende | 1.184 Beiträge

Bist Du nicht heuer noch so ein Querulant?


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#127

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 21:24
von Hapedi | 1.875 Beiträge

Zitat von Pit 59 im Beitrag #124
Zitat von Hapedi im Beitrag #123
Am Kanten konnte man problemlos seine Anliegen bei den Vorgesetzten vorbringen . Aber in der Grundausbildung zb. in Glöwen hatte man ein halbes Jahr nur das " Recht " Befehle auszufüren . Bei Anliegen war der Dienstweg vorgeschrieben . das heist , Gruppenführer , Zugführer , KC . Nur bis zum Ende kam es nicht , wurde vorher abgewürgt .

gruß hapedi


Das würde stimmen Peter,aber was gabs denn an der Grünen für Probleme ? Gutes Essen,viel Ruhe,viel Natur,kein Stress,kein Frühsport,gutes Westbild,viel Ausgang u.s.w. eigentlich wars Urlaub.



Im großen und ganzen hast du ja Recht @Pit 59 . Mit Ausgang war auch nicht so dolle , das heist von 18 bis 23 :00 Uhr wenn Dienstfrei war . Der Ausgangsort ( Diesdorf ) einige km weg . Wenn kein LO uns gefahren und wiedergeholt hat sind wir oft lieber auf Bude geblieben . Das Zimmer war halt ohne Ausgang Alkfrei , aber wir mußten ja eh eine klare Birne im Dienst haben . Was den Urlaub betrifft , haben wir mal einen von Berliner Grenze bekommen , der sagte wir haben es gegenüber wie Berlin wie Urlaub . Trotz allem war immer die Angst im Nacken daß man sauber wieder zu hause ankommt

gruß hapedi



zuletzt bearbeitet 07.08.2016 21:28 | nach oben springen

#128

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 07.08.2016 22:11
von Marder | 1.413 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #120
Die reine Willkür, Hauptsache, der Laden läuft. Genauso in West. Ich verstehe nicht, wie man da noch Z-Sau werden konnte..

Dies kann ich zumindest für die letzten 40 Jahre nicht nachvollziehen und so richtig als "Z-Sau" empfinde ich mich auch nicht. In dieser "Feierabendarmee" konnte man sich schon verhältnismäßig frei bewegen und auch äußern. Selbstverständlich muss ein gewisse Disziplin durchgesetzt werden. Wie willst du auch sonst in einer Kaserne mit tausenden jungen Soldaten Ruhe gewährleisten?
Schikane gab und gibt es nicht und wenn sind das Einzelfälle, die bei bekannt werden scharf geahndet werden eben gerade weil der Soldat seine Rechte als " Bürger" nicht verliert!!!
Mit freundlichen Grüßen Marder


Er wirft den Kopf zurück und spricht: "Wohin ich blicke, Lump und Wicht!" Doch in den Spiegel blickt er nicht.
Ein kluger Mann macht nicht alle Fehler selber. Er lässt auch anderen eine Chance.
Ein Kluger bemerkt alles - ein Dummer macht über alles eine Bemerkung.
Der Horizont vieler Menschen ist ein Kreis mit dem Radius Null - und das nennen sie ihren Standpunkt.

Wer Rechtschreibfehler findet kann sie behalten.
IM Kressin und B Man haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 07.08.2016 23:35 | nach oben springen

#129

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.08.2016 10:20
von IM Kressin | 913 Beiträge

Alsdann sind wir zumindest schon eine Zweiercombo, welche die Bundeswehr so kennen gelernt hat.

Zitat von Marder im Beitrag #128

In dieser "Feierabendarmee" konnte man sich schon verhältnismäßig frei bewegen und auch äußern.

Selbstverständlich muss ein gewisse Disziplin durchgesetzt werden. Wie willst du auch sonst in einer Kaserne mit tausenden jungen Soldaten Ruhe gewährleisten?

Schikane gab und gibt es nicht und wenn sind das Einzelfälle, die bei bekannt werden scharf geahndet werden eben gerade weil der Soldat seine Rechte als " Bürger" nicht verliert!!!

Mit freundlichen Grüßen Marder


Dein Beitrag ist deckungsgleich mit meinen Erfahrungen, die ich zu jener Zeit als Wehrpflichtiger bei der Bundeswehr miterlebt habe.

Undenkbar für die Offiziere der deutschen Streitmacht mit der anderen Feldpostnummer, die Handhabung derartiger Eingaben von Mannschaftsdienstgraden als Beschwerdeführer.

Wenn ich dann noch ergänze, dass Beschwerden von Berufs- und Zeitsoldaten aller Laufbahngruppen ohne Einhaltung des Dienstweges an den Wehrbeauftragten gesandt werden konnten, klingt das zu phantastisch.

Entsprechend der hohen Anforderungen durch die Führungsorgane an die Gefechtsbereitschaft der Warschauer Vertragsstaaten, leistete man bekanntermaßen nicht nur freundschaftlich Rückendeckung.

Man entsandte im Rahmen dieser Anstrengungen, während des kalten Krieges, helfende Hände, um Seite an Seite, als Beitrag zur Friedenssicherung den Fortbestand des Beistandsabkommens auch in Ungarn und der Tschechoslowakei weiterhin zu sichern.

Beschwerden waren nicht vorgesehen im System NVA.

Meine Grundeinstellung entspricht nicht der hier von den Usern vertretenen Grundhaltung zum Selbstverständnis der NVA.

Bezeichnend ist in der Tat der Umgang mit kritischen Beiträgen:

Zitat von DoreHolm im Beitrag #55
Nach meiner Ansicht hat es keinen Zweck, Bummi110 die eigene Welt zu erklären. Das haben die meisten hier schon in diversen Beiträgen getan. Bummi wird sich davon in keienr Weise beeindrucken lassen oder gar über das eine oder andere Dteail nachdenken, ob seine Ansicht denn wirklich so richtig ist. Er wird dieses Jahr, wenn ich die Vita richtig gelesen habe, 56 Jahre alt. Da sind die Standpunkte schon ziemlich verfestigt und wer nach 25 Jahren realexistierenden Kapitalismus immer noch nicht differenzieren kann, was hüben und drüben gut oder schlecht war, der wird es wohl nie können. Lassen wir ihm seine Ansichten. Es ist nur sinnloses Hin- und Hergeschreibe. Ich werde da meist nur mitlesen und nicht versuchen, ihm ein paar andere Erfahrungen oder Fakten zu vermitteln !


Ich nehme diesen Ratschlag an, werde dem „Mythos der NVA“ nicht in die Quere kommen, meinen Senf nicht mehr dazugeben!

Zitat von mannomann14 im Beitrag #58
man sagt auch Alterstarrsinn dazu


Schön zu lesen, nichtsdestotrotz immer noch ein gefestigter Klassenstandpunkt, nach Jahrzehnten!


Für Frieden und Völkerfreundschaft,

es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#130

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.08.2016 12:27
von Klauspeter | 986 Beiträge

Zitat von IM Kressin im Beitrag #129


Beschwerden waren nicht vorgesehen im System NVA.



Das stimmt so nicht !

Meine Behauptung hat weder etwas mit "Altersstarrsinn" zu tun, noch mit einem verfestigten "Klassenstandpunkt". Ich brauche nicht zu lügen, weil ich die NVA aus eigenem Erleben kenne.

Als Beweis zitiere ich aus einem Buch über die NVA . Sein Autor leidet weder an Altersstarrsinn noch kann ihm ein sozialistischer Klassenstandpunkt nachgesagt werden. Mir scheint, im Gegensatz zu Dir ist er um Objektivität und Sachlichkeit bemüht.

Rüdiger Wenzke: "Ulbrichts Soldaten: Die Nationale Volksarmee 1956 bis 1971"
Zitat Seite 455: "Die Soldaten hatten zudem das Recht, sich in dienstlichen und persönlichen Angelegenheiten mit Eingaben und Beschwerden schriftlich oder mündlich an die Vorgesetzten zu wenden. Dabei war grundsätzlich der Dienstweg einzuhalten. Eingaben und Beschwerden konnten aber auch direkt beispielsweise an das ZK der SED gerichtet werden..
Zweifellos gab es in vielen Truppenteilen und Stäben der NVA durchaus ausgeglichene, auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen aufbauende Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, in denen die Fürsorge der Vorgesetzten für ihre Unterstellten erlebbar wurde. Sie waren jedoch keinesfalls die Regel.“

Klaus


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#131

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.08.2016 13:31
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Klauspeter ,

ich sehe das ebenso, und die Einhaltung des Dienstweges war nicht immer notwendig!
Es musste sich aber dann wirklich um Beschwerden handeln und nicht um Larifari.


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#132

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 08.08.2016 18:01
von Rainer-Maria Rohloff | 1.349 Beiträge

Irgendwo hatte ich das schonmal getextet. Wie junger Soldat samt Spind kopfüber aus Hochparterre gekippt wurde. Von den knüppelharten EKs. Weil Er wohl nicht singen wollte," in seiner Musikbox.". Konnte man sich dabei auch den Hals brechen? Ich denke schon. Ich saß mit dem älteren Kerl mal am Frühstückstisch. Also dessen Humor war noch besser wie meiner, wenn es um die nachträgliche Betrachtung der 18 Monate ging. Seine damalige Einheit wohl Artillerie?

Der gute Kerl kannte noch andere Dinger, so wie er mit dem Holm von dem großem Geschütz(wie schwer sind die Dinger gleich) mal um die Wette rannte weil ihm keiner vorher erzählte, das die wohl automatisch in die Position ausfahren, schon der Last wegen. Und bitte, nagelt mich nicht, ich war nicht bei der ari.

Und bitte nicht Beschwerde und normaler Werdegang und....denn das was Ihr hier beschreibt war die Theorie, bei dieser NVA. War doch so ein Schlagwort in der DDR. "Die Vereinbarung von Theorie und Praxis" oder so ähnlich?

Rainer-Maria



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#133

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 07:15
von Harsberg | 3.247 Beiträge

Zitat
Der gute Kerl kannte noch andere Dinger, so wie er mit dem Holm von dem großem Geschütz(wie schwer sind die Dinger gleich) mal um die Wette rannte weil ihm keiner vorher erzählte, das die wohl automatisch in die Position ausfahren, schon der Last wegen. Und bitte, nagelt mich nicht, ich war nicht bei der ari.



Dann frage doch mal @hadischa, der kennt sich da bestens aus...


Phantasie ist wichtiger denn Wissen, denn Wissen ist begrenzt!
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#134

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 07:49
von Alfred | 6.841 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #130
Zitat von IM Kressin im Beitrag #129


Beschwerden waren nicht vorgesehen im System NVA.



Das stimmt so nicht !

Meine Behauptung hat weder etwas mit "Altersstarrsinn" zu tun, noch mit einem verfestigten "Klassenstandpunkt". Ich brauche nicht zu lügen, weil ich die NVA aus eigenem Erleben kenne.

Als Beweis zitiere ich aus einem Buch über die NVA . Sein Autor leidet weder an Altersstarrsinn noch kann ihm ein sozialistischer Klassenstandpunkt nachgesagt werden. Mir scheint, im Gegensatz zu Dir ist er um Objektivität und Sachlichkeit bemüht.

Rüdiger Wenzke: "Ulbrichts Soldaten: Die Nationale Volksarmee 1956 bis 1971"
Zitat Seite 455: "Die Soldaten hatten zudem das Recht, sich in dienstlichen und persönlichen Angelegenheiten mit Eingaben und Beschwerden schriftlich oder mündlich an die Vorgesetzten zu wenden. Dabei war grundsätzlich der Dienstweg einzuhalten. Eingaben und Beschwerden konnten aber auch direkt beispielsweise an das ZK der SED gerichtet werden..
Zweifellos gab es in vielen Truppenteilen und Stäben der NVA durchaus ausgeglichene, auf gegenseitigem Respekt und Vertrauen aufbauende Beziehungen zwischen Vorgesetzten und Untergebenen, in denen die Fürsorge der Vorgesetzten für ihre Unterstellten erlebbar wurde. Sie waren jedoch keinesfalls die Regel.“

Klaus






Mal so. In der NVA gab es keine Untergebene, sondern Unterstellte. Und was Herr Wenzke sonst noch so einschätzt, soll eben ins Zeitbild passen.


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zuletzt bearbeitet 09.08.2016 07:50 | nach oben springen

#135

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 08:39
von Rainer-Maria Rohloff | 1.349 Beiträge

Mal ehrlich Männer. Ich hätte hier in dem Fred nie was getextet, zumindest so ironisch sarkastisch nicht, wenn Soldat/Gefreiter der Grenztruppe damals die Urlaubsregelung der Unteroffiziere(volle Woche Zuhause) gehabt hätte. Hatte aber der Soldat/Gefreiter nicht. Denn dem seine war unwürdig, war Dreck, interessierte keinen, dazu noch X Stunden Zugfahrt gingen als Kompott von dem so schon beschissenen drei Tagen (war das VKU?) ab.Dazu noch Wochenabstände von10- 12- bis 16 Wochen, ehe du mal wieder ...."ich platze gleich...Frau wo ist das Beil damit ich den Kasten hier.......und Peng "

Das war entschuldigt Scheiße, das war einer NVA unwürdig.Da kam Keiner auf die Idee, diese 18 Monate Wehrpflicht irgendwie zu lieben. Das junges Kerlchen ne ordentliche Ordnung und Disziplin und noch mehr gute Regeln und deren Umsetzung in dem "unwürdigen Verein" lernte geht voll in Ordnung, dafür würde ich älterer Kerl der längst verblichenen NVA sogar heute noch nen tollen Oskar verpassen.

Rainer-Maria

Und einen guten Tag allen ins Forum



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#136

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 11:44
von B Man | 193 Beiträge

Moin

Da ist es wieder, dieses Widersprüchliche.

Die DDR war toll aber der Wehrdienst war scheisse.
Die "tolle" DDR gab es doch auch nur mit diesem Wehrdienst. Und der war nun mal entscheident anders wie in der BRD auch wenn viele das wieder anzweifeln.
Ich war wehrpflichtiger West und tat mich sehr schwer mit dem Soldatenleben.
Und wie überall wo Leute zusammen Arbeiten ( bei der Armee ja müssen ) gab es da solche und solche.
Meinem Zugführer war klar das ich nie ein Mustersoldat werde, aber ich habe meine Arbeit gemacht und so hat er mich sonst in Ruhe gelassen und ich war nicht bockig.

Sehr entscheidend ist doch auch egal in welcher Armee, in welcher Funktion man seinen Wehrdienst ableistet.
Ich war KFZ Mechaniker bei den Fernmeldern, das ist etwas völlig anderes wie Soldat bei den Panzergrenadieren ( bei der NVA = Mot Schützen )


Gruss Andreas
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#137

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 12:13
von damals wars | 12.117 Beiträge

Das Stichwort "gegenseitiger Respekt" ist wichtig.
Wie schnell verlor man als Vorgesetzer des Respekt der Unterstellten, wenn man Fehler machte.
Oder seine Stellung ausnutzte,

Bei uns wurden im Feldlager an alle hohe Forderungen gestellt.
Aber, als durchsickerte, das in einer Munitionskiste für die Offiziere 0,7 Rohre drin waren,
war der Respekt einfach weg.
Alle anderen mussten den Streß so wegstecken, und die waren länger als eine Woche von zu Hause weg!


Als Gott den Menschen erschuf, war er bereits müde; das erklärt manches.(Mark Twain)
Ein demokratischer Rechtsstaat braucht Richter, keine Henker. Interview auf der Kundgebung Je suis Charlie am 11.01.2015
"Hass hat keinen Glauben, keine Rasse oder Religion, er ist giftig." der Witwer der britische Labour-Abgeordnete Jo Cox.
http://www.neo-magazin-royale.de/zdi/art...fur-frauke.html
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#138

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 13:47
von B Man | 193 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #116


ZB den BW-Soldaten, der Ostsender hört, was wäre da wohl passiert? ...






Was sollte da passieren ? Gab es da überhaupt eine Vorschrift die das untersagte ?

Im Dienstzimmer wie GVD oder Wachlokal gab es wohl berechtigter weise einen ordentlichen Anschiss.

Abends auf der Stube hat das doch keinen interessiert ob man da die Tagesschau oder die aktuelle Kamera und anschließend die Olsen Bande geguckt hat.
Das gäbe höchstens ein Stirnrunzeln wieso das Bild nur schwarz weiss ist.


Gruss Andreas
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#139

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 09.08.2016 22:36
von StabsfeldKoenig | 2.620 Beiträge

Zitat von damals wars im Beitrag #137
Das Stichwort "gegenseitiger Respekt" ist wichtig.
Wie schnell verlor man als Vorgesetzer des Respekt der Unterstellten, wenn man Fehler machte.
Oder seine Stellung ausnutzte,

Bei uns wurden im Feldlager an alle hohe Forderungen gestellt.
Aber, als durchsickerte, das in einer Munitionskiste für die Offiziere 0,7 Rohre drin waren,
war der Respekt einfach weg.
Alle anderen mussten den Streß so wegstecken, und die waren länger als eine Woche von zu Hause weg!



Konnte man die Kiste nicht irgendwie "vertauschen", um die Mannschaften richtig "aufzuminitionieren"?



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#140

RE: Rechte der Soldaten in der NVA

in Die Nationale Volksarmee (NVA) der DDR 10.08.2016 09:25
von IM Kressin | 913 Beiträge

Zitat von Ostalgiker im Beitrag #116
ZB den BW-Soldaten, der Ostsender hört, was wäre da wohl passiert? ...


„Wissen ist Macht, aber nichts wissen macht auch nichts“

Gelungen und sicherlich lesenswert sind Threadbeiträge, die Urlaubszeit und Sommerloch bestücken.

Solcherart Märchenstunden sind Amüsement und dienen der Erheiterung aller.

NICHTS, ABSOLUT NICHTS IST PASSIERT, WENN EIN SOLDAT DER BUNDESWEHR FERNSEHSENDER ODER RADIOSENDER DER DDR IN EINER BUNDESWEHRKASERNE GEHÖRT oder ANGESEHEN HAT!

Ich will DICH mit umständlicher Suche im Forum nicht überfordern, stelle die Antworten von Usern aus einem anderen Thread zu diesem Thema hier ein:

Zitat von IM Kressin im Beitrag Zimmertoaster ...
Zitat von Rostocker im Beitrag Zimmertoaster ...


Da tust Du aber gewaltig irren--selbst bei einer Nachtschicht erlebt--wie der ZGD-- DDR Rundfunk hörte. Die gleiche Musiksendung --die wir auf unseren Miniradios hörten.


Die Rundfunksender der ARD sendeten damals über die (Alt)Bundesländer hinaus ein „Einheitsnachtprogramm“.

Die Rundfunkanstalten wechselten turnusmäßig mit den gemeinsamen Nachtsendungen.

Der bayrische Rundfunk sendete nachmitternächtlich weißblaue Volksmusik, der NDR und Dr. Erwin Marcus sprachen über Wäschefetischisten oder Menschen, die im falschen Körper leben.

Bei diesen facettenreichen Programmangeboten ist man zwangsläufig auf einen DDR-Feindsender ausgewichen.

DDR-Sender waren sogar in guter Empfangsstärke zu hören, wenn die Antenne des Taschenradios abgebrochen war.

Das Radio wurde mit Schlaufe am Innenspiegel des Dkfz befestigt und Musik konnte auch während der Autofahrt gehört werden.

Die Weltempfänger wurden in den 80er griffiger und kompakt, damit erledigte sich das Problem der eingeschränkten Empfangsmöglichkeiten.

Zur Frage von marc:

Während meiner Wehrdienstzeit bei der Bundeswehr hat es niemanden interessiert, welche Sender gehört wurden.

Wir hatten auch Flimmerkisten auf den Stuben.

Kein Schwanz hat sich dafür interessiert oder nachgefragt, welche TV-Programme oder TV-Sender angesehen oder eingestellt waren.

Die Geräte sollten nur nach Gebrauch und längerer Abwesenheit der Kameraden eingeschlossen werden
(Keine Verleitung zum Kameradendiebstahl)




Zitat von andyman im Beitrag Zimmertoaster ...
Danke für deine konkrete Aussage,bisherige Mutmaßungen von ungedienten haben uns nicht weitergebracht.
Gruß aus Südschweden
andyman

Zitat von Marder im Beitrag Zimmertoaster ...
Hallo,
das hat keine Vorgesetzten interessiert welche Tv oder Radio Sender man eingestellt hat. Auf DDR 1 und besonders auf DDR 2 kamen ja auch Spielfilme.

MfG Marder

Zitat von Hanum83 im Beitrag Zimmertoaster ...
Für viele anders geprägte ist es halt schier unvorstellbar wie frei eine Gesellschaft sein kann.

Zitat von bürger der ddr im Beitrag Zimmertoaster ...
Die "Radiozensur" war einfach lächerlich. Man wußte immer abends welcher UvD bzw. OvD im Dienst war, da gab es "Durchreißer", die haben Kontrolle gemacht und es gab "Normale", die haben sich das einfach verkniffen. Ich habe selber erlebt wie sogar der Polit überraschend in die Bude kam und der HR lief. Mit einem Augenzwinkern kam nur der Kommentar gute Musik.....
ich denke das war eine Ausnahme (so ein Polit) und evtl. war der cauch psychologisch etwas "auf der Höhe", denn im leben ist alles ein "Geben und Nehmen".
Schade das man auf solche Mittel zurück gegriffen hat, ähnlich wie das Thema Ausreise. aus heutiger Sicht war das ein Eingeständnis des Versagens der Politik.
Wie ich schon so oft gesagt habe, die DDR war ein Guter Gedanke und versuch, aber die Mittel waren untauglich.
Ich möchte eigentlich keinen vergleich zu der BW in der damaligen Zeit, aber gut das es angeschnitten wurde. aus den antworten kann ich sehen, irgendwie war das Rille und man fürchtete die "ideologische Zersetzung" des DDR Rundfunk nicht.


In aller Regel beantworte ich keine trolligen Beiträge, Deine persönlichen Überzeugungen und Einstellungen zur Bundeswehr sind mir schnurzpiepegal.

Ich beantworte die Frage nicht zuletzt deshalb, weil dieses Forum der DDR-Grenze als Nachschlagewerk aller Altersgruppen Beachtung und Aufmerksamkeit findet.

Zitat
Die BW war noch vom Wehrmachtstonfall und mentalität geprägt, wie das heute ist, weiß ich nicht.



Ganz große Klasse, da staunt der Laie, und der Fachmann wundert sich.

Die hier so geschätzten Autoren Rüdiger Wenzke und Klaus Froh beantworten mit ihrem Buch "Die Generale und Admirale der NVA" nicht nur die Frage, von welchem Ethos die NVA geprägt war, sie benennen mit äußerster Sorgfalt die Anzahl der Offiziere, offenbaren die Namen und Lebensläufe von Soldaten und Generälen, die aus der Vorgängerarmee in die NVA für eine Neugestaltung gebraucht und übernommen wurden.

Zitat
Napoleon als Vorbild "innerer Führung", aha.



Ahaerlebnis? Wo haste denn das her?

Ich schrieb von

Zitat
Die Loyalität des einfacher Soldaten, Hingabe und Opferbereitschaft und treue Ergebenheit, sicherte er sich durch Wertschätzung des Mannschaftssoldaten. Den Unteroffizieren und Offizieren seiner Armee war unter Strafe verboten, einen Soldaten zu schlagen. Das war bahnbrechend zu jener Zeit.

Für die preußische und andere Armeen der napoleonischen Zeit waren körperliche Züchtigungen einfacher Soldaten tägliche Routine.




Getreu dem Motto: "Man sollte niemanden mit Tatsachen verwirren, der sich seine Meinung schon gebildet hat.... "

schließe ich meinen Text, sende beste Grüße auch an die schöne Frau im Trabbi




Es grüßt Euch

Kressin


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