#141

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 20.09.2009 22:58
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo altes Mädchen,
Danke für den Einblick zum Leben im Sperrgebiet! Bei meinem ersten Fluchtversuch wurde ich auch von so einem "Grenzhelfer" gemeldet und dadurch verhaftet. Von Vorteil war es sicher nicht im Sperrgebiet zu wohnen.Gruß Peter(turtle)


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#142

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 21.09.2009 01:00
von rhoenadler (gelöscht)
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at turtlealso so schlecht war es eigentlich net, im sperrgebiet zu wohne.
-keine fremden, keine unerwünschten besuche(da ja 4-wochen antragsfrist bestand)
-die kneipe wurde zur sperrstunde abgeschlossen und es ging drinne weiter
-allerdings musste man sich ein wenig im zaum halten, was in meiner jugendzeit allerdings net oft gelang( aussprachen mit bürgermeister und abv folgten stets, oftmals kurz vor ultimo)
-und halt ständig den ausweis bei dir tragen musstest zwecks legitimation (erinner mich heut noch an meine festnahme kurz vor geisa, ca 10km von meinem heimatort entfernt, so dass ich statt in der disco halt in der zelle der grenzkompanie geisa die nacht verbrachte), hatte ich das vergnügen im trabi kübel von 2 grenzern mit kalaschnikow flankiert zu fahren...am abend voll sauer war, aber die tage danach uns köstlich amüsiert haben


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#143

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 21.09.2009 01:02
von rhoenadler (gelöscht)
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aso, ich vergass den monatlichen zuschlag von 50 ddr-mark
(war natürlich das wichtigste)


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#144

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 21.09.2009 10:24
von turtle | 6.961 Beiträge

Hallo rhoenadler,
Mir hat Dein Beitrag gefallen,Du scheinst Humor zu haben. Ich mag Menschen die alles nicht so verbissen sehen. Aber wieso gab es 50 Mark extra? Eine Art Entschädigung für die Nachteile des Sperrgebietes? Im Westen gab es auch Vorteile finanzieller Art im sogenannten Zonenrandgebiet! Sag mal gab es eigentlich Fangprämien für die Grenzhelfer, wenn durch ihren Hinweis ein Fluchtversuch verhindert wurde? Ansonsten behalte Deinen Humor das Leben ist manchmal schon ernst genug! Gruß Peter(turtle)


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#145

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 21.09.2009 11:34
von rhoenadler (gelöscht)
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turtle
-danke, ohne meinen humor wäre ich woll schon tot.
-jepp die 50 mäuse gab es immer mit dem lohn, sozusagen als entschädigung. als bei uns die
5 km sperrzone(ca 70/75) verkleinert wurde, haben sich sogar viele leute, die herausfielen, aufgeregt, gab ja nun 50 äste weniger in der lohntüte...
- bei der einfahrt in die zone kannte man ja die meisten vopos schon, so daß ein kurzergenügte, bei der ausfahrt sowieso selten (z.b. fahndungsaktionen) ausweisen musste
- in den betriebsbussen vieler firmen hatten gewisse personen auch eine gewisse legitimation, die dann meist vorne sassen, damit net jeder im bus kontrolliert werden musste
- und ja es gab bei festnahmen durch diese helfer belobigungen, präsentkörbe oder sachprämien, auch geldbriefe waren die regel... aber man sah das eigentlich als normal an, waren ja meist sogenannte
''asoziale personen'', die sich widerrechtlich im sperrgebiet aufhielten
- ich war in meiner schulzeit selber in der ag grenzhelfer... war halt schicker als in irgend so einer anderen ag, was ich zu der zeit gepunktet habe, habe ich in meiner jugendzeit wieder miese gesammelt und stand manchesmal vor der entscheidung... staatsanwalt oder freiwillige aufbaustunden

gruss bernd


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#146

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 01.10.2009 23:39
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo,
ich habe sehr viel von dir gelesen.ich bin glücklich in leipzig lindenau aufgewachsen das war 1965.
ich habe 72 meinen besten freund nicht mehr gesehen:grund aussreise seiner eltern.das war für mich schlimm.79 habe ich gleisbauer gelernt83 bin ich in die schmiede.was ich schreiben will:ich bin mit 8 klassen raus aber diese so schlechte ddr hat mir alle wege offen gehalten.ich habe meine10.klasse umsonst nachgeholt meinen schweiserpass und 84 hat man mich zum fdj sprecher in der firma gemacht.ich habe für mein kollegen ausflüge auf die leuchtenburg bei gala genauso ausflüge zur nächsten kegelbahn hinbekommen.wir hatten weiber ohne ende klar das hatte man auch drüben,aber ich möchte die meine schöne zeit nicht missen und sie bleibt immer in meinen gedanken


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#147

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 02.10.2009 00:34
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo,
möchte noch eine geschichte schreiben.
als mein bruder 86 mit 16 die idee übermannte in den westen zu fliehen,dachte ich ich bin doof.
er war ungelernt kellner im kiev.er hatte einen 11jahre älteren kollegen der meinen bruder ein floh ins ohr hämmerte.anders konnte ich mir das nicht erklären.mein bruder war das gegenteil von mir er war sehr ruhig.natürlich wurden die zwei idioten geschnappt.einen tag später war die stasi da.aber ich kann nur aus meiner erfahrung schreiben.sie haben gegenüber meiner mutter und mir keine schlechten äusserungen gebracht.es war nur :wo ist das zimmer ihres sohnes ,und sie haben mich gefragt ob sie mein zimmer sehen dürften ,ich habe verneint da meine freundin noch im bett lag was ich aber nicht erwähnte.diese leute sind dann ohne versiegelung des zimmers von meinem bruder gegangen und sind nie wieder gekommen.soviel zur stasi und ich kann das an hand von meiner 78jä.mutter bezeugen


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#148

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 02.10.2009 01:54
von chucky | 1.213 Beiträge

Hallo,
ich kann dir nur recht geben.auch ich habe als scmied gutes geld verdient.und keiner hat unter der brücke gelebt.aber ein paar freunde gab es doch.ich hatte einen freund,ich hätte für ihn meine hand ins feuer gehalten und der arsch hat nachts die gaststätten ausgeräumt.dann wurde ich noch wegen dem vogel verhört.das war schei.....


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#149

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 02.10.2009 01:56
von chucky | 1.213 Beiträge

Zitat von chucky
Hallo,
ich kann dir nur recht geben.auch ich habe als schmied gutes geld verdient.und keiner hat unter der brücke gelebt.aber ein paar freunde gab es doch.ich hatte einen freund,ich hätte für ihn meine hand ins feuer gehalten und der arsch hat nachts die gaststätten ausgeräumt.dann wurde ich noch wegen dem vogel verhört.das war schei.....


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#150

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 02.10.2009 09:06
von josy95 | 4.915 Beiträge

Zitat von Hackel39
Hallo Rainman,

in diesem Zusammenhang gibt es eine weitere aktuelle Nagelprobe für das Funktionieren dieser komischen Marktwirtschaft.
Die Baupreise von damals bedingen unrealistische Mieteinnahmen und so kommt es zum Leerstand.
Die Finanzämter haben exorbitante Steuerhätscheleien, teilweise 50 % jährlicher Verlustzuweisung gem. Einkommensteuergesetz § 7 den damaligen Investoren zugestanden mit der Option, daß es mit diesen überteuerten Objekten eine Gewinnerzielungsabsicht gibt.
Diese Gewinne kommen nicht, weil die Steuerersparnis das primäre Anliegen dieser Halodries war und langsam werden die Ämter ungeduldig, weil Liebhaberei im fiskalischen Sinne negativ behaftet ist.
Was zunächst tragisch anmutet, stellt für die Käufer auf der anderen Seite enorme Chancen dar, die es zu nutzen gilt.
Während die Fair- Value- Situation (Relation Jahresmiete zu Kaufpreis) vor 15 Jahren allgemein noch bei jenseits der 20 lag, kann man heute bereits 199..er Jahre- Bauten nach 10 Jahren ununterbrochener Mieteinnahmen netto (ohne Finanzierungskosten, Instandhaltungsrücklage, Verwaltung) abgezahlt haben.
Bedingung ist die Anpassung der Mieten an marktübliche Konditionen, aber auch dann wäre die Sache in der Regel einigermaßen rentabel.
Es ist aber einmal mehr die Psychologie, die Leute daran hindert, solche Chancen wahrzunehmen, stattdessen haut man tausende Euro in blödsinnige Riesterverträge mit fast schon kriminellen (unsichtbaren) Verwaltungskosten, Lebensversicherungen und Fonds mit Minusrenditen anstatt direkt zu investieren.
Der Bürger war zu DDR- Zeiten schon unmündig und hat sich bis heute nicht wesentlich verbessert.
Der Staat gibt vor, daß der Bürger zum Zwecke der Altersvorsorge erstmal Banken und Versicherungen bereichert und spricht dem Bürger die Kompetenz ab, sich mit Direktinvestitionen am Produktivkapital zu beteiligen, indem er solche Instrumente, z.B. den Kauf einer Eigentumswohnung, der Beteiligung am Fotovoltaikgroßanlagen, Schiffen, Windparks und Straßenbahndepots nicht nach den Prämissen eines Riestervertrages fördert.
Das ist Gängelei in Euro und behindert eine funktionierende Marktwirtschaft.




Hallo Hackel39,

sollte ich Dich einmal auf einem Wahlvorschlag, einer Wählerliste erblicken, wähle ich Dich!
Aber nur zum Finanzminister!


josy95


Sternbild Krebs, eine seiner herausragenden Eigenschaften: Krebse kommen immer an ihr Ziel..., und wenn sie zei Schritt vorgehen und einen zurück...

Zu verstehen als Abmahnung an EINEN Admin... bitte lächeln!
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#151

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 06:25
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von muts
Du kennst sicher die Langzeitdokumentation "Die Kinder von Golzow". Die Filme aus dieser Reihe sind, denke ich, an Authenzität nicht zu überbieten. Die Menschen in den Filmen dort sind real ohne propagandistische Verformungen, stylistischen Darstellungen und quotenwirksamen Überhöhungen.


so, ich habe mir endlich die Boxen (1-3) zugelegt, naja, amazon.de hat sie fuer 134 -, konnte nicht wiederstehen.

Innerhalb 14 Tagen muessen sie hier sein, ich gebe Euch dann eine Rezension.

Gruss aus den USA,
Berliner


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#152

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 12:01
von Boelleronkel (gelöscht)
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Erst mal beste Grüsse nach California und ja ich würd jetzt auch gern mal wieder die Küstenstrasse
von Frisco mit Zwischenstation, Topanga Canyon nach SanDiego runter fahren.

Ein weiterer Tipp.Film-Mehrteiler Schulz und Schulz(viel spass damit)
Das du so schwer eine einfache Antwort auf Leben in der DDR findest ist schon klar.
Es gab eben wirklich Alles und auch Nix.Irgendwo dazwischen findet man sich wieder.


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#153

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 12:10
von CaptnDelta (gelöscht)
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Zitat von Boelleronkel
Erst mal beste Grüsse nach California und ja ich würd jetzt auch gern mal wieder die Küstenstrasse
von Frisco mit Zwischenstation, Topanga Canyon nach SanDiego runter fahren.

Ich glaub jetzt verwechselst Du uns, Boelleronkel. Berliner ist in El Paso (also in Texas). Ich bin der in California. Und ja, ich gib Dir da recht: Highway 1 entlang der californischen Kueste (Oregon uebrigens auch) wuerde ich locker als schoenste Strasse der Welt bezeichnen (und ich war schon auf einigen).

Zitat von Boelleronkel
Das du so schwer eine einfache Antwort auf Leben in der DDR findest ist schon klar.
Es gab eben wirklich Alles und auch Nix.Irgendwo dazwischen findet man sich wieder.

Stimmt, ist nicht leicht als Aussenseiter da reinzufinden - ist nicht mal einfach wenn man da aufgewachsen ist - so wie ich.
Berliner (als "echter" Ami) tut sich da natuergemaess etwas haerter, aber das wird schon

-Th


zuletzt bearbeitet 16.04.2010 12:19 | nach oben springen

#154

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 12:37
von Boelleronkel (gelöscht)
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@CD..aaaah ja,alles klar und ja eine wunderschöne Fahrt entlang der Küste.
Ich glaub es war in der Nähe Malibu,da gibt es eine sehr,sehr alte Gaststätte,hat als Fischerhaus irgendwie begonnen und müsste es heute noch geben.
2001 habe ich dort ein 5 Mark Stück in eine Planke geschlagen,dann kam ja bald der Euro.
Nice Weekend in CA


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#155

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 17:56
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von CaptnDelta
aber das wird schon


ich werde wohl den Geruch des Amis noch immer mit ins Grab tragen, aber durch Deine Worte ist mein Tag ein bisschen heller geworden.

Auch mein Schwaebisch wird Tag zu Tag besser, des isch scho' was, gell?

Gruesse aus El Paso,
Duane


zuletzt bearbeitet 17.04.2010 16:04 | nach oben springen

#156

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 18:10
von Huf (gelöscht)
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Herzliche Grüße nach Amerika, Euch Beiden und ein schönes Wochenende!
Ich werde Euer Land wohl nie kennenlernen, da ich mit dem Schiff fahren müßte, und dazu fehlt leider die Zeit.
Oder ich werde von Scotti zu Euch gebeamt.

Huf


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#157

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 18:31
von Boelleronkel (gelöscht)
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Zitat von Berliner

Zitat von CaptnDelta
aber das wird schon


ich werde wohl den Geruch des Amis immer noch mit mir ins Grab tragen, aber durch Deine Worte ist mein Tag ein bisschen heller geworden.

Auch man Schwaebisch wird Tag zu Tag besser, des isch scho' was, gell?

Gruesse aus El Paso,
Duane




...........................................................................................
Hallo Berliner,

da du immer auf der Suche nach Filmen und Geschichten aus der DDR bist,kommt hier noch ein Tipp...

Guck mal MEIER in Zusammenhang Raufaser und Hamwirnich...
Nice WE in El Paso


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#158

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 20:26
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Huf
Oder ich werde von Scotti zu Euch gebeamt.


na, warte mal ab. Vielleicht meldet sich hier ein "Scotti" an, dann schauen wir ob das mit der Technik moeglich ist.

Dir auch ein sehr schoenes Wochenende zurueck nach Deutschland!

Duane


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#159

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 16.04.2010 20:40
von Berliner (gelöscht)
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Zitat von Boelleronkel
Guck mal MEIER in Zusammenhang Raufaser und Hamwirnich...
Nice WE in El Paso


Thank you Boelleronkel fuer den Tipp, habe ich in den Einkaufswagen gelegt.

I wish you also a nice weekend, take care!
Duane


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#160

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 17.04.2010 10:45
von Dieter1945 (gelöscht)
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Im Sommer 1951 war ich an der Müritz in einem Ferienlager des Wittstocker Konsums. Dort wurde ich krank und von einem Arzt in das Krankenrevier eines benachbarten Ferienlager überwiesen. Hier gab es eine viel bessere Verpflegung, sogar Südfrüchte und Schokolade die nur in Stanniolpapier verpackt war. Der Grund für diese Sonderverpflegung war denkbar einfach. In dem Ferienlager waren zur gleichen Zeit Kinder aus der Bundesrepublik untergebracht.
Eines Tages fand ich in der Schokoladen-Verpackung einen 100-DM-Schein. Meine Eltern meinten damals, die Schokolade mit dem Westgeld stamme gewiss aus einem beschlagnahmten Westpaket.

Dieter1945


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