#101

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 18:34
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Hackel, danke für deine Antwort, ich kann mich mit deinen Texten voll einverstanden erklären, gerade weil ich in einem Metallberuf sehr gutes Geld in eben dieser alten DDR verdient habe. Statistiken hin und her, so wie Jörg ( Augenzeuge) schreibt, es war mir egal, ob da Einer eventuell nur da war, um eine Stelle auszufüllen so wie deine Herzbuben.
Das war das Problem der alten DDR, nicht meines!
Ob dieser Sozialismus Leute mit durchgeschleppt hatte, Egal,Vollkommen egal, es lag keiner unter der Brücke, keiner, nicht einer auf dem Abluftschacht einer Kaufhalle, weil er eventuell seine Miete nicht....
Sie, die alte DDR wird ein ökonomisches Problem mit dieser Grauzone gehabt haben, aber dieses Problem hatte ihr nicht das Genick gebrochen.
"Alle wurden mitgenommen", so wie du schon richtig schreibst, das war eine enorme Stärke des System Sozialismus, was dieses heutige System nie erreichen wird.

Gruß Rainer- Maria


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#102

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 19:10
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Hallo Rainer- Maria,

ich denke aber, dass die politischen Grössen unseres Landes genau das erkannt haben.
Man vergibt auf der ARGE Lehrgänge, bei denen man lernen soll, wie es ist, fünf mal hintereinander früh um 6 aufzustehen.
Die Einführung der Ein- Euro- Jobs ist eine bemerkenswerte Erkenntnis der Politbonzen dieser Republik wonach in die Bewertung eines sinnerfüllten Lebens der Faktor strukturelle Arbeitsbedingungen, egal auf welchem Niveau, hoch gewichtet einfliessen muss, um den sozialen Frieden einigermassen zu stabilisieren.
Auch wenn es für diesen reichen Staat armseelig ist, dass es überhaupt Ein- Euro- Jobber gibt, ich weiss aus eigener Wahrnehmung im Bekanntenkreis, wie wichtig diese strukturellen Arbeitsverhältnisse für die Betreffenden sind und so gesehen war die DDR mit ihren Vollbeschäftigungsmodell um jeden Preis diesem System haushoch überlegen.
Es geht immerhin um die Gesamtbilanz eines lebenswerten Daseins und das bewerten weder weltfremde Wirtschaftsweisen in ihren Kanzleien und Glaspalästen noch Aktiengesellschaften auf ihren Hauptversammlungen mit ihren Zahlen, die nur der Frass der Spekulanten sind und die politisch motivierte Akteure für ihre Taschenspielertricks nutzen.
So hat es auch einst Honecker mit seiner phänomenalen Planerfüllung gehalten, um das Volk in jede beliebige Richtung treiben zu können.
Auch mir war es damals und wäre es heute egal, ob ich die "Wildecker Herzbuben" 351 Euro pro Nase aus meinen Steuern gebe, oder ob sie für einen Bruchteil meiner Wertschöpfung das gleiche Geld dafür bekommen, einfach nur 8 Stunden lang Akkulampen zum Leuchten zu bringen.
Die können nichts dafür, dass ihre Produktionsstätte nicht die Effizienz von meiner hatte.
Wenn man auf dieser Basis diskutieren wollte, müsste ich ja 60x so viel Lohn wie der Brummifahrer bekommen, weil ich doch 60 Container auf meinem Zug stehen hab, dafür aber genau wie der Brummifahrer von einer Minute auf die andere tot sein kann, wenn ich nicht aufpasse.




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#103

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 19:46
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Hackel, das gefällt mir, dieses, dein hinter die Kulissen schauen. Ich denke , wir kommen Beide aus Berufen, wo es gut war, gerade diesen Beruf gelernt zu haben. Ich gebe zu,meiner, es war nicht mein Traumberuf, den ursprünglich wollte ich Elektriker werden. "Aber die Zensuren", so wurde ich halt....
Mein Lehrmeister hatte einmal gesagt: " Wenn ich den Raum betrete und ich sehe das Objekt, dieses Objekt der Begierde, muss ich ein Auge dafür haben, wie es im Endeffekt fertig ausgeführt ist".
Und, Hackel, dieses Auge hatte ich! Ich nenne es heute noch eine" Gottesgabe".
Sie brachte mir ein Auskommen, auch nebenbei, wo der Sozialismus richtig Spass gemacht hatte.
Das war wichtig, alles Andere vollkommen uninteressant.
Hohe Preise so im Delikat oder Exqisitladen, egal, ich hatte die Kohle.
Sehe ich die Situation für die Jugend heute, " ein Trauerspiel"!
"Sie möchten aber können nicht und haben sie schon einmal die Chance, wird ein Hungerlohn gezahlt, von dem ich nicht leben kann, geschweige eine Familie ernähren kann"!
Das soll Freiheit sein? Es ist würdelos hoch drei!
Deswegen halte ich auch heute noch den Sozialimus für das uberlegenere System!
Aber, er muss Besser gemacht werden und dies geht nicht ohne gesunden Druck auf den Menschen.
Will Einer nicht, muss er....so einfach sehe ich das...dann wird halt seine " Freiheit" etwas eingeschränkt. Wo liegt das Problem? Nix Problem...

Gruß Rainer- Maria


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#104

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 20:01
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Hackel, das gefällt mir, dieses, dein hinter die Kulissen schauen. Ich denke , wir kommen Beide aus Berufen, wo es gut war, gerade diesen Beruf gelernt zu haben. Ich gebe zu,meiner, es war nicht mein Traumberuf, den ursprünglich wollte ich Elektriker werden. "Aber die Zensuren", so wurde ich halt....
Mein Lehrmeister hatte einmal gesagt: " Wenn ich den Raum betrete und ich sehe das Objekt, dieses Objekt der Begierde, muss ich ein Auge dafür haben, wie es im Endeffekt fertig ausgeführt ist".
Und, Hackel, dieses Auge hatte ich! Ich nenne es heute noch eine" Gottesgabe".
Sie brachte mir ein Auskommen, auch nebenbei, wo der Sozialismus richtig Spass gemacht hatte.
Das war wichtig, alles Andere vollkommen uninteressant.
Hohe Preise so im Delikat oder Exqisitladen, egal, ich hatte die Kohle.
Sehe ich die Situation für die Jugend heute, " ein Trauerspiel"!
"Sie möchten aber können nicht und haben sie schon einmal die Chance, wird ein Hungerlohn gezahlt, von dem ich nicht leben kann, geschweige eine Familie ernähren kann"!
Das soll Freiheit sein? Es ist würdelos hoch drei!
Deswegen halte ich auch heute noch den Sozialimus für das uberlegenere System!
Aber, er muss Besser gemacht werden und dies geht nicht ohne gesunden Druck auf den Menschen.
Will Einer nicht, muss er....so einfach sehe ich das...dann wird halt seine " Freiheit" etwas eingeschränkt. Wo liegt das Problem? Nix Problem...

Gruß Rainer- Maria


gute rede


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#105

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 20:24
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Pitti, was habe ich den Sandmann geliebt, meine kleine Enkelin sitzt heute noch davor und spielt jeden Abend mit. Sein Bruder im Westen, dieser " Steife Sack", nur gut, das sie den haben hinten runter fallen lassen.
Aber ich höre schon Wolfgang ( wosch), meinen speziellen Freund und jetzt, und gleich....
Bleib ruhig, Wolfgang, der Sozialismus war so gemütlich, nur schade , das du nach 1962 nichts mehr davon mitbekommen hast.
Man muss natürlich auch dem System des Kapital zugute halten: " Bin ich Einer, der will, dann schaffe ich das auch"!
Aber, ich darf nicht krank werden, keine sonstigen Leiden haben, durchsetzungsfähig sein, eventuell den Anderen...,und so könnte ich noch X andere menschliche Eigenschaften aufführen.
Nur, das System, dieses heutige System macht mich zum Nomaden, der der Arbeit hinterher zieht, mit Sack und Pack und Zelt!
Und Pitti, jetzt fragen wir Beide mal den wosch: " Ist das die Erfüllung, ist das die grenzenlose Freiheit,von der sie Alle geträumt haben ist das Würde"?
Kurz ausgedrückt: " Ist das gut für den Menschen"?

Gruß Rainer- Maria


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#106

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 20:35
von glasi | 2.815 Beiträge

hallo an euch drei. jedes system hat seine vor und nachteile. aber der sozialismus das bessere system? ich weiß nicht ich weiß nicht. wo wäre die ddr heute wenn es keine wende gegeben hätte. ich bin vor kurzem durch die bautzenerstr. in dresden gefahren. ich glaube so sehe es aus. schlaglöcher ohne ende. häuser in die keiner mehr wohnen könnte. und und und. außerdem stößt ihr uns westdeutschen damit vor denn kopf. ich habe schon 10000 mal hier gesagt die brd war auch vor 1989 kein wunderland. wir hatte auch probleme. arbeitslose, entlassungen, und und und. ihr wolltet es so. wir haben uns nicht aufgedrängt.



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#107

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 20:45
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Rainer-Maria,

Dein Beitrag hätte locker in jede SPD oder DGB Versammlung gepasst, damals als auch ich noch glaubte, wir könnten oder würden wenigstens in diesem Punkt der DDR nacheifern. Tja, die Arbeiterpartei SPD hat sich schon arg gewandelt, mit ihr die Gewerkschaften, war da nicht mal neulich die Rede von August Bebel? Wie viele Male werden sich die Kumpels von einst wohl schon in ihrem Grab umgedreht haben?
Ich war mal ein Sozi mit Haut und Haar und dazu ein überzeugter Gewerkschafter, und hab das auch vertreten. Das "geht doch rüber" von den Bossen schallt mir heute noch in den Ohren. Na ja, det lohnt sich jetzt wohl auch nicht mehr


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#108

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 20:49
von Wolfgang B. (gelöscht)
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Zitat von glasi
hallo an euch drei. jedes system hat seine vor und nachteile. aber der sozialismus das bessere system? ich weiß nicht ich weiß nicht. wo wäre die ddr heute wenn es keine wende gegeben hätte. ich bin vor kurzem durch die bautzenerstr. in dresden gefahren. ich glaube so sehe es aus. schlaglöcher ohne ende. häuser in die keiner mehr wohnen könnte. und und und. außerdem stößt ihr uns westdeutschen damit vor denn kopf. ich habe schon 10000 mal hier gesagt die brd war auch vor 1989 kein wunderland. wir hatte auch probleme. arbeitslose, entlassungen, und und und. ihr wolltet es so. wir haben uns nicht aufgedrängt.



Hi Glasi,
in der DDR gab's keinen Sozialismus, allenfalls punktuell. Sozialismus, Kommunismus was auch immer, wo gab's oder gibt's das?


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#109

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 21:51
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo an Alle, heut sind wir wirklich am Schreiben und ich hab noch ein wenig Zeit bis zur Nachtschicht. glasi, gleich zu dir, deswegen habe ich ja geschrieben: " Er hätte besser gemacht werden müssen, der Sozialismus. So wie du schon richtig schreibst, mit....da gebe ich dir vollkommen Recht. Er hatte sich runtergewirtschaftet, weil er aber auch jedes kleine Entwicklungsland sein Modell vom S. nahebringen, nicht " überstülpen" wollte. Der " Freie Westen " heute denkt: " Demokratie", die Wunderwaffe, nein, das Gesundheitselexier für Alle! "Aber auch für jedes Land"!
So ein Quatsch, so eine grenzenlose Dummheit, ein Riesenfehler!
Und ich wollte keinen beleidigen,den ich war arbeiten, bin nicht um diesen Ring gerannt.Du magst von mir denken, was...
Es war mir egal und vielleicht war das ein Fehler. Eventuell hätte ich ein kleines Plakat nehmen müssen, wo darauf stand: " Wartet noch ein wenig, ihr Menschen da am Ring, in meiner Heimatstadt Leipzig! Überschlaft es noch ein paar Nächte, ehe Ihr...
Ich glaube, die Masse hätte mich umgerannt.
Wolfgang, ich kann das voll nachvollziehen, meine Symphatie hast du.

Gruß Rainer- Maria


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#110

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 18.09.2009 23:41
von Augenzeuge (gelöscht)
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Weißt du Rainer, ich bedaure richtig, dass du damals die alte Bundesrepublik nicht richtig erleben konntest.Wie gut es der Masse des Volkes ging- im Gegensatz zur DDR. Für dein Engagement im Job in der DDR- übertragen auf die BRD - hättest du ein Geld gesehen, du hättest dich gefragt, bleibt denn da für den Kapitalisten noch etwas übrig. Ich bin fest überzeugt, du hättest deine Meinung revidiert oder zumindest verändert.
Nein- ein Kapitalist wärst du sicher nicht geworden, aber ich denke, du hättest erkannt, das auch der einfache Bürger einen sehr hohen Lebensstandard besaß. Als ich in den Westen kam, mit 5 DM in der Tasche und ein paar Koffern hinterher, da habe ich mir geschworen, diesen Unterdrückern im Osten (für mich waren sie es) kannst du nun beweisen, was du kannst. Und das tat ich. Und sie haben es mitbekommen, da man mich auch im Westen nie aus den Augen verloren hatte, wie ich heute weiß. Arbeit? Ob du es glaubst, ich habe so viele Angebote bekommen, ich habe es nicht verstanden. Nur dafür, das ich in Westberlin blieb und nicht nach Westdeutschland ging, bekam ich eine tolle Starthilfe, das alles hatte nichts damit zu tun, dass ich aus der DDR kam. Eine gute Wohnung bekam man sogar im engen Westberlin zum vernünftigen Preis. Wenn man engagiert war. Ich kam mir vor wie jemand, den man ausgebremst hatte. Studieren konte ich ohne Frage nach meiner politischen Meinung- ich hätte in der kommunistischen Partei sein können, es wäre egal gewesen, zum Studium bekam ich trotzdem genug Geld, welches ich nicht zurückzahlen musste, jobbte in den Ferien, zahlte dafür keine Steuern, und hatte innerhalb eines Jahres alles, was eigentlich ein Durchschnitts-DDR-Bürger in 15 Jahren frühestens hatte. Ich fand es unglaublich, da in meinem Kopf noch die Lehren der DDR über dieses System waren - und nichts passte. Vielleicht waren es auch meine Ansprüche, die nicht sehr hoch waren. Natürlich lagen damals auch einige unter einer Brücke, aber glaube mir, die wollten es so. Sie hätten z.B. eine Sozialwohnung mit Wohngeld auch haben können, ohne arbeiten zu gehen. Arztbesuche kosteten auch dann nichts, wenn du keine Arbeit hattest.
Warum erzähle ich dir das? Nur um dir und anderen zu beweisen, dass unser System mal besser war, als ein real existierendes sozialistisches System. Für mich hat nur dieses System eine Zukunft, wenn wir es wieder schaffen, es so sozial zu gestalten, wie es mal war. Wenn ich Sozialismus höre, dann denke ich an DDR, Kuba, Nordkorea, UdSSR, China- und kann nicht erkennen, was da besser auf Dauer sein soll. So viel zu meiner Überzeugung. Aber die Welt ist im Wandel- wir werden sehen, was passiert. Im Augenblick, da gebe ich dir recht, kann man nicht zufrieden sein. Aber deshalb darf man das Ziel nicht aus den Augen verlieren.


Gruß, Jörg


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#111

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 06:43
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Jörg, mein Freund,einen schönen guten Morgen und ein guter aussagekräftiger Text, deine Zeilen. So waren die Argumente meiner Cousins aus dem Ruhrgebiet, als ich das erste Mal 1990 bei ihnen zu Besuch war.Was wollte ich erwiedern, es ging hin und her an diesen Abenden. Sie wollten mir ihr System nahebringen und ich ihnen meins, ich sage dir, das war ein Spaß, der schon manchmal ganz schön ernst wurde.
Am Ende war ich für sie rot angehaucht, obwohl ich nie....ich war einfach nur ein Werktätiger, der seine Überzeugung vertrat. Das haben sie nicht verstanden und ich ihre Beweggründe wohl auch nicht.
Du hast schon nicht unrecht mit: " Dieses System besser machen"! Aber, jetzt ein Aber, dann muss man es vollkommen auf den Kopf stellen, schütteln, bis dieser ganze verkrustete Dreck unten raus kommt, die alten Akten des Westens mit auf den Tisch der Aufarbeitung, das empfinde ich als gerecht und nicht nur immer mit dem Finger...die, die, die..da aus dem Osten.
Aber dazu sind wir hier doch da, in diesem Forum und ich muss immer wieder Angelo, unseren kleinen Italiener fragen: " Wiviel waren wir am Anfang...23, 24, 25 User? Und jetzt...?
Angelo, ich stell die Frage so gerne. Damit der, der hier neu dazukommt sieht: " Eh, die haben doch schon gut vorgelegt, die Mädchen und Jungen, hier kann ich mich reinhängen und die hören mir sogar zu.
So, jetzt muss ich erst mal früstücken nach der scönen Nachtschicht. Über die ganze " Maloche" stelle ich später auch mal einen Text ein, so mit dem Titel: " Der gemeine Mensch und sein Band / Fliesband"

Gruß Rainer- Maria


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#112

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 08:20
von glasi | 2.815 Beiträge

guten morgen rainer maria. ich bin froh das wir einer meinung sind. .ich hatte schon angst du hällst mich für einen besser wessi.das bin ich nicht. aber ich muste das gestern mal schreiben. ich bin in diesem system groß geworden. es war früher wirklich anders. früher war es bei uns so schaffst du was dann hast was. aber heute. du gehst 8 stunden arbeiten und must noch hartz 4 beantragen. es hat sich sehr viel verändert. früher hatte bei uns ein ungelernter die möglichkeit in wohlstand zu leben. und heute? na ja was sooll ich noch sagen. kapitalismus mit etwas sozialismus das wäre es. lg glasi ps: bin vor 3 jahren aus der cdu ausgetretten. und ich glaube adenauer und erhart wären wenn sie noch leben würden gleich mitgekommen



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#113

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 11:38
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo glasi, es freut mich, das du...und die Arbeiter, bei uns hießen sie die " Werktätigen" werden wohl immer ähnlich getickt haben, in Ost und in West. Ein Freund von mir hatte vor langer Zeit ( ein paar Jahre) Sozialhilfe bezogen und dachte...und jetzt bis zur Rente...weil er auch schon gesundheitlich nicht mehr so.... und er ist erst so alt wie ich.
Auf einmal...Peng..Hartz 4...Abfahrt...Rutschpartie in die Armut. Die Betonung in diesem Staat hier liegt immer auf dem Wort " Würde"!
"Welche Würde", wollte ich gerade fragen?
Aber ich glaube , dieses Thema könnte man noch endlos fortsetzen, wir nennen es "Der Mensch von heute, Hartz 4 und die Würde"? Los, Angelo, neues Thema aufgemacht!
glasi, schönes Wochenende aber ich werde mich wohl noch zwischendrin mal an den Kasten setzen.

Gruß Rainer- Maria


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#114

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 12:03
von Zermatt | 5.293 Beiträge

Kann sein das es einen lebenswerten Sozialismus gibt,wo auch immer,aber der in der DDR
ist kläglich gescheitert,weil eine Gruppe alter Männer verbohrt und realitätsfremd
mit einem Volk umgegangen sind,als ob sie in einem grossem Spielzeugland sind.An der Spitz
Honecker,der die Weichen für das Ende schon früh stellte,aber später vollkommen
unsinnig die Behauptung gegen Krenz aufstellte:Er fuhr das Volk der DDR gegen den Abgrund.



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#115

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 14:03
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Zermatt," es ist dir gelungen, einmal mehr wie einen Satz einzutippen". Rainer- Maria zieht den Hut vor dir.Angelo, schreib es im Kalender an, Unser Zermatt....
Aber du kennst meine humorvolle Art, die mich schon manche Tiefe besser überstehen ließ.
Hier eine Geschichte, weil sie so schön das Leben erzählen.
Zur Leipziger Messe, da zog ich immer los, meine Frau hatte keine Lust, machte ihr Ding, keine Ahnung was das war und ich jedenfalls alleine, nie mit Kumpels, in die Messehäuser, Hallen und auf die Freigelände.
Da war ein munteres Treiben, ein "Bäumschen Wechsel Dich Spiel" im Gange, von dem Messestand Ost zum Messestand West und umgekehrt, mit Kaffee, Pralinen, Alkohol die hübschen Westfrauen zu den interessante Ostmännern und...
Die Einheit war eigentlich schon vollzogen zwischen diesen beiden Staaten, zumindest zur Messe. Die " körperliche Vereinigund " wird wohl dann Abends stattgefunden haben, der Ehepartner weit, die Lust und das Verlangen groß und was er nicht weiß, macht ihn nicht heiß...das ist ganz normal, menschlich.
Aber kein Neid, überhaupt kein Neid, den ich war auch kein Kostverächter und konnte schon froh sein, das meine bessere Hälfte mir nicht den Koffer vor ....
So zwischendrin flogen sie manchmal ein, die Wagenkolonnen mit den abgedunkelten Scheiben. Junge dynamische Männer vom "Verein" umschwierten sie wie die Fliegen, Wagenschlag auf und Ruck Zuck waren sie verschwunden, die älteren Männer in den Hallen und Häusern.
Kein Gruß, kein Rot Front, kein Lächeln zum Werktätigen so wie mich.
Da dachte ich immer so bei mir: " Vor was haben sie wohl Angst, vorm eigenen Volk oder vor der vielen Sonne, den meistens...
Es muss die Sonne gewesen sein, Zermatt, anders kann ich es mir nicht...jetzt muss ich schon selber lachen über den herlichen Quatsch.
Und Egon, Zermatt, der war doch harmlos, unser Kronenprinz. Auf den hatte doch dann keiner mehr gehört, er war wohl noch zu jung für die Intrigen.

Gruß Rainer- Maria


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#116

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 14:51
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff


So zwischendrin flogen sie manchmal ein, die Wagenkolonnen mit den abgedunkelten Scheiben. Junge dynamische Männer vom "Verein" umschwierten sie wie die Fliegen, Wagenschlag auf und Ruck Zuck waren sie verschwunden, die älteren Männer in den Hallen und Häusern.
Kein Gruß, kein Rot Front, kein Lächeln zum Werktätigen so wie mich.
Da dachte ich immer so bei mir: " Vor was haben sie wohl Angst, vorm eigenen Volk oder vor der vielen Sonne, den meistens...



@r-m-r, hier muss ich dir leider mal widersprechen. da kaum "jubler" da waren mussten die genossen und genossinen der sed kreisleitung von leipzig ran. wenn die staatsführung in der halle war wurden diese in den bus verfrachtet und zur nächsten halle gefahren.

übrigens, selbiges wird heute auch noach dem selben schema abgehandelt. man muss sich nur die jeweiligen "jubler" ansehen. welche öffentliche behörde heute herhalten muss ist mir leider noch nicht bekannt...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#117

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 21:33
von Rainer-Maria-Rohloff (gelöscht)
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Hallo Gilbert, es wird wohl immer das selbe Schema sein, heute wie gestern. Kommt heute der General in die Kaserne werden die Bordsteinkante weisgestrichen, zu unserer Zeit war das nicht anders. So auch bei den "oberen Zehntausend".
Eine unsichtbare Schar von kleinen Negern sorgt dafür, das alles seinen Gang geht, das es ihnen gut geht. Kommt dann der Proletarier Egon Kasunke aus der Menge und will nur mal reden....mit ...Angela...weil ihm etwas auf den Nägeln brennt, wird er abgefangen.
"Er steht einfach nicht im Protokoll".!
Angela, unsere Pfarrerstochter denkt: " Ist doch Alles Friede Freude Eierkuchen", in unserem schönen Deutschland und sagt zum Neger: " Wo steht der Sekt"?
Dann noch: " Meine Herren von der Indußtrie, wie hoch war gleich noch mal die Summe, die Ihnen so auf den Nägeln brennt"....zig Milliarden. Äh, Sam, bitte notieren und mir morgen früh zur schnellstmöglichen Erledigung auf den Schreibtisch.
Wie gesagt, Gilbert, so war das, so ist das, und so wird es auch immer bleiben.
Wenn da nicht eine Menge kommt, und dann...
Und dein Ex- Verein, Gilbert, der war Anfangs eine gute Sache, wo noch bestimmte Leute dem Volkseigentum nicht wohlgesonnen waren, siehe Sabotage und andere Spielchen, die diesem VE so richtig schaden wollten. Da wart ihr Spitze, in der Aufklärung aber danach, naja, mir hatte keiner was getan, ist mir auch egal, ich war arbeiten.
Ich muss mich berichtigen zu den abgedunkelten Scheiben, es waren Gardinen, man konnte sie auf...und zu ziehen. Je nachdem, wie viel man vom Volk sehen wollte.

Gruß Rainer- Maria


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#118

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 19.09.2009 22:08
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff
Hallo Gilbert, es wird wohl immer das selbe Schema sein, heute wie gestern. Kommt heute der General in die Kaserne werden die Bordsteinkante weisgestrichen, zu unserer Zeit war das nicht anders. So auch bei den "oberen Zehntausend".
Eine unsichtbare Schar von kleinen Negern sorgt dafür, das alles seinen Gang geht, das es ihnen gut geht. Kommt dann der Proletarier Egon Kasunke aus der Menge und will nur mal reden....mit ...Angela...weil ihm etwas auf den Nägeln brennt, wird er abgefangen.
"Er steht einfach nicht im Protokoll".!
Angela, unsere Pfarrerstochter denkt: " Ist doch Alles Friede Freude Eierkuchen", in unserem schönen Deutschland und sagt zum Neger: " Wo steht der Sekt"?
Dann noch: " Meine Herren von der Indußtrie, wie hoch war gleich noch mal die Summe, die Ihnen so auf den Nägeln brennt"....zig Milliarden. Äh, Sam, bitte notieren und mir morgen früh zur schnellstmöglichen Erledigung auf den Schreibtisch.
Wie gesagt, Gilbert, so war das, so ist das, und so wird es auch immer bleiben.
Wenn da nicht eine Menge kommt, und dann...
Und dein Ex- Verein, Gilbert, der war Anfangs eine gute Sache, wo noch bestimmte Leute dem Volkseigentum nicht wohlgesonnen waren, siehe Sabotage und andere Spielchen, die diesem VE so richtig schaden wollten. Da wart ihr Spitze, in der Aufklärung aber danach, naja, mir hatte keiner was getan, ist mir auch egal, ich war arbeiten.
Ich muss mich berichtigen zu den abgedunkelten Scheiben, es waren Gardinen, man konnte sie auf...und zu ziehen. Je nachdem, wie viel man vom Volk sehen wollte.

Gruß Rainer- Maria


irgendwie hab ich das schon mal mitte der 80ziger mit ag hoffmann erlebt


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#119

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 20.09.2009 14:59
von GilbertWolzow | 3.633 Beiträge

Zitat von Rainer-Maria-Rohloff

Ich muss mich berichtigen zu den abgedunkelten Scheiben, es waren Gardinen, man konnte sie auf...und zu ziehen. Je nachdem, wie viel man vom Volk sehen wollte.


@rainer-maria, die gardinen gab es nur in den damaligen tschaika´s. im citroen von e.h. und in den volvos waren keine gardinen mehr vorhanden.
der gleiche witz wurde auch immer gern erzählt, dass man auf der protokollstrecke nur die häuser paterre angestrichen hat, da man angeblich aus dem auto des pb nicht mehr erkennen konnte...


* User in einem Forum wo ich mich von Vollpfosten als Verbrecher betiteln lassen muss *
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#120

RE: Geschichten aus dem DDR-Alltag

in Leben in der DDR 20.09.2009 15:38
von dein1945 (gelöscht)
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Zitat von GilbertWolzow

der gleiche witz wurde auch immer gern erzählt, dass man auf der protokollstrecke nur die häuser paterre angestrichen hat, da man angeblich aus dem auto des pb nicht mehr erkennen konnte...



Hallo GW,
wie war es denn in der Wirklichkeit ? waren die Häuser hinter der Fassade saniert ?
Gruß aus Berlin


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