#41

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 15:19
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Zitat von der 39. im Beitrag #24
Zitat von thomas 48 im Beitrag #22
In meiner Jugend flogen Ballons mit Flugblätter von der SPD aus Dortmund in den Wald bei Saalfeld in Thüringen.
Ich bin böse reingefallen.

Weil Du sie nicht eingesammelt und abgegeben hast? Oder?
Der 39.


Ich habe als Kind zusammen mit meinen Freunden im Wald Reste eines solchen Ballon´s gefunden.Das waren aber keine Flugblätter, sondern Hefte in denen das Leben in der DDR mit dem in der BRD verglichen wurde.Irgendwo habe ich noch eines.
Wir haben diesen Fund nicht gemeldet, aber es kam dennoch heraus.
Mehr als ein ganz schlimmes "Dududu" gab es aber auch nicht vom Schuldirektor.
Abgeben mussten wir die Hefte aber.
Diese Ballon´s sind übrigens oft geflogen und waren gut zu sehen.
Theo 85/2


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#42

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 15:23
von Ratze | 403 Beiträge

Zitat von Theo85/2 im Beitrag #41
Zitat von der 39. im Beitrag #24
Zitat von thomas 48 im Beitrag #22
In meiner Jugend flogen Ballons mit Flugblätter von der SPD aus Dortmund in den Wald bei Saalfeld in Thüringen.
Ich bin böse reingefallen.

Weil Du sie nicht eingesammelt und abgegeben hast? Oder?
Der 39.


Ich habe als Kind zusammen mit meinen Freunden im Wald Reste eines solchen Ballon´s gefunden.Das waren aber keine Flugblätter, sondern Hefte in denen das Leben in der DDR mit dem in der BRD verglichen wurde.Irgendwo habe ich noch eines.
Wir haben diesen Fund nicht gemeldet, aber es kam dennoch heraus.
Mehr als ein ganz schlimmes "Dududu" gab es aber auch nicht vom Schuldirektor.
Abgeben mussten wir die Hefte aber.
Diese Ballon´s sind übrigens oft geflogen und waren gut zu sehen.
Theo 85/2


Kann man die Kopie der Hefte hier mal sehen, wäre sicher interessant wie die prpagandistisch im Westen hergestellt worden sind.


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#43

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 15:34
von Theo85/2 | 1.198 Beiträge

Kann man die Kopie der Hefte hier mal sehen, wäre sicher interessant wie die prpagandistisch im Westen hergestellt worden sind.[/quote]



Ich such mal danach.

Theo 85/2


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#44

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 15:41
von 94 | 10.792 Beiträge

Zitat von Ratze
Kann man die Kopie der Hefte hier mal sehen, wäre sicher interessant wie die prpagandistisch im Westen hergestellt worden sind.

Da hülft ein Blick ins Museum, zum Beispiel ...
dhm.de/archiv/ausstellungen/kalter_krieg/h_brosch.htm

Ansonsten mal mit den Begriffen PSK und PSV bissel rumsuchen, das war auf jeden Fall schonema Thema hier.


Verachte den Krieg, aber achte den Krieger!


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#45

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 19:48
von IM Kressin | 917 Beiträge

Zitat von Ratze im Beitrag #17


Grund: " Der Zollbeamte verletzt wiederholt in Uniform und mit Dienstwaffe" das Hoheitsgebiet der DDR.

Bei künftigen "Grenzübertritten" habe ich den "Zollanstecker" abgenommen, war ja nur angeknöpft, und die P6 ordnungsgemäß eingeschlossen.

Anschließend habe ich mich unter Vorlage eines gültigen "GüPap" (Grenzübertrittspapier) beim BGS (Truppe) abgemeldet und mich als Privatmann in östliche Richtung begeben.

Mit Hund und selbstverständlich ohne Kenngeschirr "Zoll".




Zitat
Von der Grenzverletzung in Uniform wurde im Streifenbericht aber nichts erwähnt :)




... dieses Vorkommnis schien den/dem BGS-Verantwortlichen dergestalt wichtig und von elementarer Bedeutung zu sein, dass ich noch vor Dienstantritt der Nachmittagsschicht, Beginn 13.00 Uhr, einen Anruf meines Zkom, Rudolf „Rudi“ H. erhielt. Er beschrieb in dem Telefonat Ablauf, und Prozedere, teilte mir rundheraus mit, dass er diese Information vom BGS, wer auch immer, erhielt.

Der Arno war es nicht, der kam nicht in Frage, drehte selber so manches Ding und war nicht mehr vor Ort. Im Frühjahr 1990, Zeitpunkt habe ich vergessen, wurde der GSE zurückgenommen und die Truppe übernahm die Nachbarschaft des Zolls und zog in den Abfertigungscontainer. Verblieben nur Hauptwachtmeister Str_ _ _ e und ein Meister, Name entfallen. Für mich gab es keinen Beweggrund, die Aussage meines Leiters anzuzweifeln.

Die Problemlösung erfolgte durch meinen Chef mit der von mir beschriebenen und von Dir zitierten Verfahrensweise. Wir erahnten eine Zäsur, ein Ende der Fahnenstange, noch unbekannt und nicht eindeutig. Die Vorzeichen waren gegeben.

Die Befindlichkeitsstörung des BGS, Betreten des DDR-Gebietes durch Zollbediensteten in Dienstkleidung, war obgleich manchem Konkurrenzgerangel, schwer nachzuvollziehen.

Bei aller Wertschätzung, die wir in gleichgesinnter Aufgabenwahrnehmung füreinander empfanden, wollen wir nicht vergessen, das wir uns in jener längst vergangenen Zeit, in einem rivaisierenden, für den Zoll unterlegenen Wettstreit befanden.

Der in Deinem Sichtfeld befindliche HGS, von uns „Schorsch“ titulierte Waldläufer und einstige B.z.b.V brüstete sich nach Grenzöffnung mit der Beschaffung, Einrichtung und dem Unterhalt des Bürocontainers bei der Güst Zarrentin II. Er ließ erkennen, dass er dem Zoll die rechte Containerhälfte, somit den freien Ausblick und Panorama in östlicher Richtung sicherte. Der BGS erhielt die verbleibende linke Hälfte mit geringem Sichtfeld.

Nun bin ich weit ins OT abgeglitten, seltsam, welche Dinge man im Gedächtnis behält, bei welchem Feinschliff noch in höchster Vollendung der Kamm schwillt ...

Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

Wo ein Genosse ist, ist die Partei - wo zwei Genossen sind, ist ein Intershop!
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#46

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 20:26
von Waldersee | 83 Beiträge

Hallo Kressin,
ist ja nicht so ganz das Thema dieses Forums und die Kollegen aus dem Osten wird's vielleicht auch nicht so ganz interessieren...aber das Verhältnis BGS / GZD war schon ein ganz besonderes.
Ich hatte als II/S ja immer die Aufgabe, mit dem BzbV des ZKom Lübeck-Süd, ZHS Bossel....... die jeweiligen Monatsdienstpläne zu erststellen.
Mein Gott, was haben wir uns manchmal "gefetzt". Durften dann immer beim Dienstvorgetzten zum "Versöhnen" antreten.
Haben uns aber immer wieder zusammengerauft. Beide Behörden mussten halt ihre Daseinsberechtigung begründen.
Interessant war, das nach Auswertung der statistischen Zahlen in den Monatsdienstplänen folgendes passierte:
24 Sunden an der Grenze - Im Abschnitt Lübeck waren z.B. sieben GZD-Beamte zu unterschiedlichen Zeiten im Einsatz...macht 7 Zollstreifen an diesem Tag. Vom BGS waren 9 Beamte unterwegs, allerdings in nur drei Streifenbesatzungen. Am Monatsende war das für den BGS sehr ungünstig.
So wurde das System der "Mann Stunden" erfunden...
Und schon hatten wir an diesem Tag 9x8 (72) Mannstunden und der Zoll 7x8 (56) Mannstunden....
So war's halt.
Gruß waldersee


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#47

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 09.02.2016 23:24
von Pitti53 | 8.789 Beiträge

@Waldersee mach da ruhig weiter. Ist schon interessant was da bei euch so ablief


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#48

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 10.02.2016 08:55
von Waldersee | 83 Beiträge

Hallo pitti53,
werde demnächst mal ein Thema dazu aufmachen. Dann kann auch mal berichtet werden, das der BGS sich ja auch innerhalb seiner Organisation Konkurrenz machte.
So waren wir die "Truppe" immer im Wettstreit mit dem an den Grenzübergängen eingezetzten Grenzschutzeinzeldienst "GSE".
Hier war schon sehr früh der "Polizist" im Einsatz. Wir waren für die immer die "Langwaffenträger". Wir nannten sie "Mehlmützen".
Motto: Wer in der Hundertschaft nicht den richtigen Stiefelputz hatte, oder die Haare nicht richtig trug ging als Sommerverstärker zum GSE.
Da der GSE der damaligen Grenzschutzdirektion Koblenz unterstand, war er auch völlig von unseren - unteren - Meldewegen losgelöst.
Ich weiß aber, dass Erkenntnisse spätestens auf Ebene Grenzschutzkommando wieder zusammen liefen.
Dann gab es ja auch noch den völlig abgeschirmten BGS-Funkbeobachtungs-Dienst. Von dem durften wir eigengentlich nur wissen, dass es sie gibt...bei mir rissen mal zwei meine Bürotür auf und "überschütteten" mich mit Fragen nach "einem schnell fliegenden Target ostwärts Lübeck". Ich brauchte einige Zeit, bis mir klar wurde, das es sich um einen der ersten Grenzüberwachungsflüge der der NVA/LSK mit MI-24 handelte.
Von "Guten Tag", Vorstellung und Höflichkeit hielten die auch nicht viel.
Aber das ist alles mal Thema für ein anders Forum...
Waldersee


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#49

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 04:50
von B208 | 1.351 Beiträge

Moin ,
einige meiner Erlebnisse habe ich schon in anderen Themen geschrieben , manche werden sich erinnern , aber ich gebe sie in diesem nochmal zum Besten .

Grabenreinigungsarbeiten an den Grenzgräben war bei uns im ratzeburger Abschnitt immer ein Ereignis .
Meist war der Grenzverlauf in der Grabenmitte und es wurden Abschnitte von eurer Seite durch eure Kräfte gereinigt und andere Abschnitte von unserer Seite durch Zivilfirmen meist sehr umweltschädlich mit schwerem Gerät , konnte ja kaum einer noch mit der Sense arbeiten . Die Mecklenburger hatten das aber nicht verlernt und so arbeiteten meist so 4-6 Mann Zivilisten eines DDR Wasserwirtschafts..?...?....?... , stand an den Kfz meist an der Tür der grau lackierten Fahrzeuge . Man sah den Männern ihre langjährige "Outdoor" Arbeit an . So der Typ , es gibt kein schlechtes Wetter . Wat mutt dat mutt . Die Sensen , Forken und Harken verrichteten in ihren markanten Händen eine schnelle und umweltschonende Arbeit , immer bewacht von 2 AGTs , Kalaschnikow , Kamera , DF waren immer dabei .
Nun kamen wir im Rahmen der Streife im Bereich Boizer Bogen , nördlich des Schlagbaum Sophiental zu solchen Grabentreinigungsarbeiten , diese dauerten schon einige Tage und ich hatte , was ungewöhnlich war , in einer Woche 2x Grenzdienst und stellte fest , einer der Bewacher ist in der Zwischenzeit befördert worden . Für mich ein Anlass den Mann direkt anzusprechen und ihn zu seiner Beförderung zu gratulieren , was ihm sichtlich unangenehm war , gesteigert wurde es nur noch durch die nun folgenden Glückwünsche der Arbeiter . Ein Händedruck und ein gemeinsames Bier war leider nicht möglich .

Ein anderers Erlebnis hatte ich an der B208 .
Für mein damaliges Handeln möchte ich mich im Nachhinein bei dem Mann entschuldigen !
Grenzstreife im Bereich B208 , im Vorgelagerten eine Gakl Streife . Ein älterer Hauptmann mit einem sehr jungen Soldaten oder Gefreiten .
Das übliche Spiel , Kamera hoch , weggedreht , Kamera vor das Gesicht , zurück gedreht , Foto geschossen , hin und her . Auf einen Gruß keine Erwiderung . Naja , ich habe mich dann leider hinreissen lassen und zu dem Soldaten gesagt , er stand ca. 7-8 Meter vor mir , "pass mal gut auf deinen Opa auf , dass du ihn gut zurück über den Zaun bringst " . Dem Jungen war das sichtlich unangenehm . Er drehte sich weg . Der Hauptmann drehte sich daraufhin zu mir mit bösem Blick sagte er " es wäre mir peinlich eine solche Uniform zu tragen " . Beide gingen weiter in Richtung Culpiner See .

Bei Minenräumarbeiten im Bereich Zarrentin - Kl.Zecher stand ich auf einem Acker direkt am Grenzverlauf auf Höhe der Räumung , mir gegenüber zwei Gakl . Kleine schwarze Plasteteile flogen auf den Acker . Ich habe den Gakl mit einem Blick zu verstehen gegeben , dass da wohl etwas schiefgelaufen ist . Einer nickte mir zu , ging durch das Gestrüpp im Vorgelagerten Richtung Zaun , kam nach kurzer Zeit wieder an die Grenze , nickte mir wieder zu , ich nickte zurück und alles war gut . Es flogen keine weiteren Teile über die Grenze . Erst wieder Jahre später , aber da war dann Ratze im Spiel und ich schon einige Zeit ausgemustert .

B 208


exgakl, IM Kressin, 94, Fritze und bürger der ddr haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.02.2016 04:55 | nach oben springen

#50

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 05:32
von B208 | 1.351 Beiträge

Eine Geschichte fällt mir noch ein .

image
image
einst und jetzt

Neuhof , zwischen Ratzeburger See und Mechower See .

Grenzstreife im Abschnitt Hoheleuchte , Neuhof , Mechower See war immer sehr abwechslungsreich .
Besonders da es den bewohnten Ort Neuhof in unmittelbarer Gränznähe gab und die Grenze an einem kleinen Bereich direkt am zMGZ lag, an dem man mit einem langen Arm dem Hund der Hundelaufanlage zwischen den Zäunen , vom BT11 nicht einsehbar , etwas zustecken konnte .

Bei einer abendlichen Grenzsteife mit Beobachtungshalt gegenüber Neuhof bekam ich mit , wie eine Frau aus dem Haus trat und den Namen " Peter " ??? rief . Der Peter , ca 12-14 Jahre +/- kam dann auch und verschwand im Haus . Sicherlich zum gemeinsamen Abendbrot .

Bei einer späteren Grenzstreife an einem Wochenende , wieder gegenüber Neuhof , beobachtete ich einig zivile PKW vor dem Haus .
Als ein weiterer PKW aus dem Hinterland , am BT11 vorbei , zum Haus fuhr , kam " Peter " zur Begrüssung aus dem Haus . Alle recht feierlich angezogen . Wir vermuteten Konfirmation , heute weiß ich es hieß zu der Zeit an dem Ort Jugendweihe .
Laut rief ich in Richtung der Gruppe " Hallo Peter , herzlichen Glückwunsch " . Peter lief zurück ins Haus und die Familie kam vor die Tür und schaute fragend in unsere Richtung . Wir haben gewunken , das wurde aber nicht erwiedert .
Ob diese Kontaktaufnahme letztendlich dazu führte , dass die Gebäude später abgerissen wurden ??? keine Ahnung , Gedanken habe ich mir aber schon gemacht , ob dieser " Spaß " evtl für die familie Folgen hatte .

B208


IM Kressin und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.02.2016 06:03 | nach oben springen

#51

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 06:04
von B208 | 1.351 Beiträge

IM Kressin hat sich für diesen Beitrag bedankt
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#52

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 14:22
von IM Kressin | 917 Beiträge

Zitat von B208 im Beitrag #49
Moin ,
einige meiner Erlebnisse habe ich schon in anderen Themen geschrieben , manche werden sich erinnern , aber ich gebe sie in diesem nochmal zum Besten .

Grabenreinigungsarbeiten an den Grenzgräben war bei uns im ratzeburger Abschnitt immer ein Ereignis .

Meist war der Grenzverlauf in der Grabenmitte und es wurden Abschnitte von eurer Seite durch eure Kräfte gereinigt und andere Abschnitte von unserer Seite durch Zivilfirmen meist sehr umweltschädlich mit schwerem Gerät , konnte ja kaum einer noch mit der Sense arbeiten.

B 208


Ich möchte @B208 beipflichten. Als frischgebackener Zollsekretär war ich Anfang der 80er eingeteilt für die Beaufsichtigung der Grabenreinigung zwischen Klein-Zecher und Marienstedt.

Ich hatte wenig Erfahrung, zugegebenermaßen nur eine Vorstellung über die Durchführung, durch die Blume gesprochen, tatsächlich nicht die leiseste Ahnung über die Ausführung.

Eingeteilt war eine bundesdeutsche Firma. Zu dieser Firma gehörte auch „Schimo“, Spitzname entsprechend seines Nachnamen, persönlich bekannt. Er arbeitete auch auf dem Bauerngut in Marienstedt. Bei meiner Ankunft waren die Arbeiten längst im Gange, GAK am Ort des Geschehens. Die Firma, genauer gesagt Schimo, führte neben schwerem Gerät auch eine Motorsäge mit.

Einen Grund konnte ich mir nicht vorstellen, dieser wurde allerdings sehr bald bildhaft. Die Arbeiter durften sich in einem bestimmten Umfeld zur Durchführung ihrer Arbeiten bewegen.

Jeweilig 3 m oder 5 m Ost-West, West-Ost, von der Grenzlinie entfernt. Ausgelöst durch Sturm war ein Baum von östlicher Seite über den Grenzgraben gestürzt. Schimo zersägte als erstes das auf Bundesgebiet befindliche Gehölz.

Als Nächstes begab er sich über den Grenzgraben und nach Lage der Dinge weit über den 5 m Arbeitsbereich hinaus.

Wer Schimo kennt, weiß, dass er keine halben Sachen macht.

Ich rief ihn zurück, nach kurzer Diskussion tippte er sich mit seinem Zeigefinger an die Stirn. Das galt mir. Die GAK beobachteten die Szenerie mit einem süßsauren Lächeln.

Direkt im Anschluss begab er sich zu den GAK. Er fragte nicht um Erlaubnis, er teilte mit, dass er nun die Ursache beseitigen werde und den auf dem Gebiet der DDR am falschen Ort befindlichen Baum zersägt. Der GAK antwortete nicht, honorierte jedoch die Vorgehensweise mit einem Grinsen und machte gute Miene.

Schimo stapelte das Holz auf dem Gebiet der DDR und setzte die Arbeit fort wie gewohnt.

Ohne direkte Ansprache, ohne viele Worte zu machen, wurde das Problem, sollte es eines gewesen sein, die Angelegenheit im West-Ost, Ost-Westkonsens gelöst.

Es grüßt Euch

Kressin


"Als ich 17 war, war in meinem Traumberuf nichts mehr frei” – Was das war? – "Rentner! Erst Rentnerlehrling, dann Jungrentner und dann Rentnergeselle!”

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#53

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 16:56
von Hanum83 | 4.777 Beiträge

Ein britischer Sergeant sprach mich mal direkt an und forderte mich auf was zu tun "shot this assho... and come on", mein Schulenglisch war noch frisch, der Oberfähnrich der mit war hatte nix verstanden und fragte mich später was der gesagt hätte, ich meinte ich hätte es auch nicht verstanden.
Die von der Rheinarmee waren manchmal schon etwas "speziell", ich hab diesen Moment nicht vergessen, fand den Spruch nämlich total daneben, egal ob kalter Krieg oder nicht, so eine Gülle muss niemand ablassen.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
bürger der ddr hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.02.2016 19:52 | nach oben springen

#54

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 20:39
von DoreHolm | 7.698 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #53
Ein britischer Sergeant sprach mich mal direkt an und forderte mich auf was zu tun "shot this assho... and come on", mein Schulenglisch war noch frisch, der Oberfähnrich der mit war hatte nix verstanden und fragte mich später was der gesagt hätte, ich meinte ich hätte es auch nicht verstanden.
Die von der Rheinarmee waren manchmal schon etwas "speziell", ich hab diesen Moment nicht vergessen, fand den Spruch nämlich total daneben, egal ob kalter Krieg oder nicht, so eine Gülle muss niemand ablassen.


Wir hatten hier mal das Thema vom Feindbild diskutiert. Für diesen Sergeanten war das Feindbild ganz klar, da war es nicht der Uniformierte von gegenüber, der eigentlich auch nur seinen befohlenen Dienst tut.



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#55

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 11.02.2016 20:45
von Hanum83 | 4.777 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #54
Zitat von Hanum83 im Beitrag #53
Ein britischer Sergeant sprach mich mal direkt an und forderte mich auf was zu tun "shot this assho... and come on", mein Schulenglisch war noch frisch, der Oberfähnrich der mit war hatte nix verstanden und fragte mich später was der gesagt hätte, ich meinte ich hätte es auch nicht verstanden.
Die von der Rheinarmee waren manchmal schon etwas "speziell", ich hab diesen Moment nicht vergessen, fand den Spruch nämlich total daneben, egal ob kalter Krieg oder nicht, so eine Gülle muss niemand ablassen.


Wir hatten hier mal das Thema vom Feindbild diskutiert. Für diesen Sergeanten war das Feindbild ganz klar, da war es nicht der Uniformierte von gegenüber, der eigentlich auch nur seinen befohlenen Dienst tut.



Feindbilder hatten wir alle, ich glaub eher da ging es ganz einfach um menschliche Arschlöchigkeit.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
DoreHolm und vs1400 haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 11.02.2016 20:46 | nach oben springen

#56

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 28.02.2016 23:27
von Aki | 53 Beiträge

Im Bereich des 2. GB sind(damals) feindwärts ein paar Pferde aus der Koppel ausgebrochen und befanden sich nahe am Grenzzaun 1 mit der Anlage 501. Der Kulper rief ob er rüber kommen kann um sich seine Pferde zurückzuholen . Das wurde dann natürlich verneint, und der Ansage das wir darüber schon Meldung an den Vorgesetzten gegeben haben und er warten soll..Nach Meldung an Füst:
Anlage 501 wurde abgeschalten und der KC ging dann durchs Gassentor feindwärts und brachte die Pferde zurück.

Fand ich toll damals.


Batallionssicherung von 50 km Grenze von Treffurt bis Lauchröden GK Süd , GR-1, II. GB , 6. GK Großburschla 04.81/04.82
Reservist 10.84/01.85 GK Mitte , GR -33, 3.GK Berlin-Treptow
B208, IM Kressin und Lutze haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#57

RE: Kommunikation über die Grenze

in Grenztruppen der DDR 29.02.2016 00:30
von B208 | 1.351 Beiträge

Ähnlichen Vorfall hatten wir mal mit Kühen am Schlagbaum Marienstedt - Zarrentin .
Hab ich in einem anderen Thema mal beschrieben .

B208


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