#1

Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 19:58
von Klauspeter | 986 Beiträge

Noch heute streiten sich die Historiker. Gab es 1952 eine reale Chance für ein geeintes Deutschland?

Zur Geschichte:
Am 10.März bot die UdSSR den Westmächten in einer Note Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an.

Siehe dazu:
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_...language=german

Bundeskanzler Adenauer lehnte ab.
Er forderte freie Wahlen als Voraussetzung.

In der zweiten Stalin-Note vom 09.04.1952 sprach sich die UdSSR für freie Wahlen aus.
Die Westmächte lehnten erneut ab.

In der dritten Stalin-Note vom 24.05.1952 und der vierten Stalin-Note vom 23.08.1952 schlug die UdSSR eine Konferenz zur Vorbereitung eines Friedensvertrages mit Deutschland vor, sowie freie gesamtdeutsche Wahlen und die Schaffung einer gesamtdeutschen Regierung.

Was meint Ihr?
Wäre es einen Versuch wert gewesen?
Oder wollte Stalin ganz Deutschland vereinnahmen?

Waren die Chancen für ein einheitliches Deutschland größer oder bestand die Gefahr eines stalinisierten Deutschlands?

Klaus


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#2

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 20:47
von schulzi | 1.756 Beiträge

Zitat von Klauspeter im Beitrag #1
Noch heute streiten sich die Historiker. Gab es 1952 eine reale Chance für ein geeintes Deutschland?

Zur Geschichte:
Am 10.März bot die UdSSR den Westmächten in einer Note Verhandlungen über die Wiedervereinigung und Neutralisierung Deutschlands an.

Siehe dazu:
http://germanhistorydocs.ghi-dc.org/sub_...language=german

Bundeskanzler Adenauer lehnte ab.
Er forderte freie Wahlen als Voraussetzung.

In der zweiten Stalin-Note vom 09.04.1952 sprach sich die UdSSR für freie Wahlen aus.
Die Westmächte lehnten erneut ab.

In der dritten Stalin-Note vom 24.05.1952 und der vierten Stalin-Note vom 23.08.1952 schlug die UdSSR eine Konferenz zur Vorbereitung eines Friedensvertrages mit Deutschland vor, sowie freie gesamtdeutsche Wahlen und die Schaffung einer gesamtdeutschen Regierung.

Was meint Ihr?
Wäre es einen Versuch wert gewesen?
Oder wollte Stalin ganz Deutschland vereinnahmen?

Waren die Chancen für ein einheitliches Deutschland größer oder bestand die Gefahr eines stalinisierten Deutschlands?

Klaus


Ich sage nein, aber daduch war er Stahlin wieder der gute.Doch werder die Westalierten noch die UdSSR hatten Interesse an einer Vereinigung den sie brauchten Deutschland als Pufferzone im Kalten Krieg.


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#3

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 20:49
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Vielleicht gibt es im Zusammenhang mit den juristischen Komponenten dieses Friedensvertrages ein ko.- Kriterium und das sind die Reparationen, die man seitens der westlichen Besatzungszonen in Richtung Sowjetunion 1948 eingestellt hatte, so daß dieser Fakt noch im Raum stand:
aus Wikipedia: (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reparationen)

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht.[6] Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der Bundesrepublik Deutschland demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97–98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130-fache.[7]

Davon ist im Text beider Links keine Rede, wohl aber scheint der Friedensvertrag daran gebunden zu sein.
Die westlichen Besatzer wußten zudem sehr wohl, daß die SED in der DDR zu dieser Zeit auch bei regulären Wahlen die absolute Mehrheit geschafft hätte, so zumindest vernahm ich das aus meiner Lokalpresse MZ zum Landesgeburtstag Sachsen- Anhalts vor einigen Monaten, den Link hatte ich auch irgendwo eingestellt.
Die Angst vor einem regulären Wahlkampf schien auf Seiten der Adenauer- Regierung da gewesen zu sein, vielleicht auch mit Blick auf die westdeutsche SPD als Koalitionspartner der SED.
Wir können da wohl nur mutmaßen, meine Meinung kann ich mir leider nur aus der überlieferten Historie bilden und Zeitzeugen dürfte es wohl auch hier kaum noch geben.



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#4

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 20:51
von TOMMI | 1.984 Beiträge

Nun, bei Österreich hat es funktioniert.....


EK 88/I
GR4 / 5.GK (Teistungen)


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#5

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 23:48
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von TOMMI im Beitrag #4
Nun, bei Österreich hat es funktioniert.....


ja aber Österreich war im Vergleich zu D in dieser Zeit im Blockdenken Ost/West bedeutungslos, das ist den Russen und Westmächten leicht gefallen.


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
Geld ist geprägte Freiheit!
Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
Mahatma Gandhi
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zuletzt bearbeitet 24.10.2015 23:49 | nach oben springen

#6

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 24.10.2015 23:56
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #5
Zitat von TOMMI im Beitrag #4
Nun, bei Österreich hat es funktioniert.....


ja aber Österreich war im Vergleich zu D in dieser Zeit im Blockdenken Ost/West bedeutungslos, das ist den Russen und Westmächten leicht gefallen.


War denn Deutschland West und Ost zu der Zeit schon sooo bedeutungsvoll @Gert ?

Oder woher kommt deine Historikermeinung?

Geografisch gesehen war Österreich ja nicht so unwichtig


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zuletzt bearbeitet 24.10.2015 23:57 | nach oben springen

#7

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 00:07
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #3
Vielleicht gibt es im Zusammenhang mit den juristischen Komponenten dieses Friedensvertrages ein ko.- Kriterium und das sind die Reparationen, die man seitens der westlichen Besatzungszonen in Richtung Sowjetunion 1948 eingestellt hatte, so daß dieser Fakt noch im Raum stand:
aus Wikipedia: (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reparationen)

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht.[6] Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der Bundesrepublik Deutschland demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97–98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130-fache.[7]

Davon ist im Text beider Links keine Rede, wohl aber scheint der Friedensvertrag daran gebunden zu sein.
Die westlichen Besatzer wußten zudem sehr wohl, daß die SED in der DDR zu dieser Zeit auch bei regulären Wahlen die absolute Mehrheit geschafft hätte, so zumindest vernahm ich das aus meiner Lokalpresse MZ zum Landesgeburtstag Sachsen- Anhalts vor einigen Monaten, den Link hatte ich auch irgendwo eingestellt.
Die Angst vor einem regulären Wahlkampf schien auf Seiten der Adenauer- Regierung da gewesen zu sein, vielleicht auch mit Blick auf die westdeutsche SPD als Koalitionspartner der SED.
Wir können da wohl nur mutmaßen, meine Meinung kann ich mir leider nur aus der überlieferten Historie bilden und Zeitzeugen dürfte es wohl auch hier kaum noch geben.




das ist ja wohl ein Witz. Die SED hatte in den ersten und letzten demokratischen Wahlen in der SBZ 1946 die absolute Mehrheit verfehlt, die Regierungsbildung hätte mit CDU und Liberalen in einer Koalitionsregierung die Mehrheit und hätte regieren können. Den Rest an Beseitigung der Demokratie hat dann die Besatzungsmacht erledigt.
1953 ging es uns so was von Schei* e, siehe auch die Arbeiterrevolte vom 17.Juni, da wäre die SED nicht mal auf 20 % der Stimmen gekommen.
In der DDR Bevölkerung war bekannt wie es in der westdeutschen Wirtschaft wieder brummte, Adenauer hätte sehr gute Chancen gehabt.
Den Menschen ging es wirklich viel schlechter als in den Westzonen. Die Ablehnung Adenauers muss andere Gründe gehabt haben. Adenauer war ein rheinischer Katholik und nie ein Freund Preussens , Berlin und der anderen Länder. Der hätte am liebsten seine rheinische Republik gegründet mit Bonn oder Köln als Hauptstadt


.
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John F.Kennedy 1963 in Berlin
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#8

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 00:17
von Pitti53 | 8.785 Beiträge

@Gert im Eingangsbeitrag ist von 1952 !! die Rede. da gab es den 17.Juni 53 noch nicht!


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#9

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 02:20
von Hackel39 | 3.123 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #7
Zitat von Hackel39 im Beitrag #3
Vielleicht gibt es im Zusammenhang mit den juristischen Komponenten dieses Friedensvertrages ein ko.- Kriterium und das sind die Reparationen, die man seitens der westlichen Besatzungszonen in Richtung Sowjetunion 1948 eingestellt hatte, so daß dieser Fakt noch im Raum stand:
aus Wikipedia: (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reparationen)

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht.[6] Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der Bundesrepublik Deutschland demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97–98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130-fache.[7]

Davon ist im Text beider Links keine Rede, wohl aber scheint der Friedensvertrag daran gebunden zu sein.
Die westlichen Besatzer wußten zudem sehr wohl, daß die SED in der DDR zu dieser Zeit auch bei regulären Wahlen die absolute Mehrheit geschafft hätte, so zumindest vernahm ich das aus meiner Lokalpresse MZ zum Landesgeburtstag Sachsen- Anhalts vor einigen Monaten, den Link hatte ich auch irgendwo eingestellt.
Die Angst vor einem regulären Wahlkampf schien auf Seiten der Adenauer- Regierung da gewesen zu sein, vielleicht auch mit Blick auf die westdeutsche SPD als Koalitionspartner der SED.
Wir können da wohl nur mutmaßen, meine Meinung kann ich mir leider nur aus der überlieferten Historie bilden und Zeitzeugen dürfte es wohl auch hier kaum noch geben.




das ist ja wohl ein Witz. Die SED hatte in den ersten und letzten demokratischen Wahlen in der SBZ 1946 die absolute Mehrheit verfehlt, die Regierungsbildung hätte mit CDU und Liberalen in einer Koalitionsregierung die Mehrheit und hätte regieren können. Den Rest an Beseitigung der Demokratie hat dann die Besatzungsmacht erledigt.
1953 ging es uns so was von Schei* e, siehe auch die Arbeiterrevolte vom 17.Juni, da wäre die SED nicht mal auf 20 % der Stimmen gekommen.
In der DDR Bevölkerung war bekannt wie es in der westdeutschen Wirtschaft wieder brummte, Adenauer hätte sehr gute Chancen gehabt.
Den Menschen ging es wirklich viel schlechter als in den Westzonen. Die Ablehnung Adenauers muss andere Gründe gehabt haben. Adenauer war ein rheinischer Katholik und nie ein Freund Preussens , Berlin und der anderen Länder. Der hätte am liebsten seine rheinische Republik gegründet mit Bonn oder Köln als Hauptstadt


Man lag knapp darunter, ich bezog das vermutlich auf Daten aus dem Roten Mansfeld um die es im erwähnten MZ- Beitrag ging, gleichwohl war schwarz nicht die Modefarbe dieser Zeit in der SBZ.
https://de.m.wikipedia.org/wiki/Landtags...in_der_SBZ_1946
Wie es uns 1953 ging, weiß ich nicht mehr ich gehörte noch nicht dazu, überliefert ist nur, daß der Vater in der KVP tätig war ( Eggesin) und meines Wissens nicht dazu gezwungen wurde, es ihm somit auch nicht be**** ging ohne jemals privilegiert gewesen zu sein.
Er sagte später nur dazu, daß man es als Pflicht betrachtete, den kostbaren Frieden zu bewahren und man es ehrlich meinte mit seinem Einsatz von damals, ein treuer Genosse ist er aber nicht mehr gewesen und sah mein späteres ehrenamtliches Engagement in der FDJ und Partei nicht gerne, zu viel von den Idealen dieser Zeit seien auf der Strecke geblieben und ich solle mir "sowas" nicht mehr antun....
Ich glaube schon, daß die Nachkriegsjugend die Schnauze voll vom Krieg hatte auch ohne in der Mehrzahl aktiv dabei gewesen zu sein und die sowjetische Besatzungsmacht nicht so totalitär auf den Alleinvertretungsanspruch der SED hätte drängen sollen, dann hätte es bei ausreichender "Kulturzeit" auch mit einer echten Demokratie klappen können, die Adenauer wohl zu echt gewesen wäre.
Man wußte auch drüben, daß faule Kompromisse zum Machterhalt und- ausbau nötig waren, wie z. B. die Integration echter Nazis in die Spitzenpolitik (Gehlen) und bei einer bestimmten Themenwichtung im Wahlkampf die CDU so erfolgreich nicht gewesen wäre wie drüben nach der Dopingkur des Marshallplans.



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#10

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 07:56
von Hanum83 | 4.662 Beiträge

Vielleicht hat Stalin ja auch die Kosten-Nutzen-Analyse gemacht nach dem Auslaufen der Reparationen und wollte seine deutsche Besatzungszone daher von der Backe haben.
Die USA hätten dann ja in das neutrale Deutschland auch nicht mehr so viel Geld gepumpt, der direkte System-Wettbewerb wäre dann zumindest in Deutschland weg gewesen.
Interessant ist das schon wie sich wohl ein neutrales Deutschland ohne permanente Einmischung von Außen entwickelt hätte.
Warscheinlich wäre es wohl trotzdem entmillitarisiert gewesen, was wohl so schlecht auch nicht gewesen wäre.


Ein Jahr lang 10 Kilometer der innerdeutschen Grenze 1983/84 mitbewacht.
(Zusatz-Info auf Wunsch eines einzelnen Users: War dabei auch Postenführer.)
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zuletzt bearbeitet 25.10.2015 08:07 | nach oben springen

#11

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 07:58
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #8
@Gert im Eingangsbeitrag ist von 1952 !! die Rede. da gab es den 17.Juni 53 noch nicht!


ja ja Pitti, das ist schon richtig aber die Lebensumstände waren nicht nur am 17.Juni 53 so schlecht sondern all die die Jahre davor auch schon.
Der 17. Juni war nur der Höhepunkt dieser Entwicklung und der gewaltsame Ausbruch der Bevölkerung gegen die SED Regierung. Es ist auch ziemlich sicher , dass ohne die Hilfe der Sowjetarmee der ganze SED Spuk in D vorbei gewesen wäre. Aber was solls, hätte hätte Fahradkette galt damals schon es kam eben so wie es kommen musste.
Im Übrigen glaube ich dem Stalin Angebot nicht so recht, ich erkenne kein Motiv dafür, dass die Sowjets freiwillig D verlassen hätten. Indiz dafür der Polenaufstand 56 gegen den Kommunismus, der Ungarnaufstand 56 ebenso und natürlich auch 1968 der Überfall auf die CSSR sind klare Anzeichen, das sie nichts aus ihren Machtgebieten, die sie im 2.Weltkrieg eroberten, entlassen würden.


.
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zuletzt bearbeitet 25.10.2015 08:03 | nach oben springen

#12

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 08:08
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Und warum waren die Lebensumstände so schlecht @Gert ?


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#13

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 08:10
von Grenzläufer | 1.759 Beiträge

Zitat von Hackel39 im Beitrag #3
Vielleicht gibt es im Zusammenhang mit den juristischen Komponenten dieses Friedensvertrages ein ko.- Kriterium und das sind die Reparationen, die man seitens der westlichen Besatzungszonen in Richtung Sowjetunion 1948 eingestellt hatte, so daß dieser Fakt noch im Raum stand:
aus Wikipedia: (https://de.m.wikipedia.org/wiki/Reparationen)

Als die Reparationen 1953 für beendet erklärt wurden, hatte die SBZ/DDR die höchsten im 20. Jahrhundert bekanntgewordenen Reparationsleistungen erbracht.[6] Die Reparationen der DDR betrugen insgesamt 99,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953) – die der Bundesrepublik Deutschland demgegenüber 2,1 Mrd. DM (zu Preisen von 1953). Die DDR/SBZ trug damit 97–98 % der Reparationslast Gesamtdeutschlands – pro Person also das 130-fache.[7]

Davon ist im Text beider Links keine Rede, wohl aber scheint der Friedensvertrag daran gebunden zu sein.
Die westlichen Besatzer wußten zudem sehr wohl, daß die SED in der DDR zu dieser Zeit auch bei regulären Wahlen die absolute Mehrheit geschafft hätte, so zumindest vernahm ich das aus meiner Lokalpresse MZ zum Landesgeburtstag Sachsen- Anhalts vor einigen Monaten, den Link hatte ich auch irgendwo eingestellt.
Die Angst vor einem regulären Wahlkampf schien auf Seiten der Adenauer- Regierung da gewesen zu sein, vielleicht auch mit Blick auf die westdeutsche SPD als Koalitionspartner der SED.
Wir können da wohl nur mutmaßen, meine Meinung kann ich mir leider nur aus der überlieferten Historie bilden und Zeitzeugen dürfte es wohl auch hier kaum noch geben.





Davon ist im Text beider Links keine Rede, wohl aber scheint der Friedensvertrag daran gebunden zu sein.
Da gebe ich dir recht und das war für mich auch ein Grund der Stalin-Note.

Die westlichen Besatzer wußten zudem sehr wohl, daß die SED in der DDR zu dieser Zeit auch bei regulären Wahlen die absolute Mehrheit geschafft hätte, so zumindest vernahm ich das aus meiner Lokalpresse MZ zum Landesgeburtstag Sachsen- Anhalts vor einigen Monaten, den Link hatte ich auch irgendwo eingestellt.

Hier möchte ich widersprechen, die Wahlen 1946 waren alles andere als frei. Es gab keine Pressefreiheit, das kann du selber in dem von dir verlinkten Text nachlesen.

Die KPD hätte nie den Hauch einer Chance gehabt, in Ostdeutschland eine Mehrheit zu erringen. Und so betrieb man von sowjetischer Seite mit aller Macht und Gewalt die Zwangsvereinigung von KPD und SPD in der SBZ voran. Man brauchte die SPD als "Blutspender".
Die Mehrheit der Sozialdemokraten wollten das nicht, aber die Frage auch keiner...... außer in Berlin und dort war das Ergebnis mehr als eindeutig.
Die Berliner SPD führte im März 1946 unter ihren Mitgliedern eine Abstimmung durch, die im Ostsektor der Stadt vom sowjetischen Stadtkommandanten verboten wurde:
„Bist Du für den sofortigen Zusammenschluss beider Arbeiterparteien?." 82,2 % der Abstimmenden waren dagegen, das Ergebnis mehr als eindeutig.


>>Zwangsvereinigung - SED-Regime - SED-Diktatur - SED

(...)
Im Herbst 1945 propagierte die Kommunistische Partei Deutschlands (KPD) plötzlich eine rasche
Verschmelzung. Wegen ihrer devoten Anpassung an die Besatzungspolitik der UdSSR war sie in der
Bevölkerung und bei den anderen Parteien isoliert, musste also befürchten, die für 1946 angesetzten
Wahlen zu verlieren. Aber nun waren die meisten der Sozialdemokraten, die vorher noch an die
Möglichkeit der Einheit geglaubt hatten, desillusioniert. Sie sahen die völlige Abhängigkeit der KPD von
Moskau und die einseitige Förderung der Kommunisten durch die Sowjetische Militäradministration in
Deutschland (SMAD) und erkannten, dass die KPD sich keineswegs geändert hatte.
Dies hatte Kurt Schumacher sofort konstatiert. Er warnte vor dem kommunistischen Konzept der
Einheitspartei als der Suche "nach dem großen Blutspender" und der Absicht, der SPD eine
kommunistische Führung aufzuzwingen. In den drei Westzonen gelang es der SPD, alle
Einheitsversuche der Kommunisten abzuwehren. Da in der Ostzone allein die SMAD bestimmte, konnte
dort mit ihrer massiven Unterstützung die von Moskau abhängige KPD die "Einheitspartei" durchsetzen.
Markantes Indiz für den Zwang bleibt das Verbot einer Urabstimmung, die von der SPD in der
Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) fast überall gefordert wurde. Doch die SMAD verbot solche
Abstimmungen, daher konnte diese nur in West-Berlin stattfinden. Dort votierten im März 1946 dann 82
Prozent der abstimmenden SPD-Mitglieder gegen die Vereinigung.
Die Kommunisten versuchten es 1945/46 mit "Peitsche und Zuckerbrot". In der SBZ erließ die SMAD
Redeverbote und verhaftete opponierende Sozialdemokraten, die ihre Vorstellungen wegen der Zensur
nirgends veröffentlichen konnten.
Einheitsgegner wurde als "Spalter", sogar als "Agenten" und "Faschisten" diffamiert und verfolgt. In
diesem Klima der Angst war die offene Ablehnung kaum möglich. Am 21. und 22. April 1946 wurde auf
dem "Vereinigungsparteitag" von KPD und SPD der SBZ in Berlin die SED gegründet und damit die SPD
"vernichtet". Diese Zwangsvereinigung erfolgte gegen den Widerstand von Sozialdemokraten. Schon vor
der Zwangsvereinigung wurden viele von ihnen verfolgt. Wie groß damals die Opferzahlen waren, hat
Erich Ollenhauer 1961 mitgeteilt. "Zwischen Dezember 1945 und April 1946 wurden in der SBZ
mindestens 20.000 Sozialdemokraten gemaßregelt, für kürzere oder auch für sehr lange Zeit inhaftiert,
ja sogar getötet". (...) <<

http://www.spd.de/linkableblob/5704/data...inigung_sed.pdf


Wie "frei" diese Wahlen in der SBZ 1946 waren, kann man an folgenden Einzelschicksalen sehen:

https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Kreutzer
https://de.wikipedia.org/wiki/Gerhard_Weck
https://de.wikipedia.org/wiki/Hermann_Brill


Klauspeter und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2015 08:41 | nach oben springen

#14

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 08:33
von Grenzläufer | 1.759 Beiträge

Übrigens gab es tatsächlich richtig freie Wahlen in der SBZ-Sowjetische Besatzungszone.

Diese freien Wahlen fanden 1945 in Österreich statt, im sowjetisch besetzten Burgenland und im sowjetisch besetzen Niederösterreich.

Bei der Landtagswahl im Burgenland am 25.11.1945 erreichte die neu gebildete Österreichische Volkspartei (ÖVP) 51,8%, die SPÖ 44,9 % und Kommunistische Partei Österreichs KPÖ 3,3% der Stimmen.
https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswa...Burgenland_1945

Bei der Landtagswahl in Niederösterreich am 25.11.1945 erreichte die ÖVP 54,48%, die SPÖ 40,38% der Stimmen und die KPÖ 5,14%.
https://de.wikipedia.org/wiki/Landtagswa...6sterreich_1945


>>Die Parlamentswahlen in Ungarn 1945 fanden am 4. November 1945. Es waren die letzten freien Wahlen in Ungarn nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum Ende des Kommunismus. Die sowjetische Besatzungsmacht hatte vorab verfügt, dass unabhängig vom Wahlergebnis, eine Allparteienregierung gebildet werden müsse. So sollte der Einfluss der Kommunisten gesichert werden.
Wahlsieger wurde die Unabhängige Partei der Kleinlandwirte, der Landarbeiter und des Bürgertums (FKgP) mit 57,3 % der Stimmen. Die Sozialdemokratische Partei kam mit 17,4 % nur auf Platz 2. Die kommunistische MKP erlitt eine Wahlschlappe mit nur 16,9 % Stimmenanteil.(...)<<
https://de.wikipedia.org/wiki/Parlamentswahl_in_Ungarn_1945


Die Kommunisten hatten in Ost-Europa nie den Hauch einer Chance durch demokratische Wahlen an die Regierung zu kommen.
Deswegen drängte die SMAD, verstärkt durch die Wahlniederlagen der Kommunisten in Österreich und in Ungarn im Winter 1945, auf die
Zwangsvereinigung von SPD und KPD.


Klauspeter und Gert haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2015 08:35 | nach oben springen

#15

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 08:35
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von Nostalgiker im Beitrag #12
Und warum waren die Lebensumstände so schlecht @Gert ?


weil es an allem fehlte, Nahrungsmittel, Industrieprodukte, Kleidung usw. Obendrein waren die Löhne sehr niedrig. Die Rationierung auf Lebensmittelkarten war noch voll im Gange bis 1958. Die Produkte auf Marken waren zwar billig aber es gab nur sehr wenig. Der Mangel war das beherrschende Thema der Menschen in dieser Zeit. Das habe ich sogar als Kind im Alter von 9 Jahren mtibekommen. In der Bundesrepublik wurde dagegen die Lebensmittelrationierung schon Ende der 40er Jahre aufgehoben und es gab praktisch alles. Nun komm mir bitte nicht mit Marshallplan, das war eine nette Konjunkturspritze , mehr aber auch nicht. Die Wirtschaft muss funktionieren, das ist die Grundvoraussetzung für Wohlstand. Im Übrigen Marshallplan wurde auch der Sowjetzone angeboten aber auf Befehl Stalins wurde es nicht angenommen. War auch gut so, denn es wäre in der Staatswirtschaft wirkungslos verpufft oder die Besatzungsmacht hätte sich das unter den Nagel gerissen.


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#16

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 08:38
von eisenringtheo | 9.156 Beiträge

Zitat von Pitti53 im Beitrag #6
Zitat von Gert im Beitrag #5
Zitat von TOMMI im Beitrag #4
Nun, bei Österreich hat es funktioniert.....


ja aber Österreich war im Vergleich zu D in dieser Zeit im Blockdenken Ost/West bedeutungslos, das ist den Russen und Westmächten leicht gefallen.


War denn Deutschland West und Ost zu der Zeit schon sooo bedeutungsvoll @Gert ?

Oder woher kommt deine Historikermeinung?

Geografisch gesehen war Österreich ja nicht so unwichtig

Die Überlegung Stalins war doch, dass nach dem Friedensschluss die Besatzermächte nichts mehr in Österreich (und in D) zu suchen hatten. Die Sowjetunion kriegte eine Pufferzone: Bedingung für das Friedensabkommen war bei jeder Stalinnote, dass das Land neutral sein müsste wie die Schweiz.
Es gab allerdings zwei grosse Unterschiede. Österreich galt als von Hitlerdeutschland überfallen und was wohl wichtiger wiegt. Das Land war (politisch) nie geteilt. Schon am 27. April 1945 wurde eine provisorische Regierung für ganz Österreich errichtet, am 27. November 1945 wurden die ersten Nationalratswahlen abgehalten und kurz darauf das Kabinett gewählt. Natürlich hatten Parlament und Regierung anfangs nicht viel zu sagen, aber man konnte einheitlich auftreten, das verbesserte natürlich die Verhandlungschancen ungemein: Ich will den deutschen Politikern nichts Böses, aber ich denke, dass Adenauer und Ulbricht lieber bei ihren Freunden bleiben wollten.
Die Tätigkeit in der Bundesregierung war im übrigen sehr gefährlich:
https://de.wikipedia.org/wiki/Margarethe_Ottillinger
Theo


Klauspeter und schulzi haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2015 08:40 | nach oben springen

#17

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 09:31
von DoreHolm | 7.676 Beiträge

Von Adenauer stammte kanntlich der Ausspruch: Lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb !". Warum wohl ? A. war NIE an einer Neutralität Deutschlands interessiert und auch keiensfalls daran, daß er sich eventuell die Macht mit anderen, im konträr gegenüberstehende Kräften hätte teilen müssen.
und was die Rolle des K. Schumacher betrifft: Ganz rechts außen im SPD-gefüge, würde ich sagen. Aus der Niederlage der beiden deutschen Arbeiterparteien 1933 und der Machtergreifung der Nazis nichts dazugelernt. Eben weil sich diese beiden Parteien absolut nicht grün waren und sich lieber gegenseitig geschwächt haben als gemeinsam (auch mit Unterstützung weiterer kleinerer die Nazis ablehnenden Parteien) gegen die NSDAP vorzugehen, kamen diese erst soweit, wie sie gekommen sind. Und gewußt haben sie (die SPD und die KPD) alle, was kommen kann, wenn sie nicht gerade den Kopf in den Sand gesteckt haben. Neben dem Erhalt von Macht waren eben auch diese Überlegungen ein Grund für eine Vereinigung beider Arbeiterparteien, ob das jemanden passt oder nicht. Wie ist es denn heute ? Wie oft haben sich die Linken (ich schließe hier alle links von der Mitte angesiedelten Parteien, also auch die SPD, mit ein) in Richtungskämpfen aufgerieben und die Konservativen haben sich deweil ihr Süppchen gekocht ? Die CDU und Flügel- oder Richtungskämpfe ? Gab es sicher auch, aber gegen den gemeinsamen ideologischen Gegner war man sich sofort einig. Viele opponieren derzeit gegen die Kanzlerin ? Wenn es drauf ankommt, stehen sie trotzdem hinter ihr, so lange diese nicht selbst für die CDU zum unkalkulierbaren Risiko für einen weiteren Wahlsieg wird.
Aber ich schweife vom Thema ab. War ja Chance für eine Einheit Deutschlands.



Hackel39, Klauspeter, eisenringtheo und Fritze haben sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2015 09:33 | nach oben springen

#18

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 09:35
von Nostalgiker | 2.554 Beiträge

Zitat von Gert im Beitrag #15
Zitat von Nostalgiker im Beitrag #12
Und warum waren die Lebensumstände so schlecht @Gert ?


weil es an allem fehlte, Nahrungsmittel, Industrieprodukte, Kleidung usw. Obendrein waren die Löhne sehr niedrig. Die Rationierung auf Lebensmittelkarten war noch voll im Gange bis 1958. Die Produkte auf Marken waren zwar billig aber es gab nur sehr wenig. Der Mangel war das beherrschende Thema der Menschen in dieser Zeit. Das habe ich sogar als Kind im Alter von 9 Jahren mtibekommen. In der Bundesrepublik wurde dagegen die Lebensmittelrationierung schon Ende der 40er Jahre aufgehoben und es gab praktisch alles. Nun komm mir bitte nicht mit Marshallplan, das war eine nette Konjunkturspritze , mehr aber auch nicht. Die Wirtschaft muss funktionieren, das ist die Grundvoraussetzung für Wohlstand. Im Übrigen Marshallplan wurde auch der Sowjetzone angeboten aber auf Befehl Stalins wurde es nicht angenommen. War auch gut so, denn es wäre in der Staatswirtschaft wirkungslos verpufft oder die Besatzungsmacht hätte sich das unter den Nagel gerissen.


Ach so und warum hat Deiner Meinung die Wirtschaft nicht funktioniert? Nun komme aber bitte nicht mit Deiner stadtbekannten Behauptung das die Kommunisten einfach zu doof dafür waren ......

Gruß
Nostalgiker


Aber auf einmal bricht ab der Gesang,
einer zeigt aus dem Fenster, da spazieren sie lang,
die neuen Menschen, der neue Mensch,
der sieht aus, wie er war
außen und unter`m Haar
wie er war ...

_______________
aus; "Nach der Schlacht" - Renft - 1974
Text: Kurt Demmler

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#19

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 09:42
von turtle | 6.961 Beiträge

Sehr schwierig das im Nachhinein zu beantworten. Die Alliierte Zweckgemeinschaft war zerbrochen. Die Sowjetunion hatte die späteren Ostblockländer nicht nur befreit sondern gleichzeitig mit besetzt. So bot sich die amerikanische, britische und französische Zone als Pufferzone an. In einer vereinten Allianz gegen die Sowjetunion war die Bundesrepublik nicht nur strategisch wichtig, an ihrer Grenze wurde der sowjetische Einfluss gestoppt und ein eventueller Einfluss auf ganz Westeuropa verhindert. Ein neutrales Deutschland wie Österreich hatte daher keine Chance.


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#20

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 25.10.2015 10:03
von Gert | 12.354 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #17
Von Adenauer stammte kanntlich der Ausspruch: Lieber das halbe Deutschland ganz als das ganze Deutschland halb !". Warum wohl ? A. war NIE an einer Neutralität Deutschlands interessiert und auch keiensfalls daran, daß er sich eventuell die Macht mit anderen, im konträr gegenüberstehende Kräften hätte teilen müssen.
und was die Rolle des K. Schumacher betrifft: Ganz rechts außen im SPD-gefüge, würde ich sagen. Aus der Niederlage der beiden deutschen Arbeiterparteien 1933 und der Machtergreifung der Nazis nichts dazugelernt. Eben weil sich diese beiden Parteien absolut nicht grün waren und sich lieber gegenseitig geschwächt haben als gemeinsam (auch mit Unterstützung weiterer kleinerer die Nazis ablehnenden Parteien) gegen die NSDAP vorzugehen, kamen diese erst soweit, wie sie gekommen sind. Und gewußt haben sie (die SPD und die KPD) alle, was kommen kann, wenn sie nicht gerade den Kopf in den Sand gesteckt haben. Neben dem Erhalt von Macht waren eben auch diese Überlegungen ein Grund für eine Vereinigung beider Arbeiterparteien, ob das jemanden passt oder nicht. Wie ist es denn heute ? Wie oft haben sich die Linken (ich schließe hier alle links von der Mitte angesiedelten Parteien, also auch die SPD, mit ein) in Richtungskämpfen aufgerieben und die Konservativen haben sich deweil ihr Süppchen gekocht ? Die CDU und Flügel- oder Richtungskämpfe ? Gab es sicher auch, aber gegen den gemeinsamen ideologischen Gegner war man sich sofort einig. Viele opponieren derzeit gegen die Kanzlerin ? Wenn es drauf ankommt, stehen sie trotzdem hinter ihr, so lange diese nicht selbst für die CDU zum unkalkulierbaren Risiko für einen weiteren Wahlsieg wird.
Aber ich schweife vom Thema ab. War ja Chance für eine Einheit Deutschlands.



ich würde sagen , einen großen Teil deines Postes hast du aus einem alten Geschichtsbuch der DDR abgeschrieben. Kann mich gut an diese Version erinnern. Kurt Schumacher war für mich ein echter Sozialdemokrat und sein allseits bekannter Spruch über die Kommunsten lautete:
Sie sind rot lackierte Faschisten. Daran hat sich nichts geändert auch wenn Gysi und Co Kreide gefressen haben in der Opposition. Man bewahre uns davor, dass sie je wieder die Macht in die Hand bekommen. Ja ja ich weiss in Thüringen sind sie in einer Koalition, aber was ist schon Thüringen, da wird mal eine neue Kläranlage oder neue Autobahn eingeweiht, ansonsten könne sie nicht viel falsch machen

P.S. das einzige wo ich dir zustimme, ist das Adenauer nie an einer Vereinigung interessiert war. Das hängt aber eher mit der Person A. zusammen, ich hatte es schon beschrieben


.
All free men, wherever they may live, are citizens of Berlin, and, therefore, as a free man, I take pride in the words ‘Ich bin ein Berliner!’”
John F.Kennedy 1963 in Berlin
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Dostojewski 1866
Zuerst ignorieren sie dich, dann lachen sie über dich, dann bekämpfen sie dich und dann gewinnst du.
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Klauspeter hat sich für diesen Beitrag bedankt
zuletzt bearbeitet 25.10.2015 10:05 | nach oben springen



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