#141

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 13.02.2016 22:39
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #139
Gut, hätte ist bekanntlich Fahrradkette, aber hätten die Alliierten Deutschland geeint neutral gemacht, was wär denn dann mit den auch sowjetisch erorberten und sozialistisch gemachten " Bruderländern" passiert?
Die Leute da und ich meine nicht ihre Regierenden, hätten ja mitbekommen das Stalin einen Teil seiner Kolonien abgibt, die hätten doch sicherlich auch raus gewollt.


Grün: M.E. war spätestens ab der 50er die politische Macht der sozialistischen bzw. kommunistischen Parteien in den anderen Ostblockstaaten so weit gefestigt, daß sie diesen Schritt nicht von sich aus gegangen wären. Damals wurde die UdSSR noch als der große Bruder mit jahrzehntelanger Erfahrung beim soz. Aufbau angesehen, der (fast) alles richtig macht. Das war m.E. in der DDR nicht anders und eine Entlassung in die Neutralität mit der sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer lansamen Reinstallation kapitalistischer Produktionsverhältnisse wäre als Verrat empfunden worden. Viele alte Kommunisten hätten die Welt nicht mehr verstanden. Trotzdem wäre ein kapitalistisches, aber strikt neutrales Gesamtdeutschland allemal die bessere Lösung gegenüber der, die dann eintrat und jetzt noch ist (NATO-Mitgliedschaft).



zuletzt bearbeitet 13.02.2016 22:40 | nach oben springen

#142

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 13.02.2016 22:51
von Hanum83 | 4.722 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #141
Zitat von Hanum83 im Beitrag #139
Gut, hätte ist bekanntlich Fahrradkette, aber hätten die Alliierten Deutschland geeint neutral gemacht, was wär denn dann mit den auch sowjetisch erorberten und sozialistisch gemachten " Bruderländern" passiert?
Die Leute da und ich meine nicht ihre Regierenden, hätten ja mitbekommen das Stalin einen Teil seiner Kolonien abgibt, die hätten doch sicherlich auch raus gewollt.


Grün: M.E. war spätestens ab der 50er die politische Macht der sozialistischen bzw. kommunistischen Parteien in den anderen Ostblockstaaten so weit gefestigt, daß sie diesen Schritt nicht von sich aus gegangen wären. Damals wurde die UdSSR noch als der große Bruder mit jahrzehntelanger Erfahrung beim soz. Aufbau angesehen, der (fast) alles richtig macht. Das war m.E. in der DDR nicht anders und eine Entlassung in die Neutralität mit der sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer lansamen Reinstallation kapitalistischer Produktionsverhältnisse wäre als Verrat empfunden worden. Viele alte Kommunisten hätten die Welt nicht mehr verstanden. Trotzdem wäre ein kapitalistisches, aber strikt neutrales Gesamtdeutschland allemal die bessere Lösung gegenüber der, die dann eintrat und jetzt noch ist (NATO-Mitgliedschaft).



Naja, gefestigte politische Macht.
Ohne die Freundespanzer wären wohl Ungarn und die Tschechoslowakei abgefallen, Nagy und Dubtschek waren ja nicht irgendwer sondern die Generalsekretäre ihrer Parteien.


"Deitsch on frei wolln mer sei, on do bleibn mer aah derbei"
(Anton Günther)
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#143

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 14.02.2016 11:53
von DoreHolm | 7.692 Beiträge

Zitat von Hanum83 im Beitrag #142
Zitat von DoreHolm im Beitrag #141
Zitat von Hanum83 im Beitrag #139
Gut, hätte ist bekanntlich Fahrradkette, aber hätten die Alliierten Deutschland geeint neutral gemacht, was wär denn dann mit den auch sowjetisch erorberten und sozialistisch gemachten " Bruderländern" passiert?
Die Leute da und ich meine nicht ihre Regierenden, hätten ja mitbekommen das Stalin einen Teil seiner Kolonien abgibt, die hätten doch sicherlich auch raus gewollt.


Grün: M.E. war spätestens ab der 50er die politische Macht der sozialistischen bzw. kommunistischen Parteien in den anderen Ostblockstaaten so weit gefestigt, daß sie diesen Schritt nicht von sich aus gegangen wären. Damals wurde die UdSSR noch als der große Bruder mit jahrzehntelanger Erfahrung beim soz. Aufbau angesehen, der (fast) alles richtig macht. Das war m.E. in der DDR nicht anders und eine Entlassung in die Neutralität mit der sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer lansamen Reinstallation kapitalistischer Produktionsverhältnisse wäre als Verrat empfunden worden. Viele alte Kommunisten hätten die Welt nicht mehr verstanden. Trotzdem wäre ein kapitalistisches, aber strikt neutrales Gesamtdeutschland allemal die bessere Lösung gegenüber der, die dann eintrat und jetzt noch ist (NATO-Mitgliedschaft).



Naja, gefestigte politische Macht.
Ohne die Freundespanzer wären wohl Ungarn und die Tschechoslowakei abgefallen, Nagy und Dubtschek waren ja nicht irgendwer sondern die Generalsekretäre ihrer Parteien.




Grün: Kommt immer darauf an, wer in den Regierungsparteiend das Sagen hat und das waren in den 50ern mehrheitlich prosowjetisch eingestellte Führungskräfte. Mehr Unabhängigkeit und mehr Selbständigkeit auf dem Weg zu einer soz. Gesellschaftsordnung (unter der sicher jeder im Detail etwas Anderes verstand, der Spezifik des Landes, der Wirtschaftsmöglichkeiten und der Mentalität entsprechend) wollten mehrere, auch Ulbricht, aber ein völliges Herauslösen aus dem Verband wäre wohl nicht in Frage gekommen. Einzig Jugoslawien hat es so durchgezogen, ohne daß es ihm besondere wirtschaftliche Erfolge zum Wohle der Bevölkerung eingebracht hat. Da sollen die von vielen Bürgern wegen ihrer Reisemöglichkeiten insgeheim beneideten Jugoslawen nicht hinwegtäuschen.



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#144

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 14.02.2016 12:00
von Klauspeter | 987 Beiträge

Zitat von DoreHolm im Beitrag #141


Grün: M.E. war spätestens ab der 50er die politische Macht der sozialistischen bzw. kommunistischen Parteien in den anderen Ostblockstaaten so weit gefestigt, daß sie diesen Schritt nicht von sich aus gegangen wären. Damals wurde die UdSSR noch als der große Bruder mit jahrzehntelanger Erfahrung beim soz. Aufbau angesehen, der (fast) alles richtig macht. Das war m.E. in der DDR nicht anders und eine Entlassung in die Neutralität mit der sehr hohen Wahrscheinlichkeit einer lansamen Reinstallation kapitalistischer Produktionsverhältnisse wäre als Verrat empfunden worden. Viele alte Kommunisten hätten die Welt nicht mehr verstanden. Trotzdem wäre ein kapitalistisches, aber strikt neutrales Gesamtdeutschland allemal die bessere Lösung gegenüber der, die dann eintrat und jetzt noch ist (NATO-Mitgliedschaft).



Hallo DoreHolm,

schon das Thema dieses Stranges fordert zu Spekulationen auf und warum soll man nicht auch mal "wenn und aber, hätte und wäre" durchdeklinieren?...

Ein geeintes neutrales Deutschland, das sogar auf Initiative Stalins zustande gekommen wäre, hätte durchaus Einfluß auf die osteuropäischen Bruderländer gehabt. Der Lebensstandard im Osten des wiedervereinigten Deutschland wäre sehr schnell gestiegen und hätte Begehrlichkeiten in den osteuropäischen Ländern geweckt. Durchaus möglich, dass viele Kommunisten die Welt nicht mehr verstanden hätten - aber der Lauf der Geschichte ist nicht aufzuhalten, wenn das auch manchmal schmerzlich ist.
Knappe 40 Jahre später hatte sich dann doch noch diese Entwicklung durchgesetzt - leider ohne ein neutrales Deutschland.

Es wäre schon mal interessant, was uns eventuell alles erspart geblieben wäre, wenn dieser Weg 40 Jahre früher gegangen worden wäre. Ist aber nicht mehr korrigierbar.

Klaus


Fritze und DoreHolm haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#145

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 14.02.2016 19:37
von Ari@D187 | 1.989 Beiträge

Zitat von Ernesto34 im Beitrag #101
Die heute sogenannte" Stalinnote " hat allen eine entsprechende Möglichkeit dargelegt. Aber man müsste die Frage so stellen, wer war an einen vereintzen Deutchland interessiert? [...]

Ich denke man kann die Frage noch weiter reduzieren. Wären die USA
damals an einem neutralen Deutschland interessiert gewesen? Wären sie
zu irgendeinem Zeitpunkt zwischen den Stalinnoten und heute an einem
neutralen Deutschland interessiert gewesen?

Ari


Scheint es auch Wahnsinn, so hat es doch Methode...
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#146

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 15.02.2016 09:38
von Zange | 395 Beiträge

Gerade die USA waren weder damals, noch sind sie heute, an einem neutralen Deutschland interessiert. Ich glaube sogar, sie würden es mit aller Macht verhindern, sollte solch eine Entwicklung ihren Anfang nehmen.


Wer Visionen hat, sollte zum Arzt gehen (Helmut Schmidt)
DoreHolm, Fritze und Klauspeter haben sich für diesen Beitrag bedankt
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#147

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 15.02.2016 17:43
von Freienhagener | 3.859 Beiträge

Zitat von Zange im Beitrag #146
Gerade die USA waren weder damals, noch sind sie heute, an einem neutralen Deutschland interessiert. Ich glaube sogar, sie würden es mit aller Macht verhindern, sollte solch eine Entwicklung ihren Anfang nehmen.


Das ist kein Geheimnis und verständlich, finde ich.

Die SU hat nicht anders gehandelt und auch ich halte die Note für ein Scheinangebot.
Nachgegeben haben die Russen nur in einer Periode der Schwäche. Heute bedauern sie das - damals auch nicht Wenige.

Man muß auch die realen Chancen einer Neutralität betrachten. Länder wie Schweden oder die Schweiz profitieren indirekt vom westlichen Bündnis.
Würde sich das auflösen, sähe die Lage plötzlich anders aus.
Entscheidend ist die Nähe bzw. Ferne der Großmächte. Die einseitige Nähe würde für ungeschützte Neutrale ein Risiko darstellen.


Disziplin ist die Fähigkeit, dümmer zu erscheinen als der Chef. (Hanns Schwarz)
zuletzt bearbeitet 15.02.2016 17:48 | nach oben springen

#148

RE: Gab es 1952 eine reale Chance für die Einheit Deutschlands?

in DDR Staat und Regime 31.05.2016 14:38
von SET800 | 3.104 Beiträge

Zitat von turtle im Beitrag #19
Sehr schwierig das im Nachhinein zu beantworten. Die Alliierte Zweckgemeinschaft war zerbrochen. Die Sowjetunion hatte die späteren Ostblockländer nicht nur befreit sondern gleichzeitig mit besetzt.



Und Norwegen, Italien, Niederlande, Dänemark, Belgien, Frankreich ( formal eine etwas längere Leine ) defakto über Marionetten und Vasallenregierungen USA-NATO-besetzt.


Enver Hodcha fand den Verbündeten Mao übrigens genügend weit entfernt um nicht "brüderliche Hilfe" ungebeten aufgedrängt zu bekommen.



zuletzt bearbeitet 31.05.2016 14:40 | nach oben springen



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